Schlagwort-Archive: Action Press

Kategorien in Bildagenturen abschaffen oder ändern

Die letz­ten Tage habe ich wie­der eine Fotoserie mit über 100 Fotos zu ver­schie­de­nen Bildagenturen hoch­ge­la­den. Es fühlt sich dabei immer so an als wür­de das Sortieren der Fotos in die vor­ge­ge­be­nen Kategorien der Bildagenturen die meis­te Zeit fres­sen. Deshalb plä­die­re ich hier öffent­li­ch für die Abschaffung oder Änderung der bestehen­den Kategorie-Systeme bei Bildagenturen.

Meine Gründe:

  1. Vor eini­gen Monaten hat­te ich im Blog die­se Umfrage unter Bildagenturen gemacht, wel­chen Sinn deren Bildkategorien haben. Die Hauptantwort war, dass vor allem uner­fah­re­ne Bildkäufer die Kategorien nut­zen, um erst mal durch das Angebot „zu stö­bern“. Mittlerweile den­ke ich, dass die meis­ten Bildkäufer das Prinzip von Online-Bildagenturen, Keyword-Systemen und Microstock-Anbietern ver­stan­den haben.
  2. In der glei­chen Umfrage gaben vie­le Bildagenturen zu, dass im Vergleich zur Stichwortsuche die Kategorien nur einen klei­nen Teil der Umsätze aus­ma­chen.
  3. Vor allem für pro­fes­sio­nel­le Fotografen, die regel­mä­ßig Bildagenturen mit vie­len und guten Fotos belie­fern, stei­gern die Pflichtkategorien den Aufwand für das Einstellen von Fotos enorm. Diese Fotografen und Bilder sind jedoch meist iden­ti­sch mit denen, an denen die Bildagenturen am meis­ten ver­die­nen. Eine Bildagentur, die die Kategoriezuordnung nicht den Fotografen auf­bür­det, wür­den deren Workflow opti­mie­ren und die Agentur für Fotografen attrak­ti­ver machen.
  4. Vor allem in Microstock-Agenturen mit meh­re­ren Millionen Fotos im Angebot ver­liert das urprüng­li­che Ziel von kate­go­ri­en, die Bildermengen sinn­voll zu begren­zen, mitt­ler­wei­le ins Leere. Bei Fotolia sind in der Kategorie Frau über eine hal­be Million Foto zu fin­den, die Katogorie „Kinder“ bei iStock­pho­to lie­fert über 180.000 Treffer und die Kategorie „Menschen“ bei Shutterstock ent­hält über 1,7 Millionen Bilder. Kategorien sind nicht mehr über­sicht­li­ch.

Trotz die­ser vier Gründe gibt es einen simp­len Grund, Kategorien bei­zu­be­hal­ten: Sie wer­den genutzt. Das bedeu­tet, dass damit auch eini­ge Verkäufe erzielt wer­den, die son­st viel­leicht nicht zustan­de gekom­men wären. Aber loh­nen sich die paar zusätz­li­chen Bilder im Vergleich zur Arbeitszeit der Fotografen? Ich sage nein!

Deshalb plä­die­re ich – wenn Bildagenturen Kategorien bei­be­hal­ten wol­len – für ein auto­ma­ti­sches System.

Ein auto­ma­ti­sches System wür­de so funk­tio­nie­ren: In den Kategorien wer­den auto­ma­ti­sch nur die Fotos ange­zeigt, die auch den Kategoriebegriff als Suchbegriff verwenden.Das Wort „Frau“ bei einem Foto wür­de dafür sor­gen, dass es z.B. in die Kategorie „Mensch“ oder „Frau“ sor­tiert wird. Der Begriff „Wald“ wür­de zu einem Zuweisen der Kategorien „Natur“ und „Wald“ füh­ren und so wei­ter. Die Anzeigeergebnisse der Kategorie „Menschen“ bei Shutterstock und die Suchergebnisse für das Wort „People“ dort sind ja auch fast iden­ti­sch. So ist es bei vie­len Bildagenturen.

