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Google Bildersuche vereinfachen mit Plaghunter (mit Verlosung)

Vor paar Wochen habe ich hier das Projekt Spookfish vorgestellt, was die Google-Bildersuche vereinfachen wollte. Das Projekt ist gescheitert, aber im Rahmen des Artikel habe ich ein anderes Projekt namens Plaghunter erwähnt, was ich heute ausführlicher vorstellen will.

Plaghunter* ist ein Online-Service, welcher die die Datenbasis und die Technik von Google Images nutzt, um automatisiert nach gleichen Bildern im Internet zu suchen. Die häufigste Anwendungsmöglichkeit für Fotografen ist sicher, damit unerlaubte Kopien eigener Bilder zu finden. Auf Wunsch werden neuerdings auch die Ergebnisse der Bildersuche der russischen Suchmaschine Yandex angezeigt.

Zum Testen können die Nutzer bis zu fünf Bilder kostenlos suchen lassen, mehr Bilder gibt es in verschiedenen Abo-Paketen von 29 bis 199 Euro pro Monat.

Ich nutze den Dienst jetzt seit über einem halben Jahr in der kostenfreien Variante und der Einsatz hat sich bisher auf jeden Fall gelohnt. Ich verfolge einige Bilder von mir, die aus verschiedenen Gründen im Netz sehr gerne unerlaubt verbreitet werden und die ich nicht in Bildagenturen anbiete. Damit weiß ich relativ einfach, dass die Nutzung illegal sein muss. Außerdem verfolge ich einige meiner Microstock-Bestseller. Hier interessiert mich zum einen, wofür die Bilder genau benutzt werden, damit ich bei zukünftigen Fotoshootings besser auf diese Themen achten kann und zum anderen gibt es auch hier für mich die Möglichkeit, unerlaubte Nutzungen aufzudecken. Die Indizien, wann ein Microstock-Bild geklaut sein könnte, habe ich in meinem Stockfotografie-Buch auf Seite 183 aufgelistet.

Der größe Unterschied zum Finden der eigenen Bilder mittels der Google Bildersuche ist bei Plaghunter, dass dies automatisiert geschieht. Es muss also nicht jedes Mal ein neuer Suchvorgang gestartet werden und der Nutzer wird auf Wunsch täglich per Email über die neuen Ergebnisse informiert. So eine Info-Mail sieht beispielsweise so aus:

plaghunter-email

Im Kundenbereich der Plaghunter-Webseite werden die Ergebnisse noch ausführlicher aufbereitet:

plaghunter-index

Die verfügbaren Optionen sind rechts zu sehen. Die Nutzer können zum Beispiel markieren, ob die Nutzung erlaubt ist oder nicht, sie eine DCMA-Meldung verschicken wollen oder eine ganze Domain auf eine „weiße Liste“ setzen, damit diese in Zukunft nicht mehr beobachtet wird, zum Beispiel die Domain einer Bildagentur, welche die eigenen Bilder vertreibt.

Standardmäßig funktioniert Plaghunter mit Bildern, die schon im Internet vorliegen, zum Beispiel auf der eigenen Webseite, aber der Upload von Bildern direkt von der Festplatte ist ebenfalls möglich. In den Pro- und Enterprise-Abomodellen ist auch der Upload einer Bilder-Sitemap von WordPress oder Flickr möglich.

Allein mit meinen fünf Testbildern habe ich in den letzten Monaten mehrere unerlaubte gewerbliche Nutzungen gefunden, die ich gebührenpflichtig und erfolgreich abgemahnt habe.

Wer Geld mit seinen Fotos verdient, hat in Plaghunter jetzt ein nützliches Tool, welches die Suche nach den eigenen Bildern im Internet deutlich erleichtert. Hier könnt ihr es sofort und einfach selbst ausprobieren* mit fünf Bildern.

Verlosung: 3x Pro-Accounts für sechs Monate

Marco von Plaghunter war so freundlich, mir 3 Pro-Accounts für sechs Monate zur Verlosung anzubieten. Damit könnt ihr bis zu 500 Bilder suchen lassen. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreibt einfach in den Kommentaren, welche zusätzlichen Features ihr euch von Plaghunter am liebsten wünschen würdet. Wer weiß, vielleicht werden diese dann sogar bald umgesetzt. Aus allen gültigen Kommentaren ziehe ich mittels random.org dann die drei Gewinner und informiere sie per Email. Teilnahmeschluss ist Montag, der 5.5.2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Also los: Welche Features würdet ihr euch für einen Bildersuchdienst wie Plaghunter wünschen?

* Affiliate

Online-Bildersuche Spookfish mit Kickstarter-Kampagne

Ich habe bisher ab und zu an dieser Stelle über Möglichkeiten geschrieben, geklaute Bilder im Internet mit diversen Tools zu finden.

Da gibt es zum Beispiel TinEye und Google Images, seit kurzem auch Plaghunter und bald soll ein neues Tool names Spookfish hinzukommen.

spookfish
Spookfish ist im Grunde eine Weiterentwicklung von Plaghunter. Beide nutzen im Hintergrund Google Images als Bildersuche, vereinfachen und automatisieren den Prozess jedoch.

Ich habe die Entwickler gefragt, was aus ihrer Sicht die Unterschiede zwischen Spookfish und den anderen Tools sind.

„1.) Google: Spookfish nutzt kostenlose Reverse Image Search Dienste im Internet, darunter auch Google. Spookfish hat Google gegenüber aber den Vorteil, dass man nicht jedes mal seine Bilder manuell neu suchen muss. Außerdem bekommt man auf Google bei einer erneuten Suche ja auch all die Stellen gezeigt, die man schon kennt. Spookfish lässt sich so einstellen, dass man eben nur über neue Stellen informiert wird.

2.) Tineye: Spookfish findet wesentlich mehr, außerdem ist Tineye ein Abo-Service. Hier bezahlt man monatlich eine Stange Geld; bei uns nur einmal. Zur Zeit 30$ (ca. 22 €) für die Pro-Version.

3.) Plaghunter: Plaghunter setzt offenbar auch auf die Google-Funktion auf. Zwei entscheidene Unterschiede:
A: Plaghunter ist wiederum ein Abo-Service. Hier bezahlt man für die Überwachung von 50 Bildern jeden Monat 29€. (wie gesagt: für die Pro-Version von Spookfish bezahlt man einmal 30$ und kann eine unlimitierte Anzahl an Bildern suchen – davon 100 am Tag.
B: Plaghunter ist browserbasiert und kann nur nach Bildern suchen, zu denen man verlinken kann. Wenn man als Fotograf ein Online-Portfolio hat und nach diesen Bildern sucht, dann funktioniert das. Für den Fall, dass man aber nicht möchte, dass ein Bild überhaupt im Internet auftaucht, dann ist diese Funktionsweise von Nachteil.“

Ich selbst nutze Plaghunter seit einigen Monaten in der kostenfreien Variante und habe damit bisher einige gewerbliche Urheberrechtsverletzungen entdecken können, die mir sonst vielleicht nicht aufgefallen wären. Diese Fälle habe ich dann meinem Anwalt übergeben, der die meisten davon zu meiner Zufriedenheit lösen konnte.

Deshalb überzeugt mich das Angebot von Spookfish, für einmalig ca. 22 Euro automatisiert nach einer unbegrenzten Menge an Bildern suchen zu können.

Damit die Software realisiert werden kann, hat Spookfish diese Kickstarter-Kampagne gestartet, welche nur noch bis Freitag, den 28. März 2014 läuft. Leider sind bis jetzt nur knapp 10% der anvisierten 28.000 USD zusammen gekommen. Die Macher von Spookfish sehen die Kickstarter-Kampagne auch als einen Gradmesser für das Interesse an der Software, wenn sie also nicht erfolgreich ist, wird Spookfish sehr wahrscheinlich auch nicht umgesetzt werden.

 

Wer mithelfen möchte, dass das Projekt umgesetzt werden kann, kann sich bei hier bei Kickstarter für die Standard- oder Pro-Variante von Spookfish vormerken lassen.

Welche Methoden nutzt ihr, um nach geklauten Bildern zu suchen?

Stockfotografie-News 2013-11-01

Hatte ich mir in meiner grenzenlosen Naivität anfangs wirklich vorgenommen, die Stockfotografie-News wöchentlich zu veröffentlichen?

Jetzt sind schon wieder zwei Monate seit den letzten News vergangen, deswegen wird es dringend Zeit für ein Update, damit ihr den Überblick im Bildermarkt-Dschungel nicht verliert.

  • Eine sehr ausführliche, nach Themen sortierte Übersicht über geschützte Fotomotive liefert dieses „Intellectual Property Wiki“ von Getty Images. Ein Lesezeichen-Muss für jeden Stockfotografen.
  • Dreamstime will jetzt auch Videos verkaufen, von SD- bis 4K-Auflösung. Erst mal sind die Videografen dazu aufgerufen, ihre Videos hochzuladen, die geplante Preisstruktur findet ihr etwas versteckt hier. Das sympathische Preismodell, dass die Bilder (und jetzt auch Videos) mit mehr Verkäufen teurer werden, soll beibehalten werden.
  • Auch Geldfälscher bedienen sich anscheinend bei Microstock-Agenturen, sind dann aber zu doof, die paar Euro für ein Bild ohne Wasserzeichen auszugeben: Zoonar berichtet über einen aktuellen Fall hier in deren Blog.
  • Auf dem Markt der Videoagenturen ist mit Dissolve ein neuer Spieler aufgetaucht, der anhand der Finanzen und dem Personal sogar Chancen haben könnte. Leider, möchte man sagen, denn der Durchschnittspreis für einen HD-Clip soll bei 5 Dollar liegen. Ich hatte ja gehofft, dass der Preisverfall bei Videos noch etwas auf sich warten lässt. Vom Design her erinnert mich die Seite übrigens sehr an Stocksy. Absicht?
  • Über die Gefahren bei der Verwendung von Hoheitszeichen in der Fotografie hatte ich ja schon hier berichtet. Wie sich das in der Praxis auswirken kann, zeigt das juristische Nachspiel bei diesem Twitter-Foto mit einem Wappen von Sachsen-Anhalt.
  • Shutterstock hat soeben ihr Europa-Büro eröffnet, und zwar in der Kulturbrauerei in Berlin.
  • Auch die große Bildproduktionsfirma Image Source hat soeben ein Büro in Berlin eröffnet. Damit sollte klar sein, welche Stadt in Deutschland die Stockfotografie-Hochburg ist.
  • iStock entfernt viele kleine Features von deren Webseite als Versuch, die Seite schneller zu machen. Darunter sind auch die Fotografen-Blogs, die „Über Mich“-Seite, Testimonials, Ratings, Bildkommentare und die komplette Logo-Sektion.
  • Der Name der Bildagentur wurde jetzt übrigens auch offiziell von iStockphoto zu iStock verkürzt.
  • Die neue Premium-Kollektion Offset von Shutterstock ist jetzt online.
  • Die mobile App „On-The-Go“ von 123rf ist jetzt auch hier für Android erhältlich.
  • Die Idee ist nicht neu, aber die Umsetzung wird immer besser. Die Lytro ist eine Kamera, bei der nachträglich die Schärfe festgelegt werden kann. Probiert es selbst mit der kostenlosen App oder auf deren Webseite aus, die Ergebnisse sind beeindruckend. Leider sind die Fotos bisher nur ca. 1 Megapixel groß. Aber angesichts des technischen Fortschritts wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis die Geräte tauglich für die Stockfotografie sind.
  • Sich als Fotograf selbständig machen? Andreas Bender hat es gewagt und zieht nach 18 Monaten eine sehr ausführliche Bilanz.
  • Ein lesenswertes Interview mit dem Stockfotografen Peter Atkins gibt es hier bei lousypennies.de, vor allem, wie man abseits der eigentlichen Fotoverkäufe noch Geld verdienen kann.
  • Was ist die bislang originellste Ausrede, die sich ein Bilderdieb hat einfallen lassen? „Ein Kugelschreiber sei versehentlich auf die Tastatur gefallen und habe die Funktion “einfügen” ausgelöst.“ So gelesen in diesem Blogartikel. Dummdreist bleibt es trotzdem.
  • Zum Schluss noch was zum Lachen: Ein Video mit blöden Sätzen, die sich Fotografen ständig anhören müssen:

