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Verlosung: 2x Tageskarte für Photo Convention in Österreich

Heute gibt es mal wieder was für die österreichischen Leser unter euch.

Vom 14. bis 18. Juli 2013 findet zum zweiten Mal die Photo Convention im Schloss Hof in 2294 Schlosshof statt.

Auf dem Veranstaltungsplan stehen so illustre Namen wie Calvin Hollywood, Jamari Lior, Martin Krolop, Gerry Frank, Frank Doorhof, Robert Pichler und einige andere.

Foto von Jamari Lior, eine der Vortragenden auf der Photo Convention 2013.

Aufgeteilt ist das Programm in die vier Bereiche

  • Fashion – People – Beauty – Hochzeit
  • Produkt – Architektur – Werbung
  • Training – Licht – Technik- Video DSLR
  • Post Production

In Zusammenarbeit mit dem Veranstalter verlose ich 2x eine Tageskarte für die Photo Convention 2013 im Wert von 200 bis 350 Euro, das bedeutet einen vollen Tag Kursprogramm bei einem Profi eurer Wahl.

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen dürfen alle Leute, welche Fan meiner Facebook-Seite sind und einen Kommentar hinterlassen, für welchen Tag sie gerne die Tageskarte gewinnen wollen.
  • Teilnahmeschluss ist 16. Juni 2013.
  • Die Gewinner ermittle ich aus den gültigen Kommentaren mittels random.org.
  • Die Gewinner werden von mir per Email kontaktiert (achtet also darauf, dass eure Kommentar-Emailadresse gültig ist). Wer sich nicht innerhalb von vier Tagen zurück meldet, verliert seinen Anspruch.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß euch.

Clipcanvas: Die ehrlichste Honorarkürzung der Welt

Am 22. April 2013 verschickte die Video-Agentur Clipcanvas eine lange Email mit dem Titel „Some unwelcome changes we’re not so happy about“.

Bei so einem Betreff war klar, dass das, was folgen würde, keine guten Nachrichten sein würden.

Ich greife kurz vorweg: Weil diese Email die ehrlichste Ankündigung einer Honorarkürzung ist, die ich je gelesen habe, ohne den üblichen „wir wollen neue Vertriebskanäle aufbauen“ oder „wir müssen stärker Marketing betreiben“-Quatsch, möchte ich sie in voller Länge wiedergeben:

„Hello [Vorname des Anbieters],

For us, the past year may be characterised by nice growth during last autumn, with increasing sales and an influx of more great content, while the past months have not been so great. For those of you who have been relying on us for a long time, and given us your support, we are grateful.

We find ourselves in a position where we either have to pack it up or dig in and walk on to our final battles. The main reason for this relates to i) a difficult European market with falling sales, ii) continued but unsuccessful efforts in securing sufficient funding for new development initiatives and growth, and iii) increased costs relating to a growing content base. Video is not inexpensive to handle and this has now drained our resources to the point where we are unable to solve our predicament unless we take some drastic measures. For this, we are sorry. We have been working to get our heads above water for a long time now, and it is quite horrible for us to find ourselves in this position.

Given the current circumstances, we are suggesting to do the following to increase our revenues and reduce our costs:
– reduce the royalty rate paid out to all producers from 50% to 40% for the next 12 months, starting on April 30th;
– allow certain producers with a good track record to publish and manage their own content directly;
– close certain producer accounts that either do not represent content we think makes much sense, or those accounts that contain a lot of very similar/spammy/crowding out type of content, and subsequently delete those clips and portfolios entirely;
– update our main design, user interface and SEO profile to better represent a modern look to attract more general interest and to increase our conversion rates and sales; AND
– integrate automation for payouts so you no longer need to request your payments in order to get paid.

Other and more positive changes will be considered as soon as we feel confident the current and suggested changes are having a positive effect. We still believe we’re in it for the long haul, so we’re not happy about some of the changes we need to make at this point either.

We do understand that we’re completely dependent on your continued support. If we don’t have your support, then please walk away now. We have fought for a long time to generate more sales for all of us, and made our processes both leaner and more efficient, but competition is becoming increasingly intense and we’re afraid we might topple over if we don’t make these unpopular decisions now. We think it would be really sad to see either you or us go, and we hope you feel the same.

The effect of the current and proposed changes will secure our future existence and hopefully establish a platform from where we can build a better and more sustainable marketplace. The alternative is closing down shop or selling out to someone who would probably decide to make those changes anyway…we prefer the first alternative.

We are not pertaining to be idiots and we are not trying to screw you over. We have just ran out of other viable options. While we realise this is most unwelcome just now, or at any time ever probably, but we would still like to suggest that things may look entirely different in 12 months time from now, and hope that you will give us your support one final time. For those of you familiar with running a business, we hope you see the logic in the measures we are taking, understand the position we are in and what we are trying to achieve.

Finally, we believe there is a good space for Clipcanvas in this industry. It makes sense to keep a mix of players around and for them to develop alongside each other. Some perform exceptionally, while others need to work harder to catch up. We hope you believe we should be one of those that perform and deserve to be part of your main outlets, and that you’ll consider the real alternative looming, before you decide if life is better without us hanging around. We will work harder, if possible.

Sorry to bring you this news.

Kind regards,
Cato
CEO
Clipcanvas.com
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P.S. If anyone would like to chat with me or talk on the phone, please contact support directly and we will arrange for this. I am not trying to hide the fact that part of the changes suggested are really unwelcome, and would welcome your input if you want. Hopefully some good will come of this in the end.

Our mailing address is:
Clipcanvas
Martin Linges vei 15-25
Fornebu, Oslo 1364″

Ich war beeindruckt. Da redet jemand mit uns wie mit Menschen, nicht wie mit kleinen Kindern, den man vorgaukeln könne, dass weniger Geld in der Tasche auch etwas Gutes sein könne. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass die Honorare der Videografen um zehn Prozentpunkte gesenkt wurden.

Der Kernsatz der Email ist – übersetzt von mir – folgender:

„Die Alternative [zur Honorarkürzung] ist, den Laden dicht zu machen oder ihn an jemanden zu verkaufen, der sich wahrscheinlich zu den gleichen Änderungen entschließen würde.“

Je länger ich darüber nachdenke, desto unfairer scheint mir dieses Spiel.

Wenn Clipcanvas schließen würde, würden sich die Verkäufe auf andere Video-Agenturen verteilen. Das wäre kurzfristig positiv für die Fotografen, weil sie dort oft ihre 50% statt der dann 40$ bei Clipcanvas bekämen. Langfristig würde es jedoch zu einer weiteren Konzentration bei den Agenturen führen, die wie bei einem Oligopol üblich, zu einem Preisdruck nach unten führen kann. Das wäre ebenfalls nicht im Interesse der Videografen. Aber immerhin würde das erst vielleicht und auch erst später statt sofort geschehen.

Wenn Clipcanvas jedoch an eine konkurrierende Videoagentur verkaufen würde, ist die Gefahr tatsächlich groß, dass die Honorare tatsächlich gekürzt werden müssen, um den Kaufpreis wieder reinzuholen und hoffentlich profitabel zu wirtschaften, denn mit der bestehenden Honorarverteilung scheint es Clipcanvas selbst ja nicht zu schaffen.

Momentan redet Clipcanvas von einer Reduzierung der Honoraranteile auf 12 Monate. Was kommt danach? Entweder geht die Firma dann erst pleite. Dann hätte ich es bevorzugt, wenn sich die Verkäufe in dem Jahr auf die anderen Videoagenturen aufgeteilt hätten, die 50% Honoraranteil zahlen. Oder Clipcanvas läuft stabil genug, um weiter zu existieren. Perfekt und ehrlich wäre eine Anhebung der gekürzten Honorare. Es wäre jedoch das erste Mal in der Branche und: Ich glaube nicht daran.

Was denkt ihr darüber?

MORALstock – Die neue Bildagentur mit ethischen Prinzipien

Kurz vor Ostern erreichte mich eine Email einer neuen Bildagentur. Das an sich ist nichts Neues, denn genauso wie bestehende Bildagenturen reihenweise ihre Pforten schließen, schießen neue Agenturen ins Feld. Zuletzt gab es großen Medienrummel um Stocksy, der neuen Agentur des iStockphoto-Gründes Bruce Livingstone.


Diese neue Agentur könnte es jedoch schaffen, diesen Rummel noch zu übertönen. MORALstock nennt sich die neue Agentur mit Sitz in Boston, Massachusetts und sie verspricht nichts anderes als „100% ethisch“ zu sein.

Was bedeutet das im Klartext?

Ich übersetze einfach mal aus der Mail des Agenturgründers Johann Wesley:

„[…] MORALstock hat sich zur Aufgabe gemacht, den Bildern ihren Wert wiederzugeben. Nicht nur finanziell, sondern auch moralisch und spirituell, kurz: 100% ethisch. Das bedeutet, dass bei uns keine anonymen Models für Produkte oder Parteien werben müssen, mit denen sie sich nicht identifizieren können. Andersrum besteht für Bildkäufer keine Gefahr, sich bei der Wahl eines Motivs zu blamieren, weil das gezeigte Model nicht mit den moralischen Standards der Firma mithalten kann. […]“

Wesley führt einige reale Beispiele an wie Vegetarier, die ihr Gesicht auf einer Würstchenpackung wiederfanden, Erotikstars, die nebenbei als Fotomodell arbeiten und so plötzlich auf dem Cover eines Business-Magazins landen oder Griechen, die für türkischen Joghurt warben. Solche Fälle gab es (nicht nur) im Microstock-Bereich immer wieder. Das kann entweder für die Models oder die Bildnutzer peinlich bis rufschädigend sein und sogar Schadensersatzklagen nach sich ziehen.

Wie funktioniert das?

Kernstück ist ein ausführlicher Fragebogen zu jedem Model-Vertrag, der bei den Personenbildern mit hochgeladen werden muss. Neben den üblichen Angaben wie Alter, Land und Geschlecht werden auch, teilweise freiwillig, Angaben wie Bildungsabschluss, Ethnie, sexuelle Orientierung, Ernährungsgewohnheiten und einiges mehr abgefragt. Diese Angaben sind jedoch nicht öffentlich zu sehen. Kunden, die ganz gezielt bestimmte Model-Typen (zum Beispiel nur „Raucher aus den USA“ oder „lesbische asiatische Vegetarierinnen“) suchen, müssen für die Anzeige der Suchergebnisse einmalig 10 US-Dollar zahlen und bei der Nutzung des Bildes noch mal einen Aufschlag von 50% zum normalen Preis. Das nennt sich dann „moral search„.

Auch für andere Motive wie Landschaftsaufnahmen werden mehr Details als üblich abgefragt, wie genauer Aufnahmeort, Aufnahmedatum und so weiter, um geografisch korrekte Angaben machen zu können. GPS-Daten werden ausgelesen, wenn sie in den Metadaten vorhanden sind. Also nix mehr mit Fotos von Karibikstränden in den Reisekatalogen für die Spanienreise.

Was ist für die Fotografen drin?

Das „100% ethisch“ bezieht sich nicht nur auf die Models, sondern soll auch den Fotografen zugute kommen. Es werden ausschließlich Rights Managed-Lizenzen (RM) verkauft, um jedem Bildkunden auf bisherige – und eventuell konfliktträchtige – Verwendungen hinweisen zu können. Das setzt logischerweise exklusive Fotos voraus, für welche die Fotografen 65% des Verkaufspreises erhalten sollen. Der Verkaufspreis richtet sich, wie bei RM-Lizenzen üblich, nach Dauer der Verwendung, Auflagenhöhe und einigen anderen Faktoren. Einige testweise von mir abgefragte Verwendungen ergaben Preise, welche sich leicht überhalb der MFM-Honorare bewegen – ohne die Zuschläge für die „moral search„.

Wer darf kaufen?

Wenn sich eine Bildagentur die Wörter „Moral“ und „ethisch“ so groß auf die Fahnen schreibt, stellt sich mir gleich die Frage, ob sie auch jeden Kunden nehmen würden, von der Atomindustrie bis zu Waffenfirmen? Wesley meinte in einer weiteren Mail zu mir: Ja, aber. Kunden, die bestimmte moralische Standards und ethische Prinzipien nicht einhalten, müssen auf die Bilder einen Aufschlag von 100% zahlen und sowohl Models als auch Fotografen müssen mit der geplanten Verwendung einverstanden sein. Besonders „moralisch integere“ Firmen wie gemeinnützige Organisationen, Bildungseinrichtungen und so weiter hingegen bekommen automatisch einen Rabatt von 50%.

Angesichts dieser Informationen scheint mir, dass da eine neue Bildagentur auf den Markt gekommen ist, welche nicht die Massen bedienen will, sondern sich eine kleine, aber genau definierte Nische gesucht hat. Die vermutlich eher wenigen Verkäufe werden durch deutlich höhere Honorare und Fotografenanteile als im Microstockbereich (teilweise sogar höher als im Macrostock-Bereich) und das „gute Gewissen“ abgefangen.

Das Konzept klingt teilweise so absurd, dass es wieder funktionieren könnte. Find‘ ich gut.

Was meint ihr dazu? Würdet ihr Bilder liefern?

Vorankündigung: Stockfotografie-Buch von Robert Kneschke

Oh Mann, oh Mann, oh Mann. Ich bin so aufgeregt!

Gestern habe ich das letzte Kapitel meines Buchs zu Ende geschrieben. Mein Buch? Ja! In wenigen Monaten erscheint das Buch „Stockfotografie. Geld verdienen mit eigenen Fotos„* (ISBN 978-3-8266-5886-0) im mitp-Verlag in der Edition ProfiFoto. In paar Tagen wird das Buch auf amazon.de gelistet, auf der Seite des Verlags ist es schon zu sehen.

"Stockfotografie. Geld verdienen mit eigenen Fotos" von Robert Kneschke

Wir planen, dass es ungefähr Ende Januar 2010 erhältlich sein wird. Ladenpreis ist 19,95 24,95 Euro bei 256 416 prall gefülllten Seiten mit allen erdenklichen Informationen rund um das Thema Stockfotografie. Von der Planung, über die Aufnahme, Arbeit mit Models, Verschlagwortung, Auswahl der Bildagenturen, Lizenzunterschiede bis hin zu Verdienstmöglichkeiten, Statistik, Marketing, alles drin.

Ich möchte nicht prahlen, aber ich habe zu Hause über zehn Bücher (einige in deutsch, die meisten in englisch) zum Thema rumliegen, die ich alle gelesen habe und ich kann sagen: Mein Buch kann da locker mithalten. Zum einen ist es aktueller, zum anderen sind deren Kapitel zum Thema Models, Verschlagwortung und Statistik nicht so ausführlich wie in meinem Buch. Da ich außerdem als einer der wenigen (wenn nicht sogar als einziger) Buchautoren zu diesem Thema nur von der Stockfotografie lebe, kann ich zurecht behaupten, dass die Informationen im Buch Hand und Fuß haben.

Ziel des Buches ist es, dass nicht nur Einsteiger in die Stockfotografie eine Übersicht bekommen, sondern dass auch Hobby-Fotografen, die seit einer Weile Microstock-Agenturen beliefern, noch etwas lernen und ihre Umsätze steigern können. Wer also schon eins der älteren Stockfotografie-Bücher hat, kann trotzdem noch mal zugreifen.

Jetzt habe ich knapp zwei Wochen, um die Kapitel zum drittel Mal zu verfeinern. Falls ihr meint, es gebe etwas, was unbedingt in so ein Buch müsse, dann schreibt es bitte in die Kommentare oder mir per Mail.

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