Mein Weg zur Microstock-Fotografie (Gastartikel)

Mein Name ist Helmut Seisenberger, ich bin gelernter Mediengestalter für Bild und Ton. Ich betreibe seit Ende 2014 den Blog microstock-infos.de. Dort schreibe ich über meine Erfahrungen im Microstock-Bereich.

Helmut Seisenberger
Helmut Seisenberger

Als ich dann Anfang dieses Jahres eine Email von Robert Kneschke bekommen hatte, um einen Gastartikel auf alltageinesfotoproduzenten zu veröffentlichen, hat mich das riesig gefreut.

Gerne teile ich mit Euch meine Erfahrungen im Microstock-Bereich seit meinen Anfängen im Jahr 2014. Meinen ersten Kontakt mit der Microstock-Fotografie hatte ich um das Jahr 2007 herum. Zu diesem Zeitpunkt bin ich von der analogen auf die digitale Fotografie umgestiegen und hatte mir eine Canon 5D gekauft, die ich auch heute noch neben meiner 5D Mark II für Microstock-Aufnahmen nutze.

Schon damals wurde ich auf Fotolia aufmerksam und habe ein paar Architekturbilder hochgeladen. Die wurden damals leider alle abgelehnt und ich verlor das Interesse an der Sache und konzentrierte mich auf meine Auftragsarbeiten in den Bereichen Event, Messe, Portrait und Hochzeitsfotografie.

Das Bild mit den Mini Wraps ist mein absoluter Bestseller bei Fotolia. Wie das gegangen ist, frage ich mich heute noch.
Das Bild mit den Mini Wraps ist mein absoluter Bestseller bei Fotolia. Wie das gegangen ist, frage ich mich heute noch.

Die Jahre vergingen und beim Lesen der Seite t3n.de stieß ich auf einen Artikel von Robert Kneschke, in dem er über seine Erfahrungen im Microstock-Bereich berichtete. Dabei waren es weniger die Umsätze, die mich in dem Bericht magisch anzogen, sondern eher die Tatsache, dass dieses Geschäftsmodell überhaupt funktionierte. Ich hatte es ja komplett aus den Augen verloren.

Noch am selben Tag meldete ich mich bei Fotolia an und fing an, in meinen Augen geeignete Bilder hochzuladen. Das war rückblickend kein besonders kluger Schachzug, weil ich bei Fotolia bis heute eine Akzeptanzrate von 50% habe, weil von diesen Bildern sehr viele abgelehnt wurden.

In den folgenden Wochen und Monaten meldete ich mich noch bei 123rf, Dreamstime, Zoonar, Veer, Istock, Pond5 und nach drei Anläufen auch bei Shutterstock an. Nach einem halben Jahr dann auch Bigstock und Depositphotos.

Von den Bildern her mache ich überwiegend Sachen, die mir im Alltag begegnen. Das heißt: Landschaften, Essen, Haushalt und Verkehr. Gerne auch Video-Clips, die von den Agenturen sehr gerne genommen werden.

fotolia_90464628
Die drei Bilder stehen ganz gut für meine Art und Weise der Stockfotografie: Food, Alltägliches – mit Händen, Natur.

Fotolia zog gleich zu Beginn von den Downloads stark an, und auch 123rf, Istock und Shutterstock verbuchten in regelmäßigen Abständen Umsätze. Bei Dreamstime, Zoonar und Veer hatte ich kein großes Verkaufsglück und ich habe inzwischen aufgehört,
Bilder dort hochzuladen.

Nach meinem ersten kompletten Jahr 2015 im Microstock-Bereich habe ich nun die Agenturen gefunden, von denen ich den Eindruck habe, dass sich eine längere Zusammenarbeit lohnt und man nicht nur ins Nirvana hochlädt.

Diese Agenturen sind für mich (Reihenfolge nach Umsatz): Shutterstock, Fotolia, Istock, 123rf, Bigstock, Pond5 und Depositphotos.

fotolia_84692512Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass bereits Millionen von Bildern bei den Agenturen online sind. Gute Bilder setzen sich über kurz oder lang sicher durch. Auch von dem durchschnittlichen Abo Vergütungen von 25-30 Cent sollte man sich nicht abschrecken lassen – das summiert sich.

Wie ich die Bilder mache? Es ist wenig geplant. Wenn mir etwas einfällt oder auffällt, dann mache ich das Bild. Food meist mit Aufsteckblitz indirekt über die Decke. Manuell, etwas abgeblendet auf ca. f6,3 für mehr Schärfe (bei meinem älteren Objektiv 24-105mm  f4), in RAW natürlich. Bisher immer mit Bridge und Adobe Camera RAW. Seit diesem Jahr auch mit Lightroom 6.
Verschlagwortung mache ich mit ca. zwölf Keywords in englisch.

Ich kann die Microstock-Fotografie jedem Selbstständigen nur empfehlen. Man sollte sich diese Möglichkeit eines Nebeneinkommens nicht entgehen lassen.

Ich hoffe, diese Infos waren hilfreich für Euch. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß und viel Erfolg im Microstock Business.

Euer Helmut Seisenberger
microstock-infos.de
helmutseisenberger.de

2 Gedanken zu „Mein Weg zur Microstock-Fotografie (Gastartikel)“

  1. Gibt es da auch irgendwelche Zahlen. Stockfotografie lohnt sich noch immer, ist ja leicht gesagt.

  2. @max II: Wäre auch meine Frage. Persönlich bin ich der Ansicht, dass es einfach verschwendete Zeit ist (wenn man heute noch anfängt), Microstock zu betreiben – ausser man hat keinen Job, da ist man für 100 € ev. noch dankbar. Aber bis man nur schon das Equipment bezahlt hat.
    Gerade die unglaubliche Bildmenge – einige Agenturen sind bei den 50 Mio. Bildern, macht es einfach viel schwieriger, dass die eigenen Bilder noch gefunden werden.
    Aber möglicherweise führt diese ganze Bewegung ja auch zu einer Art Bereinigung – oder: Gute Amateure sind sogar im Vorteil gegenüber Profis, welche davon leben müssten. Der Amateur ist aber mit einem kleinen Sackgeld zufrieden und muss nicht Betriebswirtschaftlich denken/handeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *