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Meine erste Einschätzung der Canon 5D Mark III

Die Ankündigung ist raus: Der Nachfolger der Canon 5D Mark II wird ein­fach Canon 5D Mark III hei­ßen.

Die Mark II, mit der ich seit Jahren arbei­te und die sich als zuver­läs­si­ges Arbeitstier erwie­sen hat, ist etwas in die Jahre gekom­men.

Die span­nen­de Frage des­halb ist: Kann die Mark III die gestie­ge­nen Anforderungen von Fotografen erfül­len? Ich kann das nur für mei­ne Art der Fotografie, der Stockfotografie, beant­wor­ten und auch nur theo­re­ti­sch, da ich die Kamera noch nicht tes­ten konn­te. Aber die tech­ni­schen Daten ermög­li­chen schon eine ers­te Einschätzung.

Kein Megapixel-Rennen

Die ers­te Enttäuschung vor­weg: Die Megapixel-Zahl steigt von 21,1 MP auf 22,3 MP. Das ist ein win­zi­ger Sprung, der in der Praxis kaum bemerk­bar sein wird. Wer zum Beispiel vor allem Outdoor-Reportage-Fotografie macht, den wird das nicht stö­ren. Bei Stockfotografen über­setzt sich eine höhe­re Auflösung jedoch fast auto­ma­ti­sch in höhe­re Einnahmen, weil die Bildagenturen die Fotos nach Größe ver­kau­fen. Wer als Fotograf grö­ße­re Dateien anbie­ten kann, ist dann in der Lage, mal einen XXXL-Verkauf statt nur eines XXL-Verkaufs zu rea­li­sie­ren. Oder die Gefahr sinkt, dass der Bildkunde gleich ein ande­res Foto kauft, weil es grö­ßer ver­füg­bar ist. Die neue Nikon D800* hin­ge­gen toppt das mit 36,3 MP im Längen. Damit wären selbst star­ke Ausschnittsvergrößerungen mög­li­ch, ohne die lukra­ti­ven XXL-Verkäufe zu gefähr­den.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist das Gerücht, dass Canon viel­leicht die Produktionslinie auf­spal­ten will und neben der 5D Mark III mit einem schnel­len Serienbild-Modus, aber weni­ger Megapixeln eine neue Kamera ein­füh­ren will, die sich mit mehr Megapixel, aber weni­ger „Dauerfeuer“ stär­ker an die Studiofotografen rich­tet.

Verbesserter Autofokus

Viel bes­ser liest sich die Ankündigung, dass das Autofokus-System jetzt mit dem der 1D-Linie iden­ti­sch sein soll, sprich: Endlich 61 Messpunkte und 41 Kreuzsensoren. Das war bis­her der Punkt, der mich an der Mark II gestört hat: Die hat­te nur nur einen mit­ti­gen Kreuzsensor. On loca­ti­on mit nicht idea­len Lichtverhältnissen wur­de die Fokussierung mit licht­star­ken Objektiven damit manch­mal zur Glückssache. Allein die­se Verbesserung wür­de mich moti­vie­ren, die Mark III zu kau­fen, denn ich habe bis­her genug unschar­fe Bilder durch das alte AF-System pro­du­ziert. Hätte ich die als schar­fe Motive ver­kau­fen kön­nen, wäre das Geld für das Kamera-Upgrade sicher längst drin gewe­sen. Ronald Biallas hat das schon getes­tet und er war sehr zufrie­den mit dem Ergebnis.

Bessere Video-Funktionen

Immer mehr Fotografen fil­men auch mit der Canon 5D Mark II und hier hat sich bei Konkurrenzkameras wie der Canon 7D* so viel getan, dass ein Upgrade nötig wur­de. Für Stockfotografen am meis­ten inter­es­sant ist die Möglichkeit, bei 1280 x 720 Pixeln auch Videos mit 60 Bildern pro Sekunde auf­neh­men zu kön­nen. Das ermög­licht es, deut­li­ch flie­ßen­de­re Zeitlupen-Aufnahmen zu erstel­len. Außerdem wer­den die Metadaten end­li­ch direkt in die .mov-Dateien geschrie­ben, was sehr hilf­reich ist, wenn man sich spä­ter Infos über die Blende/Zeit-Kombinationen oder das ver­wen­de­te Objektiv abru­fen will. Wer oft Making-Ofs oder Behind-The-Scenes dreht, der fin­det die bes­se­ren Audioabnahme-Möglichkeiten und den neu ein­ge­führ­ten Timecode eben­falls hilf­reich.

Neue Bildverarbeitung und Datenspeicherung

Wer oft in der Natur foto­gra­fiert, fin­det den intre­grier­ten HDR-Modus bestimmt nütz­li­ch, der auf Knopfdruck bei der Aufnahme ein HDR-Bild aus meh­re­ren Einzelaufnahmen von bis zu drei Blendenstufen Unterschied erstellt. Ich selbst fin­de zwei ande­re Details sehr span­nend. Zum einen gibt es end­li­ch eine kame­rain­ter­ne Objektivkorrektur, wel­che Vignettierung und Verzerrungen direkt im RAW-Bild ent­fer­nen kann und zwei Plätze für je eine CF- und eine SD-Speicherkarte. Damit könn­te man zum Beispiel mit der CF-Karte die Bilder spei­chern und im SD-Slot eine Eye-Fi-Karte* nut­zen, wel­che die Vorschau-JPGs per WLAN direkt auf den Computer-Monitor oder den Tablet-PC sen­det. Das ist vor allem im Studio sehr prak­ti­sch, um Bilddetails wie Flusen an der Kleidung kon­trol­lie­ren zu kön­nen, die auf dem Kameradisplay nur schwer zu ent­de­cken sind.

Wechseln, kau­fen oder nichts davon?

Nach der Ankündigung der Canon 5D Mark III stellt sich für vie­le Profi-Fotografen die Frage: Soll ich bei mei­ner alten 5D Mark II blei­ben, auf die Mark III upgraden oder gleich ganz zu Nikon mit der D800 wech­seln? Ist es eine schwe­re Entscheidung. Wer im Technologie-Rennen zwi­schen Canon und Nikon vor­ne liegt, wech­selt alle paar Jahre. Erinnert ihr euch noch, dass Nikon vor weni­gen Jahren noch nicht in der Lage war, eine ver­nünf­ti­ge Full-HD-Filmaufnahme zu ermög­li­chen? Dazu kom­men die sünd­haft teu­ren L-Objektive, die sich schnell auf über 10.000 Euro sum­mie­ren kön­nen. Bei Amazon wird die 5D Mark III* noch für 3.900 Euro ange­bo­ten, aber wenn die Kamera Anfang April 2012 erscheint, wird der Preis sicher schnell auf knapp über 3000 sin­ken.

Ich selbst wer­de ver­mut­li­ch die Mark III kau­fen, vor allem wegen des Autofokus, den Videofunktionen und der WLAN-Option. Wer nur als Hobby foto­gra­fiert oder kei­ne Videos macht, wird sicher auch noch eine Weile mit der Mark II glück­li­ch blei­ben. Und wie immer gilt sowie­so: Der wich­tigs­te Faktor für gelun­ge­ne Fotos steht hin­ter der Kamera – egal wel­cher.

Was sagt ihr zur 5D Mark III? Kaufen, war­ten oder wech­seln? Und war­um?

10 Tipps für Videos-Aufnahmen mit einer DSLR

Mittlerweile habe ich etli­che Testvideos gemacht und auch – mehr oder weni­ger erfolg­reich – bei den Bildagenturen ein­ge­stellt.

Dabei habe ich gemerkt, dass beim Filmen eini­ge Dinge von ele­men­ta­rer Bedeutung sind, die beim Fotografieren total uner­heb­li­ch sind. Deshalb hier eini­ge grund­le­gen­de Tipps für den Einstieg in die DSLR-Filmerei.

1. Das Stativ ist Dein Freund!
Ja, ich weiß: Es ist schwer, sper­rig und unhand­li­ch! Trotzdem. Ohne Stativ wer­den Dir nur in den sel­tens­ten Fällen ruhi­ge Bilder gelin­gen. Es gibt ver­schie­de­ne Varianten. Als Standard nut­ze ich das Manfrotto-Stativ MA 190XPROB Pro*. Das ist rela­tiv leicht (1,8 Kilo), mit 5 Kilo belast­bar (also gera­de aus­rei­chend für die 5D Mark II und ein schwe­res Objektiv), ziem­li­ch hoch aus­zieh­bar und die Mittelsäule kann gekippt wer­den, um Aufnahmen von oben direkt nach unten zu machen (Vogelperspektive). Zuerst hat­te ich den Fehler gemacht, einen nor­ma­len Kugelkopf zu neh­men, aber damit gibt es bei Kameraschwenks (Panning) und Kamerakipps (Tilting) beim Anfahren und Abbremsen immer einen Ruck. Deshalb habe ich mir als Stativkopf zusätz­li­ch den Mini Fluid Videoneiger 700RC2 von Manfrotto* gekauft. Die Aufnahmen wer­den damit viel ruhi­ger, aber die Bedienung der Schnellwechselplatte fin­de ich noch nicht opti­mal. Sehr wack­lig, bevor sie umständ­li­ch fest­ge­schraubt wird.

Die zwei­te Möglichkeit, wenn ich kei­nen Platz für Stativ plus Kopf habe, ist mein Einbeinstativ 685B*. Das ist zwar auch nicht das leich­tes­te oder kür­zes­te, aber dafür ist es eins der weni­gen, wel­ches sich mit einer Hand in der Höhe ver­stel­len lässt, ohne die ande­re Hand von der Kamera zu neh­men. So ver­mei­de ich wenigs­tens Wackler nach oben und unten und gut schwen­ken lässt es sich auch.

Andere Möglichkeiten zur Stabilisierung des Bildes sind Steadicams, Dollys oder Schulterhalterungen.

2. Halte Deinen Sensor sau­ber!
Ein klei­ner Fleck auf dem Kamerasensor? Kein Problem bei einem Foto. Ein Klick mit Photoshop und weg ist er. Bei Flecken auf Video geht das nicht so ein­fach und ich mus­s­te schon eini­ge Videos in den Papierkorb beför­dern, weil sie unüber­seh­ba­re Flecken zeig­ten. Deshalb vor aus­ge­dehn­ten Filmaufnahmen vor­her sowohl den Sensor als auch die Objektive rei­ni­gen.

3. Bringe Bewegung ins Bild!
Bewegungen in einem Foto dar­zu­stel­len, ist eine Kunst für sich. Für Videos sind sie eine Notwendigkeit. Ansonsten blie­ben nur 24 iden­ti­sche Fotos pro Sekunde übrig. Es gibt ver­schie­de­ne Möglichkeiten:

Entweder bewegt sich das Motiv, zum Beispiel ein Mensch geht, dreht sich, springt, rennt, fällt. Oder das Motiv wird bewegt, wie Blumen, die sich im Wind wie­gen, Bälle, die ange­sto­ßen oder Flüssigkeiten, die in Gefäße gefüllt wer­den.

Alternativ kann sich auch die Kamera um ein sta­ti­sches Motiv bewe­gen. Das erfor­dert vor allem bei DSLR-Kameras durch das manu­el­le Scharfstellen viel Übung und Genauigkeit. Hier kön­nen ent­we­der Movie-Slider, die oben genann­ten Dollys oder ande­re Dinge mit Rädern oder Rollen benutzt wer­den. Die Königsdisziplin ist das Bewegen der Kamera, um sich bewe­gen­de Objektive zu fil­men.

4. Mach den Ton an!
Bei vie­len Footage-Clips für Videoagenturen rei­chen Aufnahmen ohne Originalton. Der Kunde legt sich oft sowie­so Musik oder Ambience–Geräusche drun­ter. Deshalb wür­de es sich anbie­ten, gleich an der Kamera den Ton abzu­schal­ten. Trotzdem rate ich dazu, das blei­ben zu las­sen. Nachdem ich vie­le Videos direkt in der Kamera ohne Ton auf­ge­nom­men habe, hat­te ich den 60. Geburtstag mei­ner Oma foto­gra­fiert. Ihr alter Mädchenchor – jetzt eben­falls rüs­ti­ge Damen – hat­te ein Überraschungsständchen geplant und mei­ne Oma sang mit Tränen in den Augen gerührt mit. Es ent­stand ein sehr bewe­gen­der Video-Mitschnitt – nur lei­der ohne Ton.

Außerdem gibt es immer mal wie­der Motive, bei denen die Videos sich mit Ton bes­ser ver­kau­fen, sei­en es gur­geln­de Gebirgsbäche oder Vogelgezwitscher auf einer Sommerwiese. In der Regel muss das Video sowie­so kon­ver­tiert wer­den, dann kann der Ton immer ohne viel Aufwand noch ent­fernt.

Manchmal eig­net sich der Ton auch für Kommentare aus dem Off, die beim Schneiden des Films o.ä. hel­fen. Ich habe zum Beispiel bei mei­nem Dauerlichttest für Videoaufnahmen die Tonspur genutzt, um zu kom­men­tie­ren, wel­chen Lichtaufbau ich gera­de außer­halb des sicht­ba­ren Bildes nut­ze.

5. Denke wie ein Kameramann!
Ich habe das Glück, dass ein guter Freund von mir pro­fes­sio­nel­ler Videojournalist ist, mit dem ich auch schon zusam­men Videos rea­li­siert habe. Dadurch lern­te ich eine Denkweise ken­nen, die Fotografen meist noch nicht ver­in­ner­licht haben.

Um beim Schneiden fle­xi­bler zu sein, soll es zum Beispiel am Anfang und Ende einer Szene immer eini­ge Sekunden Ruhe geben, in denen sich das Motiv noch nicht bzw. nicht mehr bewegt. Wenn das nicht mög­li­ch ist, wird zum Beispiel eine ruhi­ge Stelle wie der Fußboden oder die Wand gefilmt, damit von dort zur Bewegung geschwenkt wer­den kann. Fünf Sekunden Vorlauf und Nachlauf soll­ten rei­chen.

Außerdem gibt es eini­ge Regeln, die in Fotografiebüchern nicht auf­tau­chen, aber Allgemeinwissen bei Kameraleuten sind. Zum Beispiel gilt es, einen Achsensprung zu ver­mei­den.

6. Mach’s manu­ell, Baby!
Das betrifft sowohl Belichtung als auch Fokussierung. Bei einer auto­ma­ti­schen Belichtung ent­ste­hen Helligkeitsschwankungen, wenn der Bildausschnitt bei Schwenks ver­än­dert wird, die sehr ama­teur­haft wir­ken. Der Autofokus bei digi­ta­len Spiegelreflexkameras mit Videofunktion ist noch sehr lang­sam und wäh­rend einer Aufnahme prak­ti­sch nicht zu gebrau­chen. Das kann sich noch ändern, bis­her ist die manu­el­le Einstellung jedoch das Maß der Dinge. Für eine genaue­re Fokussierung kann eine Displaylupe hel­fen, zum Beispiel von Hoodman*.

7. Kenne die rich­ti­gen Einstellungen!
Genau wie für das Fotografieren gibt es auch beim Filmen Einstellungen an der Kamera, die vor­teil­haf­ter sind. Dazu gehört zum Beispiel eine Reduzierung des Kontrasts.

Da ich selbst mit der Canon 5D Mark II arbei­te, beschrän­ken sich die Kameraeinstellungen auf das Modell. Im Prinzip gilt es aber für alle Video-DSLRs. Am ein­fachs­ten ist es, zum Beispiel bei Canon als Bildstil „Neutral“ zu wäh­len, wo Schärfe, Kontrast und Sättigung unver­än­dert blei­ben. Bei schwie­ri­gen, kon­trast­rei­chen Lichtverhältnissen wie Nachtaufnahmen oder Gegenlicht hilft auch der „Traumflieger Picture-Style für Video“. Als Anzeigemodus für das Live-Bild emp­feh­le ich das Netzgitter 1, wel­ches das Bild in drei gleich gro­ße hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Bereiche teilt. das hilft unge­mein bei der Bildgestaltung.

Für Canon 5D Mark II-Nutzer selbst­ver­ständ­li­ch soll­te das Firmware-Update auf 2.0.7 sein, wel­ches im Vergleich zur Firmware 1.1.0 mehr Auswahl bei der Bildrate und dem Ton bie­tet und nun auch ein Histogramm für Videos anzeigt etc. Mehr Auswahl heißt jetzt aber auch mehr Entscheidungen zu tref­fen. Eine Bildrate von 24 Bildern/Sekunde (fps) wird bei Kinofilmen genutzt, 25 fps hat das PAL-System (u.a. im euro­päi­schen Fernsehen) und 30 fps hat das us-amerikanische NTSC-System. Auch für Zeitlupen-Aufnahmen sind 30 fps zu emp­feh­len, da dem Schnittprogramm dann mehr Ausgangsmaterial zur Verfügung steht, um Zwischenbilder zu berech­nen. Wer beim Filmen jedoch auf Dateigröße oder Mindestlaufzeit des Videos ach­ten muss, soll­te lie­ber weni­ger Bilder pro Sekunde wäh­len.

Ganz Mutige kön­nen sogar – auf eige­nes Risiko – den Firmware-Hack „Magic Lantern“ benut­zen, den eini­ge Filmemacher ent­wi­ckelt haben. Damit sind bei­spiels­wei­se fas­zi­nie­ren­de Dinge wie ein Live-Histogramm und Schnittmarken wäh­rend der Aufnahme oder Focus Pulling mög­li­ch.

8. Freunde Dich wie­der mit Filtern an!
Geht es um das Fotografieren, rate ich heu­te nur noch zu zir­ku­la­ren Polarisationsfiltern*. Der Rest wur­de durch RAW und Photoshop ersetzt. Aber beim Filmen wer­den Filter noch gebraucht, da die Möglichkeiten zur Nachbearbeitung, vor allem ver­lust­frei, deut­li­ch gerin­ger sind. Neben dem Polfilter zur Reduzierung von Spiegelungen hel­fen Graufilter* bei hel­lem Licht, die Schärfentiefe zu ver­rin­gern. Graue Farbverlauffilter eig­nen sich, um den Kontrast zwi­schen hel­lem Himmel und dunk­ler Landschaft bei Außenaufnahmen aus­zu­glei­chen. Da bei Videoaufnahmen oft die inter­nen Antialiasing–Filter der Kameras umgan­gen wer­den, hel­fen auch in sol­chen Fällen exter­ne Filter.

9. Spiele mit der Unschärfe!
Je klei­ner der Sensor, desto eher ist ein Bild oder Video von vor­ne bis hin­ten scharf. Dadurch wirkt es jedoch auch flach. Die teu­ren Kameras mit gro­ßen Sensoren kön­nen sehr gerin­ge Tiefenschärfe erzeu­gen, was die Tiefenwirkung im Bild ver­stärkt. Beide Faktoren, Wirkung und Preis, füh­ren dazu, den Look mit wenig Tiefenschärfe für edel und pro­fes­sio­nell zu hal­ten. Nutze das zu Deinem Gunsten! Manchmal reicht es, vor dem Motiv einen unschar­fen Gegenstand zu haben oder eben dort­hin zu stel­len, um Tiefe zu simu­lie­ren.

Statt sich mit der Kamera zu bewe­gen, um auf ande­re Objekte scharf zu stel­len, kann auch die Fokussierung am Objektiv ver­stellt wer­den. Dadurch wirkt der Übergang sehr weich. Diese Methode ist jedoch an den Video-DSLRs sehr kom­pli­ziert, wes­halb Hersteller-Firmen schnell teu­res Zubehör (Stichwort „Follow Focus“) ent­wi­ckelt haben.

10. Denke in Serien!
Für einen Stockfotografen soll­te es selbst­ver­ständ­li­ch sein, von einem Motiv meh­re­re Varianten zu foto­gra­fie­ren, um dem Bildkäufer Auswahl zu bie­ten. Ähnliches gilt für Stock-Footage, auch wenn ich zuge­be, das bis­her ver­nach­läs­sigt zu haben. Auch beweg­te Bilder kön­nen aus ver­schie­de­nen Richtungen, als Close-Up oder Weitwinkel-Ansicht gefilmt wer­den. Nur ver­ti­ka­le Aufnahmen soll­ten unter­las­sen wer­den. Zumindest bis sich Fernseher stan­dard­mä­ßig um 90° dre­hen las­sen…

Was sind Eure Erfahrungen? Was habt ihr bei Euren ers­ten Videos gelernt? Wo lie­gen die größ­ten Schwierigkeiten?

* Affiliate-Link (Ich erhal­te eine klei­ne Provision beim Kauf, ihr zahlt nicht mehr)

Stockfotografie-News 2009-08-18

Letzte Woche kamen wie­der kei­ne News, da ich im Urlaub war. Muss auch mal sein. Dafür geht’s heu­te wie­der mit auf­re­gen­den Meldungen wei­ter.

  • istock­pho­to kün­digt eine Bildgarantie an. Die Garantie stellt sicher, dass alle Dateien, solan­ge sie bestim­mungs­ge­mäß genutzt wer­den, die Urheberrechte, Warenzeichen und Rechte des geis­ti­gen Eigentums ein­hal­ten sowie die Persönlichkeitsrechte beach­ten. iStock­pho­to über­nimmt ab jetzt even­tu­el­le Schäden und Aufwendungen bis zu einer Höhe von 10.000 US$. Wem die­se Sicherheit nicht genügt, der kann zusätz­li­ch eine „Erweiterte Garantie“ erwer­ben. Sie kos­tet 100 iStock-Credits und erhöht die Leistungen auf eine Gesamtsumme von 250.000 US$. Zwar wirbt isto­ck damit, die ers­te Agentur mit einer sol­chen Garantie zu sein, aber ande­re Agenturen wie Vivozoom haben es vor­ge­macht. Die haben jedoch nur Fotos, kei­ne Videos oder Audiodateien.
  • Polylooks, die Online-Bildagentur der Deutschen Telekom, star­tet ihr Angebot ab sofort auch in Großbritannien (UK) unter www.polylooks.co.uk. Zum Marktstart sind über 35.000 Bilder – auch mit bri­ti­schen Motiven – ver­füg­bar. Um den bri­ti­schen Kunden die­se Bilder schon zum Start anbie­ten zu kön­nen, koope­riert Polylooks mit Monkey Business Images, einer Bildagentur aus Wallingford, UK. Sämtliche Bilder der bri­ti­schen Agentur sind nun auch über Polylooks zu bezie­hen – zu den­sel­ben Preisen, die auch alle ande­ren Polylooks-Bilder haben. Zum Marktstart wer­den die Titel und Schlagworte aller Bilder auto­ma­ti­sch ins Englische über­setzt. Betreut wird der bri­ti­sche Ableger von Polylooks aus Deutschland, für bri­ti­sche Kunden steht zusätz­li­ch ein eng­li­scher Support via Telefon und E-Mail zur Verfügung.
  • Getty Images kün­digt eine Zusammenarbeit mit der News-Firma Daylife an. Zusammen stel­len sie das Tool „SmartGalleries“ vor, mit dem auto­ma­ti­sch Bildergalerien für Webseiten und Blogs erstellt wer­den kön­nen mit den Foto eines Getty-Abonements.
  • Wem die Anleitung sei­ner neu­en Canon 5D Mark II nicht reicht, der inter­es­siert sich viel­leicht für das Buch zur Kamera von ProfiFoto-Redakteur Dirk Böttger. Mit knapp 45 Euro fin­de ich es lei­der etwas zu teu­er gera­ten.
  • Corbis nimmt eini­ge renom­mier­te Fotojournalisten in die Bildagentur auf. Dazu zäh­len u.a. preis­ge­krön­te Nachrichten- und Sportfotografen wie Tim Clayton, Elizabeth Kreutz, Les Stone, Noah Addis und David Turnley.
  • Bei FotoTV zeigt Oliver Rausch von der Fotoschule Köln die Arbeit mit dem hoch­fron­ta­len Licht, das auch Marleene Dietrich Licht genannt wird. Die Position zur Lichtquelle, rich­ti­ge Höhe des Lichts und wei­te­re Tipps wer­den am Beispiel mit einem Model gezeigt. Viel Spaß beim Anschauen.

Link: Hochfrontales Licht 1

  • Außerdem star­tet FotoTV jetzt eine monat­li­che News-Reihe, die spä­ter viel­leicht zwei­wö­chent­li­ch erschei­nen soll mit Nachrichten rund um die Fotografie. Hier die ers­te Folge:

Canon EOS 7D ab Oktober 2009 erhältlich

Vor eini­gen Tagen hat Canon den Vorhang gelüf­tet: Darunter war die neue Canon EOS 7D ver­bor­gen. Die Kamera soll die Lücke zwi­schen der Canon 50D und der 5D Mark II fül­len.

Canon 7D

Dazu gehört unter ande­rem eine Auflösung von 18MP, aller­dings nicht als Vollformat-, son­dern mit einem APS-C-großen Sensor. Außerdem kann die Kamera eben­falls in FullHD auf­neh­men und das – was mich als 5D Mark II-Besitzer etwas nei­di­sch macht – wahl­wei­se mit 24 oder 30 Frames per second.

Mit der 5D Mark II ist nur letz­te­res mög­li­ch, wäh­rend die 24fps mit leicht wei­che­ren Bewegungen eher an den klas­si­schen Filmlook erin­nern. Aber viel­leicht wird das für die 5D Mark II ja mit einer Firmware nach­ge­lie­fert?

Das Sucherfeld soll erst­mals 100% des tat­säch­li­ch foto­gra­fier­ten Bildes zei­gen und eine inte­grier­te elek­tri­sche Wasserwaage hilft beim Geradehalten der Kamera.

Die Kamera soll ab Oktober 2009 für ca. 1650 Euro (ohne Objektiv) oder für 2300 Euro zusam­men mit dem Canon 15-85mm IS USM-Objektiv.

Frag den Fotograf: Sensorreinigung selbst machen?

Letzte Woche kam fol­gen­de Frage in mei­ne Mailbox:

„Hallo,

in Deinem Blog hast Du schon ein­mal ver­lau­ten las­sen das die Sensor Reinigung nicht ganz unge­fähr­li­ch ist. Aus die­sem Grund habe ich die Reinigung in einer Canon Service Werkstatt machen las­sen. Mit dem Ergebnis das ich vor­her 2 Placken hat­te und nach der Canon Service Reinigung sind es plötz­li­ch 6 Placken. Fürs Wegstempeln sind es ein­fach zu vie­le. Das bedeu­tet das ich die Sensor Reinigung sel­ber machen muß. Auf der ande­ren Seite will ich aber kei­ne 250 Euro für irgend­wel­che Reinigungsmittel aus­ge­ben. Mit den Mittelchen ( M-Alkohol)aus der Apotheke bekom­me ich kei­ne guten Ergebnisse. Es gibt nach der Trocknung sehr vie­le Schlieren. Des wei­te­ren besteht auch die Gefahr, das in dem einen oder ande­ren Q-Tip ein Sandkorn vor­han­den sein könn­te. Was für eine Reinigungsflüssigkeit wird von Dir benutzt?“

Beim Frühjahrsputz
Sensorreinigung ist in der Tat eine schwie­ri­ge Angelegenheit. Ich ver­su­che, mei­nen Sensor so sel­ten wie mög­li­ch, aber so oft wie nötig zu rei­ni­gen. Bei mei­ner Canon 5D Mark II ist zwar eine inte­grier­te Sensorreinigung ein­ge­baut, aber durch die neue Videofunktion muss der Sensor trotz­dem öfter gerei­nigt wer­den. Ein Staubfleck auf dem Sensor kann bei Fotos oft mit Photoshop leicht retu­schiert wer­den, bei Videos ist das ungleich schwe­rer.
Ich rei­ni­ge mei­nen Sensor in zwei Schritten. Zuerst pus­te ich even­tu­el­le Staubkörner mit dem Blasebalg „Airbomb“ von Giottos weg. Dabei hal­te ich die Kamera mit der Öffnung nach unten, so dass die Schwerkraft hof­fent­li­ch die Staubkörner nach unten, also aus dem Gehäuse zieht.Der Blasebalg eig­net sich übri­gens auch zur Staubentfernung von Objektiven und ande­rem Kamerazubehör.
Danach nut­ze ich die VisibleDust Vswabs 1.0x für den Vollformatsensor mit der pas­sen­den Reinigungsflüssigkeit. Das sind im Grunde lan­ge Stäbchen, deren Ende gen­au so breit ist wie der Sensor. Deshalb gibt es auch für ver­schie­de­ne Sensorgrößen (1x, 1,3x, 1,6x) unter­schied­li­che Swabs. Das Ende besteht aus einem wei­chen, fus­sel­frei­en Stoff, der mit der anti­sta­ti­schen, rück­stands­frei­en Flüssigkeit beträu­felt wird. Der Stab wird nun ein Mal quer über den Sensor gezo­gen und fer­tig.
Das funk­tio­niert und ich bin zufrie­den damit. Es gibt jedoch unzäh­li­ge Möglichkeiten zur Sensorreinigung. Da ich nicht alle aus­pro­biert habe, gibt es viel­leicht wel­che, die bes­ser sind, aber bis­her bin ich mit die­ser Methode ganz zufrie­den und sehe kei­nen Grund zu wech­seln.

Wie rei­nigt ihr Euren Sensor? Was könnt ihr emp­feh­len und was lie­ber nicht?