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Kategorien in Bildagenturen abschaffen oder ändern

Die letzten Tage habe ich wieder eine Fotoserie mit über 100 Fotos zu verschiedenen Bildagenturen hochgeladen. Es fühlt sich dabei immer so an als würde das Sortieren der Fotos in die vorgegebenen Kategorien der Bildagenturen die meiste Zeit fressen. Deshalb plädiere ich hier öffentlich für die Abschaffung oder Änderung der bestehenden Kategorie-Systeme bei Bildagenturen.

Meine Gründe:

  1. Vor einigen Monaten hatte ich im Blog diese Umfrage unter Bildagenturen gemacht, welchen Sinn deren Bildkategorien haben. Die Hauptantwort war, dass vor allem unerfahrene Bildkäufer die Kategorien nutzen, um erst mal durch das Angebot „zu stöbern“. Mittlerweile denke ich, dass die meisten Bildkäufer das Prinzip von Online-Bildagenturen, Keyword-Systemen und Microstock-Anbietern verstanden haben.
  2. In der gleichen Umfrage gaben viele Bildagenturen zu, dass im Vergleich zur Stichwortsuche die Kategorien nur einen kleinen Teil der Umsätze ausmachen.
  3. Vor allem für professionelle Fotografen, die regelmäßig Bildagenturen mit vielen und guten Fotos beliefern, steigern die Pflichtkategorien den Aufwand für das Einstellen von Fotos enorm. Diese Fotografen und Bilder sind jedoch meist identisch mit denen, an denen die Bildagenturen am meisten verdienen. Eine Bildagentur, die die Kategoriezuordnung nicht den Fotografen aufbürdet, würden deren Workflow optimieren und die Agentur für Fotografen attraktiver machen.
  4. Vor allem in Microstock-Agenturen mit mehreren Millionen Fotos im Angebot verliert das urprüngliche Ziel von kategorien, die Bildermengen sinnvoll zu begrenzen, mittlerweile ins Leere. Bei Fotolia sind in der Kategorie Frau über eine halbe Million Foto zu finden, die Katogorie „Kinder“ bei iStockphoto liefert über 180.000 Treffer und die Kategorie „Menschen“ bei Shutterstock enthält über 1,7 Millionen Bilder. Kategorien sind nicht mehr übersichtlich.

Trotz dieser vier Gründe gibt es einen simplen Grund, Kategorien beizubehalten: Sie werden genutzt. Das bedeutet, dass damit auch einige Verkäufe erzielt werden, die sonst vielleicht nicht zustande gekommen wären. Aber lohnen sich die paar zusätzlichen Bilder im Vergleich zur Arbeitszeit der Fotografen? Ich sage nein!

Deshalb plädiere ich – wenn Bildagenturen Kategorien beibehalten wollen – für ein automatisches System.

Ein automatisches System würde so funktionieren: In den Kategorien werden automatisch nur die Fotos angezeigt, die auch den Kategoriebegriff als Suchbegriff verwenden.Das Wort „Frau“ bei einem Foto würde dafür sorgen, dass es z.B. in die Kategorie „Mensch“ oder „Frau“ sortiert wird. Der Begriff „Wald“ würde zu einem Zuweisen der Kategorien „Natur“ und „Wald“ führen und so weiter. Die Anzeigeergebnisse der Kategorie „Menschen“ bei Shutterstock und die Suchergebnisse für das Wort „People“ dort sind ja auch fast identisch. So ist es bei vielen Bildagenturen.

Neben dieser automatischen Zuordnung sehe ich vor allem bei den Macrostock-Agenturen noch einen anderen „Trend“. Statt fester Kategorien gibt es dort „Trendthemen“ (Mauritius Images), „Bildgalerien“ (Corbis), „Our Pics“ (Age Fotostock), „Selections“ (Action Press), „Dossiers“ (Ullstein Bild) und so weiter. Das sind im Grunde nichts anders als wechselnde Kategorien (meist zu aktuellen Themen), die von den Bildredakteuren der Agenturen handverlesen werden. So können die Neukunden weiterhin stöbern, entdecken und sich inspirieren lassen, ohne von zu vielen Bildern erschlagen werden.

Die Ironie des Ganzen: Ich bin mir sehr sicher, dass die Bildredakteure beim Auswählen der Fotos für diese „wechselnden Kategorien“ auch erst ein Stichwort in ihre Suchmaschine eingeben, zum Beispiel „Valentinstag“, „Olympia“, „Herbst“ und so weiter. Wenn die das können, schaffen das die Bildkäufer auch.

In diesem Sinne: Bitte, Bildagenturen, schafft die Kategorien ab! Oder ändert Euer System.

Was sagt ihr dazu? Stört euch das ebenfalls? Wie könnten die Kategoriesysteme verbessert werden? Ich freue mich auch über Beiträge aus Käufersicht oder von den Agenturen.

Teil 9: Fotos von Bildagenturen in ADAC Reisemagazin, Neue Welt, Life&Style, ideenMagazin und Reader’s Digest

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Zeitschriftencover

Zeitschrift: ADAC Reisemagazin
Untertitel: keiner
Ausgabe: Mai/Juni 2009
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Preis: 7,80 Euro
Zeitschriftenthema: Reise, Kultur, Autos
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: ADAC Verlag GmbH

Fangen wir heute mit einem Reisemagazin an. Im Heft finden sich 46 Fotos aus 26 Bildagenturen. Der größte Teil besteht aber aus Auftragsfotos zu den Reisethemen, die bebildert werden sollen. Ich fand auffällig (und gut), dass die Fotos relativ groß abgedruckt werden. In den Bildcredits wird immer die Agentur und der Fotografenname genannt.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Cinetext: 5
Ullstein Bild
: 5
AKG-Images: 4
Getty Images: 3
Laif: 3
A1pix: 2
Bildagentur Huber: 2
F1 Online: 2
Fotex: 2
Mauritius: 2
Anzenberger: 1
Arco Images: 1
Artur: 1
Bilderberg: 1
DEFD: 1
Diagentur: 1
Food Centrale Hamburg: 1
Granata Images: 1
Interfoto: 1
Parallelozero: 1
Picture Press: 1
Rex Features: 1
Schapowalow: 1
Stockfood: 1
Superbild: 1
Visum: 1

Bemerkungen:
Die Dominanz der Reise- und Reportageagenturen (Laif, Ullstein, Huber, etc.) überrascht hier nicht, wohl aber die Führung von Cinetext, die auf Filmfotos spezialisiert sind. Das hängt jedoch damit zusammen, dass eine Reise auf den Spuren der „Don Camillo und Peppone“-Filme wandelt und entsprechend bebildert wurde.

Zeitschrift: Neue Welt
Untertitel: Für die Frau
Ausgabe: 14/2009
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 1,50 Euro
Zeitschriftenthema: Stars, Adel, Mode, Gesundheit
Größe der Bildredaktion: Sechs Personen (Leitung: Christiane Doerk)
Verlag: Westdeutsche Zeitschriftenverlag GmbH

In der Neuen Welt zählte ich 104 Fotos aus 32 Agenturen. Auffällig war, dass der Reiseteil fast nur aus PR-Fotos bestand, im Gegensatz zur Zeitschrift oben und auch die Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung ist – nun ja- schwammig. Zum Beispiel wird für einen Gesundheitsartikel ein PR-Foto eines Medikamentenherstellers genommen, der auch im Artikel empfohlen wird. Die Bildcredits gelten mal für eine einzelne Seite und mal für eine Doppelseite.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Action Press: 13
Panthermedia: 11
dpa: 8
Bilderbox: 7
Dana Press: 7
Face To Face: 6
Roba Press: 6
Schneider-Press: 5
Wahapress: 5
Jump: 4
PPE: 3
Mauritius: 2
Agency People Image: 2
a-way: 2
Babirad-Picture: 2
Breuelbild: 2
CMK Images: 2
People Image: 2
Schickinger: 2
Cinetext: 1
AP: 1
Bildagentur Strauß: 1
Brauer Photos: 1
Bulls Press: 1
Colourpress: 1
doc-stock: 1
EB-Stock: 1
InterTopics: 1
Most Wanted Pictures: 1
Newpix: 1
people picture: 1
Seeger-Press: 1

