Schlagwort-Archive: Bilderdiebstahl

Google Bildersuche vereinfachen mit Plaghunter (mit Verlosung)

Vor paar Wochen habe ich hier das Projekt Spookfish vorgestellt, was die Google-Bildersuche vereinfachen wollte. Das Projekt ist gescheitert, aber im Rahmen des Artikel habe ich ein anderes Projekt namens Plaghunter erwähnt, was ich heute ausführlicher vorstellen will.

Plaghunter* ist ein Online-Service, welcher die die Datenbasis und die Technik von Google Images nutzt, um automatisiert nach gleichen Bildern im Internet zu suchen. Die häufigste Anwendungsmöglichkeit für Fotografen ist sicher, damit unerlaubte Kopien eigener Bilder zu finden. Auf Wunsch werden neuerdings auch die Ergebnisse der Bildersuche der russischen Suchmaschine Yandex angezeigt.

Zum Testen können die Nutzer bis zu fünf Bilder kostenlos suchen lassen, mehr Bilder gibt es in verschiedenen Abo-Paketen von 29 bis 199 Euro pro Monat.

Ich nutze den Dienst jetzt seit über einem halben Jahr in der kostenfreien Variante und der Einsatz hat sich bisher auf jeden Fall gelohnt. Ich verfolge einige Bilder von mir, die aus verschiedenen Gründen im Netz sehr gerne unerlaubt verbreitet werden und die ich nicht in Bildagenturen anbiete. Damit weiß ich relativ einfach, dass die Nutzung illegal sein muss. Außerdem verfolge ich einige meiner Microstock-Bestseller. Hier interessiert mich zum einen, wofür die Bilder genau benutzt werden, damit ich bei zukünftigen Fotoshootings besser auf diese Themen achten kann und zum anderen gibt es auch hier für mich die Möglichkeit, unerlaubte Nutzungen aufzudecken. Die Indizien, wann ein Microstock-Bild geklaut sein könnte, habe ich in meinem Stockfotografie-Buch auf Seite 183 aufgelistet.

Der größe Unterschied zum Finden der eigenen Bilder mittels der Google Bildersuche ist bei Plaghunter, dass dies automatisiert geschieht. Es muss also nicht jedes Mal ein neuer Suchvorgang gestartet werden und der Nutzer wird auf Wunsch täglich per Email über die neuen Ergebnisse informiert. So eine Info-Mail sieht beispielsweise so aus:

plaghunter-email

Im Kundenbereich der Plaghunter-Webseite werden die Ergebnisse noch ausführlicher aufbereitet:

plaghunter-index

Die verfügbaren Optionen sind rechts zu sehen. Die Nutzer können zum Beispiel markieren, ob die Nutzung erlaubt ist oder nicht, sie eine DCMA-Meldung verschicken wollen oder eine ganze Domain auf eine „weiße Liste“ setzen, damit diese in Zukunft nicht mehr beobachtet wird, zum Beispiel die Domain einer Bildagentur, welche die eigenen Bilder vertreibt.

Standardmäßig funktioniert Plaghunter mit Bildern, die schon im Internet vorliegen, zum Beispiel auf der eigenen Webseite, aber der Upload von Bildern direkt von der Festplatte ist ebenfalls möglich. In den Pro- und Enterprise-Abomodellen ist auch der Upload einer Bilder-Sitemap von WordPress oder Flickr möglich.

Allein mit meinen fünf Testbildern habe ich in den letzten Monaten mehrere unerlaubte gewerbliche Nutzungen gefunden, die ich gebührenpflichtig und erfolgreich abgemahnt habe.

Wer Geld mit seinen Fotos verdient, hat in Plaghunter jetzt ein nützliches Tool, welches die Suche nach den eigenen Bildern im Internet deutlich erleichtert. Hier könnt ihr es sofort und einfach selbst ausprobieren* mit fünf Bildern.

Verlosung: 3x Pro-Accounts für sechs Monate

Marco von Plaghunter war so freundlich, mir 3 Pro-Accounts für sechs Monate zur Verlosung anzubieten. Damit könnt ihr bis zu 500 Bilder suchen lassen. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreibt einfach in den Kommentaren, welche zusätzlichen Features ihr euch von Plaghunter am liebsten wünschen würdet. Wer weiß, vielleicht werden diese dann sogar bald umgesetzt. Aus allen gültigen Kommentaren ziehe ich mittels random.org dann die drei Gewinner und informiere sie per Email. Teilnahmeschluss ist Montag, der 5.5.2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Also los: Welche Features würdet ihr euch für einen Bildersuchdienst wie Plaghunter wünschen?