Neben die­ser auto­ma­ti­schen Zuordnung sehe ich vor allem bei den Macrostock-Agenturen noch einen ande­ren „Trend“. Statt fes­ter Kategorien gibt es dort „Trendthemen“ (Mauritius Images), „Bildgalerien“ (Corbis), „Our Pics“ (Age Fotostock), „Selections“ (Action Press), „Dossiers“ (Ullstein Bild) und so wei­ter. Das sind im Grunde nichts anders als wech­seln­de Kategorien (meist zu aktu­el­len Themen), die von den Bildredakteuren der Agenturen hand­ver­le­sen wer­den. So kön­nen die Neukunden wei­ter­hin stö­bern, ent­de­cken und sich inspi­rie­ren las­sen, ohne von zu vie­len Bildern erschla­gen wer­den.

Die Ironie des Ganzen: Ich bin mir sehr sicher, dass die Bildredakteure beim Auswählen der Fotos für die­se „wech­seln­den Kategorien“ auch erst ein Stichwort in ihre Suchmaschine ein­ge­ben, zum Beispiel „Valentinstag“, „Olympia“, „Herbst“ und so wei­ter. Wenn die das kön­nen, schaf­fen das die Bildkäufer auch.

In die­sem Sinne: Bitte, Bildagenturen, schafft die Kategorien ab! Oder ändert Euer System.

Was sagt ihr dazu? Stört euch das eben­falls? Wie könn­ten die Kategoriesysteme ver­bes­sert wer­den? Ich freue mich auch über Beiträge aus Käufersicht oder von den Agenturen.

Teil 9: Fotos von Bildagenturen in ADAC Reisemagazin, Neue Welt, Life&Style, ideenMagazin und Reader’s Digest

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gele­sen hat, kann nach dem Foto wei­ter­le­sen, ansons­ten emp­feh­le ich, sich dort einen Überblick zu ver­schaf­fen.

Zeitschriftencover

Zeitschrift: ADAC Reisemagazin
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: Mai/Juni 2009
Erscheinungsweise: zwei­mo­nat­li­ch
Preis: 7,80 Euro
Zeitschriftenthema: Reise, Kultur, Autos
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: ADAC Verlag GmbH

Fangen wir heu­te mit einem Reisemagazin an. Im Heft fin­den sich 46 Fotos aus 26 Bildagenturen. Der größ­te Teil besteht aber aus Auftragsfotos zu den Reisethemen, die bebil­dert wer­den sol­len. Ich fand auf­fäl­lig (und gut), dass die Fotos rela­tiv groß abge­druckt wer­den. In den Bildcredits wird immer die Agentur und der Fotografenname genannt.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Cinetext: 5
Ullstein Bild
: 5
AKG-Images: 4
Getty Images: 3
Laif: 3
A1pix: 2
Bildagentur Huber: 2
F1 Online: 2
Fotex: 2
Mauritius: 2
Anzenberger: 1
Arco Images: 1
Artur: 1
Bilderberg: 1
DEFD: 1
Diagentur: 1
Food Centrale Hamburg: 1
Granata Images: 1
Interfoto: 1
Parallelozero: 1
Picture Press: 1
Rex Features: 1
Schapowalow: 1
Stockfood: 1
Superbild: 1
Visum: 1

Bemerkungen:
Die Dominanz der Reise- und Reportageagenturen (Laif, Ullstein, Huber, etc.) über­rascht hier nicht, wohl aber die Führung von Cinetext, die auf Filmfotos spe­zia­li­siert sind. Das hängt jedoch damit zusam­men, dass eine Reise auf den Spuren der „Don Camillo und Peppone“-Filme wan­delt und ent­spre­chend bebil­dert wur­de.

Zeitschrift: Neue Welt
Untertitel: Für die Frau
Ausgabe: 14/2009
Erscheinungsweise: wöchent­li­ch
Preis: 1,50 Euro
Zeitschriftenthema: Stars, Adel, Mode, Gesundheit
Größe der Bildredaktion: Sechs Personen (Leitung: Christiane Doerk)
Verlag: Westdeutsche Zeitschriftenverlag GmbH

