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Frage von Photography Q & A – Selbstvermarktung für Fotografen

Vor über zwei Jahren habe ich hier im Blog das Buch „Photography Q&A“ von Zach Arias vorgestellt und meine Leser aufgefordert, mir ebenfalls Fragen in den Kommentaren zu stellen. Zwei dieser Fragen wollte ich dann im Blog beantworten.

Die erste Frage, welche Blitze ich benutze, habe ich vor langer Zeit hier beantwortet.

Kompass-V04-wide-selbstvermarktung_kleinHeute ist nun die zweite Frage an der Reihe, die sich rund um das Thema „Selbstvermarktung“ dreht. Genau genommen haben mehrere Leser ähnliche Fragen gestellt, welche das Thema „Selbstvermarktung“ mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgreifen.

Hier die Fragen:

„Vorweg erstmal: interessanter Blog, ich bin gerade “drübergestolpert”.
Daraus ergibt sich auch meine Frage:
Wie wichtig sind diese Standbeine für Fotografen? Ich kenne kaum einen Fotografen, der “nur” Bilder anbietet. Es werden Blogs betrieben, Workshops oder Coachings angeboten, Bücher geschrieben. Alles sehr zeitaufwändige Tätigkeiten. Sind diese Aspekte überlebenswichtig geworden als Fotograf? Oder stellen diese Bereiche einfach einen netten Nebenverdienst dar, der auch noch Spaß macht? Gruß, Johannes“

„Meine Frage: Wie wichtig ist Facebook-Marketing für dich und akquirierst du auch größere Kunden über deine Facebookseite? Vielen Dank! Justus“

„Womit lässt sich deiner Meinung nach besser/eher Geld verdienen? Mit einem erfolgreichen Blog oder mit Stockfotos?“

„Hallo Robert,
meine Frage bezieht sich auf das eigene “Branding”, also wie stellt man es an, seine eigene “Marke” als Fotograf bekannter zu machen. Und welche Methoden/Mittel bieten sich an? Als Einzelkämpfer (ohne Angestellte) ist das ein Faktor, der neben der eigentlichen Arbeit oft zu kurz kommt. Wie machst du dir einen Namen bzw. wir hast du es geschafft, den “Robert Kneschke” bekannt zu machen? Spielt in der Stockfotografie beispielsweise die Menge der Fotos, die man in Agenturen platziert hat, eine entscheidende Rolle? Sprich: ab wann sucht jemand in der Agentur oder einer Suchmaschine gezielt nach deinem Namen, um Fotos von dir angezeigt zu bekommen? Und einen eigenen “Bildstil” zu entwickeln, um sich von der Masse abzuheben, wird nach meiner Einschätzung immer schwieriger. Ist es vor allem und zuerst ein Blog, das Aufmerksamkeit erregt? Ist es das Kommentieren bei anderen, sind es Facebook & Co? Viele Grüße, Nora“

Damit ihr meine Antwort richtig einordnen könnte, möchte ich betonen, dass ich nur von der Stockfotografie lebe und keine Aufträge annehme. Das heißt, viele der Marketing-Maßnahmen, die ich für unnötig halte, mögen für einen Auftragsfotografen überlebenswichtig sein und andersrum.

Im Gegensatz zu einigen meiner Fotografie-Kollegen sind meine Aktivitäten neben der Kamera eher gering. Ich betreibe zwar seit ca. acht Jahren gerne diesen Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ und im Laufe der Jahre sind meine beiden Sachbücher „Stockfotografie“* und „Die Arbeit mit Models“* hinzugekommen. Vorträge und Seminare gebe ich jedoch nur selten, vielleicht zwei bis vier Mal im Jahr (das nächste Mal übrigens wieder auf der Photokina 2016).

Aber ganz nüchtern betrachtet: Ich könnte locker auf die wenigen Einnahmen der Bücher, vom Blog und den Vorträgen verzichten und damit vielleicht sogar mehr verdienen, weil ich in der freien Zeit mehr Stockfotos produzieren würde.

