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Die 15 Bildertrends-Bestseller von Westend61 in 2016

Anfang letzten Jahres hatte die Bildagentur Westend61 (Platz 8 meiner Bildagentur-Auswertung) fünf zukünftige Trends vorgestellt, welche in den nächsten Monaten visuell nachgefragt würden: Nonkonformität, Science-Reality, Achtsamkeit, Mobilität und YOUNIVERSE.

Eine genaue Umschreibung dieser visuellen Trends könnt ihr hier im Bilderheimat-Blog der Agentur nachlesen.

Jetzt nach Ablauf des Jahres möchte ich die jeweils drei Topseller der Bereiche vorstellen, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, welche Themen und Bildsprachen aktuell gefragt sind:

  1. Nonkonformität:
    © Rainer Holz / Westend61
    © TeKa / Westend61
    © Team-Up / Westend61

    Individuelle Typen, ungewöhnliche Perspektiven oder Abkehr vom Mainstream-Konsum: Alles dabei.

  2. Science-Reality
    © Mareen Fischinger / Westend61
    © zerocreatives / Westend61
    © Florian Küttler / Westend61

    Wie sind Tablet-PCs und andere Bildschirme in der Praxis angekommen? Die besten Beispiele verkaufen sich gut.

  3. Achtsamkeit
    © Reiner Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Mareen Fischinger / Westend61

    Rückbesinnung auf das, was einem selbst gut tut: Gesundheit, Zeit für die Familie oder den Partner: Solche Bilder sind gefragt.

  4. Mobilität
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Rik Rey / Westend61

    Ob Auto, Fahrrad oder Umzugswagen: In Bewegung bleiben, flexibel sein und sich wohl fühlen dabei, darauf kommt es an.

  5. YOUNIVERSE
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Jo Kirchherr / Westend61

    Das traute Familienglück hatte schon in den 1950er Jahren einen hohen Stellenwert und dabei ist es immer geblieben: Familie und Eltern mit ihren Kindern stehen bei Bildkäufern nach wie vor hoch im Kurs.

Auffällig ist, dass sich bei vielen dieser Bestseller sogar zwei oder mehr der genannten Trends im Bild wiederfinden: Das letzte Bild zum Beispiel könnte neben dem YOUNIVERSE auch in den Kategorien Achtsamkeit oder Science-Reality landen.

Bei vielen Bildern ist auch der Freiraum großzügig bemessen, sodaß Kunden noch Platz für Logos, Text oder andere Gestaltungselemente haben. Gegenlicht wird gerne genommen und meist schauen die Models auch nicht in die Kamera.

Fallen euch sonst noch Gemeinsamkeiten der Bestseller auf?

Warum gute Stockfotos immer auch Klischees sind

Es ist so leicht, sich über Stockfotos lustig zu machen: Der Handschlag zwischen zwei dynamischen Geschäftsleuten, die glücklichen Eltern mit ihren beiden lachenden Kindern auf dem Rücken oder der kleine Goldfisch, der aus dem einen runden Aquarium in das andere springt.

2014_tanja_ralf_business_054_0175_kleinJeder kennt diese Bilder, bunte Farben, weich belichtet, schöne Models, keine Sorgen. Die Frage, die sich vielen anscheinend unweigerlich stellt, ist, warum es immer genau diese Fotos sein müssen, um wirklich alles Mögliche zu bebildern?

Könnten die Fotografen nicht etwas kreativer sein und sich andere Konzepte, Zeichen und Symbole ausdenken, damit danach auch die Grafiker und Werber abwechslungsreicheres Bildmaterial zur Auswahl haben? Stattdessen gibt es den immer gleichen Einheitsbrei aus gebleichten Zähnen, reiner Haut und Wohlfühlwelten.

Dabei ist die Frage ganz falsch gestellt. Zumindest aus Sicht eines erfolgreichen Stockfotografen.

Machen wir uns doch nichts vor: Bei über 100 Millionen billigen Stockfotos zur Auswahl gibt es genug Motive abseits des Mainstream, mit denen Grafiker auch abgefahrenere Ideen illustrieren könnten.

Ich behaupte: Die meisten sind nur zu faul zum Suchen. Oder zu geizig. Denn neben den billigen Microstockagenturen gibt es ja immer noch die Macrostockagenturen mit ganz anderen Bildsprachen und deutlich weniger häufig verwendeten Bildern. Selbst die Microstock-Agenturen haben mit Kollektionen wie Offset oder Adobe Premium viele Edel-Bilder mit einem ganz anderen Look im Angebot. Nur kosten diese eben auch mehr.

Das Geld ist hier der springende Punkt. Für Fotografen lohnen sich Stockfotos umso mehr, je häufiger sich die Bilder eines Shootings verkaufen. Damit die Voraussetzungen dafür gegeben sind, versuchen sie, die Bilder so universell wie möglich zu halten, damit sie unabhängig von Sprachbarrieren, Ländergrenzen oder Kulturen funktionieren.

Die Stockfotografie-Klischees, über die sich Leute gerne lustig machen, funktionieren eben nur, weil die Stockfotografen ihre Arbeit gut gemacht haben. Nur universelle Verwendungsmöglichkeiten bringen höchstmögliche Verkäufe, die wiederum als Nebeneffekt eine gewisse Sättigung eintreten lassen, sodass Designer irgendwann genervt sind, das nächste „Frau mit Headset im Callcenter„, Rebecca Ariane  Givens oder „Frau isst Salat„-Motiv zu sehen.

Das gleiche gilt übrigens für das Argument der „Langeweile“. Erfolgreiche Stockfotos sind oft langweilig, weil „aufregend“ oder „spannend“ polarisieren kann, was wiederum bedeutet: Kunden abschrecken kann.

Das eine geht nicht ohne das andere. Wenn ein Motiv oder eine bestimmte Bildsprache so überzeugt, dass sich ganz viele Kunden darauf stürzen, wird dieses Motiv oder dieser Look irgendwann zum Klischee werden. Bis dahin wird sich das Motiv blendend verkaufen und die Stockfotografen von ihrer Arbeit leben können.

Wenn ein Grafiker partout etwas „ganz Anderes“ oder im wörtlichen Sinne „noch nie Dagewesenes“ verwenden will, muss er eben in den sauren Apfel beißen und etwas mehr Geld ausgeben, zum Beispiel, indem er einen kreativen Fotografen beauftragt.

Über zehn Jahre Microstock haben bei Designern die Erwartungshaltung geweckt, dass sich technisch perfekte Motive mit tollen Models und passenden Requisiten schnell für wenige Euro finden lassen. Dieses System funktioniert aber nur, wenn die Designer gleichzeitig verstehen, dass der Preis für diese Schnäppchen eben eine weitere Verbreitung der immer gleichen klischeehaften Motive ist. Denn es liegt auf der Hand: Ein aufwändiges Shooting kostet deutlich mehr als die 2-3 Euro, die ein Bild in Webauflösung kostet. Da müssen schon viele Verkäufe zusammenkommen, um die Kosten wieder reinzuholen.

Ich habe kein Problem, dass ich meine Bilder unter dem Herstellungspreis verkaufe, solange sich genug Verkäufe summieren. Dann sollten sich Designer jedoch mit Spot über die häufige Verbreitung der Bestseller-Motive zurückhalten. Oder einfach mehr bezahlen.

Was meint ihr?

Neues von der Photokina 2016: VR, 3D, 360° und mehr

Nachdem ich für euch stundenlang aufmerksam durch die Hallen der Photokina getigert bin, um spannende Produktneuheiten zu entdecken, möchte ich euch meine Funde vorstellen, damit ihr noch vor dem Ende der Messe gegebenenfalls selbst bei den Ständen vorbeischauen könnt, die euch interessieren.

Auffällig viele Neuheiten gab es bei den Themenbereichen Virtual Reality und 360°-Fotos und -Videos. Es gab auch einige Drohnen-Anbieter etc., aber da ich davon keine Ahnung habe, kann ich dazu leider wenig sagen.

photokina_2016_img_5265Als die „Kamera mit der höchsten Auflösung“ für 360°-Fotos (108 MP) wurde die Panono-Kamera (Halle 9, A023) beworben, die wie ein runder Ball mit vielen Löchern aussieht und für knapp 1500 Euro erhältlich ist. Die Berechnung der Panoramen erfolgt cloudbasiert über den Server der Firma, genauere Angaben zum Datenschutz konnte der Stand-Mitarbeiter außer „die Bilder sieht keiner“ leider nicht machen.

Sogar 360°-Videos (und -Fotos) hingegen kann die Vuze-Kamera, (Halle 9, B014) welche damit wirbt, besonders klein und bedienungsfreundlich zu sein. Macht auf jeden Fall einen guten Eindruck.

Besonders für das 360°-Live-Streaming geeignet sein soll die Orah-Kamera 4i (Halle 9, B033), welche ab Ende des Jahres für ca. 3600 USD verfügbar sein soll.

Als 360°-Action-Cam vermarktet sich die Aleta-Kamera (Halle 9, C037a).

Einen anderen Weg geht die Firma Freedom360 (Halle 9, A050), welche verschiedene Mounts und Stative anbietet, mit denen entweder 6 GoPro-Kameras für 360°-Aufnahmen passend angeordnet werden können und damit bis zu 8K-Videos möglich sind. Oder es gibt Mounts mit modifizierten GoPro-Kameras mit offenen Ports, die für Live-Streaming gedacht sind. Für die neue GoPro Hero 5 werden die Gehäuse bald angepasst.

Neue GoPro? Ja, die GoPro Hero 5 (Halle 9, A020) ist ebenfalls ohne extra Gehäuse bis zu 10 Metern wasserdicht, kann RAW-Fotos, sowie Wide-Dynamic-Range-Videos aufnehmen, hat eine eingebaute Bildstabilisierung und kann Sprachkommandos in sieben Sprachen verstehen.

Um die ganzen 360°-Aufnahmen sinnvoll nutzen zu können, bietet Pano2VR (Halle 9, A050) die Möglichkeit, aus dem Material interaktive 360°-Touren zu machen.

sharealike (Halle 9, Stand B050) verspricht hingegen, aus normalen 2d-Fotos, eine 3D-Slideshow zu erstellen für Virtual Reality-Geräte, indem die Bilder über ein VR-Video montiert werden.

Für Unterwasseraufnahmen ist die Marina Grade X2 Action-Kamera von Intova (Halle 9, B032) gedacht, welche ein wasserdichtes Gehäuse und im Gegensatz zur GoPro zusätzlich ein 150 Lumen-Licht gleich mit eingebaut hat. Kostenpunkt ca. 349 USD.

Eine simple, mechanische 3-Achsen-Stabilisierung bietet der solidLUUV (Halle 9, B050) Stabilisator für 249 Euro, zusätzlich gibt es mit dem Action Gimbal für 299 Euro noch den leichtesten Gimbal auf dem Markt. Zusammen können beide zum „ultraLUUV ACTION“ kombiniert werden.

Etwas spielerischer ist der Adapter Kúla (Halle 5.2, F020), welcher bei einer DSLR vor das Objektiv gehalten wird, um stereoskopische Bilder zu erzeugen. Kostenpunk ca. 179 USD. Ein Adapter für Smartphones ist in Arbeit.

Produktfotografen interessiert vielleicht das foldio360 (Halle 9, B050), ein kleiner Drehtisch mit integriertem Licht für ca. 139 USD, welcher in Kombination mit einem Smartphone 360°-Bilder aufnehmen kann. Die perfekte Ergänzung ist das Foldio2 für ca. 75 USD, ein kleines, leichtes faltbares Studio mit ebenfalls integriertem Licht.

Wer gerne „Tethered Shooting“ macht, also seine Kamera kabelgebunden fernauslöst, sollte sich das Programm „Kuuvik Capture 2“ mal anschauen, welches zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten von Schärfekontrolle, Focus Pulling, Hilfslinien und Live-View für mehrere Kameras gleichzeitig. Aktuell ist die Software leider nur für den Mac ab OS X 10.10 oder höher erhältlich.

Wer hingegen seine Kamera lieber mit dem Smartphone steuert, findet vielleicht Unleashed von foolography (Halle 4.1, G039) spannend. Das ist eine DSLR-Fernsteuerung für Smartphones mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.

