Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung

Vor kurzem hatte ich auf meiner Facebook-Seite den Link zu diesem Artikel gepostet, in dem eine Firma für Online-Datensicherung die Festplatten verschiedener Hersteller miteinander vergleicht.

In den Kommentaren kamen einige Fragen zur konkreten Gestaltung einer Datensicherung auf und da meine beiden Artikel zum Thema schon etwas älter sind, möchte ich das wichtige Thema noch mal ins Gedächtnis aller Fotografen rufen.

Warum ist Datensicherung wichtig?

Datensicherung erfüllt das gleiche Prinzip wie eine Versicherung. Wir alle hoffen, dass wir nie eine brauchen, aber wenn der Ernstfall eingetreten ist, sind wir sehr froh, wenn wir eine haben. Der Ernstfall kann ein Einbruch ins Fotostudio sein, bei dem alle technischen Geräte gestohlen werden, ein Feuer, was das Arbeitszimmer vernichtet oder ein plötzlicher Ausfall der Festplatten, auf denen unsere Daten gespeichert sind. Vor allem den letzten Punkt vergessen viele Leute gerne, dabei haben auch Festplatten eine Art „Haltbarkeitsdatum“, welches im Schnitt zwischen zwei bis zehn Jahren schwankt. Deshalb ist die Wahl der richtigen Festplatte von großer Bedeutung und ich lege allen ans Herz, vor Kauf einer neuen Festplatte den oben verlinkten Artikel gründlich zu lesen.

Was für Daten sollten gesichert werden?

Alle Daten, die im Falle eines Verlusts entweder nicht mehr problemlos wiederhergestellt werden können (der Offline-Dump der Wikipedia mit über 100 GB gehört also nicht dazu) oder eine starke Einschränkung bei der Arbeit bedeuten würden, sollten gesichert werden.

Ich selbst trenne bei der Datensicherung zwischen zwei Bereichen:

  1. meinem „Stockfotomaterial„:
    • RAW-Dateien/Videos
    • entwickelte JPG-Fotos und gerenderte Videos
    • Model-, Agentur- und andere Verträge als Scans
    • meine Excel-Tabellen mit Verwaltungsinformationen, Model-Kontakten und Umsatz-Statistiken
  2. meinem „Arbeitsmaterial„:
    • im Grunde meine gesamte Arbeitsfestplatte, auf der sich unter anderem befinden:
    • meine geschäftlichen Emails
    • meine Textdateien
    • Layout-Entwürfe
    • meine Webseiten-, Blog- und Forum-Daten

Diese sichere ich auf zwei verschiedene Arten:

Das Stockfoto-Material sichere ich regelmäßig auf zwei externe Festplatten (aktuell die WD My Book 4 TB*). Regelmäßig heißt, sobald die Daten anfallen, also nach einem Shooting, nach dem Ende eines Bildbearbeitungssession etc. Die beiden Festplatten tausche ich ca. alle zwei Jahre gegen ein Modell mit mehr Speicherplatz aus. Aktuell bin ich in der vierten Generation angekommen: 500GB, 1 TB, 2TB, 4 TB. Die alten Daten kopiere ich dann auf beide neue Platten und lagere eine der alten Platten bei einem Freund aus. So habe ich die Daten immer doppelt vorrätig, falls eine der Platten den Geist aufgibt. Ich nutze zwei Platten, um eine Art „manuelles RAID-1-System“ zu haben. Es gibt zwar Systeme, die eine noch bessere Verfügbarkeit garantieren, aber da gibt es eben auch zusätzliche Probleme und die Einrichtung ist komplizierter. Zusätzlich werden die Festplatten mit einem Online-Backup-Dienst gesichert. Dazu gleich mehr.

Mein Arbeitsmaterial ist meine aktuelle Festplatte. Es ist aber nicht die einzige Festplatte in meinem Rechner, sondern neben der SSD-Systemplatte nur eine von zwei Festplatten. Wer an der genauen Modellnummer interessiert ist: Ich nutze die WD 2002FAEX 2 TB*. Die Daten der einen Platte werden mit der automatischen Windows-Sicherung regelmäßig auf die andere Platte kopiert.

Erfahrungen mit einem Online-Backup-Dienst

Zusätzlich nutze ich für beide Daten-Bereich einen Online-Backup-Dienst. In meinem Fall nehme ich Backblaze*, weil die unbegrenzten Speicherplatz anbieten, was bei mehreren Terabyte an Daten wichtig ist. Die Kosten belaufen sich auf 5 Dollar pro Monat, ich jedoch habe das Abo für zwei Jahre abgeschlossen, was mich dann im Schnitt nur ca. 3 Euro pro Monat kostet. Das ist unschlagbar. Und es funktioniert. Zwar habe ich bisher noch keinen Computercrash gehabt, aber unterwegs mal paar wichtige Daten vergessen. Da habe ich mich bei Backblaze eingeloggt, die gewünschten Daten auf meiner Festplatte angeklickt und paar Minuten später habe ich per Email eine Zip-Datei mit den benötigten Daten bekommen. Im Grunde sowas wie eine Art „Ersatz-NAS„.

Der größte Nachteil bei Backblaze ist, wie lange es dauert, bis die Daten das erste Mal gesichert sind. Da ich insgesamt ca. 5 TB an Daten habe, dauerte die erste Sicherung ca. ein halbes Jahr (bei 2,5 Mb/s), wo ich auch den Rechner oft nachts angelassen habe. Da wäre es schöner, einen Anbieter zu haben, dem man zu Beginn eine Festplatte schicken könnte. Aber nachdem ich diese „Durststrecke“ überstanden habe, sichert Backblaze nur die neu erstellten oder geänderten Dateien und ist im Hintergrund nicht mehr bemerkbar. Backblaze bietet aber auch an, nur bestimmte Ordner und nicht nur komplette Festplatten zu sichern, weshalb ich nach und nach die wichtigsten Ordner sichern lassen habe, damit sich der Dienst nicht zum Anfang mit den großen, von mir sowieso auch extern gesicherten RAW-Dateien aufhalten muss.

Ich kann nur über meine Erfahrungen mit Backblaze schreiben, weil ich keinen anderen Dienst nutze. Der Vollständigkeit halber will ich aber andere, ähnliche Dienste erwähnen. Es gibt zum Beispiel noch Crashplan, Livedrive oder Carbonite. Die vier Dienste sind preislich sehr ähnlich und bieten alle unbegrenzten Speicherplatz. Sie unterschieden sich vor allem in der verwendeten Software und Detaileinstellungen wie der Dauer der Versionsarchivierung, der Bequemlichkeit der Einrichtung etc.

Zusätzlich habe ich einen kostenlosen Dropbox-Account*, mit dem ich ebenfalls wichtige Dateien auf alle meine Rechner verteile und diese bei einer versehentlichen Löschung ebenfalls wieder rekonstruieren kann.

Datenschutz beim Cloud-Backup?

Der größte Kritikpunkt bei der Nutzung von Cloud-Backups ist, das andere Leute Zugriff auf die eigenen Daten hätten. Ich halte das für übertrieben. Zum einen werden die Daten in den Rechenzentren der Anbieter gut verschlüsselt. Klar, die NSA wird diese Verschlüsselung sicher knacken können, aber wenn sie das kann, kann sie auch direkt über das Internet auf euren Rechner zugreifen. Einige Dienste wie Crashplan bieten auch an, die Daten nicht auf den eigenen Servern zu sichern, sondern diese an einen anderen Ort zu schicken, beispielsweise auf die externe Festplatte eines Verwandten oder einen selbst betriebenen Server.

Wie sichert ihr eure Daten? Welche Tipps gebt ihr anderen Fotografen zur Datensicherung?