Andere Kollegen haben hingegen bergeweise Workshops, DVDs und Seminare im Angebot, veröffentlichen deutlich mehr Artikel in ihren Blogs und ihren Social-Media-Kanälen und so weiter. Der Unterschied ist jedoch: Diese Leute leben eben hauptsächlich davon, diese Produkte sind ein wichtiger, wenn nicht der größte, Teil ihrer Einnahmequellen. Vielleicht könnte man diese Leute korrekter als „Foto-Trainer“ statt als „Fotografen“ bezeichnen. Das mag seine Berechtigung haben, ist aber als Unterscheidung wichtig, weil die Zielgruppe eine andere ist. Wer sich als Fotograf selbst vermarkten will, muss „Kunden“ für Aufträge erreichen. Wer als „Foto-Trainer“ unterwegs sein will, sucht andere Fotografen als Kunden. Ein gutes Beispiel ist Calvin Hollywood, der sich öffentlich immer öfter als Foto-Coach statt als Bildbearbeiter darstellt.

In diese „Falle“ bin ich selbst anfangs getappt: Die ursprüngliche Idee zu meinem Blog war, mich bei mehr Bildkäufern bekannt zu machen. Da ich aber von Foto-Themen mehr Ahnung habe als vom Verkauf, interessieren sich vor allem andere Fotografen, aber nicht so sehr Bildkäufer für diese Themen im Blog.

Damit ist mein Blog nicht so sehr ein Marketing-Instrument, welches mehr Bildkäufe bringt, sondern ein Hilfsmittel, um mich bei Kollegen und Agenturmitarbeitern bekannter zu machen, welche dann mit mir Informationen und ähnliches austauschen. Das ist nützlich, aber schwer in „mehr „Umsatz“ zu messen.

Ein Blog von einem Fotografen, den ich gerne verfolge, und der sich konsequent an potentielle Kunden richtet, ist der vom Kollegen Till Erdmenger.

Ähnliches gilt für die Facebook-Präsenz: Während Kollegen wie Matthias Schwaighofer mindestens mehrere Postings täglich absetzen, sind es bei mir alle paar Tage einer. Auch hier gilt wieder: Ich muss keine Aufträge an Land ziehen, weil ich das sowieso nicht anbiete. Natürlich kann es passieren, dass ein Fotograf, der meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgt, ebenfalls Grafikdesign für andere Kunden macht und dabei mal einige meiner Stockfotos kauft, weil er mich durch meine Veröffentlichungen immer im Hinterkopf hat. Ich vermute jedoch dass dieser Effekt zu vernachlässigen ist. Die meisten Kunden bei Bildagenturen brauchen ein bestimmtes Motiv und suchen dieses, indem sie Suchbegriffe bei den Agenturen eintippen.

Je spezieller jedoch die Nische, die ein Fotograf bedient, desto eher können sich Social-Media-Kanäle oder Blogs lohnen, um sich als Experte für dieses Gebiet profilieren zu können.

Natürlich ist es möglich, mit einem Blog mehr Geld zu verdienen als mi Stockfotos, sei es durch Werbung, Ebooks, Affiliate-Marketing oder andere Methoden, aber das erfordert grundsätzlich andere Fähigkeiten als welche, die nötig sind, um mit Stockfotos erfolgreich zu sein.

Ein „Branding“ ist im Bereich der Stockfotografie deutlich weniger nötig als in anderen Bereichen. Ich weiß, dass einige Branchengrößen sehr erfolgreich bei Bildagenturen sind, über die in der Öffentlichkeit fast nichts bekannt ist. „Africa Studio“*, „Ioannis Kounadeas“* oder „Gina Sanders“* sind nur einige Beispiele. Während Auftragsfotografen gerne wegen ihres „eigenen Stils“ gebucht werden, sind Stockfotografen Lieferanten für Mainstream-Looks, die sich naturgemäß weniger stark voneinander abheben oder teilweise sogar kopieren.

Viele Tipps für erfolgreiches Fotografen-Marketing bietet übrigens mein Kollege Michael Omori Kirchner an.

