Kategorie-Archiv: Bildbearbeitung

Ist die neue Foto-App Prisma sicher und stocktauglich?

In letzter Zeit hat eine neue Foto-App den vordersten Platz in den App-Stores belegt (zumindest in der Kategorie „Foto und Video“).

Die Rede ist von der App Prisma, welche über 30 künstlerische Effekte bzw. Filter im Stil klassischer Kunstwerke zur Verfügung stellt, die über ein Foto gelegt werden können. Sie gibt es für iOs und für Android.

Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.
Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.

In den letzten Tagen häuften sich die Meldungen über problematische Nutzungsbedingungen der App, deshalb habe ich sie mir im Detail durchgelesen.

Besonders bitter ist mir folgender Satz aufgestoßen:

„[,,,] you hereby grant to Prisma a non-exclusive, fully paid and
royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you stylize on or through the Service […]“

Das heißt sinngemäß übersetzt:
Jedes Bild, was ein Nutzer in die Prisma-App reinlädt, darf Prisma ohne jegliche Einschränkung verkaufen! Punkt.

1452_prisma
Prisma auf Platz eins der iOS-Download-Charts im Bereich kostenlose „Foto und Video“-Apps

Das ist umso gefährlicher, weil die App nur mit aktiver Internetverbindung funktioniert und alle Bilder, welche von der App bearbeitet werden soll, auf die Server der russischen App gespeichert werden. Probiert es aus: Im Flugmodus verweigert die App ihren Dienst.

In der Vergangenheit war es aber oft so, dass neue Apps oder Unternehmen sich diese Art von sehr weitreichenden Nutzungsbedingungen gegeben haben und erst nach Protesten zurückgerudert sind.

Deshalb habe ich dem Prisa-Gründer und Chef Alexey Moiseenkov eine Email auf englisch geschickt mit zwei Fragen:

„1. Ist es erlaubt, die fertigen Ergebnisse aus der Prisma-App für kommerzielle Zwecke zu nutzen?

2. Wie ist der [oben zitierte] Satz zu verstehen: Darf Prisma die Ergebnisse selbst verkaufen?“

Auf den ersten Satz habe ich am 11. Juli 2016 folgende Antwort erhalten:

„You can use it how you decide but mention our app.“

Das heißt sinngemäß: Mach, was Du willst, aber nenne dabei die App. Was wiederum so von mir nicht in den ursprünglichen Nutzungsbedingungen zu finden war. Das hat sich aber eh erledigt, weil seit dem Update 2.2 der App jetzt unten rechts der Name der App eingeblendet ist (siehe Beispiele oben) und dieser auch nicht entfernt werden darf, wenn ich die „Terms of Use“ (Stand 22.072016) richtig lese:

„You will not remove, alter or conceal any copyright, trademark, service mark or other proprietary rights notices incorporated in or accompanying the Prisma Content and you will not reproduce, modify, adapt, prepare derivative works based on, perform, display, publish, distribute, transmit, broadcast, sell, license or otherwise exploit the Prisma Content.“

Die Antwort auf die zweite Frage blieb mir der Entwickler jedoch leider schuldig. Auch auf eine Nachfrage meinerseits habe ich seit zehn Tagen keine weitere Antwort erhalten.

Das macht mich vorsichtig und ich rate jedem, der die App für mehr als Schnappschüsse von Blumen oder Sonnenuntergängen nutzen will, sehr vorsichtig zu sein.

Seid euch bewußt: Alle Bilder, die ihr mit der App bearbeitet landen auf einem Server und laut den Nutzungsbedingungen übertragt ihr Prisma alle Rechte an den Bildern, die Prisma braucht, um sie verkaufen, weiterzulizenzieren oder anderweitig nutzen zu können.

Wie sieht ihr die Nutzungsbedingungen und die Effekte der Prisma-App?

Neue Funktionen in der Creative Cloud und Premium-Kollektion in Adobe Stock

Gestern am 21. Juni 2016 hat Adobe das neue Update für die Creative Cloud vorgestellt.

