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Neues Geschäftsmodell? Foto-Lotterie für Fotografen (aka “working on spec”)

Im September 2008 hatte ich einem Mailwechsel mit dem Betreiber der Webseite microshooting.de, in dem er mich von den Vorzügen seines Geschäftsmodells überzeugen wollte. Vor kurzem bekam ich einige Mails von Blog-Lesern, was ich denn von der Webseite FocalPop.com halten würde. Nachdem ich sie mir angeschaut habe und diese ein ähnliches Geschäftsmodell wie microshooting.de betreibt, möchte ich genauer erklären, was das für Fotografen bedeutet.

Screenshot der Startseite von FocalPop

Screenshot der Startseite von FocalPop

Beide Webseiten arbeiten nach dem “Working For Spec“-Prinzip.

Das bedeutet: Ein Kunde kann einen Auftrag, in unserem Fall entweder die Suche nach einem Foto oder einer Illustration online platzieren und angeben, wie viel er dafür zahlen möchte. Registrierte Fotografen und Designer können sich diese Gesuche durchlesen und die gewünschten Bilder aus ihrem Archiv suchen oder dafür neu produzieren. Der Kunde bekommt die fertigen Ergebnisse unverbindlich zur Ansicht und kann entscheiden, ob er welche davon zum vorher angegebenen Preis kaufen möchte oder nicht. Für Designwünsche wie Logoentwürfe oder Webseitengestaltung gibt es ebenfalls eine “Work For Spec”-Seite namens CrowdSpring.

Das Spec in Working for Spec steht deshalb für Speculation oder zu deutsch Spekulation. Ein Fotograf, der daran teilnimmt, weil nicht, ob er für seine Arbeit entlohnt wird oder ob er “umsonst” gearbeitet hat. Verständlicherweise gingen schnell Grafiker und andere Berufsgruppen auf die Barrikaden, da sie nicht an einer Lotterie teilnehmen wollen, bei der unklar ist, ob sie für ihre Mühen Geld sehen werden. Stockfotografen weren sich jetzt am Kopf kratzen und fragen, was daran so anders als am Geschäftsmodell der Stockfotografie sein soll? Hier eine Übersicht der Vor- und der Nachteile des Geschäftsmodells, auch im Vergleich zur Stockfotografie.

Vorteile

  • Die ausgeschriebenen Honorare der beiden oben genannten Webseiten liegen deutlich höher als Microstock-Preise, teilweise auch etwas über Macrostock-Preisen. Bei microshooting.de war der Minimalpreis 300 Euro, bei FocalPop liegen die bisherigen Gebote zwischen 70 und 200 US-Dollar.
  • Die Provisionen für den Gewinner-Fotografen sind ebenfalls deutlich höher als bei vielen Bildagenturen. Während viele Microstock-Agenturen die Fotografen mi 20-50% abspeisen, zahlte microshooting.de 80% aus, FocalPop gibt 70% Provision an den Fotografen weiter.
  • Die freie Zeit von Fotografen zwischen Aufträgen kann produktiv genutzt werden und die laufenden Fixkosten (Studiomiete, etc.) können so besser kompensiert werden.
  • Je nachdem, ob der Kunde Exklusivität wünscht, kann der Fotograf unter Umständen ein auf das Gesuch passende Foto aus seinem Archiv verwenden und hat so keinen Aufwand.

Nachteile

  • Die ausgeschriebenen Honorare sind in der Regel niedriger als wenn der Kunde direkt mit einem Fotografen verhandeln würde.
  • Der Fotograf kann nie sicher sein, ob er für seine Arbeit entlohnt wird. Es kann auch vorkommen, dass keiner der beteiligten Künstler Geld erhält, weil dem Kunden alle Entwürfe nicht zusagen.
  • Je nachdem, welche Exklusivität der Kunde wünscht, kann der Fotograf nicht auf sein Archiv zurückgreifen, sondern muss eine konkrete Bildidee umsetzen.
  • Die freie Studiozeit kann ein Fotograf besser nutzen, indem er universell nutzbare Motive im Studio fotografiert, statt ein bestimmtes Motiv, welches unter Umständen nicht gebraucht wird.
  • Je leichter das gesuchte Motiv umzusetzen ist, desto mehr Fotografen beteiligen sich an dem “Bieter-Wettkampf”, je komplexer das Motiv, desto größer ist das Risiko, dass der Kunde nicht zufrieden ist. Beide Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Foto eines Fotografen gekauft wird.
  • Zehn ähnliche und weitere Gründe gegen “Work for Spec” führt die Webseite der Kampagne “No!Spec” hier an.

Der größte Unterschied zwischen “Work for Spec” und Stockfotografie ist, dass Stockfotografen möglichst vielseitig nutzbare Bilder produzieren, bei denen sie unter dem Strich mit einem gewissen, kalkulierbaren Umsatz rechnen können. Bei den oben genannten Webseiten hingegen sind die Gesuche teilweise so konkret, dass es es im fast unmöglich ist, solche Motive im Voraus zu fotografieren und diese hinterher auch so speziell sein können, dass sie für Bildagenturen wenig interessant sind. Hier mal zwei Beispiele von echten Anfragen bei microshooting.de:

“Beschreibung Frau:
Junge Frau, 20-25 jahre, südamerikanischer, rassiger Typ mit dunklen, langen Haaren, hübsch & sexy, schöne Beine, offener, freundlicher Gesichtsausdruck, eher “süß” (auf keinen Fall “Vamp” oder agressiv verführerisch).
Dress:
leichte Bekleiduung: Hot Pants (Jeans) oder kurzes Kleid (Rock) in typisch-südländischem Kleidungsstil
Postion:
Frontal stehend, schmaler Stand, in Tanzbewegung”

oder

“Junger männlicher Metzger, dunkelhaarig und sportlich, weiße (evtl. schwarze) Metzger-Kleidung (modern), Accessoires (Knöpfe, Halstuch) nicht in Blau oder Gelb, unsere Hausfarben sind Rot (HKS 14) und Grün (HKS 57), ohne Uhr oder Schmuck.
Er weißt auf etwas hin, präsentiert etwas, ähnlich wie unser Vorgänger (s. Bild), schaut den Kunden an. Ohne Hintergrund (Freisteller)”

Wie ihr oben seht, halten sich die Vor- und Nachteile ungefähr die Waage. Trotzdem prognostizierte ich bei meinem eingangs erwähnten Mailwechsel, dass dieses Konzept keine Zukunft haben würde. Nach rund einem Jahr Geschäftsbetrieb kündigte microshooting.de im September 2009 die Einstellung des Portals an.

Meine Argumente sind heute die gleichen wie damals: Wer relativ generische Motive sucht, die Fotografen leicht liefern könnten, findet diese mittlerweile schneller und billiger bei Bildagenturen. Je komplexer das gewünschte Motiv ist, desto weniger sind die Fotografen bereit, das Risiko der Produktion auf sich zu nehmen und desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Fotograf das Bild im Falle einer Ablehnung durch den Kunden anderweitig nutzen kann. Dazu kommt, dass viele Bildagenturen selbst eine Art “Work For Spec” anbieten, indem sie Bildsuchern erlauben, unverbindliche Suchanfragen an Fotografen schicken zu lassen, wie das die Agenturen Panthermedia, ImagePoint und einige andere erlauben. Die eben beschriebenen Phänomene lassen sich dort gut beobachten.

Einen Vorteil gibt es jedoch für Stockfotografen, den ich noch nicht erwähnt habe. Die Anfragen auf den genannten Webseiten sind nicht fiktiv, sondern echt. Das heißt, der Fotograf bekommt kostenlos Kundenwünsche frei Haus geliefert und gewinnt dadurch einen Eindruck, welche Motive bisher bei den Bildagenturen nicht oder nur schwer zu finden sind.

Was sagt ihr zu diesem Geschäftsmodell? Habt ihr konkrete Erfahrungen mit den genannten Webseiten machen können?

Bildagenturen

Fotografen-Einnahmen bei Microstock-Bildagentur Polylooks

Vor ungefähr einem halben Jahr startete die Microstock-Bildagentur der Deutschen Telekom: Polylooks.
Jetzt ist es an der Zeit, kurz zurückzublicken. Wie viel können Fotografen da verdienen? Die bisherige Antwort lautet: Leider wenig.

Seit vier Monaten habe ich ca. 1000 Bilder online. Bisher kann ich 35 Verkäufe verzeichnen, die mir 14,92 Euro gebracht haben. Das macht pro Verkauf 0,42 Euro. Selbst im Vergleich zu den führenden Microstock-Agenturen ist das wenig. Bei iStockphoto und Fotolia erhalte ich umgerechnet ca. 0,75 bis 0,85 Euro pro Verkauf, bei Dreamstime noch 0,53 Euro. Bei allen Agenturen werden sowohl Abo- als auch On-Demand-Downloads angeboten.

polylooks-royalties

Vor wenigen Tagen erzielte ich mit zwei Verkäufen der Bildgröße Small (S) nur je 0,08 Euro. Davor waren meine niedrigesten Anteile 0,14 Euro. Die Mitarbeiter von Polylooks konnten mich über die geringen Summen aufklären. Im September gab es eine große Rabatt-Aktion, bei der Kunden bis 50% Rabatt erhielten. Dieser Rabatt wird jedoch nicht von der Bildagentur getragen, sondern mit den Fotografen geteilt. Das bedeutet, dass ein Kunde beim größten Credit-Paket mit 5000 Credits für knapp 3700 Euro nur 1850 Euro zahlen musste. Das ergibt einen Credit-Wert von 0,37 Euro. Die 35%-Fotografen-Anteil lägen dann bei 0,12 Euro. Mir wurde versichert, dass die 50% Rabatt eine einmalige Aktion zur Markteinführung waren. Hoffen wir es.

Die 8 Cent erklären sich anders. Wenn ein Kunde zum Beispiel ein Drei-Monats-Abo mit 30 Credits pro Tag kauft, kostet das 222 Euro im Monat und damit ca. 7 Euro pro Tag. Ein Credit ist dann 0,23 Euro wert, die 35%-Fotografen-Anteil sind dann 8 Cent. Wenn ein Kunde mehr kauft, könnte der Anteil auf bis zu 6 oder 7 Cent fallen. Da kann ich froh sein, dass der Kunde keine 50% Rabatt erhalten hat.

Fairerweise muss ich anmerken, dass laut Agentur-Aussagen diese Werte nur zustande kämen, wenn ein Kunde sein gesamtes Abo-Kontingent aufbraucht. Sei das nicht der Fall, würden sich z.B. die 7 Euro pro Tag auf weniger Download-Credits verteilen und der Fotografen-Anteil steigen. Das kann ich leider nicht überprüfen, da in der internen Abrechnung für die Polylooks-Fotografen bisher nicht angezeigt wird, ob ein Verkauf auf einem Abo basiert oder nicht. Diese Anzeige-Option wurde als Verbesserungsvorschlag aufgenommen, ich bin gespannt, ob er umgesetzt wird.

Was mich etwas verwundert, ist, dass die Abo-Modelle der Konkurrenz teilweise ähnliche oder niedrigere Preise pro Bild bzw. deren Gegenwert in Credits haben, die Fotografen aber deutlich mehr erhalten. Die Polylooks-Mitarbeiter meinten, dass die Analyse der Preise und Honorare läuft und diese vielleicht angepasst werden. Wann und ob nach oben oder unten, steht noch nicht fest. Die Umsatzsteuer scheint übrigens in den Fotografen-Honoraren schon enthalten zu sein. Wer demnach als freier Fotograf 7% Umsatzsteuer für diese Einnahmen abziehen muss, kann noch geringere Honorare erwarten.

Für mich bedeuten diese einstelligen Abrechnungen, dass ich vorerst keine neuen Fotos zu Polylooks hochladen werde, bis meine dort schon vorhandenen Fotos einen höheren Umsatz pro Verkauf erzielen. Damit meine ich nicht nur die vereinzelten Mini-Abrechnungen, sondern die Durchschnittswerte.

Wie sind Eure ersten Erfahrungen mit Polylooks?

Ankündigung

Kostenloser Stockfotografie-Verdienst-Rechner

Ich bin stolz, Euch heute meinen Stockfotografie-Verdienst-Rechner vorstellen zu können.

Ihr findet das Online-Tool in meinem Blog, wenn ihr oben auf “Stock Photography Income Calculator” klickt oder unten in diesem Blogbeitrag.

Oben rechts ist beim Rechner ein kleines Auswahlfeld, mit dem zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch gewechselt werden kann.

Dieser Rechner erlaubt es Stockfotografen, einfach ihr zu erwartendes Einkommen und andere hilfreiche statistische Daten auszurechnen.

Der Stockfotografie-Verdienst-Rechner errechnet das voraussichtliche Einkommen bis zum Jahresende und dem nächsten Jahr, basierend auf einigen Daten, die eingegeben werden. Er schätzt auch das zu erwartende Portfolio-Wachsum eines Fotografen und berücksichtigt es in der Kalkulation.

Darüber hinaus werden wichtige Analyse-Zahlen für das Stockfotografie-Geschäft berechnet, zum Beispiel der “Return per Image” (RPI), also der Umsatz pro Bild und Jahr und die “Verkäufe pro Foto” für jede Bildagentur. Das Tool berücksichtigt auch, dass einige Agenturen verschiedene Währungen benutzen und lässt Euch selbst so viele Agenturen hinzufügen, wie ihr wollt.

So, jetzt bin ich gespannt, wie ihr es findet. Schreibt mir Eure Meinung dazu in den Kommentaren.

Für mehr Informationen und die Hilfe-Funktion lest unten weiter.

Stock Photography Income Calculator

calculate your projected stock income over the next years

Name:
Name: logout
Agencies
Total earnings this year at all agencies
Total earnings next year at all agencies with today's images
Total earnings next year at all agencies with today's portfolio growth rate
Add another agency
Name:
AGENCY_NAME_HERE
Downloads this year: # images now
Earnings this year: # images beginning of the year

Currency settings: US-$ other
Conversion rate:

Downloads photo/year: Return per photo/year
Earnings total this whole year: Return per download
Earnings total next year with todays images:

Total images till end of this year with today's growth rate:
Total images till end of next year with today's growth rate:
Earnings total next year with today's portfolio growth rate:

Wie funktioniert das Teil?

Vier verschiedene Daten müssen eingegeben werden, die der Rechner für die Analyse braucht:

  1. Bisherige Verkäufe im Jahr
  2. Bisherige Einnahmen im Jahr
  3. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur
  4. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur zu Jahresbeginn

Wie trage ich diese Daten ein?

Hier sind einige Beispiele, wie Du diese Daten von den Agentur-Webseiten auslesen kannst. Du musst hier keine Login-Daten eingeben, damit der Rechner funktioniert. Stattdessen gehst Du einfach wie gewohnt in den Mitgliedsbereich Deiner Bildagenturen und suchst dort nach den passenden Daten.

istockphoto

  1. Bisherige Verkäufe im Jahr: Logge Dich ein, klicke oben links auf Deinen Benutzernamen und dann auf den Tab “Statistik” (wie im Bild unten markiert). Dort gibt es im Bereich “Monat” ein Feld namens “Downloads”, was so was anzeigt wie: “2009: XXXX Downloads”. XXXX ist die Zahl, die Du in den Rechner eingibst.
  2. Bisherige Einnahmen im Jahr: Genau über der Zahl mit den Downloads steht der Betrag, den Du bisher im Jahr verdient hast. Das sieht so aus: “2009: $XXXX,XX royalties”. XXXX ist das, was Du im Rechner eingibst.
  3. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur: Oben rechts unter dem Wort “Portfolio” steht: “Dateien: XXXX”. Diese Zahl gibst Du ein.
  4. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur zu Jahresbeginn: Die Zahl ist etwas komplizierter zu finden. Gehe in den Bereich “Meine Uploads” und sortiere Deine Fotos nach “Upload”. Dann gehe die Seiten durch, bis Du das erste Bild des Jahres mit einem Datum dieses Jahres findest. Nun musst Du alle Dateien zählen, die Du davor hochgeladen hattest. Du kannst Dir das vereinfachen, indem Du nur die Seiten zählst und mit 20 multiplizierst und die Bilder der Seite addierst, auf der der Jahreswechsel sichtbar ist. Das ist dann die gesuchte Zahl. Profi-Fotografen brauchen diese Zahl sowieso öfter, deswegen schreibe sie Dir ruhig für später auf.

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Fotolia

  1. Bisherige Verkäufe im Jahr: Logge Dich ein, klicke auf “Dateien” und dann auf das Tab “Statistik” (wie im Bild unten markiert). Wähle bei Zeitraum “Alle” und bei Intervall “Jährlich”. Als Information wählst Du “Wieviele meiner Werke wurden heruntergeladen?” und klickst dann auf “Statistik anzeigen”. Das Ergebnis trägst Du in den Rechner ein.
  2. Bisherige Einnahmen im Jahr: Ändere die Information zu “” und trage das Ergebnis in den Rechner ein.
  3. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur: In der linken Mitgliedskonto-Spalte steht “Portfolio” und dahinter eine Zahl. Die kommt wieder in den Rechner.
  4. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur zu Jahresbeginn: Das ist wieder schwierig. Klicke im Dateien-Bereich auf “Uploads” und sortiere die Bilder nach “Datum” und zähle, wie viele Bilder Du bis Jahresbeginn hochgeladen hast. Du kannst wieder Zeit sparen, indem Du die Seitenzahl mit der Zahl der angezeigten Bilder multiplizierst. Achte darauf, dass die Funktion “Gelöschte Dateien einblenden” deaktiviert ist.

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Shutterstock

  1. Bisherige Verkäufe im Jahr: Logge Dich ein, klicke oben auf “Statistiken” (wie im Bild unten markiert) und addiere die Summe unten links (welche die Anzahl der Downloads im Monat anzeigt) für alle Monate dieses Jahres.
  2. Bisherige Einnahmen im Jahr: Mache das gleiche für die Einnahmen, nur das Du die Summe unten rechts (welche die monatlichen Gesamteinnahmen zeigt) addierst. Es gibt noch eine andere Methode, beide Zahlen zu bekommen: Klicke unten auf “Tabellenkalkulation Ihrer Verdienste herunterladen” und gebe als Startdatum den 01.01. diesen Jahres ein und als Enddatum das heutige Datum (ähnlich wie im Bild unten gezeigt). In der Excel-Tabelle, die dann erstellt wird, ist die erste Zahl in der untersten Zeile die Anzahl der bisherigen Verkäufe im Jahr und die letzte Zahl in der untersten Spalte die bisherigen Einnahmen in diesem Jahr.
  3. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur: Klicke in der oberen Spalte auf “Home” und unter “Bildstatistiken” steht rechts neben “Bilder in der Galerie:”, wie viele Bilder Du online hast.
  4. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur zu Jahresbeginn: Klicke unten auf der Account-Seite auf “Status der eingereichten Fotos” und dann auf den Tab “Genehmigte Fotos”. Dann zähle wieder, wie viele Bilder bis zum Anfang des Jahres freigeschaltet wurden. Ich weiß, es ist frustrierend, deswegen zähle einmal und schreibe Dir die Nummer auf.

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Dreamstime

  1. Bisherige Verkäufe im Jahr: Logge Dich ein und klicke auf “Verwaltungsbereich” und dann auf “Statistiken” (wie im Bild unten markiert). In der Spalte “Einkommen/Sales” addiere die Zahlen für jeden Monat in diesem Jahr.
  2. Bisherige Einnahmen im Jahr: Ebenfalls auf der Statistik-Seite addiere die Werte bei Einkommen/Ertrag für jeden Monat diesen Jahres. Du kannst Dir das Zählen erleichtern, indem Du oben bei Archive” auf “Quarterly” klickst und nur die Quartalszahlen addieren musst. Du kannst Du auch alle Zahlen als Excel-Tabelle ausgeben lassen mit der Funktion “Download Excel Archives” und dann Excel das Zählen übernehmen lassen.
  3. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur: Ganz oben rechts im Bereich “Konto Statistik” steht “Uplaods: XXXX”. Das ist die benötigte Zahl.
  4. Anzahl Deiner Bilder in der Agentur zu Jahresbeginn: Klicke im Verwaltungsbereich auf “Online Dateien” und sortiere sie nach “Hochgeladen am” und zähle wieder, wie viele Bilder vor Jahresanfang Du hochgeladen hast. Du kannst wieder Zeit sparen, indem Du die Anzahl der verbleibenden Seiten mit 20 (Anzahl der angezeigten Bilder) multiplizierst.

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Was bedeuten die Ergebnisse?

Vorausgesetzt, Du hast die Daten richtig eingetragen, gibt der Stockfotografie-Verdienst-Rechner diese Informationen aus:

Downloads pro Bild/Jahr: Prognose, wie viele Downloads pro Bild Du in diesem Jahr erzielen wirst. Diese Zahl berücksichtigt Dein Portfolio-Wachstum und kommende Downloads im Jahr.
Gewinn pro Bild/Jahr: Diese Nummer ist auch als RPI (Return per Image) bekannt und zeigt an, wie viel Geld Du pro Bild in der Agentur in diesem Jahr verdient hast. Das Portfolio-Wachstum wird wieder berücksichtigt.
Gesamteinnahmen dieses Jahr: Prognose, wie viel Geld Du gesamt dieses Jahr bei dieser Agentur verdienen wirst.
Gewinn pro Download: Dieser RTD (Return per Download) zeigt an, wie viel Geld Du bisher pro Download erhalten hast.
Einnahmen im nächsten Jahr mit den heutigen Bildern: Das ist eine Prognose, wie viel Du nächstes Jahr verdienen würdest, wenn Du keine neuen Bilder hochlädst.

Anzahl der Bilder bis Jahresende mit Portfolio-Wachstumsrate: Diese Zahl zeigt an, wie viele Bilder Du bis Jahresende bei der Agentur haben kannst, wenn Du mit dem gleichen Tempo wie bisher hochlädst.
Anzahl der Bilder bis Ende nächsten Jahres mit Portfolio-Wachstumsrate: Diese Zahl zeigt an, wie viele Bilder Du bis Ende des nächsten Jahres bei der Agentur haben kannst, wenn Du mit dem gleichen Tempo wie bisher hochlädst.
Einnahmen im nächsten Jahr mit Portfolio-Wachstumsrate: Prognose, wie viel Du das gesamte nächste Jahr verdienen wirst, wenn Du wie bisher Bilder hochlädst.

Unten beim Rechner stehen die Gesamtergebnisse für alle Agenturen kombiniert. Stelle sicher, dass Du immer eventuell verschiedene Währungen berücksichtigst, sonst addiert der Rechner einfach verschiedene Währungen und erzeugt falsche Ergebnisse. Bei der nächsten Frage steht, wie verschiedene Währungen eingetragen werden können.

Unter dem Strich erzeugt der Rechner seine Ergebnisse basierend auf Deinen bisherigen Einnahmen und Verkäufen und dem Wachstum Deines Portfolios. Aber die Formeln sind keine Hexerei und sie berücksichten NICHT Faktoren wie Vergrößerung oder Verkleinerung von Marktanteilen einer Bildagentur, höhere prozentuale Beteiligungen nach einer bestimmten Summe von Verkäufen oder Einnahmen und so weiter.

Wie benutze ich die Währung-Funktion?

Standardmäßig werden die Ergebnisse in der gleichen Währung ausgegeben wie sie eingegeben werden. Einige Agenturen zahlen ihre Mitglieder jedoch in verschiedenen Währungen aus (zum Beispiel überweist mir istockphoto US-Dollar, Fotolia aber Euro). Deswegen ist es möglich, auf “andere Währung” zu klicken und einen Wechselkurs einzugeben, damit die Ergebnisse wieder vergleichbar werden.

Ein Beispiel: Wenn Dich alle Agenturen in US-Dollar bezahlen, aber eine Agentur Dir Euro überweist und der Umrechnungskurs beträgt 1 Euro = 1,48 USD, dann gibst Du die 1,48 als “Umrechnungskurs” ein und erhältst die Ergebnisse in US-Dollar. So sind die Gesamteinnahmen am Ende des Rechner wieder in der gleichen Währung.

Kann ich meine Daten speichern und laden?

Der Rechner funktioniert, ohne dass Du Dich einloggen musst. Aber wenn Du Deine Zahlen für eine spätere Verwendung speichern wilst, kannst Du oben auf “Login und Daten laden” klicken und einen Benutzernamen Deiner Wahl eingeben. Dann kannst Du Deine Daten speichern und wieder laden, bis Du auf “Ausloggen” klickst. Warnung: Die Daten werden nur lokal auf Deinem Computer mit einem Cookie gespeichert, das Löschen des Cookies löscht also auch Deine Daten.

Sind meine privaten Daten sicher?

Na klar. Ich kann keine Deiner Zahlen sehen, die Du in den Rechner eingibst oder die als Ergebnis angezeigt werden. Alle Berechnungen werden auf Deinem Computer vorgenommen und wenn Du die Login-Funktion nutzt, werden alle Informationen nur in einem Cookie auf Deinem Computer gespeichert. Ich habe keinen Zugriff auf diese Informationen! Wenn Du Deine Daten löschen willst, leere einfach alle Felder und klicke auf “Speichern” oder lösche den Cookie manuell aus Deinem Browser-Cache.

Warum gibt es dieses Tool?

Ich bin selbst ein professioneller Stockfotograf und hatte diese Idee schon vor einer Weile. Ich berechne die genannten Daten (und viele andere) in einer Excel-Tabelle für mein Geschäft und ich möchte diese Möglichkeit mit anderen Foto-Kollegen teilen. Der von mir hoch respektierte Stockfotograf Yuri Arcurs hat selbst ein ähnliches Tool online, welches meiner Meinung noch nach einige Funktionen vermissen lässt. So berechnet es nur die Einnahmen bis zum Monatsende und berücksichtigt nicht das Portfolio-Wachstum. Der “Nachteil” meines Rechners hingegen ist, dass er im Vergleich zu Yuris Rechner vier mal so viele Daten erfordert, um arbeiten zu können.

Ideen? Vorschläge? Brauchst Du Hilfe?

Wenn Du Vorschläge oder Ideen hast, wie der Verdienst-Rechner besser oder genauer gemacht werden könnte, kannst Du gerne einen Kommentar schreiben oder mir eine Email schicken. Ich versuche, so gut wie möglich zu antworten und den Rechner zu verbessern, aber denke daran, dass ich vor allem Fotoproduzent und kein Programmierer bin und der Rechner nur ein Nebenprodukt meiner Arbeit ist. Deswegen auch noch mal ein großes Danke an Ralf Baumbach, ein befreundeter Programmierer, der mir schnell und unkompliziert geholfen hat, meine Idee technisch umzusetzen.

Wenn Du mehr über Stockfotografie lernen willst, kannst Du weiter in meinem Blog “Alltag eines Fotoproduzenten” stöbern.

Wenn Du eine weitere Übersetzung für den Rechner beitragen willst, kannst Du Dich ebenfalls gerne bei mir melden.

Haftungsausschluss

Ich habe mir größte Mühe gegeben, die Ergebnisse so akkurat wie möglich werden zu lassen. Trotzdem übernehme ich keine Garantie für die Richtigkeit der Ergebnisse des Rechners und hafte nicht für eventuelle Schäden, die aus der Nutzung resultieren könnten.
Micros

Bildagenturen

Welche Bildgrößen kaufen Abo-Kunden, wenn es keine Abos gibt?

Ich gebe zu, es ist eine hypothetische Frage. Welche Bildgrößen würden Bildkäufer nehmen, wenn sie kein Abonnement  hätten, mit dem sie automatisch die volle Bildgröße runterladen können?

Ich habe mal versucht, es trotzdem zu testen.

Nachdem die Bildagentur Fotolia Anfang Juli angekündigt hatte, dass statt der üblichen L-Größe gegen einen Aufpreis Abo-Kunden auch die XL-Versionen eines Fotos runterladen dürfen, habe ich alle meine exklusiven Fotos für das Abonnement deaktiviert. Nun habe ich mal per Hand bei einer Fotosession mit 50 Fotos gezählt, welche Bildgrößen wie oft in den drei Monaten vor und nach der Deaktivierung gekauft wurden.

Hier ist das grafisch aufbereitete Ergebnis:

dl-vergleich-fotolia

Gezeigt werden die Downloads pro Tag einer einzigen Fotosession mit 50 Bildern, die ich exklusiv bei Fotolia anbiete, sortiert nach Bildgröße. Rot ist der Zeitraum vom 10.04.2009 bis 06.07.2009, da sind die Fotos im Abonnement verfügbar gewesen. Blau ist der Zeitraum danach, vom 07.07.2009 bis 18.09.2009, wo das Abo-Modell deaktiviert war. Ich habe nicht die absoluten Downloadzahlen benutzt, sondern die Downloads pro Tag, da beide Zeiträume nicht identisch lang waren und das Ergebnis sonst verzehrt worden wäre. Ein anderer Faktor, der das Ergebnis trotzdem verzehren kann ist die Urlaubszeit im gemessenen Zeitraum. Das betrifft jedoch nur den Vergleich des roten und blauen Zeitraums, aber nicht das Verhältnis der Balken einer Farbe untereinander.

Da der Balken der Abo-Downloads selbst ungefähr zehn Mal so hoch war wie der rote XS-Balken, habe ich das mal außen vor gelassen, da sonst die Unterschiede der anderen Balken kaum noch zu erkennen gewesen wären. Zur Information: Im gemessenen Abo-Zeitraum waren von der Foto-Session 76% Abo-Downloads, der Rest normale Downloads, die sich wie oben verteilen.

Oben kann ich nun deutlich sehen, was die Bildkäufer gekauft haben, als die Fotos plötzlich nicht mehr im Abo erhältlich waren. Sie haben vor allem mehr L-Lizenzen gekauft und etwas mehr S-Lizenzen. Wer jetzt aber denkt, dass ich nun mehr verdient hätte, täuscht sich. Denn die 76% Abo-Downloads fallen ja komplett weg und können nicht durch die im Vergleich gering gestiegenen L-Lizenzen kompensiert werden. Aber andere Faktoren können eine Rollen spielen. Zum Beispiel habe ich im gemessenen Zeitraum ohne die Abos mehr Bilder hochgeladen und die Kunden könnten andere Motive bevorzugt haben. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass Leute mit einem Abo dann eben andere Bilder nehmen, die weiterhin im Abo verfügbar sind. Ich habe das gemerkt, da ich nach der Deaktivierung der exklusiven Fotos mehr Abo-Downloads bei meinen nichtexklusiven Fotos verzeichnen konnte.

Genau gemessen habe ich das aber nicht. Deshalb habe ich nun meine exklusiven Dateien wieder für das Abo-Modell freigegeben. In ca. drei Monaten werde ich noch mal zählen und sehen, ob meine Vermutung richtig war.

Wozu dieser Aufwand? Wer langfristig in der Stockfotografie erfolgreich sein will, muss darauf achten, profitabel zu sein. Dazu gehört nicht nur, die besten Bilder zu machen, sondern sie auch auf den besten Wegen anzubieten. Soll ich meine Bilder als Abo-Downloads anbieten? Oder verdiene ich mehr, wenn ich darauf verzichte? Solche Fragen kann ich – zumindest versuchsweise – mit obigen Tests beantworten.

Leider bin ich kein Statistiker und in Mathe nie die große Leuchte gewesen, sonst würde ich bestimmt noch viel tollere und zuverlässigere Modelle basteln können. Falls unter meinen Lesern ein Mathematiker ist, dem Statistik leichter fällt als mir und der Lust auf einige Rechenspiele hat, der kann sich gerne bei mir melden.

Was mich noch wundert, ist die Tatsache, dass im Abo-Zeitraum fast doppelt so viele XS-Lizenzen gekauft wurden als im “ohne Abo”-Zeitraum. Woran könnte das liegen? Das muss ja nicht unbedingt mit dem Abonnements zu tun haben, aber dafür finde ich es zu auffällig. Wer eine Idee hat, kann sie gerne als Kommentar posten.

Business

Nationale Vorlieben von Bildkäufern

Viele wissen, dass bei der Microstock-Bildagentur Fotolia die bestverkauftesten 50 Bilder angezeigt werden können, sortiert nach den Zeiträumen “heute, Woche, Monat, seit Beginn”. Deutlich sichtbar wird so, dass zum einen Gruppen oder Familien sehr beliebt sind, wie diese beiden Fotos:

© pressmaster - Fotolia.com

© pressmaster - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

Aber auch 3D-Grafiken mit Konzeptmotiven verkaufen sich wie geschnitten Brot. Bestes Beispiel ist Ioannes Kounadeas, dessen anonyme Männchen bestimmt jeder schon mal gesehen hat:

© ioannis kounadeas - Fotolia.com

© ioannis kounadeas - Fotolia.com

Weniger bekannt ist, dass diese Bestseller auch nach den elf länderspezifischen Seiten der Agentur (plus die EU) sortiert werden können. Das ermöglicht, zu erkennen, welche Bildvorlieben die Käufer in verschiedenen Ländern haben.

Ich habe mal einige Auffälligkeiten zusammengetragen.

USA:

Hier überwiegen zum einen die Business- und Konzeptmotive. Dazu zählen wieder die Männchen von Kounadeas (siehe oben) und auch solche Motive:

© Robert Mizerek - Fotolia.com

© Robert Mizerek - Fotolia.com

Das Foto ist ein gutes Beispiel, wie lokale Besonderheiten die Verkäuflichkeit eines Motivs bestimmen können. Da die Straßenschilder eindeutig erkennbar den US-Standards nachempfunden sind, ist das Foto dort der Renner, auf allen anderen Länderseiten von Fotolia zählt das Foto jedoch nicht zu den bestverkauftesten. In dem Fall ist es dem Produzenten bei trotzdem über 700 Downloads sicher egal, aber es zeigt, was eine Rolle spielen kann.

UK:

Generell ähneln die Bestseller in der UK denen in den USA. Viel Business, noch mehr von Kounadeas’ Männchen. Aber auch hier gibt es das eine regionale Top-Foto, was in anderen Ländern weniger gut läuft:

© Joe Gough - Fotolia.com

© Joe Gough - Fotolia.com

Der Grund liegt wieder in den typischen Eigenheiten des Landes. Diese Art der Bebauung ist dort am verbreitetsten, das Foto entstand auch in Großbritannien und dort wird es dann benutzt. Für Reiseführer ist es nicht spannend genug, aber für Broschüren von Immobilienmaklern oder zur Illustration von Artikeln über die Immobilienkrise ist das Foto ideal.

Deutschland:

Deutschland wird alt. Bei keinem der anderen Länder sind Seniorenfotos in den Top 50. Auf der deutschen Seite jedoch gibt es gleich drei Fotos von alten Menschen, zum Beispiel diese beiden:

© absolut - Fotolia.com

© absolut - Fotolia.com

Auch stilisierte Öko-Fotos von total unberührter Natur sind hier häufiger zu finden. Das Foto wurde über 1200 mal runtergeladen, aber vor allem in Deutschland:

© Hubert Körner - Fotolia.com

© Hubert Körner - Fotolia.com

Spanien:

Was für eine Überraschung: Das Land im Süden Europas ist das einzige, welches eine Südfrucht als Topseller präsentiert. Diese Orange findet sich bei den anderen Ländern nicht in der Liste:

© volff - Fotolia.com

© volff - Fotolia.com

Woran das liegt? Wahrscheinlich benutzen viele Orangen-Anbauer so ein Foto für ihre Werbebroschüren und Webseiten, mit denen sie ihre Früchte an Großhändler oder Endkunden verkaufen.

Frankreich:

Das inoffizielle Motto des Landes “Laissez Faire” (Machen lassen) spiegel sich in der Beliebtheit der Bilder wieder. Gefragt sind in Frankreich sehr ruhige, grüne Fotos, aber auch meditative, ja zen-artige Fotos wie dieses:

© Maceo - Fotolia.com

© Maceo - Fotolia.com

Italien:

Achtung, Klischees! Woran denkst Du beim Wort “Italien”? Richtig! Gutes Essen. Darum sind auch diese beiden Fotos in Italien so beliebt, die auf keiner der anderen Länder-Top-Listen erscheinen:

© wilderness - Fotolia.com

© wilderness - Fotolia.com

© Tomo Jesenicnik - Fotolia.com

© Tomo Jesenicnik - Fotolia.com

Viele verschiedene Lebensmittel, liebevoll arrangiert, üppig und appetitlich fotografiert. Ich frage mich, wie viele Restaurants dort mit diesen Fotos werben?

Portugal:

Bei Portugal gibt es drei Motive, die sich sehr gut verkaufen: Gesunde Lebensmittel, das heißt, solche Fotos wie bei Italien, nur mit Obst und Gemüse, große Menschengruppen und Wellness/Strand-Motive. Letzteres hängt sicher mit der örtlichen Tourismus-Industrie zusammen. Ihr wißt schon: Den ganzen Tag am Strand liegen und sich danach massieren lassen.

© Dash - Fotolia.com

© Dash - Fotolia.com

Polen:

Noch mehr als die Portugiesen lieben die Polen große Menschenansammlungen. Keine Ahnung, warum:

© Kurhan - Fotolia.com

© Kurhan - Fotolia.com

Ebenfalls beliebt sind eher konservative Vektoren-Ornamente.

Brasilien:

In Brasilien sind strahlende Zahnreihen in lachenden Mündern und Gesichter von brünetten Frauen der Renner. Gleich fünf Fotos davon finden sich hier in den Top 50. Fast alle davon tauchen auf den anderen Länderseiten nicht auf:

© T.Tulic - Fotolia.com

© T.Tulic - Fotolia.com

Ob das was mit dem Karneval in Rio zu tun hat? Noch eine Kuriosität am Rande: Auch ein Brötchen- und Bambusfoto laufen hier besser als anderswo.

Japan:

Nun gut, es ist keine Überraschung, dass in Japan eher japanisch aussehende Frauen verkauft werden. Die vielen Blumenbilder sind jedoch nicht ganz so naheliegend.

© chinatiger - Fotolia.com

© chinatiger - Fotolia.com

Ganz befremdlich hingegen finde ich die fliegende Kuh, die in Japan der Hit ist. Hat da jemand eine Erklärung? Gibt es einen populären Manga damit?

China:

Wer nach Japan denkt, er wüsste, was nun kommt, hat sich getäuscht. Fotos von Chinesen finden sich nicht in der chinesischen Top-Verkaufsliste. Dafür ein Foto von Menschen beim Oktoberfest. Außerdem Geschenke, Schleifen, Schoko-Täfelchen. Und Schuhe. Viele Schuhe:

© Anna Golubeva - Fotolia.com

© Anna Golubeva - Fotolia.com

Außerdem ist der Öko-Gedanke stark ausgeprägt. Es gibt viele Fotos von Weltkugeln und grünen Konzepten in der Liste. Oder eine Kombination aus beidem:

© lapie - Fotolia.com

© lapie - Fotolia.com

EU:

Yep, Europa wächst zusammen und heraus kommt ein bürokratisches Ungetüm. Fotolia hat im Zuge des Erstarkens des Europäischen Parlaments eine eigene “Landing-Page” für die Europäer erstellt. Und was kaufen die? Fast nur Kounadeas’ Männchen:

© ioannis kounadeas - Fotolia.com

© ioannis kounadeas - Fotolia.com

Oder notfalls andere Business-Konzepte. Diese anonymen 3D-Figuren haben den großen Vorteil, dass sich keine europäische Nation benachteiligt fühlen kann, wie es bei zu hellen oder zu dunklen Hautfarben der Fall wäre. So gesehen schon clever.

Was für regionale Unterschiede habt ihr feststellen können?

Business

Bilderklau im Internet – Strafen oder sein lassen?

Vor paar Tagen bekam ich in meinem Blog einen Kommentar von einem anderen Robert, der mir einen Link schickte zu einer Community-Webseite, auf der ein Foto von mir zu finden war (Danke noch mal!). Den Namen nenne ich nicht, aber so sah das aus. Klein unten rechts stand sogar noch mein Name als Wasserzeichen, mit dem ich meine Bilder markiere. Ich behaupte nicht, dass es ein Diebstahl-”Schutz” wäre, aber immerhin erleichtert es mir zu sehen, ob dieses Foto über eine Agentur gekauft wurde oder einfach unberechtigterweise das Vorschaubild aus meiner Fotogalerie kopiert wurde. Genau aus diesem Grund nutze ich Wasserzeichen.

2009 Fotonutzung

Die Seite funktioniert so, dass angemeldete Mitglieder Gruppen gründen können und bei anderen Gruppen Mitglied werden können, um zu chatten und so weiter. Die Gruppengründerin scheint eine 18jährige zu sein, die das Foto zur Illustration gewählt hat. Ehrt mich ja. Ist aber illegal.

Nun hatte ich die Wahl: Anwalt einschalten lassen und den mir zustehenden Schadensersatz fordern oder locker bleiben?

Ich entschied mich für letztere Variante. Das bedeutete, dass ich im Impressum nach einer Telefonnummer gesucht habe, um das schnell zu klären. Ging keiner ran. Deshalb schrieb ich diese Mal an den Support:

“Guten Tag,

auf ihrer Webseite [Link zur Seite] wird momentan oben ein Foto benutzt (Rothaarige Frau zerbricht Zigarette). Ich bin der Urheber dieses Fotos (siehe Copyright-Vermerk unten rechts im Bild) und der Nutzung auf Ihrer Webseite habe ich nicht zugestimmt.

Ich fordere sie deshalb auf, das Foto innerhalb von drei Tagen zu entfernen oder bei Interesse das Foto von mir für diese Nutzung lizenzieren zu lassen. Andernfalls werde ich die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben müssen.

Vielen Dank im Voraus,
Robert Kneschke”

Innerhalb von 24 Stunden bekam ich eine Antwort von einer Supportmitarbeiterin, dass die Nutzerin informiert und das Bild gelöscht wurde. Damit hat sich die Sache für mich erledigt.

Ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Anwalt etwas Geld aus der Sache hätte ziehen können. Ich wollte das aber aus mehreren Gründen nicht. Zum einen wären die Anwaltskosten bestimmt zehnmal so hoch wie die Lizenzgebühr gewesen. Die hätte ich zwar nicht zahlen müssen, dafür aber die Userin, die danach garantiert kein Bild klauen würde. Aber es bestünde auch keine Möglichkeit mehr, sie als neue Kundin zu gewinnen. In meiner Mail bot ich selbst eine Lizenzierung an. Sicher wird das Angebot nicht angenommen werden, aber dieser – relativ harmlose – Klapps auf die Finger lässt zumindest mich und vielleicht auch die Branche netter aussehen als ein offizielles Anwaltsschreiben.

Ein weiterer Grund war die Art der Nutzung. Es ist ein Gruppenprofil, die Gründerin verdient damit kein Geld und hat es nicht mal vor. Es ist ein Hobby. Spaß. Da wollte ich nicht reingrätschen. Wäre das Foto als Werbung für ein Produkt benutzt worden, hätte ich mich sicher für den Weg mit Anwalt entschieden. Auch eine Gruppe, die mich oder das Model in schlechtem Licht hätte dastehen lassen, hätte andere Konsequenzen gehabt.

Aber ich finde, manchmal sind die einfachen Lösungen die besten. Oder was meint ihr? Habt ihr ähnliche Situationen erlebt? Wie waren Eure Reaktionen?

Bildagenturen

Verkaufszahlen der Flickr Collection bei Getty Images

Letzten Freitag lud Getty Images einige Journalisten zu einem Roundtable ein, um über die Flickr Collection zu informieren.

Das Meiste war mir schon bekannt, immerhin ist die Collection seit März 2009 online. Trotzdem gab es einige Info-Splitter, die es zu melden lohnt. Dazu gehören auch Verkaufszahlen. Laut Susanne Merbold, Senior Marketing Manager bei Getty Images, sind zur Zeit ca. 38.000 Flickr-Fotos von ca. 5.000 Fotografen aus ca. 100 Ländern in der Kollektion. In den knapp sechs Monaten wurden schon über 5.000 Fotos verkauft, davon allein ca. 430 Bilder in Deutschland.

Thorsten Kraska/Flickr/Getty Images

Thorsten Kraska/Flickr/Getty Images

Ebenfalls eingeladen war der Flickr-Fotograf Thorsten Kraska, der appetitliche Food-Fotos macht und bei Getty 43 seiner Flickr-Bilder online hat. Er erzählte, dass er in vier Monaten schon acht Verkäufe gehabt habe. Das macht zwei pro Monat. Trotz einiger Nachfragen gab es von Getty leider keine Zahlen zu den durchschnittlichen Verkaufspreisen. Aber bei einer konservativen Schätzung von durchschnittlich 30 Euro Fotografenanteil pro Verkauf ergäbe das einen RPI (Return per Image) von knapp 17 Euro im Euro. Das ist nicht schlecht.

Falls ihr schon Flickr-Fotos gekauft oder über Getty verkauft habt: Wie sind Eure Erfahrungen bisher?

Bildagenturen

Getty Images senkt Bildpreise

Wenn die weltweit führende Bildagentur Getty Images etwas an ihrer Preisstruktur ändert, ist das schon eine Meldung wert.

Die Bildagentur selbst spricht natürlich nicht von einer Preissenkung, sondern von einem “neuen Angebot für die Nutzung von Web & Mobile-Bildern“. Dabei hat sie es im September 2007 schon vorgemacht: Damals wurde ein neues Web-Angebot eingeführt, bei dem Web-Bilder (413 Pixel/500 KB) nur 49 Euro kosteten. Getty Images zufolge hat eine interne Analyse der Kauftrends gezeigt, dass Kunden, deren Ersteinkauf ein 49-Euro-Bild ist, später mehr als doppelt so viel ausgeben wie andere Kunden.

88576194 Dracorubio Images/Flickr/Getty Images

88576194 Dracorubio Images/Flickr/Getty Images

Das soll nun wiederholt werden, indem die Formate noch mal ebenso wie die Preise schrumpfen. Die Spanne reicht von 5 Euro für lizenzfreie Bilder und 15 Euro für lizenzpflichtige Bilder mit 170 Pixel/56 KB oder 15 Euro für lizenzfreie und 35 Euro für lizenzpflichtige Bilder mit 280 Pixeln. Bei den lizenzpflichtigen Bildern ist die Nutzungsdauer auf drei Monate beschränkt.

Damit sind die Bilder sogar günstiger als die kleinsten Größen der neuen Vetta-Kollektion von istockphoto oder der Infinite Collection von Fotolia, wobei deren kleinste Größen jedoch eher der Web-Größe bei Getty Images entsprechen.

Nun sind wir an dem Punkt angekommen, an dem sich die Preise der Microstock-Agenturen teilweise mit denen der Macrostock-Agenturen überschneiden. Wird Macro das neue Micro? Oder umgekehrt?

Business

Neid und Konkurrenz zwischen den drei Bildermärkten RM, RF und Microstock

Vor einigen Tagen bekam ich wieder eine Mail eines Berufsfotografen. Ohne sich vorzustellen, fragte er mich direkt, wieso ich meine Bilder als Microstock anbieten würde. Damit würde ich das Einkommen vieler Fotografen zerstören. Ich antwortete höflich und er erwiderte mit Zahlen, wie viel ich pro Bild und Jahr bei Macrostock-Agenturen und Verkäufen nach der MfM-Tabelle machen könne. Ich rechnete kurz nach und merkte, dass ich bei seinen Umsätzen auch im Microstock-Bereich mithalten konnte.

Zwei Fäuste

Das ließ mich vermuten, dass der betreffende Fotograf den Vorwurf erhob, ohne selbst konkrete Zahlen zum Microstock-Geschäft zu haben. Genau das war auch der Grund, warum ich vor über einem Jahr selbst begonnen hatte, einige Fotosessions über Microstock-Bildagenturen zu verkaufen. Da ich auch genug RM und Macro-RF-Bilder anbiete, hatte ich nach einer Weile gute Vergleichszahlen. Einen Teil davon habe ich im Blog auch schon veröffentlicht. Dort kamen in den Kommentaren übrigens auch gleich wieder obige Vorwürfe auf. Für mich und meine Art der Fotografie jedoch lohnt sich Microstock.

Macro vs. Micro

Vor einer Weile bekriegten sich Fotografen über das bestehende RM-Lizenzmodell und die damals neu entstehenden RF-Bildangebote. Jetzt ist die Verbitterung zwischen “traditionellen” Fotografen und Microstock-Produzenten noch stärker, da der einzige Unterschied im Geschäftsmodell mittlerweile nur der Preis ist. Macro-Fotografen merken Umsatzrückgänge und beschuldigen die Microstocker, statt sich in das neue Geschäftsmodell einzuarbeiten und es verstehen zu lernen.

Microstock-Agenturen haben mittlerweile so viele Kunden, dass sie ein aktiver und weiterhin wachsender Bereich der Stockfotografie sind. Microstock wird nicht so schnell wieder verschwinden, wie es viele am Anfang gehofft haben. Die Territorialkämpfe sind sinnlos geworden, der Markt ist abgesteckt und gesichert. Wer nicht über den Zaun kommt, bleibt auf der anderen Seite stehen und schimpft. Die anderen nehmen teil und verdienen mit.

Micro vs. Macro

Doch auch andersrum gibt es Gezetter am Preisgrenzenzzaun. Microstock-Fotografen waren anfangs meist Amateure, deren Wissen und Technik mit der Zeit besser wurde. Jetzt kommen aber die offeneren und experimentierfreudigen Profi-Fotografen aus der Macro-RF-Liga und beginnen, ihr Können im Microstock-Bereich zu zeigen. Durch eigene Studios, besseren Zugang zu Models und viel Ausrüstung wachsen deren Portfolios oft schneller und mit durchschnittlich besser verkäuflichen Bildern an. Das ängstigt die Hobby-Fotografen, die sich ebenfalls bedroht fühlen durch das Anheben der Messlatte.

Macro + Micro

Ich bin jedoch sicher, dass alle drei Modelle nebeneinander existieren können. Die Prozentanteile werden sich bestimmt verschieben. Aber wenn Fotografen lernen, ihren RF, RM und Microstock-Bereich nicht als in sich geschlossenen Markt, sondern als Teil eines großen Bildermarktes zu sehen, an dem alle teilnehmen können, können wir unsere Energie bestimmt darauf verwenden, den Markt zu stärken und nicht uns selbst zu schwächen.

Vor paar Wochen hatte der Fotograf Jonathan Ross im Blog “Microstock Diaries” einen sehr ähnlichen Artikel geschrieben, der mir aus dem Herzen spricht und den ich zum Lesen empfehle.

Welche Erfahrungen habt ihr beim Umgang von Macro- und Microstock-Fotografen miteinander gemacht? Seht ihr das ähnlich wie ich oder nicht?

Bildagenturen

Antworte dem Fotograf: Erste Bildagentur-Erfahrungen

Seit einem halben Jahr beantworte ich in meiner Blog-Rubrik “Frag den Fotograf” Fragen meiner Leserinnen und Leser. Umso mehr freut es mich, dass ich letzte Woche die erste Antwort bekommen habe von der Fotografin, mit der ich die Rubrik gestartet hatte. Sie bat mich hier um Hilfe bei der Agentursuche. Meine Tipps haben geholfen und ich möchte Ihre Mail mit Euch teilen.

“Vielleicht erinnern Sie sich? Am 15.01. haben Sie in Ihrem Blog meine Frage nach bestmöglicher Vermarktung von Tier- und Kinderfotos veroeffentlicht (RM oder RF)? Hier meine Zwischenbilanz und was ich aus den hilfreichen Anregungen für mich so “gezogen” habe:

Die Tierfotos gehen fast ausschliesslich an eine spezielle Tierfotoagentur. Dort habe ich auf Anhieb auch gleich einige wirklich gute Verkäufe (Kalenderbilder) erzielen koennen. Zur Zeit halte ich es so, dass ich mir beim Shooting gegen Preisnachlass eine Freigabe unterzeichnen lasse und die Fotos direkt beim Sichten auswähle und auf den Server der Agentur lade. So landen die Fotos zeitnah dort und der “Stock” wächst und wächst :-) Diese Agentur vermarktet RM.

Meine Kinderfotos zeigen entweder meine Kinder oder ich mache inzwischen Shootings direkt für den “Verkauf” mit entsprechender Freigabe gegen Fotos (TfP).  Diese gehen überwiegend in den Microstock-Bereich, wobei sich dies momentan noch auf 2-3 Agenturen beschränkt, da ich zeitlich mehr nicht schaffe. Ich bin ja selbst noch im Babyjahr und mit zwei Kleinkindern “eigentlich” voll ausgelastet.

Interessant finde ich den anscheinend sehr unterschiedlichen Geschmack des deutschen und des amerikanischen Marktes:

In “good old germany” verkaufen sich  – zumindest ich – eher “natürliche” Fotos, wobei es in Amerika gerne schon mal ein wenig “kitschig” sein darf. Hier ein Foto, das sich in Deutschland wirklich gut verkauft:

2009-sam-0328-007
Das gleiche Foto hat bei einer amerikanischen Agentur noch “nix” gebracht. Hier ein Foto, das wiederum in Amerika gut geht, in Deutschland aber ein Ladenhüter ist:

2009-sam-0328-093

Am Model kann es nicht liegen, ist nämlich das gleiche, mein süsser  Samuel :-)

Erstaunlich ist auch, das eine grosse amerikanische Agentur Fotos ablehnte, die sich hier schon definitiv “gut” verkauft haben. Die Geschmäcker scheinen zumindest bei der Baby-/Kinderfotografie doch sehr unterschiedlich zu sein.

Sobald meine Zeit es zulässt, plane ich eine regelmässige Belieferung der einzelnen Agenturen in folgender Aufteilung:

Baby-/Kinderfotos – Microstock bzw. Macrostock (niemals jedoch aus dem gleichen Shooting gemischt!)
Tierfotografie – spezielle Tierfotoagentur als RM
Szenen des täglichen Familienlebens (davon gibt es hier ja mit zwei Kindern und zwei Hunden genug) – Microstock”

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit den Unterschieden des deutschen und us-amerikanischen Marktes machen können?