Wie wichtig ist das Selbstmarketing für euch?
Was funktioniert am besten für euren Bereich?

* Affiliate

iStock kürzt Fotografenhonorare (mal wieder)

Ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Artikel (schon wieder) schreiben müsste, aber anscheinend doch. Schon vor einigen Wochen wurde gemutmaßt, dass die Verhinderung von Bildlöschungen dazu dient, eine Honorarsenkung anzukünden.

Gestern gab es diese Rundmail von Getty Images an die iStock-Kontributoren mit – ich zitiere – „positiven Neuigkeiten“.

2014_luisa_012_0671Ich will an dieser Stelle nicht so ins Detail gehen, dass könnt ihr selbst in der Rundmail nachlesen. Fakt ist: Bisher bekamen nicht-exklusive Fotografen 15-19% Kommission, nun sind es nur noch 15%.

Ja, richtig gelesen. Eine Honorarkürzung von bis zu 20% (wenn man zum Beispiel von 19 auf 15% Umsatzbeteiligung fällt), gilt anscheinend als gute Sache.

Freuen können sich eventuell Videografen und Illustratoren, die nun 20% erhalten. Damit es nach alter iStock-Manie schön kompliziert bleibt, gibt obiges nur für Credit-Sales und für Abo-Verkäufe gelten andere Regeln. Neue Regel: Schöpft ein Käufer sein Abo voll aus, bekommt der Fotograf 2 Cent. In Worten: Zwei US-Cent!

Schöpft der Kunde sein Abo nur zu 20% aus, erhält der Fotograf zum Beispiel 17 Cent (laut dieser Rechnung von Michael Zwahlen). Zum Vergleich: Selbst wenn ein Käufer bei Shutterstock sein Abo voll ausschöpfen würde, erhält der Fotograf dort mindestens 25 Cent bis zu 38 Cent.

Ich will nicht weiter auf Details der Rundmail eingehen, sondern einen anderen Aspekt betonen.

Gestern gab es tatsächlich einige Fotografen, die iStock verteidigt haben, mit der Begründung, dass sie vom Umsatz her an dritter Stelle (nach Shutterstock und Fotolia) stehen würden.

Vor fünf Jahren jedoch stand iStock bei den meisten Fotografen noch unangefochten auf dem ersten Platz. Außerdem setzt iStock damit wieder mal eine Signalwirkung: „Seht her, die Fotografen geben sich auch mit 15% zufrieden“.

Wieso sollten andere Agenturen teilweise mehr als das Doppelte an Fotografen auszahlen, wenn diese Deppen (sorry) mit der Hälfte zufrieden sind?

Und jetzt kommt die große Rechnung:
Schaut euch mal eure eigenen Umsätze an und probiert folgendes aus. Wenn Shutterstock und Fotolia eure Umsätze eigenmächtig um 20% kürzen würden, wäre das der Betrag, den euch iStock im gleichen Monat auszahlen würde (ggf. mit der obigen Reduzierung eingerechnet)?

Ich kenne etliche Fotografen, bei denen das der Fall wäre (zum Beispiel hier bei Bernd). Muss ich aussprechen, was das bedeuten würde? Kannibalisierung.

Dann denkt noch kurz daran, wie viel Arbeitszeit ihr braucht, um Bilder zu Shutterstock oder Fotolia hochzuladen und wie lange es bei iStock dauert.

Was mir schwer in den Kopf geht: Warum? Entweder ist iStock nicht in der Lage, mit mehr als 80% Umsatzanteil der Credit-Sales profitabel zu arbeiten (während Agenturen wie Zoonar das mit 20-30% schaffen).

Oder…
Ach, solche unfeinen Gedanken mag ich gar nicht niederschreiben.

Übrigens: Wer als iStock-Exklusivfotograf mit dem Gedanken spielt, diese Exklusivität zu beenden, aber Probleme mit dem Export seiner Keywords hat, findet hier Abhilfe.

Was sagt ihr zur gestrigen iStock-Rundmail?