In der Neuen Welt zähl­te ich 104 Fotos aus 32 Agenturen. Auffällig war, dass der Reiseteil fast nur aus PR-Fotos bestand, im Gegensatz zur Zeitschrift oben und auch die Trennung von redak­tio­nel­lem Inhalt und Werbung ist – nun ja- schwam­mig. Zum Beispiel wird für einen Gesundheitsartikel ein PR-Foto eines Medikamentenherstellers genom­men, der auch im Artikel emp­foh­len wird. Die Bildcredits gel­ten mal für eine ein­zel­ne Seite und mal für eine Doppelseite.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Action Press: 13
Panthermedia: 11
dpa: 8
Bilderbox: 7
Dana Press: 7
Face To Face: 6
Roba Press: 6
Schneider-Press: 5
Wahapress: 5
Jump: 4
PPE: 3
Mauritius: 2
Agency People Image: 2
a-way: 2
Babirad-Picture: 2
Breuelbild: 2
CMK Images: 2
People Image: 2
Schickinger: 2
Cinetext: 1
AP: 1
Bildagentur Strauß: 1
Brauer Photos: 1
Bulls Press: 1
Colourpress: 1
doc-stock: 1
EB-Stock: 1
InterTopics: 1
Most Wanted Pictures: 1
Newpix: 1
peop­le pic­tu­re: 1
Seeger-Press: 1

Bemerkungen:
Da ich sehr vie­le Fotos bei Panthermedia habe, fin­de ich des öfte­ren mei­ne Fotos in der Zeitschrift. Roba/Dana/Scheider Preis sind alle­samt auf Adel- und Celebrity-Bilder spe­zia­li­siert und damit für eine Zusammenarbeit prä­des­ti­niert.

Zeitschrift: Life&Style
Untertitel: weekly
Ausgabe: 17/2009
Erscheinungsweise: wöchent­li­ch
Preis: 1,90 Euro
Zeitschriftenthema: Stars, Mode, Beauty
Größe der Bildredaktion: Sechs Personen (Leitung: Maike Kie Godbersen)
Verlag: Heinrich Bauer Verlag KG

Die Zeitschrift scheint ein Familienbetrieb zu sein. Sie erscheint im Bauer-Verlag und sowohl Herausgeberin und Chefredakteurin tra­gen eben­falls den Nachnamen Bauer. Im Heft fin­den sich fast nur Stockfotos und so gut wie kei­ne Auftragsfotos, außer für eini­ge Kleidungsfotos. Trotz der Bildfülle, wer­den rela­tiv wenig Agenturen genutzt: 190 Fotos aus 29 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Action Press: 46
Splash News
: 38
Wirepress: 13
Getty Images: 11
Reflex: 8
Eliot Press: 7
paulpics.de: 7
Bulls Press 6
Colourpress: 6
Most Wanted Pictures: 6
HGM Press: 5
Wenn: 5
Face To Face: 4
Insight Celebtrity: 4
Sipa Press: 4
Starface: 3
dpa: 2
Babirad-Picture: 2
InterTopics: 2
Picture Press: 2
Cinetext: 1
AP: 1
Fotex: 1
Interfoto: 1
Stockfood: 1
Angeli: 1
FilmMagic.com: 1
Finest Images: 1
Reuters: 1

Bemerkungen:
Die Top-Agenturen der Paparrazi kämp­fen hier um die ers­ten zehn Plätze. Gewonnen hat wie so oft Action Press. Bei den Bildcredits wer­den nur die Agenturnamen ange­ge­ben.

Zeitschrift: ide­en­Ma­ga­zin
Untertitel: Das Haus
Ausgabe: 2/2009
Erscheinungsweise: quar­tals­wei­se (?)
Preis: 2,95 Euro
Zeitschriftenthema: Deko, Einrichtung, Garten
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Christine Meinel-Höß)
Verlag: Internet Magazin Verlag GmbH

Ich bin mir nicht sicher, wie gen­au die­se Zeitschrift funk­tio­niert. Sie scheint ein Ableger der Zeitschrift „Das Haus“ zu sein, der ab und zu Einrichtungs- und Gestaltungsideen vor­stellt. Deshalb schei­nen vie­le Fotos auch aus (im Heft bewor­be­nen) Büchern zu sein, zum Beispiel beim Vorstellen von Rezepten oder Drinks. Wenn Agenturfotos genutzt wer­den, wird oft auch der Fotografenname ange­ge­ben. Insgesamt fin­den sich 56 Fotos aus 15 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Flora Press: 16
foto­lia
: 10
istock­pho­to: 7
Stockfood: 4
Picture Press: 3
Jahreszeiten Verlag: 3
Bildagentur Strauß: 2
Camera Press: 2
GAP Photos: 2
Planet Syndication: 2
Jump: 1
Mauritius: 1
Corbis: 1
Jupiterimages: 1
Loupe Images: 1

Bemerkungen:
Mit istock­pho­to und foto­lia sind hier Microstock-Agenturen ganz gut ver­tre­ten, flan­kiert wer­den sie aber wei­ter­hin von den eher teu­ren Bildagenturen.

Zeitschrift: Reader’s Digest Deutschland
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: April 2009
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 3,70 Euro
Zeitschriftenthema: Reportagen, Geschichten
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Markus Ward)
Verlag: Verlag Des Beste GmbH

Der Reader’s Digest ist sowas wie der klein­s­te gemein­sa­me Nennen der Zeitschriftenbranche. Das Heft erscheint in 50 Ausgaben und 21 Sprachen. Gezählt habe ich in der deut­schen Ausgabe, da fand ich 47 Fotos aus 22 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

foto­lia: 9
Corbis: 8
Getty Images: 3
AP: 3
Look: 3
dpa: 2
Reuters: 2
Masterfile: 2
pd-f.de: 2
HGM Press: 1
AKG-Images: 1
F1 Online: 1
Rex Features: 1
Age Fotostock: 1
Alamy: 1
Colourbox: 1
manfredbaumann.com: 1
MAXPPP: 1
Newscom: 1
pho­to­al­to: 1
Project Photos: 1
Zentralbild: 1

Bemerkungen:
Bei eini­gen Reportagen im Heft wer­den auch Auftragsfotos genutzt. foto­lia und Corbis sind im Heft am häu­figs­ten ver­tre­ten und die Zuordnung ist vor­bild­li­ch: Direkt am Bild mit Agentur- und Fotografennamen. Insgesamt wer­den die Fotos im Heft jedoch eher zur Auflockerung und Illustration statt als Blickfang genutzt.

Fast eine Zusammenfassung:
Nach zehn Ausgaben mei­ner Zeitschriftenanalyse – dann hät­te ich 50 ver­schie­de­ne Zeitschriften ana­ly­siert – woll­te ich eine Bilanz zie­hen und auf­lis­ten, wel­che Agenturen ins­ge­samt am meis­ten genutzt wur­den etc. Mittlerweile gehen mir aber lang­sam die Zeitschriften aus. Falls mit jemand in Köln mal eini­ge aus­ge­le­se­ne Hefte in den Briefkasten wer­fen will oder mir jemand wel­che per Post schi­cken möch­te, bit­te ich um eine kur­ze Mail. Vielen Dank.

Fotografische Nischen ohne Stockfotografie

Es gibt Fotografen und es gibt Stockfotografen.

Letztere wer­den von ers­te­ren oft schräg ange­schaut, als Konkurrenten, Preisdrücker, krea­tiv­lo­se Massenanbieter und mehr. Denn am Rückgang von Fotografieaufträgen sind nicht zuletzt die immer güns­ti­ge­ren Stockfotos schuld, die gro­ße Kosteneinsparung erlau­ben – zu Lasten der Auftragsfotografen.

Kleidung suchen
Da immer mehr Bildagenturen dazu über­ge­hen, auch Aufträge an ihre vie­len hun­dert bis tau­send Fotografen zu ver­mit­teln, heu­te ein Tipp für die Auftragsfotografen.

Wer nicht von Stockfotos, son­dern von Fotoaufträgen leben will, soll­te sich auf einen Bereich spe­zia­li­sie­ren, der von Stockfotografen nicht ange­deckt wer­den kann oder will.
Grund sind ent­we­der die gerin­gen Verkaufchancen über Bildagenturen oder recht­li­che Hindernisse.

Nischen ohne den Konkurrenzdruck der Stockfotografie sind zum Beispiel:

  • News (für tra­di­tio­nel­le Bildagenturen zu schnell­le­big und kaum kal­ku­lier­bar, hier gibt es Spezialagenturen wie Action Press oder Picture Alliance)
  • Modefotografie (die Modestrecken in Magazinen leben davon, dass die Marken genannt und gezeigt wer­den dür­fen – ein „No Go“ im Stockbereich)
  • Sport (recht­li­ch schwie­rig)
  • Produktfotografie (das Markenrecht ver­hin­dert sicht­ba­re Marken in Bildagenturen)
  • Fine-Art-Drucke- hoch­klas­si­ge Werbung (Wo es auf Originalität und Exklusivität ankommt, hel­fen Bildagenturen kaum wei­ter)
  • Spezial-Wissenschaften (es gibg genug Fotos von Menschen in wei­ßen Kitteln in der Stockfotografie, aber genaue Gerätebezeichnungen von Spezialapparaten oder die kor­rek­te Wiedergabe wich­ti­ger Arbeitsschritte ist sel­ten)
  • Reportagen (hier gibt es Spezialagenturen wie laif, aber die Chance, gen­au zum gewünsch­ten Thema fer­ti­ge Fotostrecken zu fin­den, sind gering)

Das bedeu­tet nicht, dass ein Sportfotograf, wenn die Geschäfte schlecht lau­fen, sich gleich um den Auftrag einer Modezeitschrift bewer­ben soll­te. Aber wer außen glück­li­chen Menschen oder Geschäftsleuten vor wei­ßem Hintergrund mal etwas ande­res foto­gra­fie­ren möch­te, soll­te sich eine Nische suchen, in der Stockfotos sel­ten sind.

Mit wel­chen Nischen habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Oder wo lohnt es sich wegen vie­ler Stockfotos nicht mehr?

Teil 4: Fotos von Bildagenturen in Familie & Co, freundin, Neon, Apotheken Umschau, alverde

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gele­sen hat, kann nach dem Foto wei­ter­le­sen, ansons­ten emp­feh­le ich, sich dort einen Überblick zu ver­schaf­fen.

Wieviel Fotos sind von wel­chen Bildagenturen in Zeitschriften vor­han­den? Das will ich hier her­aus­fin­den.

Beginnen wir den vier­ten Teil.

Zeitschrift: Familie & Co
Untertitel: Die Familienzeitschrift
Ausgabe: 03/2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 2,50 Euro
Zeitschriftenthema: Kinder, Familie
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen (Leiterin: Franziska Thomas)
Verlag: Family Media GmbH & Co. KG

Diese Ausgabe ent­hält ins­ge­samt 54 Fotos von 11 Bildagenturen. Die Verteilung ist typi­sch, mit den gro­ßen Namen vorn und gefolgt von den ande­ren übli­chen Verdächtigen. Die Fotos wer­den spar­sam, aber ger­ne groß ein­ge­setzt und sind somit ein wich­ti­ger Blickfang im Heft.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die bei­den Marktführer Getty und Corbis sind erwar­tungs­ge­mäß in den Top 3, als eben­falls gro­ße Agentur ver­wun­dert die Führung von F1 Online hier nur wenig, was aber auch dar­an lie­gen kann, dass die­se Bildagentur nicht nur Eigenmaterial anbie­tet, son­dern auch sehr vie­le RF/RM-Kollektionen im Vertrieb hat.
Die Agentur „Image Dictionary“ habe ich im Internet lei­der nicht fin­den kön­nen, viel­leicht ist ja ein Leser gewief­ter.

Zeitschrift: freun­din
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: 04/2008
Erscheinungsweise: zwei­wö­chent­li­ch
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode, Beauty, Partnerschaft, Kultur
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiterin: Alexandra Romero)
Verlag:freundin Verlag GmbH

Bei der „freun­din“ fin­den sich 75 Fotos von 29 Bildagenturen. Ich hat­te ehr­li­ch gesagt mehr erwar­tet, aber vie­le Fotos, vor allem die Modestrecken, sind wie­der Auftragsarbeiten.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Den „Sturz“ in der freun­din emp­fand ich als etwas unge­nau, da bei­spiels­wei­se Fotos von meh­re­ren Seiten am Artikelanfang zusam­men­ge­fasst wer­den, wenn sie von der glei­chen Agentur stam­men. Dafür wird nicht nur die Bildagentur, son­dern auch der Fotograf bzw. die Partner-Agentur genannt, was z.B. bei der oben unter­such­ten „Familie & Co“ nicht der Fall ist.

