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10 weitere beeindruckende Fotografen

Willkommen in 2010! Vor ca. einem Jahr habe ich an dieser Stelle 10 Fotografen vorgestellt, deren Werke mich beeindruckt und inspiriert haben. In einem Jahr kann viel passieren und ich habe dank vieler Blogs, Zeitschriften und Kollegen andere Fotografen kennenlernen dürfen, deren Werke ich ebenfalls sehr schätze. Deswegen gibt es heute weitere 10 Fotografen – nicht nach Rangordnung sortiert -, deren Fotos ich einfach toll finde.

1. Philippe Halsman (Mode, Portraits)

Kennengelernt habe ich diesen Fotografen durch das Magazin Nr. 11/2009 der Süddeutschen Zeitung, in dem einige seiner seltenen Aktaufnahmen gezeigt wurden. Diese bestachen durch außergewöhnliche Posen und spannend gesetztes Licht. Einige der Bilder gibt es in diesem Bildband* zu sehen. Ansonsten ist der lettische Fotograf Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch seine Portraits von Prominenten bekannt geworden, auch wenn eins seiner berühmtesten Motive ein Totenschädel ist, den er aus sieben nackten Frauenkörpern bildete. Das gezeigte Foto ist eine Zusammenarbeit mit Dalí und entstand 1948.

Foto: Philipe Halsman

Foto: Philipe Halsman

2. Adriana Navalesi (Selbstportraits)

Ich kann nichts dafür, dass es so wenige weibliche Fotografen gibt, deswegen bin ich umso stolzer, wenn es welche in diese Liste schaffen. Adriana Navalesi ist eine Fotografin, die mir durch meine Rezensententätigkeit beim Online-Fotografie-Magazin fokussiert.com das erste Mal auffiel. Sie macht vor allem Doppel-Selbstportraits, die mich erst etwas ekelten und abschreckten. Nachdem ich das hier gezeigte Bild bei fokussiert.com gesehen habe, änderte sich jedoch meine Meinung und ich begann ihr Konzept zu verstehen. Meine ausführliche Bildkritik könnt ihr hier lesen.

Foto: Adriana Navalesi

Foto: Adriana Navalesi

3. Nils Jorgensen (Street Photography)

Ich bin mir nicht sicher, wie ich diesen Fotografen entdeckt habe. Ich glaube, es war über Kwerfeldein. Nils Jorgensen macht auf den ersten Blick öde und langweilig wirkende Momentaufnahmen, meist in S/W, aber immer öfter auch in Farbe. Auf den zweiten Blick entdeckt man jedoch die Absurdität oder den hintergründigen Humor, der in den fotografierten Szenen steckt.

Foto: Nils Jorgensen

Foto: Nils Jorgensen

4. Eadweard Muybridge (Bewegungsstudien)

Diesen Fotografen mit dem seltsamen Namen kannte ich schon lange, wußte aber seinen Namen nicht. Schon mehrmals habe ich seine Werke in Fotografie-Lehrbüchern gesehen und zuletzt in einem Museum als Beispiel einer Bewegungsstudie über Pferde. Mit diesen Bewegungsbildern ist er auch berühmt geworden, denn er war der erste, der es 1877 schaffte, ein galoppierendes Pferd zu fotografieren. Auslöser war eine Debatte über die Frage, ob Pferde beim Galopp mit allen vier Beinen in der Luft schweben würden oder nicht. Er entwickelte eine Technik mit elektronischem Auslöser und schnell belichtenden Chemikalien, um das besagte Foto zu machen. Ein Jahr später ging er einen Schritt weiter. Er reihte viele Kameras hintereinander auf und ließ diese durch die Hufe eines laufenden Pferdes nacheinander auslösen. So konnte er erstmals den Bewegungsablauf dieser schnellen Tiere nachvollziehen. Die hier gezeigte Animation ist eine Stop-Motion-Version solcher Fotos.

Aber das ist noch nicht alles. Mit dieser Methode beeinflußte er Thomas Edison, der sich eine Bewegtbild-Kamera patentieren ließ und inspirierte auch die Maches des Kult-Films “The Matrix” zu ihrer “Bullet Time“-Filmtechnik, bei der die Kamera um eine sich langsam bewegende Pistolenkugel herum zu fliegen scheint. Außerdem nahm er Eintritt, um einem zahlenden Publikum seine Bewegtbilder zu zeigen. Damit war er vielleicht der Erfinder von Stock-Footage. Ziemlich cool, nicht?

Fotos: Eadweard Muybridge

Fotos: Eadweard Muybridge

5. Jan von Holleben (Fantasie-Serien)

Dieser Typ läuft mir in letzter Zeit ständig über den Weg. Sei es großformatig in Fotozeitschriften oder lobhudelnd in Tageszeitschriften, überall sehe ich seine Fotos. Und er hat es verdient! Jan von Holleben fotografiert inszenierte Fantasie-Serien, gerne mit Kindern, in denen aus alltäglichen Dingen wie Haushaltsgegenständen, Kleidung oder Blumen und Pflanzen ganze Fantasiereiche nachgestellt werden. Da ihnen die Konstruktion immer noch anzusehen ist, wirkt es als wären die Kinder ohne Fernsehen und Internet über sich hinaus gewachsen.

Besonders schön finde ich die Serie “Dreams Of Flying”, aus der auch das gezeigte Bild ist, “Mystery Of Monsters” und “Superheros”. Auch “I am The Strongest” ist eine nette Hommage an die Kindheit und die Fotos daraus sind bei auch schon auf mindestens einer Canon-Werbung begegnet. Er ist einfach überall.

Foto: Jan von Holleben

Foto: Jan von Holleben

6. Ulrich Müller (Natur, Details)

Wer meinen Blog schon eine Weile liest, weiß, dass ich knallige, satte Farben liebe. In englisch würde ich sagen: “I’m a sucker for color!” Schwarz-Weiß war nie mein Ding. Ulrich Müller scheint mir da wie ein Wesensverwandter, der gerne am Sättigungs-Regler dreht, aber es doch nie übertreibt. Schon einzeln sind seine Bilder ein Augenschmaus im wahrsten Sinne des Wortes, aber geballt als Flickr-Galerie ist das eine Farben-Orgie, die Rauschzustände auslösen kann. Wer sich die auf LSD anschaut, ist selbst schuld. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange ich in seinen Fotos gestöbert habe, um ein Bild für diesen Artikel zu suchen. Ich konnte mich bei so viel Auswahl kaum entscheiden.

Foto: Ulrich Müller

Foto: Ulrich Müller

7. Lichtfaktor (Lichtmalerei)

Es ist eine Binsenweisheit: Fotografie heißt wörtlich übersetzt “Malen mit Licht”. Aber kaum einer nimmt das so wörtlich wie die Jungs von Lichtfaktor. Mit Taschenlampen, LED-Leuchten und allem anderen, was irgendwie leuchten kann, ziehen sie durch die Straßen und hinterlassen eine Lichtspur der Kreativität. Schon ihre Bilder sind sehr cool (vor paar Monaten hatten sie in Köln eine Ausstellung in der Fotopension), aber noch besser sind ihre Videos. Hier ein Werbevideo für eine Mobilfunk-Firma, das zeigt, was möglich ist:

TalkTalk Brighter from LICHTFAKTOR on Vimeo.

Mein All-Time-Favorit von Lichtfaktor ist jedoch der Kurzfilm “The Very Angry Caterpillar”, der nicht nur mit Licht gemalt wurde, sondern auch eine amüsante Geschichte erzählt. Beide Videos unbedingt als Vollbild anschauen:

Das Sehr Angry Caterpillar from LICHTFAKTOR on Vimeo.

8. Chema Madoz (Stillleben)

Da bin ich simpel gestrickt. Wenn es lustig ist, gefällt es mir. Der spanische Fotograf Chema Madoz scheint mit einem nie versiegenden Quell des Humors gesegnet zu sein. Wir reden hier aber nicht über platten Schenkelklopfer-Humor, sondern über subtilen Witz, der mich an den Dadaismus erinnert. Außerdem ist seine Ausleuchtung so schön und sanft, dass die meisten Fotos auch ohne den Witz als Bonus funktionieren würden.

Foto: Chema Madoz

Foto: Chema Madoz

9. Victoria V (Portraits)

Diesmal gebührt der Dank dem Fotoblog von Viktor Dite, durch den ich die zweite Fotografin in dieser Liste begrüßen darf. Victory V macht Portraits, die durch eine sehr filmhafte Bildsprache bestechen. Die Figuren wirken unnahbar, aber voller Emotionen, die Motive erzählen kleine Geschichten. Vor allem bei ihren Hochzeitsfotos ist die Liebe und der Spaß zum Greifen nahe.

Foto: Victory V

Foto: Victory V

10. Bernd Opitz (Portraits)

Paul Ripke hat mich durch einen Link in seinem Blog auf diesen Fotografen aufmerksam gemacht. Der Hamburger Fotograf ist auf jeden Fall sehr kommerziell ausgerichtet, was mich ja nicht stört, weil ich ebenfalls Werbefotos mache. An seine wilden, farbenfrohen Bilder komme ich aber noch nicht ran. Hätte ich eine Firma, die Fotografen buchen müsste, würde er weit oben auf meiner Liste stehen. Bei ihm kann man auch noch was über Styling und passende Requisiten lernen. Seine Fotos verkaufen Emotionen, lassen sie aber nicht gestellt oder billig aussehen. Der Traum jeden Marketing-Chefs.

Foto: Bernd Opitz

Foto: Bernd Opitz

So, jetzt seid ihr dran. Lamgsam müsstet ihr meinen Geschmack ja kennen. Gibt es weitere Fotografen, die mir oder den Lesern gefallen könnten? Dann diese bitte mit Begründung in den Kommentaren erwähnen.

* Affiliate-Link (Ich erhalte eine kleine Provision beim Kauf, ihr zahlt nicht mehr)

Bildagenturen

Sensation: Photograph Of Jesus!

Letztes Wochenende war ich mit meiner Freundin beim Kurzfilm-Festival “Shnit” in Köln. Wir waren bequem und haben uns statt des Film-Marathons für eine Zusammenfassung der besten Kurzfilme entschieden.

Darunter war auch dieser Kurzfilm, den ich Euch sehr empfehlen möchte. Er heißt “Photograph Of Jesus” von der Filmemacherin Laurie Hill und ist eine sehr humorvolle Dokumentation des Hulton Archivs der Bildagentur Getty Images. Der Film entstand im Rahmen der “Short & Sweet” Kurzfilm-Challenge von Getty Images. Der Schwerpunkt des Filmes liegt auf den vielen abstrusen Foto-Anfragen, die der Vizepräsent des Archivs, Matthew Butson, ständig erhält.

Genau das Richtige für einen unterhaltsamen Sonntag. Viel Spaß am Ansehen.
(Feed-Leser sehen das Video unten leider erst auf der Blog-Seite.)

Und, wie fandet ihr den Film?

Ankündigung

Ein ♥ für Blogs

Für heute ruft Kai Müller vom Blog StyleSpion zur zweite Runde seiner Aktion “Ein für Blogs” auf. Ich möchte diesmal mitmachen, auch wenn ich wie bei der letzten Runde etwas Angst habe, einigen Blogs auf die Füße zu treten. Immerhin habe ich mehr als 120 Blogs abonniert, fast alle zum Thema Fotografie. Immerhin ist die Aktion auf deutschsprachige Blogs beschränkt. Ich selbst habe mir das Limit bei zehn nennenswerten Blogs gesetzt, weil ich weiß, dass es sonst zu unübersichtlich wird.

ein-herz-fuer-blogs

Legen wir los:

  • Studio-Blog Der Mannheimer Fotograf omori berichtet hier über seinen Alltag im Fotostudio und sein Blog war eine große Motivation, selbst einen Blog zu beginnen.
  • PictureTom Hier geht es um die geschäftliche Seite der Fotografie: Um Finanzen, Marktanalysen und rechtliche Entscheidungen. Für Profi-Fotografen ein Muss.
  • Radedudel Der Blog von Sam ist fast das Gegenteil. Hier liefert er vor allem “Tipps und Anleitungen zur fortgeschrittenen Fotografie”, wie er es nennt. Immer mit Hand und Fuss.
  • Nebuto Ein Blog von Jan über Microstock-Agenturen mit einem leichten Hang zu Illustrationen und 3d-Rendering.
  • Fotos verkaufen bei Bild- und Microstock-Agenturen ein Blog mit seinem Thema im Namen. Häufige Wiedergabe von Pressemeldungen, aber auch Einblicke in seine Umsätze
  • Krolop-Gerst Profi-Fotografen erklären Bildideen und ihre technische Umsetzung, sehr anschaulich und gut verständlich
  • Designworks Der Blog von Markus Wäger dominiert zwar mit seinen vielen Mini-Posting meinen Feed-Reader, aber es sind auch immer wieder einige Perlen für die Augen dabei. Und da Typografie eine heimliche Leidenschaft von mir ist, sehe ich mir auch gern seine Font-Vorschläge an
  • Basic Thinking Der Blog von Robert wurde vor kurzem verkauft und ich hatte danach einen der neuen Redakteure gesprochen. Er überzeugte mich, mal reinzuschauen und in der Tat: Hier gibt es ausführliche und fundierte Meldungen über das Internet, Software, Neue Medien und andere Dinge, die auch für Fotografen spannend sein können ((und für den Computer-Nerd in mir immer sind)
  • Stefan Niggemeier Mit Stockfotografie verbindet den Betreiber des BILDBlog eine Art Hassliebe, wie er mit seiner “Symbol-Foto”-Serie beweist. Aber seine ironischen Kommentare zur Medienlandschaft sind besser die Medien selbst.
  • Genuss-Blog Warnung: Vom Lesen dieses Blogs nimmst Du zu. Hier wird hemmungslos und leidenschaftlich über Genussmittel wie Schokolade, Eis, Tee, Kaffee, Torten und Süßigkeiten geschwärmt. Lecker.

Habt ihr noch Tipps für Blogs, die mich interessieren könnten? Wenn ja, bitte mit Begründung in die Kommentare.

Internet-Funde

Bilderklau im Internet – Teil 2

Vor zwei Wochen hatte ich im Blog einen Artikel mit dem Titel “Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen” geschrieben, bei dem die Kommentare nur so einprasselten. Der Tenor der Aussagen: Man muss nicht immer sofort mit dem Anwalt kommen. Sehe ich genauso. Aber reicht eine freundliche Mail?

Folgender Fall:
Ich habe wieder im Internet gesucht, wo meine Fotos benutzt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die ich im Artikel “10 Tipps zum Finden der eigenen Fotos” beschrieben habe. Diesmal wurde ich wieder fündig, aber auf einem anderen Weg.

In den Logdateien meiner Webseite verzeichnete ich auffällig viele Besucher von der Social-Networking-Webseite www.jappy.de. Ich habe mir die Webseite genauer angesehen und gemerkt, dass es dort ein Sport zu sein scheint, Bilder mit ganz vielen anderen Menschen zu tauschen, bzw. diese in den Gästebüchern der Freunde zu zeigen. Leider schert es die meisten überhaupt nicht, ob die Fotos urheberrechtlich geschützt sind oder nicht.

Da gibt es Screenshots von Filmen, kommerzielle Bilder aus Bildagenturen, Fotos von Flickr und eben auch Fotos von anderen Webseiten, zum Beispiel meiner. Innerhalb einiger Minuten habe ich drei meiner Fotos in den Gästebüchern und Foren von jappy.de gefunden. Die meisten der Fotos werden auch nicht kopiert, sondern per Hotlinking eingefügt. Das führt neben der Urheberrechtsverletzung noch zu zusätzlichem Traffic bei den Originalseiten, von wo die Fotos kommen, für den die Betreiber meist Geld zahlen müssen. Sie werden damit also doppelt geschädigt.

Weil das bei jappy.de keine einmaligen Ausrutscher sind, weil die Bilder als Hotlink genutzt werden und weil mehrere meiner Bilder betroffen waren, wollte ich nicht nur eine nette Mail schreiben, sondern mich für meine Arbeitszeit, in der ich die Bilder suchen musste, entschädigen lassen.

Immerhin: jappy.de hat eine gut findbare eigene Emailadresse für Rechtsverletzungen und ich bekam innerhalb einer Stunde Antwort von der Rechtsabteilung. Der Mitarbeiter teile mir mit, dass die betreffenden User informiert wurden und sich bei mir melden sollen.

Stillleben mit Obst

Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von der Frau, die eins der Bilder geklaut hatte. Es handelt sich um ein Obstfoto, was bei einer Google Images-Suche nach “Obst” relativ weit vorne auftaucht. Das Obstfoto sieht vielleicht “dahingeworfen” aus, erforderte aber einen sorgfältigen Aufbau und Obst im Wert von über 30 Euro.

Die Dame argumentierte nach diesem Muster:
- das sei total üblich bei Jappy
- das Bild habe sie nicht von mir, sondern das gab es bei Google
- sie wusste nicht, dass das verboten sei
- wenn das bei Google angezeigt wird, muss das doch kostenlos sein

Nach einer Weile sah sie ein, dass ihre Handlung nicht rechtens war. Ich bot ihr schlicht an, das Foto in der kleinsten Web-Auflösung nachträglich über meine Bildagentur zu lizenzieren und fertig. Fand ich fair. Kostenpunkt: 20 Euro. (Ja, da hat sie etwas Pech gehabt: Andere Fotos von mir werden auch für 5 Euro in der Web-Auflösung angeboten bzw. sehr ähnliche Obst-Fotos gäbe es als Microstock-Fotos auch für 1 Euro, aber das betreffende Foto wird von mir ausschließlich über eine etwas teurere Agentur vertrieben).

Daraufhin meinte sie zu mir, dass das doch nicht mein Geschäftsmodell sein könne, die Leute über Google zu meinen Fotos zu locken und dann Geld zu kassieren. Da war ich baff. Ich erinnerte sie daran, dass ich erstens niemanden gezwungen habe, mein Foto ohne meine Erlaubnis zu kopieren und zweitens sowohl im Foto selbst als auch auf der Seite, wo mein Foto gezeigt wird, deutlich ein Copyright-Zeichen zu sehen ist, was mich als Urheber des Fotos ausweist. Mit allen dazugehören Rechten, wie bei der Nutzung Geld zu verlangen.

Ich erinnerte auch daran, dass ich mit meiner Mail ihr Anwaltskosten in Höhe von mehreren hundert Euro sparen würde. Aber statt Dankbarkeit erntete ich Wut. Finde ich ehrlich gesagt verständlich, aber was soll ich machen? Alles ignorieren? Meine Zeit dafür opfern, nette Emails an die Bilderdiebe zu schreiben, ohne dafür entschädigt zu werden? Was meint ihr dazu? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Ich habe mich für die Variante “nette Mail plus Rechnung” entschieden. Die 20 Euro wurden bezahlt. Eine regelmäßige Bildkäuferin wird die Frau sicher trotzdem nicht werden. Der Kontakt zu den zwei anderen Usern steht noch aus.

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Schneller Bilder suchen mit Serchilo

Ich finde es cool, so viele kreative Freunde zu haben. Vor allem, weil diese Freunde immer wieder Dinge produzieren, die auch mir helfen.

Georg, ein findiger Computer-Linguist und begnadeter Programmierer, hat vor einigen Jahren zum Beispiel das Projekt “Serchilo” ins Leben gerufen.

Serchilo Logo

Das ist im Grunde eine Art, schneller und einfacher im Internet zu suchen. Nicht im Sinne einer Suchmaschine, sondern es erleichtert die Eingaben in Suchformularen auf Webseiten.

Kurz erklärt funktioniert das so:

Ich tippe bei mir in die Adressleiste meines Browsers einfach “getty wohnmobil“, drücke die Enter-Taste und als Ergebnis bekomme ich alle Fotos mit Wohnmobilen von Getty Images angezeigt.

Oder ich tippe “ist winter” ein und bekomme alle Winterbilder von istockphoto. Oder ich tippe “w Fotografie” um sofort zum Fotografie-Artikel von Wikipedia zu kommen. Cool ist z.B. auch “db berlin, köln”. Damit lande ich auf der Seite der Deutschen Bahn direkt bei den Zugverbindungen zwischen Berlin und Köln.

Im Prinzip funktioniert das System ähnlich der Suchleiste oben rechts bei Firefox, nur mit dem Unterschied, dass man nicht immer zwischen den verschiedenen vorgegebenen Webseiten wechseln muss.

Momentan sind bei Serchilo knapp 800 verschiedene Webseiten gespeichert, die mittels Kurz-Kommandos erreicht werden können. Wer will, kann mittels des offenen Wiki-Systems selbst Webseiten hinzufügen oder Georg kontaktieren, damit er sie ergänzt. Wer sich anmeldet, kann sich auch personalisierte Kommandos zusammenstellen.

Bei Serchilo sind zur Zeit ca. 17 Foto-Webseiten und Bildagenturen dabei, zum Beispiel:

  • Getty Images
  • Corbis
  • istockphoto
  • Fotolia
  • Fotofinder
  • Fotosearch
  • Dreamstime
  • ImagePoint
  • Bildmaschine
  • Zoonar
  • Flickr
  • Google Images
  • Photobucket
  • etc.

Nebenbei funktioniert Serchilo auch mit vielen anderen Webseiten, bei denen man meist immer Suchbegriffe eintippt, z.B.:

  • Amazon
  • Ebay
  • bahn.de
  • Wikipedia
  • Leo Übersetzungen
  • etc.

Serchilo ist übrigens kostenlos. Bei YouTube hat Georg auch ein Video zur Einführung hochgeladen:

Ich gebe zu, dass die Serchilo-Webseite anfangs etwas unübersichtlich aussieht. Aber wer wie ich den ganzen Arbeitstag vor dem Computer und Internet sitzt, wird dieses Tool nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nicht mehr missen wollen.

Hier steht, wie Serchilo für verschiedene Browser eingerichtet werden kann. Am bequemsten finde ich die Variante, Serchilo in der Adressleiste von Firefox zu nutzen. Hier gibt es noch einen anderen Artikel zu Einführung.

Probiert es aus!

Falls ihr Probleme habt, könnt ihr sie einfach in den Kommentaren posten.

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Google-Bildersuche verändert Stockfotografie

Seit gut vier Wochen gibt es von Google eine Bildersuche, mit der auch nach ähnlichen Fotos gesucht werden kann. Mit einem Klick auf ein Bild, was dort als Suchergebnis angezeigt wird, können nun bequem potentiell verwandete Fotos angeschaut werden.
Google Similar Images Logo
Auch wenn Google selbst keine Fotos verkauft, bietet diese Bildersuche einen Anlass, über die Roole von Google in der Stockfotografie nachzudenken.

Die Google-Bildersuche names Google Images existiert schon seit Jahren, wurde lange aber von den Bildagenturen stiefmütterlich behandelt. Zwar wissen die Bildagenturen mittlerweile, das Suchmaschinenoptimierung notwendig ist, aber bisher wird sich darauf konzentriert, dass die Agenturwebseite bei Suchanfragen wie “Bildagentur”, “Fotos kaufen”, “lizenzfreie Bilder” oder “Stockfotografie” etc. weit oben steht.

Nur wenige Bildagenturen lassen zu, dass deren Fotos dort als Suchergebnis angezeigt werden können, denn die Furcht vor dem Bilderklau war und ist groß. Immerhin ist in vielen Köpfen noch verankert: “Was Google liefert, ist kostenlos”.

Das führte dazu, dass der Großteil der angezeigten Bilder als öffentlichen Foto-Communities wie Flickr stammt oder aus den unzähligen Blogs, Webseiten und Marktplätzen mit ihren kleinen Produktfotos, Vorschaubildern oder Schnappschüssen.

Das Hauptproblem der Google-Bildersuche war lange, dass die gezeigten Ergebnisse davon abhingen, welche Bildbeschreibung zum Foto und welcher Text beim Foto stand. Diese Texte genügten selten den Anforderungen einer professionellen Verschlagwortung und entspechend zufällig sahen auch die Suchtreffer aus.

Für die Stockfotografie kam hinzu, dass viele weitere Suchmöglichkeiten fehlten – wie nach Ausrichtung, Exklusivität, Preis – oder nicht genau genug waren – wie bei der Größenangabe.

Die Ablehnung der Fotoanbieter weicht jedoch auf. Da einige Microstock-Agenturen stark darauf bedacht sind, ihre Suchbegriffe suchmaschinenoptimiert in ihren Webseiten zu platzieren, nimmt auch die Menge von Agenturmaterial bei der Google Bildersuche zu.

Dass Suchtreffer bei Google Images nicht nur Foto-Diebstahl, sondern auch Bildverkäufe ermöglichen, merke ich immer, wenn ich per Email Anfragen bekomme von Leuten – meist freiberuflichen Grafikdesignern – die eins meiner Fotos (mit meiner Webadresse als Wasserzeichen) über Google Images oder die Suchfunktion von Flickr gefunden haben und nun wissen wollen, wie viel eine bestimmte Verwendung kosten würde.

Vom Finanzvolumen überwiegen sicher noch die traditionellen Käuferkreise wie Verlage oder Werbeagenturen, aber durch die Einführung von Microstock ist die reine Anzahl von neuen Käufern viel größer geworden – und die sind gewohnt, mit Google zu suchen, weil es ihnen bekannt ist.

Wenn Google nun eine Suche nach Farben in einem Foto oder ähnlichen Motiven anbietet, wird damit keine neue bahnbrechende Technologie genutzt. Die hatten Bildagenturen früher. Aber was Google anbietet, wird schnell zum Standard und Bildagenturen, die in einem Jahr noch keine Farbsuche oder eine Funktion “Ähnliche Fotos anzeigen” haben, werden schnell ins Hintertreffen geraten.

Außerdem zeigt es, dass Google in der Bildbranche so viel Potenzial sieht, dass sie in diesem Bereich auch finanziell investiert. Der Schritt zu einer “Google Bildagentur“, die nach dem Prinzip von Fotofinder funktionieren könnte, ist noch wahrscheinlicher geworden.

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Kreativität in der Fotografie

Vor einigen Monaten las ich in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel mit der Überschrift “Kreativität ist harte Arbeit“.

Darin fand ich am Ende diesen Satz, der mir einleuchtete:
“Fleiß, fachliche Expertise, Neugier und Offenheit – das sind die wichtigsten Voraussetzungen für kreatives Handeln”

Blick durch Daumenloch
Ich finde den Satz gut, da er deutlich macht, dass Kreativität nicht “angeboren” ist, sondern das Resultat harter Arbeit und verschiedener Faktoren. Diese Faktoren spielen auch in der Fotografie eine Rolle.

Fleiß - Nur wer ständig ausprobiert, experimentiert und vor allem fotografiert, wird irgendwann seine Kamera so im Schlaf beherrschen, dass bei der zündenen Inspiration sofort reagiert werden kann – ohne Blick in die Anleitung oder den Ärger, warum das schöne Foto auf dem Display gelungen wirkte, aber auf dem Computer-Monitor nicht mehr.

Fachliche Expertise – die bekommt man auch nur durch Fleiß. Durch das Lesen vieler Fotobücher, die Vergleiche von Fotografien großer Meister, die Analyse gelungener Bilder und mehr.

Neugier – Das ist die Kraft, die einen Fotografen dazu verleitet, auch mal um ein Motiv herumzugehen, um zu sehen, ob die andere Seite nicht fotogener wäre.

Offenheit – “Das haben wir schon immer so gemacht” ist kein Satz, der zu mehr Kreativität führen würde. Einfach mal etwas anders machen, zu schauen, was passiert, kann ebenfalls inspirierend sein.

Alle der vier Faktoren können trainiert und gepflegt werden. Mal den inneren Schweinehund überwinden. Nicht automatisch “nein”, sondern auch mal “ja” sagen.

Ausprobieren.

Kreativ sein.

Schönen kreativen Sonntag noch.

Internet-Funde

Die Rolle von Stockfotos in Blogs

Kann es sein, dass Blogs in den USA bunter sind als in Deutschland?

Wer sich die “25 Best Blogs 2009“-Liste der Zeitschrift TIME anschaut, merkt, dass es dort sichtbar bunter zugeht als hierzulande. Häufig werden Stockfotos genommen, auch und vor allem bei News- und Politik-Blogs wie beispielsweise “The Huffington Post” oder “Talking Points Memo“. Aber auch in Lifestyle-Blogs wie “Lifehacker” werden symbolische Fotos zur Bebilderung genutzt.

Sockfotos in Blogs
In der deutschen Blogsphäre hingegen lassen sich vor allem drei Arten erkennen, wie Bilder in Blogs genutzt werden. Diese Einschätzung basiert auf den beliebtesten Blogs in den Deutschen Blogcharts.

  1. Es werden einfach keine bis fast keine Fotos verwendet. Dazu zählt z.B. der lawblog, der Blog von Stefan Niggemeier oder der Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache.
  2. Es werden nur Produktfotos, Logos oder PR-Fotos benutzt. Das macht z.B. der Basic Thinking Blog oder Nerdcore.
  3. Fast nur selbstgemachte Fotos werden gezeigt. Hier gehören z.B. Spreeblick, der Kochblog 1x umrühren bitte, oder das Upload Magazin.

Es gibt nur wenige deutsche Blogs, die Stockfotos einsetzen. Woran könnte das liegen?

Hier meine Vermutungen:

  • Die USA sind Deutschland in Technikdingen immer voraus. Klingt vereinfachend, traf bisher aber fast immer zu. Während Blogs hierzulande noch nicht als ernstzunehmende Konkurrenten der anderen Massenmedien gesehen werden, buhlen US-Blogs längst auf Augenhöhe um die Gunst der Konsumenten. Der us-amerikanische Technikblog TechCrunch.com hat z.B. monatlich über 1,8 Millionen Abonnenten. Dazu nutzen sie Bilder wie die professionellen Vorbilder.
  • Analog zu den deutschen Tageszeitungen, die sich im Vergleich zu den US-Zeitungen sehr textreich und bildarm präsentieren, hat sich diese Vorliebe auch auf Blogs übertragen.
  • Selbstgemachte Fotos sind billiger als Stockfotos.
  • Keine oder eigene Fotos zu nutzen, ist rechtlich sicherer. Die Abmahnwellen, z.B. durch Marion’s Kochbuch mögen vor allem Kochblogs noch in Erinnerung sein. Dass selbst Stockfotos vor Abmahnungen nicht schützen, bewies letztes Jahr die Bildagentur Getty Images mit einer eigenen Abmahnwelle.
  • Stockfotos sehen zu steril und klischeehaft aus. Es gibt hier, hier und hier genug lustige Beispiele, wie unoriginelle Stockfotos aussehen. Fast eine Art Hassliebe pflegt Stefan Niggemeier in seinem Blog, in dem er regelmäßig unpassende Verwendungen von Stockfotos vorstellt.

Dabei glaube ich, dass sorgfältig gewählte Stockfotos zum Erfolg eines Blog beitragen können. Warum?

  • Fotos bringen “Farbe in den Blog”.
  • Es ist erwiesen, dass eine visuelle Unterstützung von Textinhalten das Lernen erleichtert.
  • Eine gut gewählte Bildsprache macht den Blog unverwechselbar. Text sieht immer gleich aus.
  • Suchmaschinenoptimierung: Mittlerweile sucht Google nicht mehr nur nach Wörtern, sondern auch nach Bildern. Ich sehe in meinen Statistiken regelmäßig, dass Besucher durch Googles Bildersuche auf meinen Blog kommen. Ebenso werden Fotos zu Artikeln in der Blogübersicht des Google RSS-Readers angezeigt und wirken dort als Blickfang.

Wer neugierig geworden ist, wie das Angebot und die Preise von Stockfotos momentan aussehen, findet viele günstige Fotos zum Beispiel bei den Microstock-Bildagenturen Shutterstock, istockphoto, fotolia oder Dreamstime.

Was meint ihr? Diskutiert mit, indem ihr Eure Meinung in den Kommentaren schreibt oder gleich als eigenen Beitrag  – am besten mit Trackback – in Eurem Blog.

Danke für Euren bisherigen Kommentare. Im zweiten Teil habe ich darauf geantwortet.

Ankündigung

Volle Medienpräsenz diese Woche

Ich schwöre, ich habe es nicht koordiniert:

Diese Woche gibt es in der Blogsphäre gleich einen kleinen Berg an Artikeln und Interviews von oder mit mir.

Wirtschaftszeitung lesen

  • Zuerst ist da meine langjährige Bildagentur Panthermedia, welche auf mein Making-Of-Video hinweist und mich bat, für deren Blog einige Zeilen zur Entstehung zu schreiben.
  • Im Foto-Magazin Bildwerk3 gibt es passend zum Themenmonat “Bildagenturen” ein langes Interview mit mir über meine Arbeit als Fotoproduzent.
  • Martin von Kwerfeldein bat mich außerdem, einen Gastartikel zum Thema “Entfesselt Blitzen” zu schreiben, der so lang wurde, dass wir ihn in zwei Teilen hier und hier veröffentlicht haben.
  • Das Berufsbild “Fotoproduzent” wurde mit mir als Beispiel vor einem Monat auch bei Fotografie Studium vorgestellt.

Viel Spaß beim Lesen.

Foto-Tipps

Warum Barack Obama auf Fotos so gut aussieht

Heute findet in den USA die Amtseinführung des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika statt: Barack Obama.

Barack Obama lachend (Shutterstock)
Zu diesem Anlass stellte die Bildagentur Shutterstock dem Kölner Psychologieprofessor Dr. Martin Schuster die Frage, warum Barack Obama auf den Pressefotos immer so blendend aussieht.

Die Antwort steht in dieser Bildanalyse (Download als PDF) und bietet Pressefotografen auch einige Tipps, wie Politiker am vorteilhaftesten fotografiert werden können. So betont z.B. die Untersicht (Kameraperspektive, die unter dem Kopf der zu fotografierenden Person liegt) das Kinn und lässt Personen mächtiger wirken. Auch zahlreiche – von Obama sicher oft geübte – Posen helfen, diesen Eindruck zu verstärken. Im Gegenzug lernen wir auch, warum z.B. Angela Merkel eher eine traurige Miene zieht.

Ein weiterer Tipp, der nicht in der Analyse erwähnt wird: Eine leichte Diagonale kann die Dynamik von Fotos verstärken, was sich wiederum auf den Politiker überträgt. Hier mal der Vergleich (Originalbild hier):

Barack Obama schräg

Barack Obama gerade

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