Warum gute Stockfotos immer auch Klischees sind

Es ist so leicht, sich über Stockfotos lustig zu machen: Der Handschlag zwischen zwei dynamischen Geschäftsleuten, die glücklichen Eltern mit ihren beiden lachenden Kindern auf dem Rücken oder der kleine Goldfisch, der aus dem einen runden Aquarium in das andere springt.

2014_tanja_ralf_business_054_0175_kleinJeder kennt diese Bilder, bunte Farben, weich belichtet, schöne Models, keine Sorgen. Die Frage, die sich vielen anscheinend unweigerlich stellt, ist, warum es immer genau diese Fotos sein müssen, um wirklich alles Mögliche zu bebildern?

Könnten die Fotografen nicht etwas kreativer sein und sich andere Konzepte, Zeichen und Symbole ausdenken, damit danach auch die Grafiker und Werber abwechslungsreicheres Bildmaterial zur Auswahl haben? Stattdessen gibt es den immer gleichen Einheitsbrei aus gebleichten Zähnen, reiner Haut und Wohlfühlwelten.

Dabei ist die Frage ganz falsch gestellt. Zumindest aus Sicht eines erfolgreichen Stockfotografen.

Machen wir uns doch nichts vor: Bei über 100 Millionen billigen Stockfotos zur Auswahl gibt es genug Motive abseits des Mainstream, mit denen Grafiker auch abgefahrenere Ideen illustrieren könnten.

Ich behaupte: Die meisten sind nur zu faul zum Suchen. Oder zu geizig. Denn neben den billigen Microstockagenturen gibt es ja immer noch die Macrostockagenturen mit ganz anderen Bildsprachen und deutlich weniger häufig verwendeten Bildern. Selbst die Microstock-Agenturen haben mit Kollektionen wie Offset oder Adobe Premium viele Edel-Bilder mit einem ganz anderen Look im Angebot. Nur kosten diese eben auch mehr.

Das Geld ist hier der springende Punkt. Für Fotografen lohnen sich Stockfotos umso mehr, je häufiger sich die Bilder eines Shootings verkaufen. Damit die Voraussetzungen dafür gegeben sind, versuchen sie, die Bilder so universell wie möglich zu halten, damit sie unabhängig von Sprachbarrieren, Ländergrenzen oder Kulturen funktionieren.

Die Stockfotografie-Klischees, über die sich Leute gerne lustig machen, funktionieren eben nur, weil die Stockfotografen ihre Arbeit gut gemacht haben. Nur universelle Verwendungsmöglichkeiten bringen höchstmögliche Verkäufe, die wiederum als Nebeneffekt eine gewisse Sättigung eintreten lassen, sodass Designer irgendwann genervt sind, das nächste „Frau mit Headset im Callcenter„, Rebecca Ariane  Givens oder „Frau isst Salat„-Motiv zu sehen.

Das gleiche gilt übrigens für das Argument der „Langeweile“. Erfolgreiche Stockfotos sind oft langweilig, weil „aufregend“ oder „spannend“ polarisieren kann, was wiederum bedeutet: Kunden abschrecken kann.

Das eine geht nicht ohne das andere. Wenn ein Motiv oder eine bestimmte Bildsprache so überzeugt, dass sich ganz viele Kunden darauf stürzen, wird dieses Motiv oder dieser Look irgendwann zum Klischee werden. Bis dahin wird sich das Motiv blendend verkaufen und die Stockfotografen von ihrer Arbeit leben können.

Wenn ein Grafiker partout etwas „ganz Anderes“ oder im wörtlichen Sinne „noch nie Dagewesenes“ verwenden will, muss er eben in den sauren Apfel beißen und etwas mehr Geld ausgeben, zum Beispiel, indem er einen kreativen Fotografen beauftragt.

Über zehn Jahre Microstock haben bei Designern die Erwartungshaltung geweckt, dass sich technisch perfekte Motive mit tollen Models und passenden Requisiten schnell für wenige Euro finden lassen. Dieses System funktioniert aber nur, wenn die Designer gleichzeitig verstehen, dass der Preis für diese Schnäppchen eben eine weitere Verbreitung der immer gleichen klischeehaften Motive ist. Denn es liegt auf der Hand: Ein aufwändiges Shooting kostet deutlich mehr als die 2-3 Euro, die ein Bild in Webauflösung kostet. Da müssen schon viele Verkäufe zusammenkommen, um die Kosten wieder reinzuholen.

Ich habe kein Problem, dass ich meine Bilder unter dem Herstellungspreis verkaufe, solange sich genug Verkäufe summieren. Dann sollten sich Designer jedoch mit Spot über die häufige Verbreitung der Bestseller-Motive zurückhalten. Oder einfach mehr bezahlen.

Was meint ihr?

Neues von der Photokina 2016: VR, 3D, 360° und mehr

Nachdem ich für euch stundenlang aufmerksam durch die Hallen der Photokina getigert bin, um spannende Produktneuheiten zu entdecken, möchte ich euch meine Funde vorstellen, damit ihr noch vor dem Ende der Messe gegebenenfalls selbst bei den Ständen vorbeischauen könnt, die euch interessieren.

Auffällig viele Neuheiten gab es bei den Themenbereichen Virtual Reality und 360°-Fotos und -Videos. Es gab auch einige Drohnen-Anbieter etc., aber da ich davon keine Ahnung habe, kann ich dazu leider wenig sagen.

photokina_2016_img_5265Als die „Kamera mit der höchsten Auflösung“ für 360°-Fotos (108 MP) wurde die Panono-Kamera (Halle 9, A023) beworben, die wie ein runder Ball mit vielen Löchern aussieht und für knapp 1500 Euro erhältlich ist. Die Berechnung der Panoramen erfolgt cloudbasiert über den Server der Firma, genauere Angaben zum Datenschutz konnte der Stand-Mitarbeiter außer „die Bilder sieht keiner“ leider nicht machen.

Sogar 360°-Videos (und -Fotos) hingegen kann die Vuze-Kamera, (Halle 9, B014) welche damit wirbt, besonders klein und bedienungsfreundlich zu sein. Macht auf jeden Fall einen guten Eindruck.

Besonders für das 360°-Live-Streaming geeignet sein soll die Orah-Kamera 4i (Halle 9, B033), welche ab Ende des Jahres für ca. 3600 USD verfügbar sein soll.

Als 360°-Action-Cam vermarktet sich die Aleta-Kamera (Halle 9, C037a).

Einen anderen Weg geht die Firma Freedom360 (Halle 9, A050), welche verschiedene Mounts und Stative anbietet, mit denen entweder 6 GoPro-Kameras für 360°-Aufnahmen passend angeordnet werden können und damit bis zu 8K-Videos möglich sind. Oder es gibt Mounts mit modifizierten GoPro-Kameras mit offenen Ports, die für Live-Streaming gedacht sind. Für die neue GoPro Hero 5 werden die Gehäuse bald angepasst.

Neue GoPro? Ja, die GoPro Hero 5 (Halle 9, A020) ist ebenfalls ohne extra Gehäuse bis zu 10 Metern wasserdicht, kann RAW-Fotos, sowie Wide-Dynamic-Range-Videos aufnehmen, hat eine eingebaute Bildstabilisierung und kann Sprachkommandos in sieben Sprachen verstehen.

Um die ganzen 360°-Aufnahmen sinnvoll nutzen zu können, bietet Pano2VR (Halle 9, A050) die Möglichkeit, aus dem Material interaktive 360°-Touren zu machen.

sharealike (Halle 9, Stand B050) verspricht hingegen, aus normalen 2d-Fotos, eine 3D-Slideshow zu erstellen für Virtual Reality-Geräte, indem die Bilder über ein VR-Video montiert werden.

Für Unterwasseraufnahmen ist die Marina Grade X2 Action-Kamera von Intova (Halle 9, B032) gedacht, welche ein wasserdichtes Gehäuse und im Gegensatz zur GoPro zusätzlich ein 150 Lumen-Licht gleich mit eingebaut hat. Kostenpunkt ca. 349 USD.

Eine simple, mechanische 3-Achsen-Stabilisierung bietet der solidLUUV (Halle 9, B050) Stabilisator für 249 Euro, zusätzlich gibt es mit dem Action Gimbal für 299 Euro noch den leichtesten Gimbal auf dem Markt. Zusammen können beide zum „ultraLUUV ACTION“ kombiniert werden.

Etwas spielerischer ist der Adapter Kúla (Halle 5.2, F020), welcher bei einer DSLR vor das Objektiv gehalten wird, um stereoskopische Bilder zu erzeugen. Kostenpunk ca. 179 USD. Ein Adapter für Smartphones ist in Arbeit.

Produktfotografen interessiert vielleicht das foldio360 (Halle 9, B050), ein kleiner Drehtisch mit integriertem Licht für ca. 139 USD, welcher in Kombination mit einem Smartphone 360°-Bilder aufnehmen kann. Die perfekte Ergänzung ist das Foldio2 für ca. 75 USD, ein kleines, leichtes faltbares Studio mit ebenfalls integriertem Licht.

Wer gerne „Tethered Shooting“ macht, also seine Kamera kabelgebunden fernauslöst, sollte sich das Programm „Kuuvik Capture 2“ mal anschauen, welches zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten von Schärfekontrolle, Focus Pulling, Hilfslinien und Live-View für mehrere Kameras gleichzeitig. Aktuell ist die Software leider nur für den Mac ab OS X 10.10 oder höher erhältlich.

Wer hingegen seine Kamera lieber mit dem Smartphone steuert, findet vielleicht Unleashed von foolography (Halle 4.1, G039) spannend. Das ist eine DSLR-Fernsteuerung für Smartphones mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.

Beeindruckt hat mich auch das LensTrue-System (Halle 2.1, B031) von Jobo. Damit ist eine automatische Perspektivkorrektur möglich, ohne besondere Objektive und sogar ein virtueller Perspektivwechsel. Die Bildqualität soll besser als mit Tilt-Shift-Objektiven sein und im Gegensatz zur automatischen Entzerrung mittels Software keine senkrechten Linien enthalten.

Eine Möglichkeit, ein Bild über mehrere Leinwände hinweg („Multi Canvas“) bequem online zu bestellen, bietet Sunpics von Adigitalbook (Halle 9, Stand C040). Leider ist das System noch nicht für Endkunden zugänglich.

Die meisten Fotografen werden zwei Kameras zu Hause haben und eventuell einen Beamer zu Hause haben. 3Digify (Halle 9, Stand B050) macht darauf einen 3D-Scanner, welcher OBJ-Dateien inklusive Maps (Normal, Textur, Displacement) erzeugt. Kostenpunkt sind 10 Euro pro exportiertem Modell oder eine Jahreslizenz von 5000 Euro für unbegrenzte Exporte.

Kennt ihr von früher diese „Wackelbilder“, zum Beispiel auf Linealen? Diese Technik nennt sich Lenticular und auf der Photokina findet ihr in Halle 9, Stand E036 die Firma Zenith, welche euch mit den nötigen Materialen, Geräten und der Software versorgt, um selbst solche Bilder mit 3D-Effekt zu erstellen.

Wer oft Probleme mit Bilderklau hat, kann bei den beiden Firmen PhotoClaim oder LaPixa (beide Halle 9, B050) vorbeischauen, welche versprechen, Urheberrechtsverletzungen im Auftrag von Fotografen zu ahnden. Leider wackeln die Versprechen schnell, wenn es konkret wird, zum Beispiel bei Ländern wie Italien oder Microstock-Motiven.

Viele verschiedene Retusche-Services bietet die Firma Purple Key (Halle 4.1, C019) aus London an. Das Auslagern einiger solcher Arbeiten kann vor allem für Stockfotografen ganz interessant sein.

Welche Neuigkeiten haben euch auf der photokina am meisten fasziniert?