Zeitschrift: NEON
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: 07/2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 3,30 Euro
Zeitschriftenthema: Politik, Liebe, Beruf, Kultur
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiter: Jakob Feigl)
Verlag: NEON Magazin GmbH 

Das weiß-rote Zeichen links oben auf dem NEON-Titel macht deut­li­ch, dass die Zeitschrift ein Ableger der Illustrierten Stern ist. Diese steht seit Jahrzehnten für anspruchs­vol­le Fotos im Heft und gehört zu den weni­gen, die sich noch trau­en, fünf oder mehr dop­pel­sei­ti­ge Fotos hin­ter­ein­an­der zu dru­cken. Diesen Bildanspruch nimmt die NEON auf und so fin­den sich in die­ser Ausgabe nur 24 Fotos von 9 Agenturen, vor allem zur Illustration von Prominenten, zu denen die Redaktion nicht mal so ein­fach einen Fotografen vobei­schi­cken kann.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die fünf Corbis-Bilder sind aus­schließ­li­ch von der Premiummarke „Corbis Outline“, die vie­len Fotos von Reportage-Agenturen (laif, Agentur Focus, Ostkreuz) wer­den für die Bebilderung der Politik-Artikel genutzt. Die Fotocredits sind eben­falls vor­bild­li­ch: Fotograf/Partneragentur/Bildagentur wer­den genannt und nicht hoch­kant am Rand ver­steckt, son­dern gut les­bar unten auf jeder Seite. Dazu kom­men sehr vie­le Auftragsfotos. Ach ja, Illustrationen wer­den hier eben­falls ger­ne bestellt.

Zeitschrift: Apotheken Umschau
Untertitel: Bezahlt von ihrer Apotheke
Ausgabe: 15. Mai 2008
Erscheinungsweise: zwei­wö­chent­li­ch
Preis: kos­ten­los
Zeitschriftenthema: Medizin, Gesundheit
Größe der Bildredaktion: Fünf Personen (Leiterin: Maria Hoffmann)
Verlag: Wort & Bild Verlag 

Die Apotheker Umschau hat mit fünf Personen eine beacht­li­ch gro­ße Bildredaktion und nutzt auch nur Fotos der bes­ten Agenturen: 44 Fotos von 21 Bildagenturen sind in die­ser Ausgabe zu fin­den.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die Fotocredits sind sehr aus­führ­li­ch mit Fotografenangabe und unter Umständen meh­re­ren Partneragenturen. Im Vergleich zu vor weni­gen Jahren hat das Agenturmaterial aber abge­nom­men und ver­mehrt wer­den Fotos von Fotografen des Verlags genutzt. Die vie­len Fotos der Food-Agentur Stockfood mögen in einer Apothekenzeitschrift erstaun­li­ch schei­nen, das rela­ti­viert sich aber, wenn man bedenkt, dass die Agentur auch vie­le Fotos von Heilkräutern anbie­tet. In die­ser Ausgabe sind die betref­fen­den Fotos jedoch fast alle für Kohlrabi-Rezepte genutzt wor­den.

Zeitschrift: alver­de
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: Juni 2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: kos­ten­los
Zeitschriftenthema: Gesundheit, Beauty, Ernährung
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Nicole Bull)
Verlag: Arthen Kommunikation GmbH 

Die „alver­de“ ist das Kundenmagazin der dm-drogerie markt-Kette. Trotzdem ist nicht nur Product Placement im Heft zu fin­den, son­dern auch 28 Fotos von 11 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
In die­ser Zeitschrift gibt es eine Besonderheit, die ich bis­her so noch nie gese­hen habe: Alle Bildcredits fin­den sich gebün­delt im Impressum nach Agentur sor­tiert. Das hat die Auswertung für mich zwar beschleu­nigt, jedoch kann im Zweifelsfall nie nach­ge­wie­sen wer­den, ob auf einer Seite meh­re­re Fotos von der glei­chen Bildagentur stam­men. Das könn­te die Zählung etwas ver­fäl­schen, auch wenn ich mit paar stich­pro­ben­ar­ti­ge Tests kei­ne sol­chen Seiten fin­den konn­te. Neben den Agenturfotos gibt es auch vie­le Promotionfotos von den Herstellern.

Einige will­kür­li­che Zahlenspiele:

  • Insgesamt sind von 1212 Fotos von 146 Bildagenturen in der Datenbank ver­zeich­net. Das macht durch­schnitt­li­ch ca. 8 Fotos pro Agentur.
  • Die drei Top-Agenturen Action Press, Getty Images und Corbis (in die­ser Reihenfolge) haben zusam­men jedoch schon 359 Fotos auf dem Konto.
  • Werden die Top-5-Agenturen abge­zo­gen, haben die rest­li­chen 141 Agenturen im Durchschnitt nur noch ca. 5 Fotos zu den bis­her zwan­zig ana­ly­sier­ten Zeitschriften bei­ge­tra­gen.
  • Durchschnittlich nut­zen die bis­he­ri­gen Zeitschriften Fotos von 19 Agenturen pro Ausgabe. Spitzenreiter bis­her ist „Frau im Trend“ (46 Agenturen), das Schlusslicht „Ökotest“ (7 Agenturen).