Bemerkungen:
Da ich sehr viele Fotos bei Panthermedia habe, finde ich des öfteren meine Fotos in der Zeitschrift. Roba/Dana/Scheider Preis sind allesamt auf Adel- und Celebrity-Bilder spezialisiert und damit für eine Zusammenarbeit prädestiniert.

Zeitschrift: Life&Style
Untertitel: weekly
Ausgabe: 17/2009
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 1,90 Euro
Zeitschriftenthema: Stars, Mode, Beauty
Größe der Bildredaktion: Sechs Personen (Leitung: Maike Kie Godbersen)
Verlag: Heinrich Bauer Verlag KG

Die Zeitschrift scheint ein Familienbetrieb zu sein. Sie erscheint im Bauer-Verlag und sowohl Herausgeberin und Chefredakteurin tragen ebenfalls den Nachnamen Bauer. Im Heft finden sich fast nur Stockfotos und so gut wie keine Auftragsfotos, außer für einige Kleidungsfotos. Trotz der Bildfülle, werden relativ wenig Agenturen genutzt: 190 Fotos aus 29 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Action Press: 46
Splash News
: 38
Wirepress: 13
Getty Images: 11
Reflex: 8
Eliot Press: 7
paulpics.de: 7
Bulls Press 6
Colourpress: 6
Most Wanted Pictures: 6
HGM Press: 5
Wenn: 5
Face To Face: 4
Insight Celebtrity: 4
Sipa Press: 4
Starface: 3
dpa: 2
Babirad-Picture: 2
InterTopics: 2
Picture Press: 2
Cinetext: 1
AP: 1
Fotex: 1
Interfoto: 1
Stockfood: 1
Angeli: 1
FilmMagic.com: 1
Finest Images: 1
Reuters: 1

Bemerkungen:
Die Top-Agenturen der Paparrazi kämpfen hier um die ersten zehn Plätze. Gewonnen hat wie so oft Action Press. Bei den Bildcredits werden nur die Agenturnamen angegeben.

Zeitschrift: ideenMagazin
Untertitel: Das Haus
Ausgabe: 2/2009
Erscheinungsweise: quartalsweise (?)
Preis: 2,95 Euro
Zeitschriftenthema: Deko, Einrichtung, Garten
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Christine Meinel-Höß)
Verlag: Internet Magazin Verlag GmbH

Ich bin mir nicht sicher, wie genau diese Zeitschrift funktioniert. Sie scheint ein Ableger der Zeitschrift „Das Haus“ zu sein, der ab und zu Einrichtungs- und Gestaltungsideen vorstellt. Deshalb scheinen viele Fotos auch aus (im Heft beworbenen) Büchern zu sein, zum Beispiel beim Vorstellen von Rezepten oder Drinks. Wenn Agenturfotos genutzt werden, wird oft auch der Fotografenname angegeben. Insgesamt finden sich 56 Fotos aus 15 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Flora Press: 16
fotolia
: 10
istockphoto: 7
Stockfood: 4
Picture Press: 3
Jahreszeiten Verlag: 3
Bildagentur Strauß: 2
Camera Press: 2
GAP Photos: 2
Planet Syndication: 2
Jump: 1
Mauritius: 1
Corbis: 1
Jupiterimages: 1
Loupe Images: 1

Bemerkungen:
Mit istockphoto und fotolia sind hier Microstock-Agenturen ganz gut vertreten, flankiert werden sie aber weiterhin von den eher teuren Bildagenturen.

Zeitschrift: Reader’s Digest Deutschland
Untertitel: keiner
Ausgabe: April 2009
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3,70 Euro
Zeitschriftenthema: Reportagen, Geschichten
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Markus Ward)
Verlag: Verlag Des Beste GmbH

Der Reader’s Digest ist sowas wie der kleinste gemeinsame Nennen der Zeitschriftenbranche. Das Heft erscheint in 50 Ausgaben und 21 Sprachen. Gezählt habe ich in der deutschen Ausgabe, da fand ich 47 Fotos aus 22 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

fotolia: 9
Corbis: 8
Getty Images: 3
AP: 3
Look: 3
dpa: 2
Reuters: 2
Masterfile: 2
pd-f.de: 2
HGM Press: 1
AKG-Images: 1
F1 Online: 1
Rex Features: 1
Age Fotostock: 1
Alamy: 1
Colourbox: 1
manfredbaumann.com: 1
MAXPPP: 1
Newscom: 1
photoalto: 1
Project Photos: 1
Zentralbild: 1

Bemerkungen:
Bei einigen Reportagen im Heft werden auch Auftragsfotos genutzt. fotolia und Corbis sind im Heft am häufigsten vertreten und die Zuordnung ist vorbildlich: Direkt am Bild mit Agentur- und Fotografennamen. Insgesamt werden die Fotos im Heft jedoch eher zur Auflockerung und Illustration statt als Blickfang genutzt.

Fast eine Zusammenfassung:
Nach zehn Ausgaben meiner Zeitschriftenanalyse – dann hätte ich 50 verschiedene Zeitschriften analysiert – wollte ich eine Bilanz ziehen und auflisten, welche Agenturen insgesamt am meisten genutzt wurden etc. Mittlerweile gehen mir aber langsam die Zeitschriften aus. Falls mit jemand in Köln mal einige ausgelesene Hefte in den Briefkasten werfen will oder mir jemand welche per Post schicken möchte, bitte ich um eine kurze Mail. Vielen Dank.

Fotografische Nischen ohne Stockfotografie

Es gibt Fotografen und es gibt Stockfotografen.

Letztere werden von ersteren oft schräg angeschaut, als Konkurrenten, Preisdrücker, kreativlose Massenanbieter und mehr. Denn am Rückgang von Fotografieaufträgen sind nicht zuletzt die immer günstigeren Stockfotos schuld, die große Kosteneinsparung erlauben – zu Lasten der Auftragsfotografen.

Kleidung suchen
Da immer mehr Bildagenturen dazu übergehen, auch Aufträge an ihre vielen hundert bis tausend Fotografen zu vermitteln, heute ein Tipp für die Auftragsfotografen.

Wer nicht von Stockfotos, sondern von Fotoaufträgen leben will, sollte sich auf einen Bereich spezialisieren, der von Stockfotografen nicht angedeckt werden kann oder will.
Grund sind entweder die geringen Verkaufchancen über Bildagenturen oder rechtliche Hindernisse.

Nischen ohne den Konkurrenzdruck der Stockfotografie sind zum Beispiel:

  • News (für traditionelle Bildagenturen zu schnelllebig und kaum kalkulierbar, hier gibt es Spezialagenturen wie Action Press oder Picture Alliance)
  • Modefotografie (die Modestrecken in Magazinen leben davon, dass die Marken genannt und gezeigt werden dürfen – ein „No Go“ im Stockbereich)
  • Sport (rechtlich schwierig)
  • Produktfotografie (das Markenrecht verhindert sichtbare Marken in Bildagenturen)
  • Fine-Art-Drucke- hochklassige Werbung (Wo es auf Originalität und Exklusivität ankommt, helfen Bildagenturen kaum weiter)
  • Spezial-Wissenschaften (es gibg genug Fotos von Menschen in weißen Kitteln in der Stockfotografie, aber genaue Gerätebezeichnungen von Spezialapparaten oder die korrekte Wiedergabe wichtiger Arbeitsschritte ist selten)
  • Reportagen (hier gibt es Spezialagenturen wie laif, aber die Chance, genau zum gewünschten Thema fertige Fotostrecken zu finden, sind gering)

Das bedeutet nicht, dass ein Sportfotograf, wenn die Geschäfte schlecht laufen, sich gleich um den Auftrag einer Modezeitschrift bewerben sollte. Aber wer außen glücklichen Menschen oder Geschäftsleuten vor weißem Hintergrund mal etwas anderes fotografieren möchte, sollte sich eine Nische suchen, in der Stockfotos selten sind.

Mit welchen Nischen habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Oder wo lohnt es sich wegen vieler Stockfotos nicht mehr?

Teil 4: Fotos von Bildagenturen in Familie & Co, freundin, Neon, Apotheken Umschau, alverde

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Wieviel Fotos sind von welchen Bildagenturen in Zeitschriften vorhanden? Das will ich hier herausfinden.

Beginnen wir den vierten Teil.

Zeitschrift: Familie & Co
Untertitel: Die Familienzeitschrift
Ausgabe: 03/2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 2,50 Euro
Zeitschriftenthema: Kinder, Familie
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen (Leiterin: Franziska Thomas)
Verlag: Family Media GmbH & Co. KG

Diese Ausgabe enthält insgesamt 54 Fotos von 11 Bildagenturen. Die Verteilung ist typisch, mit den großen Namen vorn und gefolgt von den anderen üblichen Verdächtigen. Die Fotos werden sparsam, aber gerne groß eingesetzt und sind somit ein wichtiger Blickfang im Heft.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die beiden Marktführer Getty und Corbis sind erwartungsgemäß in den Top 3, als ebenfalls große Agentur verwundert die Führung von F1 Online hier nur wenig, was aber auch daran liegen kann, dass diese Bildagentur nicht nur Eigenmaterial anbietet, sondern auch sehr viele RF/RM-Kollektionen im Vertrieb hat.
Die Agentur „Image Dictionary“ habe ich im Internet leider nicht finden können, vielleicht ist ja ein Leser gewiefter.

Zeitschrift: freundin
Untertitel: keiner
Ausgabe: 04/2008
Erscheinungsweise: zweiwöchentlich
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode, Beauty, Partnerschaft, Kultur
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiterin: Alexandra Romero)
Verlag:freundin Verlag GmbH

Bei der „freundin“ finden sich 75 Fotos von 29 Bildagenturen. Ich hatte ehrlich gesagt mehr erwartet, aber viele Fotos, vor allem die Modestrecken, sind wieder Auftragsarbeiten.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Den „Sturz“ in der freundin empfand ich als etwas ungenau, da beispielsweise Fotos von mehreren Seiten am Artikelanfang zusammengefasst werden, wenn sie von der gleichen Agentur stammen. Dafür wird nicht nur die Bildagentur, sondern auch der Fotograf bzw. die Partner-Agentur genannt, was z.B. bei der oben untersuchten „Familie & Co“ nicht der Fall ist.

Zeitschrift: NEON
Untertitel: keiner
Ausgabe: 07/2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3,30 Euro
Zeitschriftenthema: Politik, Liebe, Beruf, Kultur
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiter: Jakob Feigl)
Verlag: NEON Magazin GmbH

