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Die 15 Bildertrends-Bestseller von Westend61 in 2016

Anfang letzten Jahres hatte die Bildagentur Westend61 (Platz 8 meiner Bildagentur-Auswertung) fünf zukünftige Trends vorgestellt, welche in den nächsten Monaten visuell nachgefragt würden: Nonkonformität, Science-Reality, Achtsamkeit, Mobilität und YOUNIVERSE.

Eine genaue Umschreibung dieser visuellen Trends könnt ihr hier im Bilderheimat-Blog der Agentur nachlesen.

Jetzt nach Ablauf des Jahres möchte ich die jeweils drei Topseller der Bereiche vorstellen, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, welche Themen und Bildsprachen aktuell gefragt sind:

  1. Nonkonformität:
    © Rainer Holz / Westend61
    © TeKa / Westend61
    © Team-Up / Westend61

    Individuelle Typen, ungewöhnliche Perspektiven oder Abkehr vom Mainstream-Konsum: Alles dabei.

  2. Science-Reality
    © Mareen Fischinger / Westend61
    © zerocreatives / Westend61
    © Florian Küttler / Westend61

    Wie sind Tablet-PCs und andere Bildschirme in der Praxis angekommen? Die besten Beispiele verkaufen sich gut.

  3. Achtsamkeit
    © Reiner Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Mareen Fischinger / Westend61

    Rückbesinnung auf das, was einem selbst gut tut: Gesundheit, Zeit für die Familie oder den Partner: Solche Bilder sind gefragt.

  4. Mobilität
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Rik Rey / Westend61

    Ob Auto, Fahrrad oder Umzugswagen: In Bewegung bleiben, flexibel sein und sich wohl fühlen dabei, darauf kommt es an.

  5. YOUNIVERSE
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Jo Kirchherr / Westend61

    Das traute Familienglück hatte schon in den 1950er Jahren einen hohen Stellenwert und dabei ist es immer geblieben: Familie und Eltern mit ihren Kindern stehen bei Bildkäufern nach wie vor hoch im Kurs.

Auffällig ist, dass sich bei vielen dieser Bestseller sogar zwei oder mehr der genannten Trends im Bild wiederfinden: Das letzte Bild zum Beispiel könnte neben dem YOUNIVERSE auch in den Kategorien Achtsamkeit oder Science-Reality landen.

Bei vielen Bildern ist auch der Freiraum großzügig bemessen, sodaß Kunden noch Platz für Logos, Text oder andere Gestaltungselemente haben. Gegenlicht wird gerne genommen und meist schauen die Models auch nicht in die Kamera.

Fallen euch sonst noch Gemeinsamkeiten der Bestseller auf?

Die besten Bildagenturen 2016 (Auswertung meiner Umfrage)

Vor paar Tagen habe ich hier auf meiner Facebook-Seite meine Leserinnen und Leser gefragt, bei welchen Bildagenturen sie im Jahr 2016 die meisten Umsätze erzielt hatten.

Die Ergebnisse sollten sie nach Umsatz absteigend sortiert als Kommentar hinterlassen. Insgesamt haben sich über 35 Leute beteiligt, weshalb ich heute gerne die Ergebnisse auswerten möchte.

Die besten Bildagenturen 2016

  1. Fotolia* (301)
  2. Shutterstock* (270)
  3. iStock (175)
  4. 123rf* (141)
  5. Dreamstime* (115)
  6. Pond5* (56)
  7. Depositphotos (51)
  8. Westend61 (48)
  9. Bigstock (37)
  10. Eyeem (35)
  11. Photocase (29)
  12. Stocksy (25)
  13. Zoonar* (24)
  14. Canva (19)
  15. Canstock (17)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel-Tabelle eine Liste gemacht und in die erste Spalte jede Agentur eingetragen, die genannt wurde. In den nächsten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte vergeben, basierend auf der Sortierung der genannten Agenturen. Die erste Agentur, also die mit dem meisten Umsatz bekam 10 Punkte, die als zweites genannte Agentur bekam 9 Punkte und so weiter.
Die Werte habe ich pro Agentur summiert und die Liste dann nach den Punkten sortiert. Das Ergebnis sehr ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jeweiligen Agentur.
Insgesamt wurden 28 verschiedene Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ersten 15 Agenturen beschränkt, weil das statistische Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel größer.

Hinweise:
Bei der Auswertung haben drei Leute angegeben, dass sie Fotolia exklusiv beliefern. Würde man diese 30 Punkte rausrechnen, wäre Fotolia immer noch an erster Stelle.
Außerdem wurde bei der Umfrage nicht unterschieden, ob die Leute Videos oder Fotos oder beides verkaufen, wie viele Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hochladen. Die hohe Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch vermutlich nicht aus deren Fotoverkäufen.

Meine besten Agenturen 2016
Wer die obige Liste nachrechnen oder anders auswerten will, kann das ebenfalls machen, meine Datenbasis ist ja frei einsehbar. (Hier könnt ihr auch direkt meine Excel-Tabelle runterladen). Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2016 am meisten Umsatz erzielt habe und die ich ebenfalls in obige Rechnung habe einfließen lassen:

  1. Fotolia
  2. Shutterstock
  3. 123rf
  4. Dreamstime
  5. Bigstock
  6. Canva
  7. Pond5
  8. Westend61
  9. Eyeem
  10. Alamy

Was sagt uns diese Auswertung?

Letztes Jahr hatte ich einen Artikel mit dem Titel „Es gibt keine geheimen Bildagenturen (oder doch?)“ geschrieben. Diese Aussage wird durch die Umfrage noch mal erhärtet.

Ganz oben rangeln sich Fotolia und Shutterstock um die Spitzenposition, gefolgt von 3 Agenturen (iStock, 123rf, Dreamstime) im Mittelfeld und dann geht es schon steil bergab.

Wer als Einsteiger in die Stockfotografie wissen will, welche Agenturen er beliefern sollte, kann im Grunde die obige Liste von oben nach unten durcharbeiten, wobei der zu erwartende Umsatz nach der den ersten beiden Agenturen und dann noch mal nach der fünften Agentur stark abnimmt.

Das letzte Drittel ist vor allem noch für Leute interessant, die auf eine andere Bildsprache setzen, zum Beispiel Westend61 als Macrostock-Agentur, Stocksy, Eyeem und Photocase als Agenturen für Fotos, die eben nicht nach „typischen“ Microstock-Fotos aussehen oder Pond5 für Videos.

Überrascht euch die Liste? Oder hättet ihr ähnliches erwartet?

P.S.:
Eine viel ausführlichere Umfrage wird jedes Jahr von der MicrostockGroup veranstaltet, da könnt ihr hier noch teilnehmen.

* Affiliate-Link

Frag den Anwalt – Folge 04: Grand Hotel Heiligendamm fotografieren?

In der vierten Folge von „Frag den Anwalt“ widmet sich der Anwalt folgender Frage von Frank:

Foto: Alexey Testov

„Ich habe von der Seebrücke im Ostseebad Heiligendamm dasGrand Hotel Heiligendamm aus fotografiert und bei Fotolia hochgeladen. Fotolia hat das Foto jedoch abgelehnt. Der Grund für die Ablehnung lautet: Urheberrechtsverletzung.

Das Foto wurde doch aber von der Seebrücke aus fotografiert. Dabei handelt es sich doch um einen öffentlichen Weg oder Platz.  Kann ich mich also auf die Panoramafreiheit berufen oder handelt es sich wirklich um eine Urheberrechtsverletzung?“

Das betreffende Bild von Frank

Hier stellt sich zunächst die Frage, ob die Fassade des Grand Hotel überhaupt urheberrechtlich geschützt ist oder nicht. Wäre es nicht der Fall, würde die Panoramafreiheit schon keine Rolle spielen, da schon grundsätzlich keine Urheberrechtsverletzung vorliegen kann.

Nach einer kurzen Netzrecherche stellen wir fest, dass aufgrund der Errichtung der abgebildeten Architektur gut 200 Jahre zurückliegt. Daher dürfte das Urheberrecht des Architekten, welches nach deutschem Urheberrecht 70 Jahre nach dessen Tod erlischt, kaum mehr ein Problem sein.

Dennoch stellt sich die Frage, was wäre wenn…

Bezüglich des Platzes vor dem Grand Hotel besteht meiner Meinung nach wenig Zweifel daran, dass die Panoramafreiheit anwendbar und daher der Vertrieb von Bildern des Grandhotels, die von dort aus erstellt wurden, auch dann erlaubt ist, wenn die Architektur noch urheberrechtlich geschützt wäre. Also – keine Urheberrechtsverletzung.

Ob das auch für die Seebrücke gilt, kann allerdings nicht auf den ersten Blick durchgewunken werden. Derartige Brücken gehören in der Regel eher zum Hafengebiet und fallen – wie auch die Seebrücke Heiligendamm – unter die Hafenverordnung. Glücklicherweise gibt es hier eine Gruppe von Menschen, die sich hiermit noch genauer befasst, als Fotografen. Angler. Daher finden wir etwa hier ein Foto des Schildes, das an der Seebrücke hängt und die Benutzung regelt:

Foto: Rosi Warmuth

Sieht man sich das Schild mal in Ruhe an, erkenne ich nur ein temporäres Angelverbot, aber keine Zugangsbeschränkung, sodass die Panoramafreiheit hier einschlägig sein sollte, da für die Anwendbarkeit der Panoramafreiheit ausweislich der Kommentierung „allein die Widmung zum Gemeingebrauch und die sich daraus ergebende Zugänglichkeit für jedermann“ maßgeblich ist.

Wieso wurde die Aufnahme dennoch abgelehnt?

Niemand und gerade keine weltweit operierende Agentur mit Hauptsitz in San Jose wie Adobe wird eingehende Bilder nur danach beurteilen, ob diese nach dem deutschen Urheberrecht unbedenklich sind oder nicht. Und das völlig zurecht.

Meiner Erfahrung nach ist es gerade bei international aktiven Bildagenturen üblich und auch absolut angezeigt, dass man sich zunächst ein Bild davon macht, wie die einzelnen Themen des Fotorechts in den Ländern gehandhabt wird, in die man die Bilder nachher verkaufen möchte. Hiernach sollten man für die Standards zur Aufnahme von neuen Bildern in den eigenen Stock jeweils die Rechtsordnung des Landes heranziehen, die die höchsten Anforderungen hat.

Dies liegt daran, dass Fotolia beispielsweise auch us-amerikanischen Kunden eine ausreichende Rechtegarantie geben können muss. Wenn nun ein Kunde in USA ein Bild kauft und es beispielsweise für das Cover eines Buches verwendet, das dort erscheint, erfolgt die Klärung von rechtlichen Fragen hinsichtlich der Bildverwendung nach amerikanischem Recht. Gerade hinsichtlich Persönlichkeits- und Urheberrechten bestehen in den USA andere Kriterien als in Deutschland.

Müsste ich die Frage also mit einem Satz beantworten, würde dieser lauen:

Zumindest nach deutschem Urheberrecht dürfte hier keine Urheberrechtsverletzung vorliegen, was allerdings für die Entscheidung über die Annahme der Aufnahme keine Rolle spielt, da diese auf Basis einer anderen Rechtsordnung gefällt wird.

Über den Autor:
Sebastian Deubelli ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht in der Nähe von München.

Hast Du ebenfalls eine Frage an den Anwalt?
Hier findest Du mehr Infos.

Ergebnis meiner Verlosung und Spendenaktion an Reporter ohne Grenzen

Nachdem die Resonanz letztes Jahr bei meiner Spendenaktion leider sehr gering war, ist sie diesmal wieder gut gestiegen, was sicher auch an der Verlosung lag.

Insgesamt haben 40 Leute teilgenommen, was bedeutet, dass ich für jeden 10 Euro, also insgesamt 400 Euro an Reporter ohne Grenzen gespendet habe. Zusätzlich habe ich selbst privat auch noch mal 10 Euro gespendet.

Vielen Dank euch für eure Unterstützung!

Mittels random.org habe ich fünf Nummern gezogen, die jeweiligen Kommentatoren gewinnen je ein Buch „Fotos für die Pressefreiheit 2016„.

4: Maartje van Caspel
10: Sebastian Lünenstraß
17: Olaf Pokorny
21: cruiserx (Platz 22, aber Sven von Platz 21 verzichtet auf seine Teilnahme)
28: Konrad Maas

Ich kontaktiere alle Gewinner unter der hinterlassenen Email-Adresse und bitte sie, mir ihre Postanschrift zukommen zu lassen, damit sie das Fotobuch geschickt bekommen können! Checkt also ggf. euren Spam-Ordner.

Herzlichen Glückwunsch!

Steuerformulare bei Bildagenturen neu ausfüllen

Bei vielen wird vermutlich das Steuerformular bei den Bildagenturen abgelaufen sein, weil es nur jeweils vier Jahre gültig ist und nach der großen Einführungswelle 2009 meist 2013 erneuert wurde.

2017 ist also das Jahr, in dem ihr spätestens bei euren wichtigsten Bildagenturen kontrollieren solltet, ob euer Steuerformular noch aktuell ist und es ggf. neu ausfüllen.

Hier eine grobe Anleitung, wo das Formular bei den Agenturen zu finden ist und was ihr ausfüllen müsst.

Wichtiger Hinweis:
Die Ausfüllhilfe gilt nur für Leute, die als „Individual“ bei den Bildagenturen hochladen und ihren Sitz in Deutschland haben. Wer zum Beispiel eine GmbH oder GbR hat, in deren Namen er Bilder hochlädt, muss ggf. ein anderes Formular ausfüllen. Rechtlich verbindlich kann euch da nur euer Steuerberater weiterhelfen. Deshalb alle Hinweise hier ohne Gewähr.

Fotolia / Adobe Stock

Die Steuerbibliothek von Fotolia findet ihr unter dem diesem Link bzw. in eurem Anbieter-Dashboard unten rechts unter Tools. Dort dann oben rechts auf „Meine Steuerformulare“ klicken und ihr seht, wie lange euer Formular noch gültig ist.

Sollte es abgelaufen sein, müssen Einzelpersonen aus Deutschland das W8BEN-Formular aus der Steuerbibliothek online ausfüllen. Das Formular kann und sollte online mittels Adobe Sign ausgefüllt werden und sieht ungefähr so aus wie der Screenshot. Die Felder mit roten Sternchen sind die Pflichtfelder:

Was muss in die Felder?

  1. Euer Vor- und Nachname
  2. Euer Land (Deutschland)
  3. Eure Meldeadresse (Erste Zeile Straße und Hausnummer, ggf. Adresszusatz, zweite Zeile links der Ort und rechts noch mal das Land)
  4. Postanschrift, falls die von der Meldeadresse abweicht
  5. Wer eine US-Steuernummer (ITIN) oder US-Sozialversicherungsnummer (SSN) hat, kann diese hier eintragen, ist aber freiwillig
  6. Wer eine deutsche „Steuer-ID-Nummer“ hat, kann diese hier eintragen. Ist ebenfalls freiwillig. Ich trage hier immer meine Umsatzsteuer-ID ein.
  7. freilassen
  8. Geburtsdatum (achtet auf das Format Monat-Tag-Jahr)
  9. Deutschland eintragen als deutscher Einwohner
  10. „0“ bei % rate eintragen und bei Type of income „Royalty Income – Images/Other“. Wer zusätzlich Videos anbietet, noch „Royalty Income – Motion Picture/Television“. Bei Reason noch mal „Royalty Income – Images/Other at 0% (und ggf. „Royalty Income – Motion Picture/Television at 0%“) eintragen
  11. Dann unten noch mal „bei Sign here“ euren Namen eintippen, darunter noch mal euren Namen (muss genau identisch sein mit Feld 1.
  12. Dann auf „Abschicke“ bzw. „Submit“ klicken.

Shutterstock

Bei Shutterstock ist das Ausfüllen deutlich einfacher, weil das meiste schon vorgedruckt ist. Ihr müsst nur darauf achten, dass eure Adresse korrekt ist bzw. diese ggf. in eurem Profil aktualisieren.

Das „Tax Center“ findet ihr hier bzw. unten rechts bei „Legal“ in der Linkleiste.

Das meiste ist schon vorausgefüllt, die roten Sternchen zeigen wieder Pflichtfelder an, die nicht vorhandenen Daten sind wie oben bei Fotolia auszufüllen.

Dreamstime

Bei Dreamstime findet ihr das „Tax Center“ hier oder wenn ihr oben rechts auf „My Account“ klickt und dann unten auf „Tax Center“.

Auch hier ist das meiste vorausgefüllt, die restlichen Daten wieder wie oben übernehmen. Einen wichtigen Unterschied gibt es bei Dreamstime: Sie wollen eine ID, also einen Identitätsnachweis als JPG-Datei, der nicht größer als 500 KB sein darf. Ich habe z.B. die Vorderseite meines aktuellen Personalausweises geschickt. Es ginge auch der Reisepass oder Führerschein zum Beispiel.

123rf

Das „Tax Center“ von 123rf findet ihr hier. Auch hier ist das meiste vorausgefüllt, der Rest siehe oben. Hilfreich ist das Baumdiagramm, durch das man sich hangeln kann, falls man nicht weiß, welches Formular das Richtige ist:

Habt ihr eure Steuerformulare überprüft? Sind sie auf dem neusten Stand?