Habe ich was vergessen? Dann bitte in den Kommentaren nachtragen.

Ach so: Kriegen wir die 900 Fans bei Facebook voll? Dafür einfach rechts auf „Gefällt mir“ klicken. Danke.

Das Beste aus dem Stockfotografie-Forum – März 2013

Nachdem das alte Relota-Forum leider seine Pforten geschlossen hat, habe ich zusammen mit Ralf Nöhmer die Aufgabe übernommen, ein neues deutschsprachiges Forum für Stockfotografie zu etablieren, das Stockfotografie-Forum. Mittlerweile zählen wir über 440 angemeldete Mitglieder und ca. 300 Diskussionsbeiträge im Monat. Das ist ein Wert, auf den wir alle stolz sein können.

Wer noch nicht überzeugt ist, ob das Forum hilfreich sein kann, findet hier wieder eine von mir handverlesene Auslese an empfohlenen Forumsbeiträgen.

Am besten gleich anmelden oder – wer das schon gemacht hat – mal wieder reinschauen und mitdiskutieren!

Warum Pinterest Fotografen eher schaden als helfen wird

In der bunten Welt der Bilder gibt es einen neuen Hype: Pinterest!

Für alle, die davon noch nichts gehört haben: Pinterest ist ein Web-Service, mit dem Leute beliebige Fotos aus dem Internet an ihre eigene Pinterest-Seite „pinnen“ können. Es ist also – wie der Name vermuten lässt – eine Art digitale Pinnwand, auf der Leute ihre Webfundstücke präsentieren können. Vor allem Fotografen kennen das sicher, dass sie gerne inspirierende Motive aus dem Netz in einem Ordner auf der Festplatte sammeln.

Das Besondere – und meines Erachtens auch das Riskante – an Pinterest ist nun, dass die gepinnten Bilder für alle sichtbar sind – nicht nur für Mitglieder, sondern alle Internet-Nutzer. Die „Pins“, also die markierten Fotos, können die Nutzer in „Boards“ anlegen, vergleichbar mit verschiedenen Ordnern, um die Motive zum Beispiel nach Themen, Farben oder anderen Kriterien zu sortieren. Das Ganze kann dann zum Beispiel so aussehen:

oder auch so:

 


Wird die Maus auf eins der Bilder gehalten, erscheint gleich ein kleines Pop-Up-Fenster, mit dem Pinterest-Nutzer das Bild sofort auf ihre eigene Pinnwand „re-pinnen“ können. Wird auf eins der Bilder geklickt, erscheinen Detailinformationen, Kommentare anderer Nutzer zum Bild, und ähnliche Bilder etc. Das sieht zum Beispiel so aus:

Klingt doch alles super? Vielleicht. Das Problem wird aber schnell sichtbar.  Das Foto des jungen Geschäftsmann oben ist beispielsweise ist ein Bild des Stockfotografen Yuri Arcurs und es wurde von der italienischen Fotolia-Webseite kopiert, ohne es zu kaufen – ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Aber gehen wir einen Schritt zurück und nähern uns dem Problem anders.

Einige Fotografen propagieren Pinterest als kreativen neuen Weg zum Selbst-Marketing. Durch das Pinnen eigener Bilder würden Fotografen einen großen Kundenstamm erreichen können, der sonst vielleicht nie von dem jeweiligen Fotografen gehört hätte oder sie erzeugen Traffic auf die eigene Webseite oder den Blog. Andere sehen das eher mit Einschränkungen so und wieder andere raten Fotografen strikt von der Pinterest-Nutzung ab. Ich tendiere eher zur letzteren Meinung und kann die Ablehnung auf drei Ebenen begründen.

1. Ebene: Das Pinterest-Problem der Quellenangaben

Nehmen wir an, dass ein Fotograf nur seine eigenen Fotos dort veröffentlicht. Die „Pinterest-Etikette“ besagt, dass die Originalquelle immer angegeben werden sollte. Das ist aber keine Pflicht. Wenn jemand ein Foto ohne Quellenangabe hochlädt und es von dort oft weiter gepinnt wird oder jemand das Fotografenfoto nimmt, aber die Quelle nicht mehr erwähnt, führt das schnell dazu, dass massenhaft Fotos des Fotografen im Netz herumschwirren, ohne dass der gewünschte Werbeeffekt eintreten kann. Von Pinterest schwappt es dann nach Tumblr, Weheartit oder Flickr und irgendwann gilt das Bild als „verwaistes Werk“ (orphan work), welches legal genutzt werden kann, ohne den Fotografen zu fragen, weil der Urheber nicht mehr zu ermitteln sei.

Deshalb gilt: Wer unbedingt eigene Bilder bei Pinterest einstellen will, sollte das immer nur mit sichtbaren Wasserzeichen und Urheberhinweis in den Metadaten machen.

Die Macher von Photoshelter haben in einem lesenswerten Blogbeitrag auch festgestellt, dass die Hauptnutzer von Pinterest junge Frauen mit wenig Geld sind, welche „Design“ oder „Handarbeit“ als ihr Hobby angeben. Das ist meist nicht die Zielgruppe, die Fotografen bucht. Und warum sollten diese Leute Fotos kaufen, wenn sie diese doch kostenlos bei Pinterest veröffentlichen können? Das führt langfristig zum Problem auf der dritten Ebene, aber zuerst kommt die zweite Ebene:

2. Ebene: Das Pinterest-Problem der Urheberrechte

Wer sich mit Medienrecht oder Fotografie etwas auskennt, wird beim Blick auf Pinterest innerhalb von Sekunden viele Urheberrechtsverstöße erkennen. Anders formuliert: Viele Bilder werden dort illegalerweise gezeigt. Im verklausulierten Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen schreibt Pinterest, dass veröffentlichte Bilder frei von Rechten Dritter sein müssen:

„You agree not to do any of the following: Post, upload, publish, submit, provide access to or transmit any Content that: (i) infringes, misappropriates or violates a third party’s patent, copyright, trademark, trade secret, moral rights or other intellectual property rights, or rights of publicity or privacy“

Viele Nutzer halten sich jedoch nicht daran. So brauchte ich wieder nur Sekunden, um für jede der großen Bildagenturen hunderte von Fotos zu finden, die dort gezeigt werden, fast immer noch mit dem Wasserzeichen der Bildagentur, vermutlich oft ohne Erlaubnis des Fotografen: Hier von Fotolia, von Shutterstock,  von istockphoto oder Dreamstime, aber auch von Getty Images, Corbis oder Alamy.

Zusammen sind das schnell tausende illegale Bilder, gefunden innerhalb von weniger als paar Minuten.

Auf meine Email an Pinterest, was die Firma aktiv gegen solche massiven Urheberrechtsverstöße mache, kam nur die lapidare Antwort, dass ein Urheber erstens sein Werk nach dem DMCA-Gesetz gerne melden könne, wenn er es irgendwo auf Pinterest finde. Zweitens können Webseiten-Betreiber auf ihren Seiten diesen Meta-Tag einbinden, damit die Inhalte nicht auf Pinterest gepinnt werden können:

„<meta name=“pinterest“ content=“nopin“ />“

Ein Schweigen der Urheberrecht-Inhaber wird so als automatische Zustimmung gewertet. Außerdem hilft das Meta-Tag nicht, wenn Leute ein Foto erst von der gesperrten Webseite auf ihren Computer laden und von dort auf Pinterest veröffentlichen.

Besonders perfide klingt das angesichts der Tatsache, dass sich Pinterest auch das Recht herausnimmt, die veröffentlichten Bilder verkaufen zu dürfen:

„By making available any Member Content through the Site, Application or Services, you hereby grant to Cold Brew Labs a worldwide, irrevocable, perpetual, non-exclusive, transferable, royalty-free license, with the right to sublicense, to use, copy, adapt, modify, distribute, license, sell, transfer, publicly display, publicly perform, transmit, stream, broadcast, access, view, and otherwise exploit such Member Content only on, through or by means of the Site, Application or Services“ [Hervorhebung von mir]

Einige Leute argumentieren, dass Pinterest sich auf die „Fair Use“-Klausel berufen könne, nach der die urheberrechtlich geschützten Bilder bei Pinterest zu einem „neuen Werk“ transformiert werden, ähnlich wie es damals bei einer Klage gegen die Thumbnails von Google Images argumentiert wurde, aber der Rechtsanwalt Itai Maytal widerspricht dem jedoch, der deutsche Rechtsanwalt Christian Solmecke nennt Pinterest sogar „eine einzige Urheberrechtsverletzung“. Das alles führt uns zur dritten und langfristig gefährlichsten Ebenen für Fotografen.

3. Ebene: Das Fotografen-Problem des Gewöhnungseffekts

Es hilft nichts, wenn Fotografen sich jetzt nur hinstellen und auf ordentliche Quellenangaben pochen und notfalls ihren Anspruch mit teuren Abmahnungen einklagen. Angesichts der oben aufgezeigten tausenden Fälle bleibt das alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schlimmer noch ist der Gewöhnungseffekt, der sich bei den Internet-Nutzern einstellt. Fotografen verdienen ihr Geld hauptsächlich damit, dass Leute sie für ihre Bilder bezahlen. Internetnutzer glauben jedoch sehr häufig, dass Bilder im Internet kostenlos sind. Dazu tragen Web-Services wie Pinterest, Tumblr und Weheartit, aber auch  Facebook und Konsorten stark bei.

Je mehr Privatpersonen diese Dienste nutzen, desto eher nutzen auch Firmen und andere kommerzielle Anbieter solche Seiten. Diese wiederum werben dann auch mit urheberrechtlich geschützten Fotos, ohne sie gekauft zu haben. Damit gehen Fotografen ganz konkret auch Einnahmen und Folgeaufträge verloren. Kleines Beispiel? Gefunden innerhalb einer Minute: Auf der Pinterest-Seite des Hotel München zeigt das Hotel ein Foto eines Fahrrads aus Gemüse. Der Bildqualität nach zu urteilen, wurde es nicht bei Fotolia gekauft, von wo es ursprünglich kommt, sondern einfach das Layoutbild verwendet:


Wenn Fotografen nicht aufpassen, kommt irgendwann der Moment, an dem die Macht der Gewohnheit so stark und die Menge der unwissenden Internet-Nutzer so groß ist, dass sich die Gesetze dem neuen „Lebensstil“ anpassen müssen und einfach geändert werden. Die Piratenpartei arbeitet schon darauf hin und da sie vor allem von jungen Leuten gewählt wird, steigen deren Chancen.

Eine Lösung habe ich nicht: Wie macht man Leuten klar, dass Bilder und Fotos kein kostenloses Treibgut im Internet sind, dass jeder aufsammeln und ausstellen kann? Am besten, ohne Privatpersonen verklagen zu müssen?

Was sagt ihr? Welche Chancen und Risiken seht ihr bei Pinterest?