* Affiliate

Online-Bildersuche Spookfish mit Kickstarter-Kampagne

Ich habe bisher ab und zu an dieser Stelle über Möglichkeiten geschrieben, geklaute Bilder im Internet mit diversen Tools zu finden.

Da gibt es zum Beispiel TinEye und Google Images, seit kurzem auch Plaghunter und bald soll ein neues Tool names Spookfish hinzukommen.

spookfish
Spookfish ist im Grunde eine Weiterentwicklung von Plaghunter. Beide nutzen im Hintergrund Google Images als Bildersuche, vereinfachen und automatisieren den Prozess jedoch.

Ich habe die Entwickler gefragt, was aus ihrer Sicht die Unterschiede zwischen Spookfish und den anderen Tools sind.

„1.) Google: Spookfish nutzt kostenlose Reverse Image Search Dienste im Internet, darunter auch Google. Spookfish hat Google gegenüber aber den Vorteil, dass man nicht jedes mal seine Bilder manuell neu suchen muss. Außerdem bekommt man auf Google bei einer erneuten Suche ja auch all die Stellen gezeigt, die man schon kennt. Spookfish lässt sich so einstellen, dass man eben nur über neue Stellen informiert wird.

2.) Tineye: Spookfish findet wesentlich mehr, außerdem ist Tineye ein Abo-Service. Hier bezahlt man monatlich eine Stange Geld; bei uns nur einmal. Zur Zeit 30$ (ca. 22 €) für die Pro-Version.

3.) Plaghunter: Plaghunter setzt offenbar auch auf die Google-Funktion auf. Zwei entscheidene Unterschiede:
A: Plaghunter ist wiederum ein Abo-Service. Hier bezahlt man für die Überwachung von 50 Bildern jeden Monat 29€. (wie gesagt: für die Pro-Version von Spookfish bezahlt man einmal 30$ und kann eine unlimitierte Anzahl an Bildern suchen – davon 100 am Tag.
B: Plaghunter ist browserbasiert und kann nur nach Bildern suchen, zu denen man verlinken kann. Wenn man als Fotograf ein Online-Portfolio hat und nach diesen Bildern sucht, dann funktioniert das. Für den Fall, dass man aber nicht möchte, dass ein Bild überhaupt im Internet auftaucht, dann ist diese Funktionsweise von Nachteil.“

Ich selbst nutze Plaghunter seit einigen Monaten in der kostenfreien Variante und habe damit bisher einige gewerbliche Urheberrechtsverletzungen entdecken können, die mir sonst vielleicht nicht aufgefallen wären. Diese Fälle habe ich dann meinem Anwalt übergeben, der die meisten davon zu meiner Zufriedenheit lösen konnte.

Deshalb überzeugt mich das Angebot von Spookfish, für einmalig ca. 22 Euro automatisiert nach einer unbegrenzten Menge an Bildern suchen zu können.

Damit die Software realisiert werden kann, hat Spookfish diese Kickstarter-Kampagne gestartet, welche nur noch bis Freitag, den 28. März 2014 läuft. Leider sind bis jetzt nur knapp 10% der anvisierten 28.000 USD zusammen gekommen. Die Macher von Spookfish sehen die Kickstarter-Kampagne auch als einen Gradmesser für das Interesse an der Software, wenn sie also nicht erfolgreich ist, wird Spookfish sehr wahrscheinlich auch nicht umgesetzt werden.

 

Wer mithelfen möchte, dass das Projekt umgesetzt werden kann, kann sich bei hier bei Kickstarter für die Standard- oder Pro-Variante von Spookfish vormerken lassen.

Welche Methoden nutzt ihr, um nach geklauten Bildern zu suchen?

Frag den Fotograf: Was mache ich nach Bilderklau?

Am Montag habe ich über die neue Suchfunktion bei Google Images berichtet, mit der Fotografen leicht ihre Bilder im Internet finden können.

