Kategorie-Archiv: Bildbearbeitung

Meine Capture One Arbeitsfläche für den Stockfotografie-Workflow

Zur Konvertierung meiner RAW-Dateien nutze ich die Software Capture One.

Es ginge sicher auch mit Lightroom, DxO Optics oder einem anderen Programm. Früher habe ich meine Bilder mittels Camera RAW von Adobe konvertiert, aber wegen eines alten Tipps von Yuri Arcurs vor vielen Jahren für bessere Hauttöne bin ich auf Capture One umgestiegen.

Klciken für große Ansicht
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Ein Adobe-Mitarbeiter meinte zwar kürzlich zu mir, Camera RAW habe deutlich aufgeholt, was die Verarbeitung von Hauttönen anginge, aber ich sehe aktuell keinen Grund, meinen Workflow in dieser Beziehung zu ändern.

Einer der Gründe dafür ist, dass Capture One es mir erlaubt, die Werkzeuge und meine Arbeitsfläche individuell anordnen zu können, um meinem Workflow so weit wie möglich entgegenzukommen.

Heute möchte ich euch zeigen, wie genau (und warum) ich meine Capture One-Oberfläche angeordnet habe. Vielleicht nehmt ihr ja den einen oder anderen Tipp mit.

Als positiver Nebeneffekt habe ich dann selbst alle Settings parat, sollte ich mal eine Neuinstallation durchführen müssen. Capture One erlaubt leider keinen Export der eigenen Arbeitsfläche.

Ich nutze aktuell Capture One Pro 8.3. Es gibt zwar schon Version 9, aber will da nicht jede Version mitmachen und bezahlen.

Meine Capture One Pro-Oberfläche

Oben links seht ihr zwei Leisten mit Icons. Die zweite versucht von links nach rechts, den Fotografen-Workflow von der Aufnahme über Korrekturen bis hin zum Export abzubilden. In jedem dieser Menüs kann man sich Werkzeuge selbst legen. Ich bevorzuge, meine Werkzeuge alle in einem Tab zu sammeln, um nicht zwischen den verschiedenen Menüs wechseln zu müssen.

In der linken Spalte seht ihr meine Werkzeuge, die ich so eingestellt habe, dass ich sie üblicherweise von oben nach unten „durcharbeiten“ kann:

  1. Weißabgleich
    Ohne einen korrekten Weißabgleich geht nix. Ich fotografiere in der Regel mit einer Graukarte und im Studio muss ich den Wert für die ganze Serie nur einmal anpassen, aber on location kann es passieren, dass sich die Lichtverhältnisse ändern. Oder ich will einen speziellen Look erzielen, kühler für Business-Fotos, wärmer für Familienbilder und kann das hier gezielt steuern.
  2. Belichtung
    Capture One erlaubt es, je nach Kamera Standards einzustellen, die voreingestellt werden. Hier habe ich immer mehr Helligkeit, Kontrast und Sättigung gewählt, weil das dem Microstock-Stil am ehesten entspricht. Im Studio bleibt die Belichtung meist konstant, bei Aufnahmen unterwegs passe ich die öfter an.
  3. HDR
    Diese Funktion habe ich so noch nicht bei Lightroom gefunden und ich vermisse sie jedes Mal schmerzlich, wenn ich doch mal Lightroom für eine RAW-Konvertierung bemühe. Vermutlich funktionieren die Regler ähnlich wie die Lichter/Tiefen-Regler in Lightroom, aber gefühlt sehe ich andere Resultate.Die Spitzlichter ziehe ich in der Regel auf mindestens 20, je nach Stärke von überstrahlten Bereich bis zu 55, die Schatten helle ich meist nur dezent zwischen 0-6 auf.
  4. Tonwerte
    Meist benutze ich die Tonwertanzeige als Histogramm, also zur Kontrolle, wie sich die Tonwerte durch Anpassung der Helligkeit oder Belichtung (siehe 2) verändern.
    Der Vorteil der Tonwerte gegenüber einem normalen Histogramm, wie es Capture One ebenfalls im Repertoire hätte, ist, dass ich es direkt „anfassen“ und verschieben kann. Oft setze ich manuell den Schwarzpunkt, indem ich links die Linie so weit verschiebe, bis sie an den Ausschlag stößt, weil durch die helligkeitsbetonte Entwicklung für Microstock die Bilder sonst schnell „ausgewaschen“ aussehen.
  5. Klarheit
    Standardmäßig auf 10 bei mir eingestellt für den gewissen „Kick“. Das ist eine Glaubensfrage unter Fotografen. Macht es, wie ihr wollt.
  6. Rauschreduzierung, Moiré, Farbsäume
    Ab diesem Punkt kommen drei Werkzeuge, die ich in der Regel nicht anfasse. Nur wenn ich bei einem Bild an Grenzen stoße und sichtbare Bildfehler händisch reduzieren muss, kommen diese Regler zum Einsatz.
  7. Schärfewerkzeug
    Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ein Foto scharf genug ist, klicke ich kurz auf die Augen im großen Vorschau-Bild und sehe den Bereich hier in der 100%-Darstellung. Ebenfalls nützlich an dieser Stelle die „Schärfemaske“, welches das erste Werkzeug in der oberen rechte Leiste ist und anzeigt, welche Bereiche scharf abgebildet sind.
  8. Objektivkorrektur
    Hier kann ich mich in der Regel auf die Expertise von Capture One verlassen. Meine Objektive werden alle erkannt und ich kann Chromatische Abberation, Verzeichnung, Schärfeabfall und Helligkeitsabfall für alle Bilder einer Serie korrigieren. Nur die Helligkeit lasse ich bei 80% statt 100%, weil eine minimale, kaum wahrnehmbare Vignettierung in meinen Augen natürlicher wirkt.

Mit den Pfeilen in der oberen rechten Leiste kann ich die Anpassungen von einem Bild kopieren und auf eins oder mehrere andere Bilder übertragen. Ich kann auch auswählen, ob ich alle Anpassungen oder nur bestimmte kopieren möchte.

Üblicherweise wähle ich einige „Schlüssel-Bilder“, die stellvertretend für eine bestimmte Aufnahmesituation stehen, also zum Beispiel durch Objektivwechsel, Ortswechsel oder Lichtwechsel entstanden und kopiere diese Anpassungen dann auf den Rest der ähnlichen Bilder.

Zum Schluss klicke ich oben links auf das große Zahnrad, um alle Bilder zusammen zu entwickeln und als 16Bit-TIFF-Bilder im gleichen Ordner abzuspeichern, damit ich mit Photoshop die Bildretusche (Logos und Pickel entfernen, Augen und Zähne aufhellen etc.) vornehmen kann. Hier ein Beispiel-Video dazu.

Wie sieht eure Arbeitsfläche bei Capture One aus?
Und warum?

Geldscheine in Adobe Photoshop öffnen und bearbeiten?

Jedes Mal das gleiche Problem: Sobald auf einem meiner Stockfotos Geldscheine groß genug zu sehen sind, weigert sich Adobe Photoshop, die Dateien zu öffnen.

Die berühmt-berüchtigte Fehlermeldung sieht so aus:

adobe photoshop banknoten fehlermeldungDabei fotografiere ich nicht mal flach Geldscheine mit beiden Seiten direkt von oben, um sie mit einem High-Tech-Drucker ausdrucken zu können, sondern ich möchte Grafikdesignern und Werbetreibenden die Möglichkeit bieten, mit Fotos von Geldscheinen Werbung zu machen.

So sehen zum Beispiel zwei Fotos aus, je einmal mit Euroscheinen und Dollarnoten, die Photoshop für zu riskant hält, wenn sie in 21 Megapixel fotografiert wurden:

Zwei Hände halten einen Fächer aus Geldscheinen in Euro
Zwei Hände halten einen Fächer aus Geldscheinen in Euro
Zwei Hände halten Dollar Geld hoch als Fächer
Zwei Hände halten Dollar als Fächer

Im Internet gibt es wie so oft viele verschiedene Lösungsvorschläge. Leider sind die meisten davon veraltet und funktionieren deshalb nicht mehr: Imageready wurde eingestellt, auch das Einfügen aus der Zwischenablage geht nicht mehr.

Deshalb hier die aktuellen Lösungsvorschläge:

Möglichkeit 1:
Parallel Photoshop CS2 installieren. Das ist die letzte Version, bei der die Sperre noch nicht aktiv ist. Aber das bringt leider bei mir immer Probleme mit der korrekten Dateitypzuordnung von Fotos, was auf Dauer noch nerviger ist als das Umgehen der Banknoten-Sperre.

Möglichkeit 2:
Gimp oder Paint verwenden. Echt. Habe ich schon gemacht. Aber ich möchte schon gerne die mir vertrauten Werkzeuge und Funktionen der aktuellen Photoshop-Variante nutzen können.

Mein aktueller Favorit ist aber:

Möglichkeit 3:
Die Datei mit Illustrator (getestet mit Adobe Illustrator CC (2015)) öffnen. Dabei wird sie leider in 8Bit Farbtiefe (von 16 Bit) umgewandelt, aber egal. Dann „exportieren“ (nicht „speichern“!) als PSD-Datei mit Auflösung „hoch (300 ppi)“. Nun lässt sich diese PSD-Datei ohne Probleme von Photoshop öffnen.

Der Hintergrund der Sperre:

Die Sperre nennt sich Counterfeit Deterrence System (CDS) und wird von Adobe freiwillig implementiert, um das Fälschen von Geldscheinen zu erschweren.

Die rechtliche Grundlage für diese Sperre ist ein Beschluss der Europäischen Zentralbank, welcher hier nachgelesen werden kann.

Ziel ist es, zu verhindern, dass „Geldscheine“ hergestellt werden, welche den amtlichen Banknoten zum Verwechseln ähnlich sehen.

Grafikdesigner finden darin etliche Tipps und Vorschriften, was sie machen müssen, damit sie zum Beispiel „Spielgeld“, „Gutscheine“ oder sonstige Produkte mit Banknoten als Motiv gestalten dürfen.

Ich habe sicherheitshalber bei der Pressestelle der Deutschen Bundesbank nachgefragt, ob ich mich strafbar mache, wenn ich einen Weg veröffentliche, wie die Photoshop-Banknoten-Sperre umgangen werden kann, aber das ist nicht der Fall.

Das Fotografieren sowie das Bearbeiten von Banknoten ist generell kein Problem, solange zum Schluss kein Falschgeld oder täuschend echtes Geld hergestellt wird.

Kennt ihr weitere Möglichkeiten, um die Bearbeitungssperre für Geldscheine in Photoshop zu umgehen?

Verbessserungen in Adobe Photoshop CC (2014) und Lightroom CC

Seit ca. drei Jahren nutze ich jetzt schon die Adobe Creative Cloud, vor allem Photoshop und Bridge, aber auch Illustrator und Premiere.

Seit dem Wegfall der Box-Version mit der jeweils aktuellsten Version auf DVD, gibt es diese Programme nur noch im Abonnement bei der „Creative Cloud“.

Adobe begründete das unter anderem damit, dass neue Features und Bug-Fixes schneller und öfter veröffentlicht werden können. Das funktioniert fast so gut, dass ich es kaum mitbekomme. Fast ein Jahr habe ich deswegen noch mit „Adobe Photoshop CC“ gearbeitet, obwohl mir längst ein mögliches Update zu „Adobe Photoshop CC (2014)“ vorgeschlagen wurde. Vor zwei Monaten habe ich diesen Schritt endlich gewagt und er hat sich gelohnt.

Wie problemlos lief der Umstieg von „Photoshop CC“ auf „Photoshop CC (2014)“?

Einer der Gründe für meinen zögerlichen Umstieg waren die Erfahrungen der Vergangenheit, dass das Einrichten von neuer Software viel Arbeitszeit in Anspruch nimmt, die mit „richtiger“ Arbeit lukrativer angelegt wäre, vor allem bei Programmen, die ich viel selbst konfiguriere und an meine Bedürfnisse anpasse. Dazu gehören zum Beispiel Tastaturkürzel, die Ansicht der Menüs und speziell bei Photoshop auch meine ganzen erstellten Pinsel, Grafikstile, Aktionen und so weiter.

Das meiste wurde vom Installationsprogramm automatisch erkannt und übernommen.
Was ich noch machen musste: Alle selbst hinzugefügten Plugins (Portraiture, Noise Ninja, etc.) manuell vom alten Plugin-Ordner in den neuen Ordner verschieben und die Dateitypzuordnung bei Adobe Bridge anpassen, damit meine PSD- und RAW-Dateien auch mit der neuen „Photoshop CC (2014)“-Version geöffnet werden.

Was ist neu an „Photoshop CC (2014)“?

Ohne mich explizit mit den neuen Funktionen des Programms beschäftigt zu haben, sind mir in der täglichen Arbeit gleich viele kleine Verbesserungen aufgefallen, welche den Workflow deutlich verbessern oder beschleunigen. Zum Beispiel werden die 7 zuletzt benutzten Pinsel im Pinselfenster Photoshop-letzte-Pinselund die 16 zuletzt benutzten Farben im Farbfelder-Fenster separat oben angezeigt für einen schnelleren Zugriff:

Photoshop-letzte-Farben
Außerdem wurde die Aktionen-Verwaltung für die Batch-Bearbeitung von vielen Bildern komfortabler und übersichtlicher gestaltet. Für Stockfotografen, bei denen in der Regel viele Bilder bearbeitet oder geändert werden müssen, ein wahrer Segen.

Wer nicht nur Bilder retuschiert, sondern mit Photoshop auch erstellt oder Kompositionen bastelt, den wird das neue „Hilfslinienlayout“ freuen, mit dem sehr einfach benutzerdefinierte Raster erstellt werden können, an denen sich Objekte im Bild ausrichten lassen:

Photoshop-Hilfslinien-Layout

Die Verwendung von Schriften (Fonts) wurde ebenfalls vereinfacht. Endlich werden Schriften vor der Auswahl live im Layout angezeigt. Damit kann viel besser überprüft werden, welche Schrift am besten für die geplante Verwendung passt, ohne sich durch die Mini-Vorschau-Bildchen zu quälen.

Photoshop-Schriften-Live-Vorschau

Außerdem lassen sich über 1.000 Fontfamilien aus Adobe Typekit direkt im Schriftarten-Fenster (siehe das grüne Icon oben rechts) hinzufügen. Dafür gibt es sogar einen Filter (siehe das graue Icon oben links). Hier hätte ich mir jedoch mehr gewünscht: Am liebsten würde ich bestimmte Schriftarten als „Favoriten“ markieren und mir auf Knopfdruck nur diese Favoriten anzeigen lassen. Auch die Liste der zuletzt genutzten Fonts ist leider entfallen. Stattdessen können Fonts mit bestimmter Stärke, Größe und anderen Attributen definiert werden, die dann als „Werkzeugvorgabe“ für den späteren Zugriff gespeichert werden können. Generell wäre eine bessere Fontverwaltung hilfreich, zum Beispiel zum Zusammenfassen von identischen Schriftfamilien (siehe meine riesige Helvetica-Familie im Screenshot).

Für Fotografen sehr interessant ist die neue Funktion „Fokusbereich…“ (unter „Auswahl“), mit der eine Selektion basierend auf dem fokussierten Objekt vorgenommen wird. Das funktioniert erstaunlich gut und die Ergebnisse können noch mit dem „Kante verbessern“-Werkzeug feinjustiert werden. Die Auswahl im Beispielbild ist ein Klick:

Photoshop-Auswahl-nach-Fokusbereich

Zusätzlich wurden einige Bugs und Ungereimtheiten wie die Arbeit der „Weichen Kante“ sinnvoll verbessert: Da wird jetzt gefragt, ob die Auswahl am Bildrand ebenfalls weich sein soll oder nicht.

Einstellungen synchronisieren mit Adobe Photoshop CC 2014

Da Adobe seine Produkte immer mehr in die Cloud verlagert, beginnt die Firma immerhin, auch die Vorteile der Cloud in die Software einzubauen:
Ein Killer-Feature, was mit sicher Stunden an Arbeitszeit sparen wird, ist die neue Funktion „Einstellungen synchronisieren„. Hier können auf Knopfdruck alle persönlichen Einstellungen von Photoshop (Voreinstellungen, Arbeitsbereiche, Aktionen, Pinsel, Farbfelder, Stile, Verläufe, Formen, Muster, Konturen und Werkzeugvorgaben) in das eigene „Creative Cloud“-Konto hochgeladen werden und bei Bedarf wieder runtergeladen werden. Das spart enorm viel Zeit, wenn man Photoshop an einem anderen Rechner nutzen will oder seinen Computer neu installiert hat.

Leider funktioniert die Funktion bei mir noch nicht 100%, weil meine ca. 450 MB große Pinsel-Bibliothek die Cloud kapitulieren lässt. Nach einigen Wochen Support-Ping-Pong mit dem Kundendienst von Adobe haben wir immerhin einen manuellen Workaround gefunden: Auf der System-Festplatte im Ordner

„C: / Users / […] / AppData / Roaming / Adobe / Adobe Photoshop CC 2014 / Adobe Photoshop CC 2014 Settings“

finden sich alle Einstellungen, welche in die Cloud kopiert werden. Wird dieser Ordner gespeichert und auf einem anderen Computer oder einer Neuinstallation nach der Installation von Photoshop CC 2014 wieder eingefügt, sind auch alle Einstellungen wieder wie gewohnt in Photoshop vorhanden.

Die Fonts (wenn keine Typekit-Fonts verwendet werden) müssen übrigens weiterhin per Hand synchronisiert werden, weil diese über das Betriebssystem verwaltet werden. Auch die Plugins werden nicht synchronisiert, der Ordner

„C: / Program Files / Adobe / Adobe Photoshop CC (64 Bit)Plug-ins“

muss also weiterhin manuell gesichert und wieder eingefügt werden, wenn man nicht jedes Plugin neu per Hand installieren will.

Wer übrigens seine Farben, Textstile, Bilder etc. über verschiedene Rechner und Adobe-Programme synchronisieren will oder diese sogar mit anderen Kollegen teilen möchte, kann die neuen „Creative Cloud Libraries“ nutzen.

Es gibt sicher noch viele andere Neuerungen bei Photoshop, die ich entweder nicht entdeckt habe oder nicht benötige. Hier deshalb die offzielle Übersicht von Adobe.

Was ist neu in Lightroom CC?

Vor wenigen Wochen erst wurde Lightroom CC vorgestellt. Die wichtigsten Neuerungen dort sind die automatische Gesichtserkennung, das automatische Zusammenfügen von HDRs oder Panoramafotos auch von RAW-Bildern direkt in Lightroom, das nachträgliche Verändern des Radial- und Verlaufsfilter-Bereichs mittels Pinsel sowie etliche andere kleinere Änderungen und Verbesserungen.

Leider kann ich Lightroom CC immer noch nicht nutzen.
Ich bleibe bei dem – immerhin stabilen und robusten – Adobe Bridge zur Bilderverwaltung und Verschlagwortung, bis Lightroom es endlich schafft, Suchbegriffe in den Metadaten nicht automatisch alphabetisch zu sortieren. Ich bin nicht der einzige, den das stört. Da die Sortierung der Suchbegriffe bei der Bildagentur Fotolia wichtig ist für die Verkäuflichkeit der Bilder und Fotolia erst kürzlich von Adobe aufgekauft wurde, habe ich noch Hoffnung, dass dort jemand den Widerspruch erkennt und auflösen kann.

Was sagt ihr?
Welche neuen kleinen oder großen Funktionen sind bei eurer Photoshop-Arbeit am hilfreichsten?

Beschleunigung für die Foto-Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)

Heute gibt als Gastartikel für die Technikfreunde und Lightroom-Fans unter euch eine Rezension von Daniel Täger.

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Software in den Händen

Als der Computer Anfang der neunziger Jahre Einzug in die Musikstudios erhielt, wurde die Bedienung von Bandmaschinen, Effekten und Soundprozessoren weitestgehend auf die Maus und auf einen viel zu kleinen, schlecht aufgelösten Bildschirm reduziert. Zu Beginn nur als „Fernbedienung“ und MIDI-Sequenzer eingesetzt, übernahm der Computer mehr und mehr Aufgaben von großen und teuren Geräten im Regieraum. Doch selbst als einige Jahre später hochwertige und ernsthaft einzusetzende Plug-Ins und Algorithmen mit Analogsimulationen von Effekten und Soundprozessoren erschienen, war die Bedienung oft nicht intuitiv, da man „einhändig“ zum einen nicht so schnell, zum anderen nur eingeschränkt wie gewohnt arbeiten konnte. Viele Eingriffe und Trial&Error-Operationen erfordern nun mal den Einsatz von zwei oder sogar mehr Parametern gleichzeitig.

Im Audiobereich mit LogicPro (vor dem Kauf von Apple: Emagic Logic) stellte die Firma Emagic auf der Musikmesse in Frankfurt 2001, revolutionär die LogicControl/MackieControl als eine der ersten bezahlbaren Hardwarecontroller für digitale Audio-Workstations (DAW) vor. Plötzlich war es wieder möglich, mehrere Parameter gleichzeitig zu bedienen und mit Motorfadern die Software in den Händen zu „fühlen“.

In der Fotografie lief es – zwar einige Jahre später – doch ganz ähnlich ab. Wer mit der Zeit ging, ersetzte seine Dunkelkammer durch den Computer und hatte schließlich eine Maus in der Hand.

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Zugegeben, ich mochte das Handling der klassischen Maus noch nie und war aus diesem Grund schon immer auf der Suche nach der besten Alternative dazu. Wenn Wacom sein Intuos4L* schon 10 Jahre früher auf den Markt gebracht hätte, wäre ich an Trackballs, Touchpads, etc. vorbei gekommen.

In dem Stift-Tablet habe ich die beste Lösung gefunden, um den kleinen schwarzen Zeiger über den Bildschirm zu fahren. Und das ausnahmslos in jeder Anwendung: Ich besitze seit mehreren Jahren keine Maus mehr!

Schaut man sich in der professionellen Broadcast- und Film-Postproduktion um, findet man kaum einen Arbeitsplatz, an dem die Maus das Hauptwerkzeug ist.

Am vergleichbarsten mit der Fotografie ist aus diesem Bereich das Color-Grading (die Farbkorrektur). Sie ist sozusagen der Nachfolger des Kopierwerks, in dem nicht nur das Negativ-35mm-Material entwickelt wird, sondern auch der „look“ des Positivfilms generiert wird, ganz ähnlich der Dunkelkammer.

Eines der größten Gradingsysteme hat die Firma Blackmagic Design mit dem DaVinci Resolve* am Markt, mit dem digitales Film-RAW-Material „entwickelt“ wird. Aber fester Bestandteil der Software ist das Hardware-ControlSurface, mit dem die Software vollständig bedient werden kann (abgesehen von Beschriftungen etc.).

Mit diesen ganzen Hintergedanken war mein erster Versuch, um auch Lightroom etwas „griffiger“ zu machen, ein iPad* zu kaufen (tatsächlich war das einer Hauptgründe) und mit der App LRPad zu versehen. Damit hat man schon einen guten Zugriff auf viele Parameter von Lightroom.

Die intuitive Bedienung und der Geschwindigkeitszuwachs waren jedoch sehr begrenzt: Auch am iPad, welches in diesem Fall zu einem Touchpad mit Hintergrunddisplay wird, sucht man immer wieder mit den Augen nach der Position und Lage von Reglern und Knöpfen. Jedes Mal den Blick auf das Tablet abzulenken, um die Belichtung um 0,5 zu erhöhen, dauert am Ende sogar länger als mit der Maus auf dem gleichen Bildschirm.

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Die Lösung: PFixer.Lr

Als die zweite Speicherkarte voll war und ich wusste, dass ich aus diesem Urlaub nicht mit weniger als 1500 Fotos zurückkommen werde, habe ich mich noch vor Ort wieder auf eine Workflow-Optimierungs-Lösung-Suche begeben.

Und siehe da: PFixer.Lr kam auf den Plan!

Die recht neue Software (seit 2013 auf dem Markt) von der kleinen Softwareschmiede Pusher Labs aus Georgia (USA) konnte auf den ersten Blick alles, was ich gesucht habe: vollständige Kontrolle von Lightroom per Hardware-Controller.

Die Software für OSX (leider gibt es momentan keine Windows-Version) ist anfänglich dafür entwickelt worden, um eigene Keyboard-Shortcuts in Lightroom zu definieren. Das funktioniert auch sehr gut, wird nur durch die Anschaffung des Controllers fast überflüssig. Grundsätzlich kann die Software jeden MIDI-Control-Befehl in eine Lightroom-Aktion umsetzen, sprich jedes MIDI-fähige Keyboard, Touch-Controller oder Fader-Bank lässt sich in Lightroom einbinden.

Der Pusher Labs-eigene Controller basiert auf einem Behringer BCF-2000*, welcher mir aus dem Audiobereich als erster „low-budget“ Controller bekannt ist. Für den BCF-2000 gibt es in der Software als einzige Hardware ein vordefiniertes Setup. Pusher Labs vertreibt im eigenen Webstore die Software als stand-alone-Version (USD 99,99), den Behringer BCF-2000 mit angepasstem Layout (USD 299,99) und ein Bundle aus beidem (USD 369,99).

Im Store findet man jedoch recht schnell heraus, dass Pusher Labs nicht außerhalb der USA versendet. Für alle non-citizens gibt es die Möglichkeit, die Software per Seriennummer zu kaufen und sich das angepasste Overlay einzeln zu bestellen (USD 19,99). Mit einem vorhandenen BCF-2000, der Software und dem Overlay bekommen also auch alle anderen einen vollwertiges PFixer.Lr-Panel!

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Für diejenigen, die lieber mehr Rotary-Controller und keine Fader haben möchten, gibt es auch ein adaptiertes Behringer BCR-2000 mit 24 Drehreglern. Allerdings wird dafür kein einzeln bestellbares Overlay angeboten. Laut Hersteller wird beim BCR auch das BCF-Overlay benutzt – mit dem Unterschied, dass die drei Zeilen für die Fader-Beschriftung auseinander geschnitten und unter die Rotary-Encoder geklebt werden.

Da die Markteinführung des Behringer BCF-2000 in Deutschland schon einige Jahre her ist, bekommt man es mittlerweile für ca. 200 €.

Ich habe mich also für die DIY-Variante entschieden und die Software sowie das Overlay bestellt. Zurück aus dem Urlaub, war natürlich noch keine Post aus den USA da. Das hat inklusive Zollabfertigung (!) für einen A4-Pappbriefumschlag gute drei Wochen gedauert. Trotzdem war ich am nächsten Tag im örtlichen Musikfachgeschäft, habe einen Behringer BCF-2000 gekauft und mich ans Basteln gemacht – auf der Homepage von Pusher Labs gibt es ein JPG des Overlays – also Größe anpassen, Ausdrucken, Ausschneiden. Das sieht dann am Ende zwar nicht professionell aus, aber wenigstens konnte ich schon mal testen.

Mittlerweile ist mein echtes Overlay natürlich da. Wie ich befürchtet habe, bekommt man für die 20 Dollar einen geplotteten Aufkleber. Immerhin ist das recht ordentlich gemacht und auch das Aufkleben gestaltete sich mehr als einfach!

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Die Installation unter OSX 10.8 (OSX 10.7 bis 10.9 sind unterstützt!) lief auf meinem MacPro (MacPro 4,1, 8-core 2,66GHz, 12GB RAM, Radeon 7950 3GB) und MacBookPro (MBP 5,1, 2,66GHz Core-Duo, 8GB RAM) wie gewohnt problemlos.

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Funktionsbeschreibung / Erfahrungen

Die Software läuft als kleine Autostart-App und findet sich neben der OSX-Uhr am oberen rechten Bildschirmrand. Das GUI ist übersichtlich und einfach gestaltet, einzig die Neuzuweisung von (MIDI-)Parametern könnte man geschickter lösen.

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Nachdem man Lightroom geöffnet hat, merkt PFixer.Lr direkt, dass es etwas zu tun hat und initialisiert die Parameter (Bindings). Dieser Vorgang dauert ca. 10 Sekunden.

Jetzt kommt die erste und einzige „Stolperfalle“ des Systems: Befindet man sich im Bibliotheksmodus von Lightroom, passiert mit den Motorfadern des BCFs erst einmal nichts, die einzigen funktionstüchtigen Tasten sind „vorheriges Foto“ und „nächstes Foto“.

Schaltet man in den Entwicklungsmodus von Lightroom (nur dort kommunizieren Lightroom und Panel miteinander!), hört man zum ersten Mal die Motorfader des Controllers. Der synchronisiert sich ab dann mehrmals die Sekunde (in der Software einstellbar) und reagiert auf alles, was man vom Panel an Lightroom schickt und umgekehrt.

Die Latenz, also die Verzögerung von der Änderung eines Wertes auf der BCF bis zum Reagieren der Regler in Lightroom, ist sehr kurz (einige Millisekunden). Bis sich die Änderung dann auf das Bild auswirkt, kommt wie gewohnt auf Bildgröße, CPU und Grafikkarte an. In meinem Setup fühlt sich „Ursache-Wirkung“ jedoch sehr direkt an, auch wenn man zwei oder drei Parameter gleichzeitig bewegt (ca. 0,2 Sekunden).

Schaltet man zum nächsten Foto, aktualisiert sich das Panel umgehend und die Fader und Rotary-Controller springen auf die aktuelle Position. Dadurch, dass Behringer bei dem Preis des Controllers keine Penny+Giles oder ALPS Motorfader verbaut hat, ist dies jedoch mit einem ordentlichen Geräuschpegel zu hören. Ich habe manchmal auch den Eindruck, dass die Fader an das obere oder untere Ende „schlagen“, weil sie nicht so genau wissen, wo die Schiene endet. Bei gedrückter „Learn“-Taste während des Einschaltens des Panels kann man die Fader zwar kalibrieren, jedoch brachte das bei mir nur minimale Besserung.

Tragisch ist die Lautstärke beim Entwickeln von Fotos nicht, aber bei der Vorstellung, den Controller für seine eigentlichen Aufgaben in der Musikproduktion zu verwenden, würde mich der „Lärmpegel“ wahrscheinlich nerven.

Das 4-stellige LED-Display auf dem Panel ist leider unbrauchbar, da es zwar immer den zuletzt benutzten Fader oder Rotary in Zahlen ausdrückt, jedoch leider in der MIDI-Value-Norm von „0-127“. Sprich, wenn der Exposure-Fader in der Mitte steht, zeigt das Display einen Wert von „63“.

Das Panel ist in mehreren Ebenen aufgebaut, um möglichst viele Funktionen unterzubringen: Die 8 Rotary-Controller sind in 4 Ebenen, umschaltbar durch 4 Taster rechts, aufgeteilt: BASIC, HUE, SAT, LUM/B+W.

Für alle anderen Bedienelemente (8 Fader, 16 Tasten) gibt es ebenfalls 4 Modi, wobei 4 Taster zum Wechseln der Modi reserviert sind: BASIC, EDITING, CULLING, PRESETS.

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Beschriftet ist jeder Taster und Fader für BASIC in Weiß, EDITING in Gelb und CULLING hat ein kleines Symbol rechts neben dem Taster. Insgesamt kommt man damit dann auf über 200 Lightroom-Funktionen im direkten Zugriff.

Rotary-Controller BASIC-Mode:

  • Temperature
  • •Tint
  • •Vibrance
  • •Saturation
  • •Curves (Shadows, Darks, Lights, Highlights)

Wenn man die Rotary-Controller drückt, hat man die Tools WB, AWB und Autowhite im Direktzugriff. Über die anderen 5 Taster scrollt Lightroom direkt zu den Adjustments HUE, SAT, LUM, SATURATION, CURVES und B+W um eine optische Kontrolle zu bekommen.

Für die anderen 3 Modi (HUE, SAT, LUM/B+W) gibt es neben den Drehreglern Farbmarkierungen (Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Lila, Magenta). Im Standard-Mapping gibt es keinen Zugriff auf das HSL-Toning. Wenn man oft an den HSL-Farben herumschiebt, kann sich jedoch leicht über den „Mapping“-Reiter in der PFixer.Lr-Konfiguration z.B. den B+W-Mode entsprechend anpassen.

Die Anordnung und Übersichtlichkeit der Funktionsbelegung ist logisch und nach kurzer Zeit „blind“ zu bedienen.

Über die 8 Fader erreicht man im BASIC-Mode:

  • Exposure
  • Contrast
  • Blacks
  • Shadows
  • Highlights
  • Whites
  • Clarity
  • Post Vignette

Die Funktion des letzten Faders erschien mir im BASIC-Mode zunächst fehl am Platz, jedoch nutze ich ihn (nicht nur, weil er da ist) mittlerweile sogar sehr gerne zu bestimmten Gelegenheiten!

Über die Tasten bekommt man Zugriff auf folgende Funktionen:

  • ESC, ENTER
  • Copy Setting / Paste Setting
  • Crop-Tool
  • Reset Image
  • Lock Image
  • Swap Image
  • Match Exposure
  • Sync Setting
  • Select left / Select right

Die „Select-left/right“-Taster sind besonders in Kombination „Match-Exposure“ sehr praktisch.

Der EDITING-Mode benutzt alle Fader für das Feintuning der „Post-Vignette“ (Midpoint, Roughness, Feather, etc.) und bietet über die Taster u.a. Zugriff auf Tools und Funktionen wie SpotTool, GradientTool, AutoMask, VirtualCopy, Edit in PS, Blinkies, Before/After.

Für mich sind in diesem Modus „Blinkies“ (Über- und Unterbelichtungen) und „Before/After“ (der Vorher-Nachher-Vergleich) am wichtigsten.

Der CULLING-Modus belegt die Taster mit den Shortcuts Bewertung, Flags, Farben und Display-Einblendungen. Die Fader steuern die Parameter des Split-Tonings, also jeweils Hue/Sat für Highlights und Shadows und Balance. Die letzten 3 Fader sind mit Grain, Grain-Size, und Roughness belegt.

Im PRESET-Mode bekommt man über die Taster Zugriff auf 8 Developement-Presets und 4 Brush-Presets von Lightroom. Leider ist die Zuweisung über die PFixer-Software etwas umständlich. Es ist nicht möglich, innerhalb des Workflows ein neues Preset auf eine Taste zu legen. Man speichert wie gewohnt das Preset in Lightroom ab und muss es anschließend in der PFixer.Lr-Konfiguration einer Taste zuweisen. Und dann muss man raten, denn der vierte Modus hat keine Beschriftungen auf dem Panel!

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Presets, die man über die Taster aufrufen will, im Presets-Fenster sichtbar und aufgeklappt im Hauptfenster sein müssen. Ich habe mir meine 8 am häufigsten benutzten Presets in den User-Ordner mit einem Nummer-Präfix gelegt (01 – Preset, 02 – Preset, usw.)

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Die 4 ebenso frei belegbaren Brush-Presets befinden sich auf diesen Tasten:

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Unten rechts am Panel befinden sich MODE-übergreifend UNDO, previous Setting und vorheriges/nächstes Foto, wobei die letzten beiden wahrscheinlich die am stärksten frequentierten Tasten sind!

Über die Belegung der Taster und Fader lässt sich im Einzelfall zwar streiten, aber grundsätzlich liegt alles ziemlich logisch in den Händen. Ansonsten kann man sich immer noch jeden Parameter auf beliebige Taster oder Fader legen und muss dann selbst das Overlay neu beschriften. Bisher habe ich mir nur den „Before/After“-Knopf in den BASIC-Modus, also die oberste Ebene, gelegt.

Damit Initialisierung zwischen PFixer.Lr und Lightroom funktioniert, muss Lightroom zwingend auf Englisch umgestellt werden. Das war für mich erst störend, da man sich ja schon an einige deutsche Vokabeln (damals auch fremd) gewöhnt hat, aber nach sehr kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt – zumal ich beim Entwickeln nur noch selten auf die Paramater als viel mehr auf das Bild selbst schaue.

Sollte mal eine Funktion nicht korrekt arbeiten, oder man schaltet das Panel erst nach dem Öffnen vom Lightroom ein, kann man die Initialisierung über das PFixer.Lr-Menü „Reinitialize Bindings“ wiederholen.

Seit Version 1.2.2 unterstützt PFixer.Lr auch Trackpad-Gesten. Bei gedrückter fn-Taste wird das Trackpad zu 8 (2 Reihen mit jeweils 4) virtuellen Fadern, die mit 2 Fingern bedient werden. Mit nur einem Finger bietet das Trackpad 16 virtuelle Knöpfe (4 Reihen mit jeweils 4). Getestet habe ich die Gestenunterstützung noch nicht, stelle mir das aber ziemlich unübersichtlich und eng vor – es sei denn, man bemalt sein Trackpad mit dem Filzstift!

Hat man weiteres MIDI-Equipment am Rechner angeschlossen (z.B. MackieControl, Keyboard, etc.), kommen gelegentlich falsche Informationen in Lightroom an. Ich schalte weitere Geräte bei der Benutzung von Lightroom einfach aus. Genauso sollte man anders herum auch PFixer.Lr deaktivieren (geht mit einem Mausklick), wenn man mit der MackieControl* in Logic arbeitet, da PFixer.Lr auch dort Fehlfunktionen verursacht.

Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung wird man von Pusher Labs zwar auf deren Online-FAQ verwiesen, dann jedoch allein gelassen. Viel mehr als ein paar Tipps und Troubleshootings findet man dort nicht. Natürlich ist die Software und die Bedienung des Panels weitestgehend selbsterklärend, aber um die Funktionsweise u.a. der Preset-Verwaltung zu verstehen, musste ich schon einige Zeit suchen und herumprobieren.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile überwiegen auf jeden Fall, wenn man sich mal anschaut, was einem PFixer.Lr an Zeitersparnis und intuitiver Bedienung bringt. Einige Mankos gibt es aber schon:

Plus:

  • 15-tägige Testversion
  • Zeitersparnis
  • frei zu konfigurieren
  • über 200 Lightroom-Funktionen im Direktzugriff

Minus:

  • Hoher Preis von 100 Dollar für Software, lohnt sich aber
  • laute Motorfader des BCF-2000
  • Lightroom muss auf Englisch betrieben werden
  • keine echte Bedienungsanleitung
  • bisher nur Unterstützung von Lightroom

Alternativen

Pusher Labs PFixer.Lr ist leider nur für den Mac verfügbar und Ankündigungen für eine künftige Windows-Adaption gibt es leider nicht.

Die Donationware (50 Tage kostenfrei) Paddy for Lightroom ist die bislang einzige (vergleichbare) Alternative für das Windows-System. Grundsätzlich können mit Paddy auch eigene Tastaturkürzel und MIDI-Mappings für den Behringer BCF-2000 (und andere Hardware-Controller) erstellt werden, jedoch fehlt eine Möglichkeit, den BCF in mehreren Modi zu programmieren. Laut Website sind Lightroom-Versionen bis 4.x unterstützt.

Knobroom ist eine weitere Lösung für den Mac, bei der die Entwicklung jedoch im Herbst 2012 bei Version 0.2 stehen geblieben ist. In diesem Stadium des Plug-Ins ist es auch nur möglich, einzelne MIDI-Controller-Daten einem Parameter in Lightroom zuzuweisen.

motibodo vertreibt mit dem motibodoBoard (395 USD) und dem motibodoSkin (325 USD) eine tastaturbasierte Lösung. Das komplette Keyboard oder das Silikon-Skin für die bestehende Tastatur mit entsprechender Software für Lightroom bieten vordefinierte Tastaturkürzel für die wichtigsten Funktionen an. Jedoch ist der Preis in meinen Augen in keiner Weise gerechtfertigt.

Fazit

Wie eingangs schon erwähnt, kam ich aus dem Urlaub mit knapp 1500 Bildern zurück, welche auch gleich als Teststrecke für PFixer.Lr und das Behringer-Panel herhalten mussten. In Rekordzeit waren die Bilder entwickelt und das oft auf eine ganz andere Weise, als ich es gewohnt war. Wenn man erst einmal die Möglichkeit hat, an Belichtung, Highlights und Curves gleichzeitig zu schrauben und die Wechselwirkung sieht, löst man einige Belichtungsaufgaben auf anderem Wege als sonst. Auch mag ich es sehr, die Parameter von Hue und Sat im direkten Zugriff zu haben und schnell eine selektive Farbkorrektur zu machen.

Sicherlich gibt es an dem System Verbesserungspunkte, aber für knapp 280 € (Software, Overlay, BCF-2000) hat man ein ordentliches Hardware-Control-System für Lightroom.

Mittlerweile steht auch ein Behringer BCR-2000 auf meinem Schreibtisch. Dafür habe ich ein eigenes Overlay gebastelt und habe direkten Zugriff auf SAT, LUM und HUE ohne zwischen den Modi zu wechseln.

Wünschenswert wäre es, wenn in Folgeversionen von PFixer.Lr noch die Unterstützung für weitere Programme (Photoshop, CaptureOne Pro und ACR) eingebaut würde.

…und mein iPad hat mittlerweile seine Berechtigung für andere Aufgaben.

* Affiliate

Rezension: Portraiture (Retusche-Plugin für Photoshop, Lightroom und Aperture)

Bei der Bildbearbeitung für die Stockfotografie geht es vor allem um Schnelligkeit. Während Leute wie Calvin Hollywood oder DOCMA-Abonnenten gerne 3-4 Stunden an einem Bild sitzen und stolz darauf sind*, ist das keine Option bei den niedrigen Preisen, die im Microstock-Bereich erzielt werden.

Deshalb wurde ich schnell hellhörig, als ich in einer Facebook-Gruppe für Stockfotografen von einem Retusche-Plugin für Photoshop gelesen habe. Das nennt sich Portraiture von der Firma Imagenomic und ist als Plugin für Lightroom, Photoshop oder Aperture erhältlich.

Wenn wir uns die möglichen Einstellungen anschauen, sehen wir viele Regler:


Im Vorschau-Fenster in der Mitte sind mit einem Rechtsklick noch mehr Auswahlmöglichkeiten vorhanden, zum Beispiel ob man im Split-Screen lieber das vorläufige Ergebnis sehen will oder lieber die aktuell selektierten Hauttöne. Die automatische Hauterkennung funktioniert zuverlässig und wer will, kann in den beiden Farbfeldern links leicht den Farbraum etwas verschieben, der dann wahlweise auch für die gesamte Fotoserie beibehalten wird.

Oben links gibt es einige Presets zur Auswahl, die mir aus zwei Gründen vollkommen ausreichen: Die Presets heißen Default, Normal, Medium und High und sind im Grunde ähnlich mit immer stärker ansteigender Hautglättung. Dazu kommen zusätzliche Einstellungen fütr Glamour, Lowkey und Highkey, die mir aber nicht zusagen. Wer will, kann gerne an allen Reglern drehen und eigene Presets abspeichern, aber da es mir bei der Bildbearbeitung vor allem um Schnelligkeit geht, reicht mir meist das Default- oder Normal-Preset. Hier ein Vergleich der Presets (Normal habe ich weggelassen):

Sehr komfortabel finde ich auch, dass die Möglichkeit besteht, die Ergebnisse als neue Ebene, wahlweise mit oder ohne Transparenzmaske abzuspeichern. Ich wähle immer „neue Ebene mit Transparenzmaske“, denn so kann ich durch eine Änderung der Ebenentransparenz in Photoshop in Sekundenbruchteilen die Stärke des Filters nachträglich reduzieren.

Portraiture ist nicht das einzige Werkzeug, welches eine bequeme Hautretusche verspricht. Vom System her gut finde ich beispielsweise auch Portrait Professional, was aber drei gewichtige Nachteile hat. Vor der Nutzung müssen die Koordinaten von Mundwinkeln, Augen, Nase etc. angegeben werden, weil das Programm auch die Kopfform nach gängigen Schönheitsidealen verändern kann. Das geht zwar sehr intuitiv, dauert aber trotzdem ca. eine Minute. Außerdem ist das Programm nicht als Plugin erhältlich, was den Workflow umständlicher macht und – sehr nervend – die Testversion stürzte bei mir gelegentlich ab.

Genau diese drei Punkte sind im Umkehrschluss die Dinge, die mich bei Portraiture überzeugt haben.

Es geht superschnell, also im besten Falle bin ich mit drei Klicks (Filter/Portraiture/OK) fertig, da die automatische Hauterkennung und das Default-Preset gute Dienste leisten. Das Ergebnis kann ich notfalls nachträglich ebenso schnell durch eine Veränderung der Ebenentransparenz reduzieren und das Programm läuft stabil. Genau das Richtige für Stockfotografen, die schnell viele Bilder einer Serie mit Models retuschieren müssen.

Kleine Einschränkungen

Es gibt zwei kleine Einschränkungen von Portraiture, die man kennen sollte, die aber wenig an der Nützlichkeit des Programms ändern. Erstens hat das Tool keine „Gesichtserkennung“, sondern die Hauterkennung funktioniert über einen Farbbereich. Das bedeutet, dass Motivteile im Bild wie Wände oder Kleidung, die ähnliche Farbbereiche wie die Haut aufweisen, ebenfalls von Portraiture bearbeitet werden. Hier kommt wieder der Vorteil der neuen Ebene mit Transparenzmaske zum Tragen, denn mit dem Radiergummi-Werkzeug kann ich schnell Bildbereiche entfernen. Bei unscharfen Dingen im Hintergrund habe ich jedoch den Eindruck, dass Portraiture durch die Weichzeichnung wie eine Art Rauschreduzierung wirkt, weshalb ich den Effekt manchmal sogar ganz hilfreich finde.

Die zweite Einschränkung ist, dass Portraiture keine großen Pickel, Muttermale, Leberflecke oder ins Gesicht hängende Haare entfernt, wie man im zweiten Beispielbild gut sehen kann. Deshalb entferne ich diese „groben Makel“ vor der Anwendung von Portraiture.

Unterm Strich

Portraiture ist auch trotz des happigen Preises von ca. 200 Dollar eine gute Empfehlung für Stockfotografen. Auch wer Auftragsportraits, Hochzeiten oder Akt fotografiert, wird das Plugin zu schätzen lernen, da es im Gegensatz zu einigen anderen Hautglättungswerkzeugen sehr schnell und leicht ein trotzdem realistisches Ergebnis liefert.

Wie retuschiert ihr die Haut bei Stockfotos und welche Hilfsmittel nehmt ihr dafür?

(* Die Ergebnisse sehen dann oft auch sehr beeindruckend aus, aber für Stock dauert es eben zu lange.)