Das weiß-rote Zeichen links oben auf dem NEON-Titel macht deutlich, dass die Zeitschrift ein Ableger der Illustrierten Stern ist. Diese steht seit Jahrzehnten für anspruchsvolle Fotos im Heft und gehört zu den wenigen, die sich noch trauen, fünf oder mehr doppelseitige Fotos hintereinander zu drucken. Diesen Bildanspruch nimmt die NEON auf und so finden sich in dieser Ausgabe nur 24 Fotos von 9 Agenturen, vor allem zur Illustration von Prominenten, zu denen die Redaktion nicht mal so einfach einen Fotografen vobeischicken kann.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die fünf Corbis-Bilder sind ausschließlich von der Premiummarke „Corbis Outline“, die vielen Fotos von Reportage-Agenturen (laif, Agentur Focus, Ostkreuz) werden für die Bebilderung der Politik-Artikel genutzt. Die Fotocredits sind ebenfalls vorbildlich: Fotograf/Partneragentur/Bildagentur werden genannt und nicht hochkant am Rand versteckt, sondern gut lesbar unten auf jeder Seite. Dazu kommen sehr viele Auftragsfotos. Ach ja, Illustrationen werden hier ebenfalls gerne bestellt.

Zeitschrift: Apotheken Umschau
Untertitel: Bezahlt von ihrer Apotheke
Ausgabe: 15. Mai 2008
Erscheinungsweise: zweiwöchentlich
Preis: kostenlos
Zeitschriftenthema: Medizin, Gesundheit
Größe der Bildredaktion: Fünf Personen (Leiterin: Maria Hoffmann)
Verlag: Wort & Bild Verlag

Die Apotheker Umschau hat mit fünf Personen eine beachtlich große Bildredaktion und nutzt auch nur Fotos der besten Agenturen: 44 Fotos von 21 Bildagenturen sind in dieser Ausgabe zu finden.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die Fotocredits sind sehr ausführlich mit Fotografenangabe und unter Umständen mehreren Partneragenturen. Im Vergleich zu vor wenigen Jahren hat das Agenturmaterial aber abgenommen und vermehrt werden Fotos von Fotografen des Verlags genutzt. Die vielen Fotos der Food-Agentur Stockfood mögen in einer Apothekenzeitschrift erstaunlich scheinen, das relativiert sich aber, wenn man bedenkt, dass die Agentur auch viele Fotos von Heilkräutern anbietet. In dieser Ausgabe sind die betreffenden Fotos jedoch fast alle für Kohlrabi-Rezepte genutzt worden.

Zeitschrift: alverde
Untertitel: keiner
Ausgabe: Juni 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: kostenlos
Zeitschriftenthema: Gesundheit, Beauty, Ernährung
Größe der Bildredaktion: Eine Person (Nicole Bull)
Verlag: Arthen Kommunikation GmbH

Die „alverde“ ist das Kundenmagazin der dm-drogerie markt-Kette. Trotzdem ist nicht nur Product Placement im Heft zu finden, sondern auch 28 Fotos von 11 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
In dieser Zeitschrift gibt es eine Besonderheit, die ich bisher so noch nie gesehen habe: Alle Bildcredits finden sich gebündelt im Impressum nach Agentur sortiert. Das hat die Auswertung für mich zwar beschleunigt, jedoch kann im Zweifelsfall nie nachgewiesen werden, ob auf einer Seite mehrere Fotos von der gleichen Bildagentur stammen. Das könnte die Zählung etwas verfälschen, auch wenn ich mit paar stichprobenartige Tests keine solchen Seiten finden konnte. Neben den Agenturfotos gibt es auch viele Promotionfotos von den Herstellern.

Einige willkürliche Zahlenspiele:

  • Insgesamt sind von 1212 Fotos von 146 Bildagenturen in der Datenbank verzeichnet. Das macht durchschnittlich ca. 8 Fotos pro Agentur.
  • Die drei Top-Agenturen Action Press, Getty Images und Corbis (in dieser Reihenfolge) haben zusammen jedoch schon 359 Fotos auf dem Konto.
  • Werden die Top-5-Agenturen abgezogen, haben die restlichen 141 Agenturen im Durchschnitt nur noch ca. 5 Fotos zu den bisher zwanzig analysierten Zeitschriften beigetragen.
  • Durchschnittlich nutzen die bisherigen Zeitschriften Fotos von 19 Agenturen pro Ausgabe. Spitzenreiter bisher ist „Frau im Trend“ (46 Agenturen), das Schlusslicht „Ökotest“ (7 Agenturen).

Übersicht der Marktanalyse:

Teil 3: Fotos von Bildagenturen in Maxi, Celebrity, Ökotest, emotion, Frau im Trend

Wer die “Einleitung: Fotos von Bildagenturen in Zeitschriften” schon gelesen hat, kann nach dem Foto weiterlesen, ansonsten empfehle ich, sich dort einen Überblick zu verschaffen.

Wieviel Fotos sind von welchen Bildagenturen in Zeitschriften vorhanden? Weiter geht es hier im dritten Teil:

Zeitschrift: Maxi
Untertitel: keiner
Ausgabe: Juni 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 2,20 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/Kultur/Schönheit/Liebe
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Leiterin: Sybille Scharmann)
Verlag: Heinrich Bauer Verlag KG

Wir fangen langsam an und finden in dieser Ausgabe nur 14 Fotos von 10 Bildagenturen.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
In der Maxi finden sich sehr viele Mode/Beauty-Fotostrecken, die wie so oft meist Auftragsarbeiten sind. Auch die meisten der anderen Bilder sind Auftragsfotos und so finden sich selbst von den Platzhirschen der Branche nur eins bis zwei Fotos.

Zeitschrift: Celebrity
Untertitel: Stars, Styles und Storys
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 2,60 Euro
Zeitschriftenthema: Celebrity/Mode/Beauty
Größe der Bildredaktion: Drei Personen (Art Director: Michael Weies)
Verlag: Marquard Media AG

Diese Ausgabe der Celebrity wirbelt die Gesamtstatistik stark durcheinander. Es finden sich 155 Fotos von 24 Bildagenturen im Heft, davon entfallen aber 67 Fotos (ca. 43%) auf die Agentur Action Press. Übrigens ist Petra Gessulat die Chefredakteurin, bekannt durch Germany’s Next Topmodel, die auch der deutschen Cosmopolitan vorsteht.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Bei einem Heft, welches sich vor allem mit „Stars & Styles“ beschäftigt, überrascht die hohe Zahl der Bildagenturen nicht, die sich auf Promi-Fotos spezialisiert haben. Am Ende des Beitrags gibt es einen Hinweis des Fotografen Tom Rohwer, der die hohe Anzahl der Action Press-Fotos vielleicht etwas erklärt. Die Benennung der Fotos im Sturz ist dürftig, aber für die Auswertung ausreichend. Es werden auch viele kostenlose Promotionfotos benutzt, vor allem von Kleidung und Schmuck. Einige der Getty-Fotos scheinen ebenfalls von Wireimage zu sein (Wireimage/Getty).

Zeitschrift: Ökotest
Untertitel: Richtig gut leben
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3,50 Euro
Zeitschriftenthema: Umwelt/Verbraucherberatung
Größe der Bildredaktion: Drei Personen
Verlag: Öko-Test Verlag GmbH

Diese Zeitschrift ist die erste, bei der die Nutzung von Fotos Bauchschmerzen bereitet. 29 Fotos kommen von 7 Bildagenturen bzw. Gratisarchiven wie Photocase, darüber hinaus gibt es aber sehr viele kostenlose Promo-Fotos und auch viele Fotos ohne Bildcredit.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Wer sich die Webseiten der Agenturen ansieht, merkt schnell, dass Ökotest kaum Geld für Fotos ausgibt. Neben den billigen bis kostenlosen Bildarchiven bedient sich das Heft auch sehr häufig bei Firmen, um kostenlose Fotos zu bekommen. So finden sich Bilder der DAK, Klosterfrau, AOK oder BP im Heft, auch bei Testberichten. So wird der Test über Baumärkte mit Fotos illustriert, die Hornbach, Praktiker, Bauhaus und Obi bereitgestellt haben.
Schlimmer ist aber, dass es etliche Fotos im Heft gibt, vor allem ganzseitige Bilder, die keine erkennbaren Bildcredits haben, es also vollkommen unklar ist, wo die Fotos herkommen. Für ein Verbrauchermagazin sicher nicht die transparenteste Herangehensweise.

Zeitschrift: emotion
Untertitel: Persönlichkeit Partnerschaft Psychologie
Ausgabe: März 2008
Erscheinungsweise: monatlich
Preis: 3,80 Euro
Zeitschriftenthema: Psychologie/Partnerscharft
Größe der Bildredaktion: Vier Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Hier heißt es Klasse statt Masse: 36 Fotos von 12 Bildagenturen, mit dabei die teuersten Agenturen, aber auf Platz Drei wieder die Microstock-Agentur fotolia.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die emotion nutzt neben den Agenturfotos viele Auftragsfotos und Illustrationen. Die Informationen im „Sturz“ sind sehr ausführlich. Es sind einige Fotos von Museen vertreten, die ich nicht zähle, da sie nicht zu denen gehören, die eigene Bildarchive zur kommerziellen Nutzung etabliert haben.

Zeitschrift: Frau im Trend
Untertitel: Die aktuelle Info-Illustrierte
Ausgabe: 19/2008
Erscheinungsweise: wöchentlich
Preis: 0,70 Euro
Zeitschriftenthema: Mode/Rezepte/Beauty/Prominente/Ratgeber
Größe der Bildredaktion: Zwei Personen
Verlag: Burda Senator Verlag GmbH

Nun mal wieder eine Zeitschrift, die zig Agenturen in ihr Heft lässt: 96 Fotos von 46 Agenturen finden sich in der untersuchten Ausgabe, es dominieren die RM-Agenturen, aber auch die Microstock-Agentur fotolia ist ganz oben mit dabei.

Hier die Liste der Agenturen, sortiert nach Häufigkeit der Fotos:

Bemerkungen:
Die beiden „Agenturen“ „Lisa Food“ und „Lisa Blumen“ sind keine Bildarchive im eigentlichen Sinne, sondern hier wurde wahrscheinlich Bildmaterial der gleichnamigen Zeitschriften genutzt, welche im selben Verlag erscheinen. Bei „Springer Pics“ bin ich mir nicht sicher, ich vermute aber, dass das Bildmaterial des Axel Springer Verlags ist.

Zum Schluss wieder einige kleine Zahlenspiele:
Mittlerweile tummeln sich in meiner Tabelle 129 Bildagenturen, die den bisherigen Zeitschriften zusammen 987 Fotos geliefert haben. Davon haben ca. 55% nur ein bis zwei Fotos beigetragen. Die fünf häufigsten Bildagenturen sind nun (in dieser Reihenfolge) Action Press, Getty Images, Corbis, InterTopics und Bulls Press. Zusammen sind sie für knapp 40% der Archivfotos verantwortlich. Auf Platz sechs folgt übrigens mit Mauritius die erste deutsche Bildagentur.

Anmerkung des Fotografen Tom Rohwer zu meiner Vorgehensweise:

„Auftragsfotos (z.B. oft Modestrecken) werden nicht gezählt“ – Das ist nicht unproblematisch – so manches, was als Credit „action press“ hat, stammt nicht aus dem Archiv oder dem täglichen Angebot, sondern ist Auftragsarbeit. Wie alle großen Presse-Fotoagenturen (Gamma, Sipa, Magnum, Contact etc.pp.) machen auch action press-Fotografen über die Agentur Auftragsarbeiten für Redaktionen.

Das erklärt vielleicht die ungewöhnlich hohe Zahl der Action Press-Fotos in der „Celebrity“. Allerdings zähle ich diese Fotos trotzdem mit, da es aus den Bildcredits eben nicht erkennbar ist, ob das Foto aus dem Archiv von Action Press stammt oder ein Auftrag war und außerdem auch in diesem Fall der Fotograf bei dieser Agentur einen Vorteil hat, wenn er über sie einen Auftrag erhält.

Übersicht der Marktanalyse: