Kategorie-Archiv: Statistik

Microstock-Analysedienst Stock Performer führt Bilderkennung ein

Ach, ich hinke schon wieder hinterher, obwohl ich als Beta-Tester schon seit einigen Wochen die neuen Features nutzen darf.

Die Rede ist von Stock Performer, dem Analysedienst für Bildagenturen, welcher Ende Juli eine bahnbrechende Funktion eingeführt hat.

Am lautesten und längsten wurde von den Fotografen die Bilderkennung gewünscht. Stock Performer ist jetzt endlich in der Lage, ein Bild über mehrere Agenturen hinweg zu erkennen und somit auch die Umsätze, Verkäufe und so weiter agenturübergreifend anzuzeigen. Falls in einigen Fällen die Bilderkennung falsch sein sollte oder kein passendes Bild findet, können Fotografen die Ergebnisse auch per Hand im „File Manager“ überprüfen und korrigieren.

SP 08-08-2015 17-01-01Damit wurden auch andere Funktionen möglich, die vorher nicht umsetzbar waren. „Collections“ müssen jetzt nur einmal (und nicht wie bisher pro Agentur) angelegt werden. Dank  der Bilderkennung weiß Stock Performer, welche Bilder davon in welchen Agenturen zu finden sind und bündelt die Daten. Auch das Kopieren, Verschieben oder Verschmelzen von Collections ist möglich.

Übersichtsseite mit verschiedenen Collections
Übersicht mit verschiedenen Collections

Darüber hinaus wirden die Auswertungen übersichtlicher und informativer gestaltet. Zum Beispiel lassen sich jetzt die Verkäufe von bestimmten Tagen oder Monaten einfacher sehen und es gibt mehr Informationen über die Performance im Vergleich zum Vormonat oder Vorjahr.

Viele kleine Details wie diese Prognosen für die Monatsauswertung wurden ergänzt.
Viele kleine Details wie diese Prognosen (anonymisiert) für die Monatsauswertung wurden ergänzt.

Insgesamt ist Stock Performer um so viele Längen besser als die Umsatzstatistiken der Bildagenturen selbst, dass nicht ohne Grund viele Microstock-Größen wie Monkey Business, Andres Rodriguez, Wavebreakmedia, Pixdeluxe oder Uberstock diesen Dienst nutzen.

Vier hilfreiche Business-Rechner für Stockfotografen

Erst gestern hatte ich wieder die Anfrage eines Fotografen:
Wie viele Bilder er ungefähr bräuchte, um 1000 Euro Umsatz im Monat zu machen?

Das ist natürlich schwer zu sagen und hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel Bildqualität, Nachfrage des Motivs, Verschlagwortung und so weiter. Wenn diese Variablen aber halbwegs stabil sind, zum Beispiel innerhalb des eigenen Portfolios, gibt es einige hilfreiche Tools, mit denen man sich Prognosen über den zukünftigen Verdienst ausrechnen lassen kann.

Oder markanter formuliert: Wie viel Geld kann ich mit der Stockfotografie verdienen?

Alle vier Tools sind schon etwas älter, aber erfüllen ihre Funktion bis heute. Jedes hat eine leicht andere Ausrichtung und eignet sich daher für andere Fragestellungen.

  1. Voraussichtliches Monatseinkommen (von Yuri Arcurs)
    Bevor es still um den Dänen wurde, war er der bekannteste Stockfotograf weltweit und hat 2009 einen Rechner vorgestellt, der den Stock-Umsatz eines Fotografen bis zum Monatsende schätzen soll, mit einer Genauigkeit von +/- 2%. Wochenenden, Feiertage sowie branchenübliche Tagesschwankungen werden mit berücksichtigt.
    Die Funktionsweise und die Benutzung des Tools wird hier in einem Artikel genauer erklärt.

    Screenshot (mit fiktiven Werten)
    Screenshot von Yuris Rechner (mit fiktiven Werten)
  2. Business-Plan-Rechner für Stockfotografen (von Stock Performer)
    Vom Analyse-Dienst Stock Performer gibt es einen Rechner, mit dem man grob nicht den Umsatz, sondern sogar den Gewinn ausrechnen kann, wenn Variablen wie „Anzahl von zu liefernden Bilder pro Monat“, „Produktionspreis pro Bild“, „Fixkosten pro Monat“ und RPI angegeben werden. Eine ausführliche Anleitung mit einigen Beispielrechnungen gibt es in diesem Gartartikel von Stock Performer hier im Blog.
    Übrigens hat Stock Performer in ihrem Analyse-Dienst eine ganz ähnliche Prognose-Funktion wie beim ersten Tool von Yuri Arcurs, welche sie hier detaillierter erklären.
    stock-photography-business-plan-rechner
  3. Stockfotografie-Verdienst-Rechner (von mir)
    Eher für mich privat habe ich mir einen kleinen Rechner schreiben lassen, der ähnlich wie der von Yuri Arcurs funktioniert, nur mit dem Unterschied, dass ich errechnen lasse, wie viel Umsatz ich am Ende des Jahres, nicht des Monats machen werde. Verkaufsschwankungen in den Monaten werden leider nicht berücksichtigt. Das Tool funktioniert also umso genau, je mehr sich das Jahr seinem Ende nähert 😉stockfotografie-rechner
  4. Fotolia-Ranking-Rechner (von mir)
    Dieses zweite kleine Tool von mir erlaubt einem, abzuschätzen, wann man bei der Bildagentur Fotolia das nächste Ranking-Level erreicht. Ich benutze das regelmäßig und und indirekt ist es auch eine Umsatz-Tool, weil die Verkaufskommissionen bei Fotolia vom Ranking-Level abhängig sind.

    Screenshot mit fiktiven Werten
    Screenshot mit fiktiven Werten

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen:
Um auszurechnen, wie viel Bilder man braucht, um ca. 1000 Euro im Monat zu verdienen, eignet sich das zweite Tool (von Stock Performer) am besten. Die Werte beim Bildpreis und dem RPI und so weiter sollten natürlich realistisch geschätzt werden, um keine allzu geschönte Version der Zukunft vorhergesagt zu bekommen.

Außerdem ist allen Tools gemeinsam, dass sie aus einer Vergangenheit heraus die Zukunft „herbeirechnen“ wollen. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, kann oder muss sich auch das Geschäftsmodell anpassen, um diesen Änderungen Rechnung zu tragen. Als grobes Hilfsmittel im Business-Alltag eignen sie sich jedoch ganz gut.

Kennt ihr weitere Kalkulations-Tools oder Formeln, mit denen ihr als Stockfotograf gerne arbeitet?
Oder was würdet ihr dem Fotografen antworten?

Welche Kamera nutzen deutsche Stockfotografen am liebsten?

Die Bildagentur Shutterstock* hat eben eine spannende Statistik veröffentlicht.

Darin wertet die Agentur aus, wie viel Bilder von deutschen Fotografen 2014 mit welcher Kamera aufgenommen wurden. Grafisch sieht das Ergebnis so aus:

Top 10 Kameras hinter den Shutterstock Bildern aus Deutschland

Mit Abstand ganz vorne liegt die etwas in die Jahre gekommene Kamera Canon EOS 5D Mark II*, die immerhin schon 2008 veröffentlicht wurde und aktuell gebraucht knapp 1.000 Euro kostet. Auf Platz Zwei landet das Nachfolgermodell Canon EOS 5D Mark III*, die 2012 auf den Markt kam und neu ca. 3.000 Euro kostet und damit immerhin dreimal so viel kostet und zugegebenermaßen im Fotobereich wenig Verbesserungen gegenüber der Mark II bringt. Ich arbeite trotzdem gerne mit der Mark III, weil der Autofokus deutlich besser geworden ist.

Erst auf dem dritten Platz und mit nur einem Fünftel an Bildern im Vergleich zu den ersten beiden Plätzen liegt die Nikon D800*. Diese kostet neu ca. 2.500 Euro und hat gegenüber den beiden Canon-Kameras auf den ersten Plätzen den unschätzbaren Vorteil der 36 Megapixel, die selbst einen starken Crop (zum Beispiel um aus einem horizontalen Bild eine vertikale Variante zu machen) erlauben, ohne dabei unter 15 MP zu kommen, die Grenze, bei der bei Fotolia* die XXL-Größe angeboten wird.

Die restlichen sieben Plätze teilen sich vier Canon- und drei Nikon-Kameras aus dem mittleren Preissegment. Die in der Beliebtheit ansteigenden Kameras von Sony (Alpha-Serie) und Panasonic haben es noch nicht in die Top-10-Liste geschafft.

Der Erfolg der 5D Mark II ist vermutlich eine Kombination aus mehreren Faktoren: Hohe Auflösung mit Vollformatsensor, Video-Funktion sowie ein halbwegs günstiger Preis für eine Kamera mit diesem Funktionsumfang. Dazu kommt, dass das Nachfolgermodell eher die Videofunktionen verbessert hat.

Für Juni 2015 hat Canon jedoch den Nachfolger der Mark III, die Canon EOS 5DS angekündigt, welche 50 Megapixel bieten soll und damit einen der wenigen Vorteile der Nikon D800 locker übertrumpft. Ob die Bildqualität (vor allem chromatische Aberration, Moiré und Schärfe) jedoch stabil bleibt, wird sich zeigen müssen. Wenn das gegeben ist, könnte sie es vielleicht schaffen, das Arbeitstier Mark II abzulösen.

Welche Kamera verwendet ihr für eure Stockfotos und warum?

* Affiliate

Die Top 11 der meistverkauften Musik-Tracks in 2014 bei Pond5

Welche Medien haben sich im letzten Jahr am meisten verkauft?

Bisher hatten wir: Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken, Editorial-Fotos, Videos und heute kommen als sechster und letzter Teil der Serie die Musik-Tracks an die Reihe. Damit sind musikalische Kompositionen gemeint, die über reine Sound Effekts hinaus gehen.

Die Agentur Pond5* war so freundlich, mir die Verkaufszahlen für das letzte Jahr rauszusuchen.

Die Buchstabenkürzel hinter den Autoren bezeichnen die Verwertungsorganisation, welcher der Musiker angehört, falls das der Fall ist, gefolgt von den gesamten Downloadzahlen (nicht nur des letzten Jahres) sowie der Geschwindigkeit des Tracks, gemessen in Schlägen pro Minute (bpm).

Hier ist die Liste:

  1. Optimistic and Upbeat* von LNDNSounds (1978 Downloads) (117 bpm)
    Im Jahr 2013 noch auf dem fünften Platz, letztes Jahr schon an der Spitze mit einem Mainstream-Pop/Rock-Sound.
  2. Sunny Side* von ZingDog (ASCAP) (2656 Download) (100 bpm)
    Vom ersten auf den zweiten Platz abgerutscht ist dieser fröhliche Track mit Glockenspiel und Ukulele.
  3. Inspiring And Motivating Theme* von Twisterium (1529 Downloads) (116 bpm)
    Auch im Musikbereich verkaufen sich „Business-Themen“ hörbar gut, gestiegen von Platz 7 auf Platz 3.
  4. Pulse (Full Track)* von soundroad (PRS) (1592 Downloads) (128 bpm)
    Energisch und treibend kommt dieser Kraftmacher daher, der sich das zweite Jahr in Folge auf dem vierten Platz behaupten kann.
  5. Elevation* von AudioQuattro (1716 Downloads) (100 bpm)
    Der etwas ruhigere Business-Track ist vom zweiten auf den fünften Platz gefallen.
  6. Acoustic & Ukulele Fun* von JHunger (1450 Download) (86 bpm)
    Schon wieder die Ukulele, zusammen mit dem Glockenspiel. Könnte auch als Weihnachtssong durchgehen, gefallen von Platz 3 auf 6.
  7. Motivation To Win* von musicforhopeproduction (BMI) (706 Downloads) (118 bpm)
    Pompös kommt dieser Neueinsteiger daher, der die wichtigen Keywords schon im Titel vereint.
  8. Corporate Ideas* von ThatBeat (1095 Download) (105 bpm)
    Von Platz 6 auf die 8 gefallen ist dieser Business-Track, der ähnlich wie die Nummer 5 klingt.
  9. Family Underscore* von curtisschweitzer (ASCAP) (603 Downloads) (47 bpm)
    Auf dem neunten Platz neu eingestiegen ist diese langsame Hintergrundmusik mit viel Piano.
  10. Realisation (Inspirational Positive Piano And Strings)* von marcozannone (796 Downloads) (70 bpm)
    Ebenfalls mit Piano, aber zusätzlich mit Streichern ist dieser motivierende Track.
  11. Breathe Some Life* von sweetwaveaudio (498 Downloads) (136 bpm)
    Ein schneller Synthie-Pop-Track belegt den letzten Platz.

In der Auswertung vom letzten Jahr hatte ich geschätzt, dass alle diese Bestseller in der Liste über 500 Downloads in einem Jahr erzielt haben. Daran hat sich auch dieses Jahr nichts geändert, weil beispielsweise der Track auf Platz 8 erst Mitte Oktober 2013 hochgeladen wurde und bis jetzt über 600 Downloads erzielt hat.

Die Verkaufspreise der hier vorgestellten Musikstücke reichen von 15-40 US-Dollar, wobei der Mittelwert genau bei 25 US-Dollar liegt. Im Vorjahr lag der Wert etwas höher bei 26,72 US-Dollar. Bei einem Split von 50% würde jeder der Topseller mindestens 6250 US-Dollar im Jahr eingespielt haben.

Die Länge der Tracks reicht von 1:29 Minuten bis 5:08 Minuten Spielzeit, bei einem Mittelwert von 2:40 Minuten. Damit sind die Topseller im Vergleich zum Vorjahr ca. eine halbe Minute länger geworden.

Die Schnelligkeit der Songs ist von durchschnittlich 199 bpm auf 102 bpm gefallen, vor allem wegen des langsamen Piano-Stückes auf Platz 9. Ohne diesen Song läge der Durchschnitt-bpm bei 108 bpm, also immer noch langsamer als im Vorjahr.

Die Keywords liegen zwischen 20 und 51 Wörtern, im Durchschnitt bei 40 Wörtern (im Vorjahr 36 Wörter).

Wer von euch verkauft auch Stock-Audio?
Was sind eure Erfahrungen?

* Affiliate

Die Top 11 der meistverkauften Videos 2014 bei Pond5

Bei unserem Rückblick auf die verschiedenen Bestseller des letzten Jahres nähern wir uns langsam dem Ende. Nach den Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken und Editorial-Fotos kommen heute die Topseller-Videos an die Reihe, bevor wie die Serie das nächste Mal mit den gefragtesten Audio-Tracks des letzten Jahres abschließen werden.

Die Bild- und Videoagentur Pond5* war so freundlich, in ihrem Archiv zu schauen, welche Videos sich 2014 besonders gut verkauft haben.

Hier die Liste der Video-Bestseller 2014, absteigend nach Verkäufen sortiert:

  1. Financial And Growing Charts. Black-White. Loopable.*

    Auf dem ersten Platz liegt kein „echtes“ Video, sondern eine Animation zum Thema Business und Finanzen. Im Grunde ist das sowas wie die bewegte Umsetzung des drittplatzierten Bestseller-Fotos von 2014.
  2. Young Business People With Tablet Computer In Cafe, Steadicam Shot Hd*

    Letztes Jahr noch auf Platz 5, stieg das Video der dynamischen Geschäftsleute in einer Besprechung mit Tablet PC auf den zweiten Platz.
  3. Diverse Team Of Business People In A Light And Modern Office Building*

    Dem zweiten Platz inhaltlich sehr ähnlich, aber von der Kamerabewegung sowie dem Licht etwas anspruchsvoller ist der dritte Platz mit einigen Geschäftsleuten in einem moderen Büro.
  4. Beautiful Sunrise Over The Earth. Cities At Night. Hd 1080.*

    Auch im letzten Jahr gab es einen Sonnenaufgang aus dem Weltraum gesehen, wieder eine 3D-Animation.
  5. Futuristic Developer With Code Hologram*

    Eine Mischung aus Video und Animation ist das Video der Programmiererin mit ihren blinkenden Codezeilen, auch immer sehr beliebt zur Visualisierung des Themas „Hacker“.
  6. Beautiful Flight Through Space To The Earth. Hd 1080.*

    Einen Platz hochgekämpft im Vergleich zum Vorjahr hat sich die 3D-Animation des Weltraumflugs.
  7. Space Galaxy*

    Ich bin nicht sicher, ob das auch eine 3D-Animation ist oder die Szene zum Beispiel komplett in Adobe After Effects erstellt wurde. Jedenfalls zeigen diese Weltraum-Szenen, dass eine Videokamera nicht mehr ausreicht, um im Videobereich richtig erfolgreich zu sein.
  8. Stage Lights. Amber-Blue.*
    Auch bei diesen Bühnenlichtern tippe ich eher auf After Effects als auf eine Videoaufnahme.
    (Da dies das einzige Video mit Sound ist und es technisch anscheinend nicht lösbar ist, das Video so einzubinden, dass es nicht automatisch abgespielt wird, verzichte ich auf eine Einbindung, um die Leute in Büros nicht übermäßig zu erschrecken und zu nerven. Wer das Video sehen will, kann auf den Link klicken.)
  9. Growing Global Network Realistic*

    Vom ersten auf den neunten Platz abgestürzt ist die 3d-Animation von blauen Linien, die sich über die Erde bewegen.
  10. Montage Images Touch Screen Technology*

    Ein weiteres Video, welches nicht ohne nachträgliche digitale Elemente auskommt: Der Geschäftsmann mit seinen vielen Touchscreen-Elementen.
  11. Fly In Clouds*

    Ein Flug durch die Wolken landet auf dem elften Platz in diesem Jahr.

Die dominierenden Video-Themen des letzten Jahres sind somit klar: Business, Technologie und Weltraum, idealerweise eine Kombination aus diesen Themen. Waren es 2013 noch ca. die Hälfte, so sind 2014 schon die deutliche Mehrheit der Videos vollständig oder teilweise 3D-Animationen.

Pond5 ist eine der wenigen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst bestimmen können. Der Durchschnittspreis der 11 obigen Clips für die höchste Auflösung beträgt knapp 55 US-Dollar und liegt damit deutlich höher als bei den 33 USD vom letzten Jahr.

Welche Themen liefen bei euch 2014 besonders gut?

* Affiliate