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27 Gedanken zu „Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung“

  1. Hallo,

    bei mir werden die Daten bei JEDER Windows Abmeldung voll automatisch auf meinen Synology NAS gesichert. Das geht ruck zuck und ist eine tolle Methode die auch keine Folgekosten verursacht. Online Dienste wären mir zu langwierig, außerdem wäre dann dauernd mein Upload voll ausgelastet, sodass dann ein Video upload auf YouTube oder auch Bilder upload auf Agenturen noch langsamer werden würde.
    Zusätzlich sichere ich von Zeit zu Zeit meine Daten auf zwei weiteren externen Festplatten die danach wieder abgeschlossen werden und in der Schublade verschwinden.
    Somit sind alle meine Daten immer aktuell 1x auf der Platte im Recher und 1x auf dem NAS gesichert.
    Um die Daten z.b. vor einem Blitzeinschlag zu sichern, verwende ich eben noch die beiden weiteren Festplatten. Daher auch in der Schublade, damit ein eventueller Blitz diese nicht zerstören kann.

    Schöne Grüße
    Daniel

  2. Firmensachen: Buchhaltung, Schriftverkehr, etc.: Arbeitsplatte im Rechner. Zusätzliche, ständig im Hintergrund laufende Sicherung mit Sicherungssoftware auf externe Festplatte. Wird wöchentlich mit einer 2. gewechselt. Die 2. Platte liegt immer im Schliessfach bei der Bank. Zusätzlich Dropbox.

    Aktuelle Bilder: Wie oben, aber ohne Dropbox. Speicherkarten leiegn dann in meinm Auto werden erst gelöscht, wenn Bilder fertig zum aufspielen sind.

    Echte „Archivdaten“ z.B. alte RAWs auf 2 anderen externen Platten unterschiedlicher Hersteller. Einmal im Studio, 1x im Schließfach. Werden alle 2-3 Jahre auf neue Platten umkopiert.

  3. Ich spiegele händisch meine 3TB HDD auf eine identische alle 4 Wochen, läuft über Nacht. Sobald ich eine HDD nach ca. 1-2 Jahren ausmustere verfahre ich wie du, sprich lege diese an einem anderen Ort ab. In einer Cloud sind meine Daten nicht, Hintergrund ist einfach das ich irgendwelche Abo-Verpflichtungen etc. so gering wie möglich halten will. Irgendwann blickt man nicht mehr durch.

    Wie schauts aber mit der Online Sicherung bei den Bildagenturen aus? Ich meine von einer Fotografin gelesen zu haben die alle Daten verloren hatte und über FTL sämtlich Bilder downloaden konnte, nachdem Sie sich beim Support gemeldet hatte und glaubhaft versichern konnte es handelt sich um Ihren Account.

  4. es ist mir erst diese Woche passiert, dass der Laptop beim starten einfach meldete, das Dateisystem sei defekt und Windows könne nicht gestartet werden. Da ich versiert bin, fand ich nach Stunden eine Lösung und alle Daten waren wieder da.
    Trotzdem sind gerade das Situationen, an die man nicht denkt. Ich hatte nichts gemacht, der Rechner ging „einfach so“ nicht mehr, vermutlich weil Windows Daten irgendwohin geschrieben hat, wo es gerade ein Problem beim wieder einlesen gab.
    Da war ich froh, für alle Fälle mein online Backup zu haben. Wäre alles schief gelaufen, hätte ich zumindest alles Wichtige wieder gehabt.

    In meiner Bekanntschaft war ein Fall, dass eine externe Festplatte im laufenden Betrieb herunter fiel – selbst verschiedene teuere Daten-Rettungs-Institute konnten nichts machen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 800 Euro.

    @Stan – von iStock weiß ich, dass man gegen eine Bezahlung von (müsste lügen) ca 100$ sein Portfolio wieder selbst herunter laden kann wenn alle Bilder verloren gingen.

  5. Gerade der letzte Punkt in deinem Artikel, hat mich abgeschreckt die Daten online zu sichern. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass so ziemlich alles geknackt werden kann. Wenn sogar die Rechenzentren von Mastercard geknackt wurden, dann ist so ein Onlinespeicher kein Problem für Hacker. Hier muss man denen ja wirklich vertrauen, ich tue es nicht.

    Meine Daten werden auf verschiedenen Festplatten gespeichert, diese bewahre ich jedoch im Bankschließfach auf. Für 30,-€ (inkl. MwST) im Jahr ist das absolut unschlagbar.

  6. Mein online Backup habe ich übrigens bei livedrive (der deutsche Ableger davon ist „cloudly“, ein wenig teurer, aber in deutsch). Die Server von livedrive stehen in England, falls jemand nicht möchte, dass sie sich in den USA befinden 😉
    Ich bin sehr zufrieden. Der upload meiner ca 3-4TB hat mit einer 100.000er Leitung (ca 2-5 MB upload) 3 Monate gedauert. Im Durchschnitt 20 GB pro Tag.

  7. @Daniel klar hat ein Online-Backup heutzutage noch handfeste Performance-Nachteile, aber ein lokales Backup bietet nur bedingten Schutz. Wenn Diebe einbrechen und Rechner und NAS mitnehmen, dann ist alles weg. Wenn die Bude abbrennt, ist auch alles weg.

    Ein Berg an Stockfotos ist nicht so extrem sensibel und schutzbedürftig. Da reichen die Schutzmaßnahmen der Cloud-Storage-Anbieter normal aus. Sensiblere Daten kann man vor der Übertragung an Cloud-Storage-Anbieter lokal verschlüsseln. Das ist durchaus in einer Form möglich, die auch die NSA nicht geknackt bekommt – sofern man ein hinreichend sicheres und langes Passwort vwerwendet.

  8. @Alex: Ich verkaufe meine Bilder ja auch über Microstock. Da mache ich mir über „gehackte“ Online-Datensicherungen keine Gedanken. ;-). Zumindest nicht bei den Bildern. Sie sind ohnehin in überall im Web zu finden. Habe sie lediglich wegen der Datenmenge nicht im Web sondern im Schließfach eine Platte liegen. 50.000 Bilder im RAW sind ein bißchen viel.

    Und es kann ja auch jederzeit eine Agentur gehackt werden. Hatten wir das nicht schon mal? Meine mich zu erinnern.

    Und sonst habe ich keine Daten, auch nicht im Schriftverkehr, der SOOO geheim wäre. Meine Preise finden sich auch auf meiner Webseite.

  9. @Walter: Ich produziere Grafiken (3d + Vektoren) und da ist es schon wichtig, dass die Dateien nicht in die falsche Hände geraten. Die Jpg-Datei die man bei der Agentur hochlädt ist nur ein Endprodukt. Wer die Grunddateien der einzelnen Programme hat, könnte leicht nachvollziehen wie ich arbeite und welche Tricks ich anwende. Und theoretisch sind solche Dateien für mich das letzte Beweismittel (evtl. vom Gericht), dass ich der Urheber bin.

  10. Für grosse Datenmengen vertraue ich nur auf mein NAS mit gespiegelten Platten, aber wie @Guido bereits erwähnt, wenns brennt oder bei einem Wasserschaden dann ist alles weg. Für kleinere Datenmengen nutze ich die Cloudlösung „Ubuntu One“ – 5GB gratis.

  11. Ich hatte früher ein NAS mit gespiegelten Platten. Dann brauchte ich die Daten und die Firma die mich IT-mäßig betreut, und damals auch das NAS installiert hatte, brauchte eine Woche um an die daten zu kommen. Fehler im Gerät. Lakonische Auskunft bei der Firma. Ja das hatten wir schon einmal…

    Seither verwende ich externe Festplatten. Da kann man auch leichter mit 2 Platten oder mehr arbeiten und eine Version ausser Haus aufheben. Und wenns nur im Auto ist. Oder eben im Schließfach.

  12. In meinem Rechner wird die Festplatte für Bilder und wichtige Dokumente (2TB) automatisch gespiegelt (Raid 1). Systemplatte ist eine SSD. Diese wird einmal täglich mit der Windows-Sicherung auf ein aus 3 weiteren Platten bestehendes Raid5 gesichert. Denn auch eine Neuinstalltion des Betriebssystems und aller Programme wäre im Fehlerfall sehr lästig. Die beiden Raid – Systeme werden mit dem Boardeigenen Controllern realisiert.
    Einmal die Woche sichere ich den kompletten Bilder- und Dokumentenordner auf eine externe Festplatte. Um die Datenbestände sychron zu halten, verwende ich den Totalcommander. Dessen Funktion „Verzeichnisse synchronisieren“ lässt sich wunderbar konfigurieren und ist einfach nur genial.

  13. „aber ein lokales Backup bietet nur bedingten Schutz. Wenn Diebe einbrechen und Rechner und NAS mitnehmen, dann ist alles weg. Wenn die Bude abbrennt, ist auch alles weg. “

    Deshalb macht man natürlich Backups auf externe Festplatten, die man dann außer Haus aufbewahrt.

  14. Online-Backups für Bilddaten halte ich derzeit auf Grund der Datenmenge in der Regel für völlig unpraktikabel. Ich produziere in der Woche meist mehr MB an Daten, als ich per DSL auf ein Online-Backup sichern könnte. Mit VDSL oder Glasfaser mag das anders aussehen, jedenfalls so lange es noch echte Flatrates gibt. (Wahrscheinlich nicht mehr lange.)

  15. @Daniel: Jedoch hast du damit noch immer kein externes Backup, denn schließlich kann mit deinem Haus / deiner Wohnung noch viel schlimmere Sachen passieren, so dass auch deine Backup-Festplatten zerstört werden würden.

    Klar, Online-Backups dauern, aber wenn man eine etwas langsamere Leitung hat, kann man den Online-Backup-Dienst auch kurzzeitig pausieren. Meiner Meinung nach sind solche Online-Dienste auch nur bedingt für „kurzfristige Backups“ geeignet, sondern stellen in meinen Augen eher eine Datenversicherung da, als ein Backup. Und die einzige Alternative in meinen Augen zu einem solchen Dienst ist, regelmäßig (!) eine Festplatte mit all seinen Daten bei z.B. den Eltern zu deponieren. Aber wer macht das schon regelmäßig …

    Ich benutze seit Jahren auch schon Backblaze und bin mit denen auch sehr zufrieden. Derzeit lasse ich alle Rechner zusätzlich damit sichern, was aber mit der Zeit doch recht „teuer“ wird. Daher sichere ich seit einiger Zeit parallel mit CrashPlan, da es dort einen Family-Plan gibt (10 Euro für mehrere Rechner) und auch einen Client für Linux.

  16. @Christian,

    unser Haus ist relativ groß und 3 Stöckig. Der NAS steht im Keller im letzten Eck vom Haus. Während der Rechner im oberen Geschoss genau auf der gegenüberliegenden Seite vom Haus steht.
    Also wenn es da alles erwischen sollte, wäre das komplette Haus abgebrannt. Und dann hab ich vermutlich andere Sorgen als die Bilder. Davon abgesehen, weis ich nicht wie es da Versicherungstechnisch aussehen würde. Eventuell würde ja sogar die etwas bezahlen.
    Wobei ja immer noch die Möglichkeit besteht, eine Festplatte in ein Schließfach in einer Bank zu hinterlegen. Oder z.b. im Auto oder bei den Eltern…
    Online Dienste kommen für mich jedenfalls nicht in Frage 😉

  17. «Deshalb macht man natürlich Backups auf externe Festplatten, die man dann außer Haus aufbewahrt.»

    Kann man machen. Das ist in vielen Fällen aber ebenfalls unpraktikabel. Weil das Backup dann eben nicht unmittelbar verfügbar ist, wenn Bedarf an den Backupdaten besteht. Ist man irgendwo unterwegs, dann braucht man ggf. Tage, um an das Backup zu kommen.

    « Ich produziere in der Woche meist mehr MB an Daten, als ich per DSL auf ein Online-Backup sichern könnte. »

    Selbst mit einem Lahmen 2 MBit-DSL-Anschluss und nur 0,64 MBit im Upstream kannst Du pro Woche fast 50 GB oder umgerechnet ca. 1.600 RAW-dateien hochladen. Pro Jahr macht das über 80.000 RAW-Dateien. Ich glaube es gibt nur wenige Stockfotografen, für die das in der Praxis ein relevantes Limit wäre. Mit etwas schnellerem Internet, was auch an Deinem Ort nur eine Frage der Zeit sein dürfte, erhöhen sich die Zahlen dann dramatisch.

    Letztlich sind die Arbeits- und Lebenssituationen und die resultierenden Anforderungen an eine Backuplösung unterschiedlich. Die eine perfekte Lösung, die jeglichen Anforderungen gerecht wird, gibt es nicht und jeder muss sich die für ihn passende Lösung suchen. Einige hier genannte Strategien sind aber generell konzeptionell fragwürdig, z.B. ist Synchronisierung nicht das Selbe wie Backup. Mit Open-Source-Software wie Areca kann jeder sehr vielfältige, professionelle Backuplösungen bauen, die Dinge wie inkrementelles Backup, Komprimierung, Verschlüsselung, Versionierung beinhalten.

  18. Ich mach gar kein Backup, weil sogar ein kompleter Datenverlust egal ist. Die „guten“ Stockfotos sind online. Die alten nicht so guten vergammeln auf externen Festplatten irgendwo in einem Karton, irgendwo im Haus. Wobei ich am Rechner direkt keine Bilder habe. Die sind alle auf externen USB Festplatten. Wenn die voll sind, wandern die in einen Karton.
    Bei privaten Bildern sind die beseren im Fotoalbum. Der Rest vergamelt auf einer externen Festplatte irgendwo in einem Karton im Haus.
    Ich bin wahrscheinlich der Alptraum eines jeden „Datensicherung“ Freaks. Aber meine Stockfotos sind nach 3 Jahren so veraltet, dass sie für mich wertlos sind.

  19. Der Beitrag kommt mir sehr gelegen, weil ich mich selbst gerade mit der Thematik rumschlage. Bislang habe ich einfach alle Daten zweimal gesichert: einmal auf dem Rechner im Studio, und eine wöchentlich aufgefrischte Platte die ich zu Hause aufbewahre.

    Ein Onlinebackup fände ich für meine Zwecke sehr praktisch. Ich mache aber seit einer Weile auch Video, und da fallen noch viel mehr Daten an als bei Fotos.
    Ich habe mir mal einen Testaccount von Backblaze zugelegt. Das Tool meint aber, es dauert 1541 Tage für das erst-Backup. Das sind über 4 Jahre.

    Langer Rede kurzer Sinn: kennt jemand einen vergleichbaren Service wo man für das erst-Backup eine (oder mehrere) Festplatte einschicken kann?

    Freue mich auf Hinweise,

    Axel

  20. @Guido:
    „Weil das Backup dann eben nicht unmittelbar verfügbar ist, wenn Bedarf an den Backupdaten besteht.“
    Also wenn eine Situation eintritt, auf Grund derer ich die externen Backupdaten benötige (Brand usw.), dann habe ich erstmal dringendere Sorgen, als sofort an die Daten zu kommen.
    Und unterwegs habe ich auf meine Bilddaten sowieso keinen Zugriff, warum auch? (Bzw. im Notfall habe ich „fertige“ JPEGs sowieso auf meinem Server liegen.)

    „Selbst mit einem Lahmen 2 MBit-DSL-Anschluss und nur 0,64 MBit im Upstream kannst Du pro Woche fast 50 GB oder umgerechnet ca. 1.600 RAW-dateien hochladen. “
    Abgesehen davon, dass man selbst mit DSL3000 nur ca. 0,3 MBit Upstream hat:
    50 GB sind bei mir nur gut 250 TIFF Dateien. Was nutzt mir ein Backup der RAW Files, wenn dann im Notfall die ganze aufwändige Bildbearbeitung beim Teufel ist?

    Aber gut, kann und muss jeder für sich entscheiden, was sinnvoll ist. – ICH sehe im Online-Backup nur Nachteile.

  21. ich komme hauptberuflich aus der IT-Branche und bin eher Backup-versessen. Lieber einen Backup mehr als einen weniger. Vielleicht übertreibe ich es einfach: Ich habe 2 Macbooks und einen Mac Server, die werden stündlich via Time Machine ge-backup-t. Das scheint noch ok, oder?

    Ein Macbook dient zum Tethering direkt bei den Fotoaufnahmen. Der Mac-Server zum Nachbearbeiten mit Lightroom, Photoshop,… Daneben hat der Server natürlich noch eine Reihe weiterer Aufgaben im Netz und ist deswegen 24Std/Tag verfügbar. Nach den letzten Experimenten meiner Mutter mit einem wohl nicht-sicheren Bügeleisen und promptem Ausfall des kompletten Stromnetzes im Haus, sind Server und wesentliche Peripherie per UPS gesichert. BTW: Kabel hatte sich gelöst, meine Mutter (83) ist unverletzt und das Bügeleisen wurde sofort entsorgt.

    Dieselben plus ca. weitere 10 Windows-Rechner und virtuelle Maschinen mit Linix und Windows (zum Teil auch dem Rest der Familie gehörend) werden zusätzlich einmal täglich mit Bacula gesichert.

    Alle Rechner teilen sich ein NAS (3TB), wo sofort die Originale der Bilder als Kopie abgelegt werden. Nebenbei pflege ich noch die Video-Aufnahmen der Familie und eine iTunes Bibliothek mit ca. 2000 gerippten LPs/CDs unkomprimiert u.v.m.

    D.h ich betreibe ein zweites NAS zur Backup Funktionalität. Jede Nacht ab 01:00 Uhr werden alle wichtigen Daten vom Server und vom NAS gedoppelt. Beide NAS zusammen haben ca. 20 TB.

    Aber damit nicht Schluss. Was ist, wenn das Haus abbrennt, gelöscht wird,…
    Somit habe ich zwei Plattensätze mit jeweils 5TB. Einer ist bei mir zu Hause, damit die Platten mittels scripten, die rsync verwenden effizient bespielt werden können. Der andere befindet sich in meiner Firma. Wenn ich zu Hause einen Satz bespielt habe nehme ich ihn mit in die Firma und bringe den alten Satz von dort wieder zurück, um diesen wieder zu aktualisieren. Selbstverständlich sind die Sätze, die ich in die Firma trage verschlüsselt.

    Also insgesamt habe ich ca. 3-4 Backups von allen wichtigen Daten. Ich habe ja schon angedeutet, dass es vielleicht etwas übertrieben ist, aber wie heißt es so schön „Gebranntes Kind scheut das Feuer“

  22. @dstrehmel – dann wäre ja nur noch ein Sonnenwind oder elektromagnetischer Impuls dein Feind 😉

  23. Wir haben uns gerade mal den von dir vorgeschlagenen Dienst (Backblaze) angesehen und ihn für uns als untauglich eingestuft.
    Aus einem ganz simplen Grund:
    Es handelt sich bei BB um einen !! Synchronisationsdienst!! der wohl für viele Fotografen die grosse Mengen an Daten produzieren einfach untauglich ist.
    Man MUSS alle Daten die an BB übertragen werden regelnässig auf seinem angemeldeten Rechner vorhalten was aber ziemlicher Unfug ist.

    Folgendes KO-Szenario:
    1: Du sicherst die Ergebnisse eines grossen Auftrags (sagen wir mal 1 TB) auf einer externen Platte
    2: Du sicherst diese Inhalte bei BB
    3: Du stellst die externe Platte in deinen Schrank
    Fazit: Nach einigen Wochen ist das Backup auf BB futsch.

    Ein Service der mich zwingt alls 2 Wochen alle Platten aus dem Tresor zu holen und sie einmal anzustöpseln ist für uns (wir haben auch so schon genug zu tun) nicht interessant.
    Auch die Tatsache das man nur dann Festplatten per Post / Kurier einreichen kann wenn man in den USA wohnt ist nicht sonderlich attraktiv
    Gruss axel

  24. Hallo Robert,
    danke für den aufgefrischten Artikel.
    Bisher nutze ich auch eine Raid System was ich allerdings manuell wöchentlich aktualisiere.
    Als Programm nutze ich Allway Sync. Hier kann ich gut Aufgaben / Ordner die zu syncen sind konfigurieren.
    Die Nutzung von Blackblaze werde ich mal testen, kannte ich bisher noch nicht.

    Bei deinem Satz: Im Grunde sowas wie eine Art “Ersatz-NAS“
    habe ich gelesen: “Ersatz-NSA“

    Und es war für mich vollkommen verständlich wenn du es so geschrieben hättest. 🙂

    Gruß
    Alex

  25. Die „liebe“ Datensicherung ist wirklich ein umfangreiches Thema. Ist ja toll, was man hier alles liest. Ich sichere jetzt seit einem Jahr auf 2 x 2TB Platten parallel nach jedem Shoot und 1 x in der Woche dann auch die Nachbearbeitungen. Die fertigen Bilder liegen ja in meinem Shop.
    Früher war ich trotz umfangreicher – natürlich auch negativer – Erfahrungen im Beruf (Schriftsetzer/Mediengestalter/Werbetechniker) da leider etwas sorgloser, was mir einen massiven Datenverlust bei unserem letzten Umzug beschert hat. Ich schloß an meine einzige Sicherungsplatte mit älteren Daten aus Versehen das falsche Netzgerät an (!). 3 Jahre Bilder unwiederbringlich futsch. Das ist mit einer der Gründe, warum ich die Sicherungen manuell durchführe und dann auch die Ordnergrößen vergleiche.
    Also liegen aktuell jetzt alle Daten auf meinem Rechner und den 2 externen Platten (übrigens recht günstige, wenn eine ausfällt, ist mir das jetzt auch nicht mehr sooo tragisch wichtig, die wird dann eben gleich ersetzt).

  26. Zwei Aspekte, die mir wichtig genug erscheinen, erwähnt zu werden:
    Der Rechner unterm Dach und der Server im Keller nützen im Brandfall wahrscheinlich nichts. Die meisten „Feuer“-Schäden entstehen nicht durch den Brand, sondern durch das Löschen. Man muss also davon ausgehen, dass das ganze Haus betroffen ist (es sei denn, der Brand ist im Keller 🙂 ). Wenn „nur“ die Bilder weg sind, ist das zwar ärgerlich. Wenn aber auch die Buchhaltung weg ist, dann kann es durchaus richtig Stress mit dem Finanzamt geben.
    Und ein Aspekt wurde noch gar nicht erwähnt: Viren. Die meisten nutzen ja offenbar Windows, da ist das durchaus ein Thema. Was nützt ein Backup, wenn auch dieses virenverseucht ist? Da helfen nur dauerhaft abgelegte Zwischenstände auf separaten Datenträgern. Denn auch ein Virenschutz vor dem Backup könnte zum diesem Zeitpunkt noch nicht bekannte Viren durchlassen.
    Soviel meine fünf Pfennige dazu.

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