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Weniger als 1% Fotografenhonorar? Depositphotos macht es möglich

Manchmal werde ich gefragt, nach welchen Kriterien ich entscheide, bei welchen Bildagenturen ich meine Fotos anbiete. Neben einigen objektiven Faktoren wie Preis, Kommissionen, Uploadprozess und so weiter gehört dazu auch immer eine gehörige Funktion Bauchgefühl. Bei der Agentur Depositphotos hat mein Bauch immer unangenehm gegrummelt. Die Agentur hat mehrfach versucht, mich mit vorteilhaften „Deals“ ins Boot zu holen und eine nüchterne Analyse ließ die Deals auch sehr verlockend aussehen. Aber dann kam wieder das Bauchgrummeln.

screenshot-depositphotos
Der rote Spruch „Du wirst unseren Rabatt lieben!“ bekommt aus aktuellem Anlass eine ganz eigene ironische Wendung.

Es hatte verschiedene Ursachen:
Es fängt damit an, dass Depositphotos nach eigenen Aussagen mit der Firma Depositfiles verbunden ist und von ihr finanziert wird. Depositfiles ist ein Online-Datenspeicher, der von vielen auch dazu genutzt wird, illegal urheberrechtlich geschütztes Material zu verteilen.

Vor fast genau drei Jahren schrieb ich hier im Blog über deren unsägliches SMS-Download-Angebot. Andere Fotografen regten sich vor paar Monaten auch über Bildverkäufe mit einer „erweiterten Lizenz“ auf, die auf der Depositphotos-Seite für 80 $ angeboten wird, von der Fotografen aber teilweise nur 2,64 $ abbekamen. Es scheint, als versuche Depositphotos jetzt, die Fotografenhonorare mit einer interessanten, wenn auch mehr als fragwürdigen Methode weiter nach unten zu drücken.

Partnerprogramme/Reseller bei Depositphotos

Einige Fotografen hatten in diesem Thread im Stockfotografie-Forum entdeckt, dass Bilder von ihnen bei der deutschen Agentur Shotshop angeboten werden, die von Depositphotos (DP) geliefert werden mussten. Wer es selbst überprüfen will, ob seine Depositphotos-Bilder auch bei Shotshop zu finden sind, muss dort einfach nach einer Bildnummer von DP-Fotos suchen.

Das Agenturen Material von anderen Bildagenturen verkaufen, ist nichts Neues. Spannend ist hier jedoch das Lizenz- und Abrechnungsmodell. Testkäufe von mir und anderen Fotografen ergaben folgendes: Wenn ein Kunde bei Shotshop ein Foto in voller Auflösung für 29,90 Euro kauft, was über Depositphotos geliefert wurde, erhält der Fotograf bei Depositphotos nur die Meldung, dass das Foto als „Abo-Download“ erworben wurde und der Fotograf dafür (je nach Ranking) zwischen 0,22 bis 0,26 Euro (0,30-0,36 $) erhält! Das wären weniger als 1% Fotografenanteil! Wie ist das möglich?

Auf meine Anfrage an Shotshop antwortete der Geschäftsführer Stephan Krömer nur:

„[…] Wir nutzen das Reseller Programm von Depositphotos und ich kann leider auch wirklich nur zu sämtlichen internen Abrechnungsfragen von Deposit nur an Deposit selbst verweisen. Bei Agenturverträgen gibt es immer ein „Non-disclosure Agreement“, welches man unterschreiben muss und an das wir uns halten müssen. […]“

Meine Anfrage an Depositphotos brachte mir nur eine Copy & Paste-Standardantwort von Depositphotos ein, welche alle Fotografen erhielten, die in den letzten bei DP nach Details fragten:

„Hello Robert,

Our Partnership programs have been created to boost contributors’s sales via new markets. Our contributors were opted out of our Extended license partner sales upon their requests, so their files are no longer sold via our Extended license partner sales. Shotshop is our API reseller. Shotshop purchases our subscriptions to resell our images under the Standard license.

Depositphotos reserves the right to determine the conditions of its cooperation with Partner companies. We sell those files by subscriptions (under the standard license), but it is up to our partners to set their prices and the way to sell them as long as they stick to license terms.

It is stated in our Supply Agreement:
“Depositphotos reserves the rights to distribute Files not only on the Website directly, but also through Partners. Contributor agrees that Depositphotos has the right to grant or pass along to Partners under separate agreements specific rights, constraints, obligations, licenses and other legal and business matters regarding Files. Depositphotos has the implicit right to provide Partners with access to the Files accepted at the Website via its own program interfaces (API) or any other means sanctioned and approved by Depositphotos, provided such access does not breach the provisions of the Standard and Extended License Agreements. “

If contributors want to opt out of our partnership programs, we will exclude their portfolios from all our partnership programs upon their requests and their images will be sold solely on depositphotos.com

Kind regards,
Vicky.“

Diese Erklärung wirft leider mehr Fragen auf als das sie Antworten liefert.

Fangen wir oben an: Shotshop ist ein Wiederverkäufer von Depositphotos mit einer API-Anbindung. Laut der Mail kauft Shotshop die Bilder mit einem Abo unter der Standardlizenz. Im Vertrag zum API-Programm steht bei Depositphotos jedoch folgendes:

„[…] Der Anbieter bietet dem Wiederverkäufer Dateien zu Standardpreisen oder über ein Abonnement an. Der Wiederverkäufer legt den Preis, den ihm seine Käufer für die Dateien bezahlen, selbst fest. […]“

Weiterhin steht dort:

„7. UNTERSAGTE HANDLUNGEN
[…] Der Verkauf von Dateien des Anbieters, ohne an ihn die ihm vertraglich zustehende Gebühr zu entrichten. […]“

Die erste große Frage ist: Wieso darf Shotshop Fotos zu hohen Preisen verkaufen, diese aber zu den niedrigen Abo-Preisen bei Depositphotos abrechnen? Unter der erwähnten Standardlizenz ist ein Weiterverkauf auch ausdrücklich ausgeschlossen.

Die zweite Frage ist: Wenn von einem Verkaufspreis von 29,90 Euro nur ca. 0,25 Euro beim Fotografen ankommen, wie teilen sich die restlichen 29,65 Euro zwischen Shotshop und Depositphotos auf? Wer steckt sich den Löwenanteil ein?

Unten in der Mail von Depositphotos wird erwähnt, dass ein Ausschluss der eigenen Bilder aus dem „Partnerprogramm“ möglich sei (wenn man eine Mail an support@depositphotos.com schreibt) und die Bilder dann nur über Depositphotos verkauft würden. Mir liegen jedoch Screenshots vor, die beweisen, dass das nicht ganz korrekt ist. Einige Fotografen hatten schon vor Monaten um die Deaktivierung ihrer Bilder vom Partnerprogramm gebeten, deren Fotos sind aber weiterhin bei Shotshop zu finden. Auch Sean Locke hat in der Microstockgroup geäußert, dass ihm per Mail ausdrücklich zugesichert wurde, seine Bilder würden nur über die Seite von Depositphotos verkauft, er aber trotzdem seine Fotos bei Shotshop findet.

Vielleicht liegt das an dem feinen sprachlichen Unterschied zwischen „Partnerprogramm“ und „Wiederverkaufer (Reseller)“, der in der Mail aufgemacht wird. Ein Fotograf bot folgenden Erklärungsversuch an: Die Agentur Shotshop kauft die Bilder von Depositphotos als Abo, deswegen würden sie ja über Depositphotos verkauf werden. Zufriedenstellend wäre diese gehirnquetschende Logik jedoch nicht.

Der Vorteil von Shotshop

Für Fotografen besonders ärgerlich ist auch das Verhalten von Shotshop. Die Berliner Agentur galt schon lange als eine Agentur mit einem der kompliziertesten Upload-Verfahren und gleichzeitig sehr vielen Ablehnungen. Besonders beliebt bei Shotshop ist der Ablehnungsspruch: „Für die Vermarktung durch Shotshop nicht geeignet“. Der ergibt endlich Sinn, denn natürlich ist es für die Agentur lukrativer, das gleiche Material von Depositphotos zu beziehen und dort deutlich weniger als die 35-67% Fotografenanteil  für nichtexklusives Material zahlen zu müssen.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Shotshop ist nicht die einzige Agentur, welche Material von Depositphotos verkauft. Eine andere Agentur ist beispielsweise die indische Agentur ibudgetphoto.com. (Deposit-Bilder werden dort unter dem Kürzel „DPPS_BILDNUMMER“ geführt) Testkäufe wurden schon getätigt, aber Abrechnungen bei Depositphotos sind bisher nicht erfolgt. Nachdem Depositphotos auf wiederholte Fragen nach einer Liste von Vertriebspartnern nicht reagiert hat, steht die bange Frage im Raum: Wie viele Agenturen vertreiben noch Bilder von Depositphotos mit einem billigen Abo? Das würde vielleicht endlich erklären, warum der Abo-Anteil bei Depositphotos so verdammt hoch ist.

Vertrauen in Partner

Üblicherweise läuft ein Deal zwischen mehreren Bildagenturen so: Wenn eine Bildagentur das Bild einer anderen Bildagentur verkauft, teilen sich beide Agenturen die Einnahmen 50:50 und der Fotograf bekommt von den 50% seinen vertraglich vereinbarten Anteil ab. Läuft die Vertriebskette über mehrere Agenturen, verlängert sich das und der Fotograf bekommt seinen Anteil nur von 25% oder 12,5%. Aber weniger als 1% ist schon eine starke Leistung.

Da wir als Fotografen kaum Kontrollmöglichkeiten haben, welche Agentur welche Bilder wann verkauft hat, müssen wir Vertrauen in die Bildagenturen haben. Depositphotos verspielt dieses Vertrauen gerade massiv. Und mein Bauch grummelt schon wieder.

Habt ihr auch Bilder bei Depositphotos? Findet ihr diese auch bei anderen Agenturen wie Shotshop wieder?

Warum ich mein Adobe Creative Cloud-Abo gekündigt habe (und was ich jetzt nutze)

Ja, ich hatte ein Adobe Creative Cloud Abo. Anderthalb Jahre lang war ich zahlender Kunde, weil ich das Abo ziemlich früh nach der Einführung abgeschlossen hatte.

Überzeugt hatte mich vor allem der Preis. Ich hatte mir sowieso ca. alle ein bis zwei Jahre eine neue Photoshop-Version für viele hundert Euro gekauft. Unter dem Strich würde ich pro Monat nicht mehr zahlen. Damals galt das Einführungsangebot: 29,99 Euro netto (Umsatzsteuer fiel für mich als Unternehmer nicht an) pro Monat für ein ganzes Jahr. Macht ca. 360 Euro im Jahr und ich nutze seitdem neben Photoshop und Bridge auch oft und gerne Adobe Premiere, Acrobat Pro, manchmal After Effects und Illustrator und ganz selten Dreamweaver. Nach Ablauf des Jahres zahlte ich dann 49,99 Euro.

Ich weiß, dass das Thema die Gemüter sehr erregt, weil Adobe auch sehr rigoros auf die Cloud-Variante umgestiegen ist, ohne die DVD-Alternative offen zu lassen. Aber da ich als Vollzeit-Fotoproduzent sowieso den Hauptteil meiner Zeit ein Adobe-Produkt offen habe (meist entweder Photoshop und/oder Bridge), sah ich kaum einen Unterschied.

In den anderthalb Jahren kam es auch nur ein Mal vor, dass ich im Zug auf dem Laptop Photoshop öffnen wollte, das aber nicht ging, weil seit dem letzten Öffnen 30 Tage vergangen waren und ich eine Online-Verbindung benötigt hätte, um mich wieder einzuloggen. Deswegen melde ich mich jetzt vor jeder Reise kurz die Creative Cloud ein.

Trotzdem habe ich vor einer Woche mein Abo bei der Creative Cloud gekündigt!

Das hatte zwei Gründe. Zum einen ist es Adobe aus mir unerfindlichen Gründen unmöglich, jährliche Abrechnungen anzubieten. Jeder Buchhaltungsposten kostet mich aber Zeit und damit auch Geld, weshalb ich eine jährliche Zahlungsweise bevorzuge. Der Mitarbeiter beim telefonischen Kundendienst von Adobe wies mich jedoch auf eine Alternative hin: Adobe Creative Clouds für Teams.

Das ist im Grunde das Gleiche wie die Cloud, nur für Unternehmen statt Privatpersonen. Aber auch Selbständige oder Freiberufler als Einzelperson dürfen diese Version wählen. Es gibt außerdem statt 20 GB dann 100 GB Speicherplatz in der Creative Cloud (was ich bisher fast nie genutzt habe) sowie angeblich einen besseren Kundenservice. Dazu kurz ein Wort: Der technische Kundendienst von Adobe ist mit das mieseste und unfähigste, was ich je in meiner Software-Nutzung erfahren durfte. Bisher habe ich immer bessere und schnellere Lösungen für ein Adobe-Problem gefunden, wenn ich die Suchmaschinen, Foren oder Kollegen bemüht habe, statt mir direkt von Adobe helfen zu lassen. Der kaufmännische Kundendienst hingegen, also wenn es um Rechnungsfragen oder Bezahlung etc. geht, ist hervorragend.

So empfahl mir der Adobe-Mitarbeiter, die Creative Cloud für Teams nicht direkt bei Adobe zu kaufen, sondern über einen der vielen von Adobe autorisierten Fachhändler, die hier gelistet sind.

Diese bieten in der Regel auch die von mir gewünschte jährliche Rechnungsstellung und sind sogar günstiger. Das ist der zweite Grund für meinen Umstieg.

Aktuell bieten sowohl Adobe als auch die Fachhändler die Creative Cloud für Teams für rund 40 Euro im Monat an*. Ich zahle jetzt zwei Jahre lang 39 Euro netto im Monat, zahle also gegenüber meinem vorherigen Abomodell über 131 Euro weniger im Jahr. Zwar kommt die Umsatzsteuer dazu, aber die bekomme ich ja vom Finanzamt wieder.

Wer als Fotograf, Grafikdesigner oder aus anderen Gründen jetzt ein Creative Cloud Abo für Einzelpersonen hat, sollte mal schauen, ob er hier nicht auch durch einen Umstieg sparen könnte. Das Angebot gilt meist bis zum 28.02.2014.

Der Wechsel ist auch ganz leicht. Man bestellt einfach die Team-Variante beim Fachhändler mit der gleichen Email-Adresse, die man für seine Adobe-ID verwendet und wenn der Zugang für die Team-Variante freigeschaltet wurde, loggt man sich im Team-Bereich ein, lädt sich selbst mit der identischen Email-Adresse ein, bestätigt diese Email und kann seine bisherige Creative Cloud-Installation ohne Neuinstallation weiter nutzen. Danach ruft man einfach kurz beim Kundendienst von Adobe an (0800-752 25 80), die dann das bisherige Monatsabo kündigen.

Welche Varianten oder Optionen nutzt ihr aktuell, falls ihr Adobe-Produkte nutzt?

* Bei Adobe gilt der Angebotspreis jedoch nur, wenn man vorher eine Creative Suite (Version 3 bis 6) gekauft hatte, was bei mir nicht der Fall war.

Stockfotografie-News 2011-10-01

Die letzten Wochen wollte ich mich immer wieder an die News setzen, aber jedesmal kam eine größere Meldung von einer Bildagentur, die einen eigenen Artikel wert war und die News wurden aufgeschoben.

Jetzt arbeite ich aber mal die lange Liste an Neuigkeiten ab, damit ihr wieder informiert und auf dem Laufenden seid.

  •  Die Bildagenturen scheinen jetzt Studenten als zukünftige Fotografen zu entdecken: Alamy verspricht Studierenden jetzt 100% Umsatzbeteiligung für die ersten zwei Jahre. Zur Zeit können sich nur britische und us-amerikanische Studenten bewerben und es gibt einen strengen Auswahlprozess, damit wirklich nur Kunst- oder Designstudenten teilnehmen.
  • Die Aktion ist leider schon vorbei, ich möchte sie jedoch trotzdem erwähnen, weil es zur Alamy-Meldung passt: Dreamstime lockte im September Studenten als neue Bildkäufer mit 25% Rabatt und einem Gewinnspiel.
  • Noch mal Alamy: Die Agentur zahlt jetzt auch über PayPal aus.
  • Bislang war Shutterstock nur als Abo-Agentur bekannt, jetzt will Shutterstock testweise auch Einzelverkäufe einführen. Über die genauen Konditionen ist noch nicht viel bekannt, aber wahrscheinlich soll der Verkaufspreis 19 US-Dollar betragen, Fotografen sollen ja nach Gesamtverkäufen 20-30% des Umsatzes erhalten. Damit nimmt der Wettbewerb wieder ein bißchen mehr zu, denn es ist klar, dass Shutterstock damit in den Geschäftsgebieten anderer Agenturen wildern will, wenn diese immer stärker ihre Abo-Modelle anbieten.
  • Fotolia hat mal wieder still und heimlich die Bedingungen für die Fotografen verschärft. Fotolia behält sich ab sofort das Recht vor, Fotografen, welche ihre Bilder auch bei billigeren Agenturen oder zu niedrigeren Kommissionen anbieten, auf das Level „Weiß“ runterzusetzen. Meine Vermutung: Betroffen sind vor allem Fotografen, welche auch über Agenturen wie Depositphotos, PhotoDune (Erweiterte Lizenz für 15 Dollar) oder IngImage (Abos für bis zu 5 Cent pro Download). Theoretisch könnte Fotolia damit auch nicht-exklusive istockphoto-Anbieter (15-20% Honoraranteil) bestrafen, aber ich bezweifle stark, dass Fotolia es auf diesen Kampf ankommen lassen will.
  • Protest scheint übrigens etwas zu bewirken. Nach nur wenigen Tagen rudert Veer mit ihrem umstrittenen Abo-Programm zurück, dass eine Mindestauszahlung von 10 Cent pro Download enthielt und Fotografen pro erweiterter Lizenz mit bis zu 13 Cent abspeiste. Nach viel Kritik, auch von meiner Seite, wurden die Bedingungen deutlich verbessert, sodaß ich meinen Rat von „Finger weg!“ zu „Klingt gut“ ändere.
  • Ironischerweise lockt Depositphotos gerade Fotografen mit großen Portfolios mit einigen Versprechen wie besserer Platzierung in den Suchergebnissen etc. an. So lange die Agentur jedoch die unsäglich niedrigen Preise bei SMS-Bezahlung anbietet, ist mein Rat: Finger weg!
  • Noch mal Fotolia: Fotolia setzt ab sofort alle Bilder auf den Startpreis von 1 Credit, die sich innerhalb von sechs Monaten nicht verkauft haben, egal, wie oft sie insgesamt verkauft wurden. Nachdem ein Bild dann wieder fünf Mal verkauft wurde, kann der Fotograf den Startpreis wieder höher setzen. Das betrifft vor allem exklusive oder teil-exklusive Fotografen bei Fotolia und ärgert insbesondere die Anbieter von saisonalen Themen, die meist nur wenige Monate im Jahr verkauft werden. Die Regelung gab es schon vorher, nur der Zeitraum wurde von 12 auf 6 Monate verkürzt.
  • Vor zwei Tagen hatte ich über Photolibrary und deren Übernahme von Getty Images geschrieben. Davon sind auch die Fotografen betroffen, die ihre Bilder bei Imagebroker anbieten. Deren RF-Bilder werden jetzt auch über Jupiterimages und Getty vertrieben, für den Abo-Vertrieb via Thinkstock ist eine Opt-In-Möglichkeit geplant.
  • Immer wieder unterhaltsam zu sehen, was die Galeonsfigur der Stockfotografie vorhat: Yuri Arcurs plant ein kostenloses 3-Jahres-Intensiv-Programm, um 10-20 Leuten (Stock-)Fotografie beizubringen. Die Teilnehmer sollten sich jedoch darauf einstellen, Teil einer „Reality-TV-Show“ zu werden, sprich: sowas wie „Yuri sucht the next Super-Fotograf“. Außerdem kann die Ankündigung auch andersrum gelesen werden: Yuri erhält kostenlos 10-20 Auszubildende, deren Bilder er munter verkaufen darf.
  • Zum Abschluss noch etwas Lustiges: Kennt ihr Planking? Nein? Egal, ist schon wieder out. Der neuste Trend ist es, Stockfotos nachzustellen, wie hier auf der Seite Stockisthenewplanking zu sehen. Positiv zu erwähnen ist, dass die Macher angeblich jedes gezeigte Stockfoto auch lizenzieren und das Wasserzeichen aber drin lassen, weil sich Inhalte über Tumblr & Co schnell verbreiten. Interessant ist es auch zu sehen, warum die Stockfotos meist perfekter aussehen: Liegt es am Licht, an der Kleidung, den Models? Wer seinen Blick dafür schärft, wird auch verkäuflichere Fotos machen.

Habe ich was übersehe? Dann bitte in den Kommentaren nachtragen.

Zugang zu Getty Images für Fotografen über Zoonar

Der Bildermarkt gleicht einem Wirbelwind. Agenturen tauchen aus dem Nichts aus und verschwinden genauso schnell wieder oder werden gekauft, verkauft, vereint oder umbenannt.

Im Mai hatte ich geschrieben, dass die Bildagentur Photolibrary vom Marktführer Getty Images aufgekauft wurde. Das hatte ich damals schon kritisch kommentiert und heute zeigt sich wieder, wieso.

Photolibrary war und ist einer der Vertriebspartner der deutschen Bildagentur Zoonar, welche sich wirklich alle Mühe gibt, interessante Vertriebspartner für ihre Fotografen zu gewinnen.

Nach der Übernahme stellte sich die Frage: Was passiert mit den Zoonar-Fotos bei Photolibrary? Kommen die auch zu Getty Images? Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort:

Der Inhaber von Zoonar, Michael Krabs, schickte gestern diese Mail an seine Fotografen:

„Sie haben sicher schon gehört, dass Getty Images unsere Partneragentur Photolibrary gekauft hat und diese zum Oktober 2011 schließen wird.

Umso mehr dürfte es Sie freuen, dass wir jetzt auch mit Getty Images einen Partner-Vertrag ausgehandelt haben. Wir können Ihnen daher anbieten, alle Fotos, die Zoonar bereits bei Photolibrary eingespielt hat, direkt in den weltweiten Getty-Vertrieb zu übernehmen. Die Fotos werden dann bei Thinkstock, Photos.com und Jupiterimages eingespielt und über die Getty Abo-Modelle (Subscriptions) verkauft. Hier werden sehr hohe Umsatzraten erzielt.

Daher empfehlen wir Ihnen, den Vertrieb Ihrer Fotos über Getty Images zu akzeptieren. Es wird sich für Sie auszahlen. Sollten Sie Ihre Fotos nicht über Getty Images vertreiben wollen, so möchten wir Sie bitten, die entsprechenden Fotos bis zum 09.10.2011 in der Zoonar-Partnerverwaltung für den Partner Photolibrary zurückzuziehen.

Alle Fotos, die Sie bis zum 09.10.2011 für den Partner Photolibrary abziehen, werden vor Ablauf der sechsmonatigen Frist entfernt, so dass sie nicht zu Getty Images übertragen werden. In einen späteren Schritt, werden wir Ihnen dann auch anbieten, weitere Fotos für Getty Images freizuschalten. Hierfür sind aber noch einige Entwicklungsarbeiten notwendig. Sobald dies möglich ist, werden wir sie informieren. Bitte rechnen Sie aber erst in 2-3 Monaten damit.“

Dieses Angebot ist insofern interessant, das Getty ansonsten stark auf Exklusivität pocht und in diesem Fall darauf verzichtet.

Für Fotografen mag es zwar prestigeträchtig sein, sagen zu können, dass ihre Bilder über Getty Images vertrieben werden, aber bei näherer Betrachtung würde ich zur Vorsicht raten.

Es wäre naiv zu glauben, dass Fotos in der Photolibrary-Kollektion bei Suchanfragen genauso behandelt werden wie Premium-Kollektionen wie Stone+ oder dem Hulton Archiv. In der Mail oben klingt schon recht deutlich an, was das Ansinnen von Getty ist: Mehr Material für Abo-Angebote zu erhalten, die über Thinkstock, Photos.com und Jupiterimages verkauft werden. Das ist vergleichbar mit dem Grabbeltisch im Schlussverkauf, während eine Etage darüber die neue Herbstkollektion hängt.

Auf Nachfrage ging Herr Krabs noch mal ins Detail und erklärte weitere Einzelheiten des Angebots. Betroffen sind nur RF-Bilder, RM-Bilder in der Photolibrary über Zoonar werden nicht von Getty Images übernommen. Wer das Angebot nicht annehmen möchte und seine gesamten Bilder aus dem Photolibrary-Partnerprogramm entfernen will, kann das bis zum 09.10.2011 entweder manuell in seinem Fotografenaccount umstellen oder bei über 2000 Bildern im Portfolio bietet Herr Krabs an, eine Mail inklusive des Accountnamens an info@zoonar.com zu schreiben, dann übernimmt Zoonar die Deaktivierung.

Ausdrücklich wies Herr Krabs darauf hin, dass teilnehmende Fotografen „recht schmerzfrei“ sein sollten, was die Pro-Bild-Umsätze angeht, auch wenn durch die schieren Mengen trotz der hohen Margen von Getty Images viel für den Fotografen abfallen würde. Das Angebot lohnt sich demnach nicht für Fotografen, die ihre Bilder schon sehr sinnvoll und breit gestreut haben. Er selbst wird seine Bilder dort nicht anbieten und ich werde es ebenfalls nicht tun. Theoretisch könnten die Bilder auch zu hohen Einzelpreisen verkauft werden, aber ungefähr 98% der Verkäufe bei Photolibrary waren Abo-Verkäufe und ich sehe keinen Grund, warum sich das bei Getty ändern sollte.

Getty Images versucht hier zum wiederholten Male, anderen Abo-Anbietern Konkurrenz zu machen. Zuerst wurden alle istock-Fotografen gezwungen, ihre Bilder bei Thinkstock auch im Abo zu verkaufen, jetzt kommt mit der Photolibrary ein weiterer Schwung an Bildern in die Sammlung. Je attraktiver Thinkstock oder Photos.com jedoch für Bildkäufer werden, desto weniger Honorar werden die Fotografen erhalten. Wer also zum Beispiel gut bei Shutterstock oder Fotolia verkauft, schneidet sich mittelfristig ins eigene Fleisch, wenn von dort Abo-Kunden zu den Getty-Abo-Modellen wechseln.

Während der Fotograf bei Shutterstock, Fotolia etc. ca. 25-40 Cent pro Download erhält, ist noch nicht klar, wie viel Zoonar-Fotografen unter dem Strich pro Abo-Download erhalten würden. Auf jeden Fall werden es weniger als 25 Cent sein (soviel erhalten schon die Thinkstock-Lieferanten bei istock minus der Zoonar-Anteil) und rein rechnerisch (voll ausgeschöpftes Jahresabo) wären auch leicht Abo-Abrechnungen im einstelligen Cent-Bereich möglich.

Deswegen: Wem egal ist, wie viel er verdient, solange er nur bei Getty ist, der kann das Angebot annehmen. Den anderen Fotografen empfehle ich eher, sich das gründlich zu überlegen, vor allem, wenn sie ihre Bilder auch bei Shutterstock anbieten.

Was ist eure Entscheidung? Weiterhin über Photolibrary auch bei Getty im Abo vertreten zu sein oder lieber darauf verzichten?

Veer bietet jetzt Abo-Modell an – Einmalige Opt-Out-Chance für Fotografen

Die weltweit größte Bildagentur Getty Images hat kürzlich ihre Microstock-Fotografen bei istockphoto die Pistole auf die Brust gesetzt und gefordert: „Entweder wir dürfen alle Deine Bilder auch als Abo-Download anbieten oder Du fliegst raus!“ So versucht Getty, ihr Portal Thinkstock für Käufer attraktiver zu machen. Fotografen erhalten natürlich ziemlich wenig Geld für diese Abo-Downloads.

Die zweitgrößte Agentur Corbis muss sich gedacht haben: Was die können, schaffen wir auch. Deshalb bietet die Microstock-Tochter Veer der Bildagentur Corbis jetzt ebenfalls ihre Bilder im Abonnement an. Immerhin sind sie im Gegensatz zu Getty so freundlich und bieten den Fotografen eine einmalige Möglichkeit, ihre Bilder aus dem Abonnement zu entfernen. Doch dazu später mehr.


Was für Konditionen bietet das Veer-Abo für Fotografen?

Manchmal denke ich, Bildagenturen halten ihre Lieferanten für blöd. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sie immer von den höchstmöglich zu erzielenden Honoraren reden, aber nie vom tiefstmöglichen oder wenigstens vom Durchschnitt. Klar, es klingt besser, wenn die Agentur sagt: „Der Fotograf kann pro Abo-Download bis zu 3,75 Dollar verdienen“ statt „Der Fotograf wird nicht weniger als 10 US-Cent pro Abo-Download erhalten„.

Aber seien wir fair: Theoretisch ist das Modell von Veer fairer als bei den meisten anderen Bildagenturen. Der Fotograf erhält keine fixe Summe pro Download, sondern wird anteilig an der Menge der Downloads beteiligt. Übersetzt: Je weniger der Bildkunde am Tag runterlädt, desto mehr verdient der Fotograf. Bei Abo-Modellen anderer Bildagenturen erhält der Fotograf immer die gleiche Summe und falls ein Bildkäufer sein Abo-Kontingent nicht ausschöpft, streicht die Bildagentur den Gewinn ein.

Bei Veer erhält der Fotograf 3 Dollar, wenn der Abo-Kunde nur ein Bild am Tag runterlädt. Wenn der Abo-Kunde jedoch 10 Bilder am Tag runterlädt, bekommt der Fotograf nur noch 30 US-Cent. Bei 30 Bildern am Tag – der maximalen Downloadgrenze im Abonnement – erhält der Fotograf nur noch lächerliche 10 Cent. Die von Veer als höchsten Abo-Honorar in der Bilderbranche angepriesenen 3,75 Dollar sind nur eine Augenwischerei. Das ist nämlich der Erlös für einen Abo-Download einer „Erweiterten Lizenz“, welche die Erlaubnis zur „unbegrenzte Vervielfältigung“ und einen Rechte-Schutz enthält. Wenn der Käufer jedoch 28 Abo-Bilder am Tag mit einer erweiterten Lizenz runterlädt, erhält der Fotograf nur noch 13 US-Cent. Das wiederum ist für erweiterte Lizenzen eher ein Rekordwert nach unten. Zum Vergleich: Normalerweise kostet ein Bild mit einer erweiterten Lizenz 100 Credits (ca. 100 Dollar) bei Veer. Die vollständige Übersicht der Preise und Honorare bei Veer gibt es hier als PDF.

Übrigens: Auch wenn Veer eine „Erweiterte Lizenz“ namens „Product For Resale“ anbietet, mit der ein Weiterverkauf, z.B: auf T-Shirts, in Webseiten-Templates oder auf Postern erlaubt ist, gibt es diese Nutzung (noch) nicht im Abo.

Wichtiger Hinweis:
Diese folgende Information ist ganz neu und wird sicher hier im Blog noch ausführlicher besprochen, aber vorweg:
Fotolia hat angekündigt, sich die Möglichkeit offen zu halten, Fotografen auf das Ausgangslevel „Weiß“ zurückzusetzen, wenn sie ihre Bilder bei Agenturen anbieten, die unter den Preisen und Kommissionen für das Weiß-Ranking bei Fotolia liegen. Ich denke zwar, das betrifft eher Agenturen wie DepositPhotos, PhotoDune (Erweiterte Lizenzen für 15 Dollar) und andere, aber 10 Cent pro Abo-Download ist ebenfalls deutlich weniger als Fotolia mit 25 Cent mindestens pro Abo-Download zahlt.

In der Praxis gibt es vergleichbare Abo-Modelle nur bei Panthermedia und Waldhäusl. Letztere will ihr Abo-Modell nicht weiter verfolgen und in bei Panthermedia sahen meine Durchschnittserlöse im Abo deutlich magerer aus als die versprochene Beispielrechnung.  Deshalb habe ich dort das Abo schnell deaktiviert und auch bei Veer habe ich es ausschalten lassen.

Wie deaktiviere ich die Abos bei Veer?

Veer bietet Fotografen einmalig die Gelegenheit, das Abo für die eigenen Fotos auszuschalten. Hier die Anleitung:

  1. Dazu müssen Fotografen eine Email an „contributor@veer.com“ schreiben.
  2. Der Betreff muss lauten: „Subscription opt-out.“
  3. Im Text der Email muss stehen: „I do not wish to participate in the Veer Subscription program at this time. Please exclude my images from the subscription web site. Contributor Alias: _______“
  4. Im freien Feld zum Schluss muss euer Fotografenname bei Veer stehen, falls ihr dort z.B. ein Pseudonym nutzt.
  5. Falls ihr von einer anderen Email-Adresse schreibt als der, mit der ihr euch bei Veer angemeldet habt, müsst ihr diese Anmelde-Mailadresse ebenfalls im Text der Email angeben.

Wenn ihr auf die Adresse im Text bei 1. klickt, öffnet sich gleich eine Email mit den meisten notwendigen Angaben (bis auf euren Account-Namen), wenn ihr euren Browser mit einem Emailprogramm verknüpft habt.

Wer mit dem Gedanken liebäugelt, bei Veer Bilder zu verkaufen, sollte sich schnell anmelden und  – meine Empfehlung – gleich die Email schicken, um die Abos zu deaktivieren.

Was sagt ihr zur Ankündigung von Veer? Wie entscheidet ihr euch und warum?

Update 28.09.2011: Veer hat angekündigt, das Abo-Modell noch mal zu überarbeiten zu wollen, weil es zuviel Kritik daran gab.

Update 01.10.2011: Veer hat die Änderungen am Abo-Programm veröffentlicht. Demnach soll das Minimumhonorar pro Download jetzt 25 Cent betragen, außerdem soll die Obergrenze auf 4,95 Dollar angehoben werden. Erweiterte Lizenzen sollen vorerst nicht im Abo angeboten werden, Abo-Kunden erhalten nur die Möglichkeit, eine erweiterte Lizenz etwas günstiger zu kaufen, der Fotograf erhält dann 35 Dollar. Veer behält sich die Möglichkeit vor, später doch noch ein Abo für erweiterte Lizenzen einzuführen, dann jedoch zu höheren Preisen als bisher angekündigt. Wer als Fotograf seine Bilder schon deaktiviert hatte, kann sie bis zum 21. Oktober wieder für das Abo-Programm aktivieren, indem er eine Email an contributorhelp@veer.com schreibt mit dem Betreff „Opt in“.