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Foto-Tipps

Erste Erfahrungen mit Funkauslösern FlexTT5 und MiniTT1 von PocketWizard

Vor vier Monaten habe ich mir die lang ersehnten neuen Funkauslöser der Firma PocketWizard gekauft, den FlexTT5* und den MiniTT1*. Mittlerweile habe ich sie mehrmals unterwegs benutzt und will über die ersten Erfahrungen berichten.

Im Vergleich zu den alten PocketWizards (Plus II Transceiver*) sind sie nur geringfügig teurer, sollen aber dafür auch die automatische Blitzsteuerung (bei Canon E-TTL) beherrschen. An einer Version für Nikons i-TTL-System wird gearbeitet.

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Zuerst fällt auf, dass mit dem – finde ich – genialen Prinzips des Transceivers (Funk-Sender und -Empfänger in einem Gerät) gebrochen wurde. Das hat den Vorteil, dass die reine Sendeeinheit bedeutend kleiner konstruiert werden kann, aber den Nachteil, dass nicht bei Bedarf schnell auf ein anderes Gerät gewechselt werden kann. Das ist in der Praxis nötig, wenn die Batterie versagt, ein Gerät defekt ist oder dem Kollegen ein Gerät geliehen werden soll.

Während in den FlexTT5 (der Empfänger) zwei normale AA-Batterien kommen, benötigt der MiniTT1 (der Sender) eine CR2450-Knopfzelle. Die AA-Batterien sind weltweit immer leicht und günstig zu finden. Außerdem sind viele gute Akkus erhältlich (ich schwöre auf eneloop-Akkus*). Die Knopfzellen sind zum einen teurer und zum anderen schwieriger zu finden, vor allem bei entlegenen Outdoor-Shootings. Dazu kommt, dass sie nicht als Akkus verfügbar sind und – ähnlich wie bei den vielen Ladegeräten – nun eine weitere Sorte Energiequellen im Gepäck berücksichtigt werden muss.

Beim Aufbau macht sich störend bemerkbar, dass keine Lasche vorhanden ist, an der eine Schlaufe befestigt werden kann. Bei den alten war die Schlaufe sogar dabei. Damit konnte man die Dinger irgendwo an den Blitz hängen. Klar, wenn die neue TTL-Funktion genutzt werden soll, muss der Funkauslöser sowieso am Blitzfuß befestigt werden. Aber nicht immer ist das sinnvoll. Zum Beispiel ist die Kombination der neuen Pocket Wizards mit der Lastolite-Softbox*, die ich unterwegs gerne nutze, schwierig, da der FlexTT5 tiefer ist und damit der Blitz nicht mehr richtig in die Softbox geschoben werden kann.

Auch die Benutzung selbst ist komplizierter. Während die alten Pocket-Wizards Knöpfe, übersichtliche Schiebeschalter (Plus II) oder ein verständliches Display (MultiMax) hatten, kommunizieren die neuen Funkempfänger über Blinksignale, die in Frequenz und Farbe variieren. Da zum Beispiel das Blinksignal “Funkfrequenz wird erlernt” (3 kurz grün) mit dem Signal “Warten auf Auslöser” (kurz grün blicken alle 2 Sekunden) sehr ähnlich sind, ist schwer zu erkennen, in welchem Modus sich das Gerät gerade befindet.

Früher wurden beide Funkauslöser aktiviert und wenn die Auslöser auf den selben Kanal eingestellt waren, konnte es losgehen. Fertig. Das geht auch bei den neuen Geräten. Aber um die neue E-TTL-Unterstützung zu nutzen, muss an allen Geräten mehrere Sekunden lang ein Testknopf gedrückt gehalten werden, der einige Testblitze aussendet und die Geräte “kalibriert”. Danach funktioniert das entfesselte Blitzen per TTL – wenn die Blinksignale richtig gedeutet werden.

In der Praxis brauchte ich am Anfang mehrere Anläufe, in denen ich die Knöpfe in verschiedenen Kombinationen verschieden lange gedrückt gehalten habe (auch ein Mindestabstand zwischen den Geräten muss berücksichtigt werden), bis ich mir sicher sein konnte, dass die E-TTL-Erkennung funktionierte. Wer genauere Einstellungen an den Funkauslösern vornehmen will, muss die Dinger sogar via USB an einen Computer anschließen und eine weitere Software installieren. Das nenne ich einen Rückschritt.

Selbst wenn E-TTL funktioniert, habe ich bei meinen letzten Shootings oft gemerkt, dass TTL nicht immer sinnvoll ist. Genau wie sich Joe McNally* große Mühe gibt, das TTL-System möglichst oft und kreativ auszutricksen, so schaltete auch ich schnell auf “Manuell” um. Das war immer dann der Fall, wenn der Blitz nicht mehr nur als Aufhellblitz benutzt werden konnte, weil es zu dunkel wurde. Wird der Blitz zur Hauptlichtquelle, blitze ich lieber indirekt mit großer Leistung an die Decke, um trotzdem den weichen, möglichst schattenfreien Look zu erzielen, den Bildagenturen so lieben. Nichts gegen schattige Bilder, aber meine Motive gehen nun mal mehr in die “happy go lucky”-Richtung.

Alles in allem bin ich leider ernüchtert. Am meisten stört mich wirklich die Kommunikation nur über Blinksignale, gefolgt vom Batterie-Risiko. Klar, die Dinger funktionieren. Anstecken und Auslösen geht immer. Aber alles darüber hinaus ist umständlicher als vorher geworden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit den (neuen) Pocket Wizards oder anderen Funkauslösern gemacht? Welche Vor- und Nachteile habt ihr festgestellt?

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Rezensionen

Rezension: “HD-Filmen mit der Spiegelreflex” von Helmut Kraus

Kaum eine neue Kamera kommt heute ohne ene Filmfunktion aus. Auch immer mehr Bildagenturen verkaufen mittlerweile nicht nur Fotos, sondern auch Videos. Da erscheint es logisch, wenn Fotografen den Umgang mit dem Medium “Film” lernen wollen.

Eins der Bücher, das dabei helfen soll, ist “HD-Filmen mit der Spiegelreflex“* (ISBN 978-3898646369) von Helmut Kraus. Im Klappentext wird der Autor als Leiter eines Designbüros und Autor von Fachbüchern genannt, ohne dass ich herausfinden konnte, wie viel Praxiserfahrung er hat. Vielleicht wirkt deshalb das Buch etwas oberflächlich. Alles wird kurz angerissen, wie Film- und Dateiformate, Speichermedien, Sensortypen, die Ausrüstung, mögliches Zubehör und so weiter. Der Teil “Aufnahmepraxis” umfasst jedoch nur knapp 50 Seiten, von denen mindestens ein Drittel für Fotografen nichts Neues bieten, da sie Altbekanntes wie den Zusammenhang von Blende und Tiefenschärfe, die Auswirkung von Objektiv und Brennweite auf den Bildausschnitt etc. wiederholen.

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Mitnehmen konnte ich aus dem Buch immerhin einige Details. So weiß ich jetzt, woran ich Variofokalobjektive erkenne, was ein wichtiges Kriterium für das Fokussieren beim Filmen ohne Autofokus ist. Interessant am Rande fand ich die Bemerkung, dass erst Oskar Barnacks der Fotografie zum Durchbruch als Massenmedium verhalf, indem er auf die Idee kam, den “verhältnismäßig preiswerten 35-mm-Kinofilm für Fotoapparate zu verwenden”. Gut fand ich auch die im Vergleich zum Rest detaillierten Beschreibungen von möglichen Fehlerquellen beim Filmen, wie den Rolling-Shutter-, den Blooming- und den Moiré-Effekt oder Blendenflecken, Smearing und Flackern. Hilfreich ist auch der Hinweis, dass Filmaufnahmen mit einer DSLR auf Stativ immer kleinere Dateigrößen erzeugen als das Freihand-Filmen. Das liegt an der Komprimierung der Film-Codecs, die bei identischeren Bildern effektiver arbeiten kann.

Gefehlt haben mir hingegen für meine geplante Filmpraxis elementare Dinge. Der Bereich Beleuchtung wird nur sehr grob auf einer Seite abgehandelt. Da hätte ich mir mehr Informationen über die Wirkungsweisen und Vor- und Nachteile verschiedener Beleuchtungsmittel wie Flächenleuchte, Weichstrahler, PAR oder LED-Lampen gewünscht. Glücklicherweise lese ich dazu parallel ein ausführlicheres Buch, welches ich hier auch bald rezensieren werde. Da ich im Fotobereich viel mit Freistellern arbeite, hätte ich mir ebenfalls mehr Hinweise gewünscht, wie mittels der Bluescreen-Technik (bzw. heute häufiger der Greenscreen-Variante) ein Motiv vom Hintergrund isoliert werden kann.

Insgesamt ist das Buch nur für wirkliche Anfänger hilfreich. Wer schon eine Weile fotografiert, wird die meisten der angeschnittenen Inhalte schon kennen.

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Rezensionen

Rezension: The Photographer’s Guide To Making Money von Karen Dórame

Ein Leitfaden zum Geld verdienen für Fotografen? Das ist ein großspuriger Titel, deswegen wird er im Untertitel genauer: “150 Ideas for Cutting Costs and Boosting Profits”. Diese Ideen sind von der Fotografin Karen Dórame auf ca. 110 Seiten zusammengefasst, deswegen passen 2-3 Tipps auf eine Seite. Da viele Tipps davon handeln, wie entweder im Studio oder bei der Ausrüstung Geld gespart werden kann und vor allem wie Auftragsfotografen oder Portraitstudios ihren Kunden mehr verkaufen können oder sich günstiger vermarkten können, ist das Buch “The Photographer’s Guide To Making Money“* (ISBN 978-1584282570) vor allem an professionelle Fotografen gerichtet, die mit dieser Arbeit ihr Geld verdienen.

Cover: Photographers Guide to Making Money

Diese Zielgruppe jedoch wird über einen großen Teil der Tipps und Ideen höchstens schmunzeln können, so banal, naheliegend oder selbstverständlich sind einige. Beispiel? Tipp Nr. 5: “Entwickle Deinen eigenen Stil!” oder Tipp Nr. 52: “Suche Sonderangebote bei teuren Geräten wie Scannern, Druckern und so weiter.” oder Tipp Nr. 23: “Lass Dich im Laden beraten, bevor Du Zubehör kaufst.” Ich meine, wer solche Hinweise nötig hat, sollte sich lieber eine Festanstellung suchen als sich selbständig zu machen. Auch die vielen Beispielbilder, die als Zeichen der Kreativität mit Photoshop verfremdet wurden, wirken vielleicht noch in einer texanischen Kleinstadt originell, sehen für mich aber aus wie “zuviel an den Reglern gedreht”.

Trotzdem sind einige Tipps erstaunlich sinnvoll und hilfreich, zum Beispiel Tipp Nr. 109, eine lange Liste von Sätzen oder Phrasen, die der Fotograf nutzen kann, um Kinder, Jugendliche, Paare, Senioren und andere zum Lachen zu bringen oder andere fotogene Ausdrücke auf die Gesichter der Models zu zaubern. Oder Tipp Nr. 140, dass sich schreiende Babys gut durch vibrierende Kissen beruhigen lassen. Auch Tipps Nr. 19 und Nr. 38 kann man sich nicht oft genug in Erinnerung rufen: “Kaufen ist nicht das Gleiche wie lernen” und “Ausrüstung ist nicht die wichtigste Investition eines Fotografen”.

Da das Buch in englisch gehalten ist und einige der Tipps sich naturgemäß an einen us-amerikanischen Leserkreis richten, kann ich keine allgemeine Empfehlung aussprechen. Wer jedoch das Gefühl hat, sein Fotografie-Business ist zu eingefahren und daher neue Wege ausprobieren möchte, findet sicher einige Inspirationen, die ihm helfen können.

Übrigens: Wer sich selbst oder andere Fotografen zu Weihnachten beschenken will, findet hier eine kleine Auswahl von mir empfohlener Bücher, Objektive und mehr.


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Rezensionen

Geschenkidee: Foto-Puzzle mit eigenen Fotos (mit Verlosung)

Vor einigen Tagen habe ich von der Firma Puzzle & Play das Angebot erhalten, mal deren Foto-Puzzles zu testen, indem ich mir kostenlos eins meiner Fotos als Puzzle drucken lassen konnte. Warum nicht, ich hatte nix zu verlieren.

Gestern ist das Puzzle angekommen und da ich insgesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis bin, möchte ich das Puzzle als Geschenkidee für Weihnachten kurz vorstellen.

Unter www.fotopuzzle.de bietet die Firma ein, eigene Fotos als Puzzle drucken zu lassen. Drei Varianten stehen zur Auswahl:

  • 200 Teile (14,90 Euro, fertig ca. DinA3 groß)
  • 500 Teilen (19,90 Euro, fertig ca. etwas mehr als DinA3 groß)
  • 1000 Teilen (29,90 Euro, fertig ca. etwas mehr als DinA2 groß) Hier gibt es das auch als Weihnachts-Special für 24,90 Euro

Dazu kommen noch 4,90 Euro Versandkosten. Ein Nachteil: Die Versandkosten können nicht für mehrere Puzzles mit verschiedenen Motiven zusammengefasst werden.

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Zum Vergleich: Fertige Puzzles kosten je nach Anzahl der Teile zwischen 8 und 12 Euro. Die Kartongröße, die Größe und Varianz der einzelnen Puzzle-Stücke, die Kartondicke usw. entsprechen so sehr denen feriger kommerzieller Puzzles, dass ich fast vermuten würde, dass die gleiche Maschine benutzt wird. Beim 200-Teile-Puzzle sind die Puzzelstücke etwas größer, sodaß es sich besser für kleinere Kinder und Senioren eignet. Der Karton meines Puzzles ist mit ca. DinA3-Größe viel zu groß für die enthaltenen Puzzle-Stücke (siehe Foto unten), da hätte ein platzsparender halb so großer Karton locker gereicht. Ich denke, dass alle Puzzle-Größen den gleichen Karton haben und es so beim kleinsten Puzzle möglich ist, dass z.B. Kinder direkt auf dem Karton puzzlen können, wenn das Motiv sonst zu schwer wäre.

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Die Bestellung ist sehr einfach und schnell, in höchstens drei Minuten war ich mit dem kompletten Bestellvorgang fertig. Leider gibt es nur Überweisung oder Vorkasse als Bezahlmöglichkeit, PayPal z.B. wäre auch nett gewesen. Beim Bestellen kann dem Foto ein Titel gegeben werden, der zusammen mit dem Foto vorne auf den Karton gedruckt wird. Zwar kann für den Karton zwischen acht Farbverläufen gewählt werden, aber leider ist die Schriftart vorgegeben. Für mein Tulpen-Motiv ist sie ganz passend, aber wer einen technischere Motive drucken lässt, würde sich vielleicht eine serifenlose Schrift wünschen.

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Wer sich ein Foto sucht, was als Puzzle gedruckt werden soll, sollte einige Tipps beachten:

  • Empfohlene Mindestgröße der Fotos sind 4 Megapixel
  • Das Motiv sollte viele abwechslungsreiche Farben und Formen haben
  • Je mehr große einfarbige Flächen (z.B. wolkenloser Himmel) auf dem Puzzle, desto schwerer wird es
  • Das Motiv sollte sich auch als Wanddekoration o.ä. eignen

Mir fiel die Motivwahl etwas schwer, da ich hauptsächlich Menschen fotografiere und auch bei meinen Natur- und Landschaftsaufnahmen gerne viel Platz lasse (Stichwort Textfreiraum), aber mit dem Tulpenfeld bin ich ganz zufrieden. Und da wir uns ja in einem Stockfotografie-Blog befinden, kann ich es nicht lassen, noch zwei Tipps zu geben.

Die Motive auf Puzzles sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Wer also Puzzle-Teile für den Verkauf über Bildagenturen abfotografieren will, z.B. Motive wie diese hier, der kann das nur mit seinen eigenen Fotos machen (bzw. das Ganze gleich digital simulieren). Wer viele geeignete Motive hat, den interessiert vielleicht das “Wiederverkäufer-Programm“, mit dem z.B. Fotografen ihren Kunden Puzzles mit eigenen Motiven anbieten können.

Verlosung
Wer selbst testen möchte, ob meine Erfahrungen der Wahrheit entsprechen, kann an einer kleinen Verlosung teilnehmen. Unter allen Leuten, die diesen Artikel bis einschließlich Dienstag, den 01.12.2009 kommentieren UND ihr Foto zeigen (am besten per Link), was sie gerne als Puzzle haben würden, verlose ich zwei Gutscheine, je 1x für ein 1000-Teile-Puzzle und 1x für ein 500-Teile-Puzzle. Die Gewinner werden per Email benachrichtigt und kurz im Blog bekannt gegeben.
Update 27.11.2009:
Wie mir die Firma eben mitteilte, ist es seit einigen Tagen möglich, die Versandkosten bei mehreren Puzzles zusammenzufassen. Außerdem ist die Zahlung per PayPal und Kreditkarte in Arbeit.

Rezensionen

Rezension: “Erwischt! Der Promi-Jäger von Hollywood packt aus” von Hans Paul

Wenn Leute hören, dass jemand ein Fotograf ist, denken sie zuerst an Papparazi. Das kommt vermutlich davon, dass im Schatten der ganzen Stars und Sternchen auch die unermüdlich flackernden Blitzlichter der Fotografenmeute zu sehen sind und eher erfolgreiche “Abschüsse” eines Paparazzo die Titelseiten der Boulevardblätter schmücken als – sagen wir – ein Stockfoto.

Einer derjenigen, die heimlich in Hollywood auf der Lauer liegen, um die Gier nach neuen und möglichst exklusiven Bildern der Prominenten zu befriedigen, ist der deutsche Fotograf Hans Paul. In seinem Buch “Erwischt“* (ISBN 978-3936994742) schreibt er, wie seine Arbeitstage aussehen, um die beliebten Fotos zu bekommen, die mehrere zehntausend Euro wert sein können.

Cover "Erwischt" von Hans Paul

Ich muss zugeben, dass ich beim Lesen des Buchs ständig ein mulmiges Gefühl im Magen hatte. Es fängt damit an, wie Hans Paul ein Erlebnis gleich zu Beginn seiner Laufbahn begann, damals noch kein Paparazzo, sondern als “Enthüllungsjournalist“. Er fotografierte – vermutlich unbemerkt – ein sechzehnjähriges Mädchen, was auf den Strich ging und verkaufte die Geschichte. Später las er im Kölner Express, dass sich das Mädchen umgebracht hatte. Sein Kommentar:

“Ich sah das Foto in der Zeitung. Ich kannte sie. Es war genau das Foto, das ich den Zeitungen verkauft hatte. Zum ersten Mal machte ich mir Gedanken darüber, was ich mit meinen Reportagen so anrichten konnte. Sie könnte noch leben. Dieser Schock verfolgt mich bis heute.”

Etwas später versuchte er, der Neuen Revue eine Enthüllungsgeschichte von leidenden Hunden im Tierheim zu verkaufen. Dabei versuchte die Zeitung, ihn selbst reinzulegen und eine Geschichte so zu biegen, dass kaum etwas Wahres dran bleibt, sie aber viel interessanter wird. Konsequenzen scheinen beide Erlebnisse nicht gehabt zu haben, denn sie hielten Hans Paul nicht davon ab, das heimliche Ablichten von Personen, auch wenn sie es nicht wollen, zu seinem Lebensunterhalt zu machen.

Bis hierhin war ich ob seiner Gedankenlosigkeit eher irritiert. Auf Seite 39 wurde ich das erste Mal wütend. Hans Paul arbeitet mittlerweile als Papparazo und sollte Fotos von Liane “Lee” Wiegelmann machen, die Gründungsmitglied der Band Tic Tac Toe war, weil ihr Mann sich aufgehängt hatte. Er mischte sich unter die trauernden Fans und ging so vor:

“Lees Freunde nahmen mich mit zu sich nach hause und gaben mir bereitwillig alle Fotos, auf denen der Verstorbene und Lee zu sehen waren. Noch konnten sie nicht ahnen, dass die Bilder satte Honorare wert waren. Bis zum Mittag hatte ich reichlich Material eingesammelt. Inzwischen war eine große Schar von Reportern eingetroffen. Sie klingelten bei Lees Verwandten und boten Geld für Interviews und Fotos. ‘Schrecklich’, dachte ich, ‘die Medienvertreter merken nicht, dass diese Menschen noch unter Schock stehen und wollen sie schon interviewen’. Noch tate sie mir leid, als sie dann aber hörten, dass die Journalisten hohe Geldsummen für die Interviews und Fotos boten, kamen sie aufgeregt zu mir und forderten ziemlich energisch ihr Material zurück. Ich erklärte ihnen, dass die Fotos schon in den Redaktionen seien.”

Diese Masche finde ich dann doch unverschämt. Ecklig wird es, als er einige Seiten später erzählt, wie er sieben Müllsäcke klaut, die vor dem Haus von Michael Schumacher stehen, sie auf einem Autobahnparkplatz durchwühlt und mit den Fotos vom Inhalt Geld verdient. Dann beschließt er, nach Hollywood zu ziehen, weil dort die internationalen Stars wohnen, deren Fotos weltweit verkäuflich sind, nicht nur in Deutschland.

Hans Paul hat Recht, wenn er schreibt, dass sich viele Prominente Fotos wünschen, weil sie im Gespräch bleiben müssen, um gut zu verdienen. Auf der anderen Seite listet Paul jedoch viele Beispiele auf, bei denen er heimlich fotografieren muss, weil er genau weiß, dass die Person keine Fotos duldet.Was ist das für ein Job, wo man ständig mit Leuten “arbeitet”, die nicht kooperieren wollen? Und wenn der Ehemann der Schauspielerin Courtney Cox, David Arquette, die Paparazzi anschreit: “Ihr ruiniert mein Leben”, ist sein lapidarer Kommentar nur: “Kannten wir schon alles”.

Ebenfalls irritierend fand ich den Umgang des Fotografen mit den Bildagenturen. Anstatt diese direkt mit Laptop und WLAN zu beliefern, trifft er sich mit Agenten, denen er seine Speicherkarten gibt, damit diese die wiederum an Agenturen vermitteln. Oft klingt es so, als könne er nur hoffen, dass gute Summen dabei herausspringen. Aber wenn bezahlt wird, dann werde ich glatt neidisch. Vier- bis fünfstellige Summen sind für eine Fotoserie drin, bzw. waren es, bevor jeder Passant mit seinem Handy fotografieren konnte.

Ein weiterer Punkt der Verwunderung ist die Sorglosigkeit, mit der ohne jede Erlaubnis fotografiert wird. Zwar schreibt er ab und zu, dass irgendwo Hausrecht herrsche und er deshalb nicht fotografieren dürfe oder bei einigen Prominenten wegen anwesender Kinder auf den “Abschuss” (wie er es nennt) verzichtet, aber meistens wird einfach die Kamera auf die Promis gehalten, abgedrückt, was der Kameramotor hergibt und die Ergebnisse ohne Gewissensbisse verkauft. Kein Wort zum Beispiel zu den Caroline-Urteilen, die vor allem die Paparazzi-Fotos einschränken sollen. Aber ich gebe zu: Etwas Neid ist auch dabei, wo ich als Stockfotograf für jedes noch so winzige Logo entweder eine Erlaubnis brauche oder Photoshop bemühen muss.

Das Buch ist in viele winzige Episoden aufgeteilt, die ca. eine halbe bis ganze Seite lang und oft mit den dazugehörigem Foto garniert sind. Ab der Hälfte des Buches überkam mich Langeweile, weil sich das Schema der Geschichten ähnelt: “Bekam einen Tipp von X, dass sich Promi Y an Ort Z aufhält, ich rase los, mache auf Art Q Fotos, trotze dabei Problem V und verdiente €”.

Inhaltlich eignet sich das Buch mehr für Boulevard-Junkies, denn fotografisch gibt es höchstens zu lesen, ob er nun sein 300er, 400er oder 500er-Objektiv benutzt oder ob er Gegenlicht hat oder nicht. Auch schreibt er häufig von seinen kleinen Mini-Kameras, die als Radio oder ähnliches getarnt sind. Davon hätte ich gerne Fotos gesehen. Unterm Strich habe ich durch das Buch trotz der offensichtlichen Mängel einen besseren Einblick in die Arbeits- und vor allem Denkweise eines Papparazo bekommen. Wer wissen will, wie Paparrazi ticken, kann es lesen, wer selbst einer werden will, wird kaum Tipps im Buch finden.

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Foto-Tipps

Rezension: “500 Poses for Photographing Women” von Michelle Perkins

Der Artikel “12 Tipps für Model-Posen” ist einer der beliebtesten in meinem Blog. Er ist auch ein Beweis, dass es genug kostenlose PDFs im Internet mit unzähligen Posen für Models gibt.

Was unterscheidet gedruckte Model-Bücher davon? Als Beispiel nehme ich das Buch “500 Poses for Photographing Women“* von Michelle Perkins (ISBN 978-1584282495).

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Auf ca. 120 durchgehend farbigen Seiten gibt es 500 Fotos von 16 verschiedenen Fotografen von – zumeist jungen und schönen – Frauen. Die Fotos sind grob sortiert nach der Art der Posen: Kopf-und-Schulter-Portraits, Oberkörper-Portraits, Dreiviertelansichten und Ganzkörperansichten. Die letzten beiden Varianten werden noch mal unterteilt in Posen zum Sitzen, Liegen und Stehen. Am Ende des Buches gibt es noch zwei (englischsprachige) Seiten mit grundlegenden Posing-Tipps, die jedoch meist selbstverständlich sind und deshalb vernachlässigt werden können. Beispiel: “Hände lassen sich einfacher positionieren, wenn sie etwas zu tun haben, zum Beispiel eine Requisite halten oder auf einer Lehne lehnen.”

Der größte Unterschied zu den PDF-Sammlungen ist die Bildqualität. Wir reden hier nicht von Skizzen oder einem einzigen Model in gleicher Kleidung vor weißem Hintergrund. Die Fotos sind mit vielen Models in verschiedenen Locations aufgenommen worden. Vom Swimming Pool, Wald, Burg, Feld, Studio, Wohnzimmer, Bar oder Schrottplatz, die Abwechslung ist gegeben. Auch Haarfarbe, Frisur und Kleidung wechseln sehr häufig. Neben den Anregungen für Posen, welche das Model einnehmen soll, bekommt der Fotograf durch das Buch auch weitere Inspirationen für Setting, Lichtaufbau, Make-Up und so weiter.

Viele der Fotos im Buch sind sogenannte “Senior Portraits“, eine Fotografie-Richtung, bei der sich Schüler im letzten Schuljahr (”Senior”-Klassenstufe) professionell fotografieren lassen, um eine Erinnerung an diesen Lebensabschnitt zu haben. Eins dieser Fotos kommt dann in das Jahrbuch, vergleichbar mit den deutschen Abi-Büchern. Auf diesen Fotos wollen sich die jungen Frauen von ihrer schönsten Seite zeigen, deswegen ist der Stil oft kitschig bis gnadenlos makellos retuschiert.

Die Posen sind variieren zum Teil nur minimal, mal ist der Kopf etwas mehr gedreht, mal ist ein Arm mehr angewinkelt. Unter dem Strich gibt es vielleicht 200 Basis-Posen mit je 2-3 Varianten. Diese Posen selbst unterscheiden sich nicht von den im obigen Link erwähnten kostenlosen PDFs. Aber Fotografen sind oft visuelle Menschen und ich muss zugeben, dass ich es angenehmer finde, durch Seiten mit professionellen Fotos zu blättern als mich durch ausgedruckte Blätter mit Schwarz/weiß-Skizzen zu wühlen. Und Hand aufs Herz: Wer das Buch seinen Models zeigt, schindet mehr Eindruck als mit einer getackerten Lose-Blatt-Sammlung. Ob einem das ca. 25 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

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Rezensionen

Rezension: “Hot Shoe Diaries: Groß inszenieren mit kleinem Blitz” von Joe McNally

Lange habe ich gezögert, dieses Buch zu lesen, trotz hunderter euphorischer Rezensionen auf Amazon. Das Zögern hat sich gelohnt, denn nun gibt es das Buch”Hot Shoe Diaries“* (ISBN 978-3827328670) von Joe McNally auch in deutscher Sprache zu kaufen. Und ich muss sagen: Die anderen Rezensionen haben nicht übertrieben.

Joe McNally - Hot Shoe Diaries

Joe McNally ist ein us-amerikanischer Fotojournalist, der unter anderem schon für die Zeitschriften National Geographic, Time Life und Sports Illustrated gearbeitet hat. Er ist dafür bekannt, fast nur mit kleinen Aufsteckblitzen zu fotografieren. Wenn einer nicht ausreicht, dann auch mit zwei, drei oder 47. Viele Fotografen haben erstaunlicherweise eine Abneigung gegen Blitze, vor allem gegen diese kleinen. Unkontrollierbar, schwache Leistung, uncooler Look, das sind die gängigen Vorurteile. Dabei entstehen diese nur bei falscher Handhabung und ungenügender Kenntnis dieser Wunderwerke.

Hier springt Joe McNally in die Bresche und zeigt in dem 300-Seiten-Buch beeindruckende Fotos und beschreibt detailliert, wie sie entstanden sind – die Idee, aber vor allem auch den Lichtaufbau. Das Ganze macht er in einem derart lockeren, humorvollen, aber immer fundierten Ton, des er als der unterhaltsamste Fotobuch-Autor der Welt gelten kann. Mehrmals habe ich laut auflachen und noch öfter schmunzeln müssen. Nicht gerade üblich bei meiner sonstigen Fotolektüre.

Lehrreich ist das Buch aber auch. So betont er wiederholt seinen Einsatz von Farbfiltern vor den Blitzen, die mehrfache Diffusion mittels Schirmen und Wänden und die Verbesserung der Lichtqualität durch zwei parallele Blitze. An sich alles einfache Weisheiten, die ich aber selbst bisher kaum eingesetzt habe. Aber wenn McNally es sogar schafft, ein ganzes Flugzeug nur mit diesen Mini-Blitzen gut zu beleuchten, muss ich mich mindestens mal an paar Farbfilterfolien trauen.

Joe ist langjähriger Nikon-Nutzer und so bleibt es nicht aus, dass er manchmal ganz detaillierte Einstellungen an den Nikon-Kameras und Blitzen erklärt, die das Blitzen noch einfacher und bequemer machen. Canon-User müssen hier etwas Abstriche hinnehmen. Wer aber durch das Studium der Kamera- und Blitz-Anleitung (immer eine empfehlenswerte Handlung) das theoretische Rüstzeug besitzt, kann die meisten seiner Tipps auch für die Canon-Ausrüstung umsetzen.

Das Wort “Diaries” im Titel lässt erahnen, dass das Buch keine technische Anleitung für korrekte Blitzfotos ist, sondern eher aus dem “Bauch heraus” geschrieben ist. Das macht es zum einen sehr vergnüglich, aber schmälert etwas den Erkenntnisgewinn, da ich mir zu mehr Fotos Skizzen zum Lichtaufbau gewünscht hätte. Es ist doch manchmal sehr verwirrend, wenn er versucht, einen Lichtaufbau mit mehreren Blitzen, Reflektoren und Auslösern im Fließtext zu beschreiben. Da sagt eine Skizze mehr als 1000 Worte.

Gewundert am Rande habe ich mich, dass er kein Wort über Batterien verliert, obwohl diese doch bei seinen Blitzen und den dazugehörigen Akku-Packs massenweise anfallen müssten. Da hätte ich mich auch einige Praxis-Tipps erhofft. Interessant ist auch, dass McNally etliche Verrenkungen in Kauf nimmt, um seine Blitze mit dem SU-800-Auslöser oder Kabeln zu zünden, statt seine PocketWizards zu benutzen, damit er die iTTL-Steuerung (bei Canon eTTL) verwenden kann.

Alles in allem ein sehr kurzweiliges Buch mit vielen Inspirationen und Tipps, was aber das Lesen der Blitz-Anleitung nicht erspart.

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Rezension: “What The Duck. A W.T.D. Collection” von Aaron Johnson

Einige wissen vielleicht, dass neben der Fotografie Comics meine Leidenschaft sind. Mehrere Regalmeter im Wohnzimmer sind mit Comics gefüllt und selbst meine Diplomarbeit im Bereich Politikwissenschaft habe ich zum Thema “Politikanalyse in Comics” verfasst. Umso mehr freute ich mich, als ich vor einigen Jahren “What The Duck” entdeckte: Eine Comicserie über eine Ente als Fotograf!

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What The Duck ist wie eine lose Mischung aus “Dilbert” (Inhalt), “Garfield” (innere Einstellung) und “The Boondocks” (Zeichenstil). Immer etwas schlecht gelaunt, unterbezahlt, von Frauen gemieden und von Kollegen geschmäht, rollt die Ente ihre Arbeit als Fotograf auf und schlägt sich mit unzufriedenen Kunden, eitlen Künstlern, frechen Kindern und sarkastischen Praktikanten herum. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

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Viele der Strips sind irre komisch – jedoch nur für Fotografen. Ein gutes Beispiel dafür sind diese beiden:

What The Duck 769

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Im Buch sind die durchgängig farbigen Strips der letzten Zeit abgedruckt, je fünf kleine und ein großer Comic-Strip pro Woche auf ca. 120 Seiten.  Insgesamt macht das ca. 280 einzelne Comics. Wer “What The Duck” als RSS-Feed abonniert hat oder regelmäßig Comic-Webseite besucht, wird die Comics kennen. Sein zweites Buch “A W.T.D. Collection” versammelt die Comics von 2007 bis 2008, die alle auch gratis online angeschaut werden können. Dort hatte der Zeichner Aaron Johnson übrigens die geniale Idee, seine Fans die Titel der jeweiligen Folge bestimmen zu lassen, indem sie Vorschläge unter dem Comic als Kommentar abgeben können. Außerdem gibt es einge animierte Versionen des Comic-Stripy in seinem YouTube-Kanal. Meine beiden Favoriten dort sind übrigens dieser und dieser hier:

Auch wenn jeder die Comics täglich online lesen kann, ist es etwas anderes, entspannt mit dem Buch auf dem Sofa zu liegen, Eis zu essen und ganz viele Folgen hintereinander zu lesen, ohne 24 Stunden warten zu müssen. Bei Amazon gibt es das Buch übrigens gerade für unter 10 Euro, ideal als gutes (Weihnachts)geschenk.

Rezensionen

Rezension: “Big Bucks. Selling Your Photography” von Cliff Hollenbeck

Wieder habe ich mich durch ein dickes Buch gewälzt, um Euch zu schreiben, ob es hilfreich für Fotografen sein kann. Wobei das Buch “Big Bucks. Selling Your Photography” (ISBN 978-1584282167) nicht dick, aber dafür groß und mit viel Inhalt gefüllt ist. Der Autor Cliff Hollenbeck ist hauptberuflich Fotograf mit dem Schwerpunkt auf Reisefotografie, weiß also, wovon er redet.

Big Bucks. Selling Your Photography

Der Untertitel lautet “A Complete Photo Business Package for All Photographers” und fasst den Inhalt treffend zusammen. Im Buch geht es nicht ausschließlich um Stockfotografie. Dieser Aspekt wird nur im letzten der zwölf Kapitel behandelt. Die vorigen Kapitel beschäftigen sich mit der richtigen Einstellung, die man braucht, um als selbständiger Fotograf erfolgreich zu sein, mit der Ausrüstung, der Verwaltung, Computerfragen, dem Businessplan, Rechts- und Steuerfragen, Verkaufstaktiken und der Zusammenstellung eines guten Portfolios.

Lange hatte mich das Buch abgeschreckt, weil der Titel für mich nach “80er Jahre” aussah. Das kann ungefähr stimmen, denn mittlerweile ist das Buch in der vierten Auflage erschienen, die letzte 2007. Das führt dazu, dass zum Beispiel das Kapitel über Computer zwar aktuell, aber umständlich beschrieben ist.

Dazu kommt, dass die Rechtsinfos und Steuertipps für den us-amerikanischen Markt gedacht sind und diese beiden Kapitel deswegen nur zur Hälfte relevant sind. Positiv hingegen ist, dass den Themen Businessplan und Geschäftsmodell sehr viel Raum gewidmet sind und Cliff Hollenbeck viele ausführliche Fragen sowohl für angehende als auch für eingesessene Fotografen als Leitfaden stellt, um richtungsweisende Entscheidungen besser treffen zu können.

In diesem Buch geht es nicht darum, wie man besser fotografieren lernt. Es geht ausschließlich darum, wie man als Fotograf Aufträge bekommt, besser selbständig arbeiten kann und seine Fotos gut verkauft. Der Schwerpunkt liegt bei der Auftragsfotografie für Firmen. Stockfotografie sieht der Autor nur als zusätzlichen Nebenverdienst und entsprechend oberflächlichen behandelt er diesen Bereich. Fraglich ist beispielsweise der Tipp, dass 5-10 Suchbegriffe für ein Stockfoto vollkommen ausreichen würden.

Gut finde ich jedoch seinen ehrlichen Hinweis auf Seite 110, dass in der Stockfotografie zwar viele Leute Geld verdienen, davon bei den Fotografen jedoch nur ein geringer Teil ankommt. Auch seine Beispiel-Releases im Anhang erfüllen nicht die Anforderungen der meisten Bildagenturen, aber darauf weist er im Text auch hin.

Für Einsteiger in die Auftragsfotografie ist das Buch geeignet, für Stockfotografen weniger.

Rezensionen

Rezension: Ray Flash Ringblitz-Adapter

Gerne probiere ich neue Möglichkeiten aus, um anderes Licht auf meine Motive werfen zu können. Schon lange wollte ich deshalb einen Ringblitz testen.

Ein Ringblitz ist – wie der Name erkennen lässt – ein ringförmiger Blitz, durch dessen Loch in der Mitte fotografiert werden kann. Das hat vor allem bei der Makrofotografie den Vorteil, dass das Objektiv keinen Schatten auf das Motiv werfen kann. Insgesamt besticht ein Ringblitz durch seine große Ausdehnung durch weiches, fast schattenfreies Licht. Bei Portraits erzeugt er zusätzlich diese coolen Kreise im Auge des Models.

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Erste Makro-Testfotos mit dem RayFlash

Auf der Photokina 2008 habe ich das erste Mal eine Möglichkeit gesehen, “relativ” preiswert an einen Ringblitz zu kommen.Das System nennt sich RayFlash (manchmal auch RingFlash), wird in Deutschland von Kocktrade vertrieben und kostet ca. 240 Euro. Das klingt zwar viel, aber im Vergleich zu 470 Euro für den Ringblitz von Canon (Ringlite MR-14 EX) bis über 1100 Euro für einen Studio-Ringblitz von Bowens ist das wenig. Bei Amazon gibt es hier übrigens auch den RayFlash für unter 200 Euro. Aber Achtung: Da der Adapter genau vor das Objektiv passen muss, gibt es verschiedene Größen des RayFlashs für Canon, Nikon und die entsprechenden Blitzgeräte.

Der RayFlash wiegt knapp 400g und es gibt auch keine elektrischen Teile, die kaputt gehen könnten. Das Licht wird mittels Prismen und Reflektoren umgeleitet. Klingt einfach, die Herausforderung ist aber, dass der Blitz unten noch genauso hell wie oben leuchtet. Da der RayFlash ein komplett passives System ist, funktioniert auch weiterhin die ETTL-Steuerung am Blitz.

Ich habe jetzt den Ringflash Adapter Canon RAC170-2, der an meine 5D Mark II zusammen mit dem Canon Speedlite 580 EX II passt. So sieht das Teil aus. Oben ist eine Öffnung, die auf den Blitz geschoben wird. In der Mitte schaut dann das Objektiv durch. Es empfiehlt sich eine Nutzung ohne Sonnenblende am Objektiv, da es bei 72 oder 77mm-Linsen sonst sehr eng wird und die Blende Schatten werfen würde. Das kleine schwarze Ding vorne in der Packung ist ein keilförmiges Gummistück, mit dem bei Bedarf der RayFlash fester auf den Blitz geschoben kann, falls da noch Luft ist. Funktioniert also wie der Bierdeckel unter dem wackelnden Tisch.

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Bei mir passt der RayFlash perfekt auf den Blitz, ohne den Gummikeil. Ich kann den Adapter mit einer Hand aufschieben, zum Abnehmen brauche ich aber zwei Hände, da ich sonst fürchte, der Blitzfuss könne beschädigt werden.

Aber nun los, paar Testfotos machen. Der Blendenverlust liegt bei ca. 1 Blende, also habe ich bei den Testfotos immer, wenn der RayFlash vor dem Blitz war, den Blitz eine Blende höhergestellt.

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Das Foto zeigt, dass die Lichtverteilung eine ganz andere ist. Vollkommen schattenfrei wird das Licht zwar nicht, aber vor allem bei den ganz dichten Makroaufnahmen oben im Artikel wird schnell ein sehr gleichmäßiges Licht erzielt.

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Auch bei Portraits schmeichelt der Ringblitz der Haut viel mehr als der nackte Speedlite. Statt direkt von vorne zu blitzen, steht der Blitz diesmal leicht versetzt links von der Kamera. Vergleiche vor allem die Schatten unter dem Kinn, an der Nase und wie die Haare beleuchtet werden.

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Ringblitzähnlicher Reflex im Auge mit dem RayFlash-Adapter

Der von vielen geliebte Lichtkreis im Auge wollte sich bei mir nicht so recht einstellen. Das mag aber daran liegen, dass ich meine Portraits meist bei 80-105mm fotografiere. Wer mit einem Weitwinkel dichter rangeht, wird auch die Lichtquelle größer im Auge haben. Das Foto oben ist eine 100%-Vergrößerung von der Serie darüber. Da das Foto vertikal ist, ist auch der Blitz samt RayFlash um 90° gekippt. Wer genau hinschaut, sieht auch, dass der Lichtkreis nicht an allen Seiten gleich breit ist. Der Grund ist bei mir, dass der Rayflash bei mir unten leicht nach hinten kippt.

Die beiden Portrait-Aufnahmen oben sind direkt nacheinander gemacht worden und mit den selben RAW-Einstellungen unbearbeitet abgespeichert. Auffällig ist, dass die Hauttöne mit RayFlash etwas wärmer wirken. Ich habe eine Weile gebraucht, um herauszufinden, woran das liegen könnte. Das Foto unten verdeutlicht den Unterschied.

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Beim normalen Blitzen mit dem Speedlite erziele ich mit dem Weißabgleich-Werkzeug in Photoshop an meiner weißen Wand eine Farbtemperatur von 5000 K, üblich für Kompaktblitze. Mit dem RayFlash als Aufsatz sinkt die Farbtemperatur auf ca. 4200 K. Wird die RAW-Datei also wie ein “normales” Blitzfoto entwickelt, ist es etwas zu warm. Ich weiß nicht, warum das so ist, vermute aber, dass es mit dem verbauten Material zusammenhängt, dass nicht komplett farbneutral ist.

Auch flackerte bei mir beim leichten Druck auf den Auslöser manchmal der Blitz. Ich denke, dass liegt an der TTL-Steuerung, die zwar weiterhin funktioniert, aber durch das Plastik davor behindert wird. Trotz dieser beiden Nachteile ist der RayFlash eine gute – und günstige – Möglichkeit, seiner Fototasche eine weitere Blitzvariante hinzuzufügen, ohne sich über zusätzliche Akkus, Kompatibilität, etc. Gedanken machen zu müssen.

Ich habe den RayFlash schnell lieben gelernt und bin jetzt öfter mit meinem Makro-Objektiv unterwegs. Zusammen mit Speedlite und Ray-Flash ergibt sich so auch ohne Studio fast totale Kontrolle des Lichts bei Makroaufnahmen. Als Beweis hier noch ein Foto von letzter Woche, was ich beim Spaziergang auf den Rheinwiesen aus der Hand geschossen habe. Versuch das mal ohne Ringblitz… :-)

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Direkt aus der Kamera ohne Nachbearbeitung (nur Crop und Tonwertkorrektur): 1/250s, f14, 105mm Macro, manuell geblitzt mit RayFlash + HighSpeed-Synchro

Ebenfalls wacker geschlagen hat sich der RayFlash auf einer Hochzeit, bei der ich Anfang Juni fotografiert habe. Normalerweise sollte man nie bei einer Hochzeit mit Zubehör arbeiten, was man nicht ausgiebig getestet hat, aber ich dachte mir, notfalls kann ich den Adapter immer noch abnehmen. Auffällig war, dass ich viele beeindruckende Kommentare der Hochzeitsgesellschaft bekommen habe und ich konnte mir sicher sein, dass mir jeder Platz gemacht hat. Dieser riesige Aufbau kann einem aber auch Respekt einflössen. Eine Freundin der Braut hat ein Foto von mir bei der Arbeit gemacht und es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Krass, gell?

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Was sind Eure Erfahrungen mit Ringblitzen? Wenn ihr Fotos habt, die mit Ringblitzen gemacht wurden, könnt ihr das gerne in den Kommentaren posten.