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von R. Kneschke am 8. März 2010
Manchmal sind meine Ideen schneller als die Zeit, die ich brauche, um sie umzusetzen.
Ich bin mit Hunden in der Familie groß geworden und wollte schon lange auch niedliche Tierbabys im Studio fotografieren.

Die Tierfotografin (und Stockfotografie-Kollegin) Gabi “Weh-Zet” gab mir den Tipp, mich mal an Tierzüchter zu wenden. Die Fotografin Mareike Rohlf vermittelte mir auch gleich den Kontakt zu einem Züchter, der wiederum einer Käuferin Bescheid gab (Danke noch mal!). So kam es, dass ich mit der Sylvia telefonierte, einer Frau, die schon zwei Hunde hat und gerne einen ganz jungen Labrador Retriever aufnehmen wollte. Sie interessiert sich ebenfalls für Fotografie und fände es spannend, bei so einem “professionellen” Fotoshooting dabei zu sein.

Gesagt, aber noch nicht getan. Wegen anderer Termine zog sich der Zeitpunkt für das Shooting um viele Wochen nach hinten. Das führte leider dazu, dass aus dem verknautschten Welpen schon ein stattlicher junger Hund geworden ist, als Besitzerin und Labrador im Studio eintreffen.

Das hier ist mein Lieblingsbild, in dem der Jagdhund deutlich zum Vorschein kommt. Und ich liebe diese stolze Nase, auch wenn ich weiß, dass sie nur die Leckerlis erschnuppern, die knapp außerhalb des Bildes für ihn bereit gehalten werden.

Aber richtig niedlich sieht er immer noch aus, oder?

von R. Kneschke am 23. Februar 2010
Erstaunlich: Das Theater schafft es doch noch, mir etwas klassische Bildung einzuflössen, nachdem griechische Tragödien im Gymnasium definitiv nicht zu meinen Lieblingsthemen gehörten.

Wie schon erwähnt, bin ich auch in einer Fotogruppe, die Theaterfotos macht. Dieses Mal stand das Stück “Agamemnon” vom griechischen Regisseur Kostas Papakostopoulos auf dem Spielplan, nach dem griechischen Dramatiker Aischylos. Das Stück ist Teil der antiken Triologie “Orestie“. Die Tragödie schildert die Ermordung von Agamemnon, König von Mykene, durch seine Frau Klytaimnestra und ihren Geliebten. Oben die Ehefrau.

Als Schauspielerinnen und Schauspieler mit dabei: Thomas Franke, Heike Hübner, Stefan Kleinert, Lisa Sophie Kusz, Tomasso Tessitori, Anna-Maria Wasserberg und Annika Weitershagen.

Das Stück war sehr angenehm zu fotografieren, dank viel Bewegung, Requisiten und Teilnehmern.

Wozu eine Generalprobe nicht alles gut ist. Die Luftpolsterfolien im Hintergrund (siehe Bild oben) schwelten während der Proben wegen der heißen Schweinwerfer gemütlich durch und erzeugten zum Ende des Stücks einige Rauchfahnen. Wir Fotografen waren lange nicht sicher, ob das Special Effects waren oder eine Gefahr.

Kleiner Tipp für Fotografen: Hüte sind immer sehr fotogen!

Diese Schauspielerin (Lisa Sophie Kusz) hatte es mir wegen ihrer eindrucksvollen, immer leicht übertriebenen Mimik angetan.

Ein weiterer Beweis für meine “fotogene Hüte”-These. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten sind die hier gezeigten Fotos direkt als JPG aus der Kamera. Keine Nachbearbeitung, nur Größenanpassung (und kleines Wasserzeichen).

Das Ende des Stücks: Die Königin mit dem Kopf ihres toten Königs und hm, wer der zweite war, kann ich nicht nachvollziehen, da habe ich mich zu sehr auf das Fotografieren konzentriert. Leider könnt ihr Euch nicht selbst vom Stück überzeugen. Die Vorstellungen in der Kölner Studiobühne Ende Februar sind ausverkauft.

Was sagt ihr zu den Fotos. Was sind Eure Favoriten?
von R. Kneschke am 10. Februar 2010
Es begann mit einem Zufall. Unabhängig voneinander hatten sich diese beiden Models, jeweils um die 50 Jahre alt, bei mir beworben. Weil beide auch diese fotogenen grauen Haare haben, hatte ich die Idee, sie zusammen als “Senioren-Paar” zu fotografieren. Bevor hier Stimmen laut werden, 50jährige seien noch keine Senioren: Ich weiß. Aber auf einem Foto kann eine 50jährige auch als fitte 60jährige durchgehen. Ich kann dem Zufall nur danken, denn eine solche Model-Kombination ist hundertmal schwieriger zu casten als – sagen wir – eine blonde 20jährige.

Die Herbstfotos im Park sind mit dem 85mm-Objektv bei Blende 1.8 bis 2.0 entstanden.

Das ist eins meiner Lieblingsbilder der Serie und ich vermute, dass es auch gut verkäuflich ist.

Schwieriger als erwartet war die Ausleuchtung der (hell)grauen Haare vor weißem Hintergrund. Da habe ich zugegebenermaßen bei der Vorbereitung nicht die nötige Sorgfalt walten lassen, sprich: Das Verhältnis von Motiv- und Hintergrundlicht nicht gut genug geregelt. Das kostete mich pro Bild immer etwas Zeit in Photoshop.

Hier habe ich die Kamera irgendwann wie ein Maschinengewehr ausgelöst und eine schöne Bildserie zum Thema “Turmbau” erhalten. Mal sehen, vielleicht mache ich noch einen Videoclip daraus. Stop-Motion-Technik nennt sich das dann. Das wäre dann Stock-Footage auf Umwegen.

Von den Paarfotos ist das mein Lieblingsbild der Serie. Für ein Stockfoto eine sehr klassische Aufteilung, die alleine wirkt, aber auch Platz für Text lässt, harmonisch Farben und ein echtes Lachen der Models. Die beiden sind aber auch wie Kindergartenkinder mit Zuckerschock durch den Park getollt. So macht das Arbeiten Spaß.

Wie findet ihr die Fotos?
von R. Kneschke am 20. Januar 2010
Während es einfach ist, junge schöne Frauen zu finden, die Interesse daran haben, sich fotografieren zu lassen, sieht es bei Menschen ab 40 schwieriger aus. Dabei gehören Männer und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren zu der häufigsten Altersgruppe in Deutschland. Umso mehr freute ich mich, mit Renate zusammenarbeiten zu können. Zwar hat sie schon einige (winzige) Falten im Gesicht, aber dafür haben ihre Fotos Charakter und sie verkörpert bestimmte Motive wie die Geschäftsfrau oder die Ärztin glaubwürdiger.

Das hier ist mein Lieblingsfoto aus unserer Serie. Den Schal hatte ich vor über einem Jahr als Requisite gekauft und bisher ist er nie zum Einsatz gekommen, weil ich keine passende Verwendung gefunden hatte. In diesem Bild schlägt er sich als einziger Farbtupfer jedoch glänzend. Außerdem mag ich das Hippie-Feeling, welches das Foto vermittelt.

Als ich das erste Mal meine Fotos von Renate am Computer angeschaut habe, dachte ich die ganze Zeit “Irgendwoher kenne ich das Gesicht“. Es hat gedauert, bis der Groschen fiel, aber dann wurde mir klar. Renate erinnert mich in der Business-Kleidung an Lorraine Bracco, die Schauspielerin, die in der Mafia-Serie “Die Sopranos” die Psychaterin Dr. Jennifer Melfi spielt. Findet ihr nicht auch?

Diese coole Waage habe ich vor paar Wochen auf einem Flohmarkt erstanden. Sie war leider nicht ganz billig, ergänzt sich aber gut mit dem Richterhammer. Außerdem ist sie etwas rostig, sodaß ich sie in Photoshop immer etwas retuschieren muss. Aber nichts verkörpert das Konzept “Gerechtigkeit” besser als eine glänzende Balkenwaage.

Renate ist Raucherin, hat aber tapfer lange ohne eine Zigarette ausgehalten. Zum Schluss durfte sie dann sogar im Studio und vor der Kamera rauchen. Ich gebe zu, dass die Bildagenturen von diesen dunkleren Fotos mehr abgelehnt haben als bei den weißen Freistellern, aber mir selbst sagt das Bild sehr zu.

Nein, ich habe für dieses Wellness-Foto nicht mein Studio geflutet, sondern mit einem Filter in Photoshop gespielt. Da ich das Foto kommerziell nutzen möchte, habe ich den Filter selbstverständlich legal gekauft.