Viele Leser haben das ausprobiert und ebenfalls Treffer gehabt. Einige haben auch einige illegale Verwendungen ihrer Fotos gefunden. Nicole schrieb als Kommentar, dass sie Fotos ihrer Schwester bei fremden Leuten als Facebook-Profil gefunden habe. Da kommt natürlich die Frage auf, was man dagegen tun kann.

So fragte mich Petra via Facebook:

„danke, hab das eben ausprobiert, ich hab da jemanden in estland gefunden, der eines meiner bilder als seines ausgibt…was mach ich jetzt am besten? schreib ich ihn an?“

und auch Dirk schrieb in seinem Kommentar zum obigen Artikel:

„habe die Suchfunktion eben einmal getestet und war perplex … ich habe doch ein paar meiner Bilder auf „fremden“ Seiten gefunden. Jetzt ist erst einmal die Aufforderung verschickt worden, die Bilder zu entfernen. Wie geht es weiter, wenn dieser Aufforderung nicht nachgekommen wird (bspw. bei einer Homepage in Spanien)? Kann mir jemand da eine einfache aber effektive Loesung ans Herz legen?“


Deshalb will ich heute einige Tipps geben, was in solchen Fällen zu tun ist. Wie bei Rechtsthemen üblich, muss ich jedoch darauf hinweisen, dass ich keine Rechtsberatung geben kann und darf und jeder im Einzelfall selbst entscheiden muss, welche Schritte die richtigen sind und notfalls Beratung bei einem Anwalt suchen sollte.

Wurde mein Bild geklaut oder gekauft? Wie kann ich das feststellen?

Feststellung einer Urheberrechtsverletzung

Bei manchen Bilder ist es sehr einfach festzustellen, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Wenn der Fotograf das Bild weder verkauft, noch verschenkt oder selbst die Erlaubnis zur Nutzung erteilt hat, ist die Nutzung wahrscheinlich illegal. Wenn der Fotograf das Foto über eine Bildagentur verkauft, ist es das schwieriger. Hier muss der Fotograf die Agentur fragen, ob der betreffende Nutzer das Bild lizenziert hat. Beim Vertrieb über viele Bildagenturen, vor allem im Microstockbereich mit deren hohen Verkaufszahlen, wird es noch komplizierter. Hier ist eine Excel-Tabelle zur Fotoverwaltung unverzichtbar, damit der Fotograf weiß, welche Bilder bei welchen Agenturen angeboten werden. Wenn Verdachtsmomente bestehen, dass eine Nutzung illegal sei, muss jede dieser Agenturen, welche Verkäufe des Bildes gemeldet hat, gefragt werden.

Was sind Verdachtsmomente, dass ein Foto geklaut wurde?

  • Das Wasserzeichen einer Bildagentur ist noch zu sehen
  • Die Stellen, an denen das Wasserzeichen der Agentur zu sehen gewesen wäre, sehen retuschiert aus
  • Das Bild wird genau in der Thumbnail-Größe genutzt, in der die Bildagenturen es anzeigen
  • Das Foto wurde so beschnitten, dass die Wasserzeichen nicht mehr auf dem Bild sind
  • Es wird ein falscher Fotografenname oder eine falsche Quelle als Bildcredit angegeben
  • Es wird bei redaktionellen Verwendungen keine Quellenangabe genannt (was an sich meist ein Verstoß gegen die meisten Bildagentur-AGBs ist)
  • Das Bild wird für illegale, pornografische oder diffamierende Zwecke benutzt

Wie der Name schon sagt, sind das nur Verdachtsmomente, aber je mehr davon zusammenkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. Wenn übrigens jedoch der richtige Fotografenname und eine Agentur als Quelle angegeben wird, ist das jedoch meist (nicht immer) ein Hinweis darauf, dass das Foto korrekt lizenziert wurde. Manchmal verstecken sich Hinweise auch im Dateinamen oder der Bildbeschreibung. Wenn man im Internet-Browser mit der rechten Maustaste auf ein Foto klickt und dann „Eigenschaften“ (Internet Explorer) oder „Grafik-Infos anzeigen“ (Firefox) klickt, wird der Dateneiname und die Beschreibung sichtbar. Stünde dann beispielsweise „robert-kneschke-shutterstock.jpg“ dort, würden meine Alarmglocken nicht so laut läuten wie bei „jappy-funny-people.jpg“.

