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Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen?

Vor paar Tagen bekam ich in meinem Blog einen Kommentar von einem anderen Robert, der mir einen Link schickte zu einer Community-Webseite, auf der ein Foto von mir zu finden war (Danke noch mal!). Den Namen nenne ich nicht, aber so sah das aus. Klein unten rechts stand sogar noch mein Name als Wasserzeichen, mit dem ich meine Bilder markiere. Ich behaupte nicht, dass es ein Diebstahl-„Schutz“ wäre, aber immerhin erleichtert es mir zu sehen, ob dieses Foto über eine Agentur gekauft wurde oder einfach unberechtigterweise das Vorschaubild aus meiner Fotogalerie kopiert wurde. Genau aus diesem Grund nutze ich Wasserzeichen.

2009 Fotonutzung

Die Seite funktioniert so, dass angemeldete Mitglieder Gruppen gründen können und bei anderen Gruppen Mitglied werden können, um zu chatten und so weiter. Die Gruppengründerin scheint eine 18jährige zu sein, die das Foto zur Illustration gewählt hat. Ehrt mich ja. Ist aber illegal.

Nun hatte ich die Wahl: Anwalt einschalten lassen und den mir zustehenden Schadensersatz fordern oder locker bleiben?

Ich entschied mich für letztere Variante. Das bedeutete, dass ich im Impressum nach einer Telefonnummer gesucht habe, um das schnell zu klären. Ging keiner ran. Deshalb schrieb ich diese Mal an den Support:

„Guten Tag,

auf ihrer Webseite [Link zur Seite] wird momentan oben ein Foto benutzt (Rothaarige Frau zerbricht Zigarette). Ich bin der Urheber dieses Fotos (siehe Copyright-Vermerk unten rechts im Bild) und der Nutzung auf Ihrer Webseite habe ich nicht zugestimmt.

Ich fordere sie deshalb auf, das Foto innerhalb von drei Tagen zu entfernen oder bei Interesse das Foto von mir für diese Nutzung lizenzieren zu lassen. Andernfalls werde ich die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben müssen.

Vielen Dank im Voraus,
Robert Kneschke“

Innerhalb von 24 Stunden bekam ich eine Antwort von einer Supportmitarbeiterin, dass die Nutzerin informiert und das Bild gelöscht wurde. Damit hat sich die Sache für mich erledigt.

Ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Anwalt etwas Geld aus der Sache hätte ziehen können. Ich wollte das aber aus mehreren Gründen nicht. Zum einen wären die Anwaltskosten bestimmt zehnmal so hoch wie die Lizenzgebühr gewesen. Die hätte ich zwar nicht zahlen müssen, dafür aber die Userin, die danach garantiert kein Bild klauen würde. Aber es bestünde auch keine Möglichkeit mehr, sie als neue Kundin zu gewinnen. In meiner Mail bot ich selbst eine Lizenzierung an. Sicher wird das Angebot nicht angenommen werden, aber dieser – relativ harmlose – Klapps auf die Finger lässt zumindest mich und vielleicht auch die Branche netter aussehen als ein offizielles Anwaltsschreiben.

Ein weiterer Grund war die Art der Nutzung. Es ist ein Gruppenprofil, die Gründerin verdient damit kein Geld und hat es nicht mal vor. Es ist ein Hobby. Spaß. Da wollte ich nicht reingrätschen. Wäre das Foto als Werbung für ein Produkt benutzt worden, hätte ich mich sicher für den Weg mit Anwalt entschieden. Auch eine Gruppe, die mich oder das Model in schlechtem Licht hätte dastehen lassen, hätte andere Konsequenzen gehabt.

Aber ich finde, manchmal sind die einfachen Lösungen die besten. Oder was meint ihr? Habt ihr ähnliche Situationen erlebt? Wie waren Eure Reaktionen?

Polylooks: Microstock-Portal der Deutschen Telekom online

Der Vorhang ist gelüftet:
Das Microstock-Portal der Deutschen Telekom AG ist online. Es heißt Polylooks und ist unter www.polylooks.de zu finden. Das Portal arbeitet eng mit der Bildagentur Zoonar zusammen, die zum Start über 125.000 Bilder beigesteuert hat.

polylooks-startseite
Polylooks vereint auf der Webseite drei Bereiche:

  • Mediastore: Das ist der Hauptbereich, in dem Bilder verkauft und gekauft werden können
  • Community: Hier können die Fotografen Fotos zeigen und bewerten lassen, es werden Fotowettbewerbe ausgeschrieben und ein Forum ist geplant. Dieser Bereich ist noch in der Beta-Testphase.
  • Magazin: Das ist im Grunde das „Augenblicke“-Fotomagazin von T-Online, in dem Fotos präsentiert werden

Die wichtigsten Fakten für Bildkäufer auf einen Blick:

  • Die Preise reichen von 1 Credit für die kleinste Auflösung (ca. 226×340 Pixel) bis 15 Credits (ca. 3300×4961 Pixel). Ein Credit ist zur Zeit ein Euro wert. Die Standardlizenz ist „royalty free“. Eine Merchandising-Lizenz ist für 50 Credits erhältlich. Beim Kauf von 25 oder mehr Credits wird Rabatt gewährt.
  • Es werden auch verschiedene Abo-Modelle mit Laufzeiten von einem bis zwölf Monaten und 10-120 Credits angeboten.
  • Zur Zeit ist nur der Kauf über Creditkarte möglich, für Großkunden auch auf Rechnung. Die Bezahlung per PayPal ist in Planung.
  • Die Suchfunktion bietet neben der Stichwort-Suche die Suche in Kategorien, nach Emotionen, Bildausrichtung, Bildgröße und Datum.
  • Die Themenschwerpunkte von Polylooks liegen noch bei Natur, Reise, Wellness und Business, aber es wird sich verstärkt auf den Ausbau der deutschen und europäischen Motive konzentriert.

Die wichtigsten Fakten für Fotografen auf einen Blick:

  • Angenommen werden Fotos mit mindestens 6 Megapixeln (ca. 2000 x 3000 Pixel).
  • Weitere technische Daten für Uploads: Nur JPG, RGB-Farbraum (bevorzugt AdobeRGB), 8 Bit, möglichst keine Komprimierung, maximale Dateigröße 50 MB.
  • Pro Tag dürfen 20 Fotos hochgeladen werden.
  • Ein Bild muss mindestens 10 Stichworte enthalten.
  • Die Suchbegriffe dürfen auf deutsch oder englisch eingegeben werden.
  • Es wird empfohlen, bei Verben, Adjektiven und Adverben nicht nur die Grundform anzugeben, sondern auch die Beugungen (z.B. bei „spielen“: spielt, spielendes, spielend, spielende, …)
  • Illustrationen sollten EPS und Adobe Illustrator 8 kompatibel sein und zusätzlich mit einer JPEG–Datei (6 Megapixel) hochgeladen werden (max. Größe: 50 MB)
  • Das Honorar beträgt 35% des Verkaufspreises, 50% bei exklusiv angebotenen Bildern
  • Bei Abo-Downloads wird das Honorar mit gleichen Prozentsätzen wie oben nach dieser Formel berechnet: „Summe der Abo-Einnahmen * Prozentsatz der Ausschüttung * Anteil der Credits des Fotografen an Gesamtcredits“
  • Die Honorausauszahlung ist ab 25 Euro möglich.

Ich verfolge gespannt, wie sich das neue Angebot am Bildermarkt etablieren wird.