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Die Top-20-Fotografen bei istockphoto

Welche Fotografen ver­kau­fen bei der Microstock-Bildagentur istock­pho­to am meis­ten Bilder? Diese Frage ist nicht so leicht zu beant­wor­ten. Während Fotolia hier und Dreamstime hier eine über­sicht­li­che Tabelle zei­gen, gibt es bei istock­pho­to nichts der­glei­chen. Zwar gibt es eine Statistik bei istockcharts.de, aber die Hälfte der Fotografen sind dort nur in anony­mi­sier­ter Form zu fin­den.

Deshalb ich ich per Hand (und Google) die 20 istock-Fotografen raus­ge­sucht, die ins­ge­samt am meis­ten Dateien ver­kauft haben:

  1. Yuri Arcurs (über 1,2 Millionen Downloads)
  2. Lise Gagne* (über 1,1 Millionen Downloads)
  3. DNY59* (über 0,9 Millionen Downloads)
  4. Sean Locke* (über 760.000 Downloads)
  5. hide­sy* (über 600.000 Downloads)
  6. jhor­rocks* (über 480.000 Downloads)
  7. alex­sl* (über 420.000 Downloads)
  8. urban­cow* (über 340.000 Downloads)
  9. duncan1890* (über 320.000 Downloads)
  10. Nikida* (über 320.000 Downloads)
  11. nico_blue* (über 320.000 Downloads)
  12. spx­Chro­me* (über 320.000 Downloads)
  13. Liliboas* (über 310.000 Downloads)
  14. black­red* (über 310.000 Downloads)
  15. mon­key­busin­es­si­ma­ges (über 300.000 Downloads)
  16. soda­fish* (über 300.000 Downloads)
  17. dra_schwartz* (über 290.000 Downloads)
  18. carac­ter­de­si­gn* (über 280.000 Downloads)
  19. track5* (über 270.000 Downloads)
  20. web­pho­to­gra­pheer* (über 270.000 Downloads)

Das Sternchen bedeu­tet, dass die­se Fotografen exklu­siv bei istock­pho­to sind. Wir sehen, dass 18 Fotografen oder 90% der Top-Fotografen bei isto­ck exklu­siv sind. Sind die hier genann­ten Download-Zahlen iden­ti­sch, erfolg­te die Sortierung der Liste nach Portfoliogröße.

Die Liste ist übri­gens ein Nebenergebnis mei­ner Recherche für eine inter­es­san­te Frage, die in den Kommentaren mei­nes Artikels „Die sechs Nachteile von Exklusivität für Fotografen in Bildagenturen“ auf­kam, und die ich in Kürze hier beant­wor­ten will: Für wie vie­le Bilder in Microstock-Agenturen sind Profis ver­ant­wort­li­ch? Meine Vermutung, die auch von Walter in den Kommentaren geäu­ßert wird, ist, dass die Pareto-Regel auch in der Stockfotografie Anwendung fin­det, die besagt, dass 80% des Inhalts von 20% der Fotografen gelie­fert wird. Ich bin am Auszählen, das Ergebnis kommt bald.

Meine eigene Bildagentur einrichten – Teil 2

Im ers­ten Teil „Tools zum Eröffnen einer eige­nen Bildagentur“ beschrieb ich, wel­che Systeme es gibt und war­um ich mich für ImagePro ent­schie­den habe. Heute geht es im zwei­ten Teil um die Einrichtung und ande­re Überlegungen.

Jeder gekauf­te Bildershop muss kon­fi­gu­riert wer­den. Das betrifft im Grunde drei Bereiche: Layout, Informationen, Inhalte. Gehen wir die­se nach­ein­an­der durch:

Layout:
ImagePro basiert wie vie­le ande­re Systeme auf der Datenbank/Skript-Kombination MySQL und PHP. Zur Ausgabe wird HTML und CSS benutzt. Der Vorteil von CSS ist, dass ich einen Wert zen­tral ändern kann und das auf allen Unterseiten einer Webseite gleich­zei­tig umge­setzt wird. Ich kann zum Beispiel sagen: Jeder Link wird grün oder jede Überschrift soll 12 Pixel hoch sein und die­se Werte sind dann über­all iden­ti­sch.

Als Basis ent­schied ich mich für einen Rotton, den ich auch für mei­nen Blog, mei­ne Visitenkarten und mei­ne Faltmappen etc. benut­ze. Da sowohl die­se Werbematerialen als auch mei­ne Fotos meist schlicht und weiß gehal­ten sind, rich­te­te ich den Rest des Bildershops weiß und mini­ma­lis­ti­sch ein. Die Schriftart des Titels ist die glei­che wie auf mei­nen Druckwerken.

Schon lan­ge plä­die­re ich für die Abschaffung von Kategorien in Bildagenturen, des­we­gen nut­ze ich in mei­nem Shop die Anzeige von Bildkategorien nicht. Fände ich auch sinn­los, weil son­st fast alle mei­ne Fotos sowie­so nur in der Kategorie „Mensch“ zu fin­den wären. Die Unterkategorien wie Frau, Mann, Familie, Gruppe, Kind und so wei­ter sind auch leicht über die nor­ma­le Suchfunktion als Suchbegriff zu fin­den.

ImagePro kommt mit vier ver­schie­de­nen Layout-Templates. Wer die­se wei­ter indi­vi­du­ell anpas­sen will, soll­te über grund­le­gen­de HTML-Kenntnisse ver­fü­gen. Wer ein­zel­ne Funktionen der Webseite ändern will, muss PHP beherr­schen oder einen Programmierer beauf­tra­gen.

Ausschnitt der inter­nen Einstellungsmöglichkeiten bei Imagepro

Informationen:
Neben dem Layout müs­sen auch die Informationen ange­passt oder ein­ge­ge­ben wer­den, damit spä­ter nicht über­all „Musteragentur“ steht. Das wirkt ers­tens unse­riös und kann zwei­tens wegen feh­len­der Daten (z.B. fal­sches Impressum) zu Abmahnungen von Mitbewerbern füh­ren. Deshalb: Ich mus­s­te das Impressum schrei­ben, über­all mei­ne Kontaktdaten ein­tra­gen, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und die Datenschutzbestimmungen for­mu­lie­ren und so wei­ter. Da das System auch Email-Templates ent­hält, die nach einer Bestellung etc. ver­sandt wer­den, mus­s­te ich auch dort die Informationen ändern.

Außerdem mus­s­te ich mich ent­schei­den, zu wel­chen Preisen ich die Bilder in wel­chen Größen anbie­te. Das war zuge­ge­be­ner­ma­ßen schwie­rig. unter­bie­te ich die Preise der Microstock-Agenturen, hal­te ich deren Level oder set­ze ich mei­ne Preise noch dar­über an? Und mit wel­cher Begründung? Ich habe mich ent­schie­den, die Preise unge­fähr zu hal­ten. Pro Verkauf wür­de ich trotz­dem mehr ver­die­nen, da ich 100% der Einnahmen bekom­me, anstatt die­se zu 50% oder gar mehr mit einer Agentur tei­len zu müs­sen.

Zu über­le­gen hat­te ich auch, ob ich die Preise mit oder ohne Umsatzsteuer (im Volksmund auch Mehrwertsteuer genannt) aus­wei­se. Ohne wür­de güns­ti­ger wir­ken, darf aber recht­li­ch nur Firmen ange­zeigt wer­den. Privatpersonen müs­sen Preise immer mit Umsatzsteuer sehen. Da ich davon aus­ging, dass eher Leute bei mir kau­fen, die wenig Erfahrung mit Bildagenturen haben, nahm ich an, dass das vor allem Privatpersonen sind und habe ent­spre­chend die Steuer mit aus­ge­wie­sen.

Im System ist es auch mög­li­ch, zu ent­schei­den, wie viel Tage das Zahlungsziel bei Rechnungen sein soll, Ob es einen Zuschlag bei gerin­ger Bestellmenge geben soll und wie hoch die­ser ist, ob ein CD-Versand ange­bo­ten wer­den soll, ob und ab wel­cher Summe es Rabatte geben soll und so wei­ter. Wer sei­nen Kunden die Bezahlung über Paypal ermög­li­chen will, muss die ent­spre­chen­den Informationen eben­falls hin­ter­le­gen.

Es ist auch mög­li­ch, zusätz­li­che sta­ti­sche Seiten wie „Über mich“, „Fotoaufträge“ oder ähn­li­ches ein­zu­rich­ten. Das habe ich jedoch nicht genutzt, weil ich wei­ter mei­ne Hauptseite robertkneschke.de betrei­be.

Inhalte:
Der hüb­sches­te Bildershop ist sinn­los ohne die Fotos, die ver­kauft wer­den sol­len. Hier hieß es, in eini­gen Nächsten das FTP-Programm heiß­lau­fen zu las­sen, um die Fotos zu impor­tie­ren. Da ich alle mei­ne Fotos mit­tels IPTC ver­schlag­wor­te und beschrif­te, war das nur eine Frage der Bandbreite.

Damit nicht jeder die Fotos ein­fach kopie­ren kann, ohne zu bezah­len, erlaubt das System, ein selbst­ge­wähl­tes Wasserzeichen über die Bilder zu legen. Das mus­s­te ich mit einem trans­pa­ren­ten Hintergrund in Photoshop erstel­len, bei ImagePro kann ich dann bestim­men, wie trans­pa­rent das Wasserzeichen ange­zeigt wer­den soll.

Wasserzeichen

Außerdem galt es, die Startseite zu ver­schö­nern. ImagePro bie­tet vier Möglichkeiten: Kein Bild anzei­gen, ein zufäl­li­ges Bild aus dem eige­nen Portfolio, vor­de­fi­nier­te Bilder aus dem eige­nen Portfolio oder die Erstellung einer Bildgalerie. Ich ent­schied mich für letz­te­res, weil ers­tens bei den Portfolio-Bildern das Wasserzeichen dabei gewe­sen wäre, was auf der Startseite nicht so schön aus­sieht und zwei­tens so ein ele­gan­ter Überblendeffekt mög­li­ch ist. Für den Anfang habe ich zehn rela­tiv aktu­el­le Bilder gewählt, die ich natür­li­ch jeder­zeit aus­wech­seln kann.

Testen
Nach der Einrichtung habe ich mit einer Test-Anmeldung und einer Test-Bestellung über­prüft, ob ich nichts über­se­hen hat­te. Hatte ich, des­halb habe ich zwei, drei klei­ne Fehler aus­ge­bes­sert und jetzt läuft hof­fent­li­ch alles ein­wand­frei.

Ich bin gespannt, wann die ers­te Bestellung kommt und ob sich der eige­ne Bildershop ren­tie­ren wird…