Übersicht der Marktanalyse:

Teil 3: Fotos von Bildagenturen in Maxi, Celebrity, Ökotest, emotion, Frau im Trend

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gele­sen hat, kann nach dem Foto wei­ter­le­sen, ansons­ten emp­feh­le ich, sich dort einen Überblick zu ver­schaf­fen.

Wieviel Fotos sind von wel­chen Bildagenturen in Zeitschriften vor­han­den? Weiter geht es hier im drit­ten Teil:

Zeitschrift: Maxi
Untertitel: kei­ner
Ausgabe: Juni 2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/Kultur/Schönheit/Liebe
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiterin: Sybille Scharmann)
Verlag: Heinrich Bauer Verlag KG

Wir fan­gen lang­sam an und fin­den in die­ser Ausgabe nur 14 Fotos von 10 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
In der Maxi fin­den sich sehr vie­le Mode/Beauty-Fotostrecken, die wie so oft meist Auftragsarbeiten sind. Auch die meis­ten der ande­ren Bilder sind Auftragsfotos und so fin­den sich selbst von den Platzhirschen der Branche nur eins bis zwei Fotos.

Zeitschrift: Celebrity
Untertitel: Stars, Styles und Storys
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 2,60 Euro
Zeitschriftenthema: Celebrity/Mode/Beauty
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Art Director: Michael Weies)
Verlag: Marquard Media AG

Diese Ausgabe der Celebrity wir­belt die Gesamtstatistik stark durch­ein­an­der. Es fin­den sich 155 Fotos von 24 Bildagenturen im Heft, davon ent­fal­len aber 67 Fotos (ca. 43%) auf die Agentur Action Press. Übrigens ist Petra Gessulat die Chefredakteurin, bekannt durch Germany’s Next Topmodel, die auch der deut­schen Cosmopolitan vor­steht.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Bei einem Heft, wel­ches sich vor allem mit „Stars & Styles“ beschäf­tigt, über­rascht die hohe Zahl der Bildagenturen nicht, die sich auf Promi-Fotos spe­zia­li­siert haben. Am Ende des Beitrags gibt es einen Hinweis des Fotografen Tom Rohwer, der die hohe Anzahl der Action Press-Fotos viel­leicht etwas erklärt. Die Benennung der Fotos im Sturz ist dürf­tig, aber für die Auswertung aus­rei­chend. Es wer­den auch vie­le kos­ten­lo­se Promotionfotos benutzt, vor allem von Kleidung und Schmuck. Einige der Getty-Fotos schei­nen eben­falls von Wireimage zu sein (Wireimage/Getty).

Zeitschrift: Ökotest
Untertitel: Richtig gut leben
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 3,50 Euro
Zeitschriftenthema: Umwelt/Verbraucherberatung
Größe der Bildredaktion: Drei Personen
Verlag: Öko-Test Verlag GmbH

Diese Zeitschrift ist die ers­te, bei der die Nutzung von Fotos Bauchschmerzen berei­tet. 29 Fotos kom­men von 7 Bildagenturen bzw. Gratisarchiven wie Photocase, dar­über hin­aus gibt es aber sehr vie­le kos­ten­lo­se Promo-Fotos und auch vie­le Fotos ohne Bildcredit.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Wer sich die Webseiten der Agenturen ansieht, merkt schnell, dass Ökotest kaum Geld für Fotos aus­gibt. Neben den bil­li­gen bis kos­ten­lo­sen Bildarchiven bedient sich das Heft auch sehr häu­fig bei Firmen, um kos­ten­lo­se Fotos zu bekom­men. So fin­den sich Bilder der DAK, Klosterfrau, AOK oder BP im Heft, auch bei Testberichten. So wird der Test über Baumärkte mit Fotos illus­triert, die Hornbach, Praktiker, Bauhaus und Obi bereit­ge­stellt haben.
Schlimmer ist aber, dass es etli­che Fotos im Heft gibt, vor allem ganz­sei­ti­ge Bilder, die kei­ne erkenn­ba­ren Bildcredits haben, es also voll­kom­men unklar ist, wo die Fotos her­kom­men. Für ein Verbrauchermagazin sicher nicht die trans­pa­ren­tes­te Herangehensweise.

