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Praxis-Bericht: Smartphone-Fotos auf Reisen machen

Manchmal habe ich das Gefühl, ich ent­wick­le mich rück­wärts bei mei­ner Kameraauswahl für Reisen.

2010 habe ich auf einer Trekkingtour durch die fran­zö­si­schen Alpen noch mei­ne kom­plet­te DSLR (1,8 Kilo mit Objektiv) mit­ge­schleppt. 2013 war ich für eine Wanderung in den ita­lie­ni­schen Alpen bei einer Olympus E-PM2 (knapp 225 Gramm) ange­langt.

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Nach lan­gen Überlegungen habe ich es 2014 beim Trekking in den Dolomiten das ers­te Mal gewagt, nur das iPho­ne 5 (ca. 140 Gramm mit Hülle) mit­zu­neh­men. Aufgrund eines Wanderunfalls lan­de­ten wir dann eini­ge Tage in Venedig, was dazu führ­te, dass ich jetzt knapp 50 Handyfotos aus Venedig in mei­nem Portfolio habe.

Am bes­ten ver­kauf­ten sich die Panoramaaufnahmen. Mit etwas Übung gelin­gen mit dem Smartphone inner­halb von Sekunden beein­dru­cken­de Panoramafotos mit teil­wei­se mehr Megapixeln als mei­ne digi­ta­le Spiegelreflexkamera.

Zwar habe ich 2015 auf mei­ner Reise zur Adobe MAX nach Los Angeles wie­der mei­ne – damals brand­neue –  Canon 5DS* mit­ge­nom­men (1,7 Kilo mit Objektiv), aber die mus­s­te ich auch nicht meh­re­re Tage am Stück schlep­pen.

robert_kneschke_IMG_1091_kleinTrotzdem habe ich damit in L.A. sowie einen Monat spä­ter in mei­ner Heimatstadt Berlin etli­che sehr beein­dru­cken­de Panoramaaufnahmen gemacht mit­tels des Stitching-Verfahrens. Diese Bilder hat­ten dann bis zu 350 Megapixel, aber: Online ist bis­her kein ein­zi­ges die­ser Panoramafotos, weil der Workflow deut­li­ch „hakli­ger“ ist als mit dem Smartphone in Kombination mit einer Bildagentur-App.

Trotz aller Liebe zur Fotografie zählt unter dem Strich der Umsatz: Wenn ich ein Bild, egal aus wel­chen Gründen, nicht ver­kau­fe, bringt es mir nicht viel. Darum lie­be ich die Kamera in mei­nem Smartphone. Sie ist immer dabei und die Bilder sind deut­li­ch schnel­ler online.

Deshalb habe ich 2016 nicht gezö­gert, als wir uns für eine Kanuwanderung auf der Oder im Unteren Odertal ent­schie­den haben. Als Kamera pack­te ich mein iPho­ne 6 (ca. 170 Gramm mit Hülle) ein.

Aufgrund des vie­len Wassers, was uns umge­ben wür­de, schie­den die ande­ren Kameras dies­mal nicht (nur) wegen des Gewichts aus, son­dern auch wegen der Wasserempfindlichkeit. robert_kneschke_IMG_1092_klein

Für das iPho­ne habe ich zwei was­ser­dich­te Hüllen ver­gli­chen, wel­che sich haupt­säch­li­ch in der „Menge“ des Wasserschutzes unter­schie­den.

Die ers­te war die­se hier aus Hartplastik*, wel­che bis zu 40 Meter tief was­ser­dicht sein soll. Getestet habe ich es nicht, weil ich schon zu Hause gese­hen habe, dass die­se klo­bi­ge Ding alles ande­re als prak­ti­sch für mei­ne Zwecke war. Weitwinkel-Plastiklinse im Gehäuse (weil sie für Unterwasseraufnahmen kon­zi­piert ist), das Handy muss immer an sein, Touch-ID funk­tio­niert nicht mehr, Öffnen der Hülle nur mit Werkzeug mög­li­ch, Auslösen schwer etc. Der Batterie wäre das nicht zuträg­li­ch gewe­sen, doch dazu spä­ter mehr.

Die zwei­te war deut­li­ch bes­ser geeig­net: Es ist die­ses hier aus Weichplastik*. Zwar „nur“ bis zu 30 Meter was­ser­dicht, dafür aber sind alle Funktionen genauso nutz­bar wie ohne Hülle, mei­ne „nor­ma­le“ iPhone-Hülle mit Kreditkartenfach (ähn­li­ch wie die­se hier*) pass­te auch mit rein und den Fotos seht ihr (sie­he oben) nicht an, wel­che durch das Plastik foto­gra­fiert wur­den und wel­che nicht. Tipp: Je mehr Wasser auf dem Bild, desto höher die Wahrscheinlichkeit ;-).

Der größ­te Pluspunkt für die Verwendung des Smartphones als Reisekamera ist für mich das Gewicht: Es fällt kein Extragewicht an, weil wohl jeder sein Handy mit in den Urlaub nimmt. Vor allem, wenn man kei­nen Hotel-Stadt-Urlaub macht, son­dern meh­re­re Tage kom­plett sein Gepäck tra­gen muss, macht ein Kilo mehr oder weni­ger einen gro­ßen Unterschied aus. Im Gegensatz zu mei­ner DSLR sind die GPS-Geodaten eben­falls gleich in den Fotos gespei­chert, das Stitching ver­läuft voll­au­to­ma­ti­sch, HDR kann ich mit den ent­spre­chen­den Apps wie vividH­DR eben­falls gut steu­ern und so wei­ter.

Der größ­te Nachteil jedoch ist der Akku. Bei fast jeder Reise und egal, bei wel­cher Kamera, mach­te der Akku zum Schluss schlapp. Bei der DSLR hät­te ich einen extra Akku ein­pa­cken müs­sen (Anfängerfehler), beim Smartphone bleibt nur der Griff zum Akkupack. Ich hat­te eins von Anker (ähn­li­ch wie die­ses*) dabei, was super funk­tio­nie­ren wür­de, wenn nicht das exter­ne Lightning-Kabel gebro­chen wäre.

Die Lektion für die nächs­te Reise: Zubehör vor­her noch mal aus­führ­li­ch tes­ten!

Mit wel­cher Kamera foto­gra­fiert ihr auf Reisen?
Was sind eure Erfahrungen?

* Affiliate

Die besten 22 Smartphone-Apps für Profi-Fotografen

Seit dem Start der Smartphone–App „Fotolia Instant“ ver­kau­fe ich regel­mä­ßig mei­ne Handy-Bilder und ver­su­che, mei­nen kom­plet­ten Workflow auf dem Handy zu las­sen, also auch die Bearbeitung und das Hochladen der Bilder unter­wegs vom Smartphone aus machen zu kön­nen.

Im Laufe der Zeit haben sich eini­ge Apps her­aus­kris­tal­li­siert, die dafür deut­li­ch bes­ser geeig­net sind als ande­re.

Bevor sich jemand über den Titel auf­regt, eine Definition:
Als Profi bezeich­ne ich Leute, wel­che mit ihren Smartphone-Fotos Geld ver­die­nen (wol­len). Ich kon­zen­trie­re mich außer­dem auf Apps, die für die Entstehung und den Vertrieb der Fotos nötig sind. Ich bespre­che hier also kei­ne Hilfsmittel wie Sonnenstand-Rechner oder Auftragsverwaltung.

Eine Auswahl von Fotografie-Apps auf meinem Smartphone
Eine Auswahl von Fotografie-Apps auf mei­nem Smartphone

Die genann­ten Apps nut­ze ich alle auf mei­nem iPho­ne. Wenn ver­füg­bar, gebe ich auch die Quelle für Android an, kann aber nicht garan­tie­ren, dass der Funktionsumfang oder die Qualität die glei­che ist.

Was sind gute Smartphone-Apps für professionelle Fotografen?

Wer sei­ne Fotos ver­kau­fen will, möch­te die Bilder in der höchst­mög­li­chen Auflösung anbie­ten. Zum einen weil so mehr Kunden erreicht wer­den, die zum Beispiel gro­ße Bilder für den Druck brau­chen und zum ande­ren, weil Verkäufe einer höhe­ren Auflösung je nach Agentur oft auch bes­ser ver­gü­tet wer­den.

Das bedeu­tet, dass alle Apps nutz­los sind, wel­che das Originalfoto zwar pro­blem­los impor­tie­ren, aber nur einen Export in Webgrößen erlau­ben. Außerdem gibt es vie­le Apps, die zwar coo­le Filter anbie­ten, aber kei­ne vol­le Kontrolle über die Stärke des Filters erlau­ben oder ein­fach das Bild zu stark fil­tern, sodass es zum Schluss zu künst­li­ch aus­sieht.

Apps zur Aufnahme

Es gibt eini­ge Apps, wel­che die eher rudi­men­tä­ren Funktionen der Smartphone-internen Kamera-App deut­li­ch aus­wei­ten, zum Beispiel „Camera+“ (iPho­ne) oder „Pro Camera“ (iPho­ne). Camera+ kann zum Beispiel beim Exportieren der Fotos auch die Geodaten ent­fer­nen, was hilf­reich ist, wenn die Käufer nicht sehen sol­len, wie die GPS-Koordinaten des eige­nen Gartens sind. Pro Camera hin­ge­gen kann als eine der sehr weni­gen Apps Fotos als TIFF spei­chern, um Qualitätsverluste durch Komprimierung zu ver­mei­den.

Ich geste­he jedoch, dass ich fast immer die nor­ma­le Kamera-App nut­ze, weil ich die­se schon direkt vom Sperrbildschirm mit einer Bewegung akti­vie­ren kann. Bei Schnappschüssen unter­wegs zählt ja jede Sekunde, bevor der „ent­schei­den­de Moment“ wie­der vor­bei ist.

Eine Spezial-Anwendung ist „Cycloramic“ (iPho­ne/Windows Phone), wel­che Panoramafotos und –Videos auf­neh­men kann und dabei mehr Einstellungsmöglichkeiten sowie eine noch höhe­re Auflösung als die nati­ve Kamera-App bie­tet.

Wer ger­ne nachts foto­gra­fiert oder Langzeitbelichtungen machen will, wird „SlowShutter“ (iPho­ne/Android) zu schät­zen ler­nen. Damit kann die Belichtungszeit manu­ell ver­län­gert wer­den.

Universal-Apps zur Bearbeitung

Fast kein Foto von mir kommt in den Verkauf, ohne nicht vor­her durch „Snapseed“ (iPho­ne/Android) gewan­dert zu sein. Hier kann ich Bilder dre­hen, zuschnei­den, schär­fen, „stür­zen­de Linien“ behe­ben, Farbton, Helligkeit, Kontrast und vie­les mehr anpas­sen. Es gibt vie­le ande­re Apps, die das eben­falls kön­nen, aber Snapseed ist leicht bedien­bar, dezent in der Effektstärke und hat eine aus­führ­li­che Undo-Funktion. Einziges Manko: Bei der Auswahl der Bilder aus dem Fotoalbum kann nicht durch die Vollbilddarstellungen gescrollt wer­den.

Bild direkt aus dem iPhone und nach der Bearbeitung mit Snapseed
Bild direkt aus dem iPho­ne und nach der Bearbeitung mit Snapseed

Eine ande­re Universal-App ist „Afterlight“ (iPho­ne/Android), die zusätz­li­ch auch Doppelbelichtungen, Silhouetten sowie künst­li­che Light Leaks anbie­tet.

Vom Schwergewicht Adobe gibt es „PS Express“ (iPho­ne/Android) als Bearbeitungs-App, die lei­der eini­ge nütz­li­che Funktionen (Stempel-Werkzeug) der iPad-Version nicht auf dem iPho­ne anbie­tet.

Apps für Retusche

Wer Bilder kom­mer­zi­ell anbie­tet, muss dar­auf ach­ten, dass kei­ne Logos zu sehen sind. Wer Fotos von Personen macht, möch­te auch ab und zu eini­ge Pixel oder ande­re Unzulänglichkeiten ver­schwin­den las­sen. Einige Apps bie­ten das an, was unter Photoshop als „Heilstempel“ bekannt ist. Da wird auf eine uner­wünsch­te Stelle (Pickel) getippt und das Programm füllt die Stelle mit Informationen aus den umlie­gen­den Flächen. Das funk­tio­niert manch­mal sehr gut, manch­mal aber über­haupt nicht.

Deswegen ist in eini­gen Fällen ein Stempel-Filter deut­li­ch nütz­li­cher, wo der Fotograf bestimmt, von wo die Informationen her­kom­men sol­len und in wel­cher Größe und wie weich der Übergang sein soll. Das kön­nen nur weni­ge Apps. Eine App, die das kann (und den High-Resolution-Export erlaubt), ist „HandyPhoto“ (iPho­ne/Android). Leider ist sie etwas umständ­li­ch zu bedie­nen. Vom glei­chen Anbieter tes­te ich gera­de auch die App „TouchRetouch“ (aktu­ell noch in der Beta), wel­che sich kom­plett auf das Retuschieren von Bildern spe­zia­li­siert hat und einen logi­sche­ren Workflow hat.

Objekte entfernen mit HandyPhoto (vorher/nachher)
Objekte ent­fer­nen mit HandyPhoto (vorher/nachher)

Für Portraits bie­tet sich „Facetune“ (iPho­ne/Android) an, wel­ches lei­der kein Stempel-Werkzeug hat, dafür aber Weichzeichnungsfunktionen für die Haut und auch „Verflüssigen“-Werkzeuge anbie­tet.

Apps für Filter und Looks

Seit Instagram ist es hip, jedes bana­le Foto mit einem Filter zu ver­se­hen. Aber: Manchmal wir­ken dadurch Fotos ein­fach bes­ser. Die oben erwähn­ten Universal-Apps Snapseed und Afterlight haben bei­de auch eini­ge nütz­li­che Filter-Sets an Bord, die ich ab und an nut­ze.

Zusätzlich gibt es „VSCOcam“ (iPho­ne/Android), die vie­le orga­ni­sch aus­se­hen­de Filter anbie­ten, teil­wei­se lei­der zu hap­pi­gen Preisen.

An Flexibilität kaum zu über­bie­ten hin­ge­gen ist „Stackables“ (iPho­ne). Wie der Name schon andeu­tet, kön­nen hier belie­big vie­le Filter, Verlaufsmasken, Einstellungsebenen und so wei­ter mit­ein­an­der kom­bi­niert und über­ein­an­der gelegt („stacked“) wer­den. Zusätzlich gibt es vie­le fer­ti­ge Presets und die eige­nen Kombinationen kön­nen eben­falls als Presets gespei­chert wer­den. Leider ist das Programm nicht intui­tiv und erfor­dert viel Einarbeitungszeit, um wirk­li­ch alle Möglichkeiten aus­schöp­fen zu kön­nen.

Ausgangsbild (mit Snapseed bearbeitet) und nach der Bearbeitung in Stackables
Ausgangsbild (mit Snapseed bear­bei­tet) und nach der Bearbeitung in Stackables

Einige Fotografen lie­ben auch „Hipstamatic“ (iPho­ne), aber mir ist das zu „retro“, auf Bilder war­ten zu müs­sen.

Apps für Collagen

Manchmal ist es sinn­voll, meh­re­re Bilder „als eins“ anzu­bie­ten, also Collagen zu erstel­len. Hier ist die Hürde, Apps zu fin­den, wel­che den Export in hoher Auflösung erlau­ben. Zwei Apps, die das gut machen, sind „Diptic“ (iPho­ne) und „Tiled“ (iPho­ne). Während ers­te­re nur qua­dra­ti­sche Endformen erlaubt, dafür aber auch vie­le unge­wöhn­li­che Layoutformen anbie­tet, kann die zwei­te App auch hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le, sowie Panoramaformate erstel­len.

"Bildgeschichte" erstellt mit Diptic
„Bildgeschichte“ erstellt mit Diptic

Apps für Spezialeffekte

Früher mus­s­te man für „Tiny Planet“-Bilder umständ­li­che Aufnahmereihen mit sei­ner Kamera machen und viel Zeit für die Bearbeitung am Computer ein­pla­nen. Heute reicht eine Panoramaaufnahme mit dem Handy und eine App. Ich nut­ze ent­we­der „Living Planet“ (iPho­ne) oder „RollWorld“ (iPho­ne). Kann auch mit den Cycloramic-Aufnahmen (sie­he oben) kom­bi­niert wer­den. Die Auflösung der fer­ti­gen Bilder liegt bei „Living Planet“ lei­der nur bei 4 MP (2000 x 2000 Pixel), bei „RollWorld“ hin­ge­gen bei 9 MP (3000 x 3000 Pixel).

"Tiny Planet" erstellt mit RollWorld
„Tiny Planet“ erstellt mit RollWorld

Es kommt nur sel­ten vor, aber manch­mal möch­te ich ein Bild aus Wörtern oder Smileys bestehen las­sen. Dafür gibt es „WordFoto“ (iPho­ne), hier wird beim Export jedoch sogar hoch­s­ka­liert.

Apps zur Information

Leider gibt es kei­ne Möglichkeit, sich bestimm­te wich­ti­ge Dateiinformationen zu den Bildern ohne eine zusätz­li­che App anzei­gen zu las­sen. Deswegen nut­ze ich „ExifWizPro“ (iPho­ne), wel­che mir sämt­li­che EXIF-Daten eines Bildes anzei­gen kann, zum Beispiel Blende, Belichtungszeit, Aufnahmezeit, die Pixelgröße oder die GPS-Daten, auch auf einer Karte.

Wer Models foto­gra­fiert, kann mitt­ler­wei­le sogar die Modelverträge per Smartphone aus­fül­len las­sen. Die am meis­ten akzep­tier­te App ist hier „Easy Release“ (iPho­ne/Android), mit der sogar die Verträge auch indi­vi­du­ell ange­passt wer­den kön­nen.

Apps zum Fotoverkauf

Vor einer Weile hat­te ich hier schon einen Artikel geschrie­ben über Apps zum Fotoverkauf. In der Praxis nut­ze ich haupt­säch­li­ch „Instant“ (iPho­ne/Android) sowie seit eini­gen Wochen auch „Eyeem“ (iPho­ne/Android). Bei Instant wer­den die Fotos über die „Instant Collection“ von Fotolia ver­kauft, bei Eyeem über die „Eyeem Collection“ von Getty Images.

kneschke-eyeem 27-07-2015 11-22-00Bei Instant muss man die Fotos selbst ver­schlag­wor­ten, hat dafür aber die kom­plet­te Kontrolle über die­sen Prozess, wäh­rend Eyeem selbst ver­schlag­wor­tet, die Qualität dafür jedoch manch­mal zu wün­schen übrig lässt. Eyeem hat auch selbst etli­che Filter im Angebot, die ich auch ger­ne nut­ze statt einer sepa­ra­ten App.

Andere Bildagenturen, die eige­ne Apps für den Upload von Smartphone-Fotos haben, sind Alamy („Stockimo“), 123rf („On The Go“), Dreamstime („Companion“) oder Shutterstock („Contributor“).

Nachteile der Smartphone-Fotografie

So bequem es auch ist, unter­wegs paar Schnappschüsse mit dem Handy zu machen und die­se noch auf dem Weg nach Hause zu ver­kau­fen, hat die Smartphone-Fotografie lei­der eini­ge Nachteile.

Ich habe lei­der noch kei­ne gute Möglichkeit gefun­den, mei­ne Fotos zu sichern und zu ver­wal­ten. Aktuell mache ich es so, dass ich alle paar Wochen die neu­en Fotos von mei­nem iPho­ne auf eine exter­ne Festplatte zie­he und irgend­wann die ältes­ten lösche. Das ist lei­der nicht ide­al, weil ich auf ganz alte Fotos nicht spon­tan zugrei­fen kann, wenn ich zum Beispiel eine neue App aus­pro­bie­re. Außerdem spei­chert das iPho­ne die Fotos in kryp­ti­sche ver­schie­de­ne Ordner, die ich alle ein­zeln nach Datum sor­tie­ren muss, um die noch nicht gespei­cher­ten Fotos zu fin­den.

Auch die Verschlagwortung lässt sich nicht wie am PC in den Metadaten spei­chern und ich müss­te sie für jede Agentur, die das ver­langt, neu ein­tip­pen. Das ist auch einer der Gründe, war­um ich nur mit zwei Apps regel­mä­ßig hoch­la­de.

Welche Foto-Apps nutzt ihr regel­mä­ßig pro­fes­sio­nell? Und war­um?

Die 14 besten Apps für (Stock-)Fotografen für iPhone, iPad und Android

Die Überschrift sagt alles. Heute stel­le ich kurz eini­ge Apps vor, die für die Stockfotografen inter­es­sant sind, wel­che ein iPho­ne, ein iPad (manch­mal reicht auch ein iPod Touch) oder ein Android-Handy haben.

Dabei wer­de ich kei­ne Kamera-Apps, Photosharing-Apps oder Bildbearbeitung-Apps vor­stel­len, weil ich davon aus­ge­he, dass die­se Handy-Fotos von Bildagenturen sowie­so nicht ange­nom­men wür­den.

Ich möch­te viel­mehr die Apps vor­stel­len, die in der Praxis eines pro­fes­sio­nel­len Fotografen trotz­dem nütz­li­ch sind, auch wenn sie kei­ne Fotos „pro­du­zie­ren“. Zusammen kos­ten die 12 Apps übri­gens nur ca. 28 US-Dollar. Los geht’s:

1. PixMuse

Preis: gra­tis (mitt­ler­wei­le $ 0,99 €)

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Früher schweb­ten die Musen über unse­ren Köpfen, heu­te sind sie hand­fest im Handy ver­an­kert. PixMuse ist eine kos­ten­lo­se App des Stockfotografen Rasmus Rasmussen und basiert auf sei­nem „Stock Photo Concept Generator“: Per Zufallsgenerator wird aus einer Person, einem Thema und einer Stimmung ein Fotomotiv vor­ge­schla­gen. Das kann völ­li­ger Quatsch sein oder aber auch der nächs­te Verkaufsschlager, denn Rasmus weiß als Fotograf sehr wohl, was ver­käuf­li­ch wäre. Beispiele für sol­che Motiv-Vorschläge wären: „A sad eth­nic mino­ri­ty going to the bathroom“, „A vaca­tio­n­ing stu­dent wal­king through a mea­dow“ oder „A uni­for­med elder­ly man fee­ding a pet“.

2. Easy Release

Preis: $ 9.99

für: iPho­ne, iPad, Android, iPod Touch

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Easy Release ist eine digi­ta­le Version der Model-Verträge und Property-Releases, die jeder Stockfotograf immer in der Tasche haben soll­te. Der Clou: Die Verträge lie­gen in 13 Sprachen vor, die  Bedienung in sechs Sprachen (inklu­si­ve deut­sch), Verträge kön­nen manu­ell ange­passt wer­den, auf dem Touchscreen vom Model und Zeugen unter­schrie­ben wer­den und mit dem Kamera-Handy gleich ein Foto für den Vertrag ein­ge­führt wer­den. Die aus­ge­füll­ten Verträge kön­nen als PDF oder JPG auf den Rechner des Fotografen und/oder des Models geschickt wer­den und vie­les mehr. Mittlerweile akzep­tie­ren Bildagenturen wie Getty Images, Alamy und Imagebroker die­se Verträge. istock­pho­to und Fotolia ver­bie­ten sie bis­lang jedoch (noch) aus­drück­li­ch.

3. Photocalc

Preis: $ 2.99

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Ich ken­ne noch Fotografen, die mit einer Mittelformatkamera rum­lau­fen und aus­ge­druck­te Tabellen mit win­zi­gen Zahlenkolonnen bei sich tra­gen, um die erfor­der­li­chen Blende/Belichtungszeit/ISO-Wert-Kombinationen nach­schla­gen zu kön­nen. Die moder­ne­ren Fotografen nut­zen „Photocalc“. Diese App berech­net unter ande­rem den Zusammenhang von Blende/Zeit/ISO, berech­net die Schärfentiefe, kann die erfor­der­li­che Blitzleistung berech­nen, kennt die Zeiten von Sonnenaufgängen und –unter­gän­gen und ent­hält ein Glossar für Fotofachbegriffe. Die Werte kön­nen in metri­schen oder US-Maßen ein­ge­stellt wer­den, die Blenden kön­nen in Drittel- oder Halb-Schritten ange­ge­ben und aus­ge­ge­ben wer­den.

4. Focalware

Preis:  $ 1.99

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch,

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Focalware ist eine App, wel­che vor allem für Fotografen nütz­li­ch ist, die viel drau­ßen foto­gra­fie­ren. Das Programm berech­net Sonnen-Aufgangs- und –unter­gangs­zei­ten wie „Photocalc“, kann aber noch viel mehr. Zum Beispiel kann es errech­nen, zu wel­cher Uhrzeit die Sonne an einer gewünsch­ten Location zu einem gewünsch­ten Datum aus einer gewünsch­ten Himmelsrichtung scheint. Es errech­net, wie lang die Schatten von Objekten zu einer bestimm­ten Uhrzeit sein wer­den, berück­sich­tigt Zeitzonen und vie­les mehr. Es las­sen sich auch belieb­te Orten abspei­chern, um schnel­ler dar­auf zugrei­fen zu kön­nen und eini­ges mehr. Wer mit der Sonne foto­gra­fie­ren will, kommt um Focalware nicht her­um.

5. Strobox

Preis: gra­tis

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Wie hat­te ich das Licht bei die­sem genia­len Foto auf­ge­baut? Wer sich sol­che Fragen stellt, fin­det mit Strobox die Antwort. Die kos­ten­lo­se App lässt einen mit über 25 ver­schie­de­nen Lichtformern wie Softboxen, Schirmen, Haarlichtern etc. Licht-Setups nach­bau­en und abspei­chern, damit nicht ver­ges­sen wird, was für die­sen kom­pli­zier­ten Lichtaufbau alles benö­tigt wur­de und wo gen­au die Blitze und Kamera stan­den.

6. Getty Images

Preis: gra­tis

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Die iPhone-App der welt­weit größ­ten Bildagentur Getty Images ist haupt­säch­li­ch für Bildkäufer gedacht. Aber sie kann auch für Fotografen hilf­reich sein, die vor Ort beim Shooting schnell mal sehen wol­len, wie vie­le Fotos es zu einem bestimm­ten Thema schon gibt und ob es sich lohnt, bestimm­te Motive noch zu foto­gra­fie­ren. Außerdem eig­net sie sich zur schnel­len Suche nach unter­re­prä­sen­tier­ten Nischen und zur Inspiration.

7. istockphoto

Preis: gra­tis

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Ähnlich wie bei der App von Getty Images kann auch mit der App von istock­pho­to im Portfolio der der Microstock-Bildagentur gesucht wer­den, nütz­li­ch für Inspiration und Recherche. Dort ange­mel­de­te Fotografen kön­nen aber auch ihre Downloads, Umsätze und Statistiken ein­se­hen, zum Beispiel, wel­che Bilder kürz­li­ch ange­nom­men oder abge­lehnt wur­den.

8. Imagesearch für Fotolia

Preis: gra­tis

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Wie für istock­pho­to gibt es auch eine ähn­li­che, unbe­kann­te­re App für die Bildagentur Fotolia. Damit las­sen sich jedoch nur Bilder suchen, geeig­net also für Recherche und Inspiration. Geplant ist aber ein Update, mit dem Nutzer sich auch ein­log­gen kön­nen, um Leuchtkästen anzu­le­gen und mehr. Der Link zum iTunes-Store auf der Herstellerseite führt übri­gens ins Leere, der rich­ti­ge Link zum App-Store ist der hier.

9. Gorillacam

Preis: gra­tis

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Von den Machern der ori­gi­nel­len Gorillapod-Stative gibt es auch eine kos­ten­lo­se iPhone-App. Mit der wird die inter­ne Handy-Kamera so rich­tig gepimpt: Selbstauslöser, Anti-Shake, Serienaufnahmen, Wasserwaagen-Auslösung, Schnellfeuer, Digitalzoom und vie­les mehr. Damit wir uns rich­tig ver­ste­hen: Auch die­se Fotos wer­den den Qualitätskriterien der meis­ten Bildagenturen nicht ent­spre­chen, aber da vie­le Fotografen mit ihrem Kamerahandy auch Location-Scouting machen oder Erinnerungsfotos von poten­ti­el­len Models oder ande­ren wich­ti­gen Daten auf­neh­men, gehört die­se App in die Liste für Stockfotografen. Zumal sie kos­ten­los ist. Ähnliche Effekte, aber zusätz­li­ch unter ande­rem auch eine sprach­ak­ti­vier­te Aufnahme bie­tet die App „Camera Genius“ für $ 0,99.

10. MotionX

Preis: $ 0.99

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Es gibt unzäh­li­ge GPS-Apps, aber nur weni­ge, wel­che sich auch für Fußgänger und Radfahrer eig­nen. Fotografen kön­nen die­se GPS-App nut­zen, um sich zum Beispiel geeig­ne­te Locations zu spei­chern und auch wie­der dahin zurück­zu­fin­den.

11. myPantone

Preis: $ 9.99

für: iPho­ne, iPad, iPod Touch

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Wer foto­gra­fiert – egal ob Models oder Food-Stills – und kei­nen Stylisten dabei hat, muss sich irgend­wie selbst behel­fen. myP­an­to­ne erle­digt die­sen Job.Diese App schlägt auto­ma­ti­sch pas­sen­de Farbkombinationen vor. Zwar ist die App recht teu­er, aber sie kann etwas, was für Fotografen sehr nütz­li­ch ist: Wenn man ein Foto von einer Farbe macht, erkennt die App, wel­cher Pantone-Farbe die­se am nächs­ten kommt und macht eini­ge pas­sen­de Farbvorschläge zum Kombinieren. Im Klartext: Der Fotograf will meh­re­re Models foto­gra­fie­ren. Er foto­gra­fiert das T-Shirt von einem Model und die App schlägt vor, wel­che Farben die ande­ren Oberteile haben soll­ten, damit alles farb­li­ch auf­ein­an­der abge­stimmt ist.

13. Krolop & Gerst Lighting-Setup

Preis: noch unbe­kannt

für: iPho­ne, iPad

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Ich bin so aktu­ell, ich stel­le Apps vor, die es noch gar nicht gibt: Die Fotografen Krolop & Gerst pla­nen eine iPhone-App, mit der anhand kon­kre­ter Bildbeispiele Licht-Setups erklärt wer­den. Nach der Auswahl zwi­schen den Kategorien Studio, Outdoor, On Location und Bouncer gibt es eine Fotogalerie mit ver­schie­de­nen fer­ti­gen Fotos. Nach der Auswahl eines Fotos wer­den die Details wie Blende, Belichtungszeit, ISO-Werte, Objektiv etc. gezeigt und es gibt jeweils ein kur­zes Making-Of-Video, wie das Licht für das Foto gesetzt wur­de.

14. Diverse Android-Apps

Markus hat in sei­nem Blog „nach­be­lich­tet“ vor paar Monaten eini­ge Foto-Apps für das Android-Handy vor­ge­stellt, die ähn­li­che Funktionen wie Photocalc, Focalware oder Strobox erfül­len. Damit sich unse­re Artikel nicht über­schnei­den, hier sei­ne App-Empfehlungen.

15. Bonus-Tipp 1

Die meis­ten moder­nen Handys erlau­ben es, neben Fotos und Musik auch PDFs zu spei­chern. Ich nut­ze das, um mei­ne Standard-Verträge (MR, PR) immer dabei zu haben und sie am nächs­ten Computer aus­dru­cken zu kön­nen. Außerdem habe ich die Bedienungsanleitungen von mei­ner Kamera, mei­nem Blitzgerät, den Pocketwizards und ande­ren tech­ni­schen Geräten als PDF auf dem Handy, um unter­wegs schnell nach­schla­gen zu kön­nen.

16. Bonus-Tipp 2

Da die meis­ten Fotografen selb­stän­dig sind und nicht bei einer Firma ange­stellt, emp­feh­le ich für die Berufsfotografen einen Blick in die wei­ter­füh­ren­de App-Liste „Die bes­ten 30 iPho­ne Apps für Selbständige 2011″ von Peer.

Jetzt seid ihr dran: Welche Apps nutzt ihr als Fotografen auf Euren Handys und was fin­det ihr gut dar­an?