Archiv der Kategorie: Internet-Funde

DOF-Rechner zeigt Unschärferisiko bei Schärfentiefe

DOF? Was soll diese Abkürzung? In der Ferienzeit können wir uns kurz weiterbilden.

DOF steht für „Depth of Field“ und bedeutet auf deutsch „Schärfentiefe„. Sie bezeichnet den Tiefenbereich auf einem Foto, in dem das Motiv scharf abgebildet ist. Die Elemente davor und dahinter sind unscharf.

Beispiel für ein Foto mit einer geringen Schärfentiefe
Beispiel für ein Foto mit einer geringen Schärfentiefe

Bevor wieder eine Diskussion aufkommt, wo der Unterschied zur „Tiefenschärfe“ sei oder ob beides synonym verwendbar sei, hier zwei Links, die sich dem Thema aus zwei Perspektiven widmen:

Ein Linguist plädiert hier dafür, dass beide Begriffe das Gleiche bedeuten, ein Fotograf hingegen schreibt hier, dass es sehr wohl Unterschiede gebe. Entscheidet selbst.

Doch zurück zum Thema: Vielen Fotografen ist bekannt, dass die Tiefenschärfe mit immer weiter geöffneter Blende (also abnehmender Blendenzahl) abnimmt. Auch die Entfernung zwischen Motiv und Kamera spielt eine Rolle: Je weiter, desto größer die Schärfentiefe. Zwei weitere Faktoren sind die Brennweite (je höher, desto geringer die Schärfentiefe) und der Zerstreuungskreis.

Wie genau diese Werte zusammenhängen, ist selbst für einen Profi-Fotografen schwer in Zahlen zu messen.

Dafü gibt es jedoch hilfreiche Online-Tools wie diesen DOF-Rechner.

dof-rechner-beispielDort könnt ihr die obigen Werte wie Blende, Kamera, Brennweite und Motivabstand eintragen und erhaltet die Tiefe, in der euer Motiv scharf abgebildet wird.

Als Beispiel: Für meine Canon 5D Mark III* mit dem Canon 85mm-Objektiv* bei einer Blende von 1.2 und 100 cm Abstand zum Motiv (Naheinstellgrenze sind 95 cm), erhalte ich eine Schärfentiefe von 0,9 cm. Ja, 9 mm. Vor und hinter dem fokussierten Bereich sind nur jeweils 4,5 mm scharf. Wenn ich also auf ein Auge fokussiere, kann das Wimpernende schon unscharf sein, wenn die Wimpern lang genug sind.

Wenn man sich das bewusst macht, wird klar, wie schon winzige Schwankungen des Fotografen und/oder des Models ein Bild unscharf werden lassen können.

Der Rechner ist auch hilfreich, um zu ermitteln, mit welcher Blenden/Brennweiten-Kombination gearbeitet werden müsste, wenn man eine bestimmte Schärfentiefe als Minimum benötigt (zum Beispiel, weil das Etikett einer Weinflasche vorne bis hinten scharf dargestellt werden soll).

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Ist die neue Foto-App Prisma sicher und stocktauglich?

In letzter Zeit hat eine neue Foto-App den vordersten Platz in den App-Stores belegt (zumindest in der Kategorie „Foto und Video“).

Die Rede ist von der App Prisma, welche über 30 künstlerische Effekte bzw. Filter im Stil klassischer Kunstwerke zur Verfügung stellt, die über ein Foto gelegt werden können. Sie gibt es für iOs und für Android.

Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.
Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.

In den letzten Tagen häuften sich die Meldungen über problematische Nutzungsbedingungen der App, deshalb habe ich sie mir im Detail durchgelesen.

Besonders bitter ist mir folgender Satz aufgestoßen:

„[,,,] you hereby grant to Prisma a non-exclusive, fully paid and
royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you stylize on or through the Service […]“

Das heißt sinngemäß übersetzt:
Jedes Bild, was ein Nutzer in die Prisma-App reinlädt, darf Prisma ohne jegliche Einschränkung verkaufen! Punkt.

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Prisma auf Platz eins der iOS-Download-Charts im Bereich kostenlose „Foto und Video“-Apps

Das ist umso gefährlicher, weil die App nur mit aktiver Internetverbindung funktioniert und alle Bilder, welche von der App bearbeitet werden soll, auf die Server der russischen App gespeichert werden. Probiert es aus: Im Flugmodus verweigert die App ihren Dienst.

In der Vergangenheit war es aber oft so, dass neue Apps oder Unternehmen sich diese Art von sehr weitreichenden Nutzungsbedingungen gegeben haben und erst nach Protesten zurückgerudert sind.

Deshalb habe ich dem Prisa-Gründer und Chef Alexey Moiseenkov eine Email auf englisch geschickt mit zwei Fragen:

„1. Ist es erlaubt, die fertigen Ergebnisse aus der Prisma-App für kommerzielle Zwecke zu nutzen?

2. Wie ist der [oben zitierte] Satz zu verstehen: Darf Prisma die Ergebnisse selbst verkaufen?“

Auf den ersten Satz habe ich am 11. Juli 2016 folgende Antwort erhalten:

„You can use it how you decide but mention our app.“

Das heißt sinngemäß: Mach, was Du willst, aber nenne dabei die App. Was wiederum so von mir nicht in den ursprünglichen Nutzungsbedingungen zu finden war. Das hat sich aber eh erledigt, weil seit dem Update 2.2 der App jetzt unten rechts der Name der App eingeblendet ist (siehe Beispiele oben) und dieser auch nicht entfernt werden darf, wenn ich die „Terms of Use“ (Stand 22.072016) richtig lese:

„You will not remove, alter or conceal any copyright, trademark, service mark or other proprietary rights notices incorporated in or accompanying the Prisma Content and you will not reproduce, modify, adapt, prepare derivative works based on, perform, display, publish, distribute, transmit, broadcast, sell, license or otherwise exploit the Prisma Content.“

Die Antwort auf die zweite Frage blieb mir der Entwickler jedoch leider schuldig. Auch auf eine Nachfrage meinerseits habe ich seit zehn Tagen keine weitere Antwort erhalten.

Das macht mich vorsichtig und ich rate jedem, der die App für mehr als Schnappschüsse von Blumen oder Sonnenuntergängen nutzen will, sehr vorsichtig zu sein.

Seid euch bewußt: Alle Bilder, die ihr mit der App bearbeitet landen auf einem Server und laut den Nutzungsbedingungen übertragt ihr Prisma alle Rechte an den Bildern, die Prisma braucht, um sie verkaufen, weiterzulizenzieren oder anderweitig nutzen zu können.

Wie sieht ihr die Nutzungsbedingungen und die Effekte der Prisma-App?

Neuer Upload-Service dropstock.io in der Beta-Phase

Vor einem guten Jahr hatte ich hier „14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen“ vorgestellt.

Einer der vorgestellten Dienste war Stocksender, welcher über den Cloud-Dienst Dropbox lief. Stocksender wurde jedoch Ende 2015 eingestellt. Zwei Nutzer von Stocksender, Robert Jung aus Deutschland und Ana Flašker aus Slowenien fanden das schade und gründeten daraufhin den ähnlichen Dienst dropstock. io, welcher sich momentan in der öffentlichen Beta-Phase befindet.

dropstock.io 23-05-_2016_09-42-52 dropstock.io erlaubt es Fotografen,  ihre Bilder in einen Dropbox-Ordner zu legen und diese werden von dort automatisch zu den gewünschten Bildagenturen hochgeladen. Das Ganze funktioniert vollautomatisch,nachdem einmalig die Zugangsdaten zu den jeweiligen FTP-Servern hinterlegt wurden.Die Bilder müssen jedoch trotzdem auf den Webseiten der jeweiligen Agenturen weiterverarbeitet werden im Gegensatz zu Tools wie Stocksubmitter oder Octopus.

>Der Service ist momentan kostenlos, in der Zukunft ist geplant, günstige Volumen-Pakete anzubieten. Zur Zeit werden nur JPG-Bilder unterstützt, es wird aber auch überlegt, in Zukunft Video-Dateien zu unterstützen sowie bestimmte Agenturen markieren zu können (um zum Beispiel redaktionelle Bilder nur an einen Teil der Agenturen senden zu können).

Der Vorteil eines Services wie dropstock.io liegt auf der Hand: Er spart Zeit und Bandbreite beim Upload, weil die Bilder nur 1x auf den Dropbox-Server geladen werden müssen, um von dort auf mehrere Agenturen verteilt werden zu können.

Der Nachteil: Es müssen die sensiblen FTP-Login-Daten in der Dropbox hinterlegt werden sowie der dropbox.io-App Zugriff auf den eigenen Dropbox-Account gewährt werden.

Kostenlose Skripte zur Bearbeitung von vielen Metadaten in Adobe Bridge

Es gibt verschiedene Wege für Stockfotografen, ihre Bilder mit Titel, Beschreibung und Suchbegriffen zu versehen. Einige – vor allem exklusive Fotografen – geben diese Daten direkt auf der Agenturwebseite ein. Das ist nicht zu empfehlen und die betreffenden Fotografen merken das spätestens, wenn sie die Exklusivität aufgeben und mehrere Agenturen beliefern wollen.

In solchen Fällen ist es ratsamer, IPTC-Daten zu verwenden. Das ist ein Metadaten-Standard, den sehr viele Grafikprogramme unterstützen, bei dem Titel, Beschreibung und Suchbegriffe zusammen mit dem bzw. im Bild selbst gespeichert werden. So gut wie alle Bildagenturen lesen diese Daten automatisch aus. Wer sein Bild einmal beschriftet, spart bei der Belieferung mehrerer Agenturen viel Arbeit.

Die Vorteile und Nachteile von Adobe Bridge zum Verschlagworten

Mit welchem Programm Fotografen ihre Metadaten den Bildern hinzufügen, ist Geschmackssache. Einige nutzen ProStockMaster oder den Stock Photo Manager, andere Lightroom, ich nutze Adobe Bridge. Im Gegensatz zu Lightroom aus dem gleichen Hause hat Bridge den unschätzbaren Vorteil, dass die Sortierung der Suchbegriffe erhalten bleibt, während Lightroom aktuell die Keywords automatisch alphabetisch sortiert.

Weil aber Agenturen wie Fotolia, Alamy oder Panthermedia den ersten Begriffen eine höhere Relevanz zuschreiben, verbessern sich mit richtiger Verschlagwortung – also nach Wichtigkeit, nicht nach Alphabet – die Verkaufschancen.

So hilfreich Adobe Bridge auch ist, das Programm ist bei weitem nicht perfekt. So fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, bei vielen Bildern auf einmal vorhandene Suchbegriffe zu löschen oder zu ersetzen. Wenn Bilder schon verschlagwortet wurden, gibt es auch keine Möglichkeit, allen Bildern einen Suchbegriff hinzuzufügen, ohne die bisherigen Wörter zu löschen.

Zwei Startskripte als Lösung

Glücklicherweise erlaubt Adobe Bridge die Verwendung von „Startskripten“, welche auch von Benutzern selbst erstellt werden können. Einige Webseite wie PS-Bridge-Scrips bieten eine Auswahl an nüzlichen Skripten an, welche die Arbeit mit Bridge noch mal deutlich erleichtern.

Für Stockfotografen, welche Adobe Bridge nutzen, gibt es zwei Skripte, welche ein „Must-Have“ sind: „Replace Keyword“ sowie „Find Replace In Description“.

Quelle des ersten Tools ist die Webseite ps-scripts.com, welche leider seit Mai 2015 nicht mehr erreichbar ist. Beim zweiten Tool finde ich nur den Link zur Zip-Datei, aber auf der Übersichtsseite von PS-Bridge-Scrips“ wird das Skript nicht mehr aufgeführt.

Deshalb stelle ich die Skripte selbst zum Download zur Verfügung, um mehr Fotografen ihre Arbeit zu erleichtern.

Hier klicken, um beide Skripte zusammen in einer RAR-Datei (ca. 4 KB) herunterzuladen.

Rechtlicher Hinweis: Ich übernehme keine Garantie oder Verantwortung für das korrekte Funktionieren der Skripte oder eventuelle Schäden, die durch die Verwendung entstehen könnten. Der Quelltext der Skripte kann eingesehen werden, wenn die Dateien mit einem Texteditor geöffnet werden.

Installiert werden die Skripte entweder, indem sie mit Bridge geöffnet werden (Öffnen mit…/Adobe Bridge), oder indem sie in den Ordner „Startup Scripts“ von Adobe Bridge kopiert werden. Bei mir lautet der volle Dateiname „C:/Users/Rob/AppData/Roaming/AdobeBridge CC/Startup Scripts“, das kann aber je nach Rechner-Konfiguration unterschiedlich sein.

Die beiden neuen Startskripte
Die beiden neuen Startskripte am Ende der Liste

Nach einem Neustart von Adobe Bridge könnt ihr kontrollieren, ob die Skripte geladen werden, indem ihr unter „Bearbeiten/Voreinstellungen/Startskripte“ schaut, ob am Ende die beiden Zeilen „Find Replace in Description“ und „replaceKeywords“ stehen. Das Häkchen am Anfang sollte gesetzt werden, um die Skripte bei jedem Start von Bridge mit zu laden.

Wie funktionieren die beiden Skripte?

Das Skript „Replace Keywords“ erlaubt das Hinzufügen, Löschen oder Ersetzen von Suchbegriffen bei mehreren Bildern auf einmal. Einfach die gewünschten Bilder auswählen, mit der rechten Maustaste „“Add-Replace-Remove Keyword“ auswählen und die gewünschte Aktion ausführen. Das spärliche Menü ist da selbsterklärend. Wer ein Wort löschen will, gibt es bei „Replace“ ein, lässt aber das Feld „with“ frei.replace-keywords-skript

Hilfreich ist hier übrigens auch der Stichwörter-Filter von Bridge, mit dem man sich alle Bilder im gleichen Ordner anzeigen lassen kann, welche ein bestimmtes Keyword enthalten.

Das andere Skript findet sich unter „Werkzeuge/Find and Replace“. Ebenfalls einfach die gewünschten Bilder auswählen, das Menü aufrufen und eingeben, was mit was ersetzt werden soll. Ein Häkchen bei „case sensitive“ ersetzt Wörter nur bei identischer Groß-/Kleinschreibung, ansonsten wird diese ignoriert. Ein Häkchen bei „global“ ersetzt das Wort immer, wenn es in den Beschreibungen der markierten Bildern vorkommt, ansonsten nur die erste Erwähnung.find-and-replace-script

Kleiner Hinweis: Das Skript funktioniert leider nur bei dem IPTC-Feld „Description“, also der Beschreibung. Auf Wörter im Titel reagiert es nicht.

Warum sind die Skripte nützlich?

Ich habe die Skripte oft genutzt, um im Nachhinein Tippfehler in vielen Suchbegriffen zu korrigieren, die sich durch unachtsame Copy & Paste-Aktionen eingeschlichen haben. Wenn ich ein wichtiges Keyword für eine bestimmte Serie vergesse, kann ich es bequem einfügen. Manchmal fällt mir auch eine bessere Übersetzung für von mir ins englische übertragene Suchbegriffe ein und ich ergänze oder ersetze einen übersetzten Begriff.

Nutzt ihr auch eigene Startskripte für Adobe Bridge?
Wenn ja, welche und warum?

14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen

Schon oft habe ich die Frage gelesen: „Gibt es ein Programm, mit dem man seine Bilder zu vielen Agenturen gleichzeitig schicken kann?“ Idealerweise auch noch mit Statistik-Auswertung, Verschlagwortung, Fotoverwaltung und so weiter.

Solche Programme gibt es und ich habe auch einige ausprobiert. Jedoch erlaubt es mir meine Zeit nicht, jedes Programm so ausführlich zu testen, wie ich es für eine Rezension in meinem Blog erforderlich halte.

Deswegen habe ich mich bisher davor gescheut, diese Software oder Tools vorzustellen, denn mein Anspruch ist es, verlässliche Informationen in meinem Blog zu liefern, denen ich vertrauen könnt. Deshalb weise ich ausdrücklich hin, dass die Werkzeuge, die ich gleich vorstellen werde, fast alle nicht ausführlich von mir getestet wurden.

picworkflow*

picworkflow

Preis: kostenlos, Funktionen aber auf Credit-Basis, 100 Credits pro Monat kostenlos (Upload pro Bild/Agentur z.B. 1 Cent)
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos (experimentell)
Hauptfunktionen: Verschlagwortung, Multi-Upload, Retusche, Kategorien, Online-Storage

Picworkflow wird von dem Fotografen und Programmierer Bob Davies betrieben und wird von einigen namenhaften Größen im Microstock-Bereich benutzt, weil der Workflow und die Funktionen stark an Stockfotografen angepasst sind.

picworkflow-backend
Einblick in einen Teil des Backends von picworkflow

Das Tool kann – gegen Bezahlung – Bilder in englisch verschlagworten und mit Titeln sowie Beschreibung versehen. Der Upload an ca. 35 Agenturen wird unterstützt sowie allen weiteren, welche einen FTP-Zugang haben.

Ganz nützlich ist auch, dass das Tool die Kategorien bei Bildagenturen mit auswählen kann, wenn dafür ein zusätzliches kostenloses Browser-Plugin installiert wird.

StockSubmitter

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Preis: kostenlos bis 33 Dateien pro Monat/Agentur, danach je nach Menge ca. 10-40 Euro pro Monat
Plattform: PC, Mac-Version in Arbeit
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos, Audio
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Kategorien, Release-Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

Hinter StockSubmitter stecken als Gründer der russische 3D-Modeller Konstantin Yermolayev und sein Programmierer Dmitry Budnikov zusammen mit ihrem Team. Die Hauptidee ist, dass der komplette Uploadprozess in der Software stattfinden kann, ohne danach noch auf den Agenturwebseiten etwas anklicken zu müssen.

screenshot stocksubmitter
Auf den ersten Blick wirkt das Programm relativ überladen und es braucht etwas Zeit, um sich damit zurechtzufinden. Zwei Tutorials auf englisch, die einen ersten Überblick geben, finden sich hier und hier. Im zweiten Tutorial werden auch einige nützliche Keyword-Tools erklärt. Interessante Besonderheit: StockSubmitter unterstützt den Upload zu Alamy und iStock, obwohl diese keinen FTP-Zugang anbieten.

Octopus Microstock

octopus-microstock-logo
Preis: kostenlos für 20 Bilder pro Agentur, mehr Bilder kosten je nach Menge 9-19 USD pro Monat
Plattform: für PC
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Kategorien, Release-Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

screenshot-octopus
Ebenfalls aus Russland kommt diese Software, welche StockSubmitter ähnlich ist. Auch hier ist das Programm darauf angelegt, bei 22 Bildagenturen den kompletten Upload-Prozess in der Software steuern zu können, ohne die Agenturseite besuchen zu müssen. Weitere Agenturen werden via FTP unterstützt. Auch hier ist die Bedienung durch den Funktionsumfang etwas gewöhnungsbedürftig, auf den ersten Blick jedoch nicht ganz so komplex wie bei StockSubmitter.

Lightburner

Preis: ein Testmonat kostenlos, danach ca. 10-50 USD pro Monat je nach Menge der Dateien
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Übersetzung

lightburner-homepage
Lightburner wird von der kleinen israelischen Software-Firma Pixamba produziert, welche schon 2006 die Software ProStockMaster (siehe unten) ins Leben rief. Es war bis 2013 kostenlos, dann wurde der Dienst in einen Bezahlservice umgewandelt. Dafür wurde die kostenpflichtige Software ProStockMaster kostenfrei gemacht.

ProStockMaster

Preis: kostenlos, aber nur in Verbindung mit kostenpflichtigem Lightburner-Account
Plattform: für PC und Mac
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword-Vorschläge und -Übersetzung, Foto-Verwaltung, Multi-Upload

prostockmaster

ProStockMaster ist die mittlerweile kostenlose Desktop-Erweiterung für den bezahlten Dienst Lightburner und kann nur in Kombination mit einem Lightburner-Account genutzt werden. Mit dem Tool können die eigenen Stockfotos verwaltet, verschlagwortet, übersetzt und auch an verschiedene Agenturen (mittels Lightburner) gleichzeitig hochgeladen werden.

Stock Photo Manager

Preis: bis 3 Agenturen und 200 Fotos kostenlos, danach je nach Menge der Fotos und Agenturen von ca. 58 bis 213 Euro
Plattform: für PC, Mac und Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword- und Foto-Verwaltung, Multi-Upload, Release-Verwaltung, Deepmeta-Import

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Der deutsche Softwareingenieur und Fotograf Frank Merfort hat den Stock Photo Manager kreiert. Die Stärke liegt in der Verwaltung und Sortierung von Suchbegriffen (auch mehrsprachig). Das Programm ist im Laufe der Zeit relativ umfangreich geworden, der Nutzer Ralf Eckert hat deswegen eine ausführliche Anleitung als PDF hier kostenfrei bereitgestellt.

GO Stock

Preis: kostenlos
Plattform: für PC und Mac (mit Java 6)
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

gostockGO Stock ist ein kleines Java-Tool, welches relativ simpel ist: Bilder können per Drag & Drop zu GO Stock gezogen werden und werden dann automatisch an alle Bildagenturen (außer iStock und Veer) hochgeladen, für welche die Zugangsdaten im Tool lokal hinterlegt wurden. Im Grunde ist es also ein sehr bequemer FTP-Uploader, der jedoch wirklich nur die Zeit spart, die man gebraucht hätte, um im FTP-Programm nacheinander die Bilder in die verschiedenen Agenturen zu ziehen.

Stockuploader

stockuploader-logo
Preis: kostenlos nach Registrierung
Plattform: für PC und Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Tool

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Ähnlich wie GO Stock funktioniert der Stockuploader. Die Hauptfunktion ist der FTP-Upload an mehrere Agenturen, der wichtige Unterschied ist jedoch, dass bei ausreichender Bandbreite mehrere Upload-Slots gleichzeitig gestartet werden, sodaß langsame FTP-Verbindungen auf Seiten einer Agentur kein Nadelöhr mehr darstellen. Die Möglichkeiten des Verschlagwortung-Tools werden hier in englisch beschrieben.

Easy Stock

Preis: 34 Euro
Plattform: für Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

screenshot EasyStock
Easy Stock ist ein Produkt des italienischen Multimedia-Designers Fulvio Massini, die im Grunde ähnlich wie GO Stock oder Stockuploader funktioniert. Bilder können per FTP an mehrere Agenturen geschickt werden, vorher wird angezeigt, ob eventuell Metadaten fehlen und ob die Mindestgröße erfüllt ist. Der Entwickler hat ein ca. 35. minütiges Video-Tutorial bei Udemy veröffentlicht, in dem der Umgang mit dem Programm erklärt wird.

KeyStocker

Preis: Credit-basiert, ein Credit kostet 1 Euro
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Videos
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keywording-Service

keystocker-webseite
Der deutsche Videofilmer Georg Votteler suchte etwas wie den Dienst picworkflow, nur eben für Videos, weil dort die Unterstützung nur rudimentär ist. Deshalb entwickelte er kurzerhand Keystocker, welches sich stark den den Bedürfnissen professioneller Stock-Videografen ausrichtet. Der Dienst bietet einen Verschlagwortungsservice für Videos mit CSV-Export-Möglichkeit, kann Videos für die Agentur VideoHive konvertieren und vor allem werden die Videos deutlich schneller an die Agenturen geschickt als beim Einzel-Upload vom heimischen Rechner.

Mymicrostockupload.com

Preis: Credit-basiert, ein Credit kostet einen US-Cent, ein Bild verbraucht 1 Credit.
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos
Hauptfunktionen: Multi-Upload

mymicrostockuploads-screenshot
Ziemlich neu ist der Dienst vom Deutschen Thomas John. Hier wird in Credits bezahlt, wobei ein Credit 1 US-Cent kostet. Hauptfunktion ist das Hochladen auf den Server von Mymicrostockupload.com, von wo die Bilder an die gewünschten Agenturen verteilt werden.

Stock Photo Express

Preis: 7 Dateien pro Woche kostenlos, ansonsten 37 USD
Plattform: für PC
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Tool

StockPhotoExpress-websiteDie Hauptfunktion hier ist ebenfalls der Multi-Upload, ich vermute jedoch wegen der Nennung einiger mittlerweile geschlossener Agenturen in den Screenshots auf der Webseite, dass das Programm schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde.

StockSender

Preis: kostenlos
Plattform: Dropbox-App
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

stocksender-screenshot
Die türkische Fotografin Sebnem Köken steht hinter StockSender. Das Tool verfolgt einen interessanten anderen Ansatz. Hier werden die Bilder einfach in einen Dropbox-Ordner* hochgeladen und dann durch StockSender als Dropbox-App mit einem Klick auf der StockSender-Webseite per FTP an die gewünschten Agenturen hochgeladen. Leider müssen dafür die FTP-Zugangsdaten als Textdatei in der Dropbox gespeichert werden und sie werden an die StockSender-App übertragen.

Eigener FTP-Server

Preis: Hosting-Preis für einen Server
Plattform: PC, Mac, Linux
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, je nach Programmierkenntnissen auch mehr

Wer etwas programmieren kann, kann sich auch selbst einen „Multi-Uploader“ mittels einem eigenen FTP-Server basteln. Wie genau das geht, steht hier in diesem Gastartikel von Marco Schwarz.

Die Vorteile und Nachteile dieser Tools

Die Tools lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen sind da die Desktop-Programme, welche auf dem heimischen Rechner installiert werden. Hier werden die sensiblen Daten wie Passwörter und Nutzernamen bei den Agenturen meist nur lokal gespeichert. Dafür wird in der Regel keine Bandbreite oder Zeit beim Upload gespart, wenn alle Bilder nacheinander über die heimische Internetleitung hochgeladen werden.

Im Gegensatz dazu gibt es Online-Services, wo die Daten nur ein Mal hochgeladen werden und von dort aus an alle gewünschten Agenturen verteilt werden. Das geht wegen besserer Server-Anbindung in der Regel deutlich schneller, kostet aber Geld und erfordert Vertrauen in die Entwickler der Tools, dass sie ihre Seite gut genug gegen Angriffe auf Passwörter und Benutzerdaten absichern.

Auch die Preismodelle unterscheiden sich. Einige Programme kosten eine einmalige Gebühr, andere erfordern ein monatlichen Abo und andere rechnen nur pro verschickter Datei ab.

Jedes der vorgestellten Tools bietet den Multi-Upload an, also dass die Bilder an alle Agenturen mit einem Klick geschickt werden, mit der Einschränkung bei den meisten Desktop-Programmen, dass damit meist keine Zeit und Bandbreite gespart werden. Viele Programme bieten auch rudimentäre oder umfangreichere Statistik-Auswertungen der Agentur-Umsätze, aber da habe ich die Erfahrung machen müssen, dass die Programme mit meinen Datenmengen oft Probleme haben. Außerdem empfehle ich als Statistik-Dienst Stock Performer, weil die Daten dort erstens genau und zweitens übersichtlich und aussagekräftig dargestellt werden.

Viele der Tools bieten auch eine Tools zur Erstellung oder Bearbeitung der Suchbegriffe an, hier ist für mich jedoch wichtig, dass die Begriffe nicht alphabetisch sortiert werden, was die Auswahl wieder reduziert.

Alles steht und fällt mit dem Programmierer

Ich war bei der Recherche erstaunt, wie viele verschiedene Tools es für diesen doch eher kleinen Markt gibt. Hinter fast allen Tools steht jedoch in der Regel eine einzige Person, auch wenn diese sich manchmal den Mantel einer Firma umhängt. Das bedeutet für die Nutzer, dass sie auf das technische Können und das Durchhaltevermögen dieser Person angewiesen sind, wenn sie den Dienst auch in Zukunft nutzen wollen.

Es gab in der Vergangenheit schon einige ähnliche Dienste wie iSyndica oder CushyStock, die jedoch nicht mehr verfügbar sind, weil der Programmierer nicht genug Umsatz mit dem Tool gemacht hat, dass sich eine Weiterentwicklung lohnen würde. Durch die ständigen Webseiten-Änderungen bei den Bildagenturen ist das aber eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Upload-Tools.

In der Praxis konzentrieren sich die größeren Microstock-Fotografen bisher auf die Dienste picworklow, StockSubmitter oder Lightburner. Hier ist durch die größere Nutzerbasis auch die Wahrscheinlichkeit für ein Überleben der Tools höher. Wer auf den Preis achten muss oder ganz spezielle Funktionen sucht, kann jedoch auch bei den kleineren Tools fündig werden.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Welchen Dienst nutzt ihr und warum?

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