Wie findet ihr die Fotos?
Ach ja, die Fotos können unter anderem hier gekauft werden.
von R. Kneschke am 11. Januar 2010
Dieses Model ist ein echtes Multi-Talent: Sie kann modeln, singen, tanzen, hat ein fantastisches Lächeln und kann auch pharmazeutisch korrekte Ratschläge geben, da sie in einer Apotheke arbeitet. Was liegt da näher, als Fotos von ihr an ihrem Arbeitsplatz zu machen?
Nachdem wir die Erlaubnis ihrer Chefin bekommen haben, (ich habe mit dem Model schon erfolgreich zusammengearbeitet, deswegen konnte sie ein gutes Wort für mich einlegen) durften wir an einem Sonntag die Apotheke nutzen. Diese ist sehr groß, was selten ist, mir aber viele verschiedene Perspektiven erlaubte. Außerdem ist sie fast komplett knallig orange eingerichtet. Das bereitete mir etwas Schwierigkeiten mit dem Weißabgleich, die aber mit einer Graukarte halbwegs zu beherrschen sind.

Komplizierter waren da schon die Unmengen an Markennamen und geschützten Logos, die nicht auf den Bildern erkennbar sein durften. Hier half wieder meine 85mm-Festbrennweite* mit einer Offenblende von 1.2, die ich auch oft teilweise ausgereizt habe. So verschommen die meisten Probleme in Unschärfe. Der Rest war Fleißarbeit in Photoshop.

Den Kassenbereich mussten wir von Werbemitteln und Blickfängern befreien. Professionell wie wir sind, haben wir natürlich nach dem Shooting alles wieder an den richtigen Platz geräumt.

Es stehen aber auch überall irgendwelche Markennamen! Selbst auf und in (siehe das grüne Ettiket im Vordergrund) den Medizinschränken. Aber dank Unschärfe alles halb so wild.

Das Labor im Hintergrund zum Destillieren von Flüssigkeiten und Mixen von Rezepturen haben wir natürlich nicht vergessen.

Nach einem Kleiderwechsel wurde aus der Apothekerin eine zufriedene Kundin. So hatten wir in einer einzigen Location vier verschiedene Settings (Verkaufsraum Apothekerin/Kundin, Medizinschrank, Labor)
Diese und andere Fotos aus der Serie können unter anderem hier lizenziert werden.

* Affiliate-Link (Ich erhalte eine kleine Provision beim Kauf, ihr zahlt nicht mehr)
von R. Kneschke am 24. November 2009
Ein Studioshooting mit einem Model ist einfach. Habe ich hundertfach gemacht. Ein Shooting vor Ort mit fünf Models ist anders. Deswegen möchte ich beschreiben, wie ich ein solches Shooting geplant habe.

1. Location
Am Anfang stand die Idee, Fotos zum Thema Bildung zu machen. In einer Universität oder einer Bibliothek vielleicht. Oder in einer Uni-Bibliothek? Da ich während meines Studiums an der FU Berlin in der Uni-Bibliothek eine Ausstellung zum Thema “Berlin” hatte, kannte ich eine erste Ansprechpartnerin. Diese arbeitete zwar nicht mehr dort, empfahl mich jedoch ihrer Nachfolgerin. Ich erklärte ihr kurz per Email mein Anliegen und vereinbarte ein Treffen, bei dem ich ihr meine bisherigen Fotos und Veröffentlichungen zeigte, den “Property Release” erklärte und einen Termin absprach. Es passte gut, dass bald die Semesterferien waren, denn dort ist die Bibliothek deutlich weniger besucht. Die Bibliotheksmitarbeiterin musste den Vertrag noch mit ihren Chef absprechen und gab dann grünes Licht. Hilfreich war auch, dass ich eine Berufshaftpflicht hatte, die eventuelle Schäden abdecken würde.

2. Recherche
Mir war außerdem klar, dass ich eine Gruppe von Models haben wollte. So würde ich viel mehr Varianten fotografieren können und die kurze Zeit in der Bibliothek besser nutzen können. Außerdem habe ich die Mitarbeiterin gefragt, welche Fotos sie sich wünschen würde. Sie klärte mich auf, dass die Bibliotheken im Zeitalter des Internets ihre Rolle weg vom “Buchlieferanten” hin zu einer dienstleistungsorientierteren “Recherche-Quelle mit Lernmöglichkeiten” definieren würden. Sie wollte gerne Fotos von Lerngruppen am Tisch haben, von Studenten an der Info-Theke und bei der Suche im Internet haben. Damit hatte ich auch gleich meine Trend-Recherche.
Außerdem habe ich die Begriffe “Student Universität” bei einigen Bildagenturen eingegeben und geschaut, was für Bilder schon im Angebot waren und welche Motive sich davon am besten verkauften. ich erstellte meine Themenliste und ein Moodboard, das ist ein Blatt mit Beispielbildern, damit sich die Models (und in meinem Fall auch die Bibliotheksmitarbeiter) vorstellen können, was ich vorhabe.

3. Models
Ich schrieb bei der Model-Kartei eine Shooting-Anfrage aus. Leider weiß ich den genauen Wortlaut nicht mehr, aber ich definierte auf jeden Fall die Model-Kriterien (Alter 18-28 Jahre, männlich und weiblich, gerne auch asiatische oder afrikanische Models, schönes Lachen), erklärte die geplante Nutzung der Fotos, verlinkte meinen Vertrag und erwähnte die Bezahlung. Für ca. 3-4 Stunden habe ich 60 Euro pro Model plus die fertigen Bilder auf CD gezahlt, bei fünf Leuten insgesamt 300 Euro.
Es meldeten sich knapp 30 Models, nur wenige Männer, fast nur Frauen, teilweise deutlich über 35, wo ich mich gefragt habe, ob sie auch gelesen haben, dass sie als “Studierende” durchgehen sollten. Im Zuge des Bologna-Prozesses werden die Studienzeiten ja eher kürzer als länger. Ich richtete in meinem Email-Account einen eigenen Ordner für die Bewerbungen ein. Die beiden Männer waren schnell ausgesucht, bei den Frauen war es schwieriger. Ich wollte sowohl eine gute Mischung an Haarfarben (blond, brünett, schwarzhaarig) als auch interkulturell. Im Zuge des “Castings” stellte sich heraus, dass eine Frau die Partnerin von einem der männlichen Models war. Das war ein guter Vorteil, weil ich mir sicher sein konnte, dass zumindest bei einem Teil der Models “die Chemie stimmen” würde.
Ich entschied mich für fünf statt wie anfangs geplant für vier Models, da die Absage-Quote der Model-Kartei relativ hoch ist und ich einen Ausfall von ein bis zwei Models einplanen müsste. Bei vier Models hätte es dadurch passieren können, dass nur zwei erscheinen würden. Das wäre für eine Gruppe zu wenig. Außerdem achtete ich bei den Models darauf, dass sie einige Referenzen vorweisen konnten und schon viele Shootings und gute Shootingbewertungen hatten. Das alles ist keine Garantie für gute Models, zeugt aber von Ehrgeiz und zum Teil auch von Zuverlässigkeit. Ich legte einen Tag fest, an dem alle Models Zeit hatten und schickte den Models vorab eine Liste mit gewünschter Kleidung, die Motivliste, das Moodboard, den Model-Vertrag und unseren Treffpunkt.

4. Requisiten
Am Tag vor dem Shooting galt es für mich noch Vorbereitungen zu treffen. Ich traf mich mit einem Bibliotheks-Mitarbeiter, bei dem ich schon einen Teil meiner Ausrüstung lagerte (nicht die teuren, aber die sperrigen Sachen). Er stellte mich den Angestellten vor, die am nächsten Tag im Lesesaal Dienst haben würden und ich erklärte noch mal mein Vorhaben und versprach, so leise und so wenig störend wie möglich zu sein. Außerdem ging ich mit der Kamera umher, um Plätze innerhalb des Lesesaals und Archivs zu finden, die am fotogensten sind. Diese Stunde war eine lohnende Investition, da ich einige Blickwinkel entdeckte, die mir am hektischen Shooting-Tag vielleicht entgangen wären.
Außerdem nahm ich mir die Zeit, die anderen Besucher der Bibliothek zu beobachten, vor allem jene, die dort lernten. Was hatten sie bei sich? Laptop, Schreibblock, einige Stifte, paar Bücher daneben gestapelt. Also packte ich mir Schreibblöcke, Stifte und mein Laptop ein, Bücher gab es ja genug vor Ort. Eins der Models bat ich auch, ihr neues Netbook mitzubringen. Das wäre etwas, was auf älteren Bibliotheksfotos fehlt und meine Fotos davon abheben würde. Am Computer druckte ich alle benötigen Model-Verträge noch mal aus (wie erwartet hatten einige Models ihren Vertrag vergessen) und einen großen Zettel mit der Aufschrift “Aufgrund eines Fotoshootings kann es heute in der Bibliothek vorübergehend zu einigen Beeinträchtigungen kommen. Wir bitten um ihr Verständnis. Vielen Dank.”). Den klebte ich vor dem Shooting an den Eingang der Bibliothek.

5. Shooting
Der große Tag war da. Ein Shooting in dieser Größenordnung – neue Location mit Publikumsverkehr und fünf mir unbekannten Models – hatte ich noch nie umgesetzt. Rekord war bisher fünf Models im Studio oder drei Models in neuer Location. Als ich zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt vor der Bibliothek ankam, waren schon zwei der fünf Models anwesend. Die Uhrzeit war 8:30 Uhr, eine halbe Stunde vor Öffnung des Lesesaals. Kurz darauf kamen zwei weitere Models. Während wir auf das letzte Model warteten, ließ ich mir die mitgebrachte Kleidung zeigen und wählte für jede Person etwas aus, was halbwegs mit der Kleidung der anderen harmonieren würde. Dazu bestimmte ich ein zweites Outfit, in das die Models während einer Pause wechseln sollten. Die Models schminkten sich in der Toilette und schlossen ihre Sachen in die Schließfächer.
Ich schraubte einen Aufsteckblitz auf ein Stativ (ähnlich wie hier beschrieben, nur mit Durchlichtschirm statt Mini-Softbox) und verband das Ganze mit Pocket Wizards mit meiner Kamera. Der Blitz kam in die Nähe der Models, auf die andere Seite stellte ich einen California Sunbounce Pro als Diffusor auf. Wem der zu teuer ist, findet hier übrigens einen günstige Bastel-Anleitung. Nach kurzer Licht-Einstellung fotografierte ich die geplanten Motive der Shooting-Liste zügig ab. Als Objektiv nutzte ich abwechselnd das 85mm f1.2 und das 50mm f1.8 bei ca. Blende 2.2 bis 2.8. Das war schon sehr gering von der Schärfentiefe, ging aber nicht anders, da ich die ganze Halle nicht mit Blitzen ausgeleuchtet bekommen hätte und sie nicht im Dunkeln verschwinden lassen wollte.
Beim Fotografieren achtete ich darauf, dass ich abwechselnd verschiedene Konstellationen der Models hatte (einzeln, Paare, Dreier-Gruppen, alle). Nach ca. zwei Stunde ließ ich zwei Models eine Pause machen, fotografierte die anderen und so weiter, bis alle eine Pause hatten. Während der Pause sollten die Models auch in das zweite vorher bestimmte Outfit wechseln, damit sie nicht auf allen Bildern die gleiche Kleidung tragen. Am Ende des Shootings unterschrieben wir die Verträge, ich machte je ein Foto von den Models mit ihrem Personalausweis und zahlte das Geld gegen eine Quittung aus. Außerdem hatte ich spontan die Idee, auf dem Rückweg zur U-Bahn im daneben gelegenen Park einige Gruppen-Fotos im Park zu machen. Alle Models stimmten zu und es sind zusätzlich zu den Bildungsfotos einige nette Fun-Fotos entstanden.

6. Nachbearbeitung
Das größte Problem bei der Retusche waren trotz geringer Tiefenschärfe einige Buchrücken, die ich in Fleißarbeit wegstempeln musste. Aufgrund der ähnlichen Motive konnte ich einen großen Grundwortschatz für alle Bilder übernehmen und musste vor allem bei den Personenbeschreibungen je nach Anzahl, Geschlecht etc. Anpassungen vornehmen. Inklusive Pausen und Vertragsunterzeichnung (immerhin insgesamt 20 Blatt Papier: 2x Vertrag und 2x Quittung x 5 Models) haben wir ca. vier Stunden fotografiert und ich habe an dem Tag 100 Fotos erhalten. Die fertigen Fotos schickte ich jedem Model auf CD mit 1-2 Abzügen in einer schönen Präsentationsmappe. Auch die Universitätsmitarbeiterin bekam eine solche CD und ein Dankesschreiben per Mail.
Die Annahmequote bei den Microstock-Bildagenturen betrug zwischen 83% und 100%, durchschnittlich ca. 94%. Mir war klar, bei welchen 5-10 Fotos die meisten Ablehnungen erfolgen würden. Da werde ich nächstes Mal strenger bei der Auswahl sein müssen. Bei über der Hälfte der Bildagenturen waren die Bilder noch nicht online, da haben die anderen Bildagenturen innerhalb der ersten Woche mindestens die Kosten für ein Model wieder eingespielt. Ich bin zuversichtlich, dass sich das Shooting bald rentiert haben wird.

7. Aus Fehlern lernen
Einige großartige Motive konnte ich nicht gebrauchen, weil sie schlicht zu verwackelt waren. Bei Belichtungszeiten zwischen 1/30 und 1/80 hätte ich auf jeden Fall mein Einbeinstativ mitnehmen müssen. Das hatte ich in Köln gelassen, weil es mir neben der Kameraausrüstung, zwei Lichtstativen und dem riesigen Reflektor zu viel war. Ein deutlicher Fehler. Ein weiterer Fehler war, dass ich die ganze Zeit mit ISO 100 fotografierte. Einige der verwackelten Bilder wären sicher zu retten gewesen, wenn ich auf ISO 200 gegangen wäre. Selbst wenn meine Belichtungszeiten kurz genug gewesen wären, hätte ich etwas mehr Tiefenschärfe erhalten und einige Ablehnungen wegen zu geringer Schärfe vermieden.

Was war Euer aufwändigstes Shooting bisher? Und was habt ihr daraus lernen können?

von R. Kneschke am 3. November 2009
Diese Woche bin ich so mit Terminen ausgelastet, dass ich kaum Zeit haben werde, etwas zu posten. Deswegen heute etwas Besonderes von mir: Schwarz-Weiß-Fotos! Ich durfte vor einer Weile wieder in der Studiobühne Köln fotografieren, diesmal das Theaterstück “Das Lied vom Sag-Sager” vom französischen Dramatiker Daniel Danis (Regie: Andreas Schmid).

Ich habe die Fotos farbig aufgenommen, noch mit der Canon EOS 5D bei ISO 1600 mit dem 70-200 2.8 IS L-Objektiv und einem Einbeinstativ. Die Umwandlung erfolgte dann dem RAW-Converter von Photoshop.

Ich mag die Fotoserie, weil sie auch ohne Kenntnis des Stücks die Handlung gut wiedergibt, zumindest in sehr groben Zügen .

Bei den Fotos habe ich nur die Tonwerte, die Farbsättigung und den Kontrast korrigiert, ansonsten sind sie nicht bearbeitet.

Da es in dem Film um eine Mutter mit taubstummen Kindern geht, wird naturgemäß kaum gesprochen, dafür gab es Live-Musik und viele Bewegungen.


Das ist mein Lieblingsfoto aus der Serie, weil es ein schönes Symbolfoto zum Thema Tod ist. Da kommt der Stockfotograf in mir durch.


Theater und schnelle Bewegungen sind eine doppelte Herausforderung für Fotografen. Bei Blende 4 und 1/30 Sekunde kann nie alles scharf werden und ich hatte beim obigen Foto ehrlich gesagt nur Glück, dass der mittlere Schauspieler halbwegs scharf abgebildet ist.

So, welches ist Euer Lieblingsbild aus der Serie und warum? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

von R. Kneschke am 21. Oktober 2009
Vor paar Wochen hatte ich mit Tanja ein Shooting. Sie hatte vor fünf Jahren schon eine Weile gemodelt, aber aus persönlichen Gründen aufgehört. Nun will sie wieder weitermachen und ich finde, sie hat nichts verlernt. Sie gehört zu den Menschen, deren Lachen auch auf Kommando sehr natürlich und ansteckend aussieht. Genau das Richtige für bunte, glückliche Stockfotos. Aber seht selbst:


Hier noch ein Rätsel für Euch Foto-Füchse. Von dem Obst auf dem Foto ist ein Objekt nicht echt, sondern aus Plastik. Erkennt ihr’s?


Das Foto mit den Einkaufstüten gehört zu meinen Favoriten der Fotosession und ist wie geschaffen wir die Werbung eines Einkaufszentrums. Alle Fotos können zum Beispiel hier gekauft werden.

von R. Kneschke am 9. September 2009
Wieder hatte ich eine junge Familie im Studio.

Bei diesem Foto fand ich es unglaublich schwer, es gut zu verschlagworten, da es für diese “Häschenohren” keine eindeutige Bezeichnung gibt, bzw. ich auch die englische Entsprechung nicht finden konnte. Hat jemand eine Idee?
Auch mit diesem Foto hatte ich meine Probleme. Hier aber nicht bei den Suchbegriffen, sondern wegen der Komposition. Ich war hin- und hergerissen zwischen “zu chaotisch” und “idealer Textfreiraum”. Ich habe mich dann für letztere Sichtweise entschieden.

Bei dem kleinen Mädchen konnten wir nicht erwarten, dass es die gesamte Zeit aufmerksam beim Shooting dabei ist, deswegen haben wir zwischendurch auch einige Paarbilder gemacht, während sich die Kleine ausgeruht hat.

Danach ging es bei Sonnenschein ab in den Park. Die Tochter ist immer noch leicht erschöpft.

Die beiden kommenden Bilder sind meine Lieblingsfotos der Session. Ich finde, die kindliche Art kommt da sehr gut zum Vorschein.

Dieses Foto ist durch das Rennen leider etwas bewegungsunscharf, aber für mich ein passendes Symbolfoto für einen sorgenfreien Sommer.

Zu guter Letzt gab es noch ein Outdoor-Familienportrait. Die Komposition ist nicht die originellste, aber sie wirkt immer noch. Der Look wurde mit einer Kombination aus Weitwinkel-Objektiv (genauer: 28mm des 24-105mm) und meinem Ringblitz-Adapter auf dem Canon Speedlite 580 II erzielt.

Welches Foto ist Euer Favorit?

von R. Kneschke am 31. August 2009
Yep, ab und zu mache ich auch Fotos. Diesmal mit Linda, einer jungen Studentin mit ganz langen glatten blonden Haaren und einem sympathischen Lächeln.
Das Arztfoto oben ist übrigens ein Schnappschuss, der nicht auf der Shootingliste stand. Aber ich finde das Bild irgendwie gut, auch wenn ich noch nicht weiß, wofür es benutzt werden könnte. Vielleicht zum Thema “Wo habe ich bloß wieder meinen Kopf?”

In eine ähnliche Kategorie fällt das Foto mit dem Zopf vor dem Gesicht. Sieht unglaublich cool aus, aber der Sinn erschließt sich nicht sofort. Immerhin sind durch den Kopfhörer Assoziationen wie “Musik, Tanz, Spaß, Bewegung” drin.
Außerdem habe ich wieder meine dunkle Portrait-Serie ausgebaut mit diesem Schrei-Foto. Geblitzt habe ich hier mit einem entfesselten Ringblitz-Adapter, den ich hier im Blog schon rezensiert habe.

Besonders stolz bin ich auf dieses Action-Foto einer Schwimmerin, welches wir mit einem einfachen Trick inszeniert haben. Das verrate ich jetzt aber nicht, sonst wäre es ja kein Trick…

Die meisten scheuen sich, bei schlechtem Wetter rauszugehen, um Fotos zu machen. Da es zwar geregnet hat, aber warm war, haben wir es gewagt und einige Regenfotos gemacht.

Hier der Beweis, dass es wirklich stark geregnet hat und wir nicht einfach nach dem Regen die feucht-schimmernde Kulisse genutzt haben.

Auch ein schönes Foto, finde ich, mit viel Textfreiraum, reduzierten Farben, aber einem leuchtenden Schal und der sehnsüchtige Blick beim Warten. Über Linda war noch der Name des Platzes zu lesen. Ich war unschlüssig, ob ich in lassen sollte oder nicht, entschied mich aber für eine Retusche, da dann der Platz generischer wirkt und Käufer außerhalb Deutschlands vielleicht interessierter sind.
Die Fotos von Linda können hier exklusiv über die Bildagentur Fotolia erworben werden.

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Über diesen Blog Ein Blick hinter die Kulissen professioneller Fotografie: Der Autor Robert Kneschke ist Fotoproduzent und schreibt hier über seine Arbeit. Mit Tipps und Informationen für Fotografen, Models, Bildkäufer und Bildagenturen.
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