Zeitschrift: emo­ti­on
Untertitel: Persönlichkeit Partnerschaft Psychologie
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monat­li­ch
Preis: 3,80 Euro
Zeitschriftenthema: Psychologie/Partnerscharft
Größe der Bildredaktion: Vier Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Hier heißt es Klasse statt Masse: 36 Fotos von 12 Bildagenturen, mit dabei die teu­ers­ten Agenturen, aber auf Platz Drei wie­der die Microstock-Agentur foto­lia.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die emo­ti­on nutzt neben den Agenturfotos vie­le Auftragsfotos und Illustrationen. Die Informationen im „Sturz“ sind sehr aus­führ­li­ch. Es sind eini­ge Fotos von Museen ver­tre­ten, die ich nicht zäh­le, da sie nicht zu denen gehö­ren, die eige­ne Bildarchive zur kom­mer­zi­el­len Nutzung eta­bliert haben.

Zeitschrift: Frau im Trend
Untertitel: Die aktu­el­le Info-Illustrierte
Ausgabe: 19/2008
Erscheinungsweise: wöchent­li­ch
Preis: 0,70 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/Rezepte/Beauty/Prominente/Ratgeber
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Nun mal wie­der eine Zeitschrift, die zig Agenturen in ihr Heft lässt: 96 Fotos von 46 Agenturen fin­den sich in der unter­such­ten Ausgabe, es domi­nie­ren die RM-Agenturen, aber auch die Microstock-Agentur foto­lia ist ganz oben mit dabei.

Hier die Liste der Agenturen, sor­tiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die bei­den „Agenturen“ „Lisa Food“ und „Lisa Blumen“ sind kei­ne Bildarchive im eigent­li­chen Sinne, son­dern hier wur­de wahr­schein­li­ch Bildmaterial der gleich­na­mi­gen Zeitschriften genutzt, wel­che im sel­ben Verlag erschei­nen. Bei „Springer Pics“ bin ich mir nicht sicher, ich ver­mu­te aber, dass das Bildmaterial des Axel Springer Verlags ist.

Zum Schluss wie­der eini­ge klei­ne Zahlenspiele:
Mittlerweile tum­meln sich in mei­ner Tabelle 129 Bildagenturen, die den bis­he­ri­gen Zeitschriften zusam­men 987 Fotos gelie­fert haben. Davon haben ca. 55% nur ein bis zwei Fotos bei­ge­tra­gen. Die fünf häu­figs­ten Bildagenturen sind nun (in die­ser Reihenfolge) Action Press, Getty Images, Corbis, InterTopics und Bulls Press. Zusammen sind sie für knapp 40% der Archivfotos ver­ant­wort­li­ch. Auf Platz sechs folgt übri­gens mit Mauritius die ers­te deut­sche Bildagentur.

Anmerkung des Fotografen Tom Rohwer zu mei­ner Vorgehensweise:

Auftragsfotos (z.B. oft Modestrecken) wer­den nicht gezählt“ – Das ist nicht unpro­ble­ma­ti­sch – so man­ches, was als Credit „action press“ hat, stammt nicht aus dem Archiv oder dem täg­li­chen Angebot, son­dern ist Auftragsarbeit. Wie alle gro­ßen Presse-Fotoagenturen (Gamma, Sipa, Magnum, Contact etc.pp.) machen auch action press-Fotografen über die Agentur Auftragsarbeiten für Redaktionen.

Das erklärt viel­leicht die unge­wöhn­li­ch hohe Zahl der Action Press-Fotos in der „Celebrity“. Allerdings zäh­le ich die­se Fotos trotz­dem mit, da es aus den Bildcredits eben nicht erkenn­bar ist, ob das Foto aus dem Archiv von Action Press stammt oder ein Auftrag war und außer­dem auch in die­sem Fall der Fotograf bei die­ser Agentur einen Vorteil hat, wenn er über sie einen Auftrag erhält.

Übersicht der Marktanalyse: