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Bildagenturen

Frag den Fotograf: Welche Bildagentur für Texturen?

Die paar Tagen hatte ich wieder eine Frage in meinem Email-Postfach, diesmal von Eva Maria:

“Lieber Robert,

durch Deinen Hinweis im Foto-Talk bin ich auf Dein Buch* aufmerksam geworden. Auch wenn ich gerade erst mal 100 Seiten gelesen habe, kann ich Dir nur gratulieren. Schon allein an der sauberen Strukturierung merkt man, dass hier ein Thema genauso angegangen wurde wie eine wissenschaftliche Arbeit an der Uni. Die intensive Auseinandersetzung mit den Themen ist ganz nach meinem Geschmack und – ich denke, das ist auch Deine Ziel – beschreibt nicht nur einfach, sondern gibt dem Leser eine Art Handwerkszeug, wie er selbst an sein Projekt “Stockfotografie” herangehen kann.

Ich selbst habe mit der Stockfotografie eigentlich das Fotografieren an sich gelernt, ein paar Bilder verkauft, aber inzwischen viel mehr Spaß an etwas künstlerischer Fotografie (die “gefragten” Themen wie People sind weniger mein Ding). Dennoch – Dein Hinweis auf die Nachfrage nach Texturen hat mich schon aufmerksam gemacht. Hast Du da vielleicht einen Tip, bei welcher Agentur man so etwas besonders gut unterbringen kann und wo Texturen besonders gut nachgefragt und verkauft werden? Ich arbeite bisher nur mit Digitalstock und für Landschaftsbilder, die so nebenbei “abfallen”, plane ich demnächst eine Bewerbung bei Imagebroker (als Ersatz für Polylooks und Zoonar, die demnächst gekündigt werden).  Aber ich glaube kaum, dass das die richtigen für Texturen sind. Was meinst Du?

Ich würde mich freuen, wenn Du mir hier einen Hinweis geben könntest – im voraus schon mal allerbesten Dank.”

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Meine Erfahrung ist, dass sich Texturen vor allem in Abonnements verkaufen. Dementsprechend hat Shutterstock* beim Verkauf von Texturen und Hintergründen als größte Abo-Agentur die Nase vorn. Auch der Vergleich der Bestseller von 123rf, sortiert nach Credit-Downloads und Abo-Downloads zeigt, dass im Abo-Bereich Texturen gefragter sind. Wer solche Fotos bei Bildagenturen im Programm hat, die den Fotografen entscheiden lassen, ob er ein Bild für das Abo-Programm freigibt oder nicht, der sollte darauf achten, dass die Option dafür aktiviert ist.

Woran liegt das, dass Texturen im Abo-Modell beliebter sind? Meine Vermutung ist: Wer als Grafiker einen Hintergrund braucht, ist selten gewillt, dafür viel zu bezahlen, schließlich soll das Foto nur als Hintergrund benutzt werden und nicht der Blickfang sein. Dazu kommt, dass die gleichen Grafiker aber auch viele Hintergründe und Texturen brauchen, weil sie Ausschnitte machen, Collagen, verschiedene Hintergründe kombinieren und so weiter. Entsprechend häufig haben diese Grafiker auch ein Abonnement bei einer Bildagentur und laden vorsorglich lieber etwas mehr Texturen runter. Wer weiß, wann die mal gebraucht werden.

Was sagt ihr? Wo verkaufen sich eure Texturen am besten?

* Affiliate-Link
Bildagenturen

Meine Bestseller-Fotos 2009

Letzte Woche hatte ich einen Artikel über die meistverkauftesten Fotos verschiedener Bildagenturen 2009. In den Kommentaren tauchte mehrmals die Frage auf, welche meiner Fotos sich 2009 am besten verkäuft hätten. Ja, warum nicht mal nachschauen?

Die Mitarbeiter von Fotolia und iStockphoto haben sich die Mühe gemacht (Danke Murat und Sven Ole), mal zu filtern, welche meiner Fotos in deren Microstock-Agenturen am gefragtesten waren.

Meine Topseller 2009 bei Fotolia

Nachdenklicher Mann
Mann mit Gedankenblase

2009 wurde das Foto 280x runtergeladen.

Mann trägt Frau huckepack
Huckepack tragen

Dieses Foto wurde im letzten Jahr 86x verkauft.

Frau mit Klemmbrett
Lachende Frau mit Klemmbrett

Den dritten Platz erzielte dieses Foto 2009 mit 64 Downloads.

Interessanterweise sind von meinen zehn bestverkauftesten Fotolia-Fotos 7, die im Dezember 2008 während eines Workshops mit Yuri Arcurs entstanden sind. Das kann zweierlei bedeuten. Entweder ist die Bedeutung richtig gewählter, professioneller Models mit dazu passender Visagistin und Stylistin sehr wichtig für die Verkäuflichkeit von Bildern oder – da alle diese Fotos exklusiv über Fotolia angeboten werden – es gibt eine Bevorzugung exklusiver Fotos in den Suchergebnissen. Wahrscheinlich wird es eine Kombination aus beidem sein.

Meine Topseller 2009 bei iStockphoto

Schaufensterpuppen
Schaufensterpuppen

Mit 71 Downloads liegt dieses Bild 2009 vorn. Ironischerweise musste dieser Laden, der im August 2008 geöffnet wurde, vor einigen Wochen wieder schließen. Schade drum, ich hatte geplant, dort noch einige Fotos zu machen.

Frau mit Fieberthermometer
Mit Grippe im Bett

Lag es an der Schweinegrippe? Das Fototo wurde 2009 45x runtergeladen.

Lachende Frau mit Klemmbrett
Grinsen und notieren

Ebenfalls 45 Downloads konnte das Foto verbuchen, bei Fotolia in der vertikalen Variante beliebt, bei iStockphoto in der horizontalen.

Obwohl ich bei iStockphoto keine exklusiven Bilder habe, verkaufen sich dort oft ganz andere Motive gut als bei anderen Agenturen. Ich vermute, dass das am Kontrollierten Vokabular liegt, welches die Suchanfragen der Käufer ganz anders filtert als ein offenes System.

Meine Macrostock-Besteller

Mutter liest vor
Den Kindern vorlesen

Dieses Foto wurde 2009 insgesamt 10x verkauft.

Frau mit Tabletten
Durchblick bei vielen Medikamenten

2009 wurde auch das Foto 10x runtergeladen.

Frau hört Musik
Wohnen und hören

Das Foto auf dem dritten Platz schaffte 2009 noch 5 Downloads.

Hier zeigt sich auch der Unterschied zwischen Microstock und Macrostock. Die Verkaufszahlen sind deutlich geringer. Ungefähr 1/10 der Microstock-Verkäufe. Die Umsätze mit den Bildern können jedoch mit denen der Microstock-Bestseller mithalten bzw. übertreffen sie sogar. Außerdem gibt es im Macrostock-Bereich bei mir Fotos, die sich nur 3x oder 4x verkauft haben, jedoch mehr Einnahmen als das Foto mit 10x Verkäufen generiert haben. Die Schwankungen sind viel stärker. Wenn ich jedoch die Entwicklung von 2008 zu 2009 vergleiche, sind die Einnahmen pro Macrostock-Verkauf deutlich zurückgegangen.

Bildagenturen

Die Bestseller-Fotos von 2009

In den letzten Wochen gab es sowohl von der Bildagentur istockphoto als auch von Fotolia Pressemeldungen, in denen deren erfolgreichste Bilder 2009 vorgestellt wurden. Das brachte mich auf die Idee, auch bei einigen anderen Agenturen zu fragen, welche Bilder sich dort 2009 am besten verkauft haben.

Corbis

Unsortiert hier die fünf bestverkauftesten Fotos von Corbis aus dem Bereich “Creative”, nur RM-Fotos, also ohne Editorial- oder RF-Fotos.

© Simon Jarratt/Corbis

© Simon Jarratt/Corbis

© Richard Schultz/Corbis

© Richard Schultz/Corbis

© Bernd Vogel/Corbis

© Bernd Vogel/Corbis

© Louis Moses/Corbis

© Louis Moses/Corbis

© Kate Kunz/Corbis

© Kate Kunz/Corbis

Deutlich zu sehen ist die Dominanz der Themen Business und Natur, gerne auch in Kombination. Interessant finde ich, dass “technische Mängel” wie starke Vignettierung und Schlagschatten, was vor allem bei Microstock-Agenturen ein Ablehnungsgrund wäre, der Verkäuflichkeit nicht hinderlich ist.

Shutterstock

Die Bildagentur Shutterstock hat mir die 15 bestverkauftesten Fotos (Illustrationen und Vektoren nicht berücksichtigt) zugesandt, von denen ich diese fünf repräsentativsten rausgesucht habe.

© Yuri Arcurs/Shutterstock

© Yuri Arcurs/Shutterstock

© Denis Vrublevski/Shutterstock

© Denis Vrublevski/Shutterstock

© Ilja Mašík/Shutterstock

© Ilja Mašík/Shutterstock

© Mark Cinotti/Shutterstock

© Mark Cinotti/Shutterstock

© Gilles Lougassi/Shutterstock

© Gilles Lougassi/Shutterstock

Bei der Agentur, die nur Abonnement-Modelle anbietet, liegen ganz “klassische” Motive vorne, gerne auch Hintergründe und Texturen wie die hier abgebildeten Wassertropfen oder Bienenwaben und ein Lederpolster. Von den 15 Bildern sind nur fünf mit Menschen, davon die gezeigten Fotos mit Familie und Arzt, noch ein Bergsteiger, ein Kind und eine schöne Frau. Es gibt sogar ein offizielles Statement, welche Bilder 2009 am gefragtesten waren:

“Die Download-Zahlen aus dem Jahr 2009 zeigen ein erhöhtes Interesse an grünen und alternativen Energien. Darüber hinaus gab es eine Bewegung weg von inszenierten, portraitartigen Bildern hin zu Bildern mit Menschen, die natürlich handeln. Fotos mit Natur-Sets und beruflichen Sets erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie schon in den letzten Jahren.”

Getty Images

Getty wollte mir die meistverkauftesten Bilder nicht zeigen, dafür aber die meistgesuchten Creative-Bilder 2009. Nicht berücksichtigt sind wieder Editorial-Bilder.

© Siri Stafford/Getty Images

© Siri Stafford/Getty Images

© Charles Gullung/Getty Images

© Charles Gullung/Getty Images

© Tanya Johnston Illustration & Design/Getty Images

© Tanya Johnston Illustration & Design/Getty Images

© Michael Hall/Getty Images

© Michael Hall/Getty Images

© Antoine Rouleau/Getty Images

© Antoine Rouleau/Getty Images

Alle der fünf gezeigten Fotos sind RM-Bilder, was die im Vergleich zu den RF-Bestsellern der anderen Agenturen skurileren Motive und schnappschussmäßigere Anmutung der Bilder erklärt. Das letzte Fotos ist übrigens aus der Flickr-Collection. Erstaunt bin ich vor allem über die Dreieck-Illustration. Danach suchen Kunden? Da habe ich noch einiges zu lernen.

Fotolia

Der Vollständigkeit halber hier auch noch die Bestseller, die schon in den anderen Blogs etc. vorgestellt wurden.

© Pressmaster - Fotolia.com

© Pressmaster - Fotolia.com

© Ioannis Kounadeas - Fotolia.com

© Ioannis Kounadeas - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

Allein diese drei gezeigten Fotos wurden zusammen fast 10.000 runtergeladen. Konservativ kalkuliert müsste damit der Fotograf mit jedem dieser Bilder mindestens 3000 Euro verdient haben. Gefragt sind anscheinend vor allem Grppenaufnahmen, von Familien und Business-Leuten.

iStockphoto

Die Microstock-Tochter von Getty Images ist nicht so geheimniskrämerisch und zeigt ebenfalls deren vier meistverkaufteste Motive 2009, diesmal sogar nach Beliebtheit sortiert.

© panorios/iStockphoto

© panorios/iStockphoto

© anouchka/iStockphoto

© anouchka/iStockphoto

© Andresr/iStockphoto

© Andresr/iStockphoto

© H-Gall/iStockphoto

© H-Gall/iStockphoto

Die Themen Natur, Business, Gruppen sind auch hier am gefragtesten. Die ersten drei Fotos haben sich nach Angaben der Bildagentur zusammen fast 20.000 Mal verkauft. Wenn die Angaben beider Bildagenturen stimmen, hätte damit iStockphoto gegenüber Fotolia deutlich die Nase vorn. Das vierte Foto ist übrigens von einem deutschen Fotografen. Interessant ist auch zu sehen, wie zum Beispiel das zweite Bild mit der entspannten Frau auf verschiedene Weise von Kunden eingesetzt wurde.

123rf

Die beliebtesten Fotos 2009 stellt auch die Bildagentur 123rf vor, jeweils getrennt nach “per Credit”-Downloads und Abo-Verkäufen. Deutlich wird zum Beispiel, dass den Abo-Kunden Hintergründe, Texturen und Icons wichtiger sind als den Gelegenheitskäufern.

© 123rf

© 123rf

Die gesamten Bilder in groß und anklickbar gibt es in diesem Blogbeitrag der Bildagentur.

Was sagt ihr zu der Zusammenstellung? Überrascht? Altbekannt? Welche Trends vermutet ihr für 2010?

Bildagenturen

Auswirkungen der Preisänderungen bei Fotolia

Zum Beginn des Jahres hatte die Microstock-Bildagentur Fotolia ihre Preisstruktur geändert. Kurz gesagt wurden die Preise etwas erhöht und Bildgrößen zusammengefasst und die Fotografenhonorare meist etwas gesenkt. Fotolia hat behauptet, dass unter dem Strich mehr Geld für die Fotografen bleiben würde, was in Fotografen-Foren eher bezweifelt wurde. Deswegen habe ich mal wieder in meine Zahlen geschaut und kann euch handfeste Ergebnisse nennen.

Mein Verdienst bei Fotolia pro Verkauf (RPD = Revenue per Download) lag in den letzten drei Monaten 2009 zwischen 1,06 und 1,08 Euro. Im Januar 2010 lag mein Verdienst pro Verkauf bei 1,11 Euro. Das ist eine minimale Steigerung. Als Grundlage habe ich nur die “normalen” Verkäufe genommen, einige Erweiterte Lizenzen habe ich nicht berücksichtigt, da sie die RPD-Werte verfälschen würden. Da sich sowohl meine Verkäufe als auch meine Einnahmen im hohen dreistelligen Bereich bewegen, sind diese Werte statistisch gesehen sehr “sicher”. Fairerweise muss ich jedoch sagen, dass meine RPD-Werte Anfang 2009 eher um 1,25 Euro lagen, was sicher damit zu tun hat, dass ich zu der Zeit mehr exklusive Fotos eingestellt hatte, die höhere Einnahmen erzielen.

Revenue per Download bei Fotolia

Übrigens hat Fotolia am Montag den Wert eines Credits von 1 Euro auf 1,20 Euro angehoben. Wie es scheint, betrifft das aber nur den Wert der Credits für Käufer, die Fotografen tauschen die Credits 1:1 zurück.


Habt ihr mal nachgerechnet, wie sich Euer RPD bei Fotolia entwickelt hat?

Bildagenturen

Werbegeschenke von Bildagenturen

Durch Zufall landete vor paar Wochen ein Päckchen mit Werbematerial verschiedener Bildagenturen auf meinem Schreibtisch. Okay, nicht zufällig, sondern weil ich im fotos-verkaufen-Blog von Amos an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte. Das Zeug liegt jetzt hier und da ich nicht recht weiß, was ich sonst damit anfangen soll, schreibe ich darüber.

Nicht bierernst, aber vielleicht trotzdem hilfreich für andere Agenturen, die sich bei ihren Werbegeschenken nicht zwischen Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und Thermoskanne entscheiden können. Auf einer Skala von 0 bis 5 bewerte ich auch den Hipness-Faktor und die Nützlichkeit.

fotolia-gimmick-01

Fotolia verteilt an Kunden und Geschäftspartner Brillenputztücher. Als Vegetarier finde ich das Motiv nicht so gut gewählt. Hier wird gleich eine Tücke von Give-Aways deutlich: Die auf dem Tuch erwähnten 5 Millionen sind schon längst passé. Mittlerweile hat die Agentur über 8 Millionen Bilder. Da ich als echter Nerd eine Brille trage, kommt das Tuch wirklich ab und zu zum Einsatz und auch in meiner Fototasche stecken zwei der Tücher, die auch ebenfalls schon benutzt habe. Auf einigen der Tücher ist auch ein Aufkleber, mit dem Bildkäufer fünf Credits geschenkt bekommen können. Das nenne ich Mehrwert.

Hipness-Faktor: 1
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 5

shutterstock-gimmick-02

Beim Werbegeschenk von Shutterstock musste ich erst grübeln, was das sein soll. Erkennt ihr es? Es ist Lippenbalsam mit Minzgeschmack! Mit Vitamin E, Aloae Vera und Sonnenschutzfaktor 15. Da muss man erst mal drauf kommen. Mit Fotografie hat das wenig zu tun, aber ich gebe zu, dass ich es im Winter ausprobiert habe. Schmeckt echt gut und damit küsst es sich besser als mit diesen fettigen Labello-Dingern.

Hipness-Faktor: 2
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 0

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istockphoto hat mich enttäuscht. Schon als Kind haben mich diese Schiebe-Puzzles frustriert und gelangweilt. Dazu kommt, dass ich keinen Zusammenhang zwischen dem Werbeslogan “Finde das Richtige” und den Bildern erkennen kann. Auch die Bildwahl würde mich als Kunde nicht zur Agentur locken. Aber da diese Puzzles in Zeiten von Handy und Java-Games total retro sind, bekommen sie paar Coolness-Punkte.

Hipness-Faktor: 3
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 0

shutterstock-gimmick-01

Richtig hip sind jedoch die Ansteck-Buttons von Shutterstock. Ich sehe schon, wie sich die Designer prügeln, wenn Shutterstock-Mitarbeiter die Dinger bei der Photokina in die Menge schmeißen… :-)
Einige der Motive eignen sich für Fotografen auch gut als Accessorie, um Models den jugendlichen oder Punker-Look zu verpassen. Etwas kritisch sind höchstens die Slogans “More white space”. Das könnte glatt als rassistisch gelten.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 1
Nützlichkeit für Fotografen: 3

fotolia-gimmick-02

Zuerst dachte ich, Fotolia hätte sich nicht lumpen lassen und mir eine Mini-Kamera geschenkt. Aber wer durch den Sucher des ca. zehn Zentimeter breiten Apparats schaut und auf den Auflöser drückt, bekommt eine Dia-Show mit zehn Motiven aus der Bildagentur zu sehen. Ich war mir erst nicht sicher, was ich damit anfangen soll, aber dann dachte ich mir, dass die kleine Kamera eine gute Requisite abgäbe. Sie geht nicht kaputt (bzw. und selbst wenn, wäre es nicht so tragisch) und nicht nur kindliche Models schauen bestimmt eine Weile interessiert durch den Sucher.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 0
Nützlichkeit für Fotografen: 5

Aus anderen Quellen kenne ich noch einige weitere Gimmicks von Agenturen, die ebenfalls erwähnenswert sind.

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Foto: Getty Images

Getty Images verschickt an seine Kunden ein kleines Taschenbuch im DinA6-Format mit dem Titel “Der Doppelmord in der Rue Morgue“. Literatur-Kenner merken jetzt, dass das doch der Krimi von Edgar Allan Poe ist, abgedruckt leider nur in einer gekürzten Fassung. Auch das Ende fehlt. Das können die Krimi-Fans dann auf der Webseite von Getty Images lesen. Das ist clever gemacht und erfüllt das Kriterium eines guten Werbegeschenks: Den Kunden an die Firma zu binden und idealerweise zu einem Kauf anzuregen.

Hipness-Faktor: 4
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 0

Die kleine Bildagentur Apply Pictures verschickte vorletzte Weihnachten an Bestandskunden echte Handschellen. Der beiliegende Flyer erklärte den Grund: “Unsere Bilder werden sie fesseln”. Die Materialkosten für so ein Geschenk sind hoch, aber die Agentur bleibt in Erinnerung. Und hätte ich nicht nur ein Bild der Handschellen, sondern gleich die echten Handschellen bekommen, würden sie jetzt in meinem Requisitenschrank liegen und des öfteren zum Einsatz kommen.

Hipness-Faktor: 5
Nützlichkeit allgemein: 2
Nützlichkeit für Fotografen: 5

mauritius-lineal

Mauritius Images verschickte vor einer Weile ein Lineal an einige Kunden. Nicht irgendein Lineal, sondern ein 30cm-Teil aus Aluminium und mit drei Seiten, auf denen insgesamt 5 verschiedene Maßstäbe angebracht waren (1:10, 1:25, 1:100 usw.) Das ist für die Zielgruppe Fotografen und noch mehr für Designer sehr praktisch und ich habe es schon benutzt, um verkleinerte Skizzen zu zeichnen.

Hipness-Faktor: 0
Nützlichkeit allgemein: 5
Nützlichkeit für Fotografen: 5

Welche Werbegeschenke welcher Agenturen sind Euch am meisten in Erinnerung geblieben. Und warum?

Bildagenturen

Frag den Fotograf: Gibt es Bildagenturen für Adult-Motive?

Bevor ihr weiter lest, ein wichtiger Hinweis. Das Thema heute ist nur für Erwachsene und bei vielen Links in diesem Artikel erwarten Euch freizügige Inhalte und Bilder, die nicht für Minderjährige bestimmt sind. Deshalb: Lesen und Klicken diesmal bitte nur für Erwachsene.

Letzte Woche erreichte mich diese Mail aus Süddeutschland.

“Servus Robert,

ich bin erst vor kurzem auf deinem Blog gestoßen. Dies hat mich wieder ermutigt mehr Bilder in meine Agenturen zu stellen.

Was ich aber bisher noch nicht herausgefunden habe, wo kann ich Erotik, Adult oder Pornart anbieten?

Ich hoffe das Thema ist nicht zu unseriös, aber ich denke das die vielen Adult-Websites doch auch Content benötigen.

mit freundlichen Grüßen…”

Lebensechte Gummipuppe auf der AVN Adult Entertainment Expo in Las Legas (Foto: Dkimke/Flickr)

Lebensechte Gummipuppe auf der AVN Adult Entertainment Expo in Las Legas (Foto: Dklimke/Flickr)

Die Überlegung ist richtig. Die “normalen” Bildagenturen nehmen zwar auch Aktfotos u.ä. an, verbieten aber die Nutzung für pornographische Zwecke. Deswegen werden dort solche Motive selten verkauft. Explizite Motive wie die Darstellung primärer Geschlechtsorgane oder des Geschlechtsakts werden gar nicht erst angenommen. Trotzdem gibt es massenweise Pornoseiten im Internet, von denen nicht alle ihr Material selbst filmen und fotografieren. Auch dafür gibt es Spezial-Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, sogenannten “adult content” anzubieten, meist Bilderserien eines Models, was sich entkleidet und mit einem anderen Model intim wird.

2002 hatte ich ein Interview mit einem Gestalter von Pornoseiten geführt. Dieser erzählte mir, dass er für mehrere hundert Euro im Monat Bildlizenzen kaufe. Besonders erwähnt wurde da der Erotik-Fotograf David Lace, auf dessen Webseite sich übrigens gute Model-Tipps für die Aktfotografie finden. Auch dieser Nischenmarkt hat sich gewandelt und ist offener geworden. Immer öfter gleichen die Adult-Bildagenturen den klassischen Microstock-Agenturen, mit Credits und der Suche nach Hobby-Fotografen. Hier eine Auswahl von Agenturen, die sich auf den Vertrieb von “Adult Material” spezialisiert haben.

Ich bin bei diesen Agenturen weder Kunde noch Lieferant, kann deshalb keine Erfahrungen aus erster Hand weitergeben. Aber vielleicht melden sich Fotografen in den Kommentaren, die Erfahrungen mit diesen oder anderen Agenturen gemacht haben:

Wer mit dem Gedanken spielt, solches Bildmaterial zu verkaufen, muss sich über zwei Dinge im Klaren sein. Es reicht nicht, die üblichen Model-Releases zu nutzen, sondern die Model-Verträge müssen sehr weit gefasst sein, damit eben auch die pornografische Nutzung der Bilder vom Model erlaubt wird. In diesem dafür vorgesehenen Modelvertrag liest sich das dann beispielsweise so (beachtet die von mir unterstrichene Stelle):

“I further release, discharge, and agree to defend the photographer, her legal representatives, agents, licensees, successors and assigns, and all parties acting under their permission, or with authority from them, or those for whom they are acting, from any claims for remuneration associated with any form of damage, foreseen or unforeseen, associated with the proper commercial or artistic use of these images even should the same subject me to ridicule, scandal, scorn or indignity, and from any liability as a result of any distortion, blurring, or alteration, optical illusions or use in composite form, either intentionally or otherwise, that may occur or be reproduced in the taking, processing or reproduction of the finished product, or its publication or distribution, or which may arise from any breach of any warranty, representation, covenant or agreement made by me.”

Der Fotograf sollte dem Model klar machen, worauf es sich einlässt und dass die Bilder – einmal im Internet – sich kaum noch “entfernen” lassen.

Außerdem verlangen die Adult-Agenturen, dass der Fotograf alle Dokumente nachweisen und einreichen kann, um den us-amerikanischen “2257 Regulations” zu entsprechen. Kurz gesagt reguliert dieses Gesetz den Umgang mit erotischen Fotos und fordert u.a. von den Fotografen, dass diese bei jedem Model nachweisen können, dass es zum Zeitpunkt des Shootings volljährig war. Am einfachsten geht das, indem das Model mit einem lesbaren Ausweis in der Hand fotografiert wird. Beispiele finden sich unten auf dieser Seite.

Wer kann dem Fragesteller weitere Tipps geben?

Bildagenturen

Kategorien in Bildagenturen abschaffen oder ändern

Die letzten Tage habe ich wieder eine Fotoserie mit über 100 Fotos zu verschiedenen Bildagenturen hochgeladen. Es fühlt sich dabei immer so an als würde das Sortieren der Fotos in die vorgegebenen Kategorien der Bildagenturen die meiste Zeit fressen. Deshalb plädiere ich hier öffentlich für die Abschaffung oder Änderung der bestehenden Kategorie-Systeme bei Bildagenturen.

Meine Gründe:

  1. Vor einigen Monaten hatte ich im Blog diese Umfrage unter Bildagenturen gemacht, welchen Sinn deren Bildkategorien haben. Die Hauptantwort war, dass vor allem unerfahrene Bildkäufer die Kategorien nutzen, um erst mal durch das Angebot “zu stöbern”. Mittlerweile denke ich, dass die meisten Bildkäufer das Prinzip von Online-Bildagenturen, Keyword-Systemen und Microstock-Anbietern verstanden haben.
  2. In der gleichen Umfrage gaben viele Bildagenturen zu, dass im Vergleich zur Stichwortsuche die Kategorien nur einen kleinen Teil der Umsätze ausmachen.
  3. Vor allem für professionelle Fotografen, die regelmäßig Bildagenturen mit vielen und guten Fotos beliefern, steigern die Pflichtkategorien den Aufwand für das Einstellen von Fotos enorm. Diese Fotografen und Bilder sind jedoch meist identisch mit denen, an denen die Bildagenturen am meisten verdienen. Eine Bildagentur, die die Kategoriezuordnung nicht den Fotografen aufbürdet, würden deren Workflow optimieren und die Agentur für Fotografen attraktiver machen.
  4. Vor allem in Microstock-Agenturen mit mehreren Millionen Fotos im Angebot verliert das urprüngliche Ziel von kategorien, die Bildermengen sinnvoll zu begrenzen, mittlerweile ins Leere. Bei Fotolia sind in der Kategorie Frau über eine halbe Million Foto zu finden, die Katogorie “Kinder” bei iStockphoto liefert über 180.000 Treffer und die Kategorie “Menschen” bei Shutterstock enthält über 1,7 Millionen Bilder. Kategorien sind nicht mehr übersichtlich.

Trotz dieser vier Gründe gibt es einen simplen Grund, Kategorien beizubehalten: Sie werden genutzt. Das bedeutet, dass damit auch einige Verkäufe erzielt werden, die sonst vielleicht nicht zustande gekommen wären. Aber lohnen sich die paar zusätzlichen Bilder im Vergleich zur Arbeitszeit der Fotografen? Ich sage nein!

Deshalb plädiere ich – wenn Bildagenturen Kategorien beibehalten wollen – für ein automatisches System.

Ein automatisches System würde so funktionieren: In den Kategorien werden automatisch nur die Fotos angezeigt, die auch den Kategoriebegriff als Suchbegriff verwenden.Das Wort “Frau” bei einem Foto würde dafür sorgen, dass es z.B. in die Kategorie “Mensch” oder “Frau” sortiert wird. Der Begriff “Wald” würde zu einem Zuweisen der Kategorien “Natur” und “Wald” führen und so weiter. Die Anzeigeergebnisse der Kategorie “Menschen” bei Shutterstock und die Suchergebnisse für das Wort “People” dort sind ja auch fast identisch. So ist es bei vielen Bildagenturen.

Neben dieser automatischen Zuordnung sehe ich vor allem bei den Macrostock-Agenturen noch einen anderen “Trend”. Statt fester Kategorien gibt es dort “Trendthemen” (Mauritius Images), “Bildgalerien” (Corbis), “Our Pics” (Age Fotostock), “Selections” (Action Press), “Dossiers” (Ullstein Bild) und so weiter. Das sind im Grunde nichts anders als wechselnde Kategorien (meist zu aktuellen Themen), die von den Bildredakteuren der Agenturen handverlesen werden. So können die Neukunden weiterhin stöbern, entdecken und sich inspirieren lassen, ohne von zu vielen Bildern erschlagen werden.

Die Ironie des Ganzen: Ich bin mir sehr sicher, dass die Bildredakteure beim Auswählen der Fotos für diese “wechselnden Kategorien” auch erst ein Stichwort in ihre Suchmaschine eingeben, zum Beispiel “Valentinstag”, “Olympia”, “Herbst” und so weiter. Wenn die das können, schaffen das die Bildkäufer auch.

In diesem Sinne: Bitte, Bildagenturen, schafft die Kategorien ab! Oder ändert Euer System.

Was sagt ihr dazu? Stört euch das ebenfalls? Wie könnten die Kategoriesysteme verbessert werden? Ich freue mich auch über Beiträge aus Käufersicht oder von den Agenturen.

Bildagenturen

Neues von Fotolia: Steuern, Preise und Honorare

Alles neu macht diesmal nicht der Mai, sondern der Januar.

Bei der Microstock-Bildagentur Fotolia gibt es gleich drei – mehr oder weniger erfreuliche – Nachrichten zum Jahresbeginn. Wenn die Meldung, dass die Bilder im Fotolia-Portfolio jetzt die 8-Millionen-Marke überschritten haben, mitgerechnet wird, sind es sogar vier Neuigkeiten.

Sparen und recnen

1. Steuern auf US-Verkäufe

Schon im November habe ich hier gemeldet, dass Fotolia wie die Agentur Shutterstock einige Monate vorher das Ausfüllen des W-8BEN-Formulares verlangt, um Steuern von us-amerikanischen Käufern korrekt abrechnen zu können. Zuerst schien es, das sei ausreichend. Aber im Fotolia-Forum schälte sich nun heraus, dass das nicht stimmt. Zur Zeit ist der Stand (nur für deutsche Fotografen gültig) folgender: Wer kein Formular ausfüllt, dem werden von allen Verkäufen 30% Quellensteuer abgezogen. Wer nur das W8-BEN-Formular ausfüllt, dem werden nur auf die US-Verkäufe 30% Steuern abgezogen.

Wer sehen will, wie viel seiner Verkäufe in die USA gingen und wie viel Steuern momentan zurückgehalten werden, kann das im Mitgliedsbereich von Fotolia unter “Statistik” sehen. Dort gibt es die zwei neuen Auswahl-Möglichkeiten “Einkünfte durch US-Käufer” und “Summe Withholding Tax”.

Wer verhindern will, dass auf seine US-Verkäufe die Steuern abgezogen werden, der muss zusätzlich zum W8-BEN-Formular eine ITIN (Individual Taxpayer Identification Number) beantragt werden, die dann in das W8-Formular eingetragen wird. Um die ITIN zu erhalten, muss das W7-Formular ausgefüllt werden. Wie das genau steht, steht ausführlich hier. Vermutlich wird auch eine schriftliche Bestätigung der Bildagentur benötigt, warum man die ITIN braucht, deshalb bietet Fotolia an, über das Kontaktformular eine solche Bestätigung anzufordern. Ich habe das gestern gemacht und mal sehen, wann ich diese erhalte.

Übrigens habe ich weitere Informationen von den Fotolia-Mitarbeitern erhalten. Ich zitiere: “Immer auf Deutschland bezogen: Ja, laut Finance Dept wird die ITIN benötigt, um vom Steuerabzug befreit werden zu können. Mit ITIN wird im Falle von Deutschland bei US-Umsätzen nichts (0) abgezogen. Ohne ITIN werden die US-Umsätze besteuert. Jedoch sollten die Abzüge in dem Fall auch gegenüber den deutschen Steuerbehörden anrechenbar sein – denn Steuer wurde bezahlt – und exakt hierfür gibt es das Besteuerungsabkommen zwischen den Ländern.”

Was passiert, wenn die ITIN erst nachträglich eingereicht wird? “Die US Withholding Tax wird auf alle Umsätze ab dem 1. Januar 2010 angerechnet. Mit dem Nachweis der ITIN (neues Formular ausfüllen / ersetzt vorheriges, falls vorhanden) wird der Steuerabzug auf US-Umsätze (im Falle von in Deutschland Steuerpflichtigen) auf 0 gesetzt.”

Ich hoffe, das bringt etwas Klarheit in die Sache.

2. Preiserhöhung

Zum Jahreswechsel hat Fotolia auch die Preise erhöht. Die kleinste Lizenz (XS) ist mit einem Credit unverändert geblieben, alle anderen Lizenzen wurden um 1-3 Credits angehoben. Die XXXL-Lizenz für Bilder über 30 Megapixel fällt weg und wird mit der XXL-Lizenz für Bilder über 16 Megapixel zusammengelegt. Das betrifft vor allem Mittelformat-Fotografen wie Yuri Arcurs oder Illustratoren, die beliebig große Dateigrößen erstellen können.

Credits pro Lizenz alt/neu

  • XS: 1/1
  • S: 2/3
  • M: 4/5
  • L: 5/7
  • XL: 6/8
  • XXL: 7/10
  • XXXL: 8/fällt weg

3. Honoraranpassung

Während die Preiserhöhung eine gute Nachricht ist, folgt nun der saure Apfel. Die Fotografenhonorare wurden “angepasst”. Das ist Orwellsches Neusprech dafür, dass für die meisten Fotografen die prozentualen Honoraranteile sinken. Hier mal der Vergleich:

Fotografenanteil pro Rank alt/neu

  • Weiß: 30/25
  • Bronze: 32/28
  • Silber: 34/31
  • Gold: 36/34
  • Smaragd: 38/37
  • Saphir: 40/40
  • Rubin: 42/43
  • Diamant: 43/46

Für Fotografen mit dem Saphir-Rank (100.000-250.000 Verkäufe) ändert sich nichts, alle mit niederen Rängen erhalten weniger Anteile, die (meines Wissens nur drei) Fotografen darüber erhalten etwas mehr. Es ist natürlich clever, die Preiserhöhung mit einer “Honoraränderung” zu kombinieren, so wie es auch schon istockphoto, Dreamstime usw. gemacht haben. Aber mir als Fotograf wäre es lieber gewesen, von der Preiserhöhung zu profitieren, ohne Prozente abgeben zu müssen. Unter dem Strich kann es aber passieren, dass die Fotografen trotzdem mehr pro Verkauf verdienen, da sie nur bei den XS-Verkäufen weniger erhalten, bei fast allen anderen aber mehr. Je mehr große Lizenzen gemacht verkauft, desto zufriedener sollte er sein. Nach kann ich diese Aussage nicht mit eigenen Zahlen bestätigen, aber ich hoffe, dass ich in 1-2 Monaten berichten kann, wie sich die Änderungen auf meinen RPI (Return per Image) ausgewirkt haben werden. Mehr Zahlenspiele zu den Änderungen finden sich auch hier in der Microstock-Group.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Alle Informationen (einschließlich der Zitate) sind ohne Gewähr. Ich bin kein Steuerexperte und darf keine rechtlich verbindlichen Aussagen in dieser Hinsicht treffen.

Wie sind Eure ersten Erfahrungen mit den Neuerungen bei Fotolia?

Update 12.01.2010: Fotolia informiert in deren Forum – vorläufig und unter Vorbehalt – dass zur Zeit bei ausgefüllten W8-BEN-Formular doch keine ITIN erforderlich ist.

Bildagenturen

Neues Geschäftsmodell? Foto-Lotterie für Fotografen (aka “working on spec”)

Im September 2008 hatte ich einem Mailwechsel mit dem Betreiber der Webseite microshooting.de, in dem er mich von den Vorzügen seines Geschäftsmodells überzeugen wollte. Vor kurzem bekam ich einige Mails von Blog-Lesern, was ich denn von der Webseite FocalPop.com halten würde. Nachdem ich sie mir angeschaut habe und diese ein ähnliches Geschäftsmodell wie microshooting.de betreibt, möchte ich genauer erklären, was das für Fotografen bedeutet.

Screenshot der Startseite von FocalPop

Screenshot der Startseite von FocalPop

Beide Webseiten arbeiten nach dem “Working For Spec“-Prinzip.

Das bedeutet: Ein Kunde kann einen Auftrag, in unserem Fall entweder die Suche nach einem Foto oder einer Illustration online platzieren und angeben, wie viel er dafür zahlen möchte. Registrierte Fotografen und Designer können sich diese Gesuche durchlesen und die gewünschten Bilder aus ihrem Archiv suchen oder dafür neu produzieren. Der Kunde bekommt die fertigen Ergebnisse unverbindlich zur Ansicht und kann entscheiden, ob er welche davon zum vorher angegebenen Preis kaufen möchte oder nicht. Für Designwünsche wie Logoentwürfe oder Webseitengestaltung gibt es ebenfalls eine “Work For Spec”-Seite namens CrowdSpring.

Das Spec in Working for Spec steht deshalb für Speculation oder zu deutsch Spekulation. Ein Fotograf, der daran teilnimmt, weil nicht, ob er für seine Arbeit entlohnt wird oder ob er “umsonst” gearbeitet hat. Verständlicherweise gingen schnell Grafiker und andere Berufsgruppen auf die Barrikaden, da sie nicht an einer Lotterie teilnehmen wollen, bei der unklar ist, ob sie für ihre Mühen Geld sehen werden. Stockfotografen weren sich jetzt am Kopf kratzen und fragen, was daran so anders als am Geschäftsmodell der Stockfotografie sein soll? Hier eine Übersicht der Vor- und der Nachteile des Geschäftsmodells, auch im Vergleich zur Stockfotografie.

Vorteile

  • Die ausgeschriebenen Honorare der beiden oben genannten Webseiten liegen deutlich höher als Microstock-Preise, teilweise auch etwas über Macrostock-Preisen. Bei microshooting.de war der Minimalpreis 300 Euro, bei FocalPop liegen die bisherigen Gebote zwischen 70 und 200 US-Dollar.
  • Die Provisionen für den Gewinner-Fotografen sind ebenfalls deutlich höher als bei vielen Bildagenturen. Während viele Microstock-Agenturen die Fotografen mi 20-50% abspeisen, zahlte microshooting.de 80% aus, FocalPop gibt 70% Provision an den Fotografen weiter.
  • Die freie Zeit von Fotografen zwischen Aufträgen kann produktiv genutzt werden und die laufenden Fixkosten (Studiomiete, etc.) können so besser kompensiert werden.
  • Je nachdem, ob der Kunde Exklusivität wünscht, kann der Fotograf unter Umständen ein auf das Gesuch passende Foto aus seinem Archiv verwenden und hat so keinen Aufwand.

Nachteile

  • Die ausgeschriebenen Honorare sind in der Regel niedriger als wenn der Kunde direkt mit einem Fotografen verhandeln würde.
  • Der Fotograf kann nie sicher sein, ob er für seine Arbeit entlohnt wird. Es kann auch vorkommen, dass keiner der beteiligten Künstler Geld erhält, weil dem Kunden alle Entwürfe nicht zusagen.
  • Je nachdem, welche Exklusivität der Kunde wünscht, kann der Fotograf nicht auf sein Archiv zurückgreifen, sondern muss eine konkrete Bildidee umsetzen.
  • Die freie Studiozeit kann ein Fotograf besser nutzen, indem er universell nutzbare Motive im Studio fotografiert, statt ein bestimmtes Motiv, welches unter Umständen nicht gebraucht wird.
  • Je leichter das gesuchte Motiv umzusetzen ist, desto mehr Fotografen beteiligen sich an dem “Bieter-Wettkampf”, je komplexer das Motiv, desto größer ist das Risiko, dass der Kunde nicht zufrieden ist. Beide Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Foto eines Fotografen gekauft wird.
  • Zehn ähnliche und weitere Gründe gegen “Work for Spec” führt die Webseite der Kampagne “No!Spec” hier an.

Der größte Unterschied zwischen “Work for Spec” und Stockfotografie ist, dass Stockfotografen möglichst vielseitig nutzbare Bilder produzieren, bei denen sie unter dem Strich mit einem gewissen, kalkulierbaren Umsatz rechnen können. Bei den oben genannten Webseiten hingegen sind die Gesuche teilweise so konkret, dass es es im fast unmöglich ist, solche Motive im Voraus zu fotografieren und diese hinterher auch so speziell sein können, dass sie für Bildagenturen wenig interessant sind. Hier mal zwei Beispiele von echten Anfragen bei microshooting.de:

“Beschreibung Frau:
Junge Frau, 20-25 jahre, südamerikanischer, rassiger Typ mit dunklen, langen Haaren, hübsch & sexy, schöne Beine, offener, freundlicher Gesichtsausdruck, eher “süß” (auf keinen Fall “Vamp” oder agressiv verführerisch).
Dress:
leichte Bekleiduung: Hot Pants (Jeans) oder kurzes Kleid (Rock) in typisch-südländischem Kleidungsstil
Postion:
Frontal stehend, schmaler Stand, in Tanzbewegung”

oder

“Junger männlicher Metzger, dunkelhaarig und sportlich, weiße (evtl. schwarze) Metzger-Kleidung (modern), Accessoires (Knöpfe, Halstuch) nicht in Blau oder Gelb, unsere Hausfarben sind Rot (HKS 14) und Grün (HKS 57), ohne Uhr oder Schmuck.
Er weißt auf etwas hin, präsentiert etwas, ähnlich wie unser Vorgänger (s. Bild), schaut den Kunden an. Ohne Hintergrund (Freisteller)”

Wie ihr oben seht, halten sich die Vor- und Nachteile ungefähr die Waage. Trotzdem prognostizierte ich bei meinem eingangs erwähnten Mailwechsel, dass dieses Konzept keine Zukunft haben würde. Nach rund einem Jahr Geschäftsbetrieb kündigte microshooting.de im September 2009 die Einstellung des Portals an.

Meine Argumente sind heute die gleichen wie damals: Wer relativ generische Motive sucht, die Fotografen leicht liefern könnten, findet diese mittlerweile schneller und billiger bei Bildagenturen. Je komplexer das gewünschte Motiv ist, desto weniger sind die Fotografen bereit, das Risiko der Produktion auf sich zu nehmen und desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Fotograf das Bild im Falle einer Ablehnung durch den Kunden anderweitig nutzen kann. Dazu kommt, dass viele Bildagenturen selbst eine Art “Work For Spec” anbieten, indem sie Bildsuchern erlauben, unverbindliche Suchanfragen an Fotografen schicken zu lassen, wie das die Agenturen Panthermedia, ImagePoint und einige andere erlauben. Die eben beschriebenen Phänomene lassen sich dort gut beobachten.

Einen Vorteil gibt es jedoch für Stockfotografen, den ich noch nicht erwähnt habe. Die Anfragen auf den genannten Webseiten sind nicht fiktiv, sondern echt. Das heißt, der Fotograf bekommt kostenlos Kundenwünsche frei Haus geliefert und gewinnt dadurch einen Eindruck, welche Motive bisher bei den Bildagenturen nicht oder nur schwer zu finden sind.

Was sagt ihr zu diesem Geschäftsmodell? Habt ihr konkrete Erfahrungen mit den genannten Webseiten machen können?

Bildagenturen

Fotolia verlangt jetzt auch Steuer-Informationen

Nachdem die Microstock-Bildagentur Shutterstock vor einem halben Jahr mit der Einführung von Steuerformularen für viel Wirbel gesorgt hat, zieht die Bildagentur Fotolia jetzt nach.

fotolia-steuer-bibliothek

Von vielen unbemerkt findet sich seit kurzem im Mitgliedsbereich ganz rechts der Menü-Eintrag “Steuer-Bibliothek” (siehe Screenshot). Wer da raufklickt, kommt zu dem W-8 BEN-Formular, was die US-Regierung verlangt, um Steuern von us-amerikanischen Käufern korrekt abzurechnen. Da die USA mit Deutschland ein Steuerabkommen haben, empfiehlt es sich für deutsche Fotografen bei Fotolia, das Fomular korrekt auszufüllen, um in den Genuss von Steuererleichterungen zu kommen, bzw. genauer formuliert: Keine zusätzlichen Steuern zahlen zu müssen.

Einzelpersonen füllen das Formular am besten so aus:

  1. In der Steuer-Bibliothek im Abschnitt “Personen mit Wohnsitz in Ländern mit Besteuerungsabkommen” (darunter fällt auch Deutschland) den Link “Online W-8 BEN Formular” anklicken.
  2. Bei 1. (Name der natürlichen Person) den Namen des angemeldeten Fotografen eingeben.
  3. Bei 2. (Gründungsland der Gesellschaft) nur “N/A” eintragen. Das steht für “not applicable” und bedeutet “nicht zutreffend”, da Einzelpersonen ja keine Gesellschaften gründen.
  4. Bei 3. (Typ der Nutzungsberechtigten) “Einzelperson” anklicken.
  5. Bei 4. die beim Meldeamt hinterlegte Wohnadresse angeben. Nummer steht für Hausnummer, die Felder “Wohnung” und “Landkreis” können ggf. frei gelassen werden.
  6. Bei 9.a (hauptansässig in) aus der Liste “Deutschland” wählen
  7. Den Rest alles frei lassen.
  8. Auf “Vorschau” klicken
  9. Im neuen Fenster bei “Unterschrift” den Namen eingeben (muss identisch mit dem bei Schritt 2 sein.
  10. Auf “Absenden” klicken.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass alle meine Angaben ohne Gewähr sind und jeder im Einzelfall selbst für seine Angaben verantwortlich ist.

Hilfe gibt es zum Beispiel im Steuer-Thread des Fotolia-Forums oder – komplizierter – auf der offiziellen Hilfe-Seite der us-amerikanischen Steuerbehörde IRS.

Update 06.01.2010: Hier gibt es neue Infos zur Besteuerung bei Fotolia.