Kategorie-Archiv: Fotosessions

Fotoshooting mit Geschäftsmann

Immer wenn ich mehrere Models für ein Shooting suche, ist die Position des „jungen, blonden Models mit langen Haaren“ am schnellsten vergeben. Bei Männern über 30 wird es schon deutlich schwieriger, deshalb habe ich mich gefreut, als sich dieses Model direkt bei mir beworben hatte.

Der klassische Geschäftsmann geht bei solchen Models immer, weshalb ich ihn in mein „Büro-Setting“ gesetzt habe und ihn mit den Requisiten habe spielen lassen:

Aber auch in anderen Rollen kann er sich sehen lassen:

Eigentlich müsste ich das Koch-Outfit viel öfter einsetzen, denn es ist eine komplett professionelle Berufsausstattung, nicht was komisch Zusammengeschneidertes vom Karnevalsladen. Beachtet das korrekt gebundene Tuch um den Hals. Das dauert immer am längsten :-)

Was für Themen würdet ihr mit so einem Model umsetzen?

Jung, aber zeitlos: Shooting einer Business-Frau

Vor einer Weile hatte ich wieder eine junge Frau im Studio, die sich direkt per Email bei mir beworben hatte. Bei jungen Frauen lege ich sehr hohe Kriterien an, weil viele Mädchen Models werden wollen und daher die „Auswahl“ sehr groß ist und zweitens die Themenbereiche etwas beschränkt sind, die glaubhaft mit dieser Altersgruppe abgedeckt werden können.

Friederike war zum Zeitpunkt der Fotos erst 20 Jahre alt, aber hat ein sehr zeitloses Gesicht, mit dem sie eine sehr breite Alterspanne abdecken kann, von der Schülerin bis zu Chefin. Das können nicht viele, deswegen war es ein sehr schönes, produktives Shooting.

Ich mochte auch ihren Vorschlag, eine weiße Bluse mit einem roten Pullunder zu kombinieren, weil das Rot schon aus dem Foto leuchtet und optisch eine schöne Verbindung zwischen Business und Freizeit herstellt. Eine sehr elegante Balance. Das Geldschein-Foto oben erinnert übrigens daran, dass es immer wieder Anlässe gibt, auch zeitlos scheinende Motive neu aufzusetzen, weil sich doch Details ändern können. In diesem Fall wäre das der neue Fünf-Euro-Schein, den ich natürlich gleich in meine Requisiten-Sammlung aufgenommen habe.

Interessant war auch, dass Friederike etwas eher Unscheinbares konnte, was nur wenigen Models gelingt: Sie kann auf Zuruf viele verschiedene, authentisch wirkende Handhaltungen aufs Bild zaubern. Hier ist eine davon.

Hier eine – wenn auch ähnliche – andere Handhaltung.

Das Bild war wieder einem der Zufälle geschuldet, die ich mittlerweile aufmerksam einzufangen versuche, auch wenn sie logischerweise nicht vorhersehbar sind. Ich hatte Friederike gefragt, ob sie etwas trinken wolle und sie bat um einen Tee. Kein Problem, habe ich ihr kurz einen Tee gemacht und ins Regal nach einer Tasse gegriffen. Als ich ihr die Tasse an den Shooting-Schreibtisch brachte und sie trank, fiel mir auf, dass das knallige Gelb super zum roten Pullunder passte und – schwupp – habe ich paar Fotos von der Geschäftsfrau beim Kaffeetrinken gemacht.

Abgerundet haben wir das Shooting durch einige lockere Portrait-Aufnahmen und einige Bauarbeiter-Fotos, bei denen sie ebenfalls sehr überzeugend wirkt.

Beim Fotoshooting neue Dinge ausprobieren und aus Fehlern lernen

Okay, langsam habt ihr von diesem Model sicher genug gesehen. Er befindet sich auf dem Cover meines Buchs, wirbt für das Stockfotografie-Forum und wird auch gerne in Zeitungen und Werbeanzeigen abgedruckt.

Hheute gibt es aber noch mal die Geschichte hinter dem Shooting. Das Model Daniel habe ich über die Model-Kartei.de kennengelernt und weil er nicht der einzige ist, mit dem ich über diese Plattform gewinnbringend zusammenarbeiten konnte, verstehe ich nicht, wieso sich regelmäßig Models und Fotografen über die Unzuverlässigkeit und Unprofessionalität der dortigen Mitglieder aufregen. Für mich gibt es kaum eine gute Alternative.

Zum Einsatz kam Daniel das erste Mal einige Monate vorher bei diesem Universität-Shooting von mir. Sein Aussehen und Lächeln hat mich überzeugt, weshalb ich ihn ein zweites Mal gebucht habe, als der Verlag ein neues Cover für die dritte Auflage meines Stockfotografie-Buchs haben wollte. Nach zwei Frauen auf dem Titel war mal ein Mann dran. Und weil ich Shootingzeit effektiv nutzen möchte, haben wir neben den Entwürfen für das Cover auch einige andere Fotos umgesetzt.

Wie es oft so ist, sind die Bestseller des Shootings ganz andere Motive, unter anderem diese eher klassische Motiv eines Geschäftsmanns.

Das Shooting war übrigens auch eine andere Premiere. Erinnert ihr euch an den Gastartikel von Jörg Hempelmann, wie man eine Küche für 99 Euro als Requisite nutzen kann? Das motivierte mich dazu, endlich selbst zu einem Einrichtungshaus zu fahren und ebenfalls einen Tisch, einige Schränke und Deko-Artikel als Hintergrund zu kaufen. Witzigerweise kam ich trotz einiger anderer Artikel auch auf ca. 100 Euro Einkaufskosten. Was ihr oben in den Bildern hinten seht, sind die Regale und Aktenordner etc., die ich nicht nur für das Shooting eingekauft habe. Aber allein das Business-Bild hat die Kosten für den Einkauf um ein Mehrfaches wieder eingespielt.

Einen Fehler habe ich jedoch auch gemacht. Obwohl schnell nach dem Shooting klar war, welches Bild das Titelbild meines Buches werden würde, habe ich in meiner Routine auch das Titelbild zum Verkauf bei Bildagenturen angeboten. Das führte dazu, dass kürzlich ein windiger Geschäftsmann das gleiche Bild für ein Ebook mit fast dem gleichen Titel verwendet hatte. Das Ebook hat aber einen höheren Preis, deutlich weniger Seiten und – ich lehne mich da sicher nicht zu weit aus dem Fenster – ist auch inhaltlich weniger gehaltvoll. Trotzdem könnte es zu Verwechslungen führen, die meinem Ruf sicher nicht nützlich sind. Deshalb: Wenn ich beim nächsten Buch schon ein extra Shooting für das Cover mache, wird das Siegerbild auch exklusiv dafür verwendet werden.

So liebe ich meine Shootings: Einige neue Dinge ausprobiert, lukrative Motive festgehalten und aus Fehlern lernen können.

Was war euer größter Fehler in der Stockfotografie?
Kommentiert, damit wir gegenseitig davon lernen können.

Fotosession: Paarfotos im Herbstlaub

Mit den beiden Models hatte ich schon ein Shooting in einer Apotheke gehabt. Beide wollten als frisch verliebtes Paar gerne einige Paarfotos haben und da noch Herbst war, bot es sich an, im bunten Herbstlaub einige Bilder zu machen.

Da ich als Stockfotograf gerne immer noch ein zusätzliches Thema abdecken möchte, entschieden wir uns für „Tourismus„. Gewappnet mit Stadtplan, Reiseführer und Smartphone streiften wir durch Berlin.

Wichtig war aber auch, dass der konkrete Ort nicht erkennbar sein sollte, damit die Bilder in möglichst vielen Regionen eingesetzt werden könnten.

Romantisch, gell? Den in Wahrheit eher trist-trüben Himmel habe ich mit einem leichten Verlaufsfilter eingefärbt, der mit den Herbstblättern unten farblich abgestimmt ist. Insgesamt war die verwendete Technik sehr einfach gehalten: Ich habe die Canon 5D Mark II mit der Festbrennweite 85mm f1.2* genutzt, aber da ich fast nur bei Blende 2-3 fotografiert habe, hätte auch das günstigere Objektiv* mit Offenblende f1.8 gereicht. Das Licht war wegen des bewölkten Himmels relativ kontrastarm, somit gab es kaum Lichtprobleme. Trotzdem habe ich den Roundflash* (meine Rezension dazu hier) als Aufhelllicht von vorne benutzt, um vor allem unauffällig etwas Zeichnung in den dunklen Mantel zu bekommen.

Eines der Bestseller ist dieses Motiv, vermutlich, weil es den Wandel von Touristen gut illustriert, die nicht mehr mit der Kompaktkamera am Strand liegen, sondern mit dem Smartphone auf Städtereisen gehen.

Einer der anderen Bestseller ist dieses Motiv vom Paar beim Fahrradfahren. Es ist gar nicht so einfach, zwei Leute beim Radfahren in der Stadt scharf und fotogen abzubilden. Deshalb haben wir uns eines Tricks bedient. Beide Räder standen in einem stabilen Fahrradständer für Leihfahrräder, was die Aufnahme deutlich erleichterte. Ein gutes Beispiel für eine spontane Nutzung der Gegebenheiten, die nicht immer, aber doch manchmal mit guten Verkäufen belohnt wird.

Mein drittes Apotheken-Shooting für Bildagenturen

Langsam bekomme ich Routine. Vor drei Jahren hatte ich ein einer orangenen Apotheke ein Model fotografiert und ein ein Jahr später in einer anderen Apotheke mit vier Models. Weil beide Shootings gut liefen und medizinische Themen weiterhin gefragt sind, wollte ich das wiederholen. Die Apthekerin der ersten Apotheke erklärte sich bereit und sprach wieder mit ihrer Chefin, um uns die Erlaubnis für die Nutzung der Apotheke zu geben.

Wie beim letzten Mal galt: Das ist eine der größten Apotheken, in denen ich je war, was den Vorteil hat, sich räumlich sehr gut bewegen zu können und ich viel Platz hatte, um Blitz, Reflektor etc. aufzustellen. Einer der beiden Kritikpunkte beim letzten Shooting in der Apotheke war, dass mit einem Model nur eine begrenzte Anzahl von Motiven möglich ist. Deswegen fragte ich ein anderes Model, welches ich schon fotografiert hatte. Er schlug auch seine neue Freundin als drittes Model vor und da diese sich vom Typ von der Apothekerin unterschied, passte das sehr gut.

Der zweite schwierige Punkt war die Farbtemperatur wegen der ganzen orangenen Regale. Deshalb nahm ich sowohl eine größere Softbox und nutzte mehr Aufhellicht von vorne, um den Farbstich besser aus den Gesichtern der Models zu bekommen. Die Kittel hatte ich von vom letzten Apotheker-Shooting. Merke: Sinnvoll eingekaufte Requisiten können gut wiederverwendet werden.

Meine Bestseller der letzten beiden Shootings zeigten mir deutlich, was für Motive gut laufen und so konzentrierte ich mich darauf.

Selbst wenn der Fokus bei einem Bild auf einem Model lag, konnte ich die anderen beiden zum „Füllen“ des Hintergrunds einsetzen. Wie schon bei beiden Apotheken-Shootings zuvor war es wieder eine Qual, die Logos und Markennamen von den Medikamenten im Hintergrund zu entfernen. Einige Bilder wurden deswegen auch trotz intensiver Retusche abgelehnt. Das untere Bild habe ich mit Blende 2,8 fotografiert. Zwar hatte ich auch das 85mm-Objektiv mit Blende 1.2 in der Tasche, aber das nützte selten was, denn bei mehreren Personen im Bild hätte die Blende 1,2 schnell dafür gesorgt, dass mindestens eins der Models zu unscharf gewesen wäre. Der Tresen ließ sich auch nicht nach vorne verschieben und so musste ich einen Kompromiss schließen.

Damit ich trotz gleicher Location und Models etwas Neues hinzufüge, habe ich diesmal am Ende der Fotosession kurzerhand die Kamera aufs Stativ gestellt, eine sehr offene Blende gewählt und die Models gebeten, kurze Beratungssituationen zu mimen:

So bekam ich ca. 15 nutzbare kurze Videoclips. Da nur ein Reflektor und das vorhandene Licht genutzt wurde, sind die Videoaufnahmen garantiert verbesserungsfähig, aber für die zusätzliche halbe Stunde hat sich der Aufwand finanziell gelohnt.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie hättet ihr die Videos verbessert?