Beeindruckt hat mich auch das LensTrue-System (Halle 2.1, B031) von Jobo. Damit ist eine automatische Perspektivkorrektur möglich, ohne besondere Objektive und sogar ein virtueller Perspektivwechsel. Die Bildqualität soll besser als mit Tilt-Shift-Objektiven sein und im Gegensatz zur automatischen Entzerrung mittels Software keine senkrechten Linien enthalten.

Eine Möglichkeit, ein Bild über mehrere Leinwände hinweg („Multi Canvas“) bequem online zu bestellen, bietet Sunpics von Adigitalbook (Halle 9, Stand C040). Leider ist das System noch nicht für Endkunden zugänglich.

Die meisten Fotografen werden zwei Kameras zu Hause haben und eventuell einen Beamer zu Hause haben. 3Digify (Halle 9, Stand B050) macht darauf einen 3D-Scanner, welcher OBJ-Dateien inklusive Maps (Normal, Textur, Displacement) erzeugt. Kostenpunkt sind 10 Euro pro exportiertem Modell oder eine Jahreslizenz von 5000 Euro für unbegrenzte Exporte.

Kennt ihr von früher diese „Wackelbilder“, zum Beispiel auf Linealen? Diese Technik nennt sich Lenticular und auf der Photokina findet ihr in Halle 9, Stand E036 die Firma Zenith, welche euch mit den nötigen Materialen, Geräten und der Software versorgt, um selbst solche Bilder mit 3D-Effekt zu erstellen.

Wer oft Probleme mit Bilderklau hat, kann bei den beiden Firmen PhotoClaim oder LaPixa (beide Halle 9, B050) vorbeischauen, welche versprechen, Urheberrechtsverletzungen im Auftrag von Fotografen zu ahnden. Leider wackeln die Versprechen schnell, wenn es konkret wird, zum Beispiel bei Ländern wie Italien oder Microstock-Motiven.

Viele verschiedene Retusche-Services bietet die Firma Purple Key (Halle 4.1, C019) aus London an. Das Auslagern einiger solcher Arbeiten kann vor allem für Stockfotografen ganz interessant sein.

Welche Neuigkeiten haben euch auf der photokina am meisten fasziniert?

Ist die neue Foto-App Prisma sicher und stocktauglich?

In letzter Zeit hat eine neue Foto-App den vordersten Platz in den App-Stores belegt (zumindest in der Kategorie „Foto und Video“).

Die Rede ist von der App Prisma, welche über 30 künstlerische Effekte bzw. Filter im Stil klassischer Kunstwerke zur Verfügung stellt, die über ein Foto gelegt werden können. Sie gibt es für iOs und für Android.

Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.
Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.

In den letzten Tagen häuften sich die Meldungen über problematische Nutzungsbedingungen der App, deshalb habe ich sie mir im Detail durchgelesen.

Besonders bitter ist mir folgender Satz aufgestoßen:

„[,,,] you hereby grant to Prisma a non-exclusive, fully paid and
royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you stylize on or through the Service […]“

Das heißt sinngemäß übersetzt:
Jedes Bild, was ein Nutzer in die Prisma-App reinlädt, darf Prisma ohne jegliche Einschränkung verkaufen! Punkt.

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Prisma auf Platz eins der iOS-Download-Charts im Bereich kostenlose „Foto und Video“-Apps

Das ist umso gefährlicher, weil die App nur mit aktiver Internetverbindung funktioniert und alle Bilder, welche von der App bearbeitet werden soll, auf die Server der russischen App gespeichert werden. Probiert es aus: Im Flugmodus verweigert die App ihren Dienst.

In der Vergangenheit war es aber oft so, dass neue Apps oder Unternehmen sich diese Art von sehr weitreichenden Nutzungsbedingungen gegeben haben und erst nach Protesten zurückgerudert sind.

Deshalb habe ich dem Prisa-Gründer und Chef Alexey Moiseenkov eine Email auf englisch geschickt mit zwei Fragen:

„1. Ist es erlaubt, die fertigen Ergebnisse aus der Prisma-App für kommerzielle Zwecke zu nutzen?

2. Wie ist der [oben zitierte] Satz zu verstehen: Darf Prisma die Ergebnisse selbst verkaufen?“

Auf den ersten Satz habe ich am 11. Juli 2016 folgende Antwort erhalten:

„You can use it how you decide but mention our app.“

Das heißt sinngemäß: Mach, was Du willst, aber nenne dabei die App. Was wiederum so von mir nicht in den ursprünglichen Nutzungsbedingungen zu finden war. Das hat sich aber eh erledigt, weil seit dem Update 2.2 der App jetzt unten rechts der Name der App eingeblendet ist (siehe Beispiele oben) und dieser auch nicht entfernt werden darf, wenn ich die „Terms of Use“ (Stand 22.072016) richtig lese:

„You will not remove, alter or conceal any copyright, trademark, service mark or other proprietary rights notices incorporated in or accompanying the Prisma Content and you will not reproduce, modify, adapt, prepare derivative works based on, perform, display, publish, distribute, transmit, broadcast, sell, license or otherwise exploit the Prisma Content.“

Die Antwort auf die zweite Frage blieb mir der Entwickler jedoch leider schuldig. Auch auf eine Nachfrage meinerseits habe ich seit zehn Tagen keine weitere Antwort erhalten.

Das macht mich vorsichtig und ich rate jedem, der die App für mehr als Schnappschüsse von Blumen oder Sonnenuntergängen nutzen will, sehr vorsichtig zu sein.

Seid euch bewußt: Alle Bilder, die ihr mit der App bearbeitet landen auf einem Server und laut den Nutzungsbedingungen übertragt ihr Prisma alle Rechte an den Bildern, die Prisma braucht, um sie verkaufen, weiterzulizenzieren oder anderweitig nutzen zu können.

Wie sieht ihr die Nutzungsbedingungen und die Effekte der Prisma-App?

Die 10 Editorial-Topseller von Rex Features 2014

Nach den meistverkauften Smartphone-Fotos und Vektoren, wird es heute Zeit, einen Blick auf die Editorial-Fotos zu werfen, welche sich 2014 am besten verkauft haben. Dafür habe ich die Agentur Rex Features gefragt, welche erst kürzlich von Shutterstock aufgekauft wurde. Obwohl Rex Features eine „News-Agentur“ ist, welche alle Arten von Nachrichtenfotos – sei es Politik, Sport, Unterhaltung oder Königshäuser – anbietet, bestehen die Top 10 nur aus Entertainment-Stars oder Mitgliedern der englischen Königsfamilie.

Schauen wir uns die Sieger im Detail an:

  1. Amal Alamuddin
    © Rex
    © Rex

    Die britisch-libanesische Juristin mit Spezialisierung auf Menschenrechte und Internationale Politik vertrat unter anderem den Wikileaks-Gründer Julian Assange und die ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine Julija Tymoschenko. Vermutlich deutlich bekannter wurde sie jedoch durch ihre Heirat im September 2014 mit dem Schauspieler George Clooney.

  2. Katie Price

    © Newspix/Rex
    © Newspix/Rex

    Okay, keine Ahnung. Ehrlich. Ich musste googlen, um überhaupt zu lernen, wer Katie Price ist. Anscheinend ein Fotomodell, welches viele Brust-OPs und drei Ehemänner hatte und mittlerweile fünf Kinder hat. Die „wichtigste“ Meldung 2014 war anscheinend, dass sie sich im Mai 2014 von ihrem dritten Mann, einem ehemaligen Stripper, getrennt hatte, nachdem dieser eine monatelange Affäre mit ihrer besten Freundin hatte. Wie die Frau angesichts der Konkurrenz auf Platz Zwei landen konnte, ist mir jedoch immer noch schleierhaft.

  3. Catherine Herzogin von Cambridge und Prinz George and Prinz William
    © Rex
    © Rex

    Auf dem dritten Platz liegt der englische Prinz William mit seiner Frau und deren Sohn an dessen erstem Geburtstag beim Besuch einer Schmetterlingsausstellung im Naturkundemuseum. Interessiert mich nicht die Bohne, aber ich kann den dritten Platz angesichts der vielen Regenbogenhefte (Yellow Press) nachvollziehen.

  4. Harry Styles
    © Can Nguyen/Rex
    © Can Nguyen/Rex

     

    Der Popsänger Harry Styles der Band „One Direction“ auf einer Party von Warner Music and GQ im Shoreditch House in London im Juli 2014. Newswert? Habe ich wieder keine Ahnung. Ich werde vermutlich alt.

  5. Chris Martin
    © Theo Kingma/Rex
    © Theo Kingma/Rex

    Der britische Musiker Chris Martin spielt in der Band Coldplay. Anderweitige Aufmerksamkeit erzielte er 2014 durch eine Beziehung mit der Schauspielerin Jennifer Lawrence, die unter anderem bei „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ mitspielt. Im Rahmen der Filmbewerbung ist auch das obige Foto entstanden.

  6. Justin Bieber
    © Miami-dade Corrections/Rex
    © Miami-dade Corrections/Rex

    Oh, wie muss dieser Gegensatz die Boulevardmedien befeuert haben: Der (ehemalige?) Teenie-Schwarm und Pop-Sänger wurde als 19-Jähriger im Januar 2014 von der Polizei in Miami inhaftiert, weil er unter dem Einfluss von Alkohol, Marihuana und verschreibungspflichtigen Drogen mutmaßlich an einem illegalen Autorennen in einem gelben Lamborghini teilgenommen haben soll. Zusätzlich soll er sich der Festnahme widersetzt haben und ohne Führerschein unterwegs gewesen sein. Das ist aber auch eine zu coole Story, zumal wenn das Ganze noch mit dem offiziellen Polizeifoto garniert werden kann.

  7. Victoria Beckham

    © Richard Young/Rex
    © Richard Young/Rex

    Bei der Verleihung des „Harpers Bazaar Women of the Year Awards“ im November 2014 wurde dieses Foto aufgenommen. Gewonnen hat das ehemalige Spice Girl dort nichts, aufgetreten ist sie dort eher als Mode-Designerin ihrer eigenen Modelinie. Warum die Medien das Foto so interessant fanden, dass es unter den Top 10 landete, kann ich leider nicht nachvollziehen. Hilfreiche Kommentare bitte unten ergänzen.

  8. Kim Kardashian und Kanye West mit Tochter North West

    © Startraks Photo/Rex
    © Startraks Photo/Rex

    Zwei Prominente bekommen zusammen ein Kind: Da steht die Boulevardpresse natürlich Kopf und so ist auch das Foto der frischgebackenen Familie ein gefundenes Fressen. Zumal die kleine Tochter „North West“ auf dem Bild auf den Tag genau ein Jahr alt ist.

  9. Kate Bush
    © Ken McKay/Rex
    © Ken McKay/Rex

    Wow, was für eine Ausnahme: Hier hat sich tatsächlich ein Foto einer Prominenten in die Top 10 geschlichen, welches die Person bei der Ausübung ihres Jobs zeigt. In diesem Fall ist der Nachrichtenwert, dass das die erste Tournee von Kate Bush seit 1979, also seit 35 Jahren, war.

  10. Cressida Bonas und Prinz Harry

    © Ray Tang/Rex
    © Ray Tang/Rex

    Als Stockfotograf kringeln sich mir hier bei der technischen Qualität des Bildes die Fußnägel auf, aber wenn da ein englischer Prinz sowie dessen Freundin (zumindest zum Zeitpunkt der Aufnahme noch) zu sehen ist, drücken sowohl Bildagenturen als auch die Medien gerne beide Augen zu.

Ich muss zugeben: Selten habe ich so oft und lange googlen müssen für einen Artikel wie bei diesem Text: Wer ist noch mal die Person? Warum genau ist sie berühmt? Was haben die Leute 2014 gemacht, was einen Platz in der Top 10 rechtfertigen könnte?

Aber genau das ist alles, was zählt, wenn es um Editorial-Fotos geht: Prominenz. Teilweise inszenieren die Stars die Bedingungen ihrer Aufnahmen halbwegs selbst, sei es bei Presseterminen oder im Rahmen von Fototerminen bei Veranstaltungen, manchmal helfen auch Paparazzi nach. Ein Anlass für die Veröffentlichung der Bilder findet sich immer. Und wenn nicht, wird einfach einer erfunden. Sehr deutlich nachzulesen ist das zum Beispiel im empfehlenswerten Regenbogenpresse-Watch-Blog „Topf voll Gold„.

Welche Erkenntnis zieht ihr aus den Fotos?