Kategorie-Archiv: Fun

Überraschung zu Ostern

Vor paar Tagen brachte mir ein Freund die Werbeprospekte der Firma Metro mit. Was soll ich damit, dachte ich nur, bis er die Seite 10 aufschlug.

Da war dieses Foto von mir zu sehen:

Das war natürlich eine schöne Überraschung. Was mich jedoch noch mehr erstaunte, war der Aufwand, den der Grafiker trieb, um dieses Originalfoto* für die Werbung umzugestalten:

Er stellte den Koch frei, fügte einen anderen Hintergrund ein, setzte im eine neue Kochmütze auf und suchte einen anderen Gemüsekorb aus.

Dabei hätte ich doch ein passenderes Bild* im Angebot gehabt:


Hier hätte der Grafiker nur die Hemdfarbe ändern müssen, die Kochmütze aufsetzen und vielleicht den Hintergrund freistellen müssen. Ach, vielleicht war es besser so.

Jedensfalls danke für die gelungene Oster-Überraschung.

* Affiliate-Link

EU-Kommission schlägt Maßnahmen zur Reduzierung der Bilderflut vor

Manchmal hat es doch etwas Gutes, dass ich Politikwissenschaft studiert habe. Meist brauche ich das Studium für meine Arbeit als Fotoproduzent nicht, aber schaden kann es nie. Gestern hat mich ein ehemaliger Kommollitone, der jetzt für die Europäische Kommission in Brüssel arbeitet, auf etwas hingewiesen, was für professionelle Fotografen sehr interessant sein dürfte. Kurz: Die EU arbeitet an Maßnahmen, um die Arbeit von Fotografen zukünftig etwas zu erleichtern und die Bilderflut einzudämmen.

Ganz im Wikileaks-Stil veröffentliche ich deshalb heute die für Montag geplante Presse-Mitteilung vorab.

___________________________________

Reference:  IP/11/396    Date:  04/04/2011

IP/11/396

Brüssel, 04. April 2011

Kommission schlägt Stilllegungsprämie für Fotogeräte zur Reduzierung der Foto-Überproduktion vor

Die Europäische Kommission plant, einen Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments einzureichen, der die negativen Folgen der momentanen Foto-Überproduktion auf dem europäischen Binnenmarkt mildern soll. Kernpunkt des Vorschlags ist eine Stilllegungsprämie für Kameras und Objektive von Foto-Amateuren sowie eine stärkere Besteuerung der Kamera-Komponenten in fotografiefremden Geräten wie Mobiltelefonen und Laptops. Geplant ist ferner ein EU-Subventionsfond, mit dem überschüssiges Bildmaterial aufgekauft und somit aus dem Lizenzierungsmarkt entfernt werden kann.

Der für Binnenmarktfragen zuständige Kommisar Fritz Bolkestein erklärt die Motivation der Europäischen Kommission: „Seit Beginn des Jahres 2011 ist allein das Volumen der großen internationalen Bildagenturen wie Getty Images oder istockphoto von 16 Millionen um über 34% auf über 21 Millionen Bildern gewachsen. Das führt zu einem signifikanten Auftragsrückgang der traditionellen Fotografen-Betriebe innerhalb der Europäischen Union sowie einer Verdrängung der europäischen inhabergeführten Bildagenturen. Nicht berücksichtigt wurden die privaten Bildbestände, welche über Bildplattformen wie Flickr oder Picasa täglich hochgeladen und verteilt werden. Allein bei Flickr wächst der Bildbestand um über fünf Millionen Bilder täglich.“

Bolkestein erklärt die Relevanz dieser schlicht erdrückenden Bildmengen: „Durch die ständige Verfügbarkeit von Kameras in Mobiltelefonen, Laptops oder als transportable, billige Digital-Kompaktkamera entsteht ein Bildersog, der die Menschen visuell abstumpfen lässt und den Wert eines bezahlten, von einem gelehrten Fotografen-Meister erstellten Portraits der nächsten Generation von Konsumenten unbegreiflich werden lässt.“

Stilllegungsprämie für Fotokameras

Basierend auf dem vorläufigen Bereich der deutschen Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ unter Vorsitz von Daniela Kolbe (SPD) hat das Kommissariat Maßnahmen ersonnen, um beide Probleme anzugehen. Kernpunkt des Vorschlags ist eine Stilllegungsprämie für Fotokameras und Fotoobjektive – analog zu den erfolgreichen Verschrottungsprämien für PKW in den EU-Mitgliedsländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Luxemburg. Für jede Kamera mit mehr als zwei Megapixeln soll einmalig der Kaufpreis plus 20% des Listenpreises des Herstellers erstattet werden, wenn sich der Benutzer verpflichtet, innerhalb der nächsten zwei Jahre keine neue Digitalkamera oder ein Gerät mit einer Kamera, welche den genannten Spezifikationen entspricht oder höherwertig ist, zu kaufen.

Der Vorschlag für die Richtlinie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten die für die Umsetzung in nationales Recht erforderlichen Maßnahmen bis 1. Januar 2012 treffen müssen. Auf Antrag einzelner Mitgliedstaaten kann diese First um weitere zwei Jahre verlängert werden, wenn innerhalb der gesetzten Frist kein nationales Folgerecht etabliert werden kann. Hierfür ist ein Konsultations- bzw. Transparenzmechanismus vorgesehen, an dem die Kommission mitwirken soll.

Subventionsfond für Bildmaterial

Ferner soll von der Europäischen Union ein Subventionsfond eingerichtet werden, mit dem die Bildrechte an überschüssigem Bildmaterial von Bildagenturen auf einer Exklusivbasis erworben und somit eine Überhitzung des europäischen Bildermarktes verhindert werden soll. Die Höhe des Fonds steht noch nicht fest, soll aber mindestens 400 Millionen Euro betragen, um effektiv wirken zu können. Angedacht ist eine Konzentration auf us-amerikanische und asiatische Bildmotive, um der immer größer werdenden Subdominanz der europäischen Bildsprache auf dem weltweiten Markt entgegensteuern zu können. Der Fond soll anteilig durch eine Einführung einer Kopierabgabe auf Fotogeräte und durch eine Gewinn-Umlage von Fotografen-Betrieben mitgetragen werden, welche von der Stilllegung profitieren würden. Geplant ist eine Betreuung des Fonds durch eine Dachgesellschaft bestehend aus der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST in Deutschland, der Société des auteurs des arts visuels et de l’image fixe in Frankreich und dem Europäischen Bildagentur-Verband CEPIC.

Mehr Details zu den Maßnahmen für Urheberrechte und verwandte Schutzrechte im EU-Binnenmarkt und Ansprechpartner für Presse-Fragen finden sie auf den Urheberrecht-Webseiten der Europäischen Kommission.

___________________________________

Was sagt ihr zu den Vorschlägen? Zu radikal? Utopisch? Nicht weitreichend genug?

Belegfoto mit Model

Normalerweise schicke ich ja den Models Belegexemplare, wenn in Veröffentlichungen ein Foto von mir mit dem Model als Motiv benutzt wurde. Danke an dieser Stelle auch mal wieder an die vielen Kollegen und Blog-Leser, die mir manchmal ebenfalls Referenzen zuschicken. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie und für was meine Fotos benutzt werden.

Diesmal hat mir das Model, in diesem Fall Samira Summer, selbst ein Foto geschickt, wie sie vor einem ihrer Fotos in einem REWE-Supermarkt posiert. Ob sie auch Autogramme geben musste, ist nicht bekannt.


Übrigens habe ich mit Samira Summer vor wenigen Wochen ein zweites Shooting in einem Fitnesscenter gehabt, von dem ich Euch nächste Woche einige Bilder zeigen werde.

Warum ich Fotograf geworden bin

Heute habe ich in einem alten, verstaubten Ordner alte Tests und Klassenarbeiten aus der Schulzeit gefunden.

Darunter auch diese – nun ja – Malereien und Zeichnungen.


Wohlgemerkt, die Bilder entstanden in der 12. und 13. Klasse unter fachkundiger Anleitung meiner Kunstlehrerin, nicht in der Grundschule.

Damit ist sicher klar, warum ich lieber Fotograf geworden bin. :-)

Pinsel sind echt nicht mein Werkzeug. Aber mit dem Bleistift bin ich auch nicht viel besser:

Zum Vergleich hier das Original von Munch.

Warum fotografiert ihr?

Werbegeschenke von Bildagenturen

Durch Zufall landete vor paar Wochen ein Päckchen mit Werbematerial verschiedener Bildagenturen auf meinem Schreibtisch. Okay, nicht zufällig, sondern weil ich im fotos-verkaufen-Blog von Amos an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte. Das Zeug liegt jetzt hier und da ich nicht recht weiß, was ich sonst damit anfangen soll, schreibe ich darüber.

Nicht bierernst, aber vielleicht trotzdem hilfreich für andere Agenturen, die sich bei ihren Werbegeschenken nicht zwischen Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und Thermoskanne entscheiden können. Auf einer Skala von 0 bis 5 bewerte ich auch den Hipness-Faktor und die Nützlichkeit.

fotolia-gimmick-01

Fotolia verteilt an Kunden und Geschäftspartner Brillenputztücher. Als Vegetarier finde ich das Motiv nicht so gut gewählt. Hier wird gleich eine Tücke von Give-Aways deutlich: Die auf dem Tuch erwähnten 5 Millionen sind schon längst passé. Mittlerweile hat die Agentur über 8 Millionen Bilder. Da ich als echter Nerd eine Brille trage, kommt das Tuch wirklich ab und zu zum Einsatz und auch in meiner Fototasche stecken zwei der Tücher, die auch ebenfalls schon benutzt habe. Auf einigen der Tücher ist auch ein Aufkleber, mit dem Bildkäufer fünf Credits geschenkt bekommen können. Das nenne ich Mehrwert.

Hipness-Faktor: 1
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 5

shutterstock-gimmick-02

Beim Werbegeschenk von Shutterstock musste ich erst grübeln, was das sein soll. Erkennt ihr es? Es ist Lippenbalsam mit Minzgeschmack! Mit Vitamin E, Aloae Vera und Sonnenschutzfaktor 15. Da muss man erst mal drauf kommen. Mit Fotografie hat das wenig zu tun, aber ich gebe zu, dass ich es im Winter ausprobiert habe. Schmeckt echt gut und damit küsst es sich besser als mit diesen fettigen Labello-Dingern.

Hipness-Faktor: 2
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 0

istockphoto-gimmick-01

istockphoto hat mich enttäuscht. Schon als Kind haben mich diese Schiebe-Puzzles frustriert und gelangweilt. Dazu kommt, dass ich keinen Zusammenhang zwischen dem Werbeslogan „Finde das Richtige“ und den Bildern erkennen kann. Auch die Bildwahl würde mich als Kunde nicht zur Agentur locken. Aber da diese Puzzles in Zeiten von Handy und Java-Games total retro sind, bekommen sie paar Coolness-Punkte.

Hipness-Faktor: 3
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 0

shutterstock-gimmick-01

Richtig hip sind jedoch die Ansteck-Buttons von Shutterstock. Ich sehe schon, wie sich die Designer prügeln, wenn Shutterstock-Mitarbeiter die Dinger bei der Photokina in die Menge schmeißen… :-)
Einige der Motive eignen sich für Fotografen auch gut als Accessorie, um Models den jugendlichen oder Punker-Look zu verpassen. Etwas kritisch sind höchstens die Slogans „More white space“. Das könnte glatt als rassistisch gelten.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 1
Nützlichkeit für Fotografen: 3

fotolia-gimmick-02

Zuerst dachte ich, Fotolia hätte sich nicht lumpen lassen und mir eine Mini-Kamera geschenkt. Aber wer durch den Sucher des ca. zehn Zentimeter breiten Apparats schaut und auf den Auflöser drückt, bekommt eine Dia-Show mit zehn Motiven aus der Bildagentur zu sehen. Ich war mir erst nicht sicher, was ich damit anfangen soll, aber dann dachte ich mir, dass die kleine Kamera eine gute Requisite abgäbe. Sie geht nicht kaputt (bzw. und selbst wenn, wäre es nicht so tragisch) und nicht nur kindliche Models schauen bestimmt eine Weile interessiert durch den Sucher.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 0
Nützlichkeit für Fotografen: 5

Aus anderen Quellen kenne ich noch einige weitere Gimmicks von Agenturen, die ebenfalls erwähnenswert sind.

Cover_Getty_Images
Foto: Getty Images

Getty Images verschickt an seine Kunden ein kleines Taschenbuch im DinA6-Format mit dem Titel „Der Doppelmord in der Rue Morgue„. Literatur-Kenner merken jetzt, dass das doch der Krimi von Edgar Allan Poe ist, abgedruckt leider nur in einer gekürzten Fassung. Auch das Ende fehlt. Das können die Krimi-Fans dann auf der Webseite von Getty Images lesen. Das ist clever gemacht und erfüllt das Kriterium eines guten Werbegeschenks: Den Kunden an die Firma zu binden und idealerweise zu einem Kauf anzuregen.

Hipness-Faktor: 4
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 0

Die kleine Bildagentur Apply Pictures verschickte vorletzte Weihnachten an Bestandskunden echte Handschellen. Der beiliegende Flyer erklärte den Grund: „Unsere Bilder werden sie fesseln“. Die Materialkosten für so ein Geschenk sind hoch, aber die Agentur bleibt in Erinnerung. Und hätte ich nicht nur ein Bild der Handschellen, sondern gleich die echten Handschellen bekommen, würden sie jetzt in meinem Requisitenschrank liegen und des öfteren zum Einsatz kommen.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 5

mauritius-lineal

Mauritius Images verschickte vor einer Weile ein Lineal an einige Kunden. Nicht irgendein Lineal, sondern ein 30cm-Teil aus Aluminium und mit drei Seiten, auf denen insgesamt 5 verschiedene Maßstäbe angebracht waren (1:10, 1:25, 1:100 usw.) Das ist für die Zielgruppe Fotografen und noch mehr für Designer sehr praktisch und ich habe es schon benutzt, um verkleinerte Skizzen zu zeichnen.

Hipness-Faktor: 0
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 5

Welche Werbegeschenke welcher Agenturen sind Euch am meisten in Erinnerung geblieben. Und warum?