Für viele Programme wie Adobe Photoshop, Illustrator, After Effects, Premiere und so weiter gibt es einige teils sehr interessante Neuerungen.

Schauen wir uns zuerst das an, was Stockfotografen am meisten interessieren könnte: Adobe Stock.

Adobe Stock

Hier wurde eine neue Kollektion eingeführt, die „Adobe Stock Premium Collection„. Sie besteht anfangs aus knapp 100.000 handverlesenen Bildern, ähnlich wie bei der „Infinite“-Collection von Fotolia.

Ein Teil der neuen Premium-Collection von Adobe Stock.
Ein Teil der neuen Premium-Collection von Adobe Stock (Klicken zum Vergrößern)

Es gibt einige Überschneidungen, aber der größte Teil soll neues Material sein. Auch der Preis orientiert sich an den Preisstufen von Infinite: Ein Bild kostet entweder 99 Euro, 249,99 Euro oder gar 499 Euro.

Dafür gibt es auch die „Plus-Lizenz„, was im Grunde die übliche Standardlizenz ist, nur ohne die Auflagenbeschränkung auf 500.000 Kopien.

Außerdem wird der Kaufvorgang für „Adobe Stock“-Bilder vereinfacht. Der Kauf soll jetzt „mit einem Klick“ erfolgen können.

Auch für die Anbieter gibt es eine Vorschau auf Neues: Ab Juli sollen der Upload zu Adobe Stock direkt aus Lightroom, Bridge und den mobilen Apps Photoshop Fix und Photoshop Mix möglich sein.

Außerdem wird das Anbieter-Portal komplett überarbeitet. Mit dabei: Eine intelligente Auto-Tagging-Möglichkeit, die Zeit sparen soll bei der Verschlagwortung.

Adobe Photoshop

Jetzt kommt ein Höhepunkt für Portrait-Fotografen: Der „Verflüssigen“-Filter hat eine automatische Gesichtserkennung. Das klingt banal, spart aber in der Praxis unheimlich viel Arbeit? Die Augen sollen größer? Die Nase kleiner? Der Kopf runder? Die Lippen voller? Das Kinn flacher? All das (und einiges mehr) ist nun buchstäblich mit einem Schieberegler einstellbar.

Ich habe testweise alle Regler fast bis zum Anschlag gedreht, um in wenigen Sekunden diese Karikatur von einem Portrait zu erstellen:

Dunkles Portrait von einem Geschäftsmann

Ein weiteres, dezenteres Beispiel findet ihr hier auf meiner Facebook-Seite.

Ihr kennt das Problem: Wenn ihr ein Bild dreht, um es zum Beispiel gerade auszurichten, müssen die leeren Ecken von Hand gefüllt werden. Jetzt nicht mehr, denn die „Inhaltsbasiert Freistellen„-Funktion erledigt das für euch mit.

Mit der Funktion „Passende Schrift finden“ kann nun Text in einem Bild markiert werden und Photoshop sucht möglichst ähnliche Fonts aus der Bibliothek aus.

An vielen Stellen ist Photoshop auch schneller geworden, zum Beispiel bei der Schriftdarstellung, dem Öffnen von Dokumenten sowie dem inhaltsbasierten Füllen.

Alle Änderungen und Verbesserungen von Photoshop findet ihr in dieser Liste.

Adobe Illustrator

Die wohl wichtigste Neuerung für Illustrator ist, dass jetzt beim Export mit einem Klick auf Wunsch in mehrere verschiedene Größen gleichzeitig exportiert werden kann.

Andere Programme

Für Adobe After Effects gibt es den Character Animator Preview 4, der das Rigging von Figuren für die Animation deutlich vereinfacht.

Außerdem können animierte Texte und Formen in editierbare Cinema 4D-Dateien exportiert werden, um dort weiter verarbeitet werden zu können.

Adobe Premiere Pro CC bekommt einige Funktionen für einen verbesserten Workflow für VR-Videos spendiert.

Die Benutzeroberfläche von Dreamweaver wurde komplett neu gestaltet und erlaubt jetzt auch dunkle Hintergründe.

Die Photoshop Sketch App kann nun mit Ebenen umgehen.

Sehr nett ist das neue Feature der Adobe Capture App, mit dem halbautomatisch nahtlose Muster aus Fotos generiert werden können.

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Welche Features findet ihr am spannendsten?
Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Meine Capture One Arbeitsfläche für den Stockfotografie-Workflow

Zur Konvertierung meiner RAW-Dateien nutze ich die Software Capture One.

Es ginge sicher auch mit Lightroom, DxO Optics oder einem anderen Programm. Früher habe ich meine Bilder mittels Camera RAW von Adobe konvertiert, aber wegen eines alten Tipps von Yuri Arcurs vor vielen Jahren für bessere Hauttöne bin ich auf Capture One umgestiegen.

Klciken für große Ansicht
Klicken für große Ansicht

Ein Adobe-Mitarbeiter meinte zwar kürzlich zu mir, Camera RAW habe deutlich aufgeholt, was die Verarbeitung von Hauttönen anginge, aber ich sehe aktuell keinen Grund, meinen Workflow in dieser Beziehung zu ändern.

Einer der Gründe dafür ist, dass Capture One es mir erlaubt, die Werkzeuge und meine Arbeitsfläche individuell anordnen zu können, um meinem Workflow so weit wie möglich entgegenzukommen.

Heute möchte ich euch zeigen, wie genau (und warum) ich meine Capture One-Oberfläche angeordnet habe. Vielleicht nehmt ihr ja den einen oder anderen Tipp mit.

Als positiver Nebeneffekt habe ich dann selbst alle Settings parat, sollte ich mal eine Neuinstallation durchführen müssen. Capture One erlaubt leider keinen Export der eigenen Arbeitsfläche.

Ich nutze aktuell Capture One Pro 8.3. Es gibt zwar schon Version 9, aber will da nicht jede Version mitmachen und bezahlen.

Meine Capture One Pro-Oberfläche

Oben links seht ihr zwei Leisten mit Icons. Die zweite versucht von links nach rechts, den Fotografen-Workflow von der Aufnahme über Korrekturen bis hin zum Export abzubilden. In jedem dieser Menüs kann man sich Werkzeuge selbst legen. Ich bevorzuge, meine Werkzeuge alle in einem Tab zu sammeln, um nicht zwischen den verschiedenen Menüs wechseln zu müssen.

In der linken Spalte seht ihr meine Werkzeuge, die ich so eingestellt habe, dass ich sie üblicherweise von oben nach unten „durcharbeiten“ kann:

  1. Weißabgleich
    Ohne einen korrekten Weißabgleich geht nix. Ich fotografiere in der Regel mit einer Graukarte und im Studio muss ich den Wert für die ganze Serie nur einmal anpassen, aber on location kann es passieren, dass sich die Lichtverhältnisse ändern. Oder ich will einen speziellen Look erzielen, kühler für Business-Fotos, wärmer für Familienbilder und kann das hier gezielt steuern.
  2. Belichtung
    Capture One erlaubt es, je nach Kamera Standards einzustellen, die voreingestellt werden. Hier habe ich immer mehr Helligkeit, Kontrast und Sättigung gewählt, weil das dem Microstock-Stil am ehesten entspricht. Im Studio bleibt die Belichtung meist konstant, bei Aufnahmen unterwegs passe ich die öfter an.
  3. HDR
    Diese Funktion habe ich so noch nicht bei Lightroom gefunden und ich vermisse sie jedes Mal schmerzlich, wenn ich doch mal Lightroom für eine RAW-Konvertierung bemühe. Vermutlich funktionieren die Regler ähnlich wie die Lichter/Tiefen-Regler in Lightroom, aber gefühlt sehe ich andere Resultate.Die Spitzlichter ziehe ich in der Regel auf mindestens 20, je nach Stärke von überstrahlten Bereich bis zu 55, die Schatten helle ich meist nur dezent zwischen 0-6 auf.
  4. Tonwerte
    Meist benutze ich die Tonwertanzeige als Histogramm, also zur Kontrolle, wie sich die Tonwerte durch Anpassung der Helligkeit oder Belichtung (siehe 2) verändern.
    Der Vorteil der Tonwerte gegenüber einem normalen Histogramm, wie es Capture One ebenfalls im Repertoire hätte, ist, dass ich es direkt „anfassen“ und verschieben kann. Oft setze ich manuell den Schwarzpunkt, indem ich links die Linie so weit verschiebe, bis sie an den Ausschlag stößt, weil durch die helligkeitsbetonte Entwicklung für Microstock die Bilder sonst schnell „ausgewaschen“ aussehen.
  5. Klarheit
    Standardmäßig auf 10 bei mir eingestellt für den gewissen „Kick“. Das ist eine Glaubensfrage unter Fotografen. Macht es, wie ihr wollt.
  6. Rauschreduzierung, Moiré, Farbsäume
    Ab diesem Punkt kommen drei Werkzeuge, die ich in der Regel nicht anfasse. Nur wenn ich bei einem Bild an Grenzen stoße und sichtbare Bildfehler händisch reduzieren muss, kommen diese Regler zum Einsatz.
  7. Schärfewerkzeug
    Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ein Foto scharf genug ist, klicke ich kurz auf die Augen im großen Vorschau-Bild und sehe den Bereich hier in der 100%-Darstellung. Ebenfalls nützlich an dieser Stelle die „Schärfemaske“, welches das erste Werkzeug in der oberen rechte Leiste ist und anzeigt, welche Bereiche scharf abgebildet sind.
  8. Objektivkorrektur
    Hier kann ich mich in der Regel auf die Expertise von Capture One verlassen. Meine Objektive werden alle erkannt und ich kann Chromatische Abberation, Verzeichnung, Schärfeabfall und Helligkeitsabfall für alle Bilder einer Serie korrigieren. Nur die Helligkeit lasse ich bei 80% statt 100%, weil eine minimale, kaum wahrnehmbare Vignettierung in meinen Augen natürlicher wirkt.

Mit den Pfeilen in der oberen rechten Leiste kann ich die Anpassungen von einem Bild kopieren und auf eins oder mehrere andere Bilder übertragen. Ich kann auch auswählen, ob ich alle Anpassungen oder nur bestimmte kopieren möchte.

Üblicherweise wähle ich einige „Schlüssel-Bilder“, die stellvertretend für eine bestimmte Aufnahmesituation stehen, also zum Beispiel durch Objektivwechsel, Ortswechsel oder Lichtwechsel entstanden und kopiere diese Anpassungen dann auf den Rest der ähnlichen Bilder.

Zum Schluss klicke ich oben links auf das große Zahnrad, um alle Bilder zusammen zu entwickeln und als 16Bit-TIFF-Bilder im gleichen Ordner abzuspeichern, damit ich mit Photoshop die Bildretusche (Logos und Pickel entfernen, Augen und Zähne aufhellen etc.) vornehmen kann. Hier ein Beispiel-Video dazu.

Wie sieht eure Arbeitsfläche bei Capture One aus?
Und warum?

Geldscheine in Adobe Photoshop öffnen und bearbeiten?

Jedes Mal das gleiche Problem: Sobald auf einem meiner Stockfotos Geldscheine groß genug zu sehen sind, weigert sich Adobe Photoshop, die Dateien zu öffnen.

Die berühmt-berüchtigte Fehlermeldung sieht so aus:

adobe photoshop banknoten fehlermeldungDabei fotografiere ich nicht mal flach Geldscheine mit beiden Seiten direkt von oben, um sie mit einem High-Tech-Drucker ausdrucken zu können, sondern ich möchte Grafikdesignern und Werbetreibenden die Möglichkeit bieten, mit Fotos von Geldscheinen Werbung zu machen.

So sehen zum Beispiel zwei Fotos aus, je einmal mit Euroscheinen und Dollarnoten, die Photoshop für zu riskant hält, wenn sie in 21 Megapixel fotografiert wurden:

Zwei Hände halten einen Fächer aus Geldscheinen in Euro
Zwei Hände halten einen Fächer aus Geldscheinen in Euro
Zwei Hände halten Dollar Geld hoch als Fächer
Zwei Hände halten Dollar als Fächer

Im Internet gibt es wie so oft viele verschiedene Lösungsvorschläge. Leider sind die meisten davon veraltet und funktionieren deshalb nicht mehr: Imageready wurde eingestellt, auch das Einfügen aus der Zwischenablage geht nicht mehr.

Deshalb hier die aktuellen Lösungsvorschläge:

Möglichkeit 1:
Parallel Photoshop CS2 installieren. Das ist die letzte Version, bei der die Sperre noch nicht aktiv ist. Aber das bringt leider bei mir immer Probleme mit der korrekten Dateitypzuordnung von Fotos, was auf Dauer noch nerviger ist als das Umgehen der Banknoten-Sperre.

Möglichkeit 2:
Gimp oder Paint verwenden. Echt. Habe ich schon gemacht. Aber ich möchte schon gerne die mir vertrauten Werkzeuge und Funktionen der aktuellen Photoshop-Variante nutzen können.

Mein aktueller Favorit ist aber:

Möglichkeit 3:
Die Datei mit Illustrator (getestet mit Adobe Illustrator CC (2015)) öffnen. Dabei wird sie leider in 8Bit Farbtiefe (von 16 Bit) umgewandelt, aber egal. Dann „exportieren“ (nicht „speichern“!) als PSD-Datei mit Auflösung „hoch (300 ppi)“. Nun lässt sich diese PSD-Datei ohne Probleme von Photoshop öffnen.

Der Hintergrund der Sperre:

Die Sperre nennt sich Counterfeit Deterrence System (CDS) und wird von Adobe freiwillig implementiert, um das Fälschen von Geldscheinen zu erschweren.

Die rechtliche Grundlage für diese Sperre ist ein Beschluss der Europäischen Zentralbank, welcher hier nachgelesen werden kann.

Ziel ist es, zu verhindern, dass „Geldscheine“ hergestellt werden, welche den amtlichen Banknoten zum Verwechseln ähnlich sehen.

Grafikdesigner finden darin etliche Tipps und Vorschriften, was sie machen müssen, damit sie zum Beispiel „Spielgeld“, „Gutscheine“ oder sonstige Produkte mit Banknoten als Motiv gestalten dürfen.

Ich habe sicherheitshalber bei der Pressestelle der Deutschen Bundesbank nachgefragt, ob ich mich strafbar mache, wenn ich einen Weg veröffentliche, wie die Photoshop-Banknoten-Sperre umgangen werden kann, aber das ist nicht der Fall.

Das Fotografieren sowie das Bearbeiten von Banknoten ist generell kein Problem, solange zum Schluss kein Falschgeld oder täuschend echtes Geld hergestellt wird.

Kennt ihr weitere Möglichkeiten, um die Bearbeitungssperre für Geldscheine in Photoshop zu umgehen?

Verbessserungen in Adobe Photoshop CC (2014) und Lightroom CC

Seit ca. drei Jahren nutze ich jetzt schon die Adobe Creative Cloud, vor allem Photoshop und Bridge, aber auch Illustrator und Premiere.

Seit dem Wegfall der Box-Version mit der jeweils aktuellsten Version auf DVD, gibt es diese Programme nur noch im Abonnement bei der „Creative Cloud“.

Adobe begründete das unter anderem damit, dass neue Features und Bug-Fixes schneller und öfter veröffentlicht werden können. Das funktioniert fast so gut, dass ich es kaum mitbekomme. Fast ein Jahr habe ich deswegen noch mit „Adobe Photoshop CC“ gearbeitet, obwohl mir längst ein mögliches Update zu „Adobe Photoshop CC (2014)“ vorgeschlagen wurde. Vor zwei Monaten habe ich diesen Schritt endlich gewagt und er hat sich gelohnt.

Wie problemlos lief der Umstieg von „Photoshop CC“ auf „Photoshop CC (2014)“?

Einer der Gründe für meinen zögerlichen Umstieg waren die Erfahrungen der Vergangenheit, dass das Einrichten von neuer Software viel Arbeitszeit in Anspruch nimmt, die mit „richtiger“ Arbeit lukrativer angelegt wäre, vor allem bei Programmen, die ich viel selbst konfiguriere und an meine Bedürfnisse anpasse. Dazu gehören zum Beispiel Tastaturkürzel, die Ansicht der Menüs und speziell bei Photoshop auch meine ganzen erstellten Pinsel, Grafikstile, Aktionen und so weiter.

Das meiste wurde vom Installationsprogramm automatisch erkannt und übernommen.
Was ich noch machen musste: Alle selbst hinzugefügten Plugins (Portraiture, Noise Ninja, etc.) manuell vom alten Plugin-Ordner in den neuen Ordner verschieben und die Dateitypzuordnung bei Adobe Bridge anpassen, damit meine PSD- und RAW-Dateien auch mit der neuen „Photoshop CC (2014)“-Version geöffnet werden.

Was ist neu an „Photoshop CC (2014)“?

Ohne mich explizit mit den neuen Funktionen des Programms beschäftigt zu haben, sind mir in der täglichen Arbeit gleich viele kleine Verbesserungen aufgefallen, welche den Workflow deutlich verbessern oder beschleunigen. Zum Beispiel werden die 7 zuletzt benutzten Pinsel im Pinselfenster Photoshop-letzte-Pinselund die 16 zuletzt benutzten Farben im Farbfelder-Fenster separat oben angezeigt für einen schnelleren Zugriff:

Photoshop-letzte-Farben
Außerdem wurde die Aktionen-Verwaltung für die Batch-Bearbeitung von vielen Bildern komfortabler und übersichtlicher gestaltet. Für Stockfotografen, bei denen in der Regel viele Bilder bearbeitet oder geändert werden müssen, ein wahrer Segen.

Wer nicht nur Bilder retuschiert, sondern mit Photoshop auch erstellt oder Kompositionen bastelt, den wird das neue „Hilfslinienlayout“ freuen, mit dem sehr einfach benutzerdefinierte Raster erstellt werden können, an denen sich Objekte im Bild ausrichten lassen:

Photoshop-Hilfslinien-Layout

Die Verwendung von Schriften (Fonts) wurde ebenfalls vereinfacht. Endlich werden Schriften vor der Auswahl live im Layout angezeigt. Damit kann viel besser überprüft werden, welche Schrift am besten für die geplante Verwendung passt, ohne sich durch die Mini-Vorschau-Bildchen zu quälen.

Photoshop-Schriften-Live-Vorschau

Außerdem lassen sich über 1.000 Fontfamilien aus Adobe Typekit direkt im Schriftarten-Fenster (siehe das grüne Icon oben rechts) hinzufügen. Dafür gibt es sogar einen Filter (siehe das graue Icon oben links). Hier hätte ich mir jedoch mehr gewünscht: Am liebsten würde ich bestimmte Schriftarten als „Favoriten“ markieren und mir auf Knopfdruck nur diese Favoriten anzeigen lassen. Auch die Liste der zuletzt genutzten Fonts ist leider entfallen. Stattdessen können Fonts mit bestimmter Stärke, Größe und anderen Attributen definiert werden, die dann als „Werkzeugvorgabe“ für den späteren Zugriff gespeichert werden können. Generell wäre eine bessere Fontverwaltung hilfreich, zum Beispiel zum Zusammenfassen von identischen Schriftfamilien (siehe meine riesige Helvetica-Familie im Screenshot).

Für Fotografen sehr interessant ist die neue Funktion „Fokusbereich…“ (unter „Auswahl“), mit der eine Selektion basierend auf dem fokussierten Objekt vorgenommen wird. Das funktioniert erstaunlich gut und die Ergebnisse können noch mit dem „Kante verbessern“-Werkzeug feinjustiert werden. Die Auswahl im Beispielbild ist ein Klick:

Photoshop-Auswahl-nach-Fokusbereich

Zusätzlich wurden einige Bugs und Ungereimtheiten wie die Arbeit der „Weichen Kante“ sinnvoll verbessert: Da wird jetzt gefragt, ob die Auswahl am Bildrand ebenfalls weich sein soll oder nicht.

Einstellungen synchronisieren mit Adobe Photoshop CC 2014

Da Adobe seine Produkte immer mehr in die Cloud verlagert, beginnt die Firma immerhin, auch die Vorteile der Cloud in die Software einzubauen:
Ein Killer-Feature, was mit sicher Stunden an Arbeitszeit sparen wird, ist die neue Funktion „Einstellungen synchronisieren„. Hier können auf Knopfdruck alle persönlichen Einstellungen von Photoshop (Voreinstellungen, Arbeitsbereiche, Aktionen, Pinsel, Farbfelder, Stile, Verläufe, Formen, Muster, Konturen und Werkzeugvorgaben) in das eigene „Creative Cloud“-Konto hochgeladen werden und bei Bedarf wieder runtergeladen werden. Das spart enorm viel Zeit, wenn man Photoshop an einem anderen Rechner nutzen will oder seinen Computer neu installiert hat.

Leider funktioniert die Funktion bei mir noch nicht 100%, weil meine ca. 450 MB große Pinsel-Bibliothek die Cloud kapitulieren lässt. Nach einigen Wochen Support-Ping-Pong mit dem Kundendienst von Adobe haben wir immerhin einen manuellen Workaround gefunden: Auf der System-Festplatte im Ordner

„C: / Users / […] / AppData / Roaming / Adobe / Adobe Photoshop CC 2014 / Adobe Photoshop CC 2014 Settings“

finden sich alle Einstellungen, welche in die Cloud kopiert werden. Wird dieser Ordner gespeichert und auf einem anderen Computer oder einer Neuinstallation nach der Installation von Photoshop CC 2014 wieder eingefügt, sind auch alle Einstellungen wieder wie gewohnt in Photoshop vorhanden.

Die Fonts (wenn keine Typekit-Fonts verwendet werden) müssen übrigens weiterhin per Hand synchronisiert werden, weil diese über das Betriebssystem verwaltet werden. Auch die Plugins werden nicht synchronisiert, der Ordner

„C: / Program Files / Adobe / Adobe Photoshop CC (64 Bit)Plug-ins“

muss also weiterhin manuell gesichert und wieder eingefügt werden, wenn man nicht jedes Plugin neu per Hand installieren will.

Wer übrigens seine Farben, Textstile, Bilder etc. über verschiedene Rechner und Adobe-Programme synchronisieren will oder diese sogar mit anderen Kollegen teilen möchte, kann die neuen „Creative Cloud Libraries“ nutzen.

Es gibt sicher noch viele andere Neuerungen bei Photoshop, die ich entweder nicht entdeckt habe oder nicht benötige. Hier deshalb die offzielle Übersicht von Adobe.

Was ist neu in Lightroom CC?

Vor wenigen Wochen erst wurde Lightroom CC vorgestellt. Die wichtigsten Neuerungen dort sind die automatische Gesichtserkennung, das automatische Zusammenfügen von HDRs oder Panoramafotos auch von RAW-Bildern direkt in Lightroom, das nachträgliche Verändern des Radial- und Verlaufsfilter-Bereichs mittels Pinsel sowie etliche andere kleinere Änderungen und Verbesserungen.

Leider kann ich Lightroom CC immer noch nicht nutzen.
Ich bleibe bei dem – immerhin stabilen und robusten – Adobe Bridge zur Bilderverwaltung und Verschlagwortung, bis Lightroom es endlich schafft, Suchbegriffe in den Metadaten nicht automatisch alphabetisch zu sortieren. Ich bin nicht der einzige, den das stört. Da die Sortierung der Suchbegriffe bei der Bildagentur Fotolia wichtig ist für die Verkäuflichkeit der Bilder und Fotolia erst kürzlich von Adobe aufgekauft wurde, habe ich noch Hoffnung, dass dort jemand den Widerspruch erkennt und auflösen kann.

Was sagt ihr?
Welche neuen kleinen oder großen Funktionen sind bei eurer Photoshop-Arbeit am hilfreichsten?