Wenn der Fotograf sich relativ sicher ist, dass das Bild geklaut wurde, gibt es mehrere Möglichkeiten. Üblich sind folgende Schritte.

Vier Schritte nach Feststellung einer Urheberrechtsverletzung

  1. Beweissicherung
    Zuerst sollten immer die Beweise gesichert werden. Dazu macht man einen Screenshot der Seite mit dem betreffenden Foto, einen Screenshot vom Impressum der Seite und einen Ausdruck der Seite. Zusätzlich bittet man eine weitere Person als Zeugen, das ebenfalls zu tun, weil Screenshots relativ leicht zu fälschen sind und diese mit einem Zeugen vor Gericht besser Bestand haben. Außerdem sollte man etwas schauen, ob nicht noch an anderen Stellen das gleiche Foto oder andere Fotos des Fotografen illegal genutzt werden. Die oben erwähnte Google Bildersuche oder TinEye oder Photopatrol eignen sich dafür gut.
  2.  

  3. Analyse der Lage
    Jetzt heißt es nachdenken: Wer hat das Bild illegal genutzt und warum? War es eine Privatperson in einem Forum, die das Motiv schön fand, eine internationale Hotelkette, die damit wirbt, ein Ebayhändler, der damit Produkte verkauft oder ein anderer Fotograf, der das Bild als sein eigenes ausgibt? Einige dieser Fragen werden auch im Buch „Fotografie und Recht„* behandelt. Die Fragen, die sich ein Fotograf beantworten soll, sind folgende: 

    • Ist der Bilderdieb eine Privatperson, minderjährig, eine Firma, eine öffentliche Einrichtung oder gänzlich unbekannt?
    • In welchem Land ist der Bilderdieb bzw. die Webseite mit dem illegal genutzten Bild ansässig?
    • Wird das Bild in gewinnorientierter Absicht benutzt?
    • Wird das Bild (abgesehen vom Bilderdiebstahl selbst) für illegale, diffamierende oder pornografische Zwecke benutzt?
    • Wie lange ist das Bild schon online?
    • Wenn der Nutzer das Bild korrekt lizenziert hätte, wie viel hätte er dafür bezahlen müssen?
    • Wurde der Urheber (Fotograf) genannt oder nicht?

    All diese Fragen entscheiden zum einen, wie einfach es ist, die verantwortliche Person haftbar zu machen und ob es sich finanziell lohnen würde. Um diese Details rauszufinden, lohnt sich beispielsweise manchmal eine kostenlose Whois-Abfrage, ein Blick ins Internet-Archiv und andere Recherche-Methoden, die hier zu weit gehen würden. Je nach Ausgangslage kann der Fotograf jetzt verschiedene Schritte einleiten, die grob in drei Richtungen gehen.

     

  4. Weg 1: Anwalt suchen und gerichtliche Auseinandersetzung
    Wenn eine Firma ein Bild klaut und damit Werbung macht, ist es am sinnvollsten einen Anwalt einzuschalten. Hier gilt es jedoch erstens darauf zu achten, dass der Anwalt Spezialist für Urheberrecht und Internetrecht ist und zweitens gute Konditionen anbieten kann. Je nach Verhandlungsgeschick unterscheidet sich die Honorarhöhe beim Misserfolg beachtlich. Bei Erfolg wird das Honorar in der Regel vom Bilderdieb bezahlt werden müssen, was aber auch nicht immer der Fall sein muss, zum Beispiel, wenn dieser im Ausland sitzt. Eine erste Einschätzung des Falls machen viele Anwälte jedoch kostenlos, wenn der Fotograf in der Lage ist, die Punkte 1 und 2 dieser Liste halbwegs zu beantworten.Der Anwalt wird in der Regel erst eine Unterlassungserklärung mit Schadensersatzforderung verschicken. Wird dieser Folge geleistet, ist die Sache erledigt und der Fotograf bekommt sein Geld und das Foto wird je nach Absprache entfernt oder nachträglich lizenziert. Geschieht das nicht, kann der Anwalt den Nutzer vor Gericht bringen. Ab da wird es teuer, weshalb Anwalt und Fotograf überlegen müssen, wie hoch die Aussicht auf Erfolg ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass beim Bilderdieb auch was zu holen ist.
  5.  

  6. oder Weg 2: Direkter Kontakt mit dem Bilderdieb
    Erst nachdem die Beweise gesichert wurden, kann der Fotograf mit dem Bilderdieb Kontakt aufnehmen und entweder darum bitten, das Foto zu entfernen, korrekt zu verlinken und/oder nachträglich eine Lizenzgebühr zu zahlen. Manche Fotografen werden dann wild beschimpft und beleidigt, andere Bilderdiebe tauchen ab und versuchen, ihre Spuren zu beseitigen und andere bitten um Entschuldigung und zahlen einsichtig die Nutzungsgebühr. Der Fotograf muss hier selbst entscheiden, was einer Meinung nach geschehen soll. Manchmal bitte ich nur, dass ein Link zu meiner Seite gesetzt wird, manchmal bitte ich um Entfernung des Fotos, manchmal stelle ich eine Rechnung. Oder manchmal schalte ich gleich einen Anwalt ein (Schritt 3), wenn mir die Nutzung zu dreist erscheint. Auch wenn im ersten Moment Wut und Ärger überwiegen mögen, sollte eine Ansprache sachlich und freundlich erfolgen.
  7.  

  8. oder Weg 3: Technische Beschwerden
    Manchmal ist es nicht möglich, den Bilderdieb zu identifizieren, weil er das Foto beispielsweise anonym zu Flickr, Jappy, Kwick, Deviantart, Tumblr oder Filehostern hochgeladen hat. Viele Foren, Communites, Filehoster and andere Webseiten, die anonyme Inhalte erlauben, haben im Kleingedruckten stehen, dass urheberrechtliche Inhalte gegen ihre Geschäftsbedingungen verstoßen und nicht hochgeladen werden dürfen. Meist reicht eine kurze Mail mit einem Nachweis (z.B. Link zum Originalbild auf der Fotografenwebseite), damit das Bild von der Plattform entfernt wird. Ein hilfreicher Stichpunkt ist hier der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) und die dazugehörige „Takedown Notice“. Hier eine englische Anleitung dafür.
    Auf ähnlichem Weg kann man auch Google, Google Images oder andere Suchmaschinen dazu bringen, dass das Bild nicht mehr bei der Suchmaschine angezeigt wird und so das Risiko einer Weiterverbreitung verringert wird.

Wie geht ihr vor, wenn ihr einen Bilderdiebstahl eurer Fotos bemerkt? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Wenn Euch dieser Artikel geholfen hat, freue ich mich über einen Klick auf den Flattr-Button unter diesem Text.

* Affiliate-Link

Bildersuche mit Google Images vs. TinEye

Diesmal hinke ich etwas hinterher. Meine englischsprachigen Blogger-Kollegen aus den USA hatten schon einige Tage Zeit, um eine neue spannende Funktion von Google Images auszuprobieren. Viele Fotografen sind einhellig zu dem Schluss gekommen, dass diese Funktion grandios funktioniert. Ich kann mich da nur anschließen. Auch bei deren Fazit, dass die Firma TinEye es jetzt sehr schwer haben wird. Aber fangen wir von vorne an:

Vor drei Jahren hatte ich im Blog den Bildersuchdienst TinEye vorgestellt, damals noch frisch in der Beta-Phase. TinEye sucht basierend auf einem bestehenden Bild das identische Bild im Internet, egal ob es beschnitten, gespiegelt, mit Text versehen oder anders bearbeitet wurde. Das funktionierte hervorragend, hatte und hat aber einen großen Haken: Die Bilder müssen vorher im Internet indexiert werden, damit die Suchmaschine das Bild zum Abgleich vorrätig hat. Diese Indexierung lief relativ langsam an, auch wenn TinEye mittlerweile knapp 2 Millarden (im Screenshot oben steht Billionen, aber das ist ein üblicher Übersetzungsfehler) Bilder im Index hat.


Google Images kann jetzt endlich das Gleiche. Wenn ihr in die Suchleiste hier bei Google Images ein Bild zieht, sucht Google übereinstimmende Bilder auf anderen Webseiten. Der Clou soll zwar sein, dass Google automatisch beschreibt, was auf dem Foto zu sehen ist, aber für Fotografen ist es viel spannender, zu sehen, wo und wie seine Bilder benutzt werden.

Wie ihr am Vergleich sehen könnt, findet Google 141 Bilder, wo TinEye keine findet. Zufall? Hier noch ein Vergleich:


97 zu 0 für Google Images:

Ich könnte ewig so weitermachen, aber ihr könnt mir glauben: Mit Google Images finde ich bei meinen Microstock-Bestsellern momentan locker über zehn Webseiten, welche ein Foto benutzt haben. Bisher habe ich nur ein altes Foto von mir, wo TinEye genauso viele Treffer erzielt wie Google. Woran könnte das liegen? Gefühlt hat TinEye sehr viele alte Webseiten im Index, weshalb ich mit TinEye bei meinen älteren Macrostock-Fotos deutlich öfter Treffer erziele als es mit meinen eher neueren, deutlich häufiger benutzten Microstock-Fotos der Fall ist. Ein Grund ist sicher, dass viele Webseiten TinEye blockieren, wie es einige windige Webseiten-Optimierer absichtlich empfehlen, um nicht wegen Bilderklau verklagt zu werden. Genau die gleichen Typen wollen aber gut bei Google sichtbar sein, weil es in der Regel deren Geschäftsmodell ist, viel Traffic auf eigene Seiten zu bekommen. Google Images zu blockieren, wäre also kontraproduktiv.

Was haben (Stock-)Fotografen von der neuen Funktion bei Google Images?

Die neue Bildersuche hat zwei Vorteile. Zum einen können Fotografen – genauso wie bisher mit TinEye – sehen, wo ihre Bilder benutzt werden. Das ist gut für Referenzen, für Mitglieder der VG Bild-Kunst auch finanziell lukrativ und vor allem können Fotografen damit illegale Bildnutzungen aufdecken. Ich selbst habe nach wenigen Versuchen paar Bilderdiebstähle gesehen und kümmere mich jetzt darum. Der zweite Vorteil ist, dass bei der großen Anzahl an Suchtreffern, wie ich sie bei meinen Bestsellern habe, mir die Webseiten anschauen kann, um zu sehen, wie zum Beispiel das sehr allgemein gehaltene Motiv „Viele Daumen zeigen nach oben“ von verschiedenen Firmen verwendet wird. Wozu brauchen sie das? Wenn ich darauf die Antwort weiß, kann ich einerseits besser Fotos machen, die diesen Bedarf decken und andererseits meine Suchbegriffe gezielter auf diese Nutzungen abstimmen. Wenn ihr wollt, werde ich das mal exemplarisch mit einem oder mehreren Fotos von mir im Blog machen. Besteht Interesse?

Bildersuche mit Firefox oder Chrome vereinfachen

Für einige Internet-Browser wie Firefox haben einige der Bildersuchdienste kostenlose Plug-Ins, die sich ins Kontext-Menü integrieren. Wenn ich ein Bild suchen will, muss ich im Netz nur mit der rechten Maustaste auf das entsprechende Bild klicken und aus dem sich öffnenden Menü den gewünschten Bildersuchdienst wählen:

Für Firefox ist hier der Link für das Google Images-Addon (auch für Chrome erhältlich), hier für das TinEye-Addon (auch für Chrome, Safari und IE erhältlich) und hier für ImageExchange (auch für IE erhältlich). Letzteres ist noch ein interessantes Plugin, welches sucht, wo ein bestimmtes Bild gekauft werden kann, sprich: in welchen Bildagenturen es erhältlich ist. Hier mehr über ImageExchange. Da die Bildagenturen bezahlen müssen, um bei ImageExchange vertreten zu sein, nutzen es vor allem kleinere Agenturen, die nicht genug Kunden direkt ansprechen können, aber trotzdem ist es manchmal ganz nützlich zu sehen, wo ein Foto herkommt.

Ich werde in den nächsten Tagen ausführlich mit der neuen Suchfunktion rumspielen und vor allem die Motive suchen lassen, die in der Vergangenheit bevorzugt illegal genutzt wurden. Ich bin gespannt, was ich finden werde.

Habt ihr die neue Google Images Funktion schon ausprobiert? Was ist euer erster Eindruck? Oder wie sucht ihr nach euren Bildern?

Update 22.06.2011: Das Reinziehen von Bildern in die Suchleiste scheint nur bei einige Browsern zu funktionieren, zum Beispiel Firefox oder Chrome. Beim Internet Explorer muss ein Bild durch Klick auf das Kamera-Symbol hochgeladen werden.