Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung

Vor kur­zem hat­te ich auf mei­ner Facebook-Seite den Link zu die­sem Artikel gepos­tet, in dem eine Firma für Online-Datensicherung die Festplatten ver­schie­de­ner Hersteller mit­ein­an­der ver­gleicht.

In den Kommentaren kamen eini­ge Fragen zur kon­kre­ten Gestaltung einer Datensicherung auf und da mei­ne bei­den Artikel zum Thema schon etwas älter sind, möch­te ich das wich­ti­ge Thema noch mal ins Gedächtnis aller Fotografen rufen.

Warum ist Datensicherung wichtig?

Datensicherung erfüllt das glei­che Prinzip wie eine Versicherung. Wir alle hof­fen, dass wir nie eine brau­chen, aber wenn der Ernstfall ein­ge­tre­ten ist, sind wir sehr froh, wenn wir eine haben. Der Ernstfall kann ein Einbruch ins Fotostudio sein, bei dem alle tech­ni­schen Geräte gestoh­len wer­den, ein Feuer, was das Arbeitszimmer ver­nich­tet oder ein plötz­li­cher Ausfall der Festplatten, auf denen unse­re Daten gespei­chert sind. Vor allem den letz­ten Punkt ver­ges­sen vie­le Leute ger­ne, dabei haben auch Festplatten eine Art „Haltbarkeitsdatum“, wel­ches im Schnitt zwi­schen zwei bis zehn Jahren schwankt. Deshalb ist die Wahl der rich­ti­gen Festplatte von gro­ßer Bedeutung und ich lege allen ans Herz, vor Kauf einer neu­en Festplatte den oben ver­link­ten Artikel gründ­li­ch zu lesen.

Was für Daten sollten gesichert werden?

Alle Daten, die im Falle eines Verlusts ent­we­der nicht mehr pro­blem­los wie­der­her­ge­stellt wer­den kön­nen (der Offline-Dump der Wikipedia mit über 100 GB gehört also nicht dazu) oder eine star­ke Einschränkung bei der Arbeit bedeu­ten wür­den, soll­ten gesi­chert wer­den.

Ich selbst tren­ne bei der Datensicherung zwi­schen zwei Bereichen:

  1. mei­nem „Stockfotomaterial“:
    • RAW-Dateien/Videos
    • ent­wi­ckel­te JPG-Fotos und geren­der­te Videos
    • Model-, Agentur- und ande­re Verträge als Scans
    • mei­ne Excel-Tabellen mit Verwaltungsinformationen, Model-Kontakten und Umsatz-Statistiken
  2. mei­nem „Arbeitsmaterial“:
    • im Grunde mei­ne gesam­te Arbeitsfestplatte, auf der sich unter ande­rem befin­den:
    • mei­ne geschäft­li­chen Emails
    • mei­ne Textdateien
    • Layout-Entwürfe
    • mei­ne Webseiten-, Blog- und Forum-Daten

Diese siche­re ich auf zwei ver­schie­de­ne Arten:

Das Stockfoto-Material siche­re ich regel­mä­ßig auf zwei exter­ne Festplatten (aktu­ell die WD My Book 4 TB*). Regelmäßig heißt, sobald die Daten anfal­len, also nach einem Shooting, nach dem Ende eines Bildbearbeitungssession etc. Die bei­den Festplatten tau­sche ich ca. alle zwei Jahre gegen ein Modell mit mehr Speicherplatz aus. Aktuell bin ich in der vier­ten Generation ange­kom­men: 500GB, 1 TB, 2TB, 4 TB. Die alten Daten kopie­re ich dann auf bei­de neue Platten und lage­re eine der alten Platten bei einem Freund aus. So habe ich die Daten immer dop­pelt vor­rä­tig, falls eine der Platten den Geist auf­gibt. Ich nut­ze zwei Platten, um eine Art „manu­el­les RAID-1-System“ zu haben. Es gibt zwar Systeme, die eine noch bes­se­re Verfügbarkeit garan­tie­ren, aber da gibt es eben auch zusätz­li­che Probleme und die Einrichtung ist kom­pli­zier­ter. Zusätzlich wer­den die Festplatten mit einem Online-Backup-Dienst gesi­chert. Dazu gleich mehr.

Mein Arbeitsmaterial ist mei­ne aktu­el­le Festplatte. Es ist aber nicht die ein­zi­ge Festplatte in mei­nem Rechner, son­dern neben der SSD-Systemplatte nur eine von zwei Festplatten. Wer an der genau­en Modellnummer inter­es­siert ist: Ich nut­ze die WD 2002FAEX 2 TB*. Die Daten der einen Platte wer­den mit der auto­ma­ti­schen Windows-Sicherung regel­mä­ßig auf die ande­re Platte kopiert.

Erfahrungen mit einem Online-Backup-Dienst

Zusätzlich nut­ze ich für bei­de Daten-Bereich einen Online-Backup-Dienst. In mei­nem Fall neh­me ich Backblaze*, weil die unbe­grenz­ten Speicherplatz anbie­ten, was bei meh­re­ren Terabyte an Daten wich­tig ist. Die Kosten belau­fen sich auf 5 Dollar pro Monat, ich jedoch habe das Abo für zwei Jahre abge­schlos­sen, was mich dann im Schnitt nur ca. 3 Euro pro Monat kos­tet. Das ist unschlag­bar. Und es funk­tio­niert. Zwar habe ich bis­her noch kei­nen Computercrash gehabt, aber unter­wegs mal paar wich­ti­ge Daten ver­ges­sen. Da habe ich mich bei Backblaze ein­ge­loggt, die gewünsch­ten Daten auf mei­ner Festplatte ange­klickt und paar Minuten spä­ter habe ich per Email eine Zip-Datei mit den benö­tig­ten Daten bekom­men. Im Grunde sowas wie eine Art „Ersatz-NAS“.

Der größ­te Nachteil bei Backblaze ist, wie lan­ge es dau­ert, bis die Daten das ers­te Mal gesi­chert sind. Da ich ins­ge­samt ca. 5 TB an Daten habe, dau­er­te die ers­te Sicherung ca. ein hal­bes Jahr (bei 2,5 Mb/s), wo ich auch den Rechner oft nachts ange­las­sen habe. Da wäre es schö­ner, einen Anbieter zu haben, dem man zu Beginn eine Festplatte schi­cken könn­te. Aber nach­dem ich die­se „Durststrecke“ über­stan­den habe, sichert Backblaze nur die neu erstell­ten oder geän­der­ten Dateien und ist im Hintergrund nicht mehr bemerk­bar. Backblaze bie­tet aber auch an, nur bestimm­te Ordner und nicht nur kom­plet­te Festplatten zu sichern, wes­halb ich nach und nach die wich­tigs­ten Ordner sichern las­sen habe, damit sich der Dienst nicht zum Anfang mit den gro­ßen, von mir sowie­so auch extern gesi­cher­ten RAW-Dateien auf­hal­ten muss.

Ich kann nur über mei­ne Erfahrungen mit Backblaze schrei­ben, weil ich kei­nen ande­ren Dienst nut­ze. Der Vollständigkeit hal­ber will ich aber ande­re, ähn­li­che Dienste erwäh­nen. Es gibt zum Beispiel noch Crashplan, Livedrive oder Carbonite. Die vier Dienste sind preis­li­ch sehr ähn­li­ch und bie­ten alle unbe­grenz­ten Speicherplatz. Sie unter­schie­den sich vor allem in der ver­wen­de­ten Software und Detaileinstellungen wie der Dauer der Versionsarchivierung, der Bequemlichkeit der Einrichtung etc.

Zusätzlich habe ich einen kos­ten­lo­sen Dropbox-Account*, mit dem ich eben­falls wich­ti­ge Dateien auf alle mei­ne Rechner ver­tei­le und die­se bei einer ver­se­hent­li­chen Löschung eben­falls wie­der rekon­stru­ie­ren kann.

Datenschutz beim Cloud-Backup?

Der größ­te Kritikpunkt bei der Nutzung von Cloud-Backups ist, das ande­re Leute Zugriff auf die eige­nen Daten hät­ten. Ich hal­te das für über­trie­ben. Zum einen wer­den die Daten in den Rechenzentren der Anbieter gut ver­schlüs­selt. Klar, die NSA wird die­se Verschlüsselung sicher kna­cken kön­nen, aber wenn sie das kann, kann sie auch direkt über das Internet auf euren Rechner zugrei­fen. Einige Dienste wie Crashplan bie­ten auch an, die Daten nicht auf den eige­nen Servern zu sichern, son­dern die­se an einen ande­ren Ort zu schi­cken, bei­spiels­wei­se auf die exter­ne Festplatte eines Verwandten oder einen selbst betrie­be­nen Server.

Wie sichert ihr eure Daten? Welche Tipps gebt ihr ande­ren Fotografen zur Datensicherung?

* Affiliate-Link

27 Gedanken zu „Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung“

  1. Hallo,

    bei mir wer­den die Daten bei JEDER Windows Abmeldung voll auto­ma­ti­sch auf mei­nen Synology NAS gesi­chert. Das geht ruck zuck und ist eine tol­le Methode die auch kei­ne Folgekosten ver­ur­sacht. Online Dienste wären mir zu lang­wie­rig, außer­dem wäre dann dau­ernd mein Upload voll aus­ge­las­tet, sodass dann ein Video upload auf YouTube oder auch Bilder upload auf Agenturen noch lang­sa­mer wer­den wür­de.
    Zusätzlich siche­re ich von Zeit zu Zeit mei­ne Daten auf zwei wei­te­ren exter­nen Festplatten die dana­ch wie­der abge­schlos­sen wer­den und in der Schublade ver­schwin­den.
    Somit sind alle mei­ne Daten immer aktu­ell 1x auf der Platte im Recher und 1x auf dem NAS gesi­chert.
    Um die Daten z.b. vor einem Blitzeinschlag zu sichern, ver­wen­de ich eben noch die bei­den wei­te­ren Festplatten. Daher auch in der Schublade, damit ein even­tu­el­ler Blitz die­se nicht zer­stö­ren kann.

    Schöne Grüße
    Daniel

  2. Firmensachen: Buchhaltung, Schriftverkehr, etc.: Arbeitsplatte im Rechner. Zusätzliche, stän­dig im Hintergrund lau­fen­de Sicherung mit Sicherungssoftware auf exter­ne Festplatte. Wird wöchent­li­ch mit einer 2. gewech­selt. Die 2. Platte liegt immer im Schliessfach bei der Bank. Zusätzlich Dropbox.

    Aktuelle Bilder: Wie oben, aber ohne Dropbox. Speicherkarten lei­e­gn dann in meinm Auto wer­den erst gelöscht, wenn Bilder fer­tig zum auf­spie­len sind.

    Echte „Archivdaten“ z.B. alte RAWs auf 2 ande­ren exter­nen Platten unter­schied­li­cher Hersteller. Einmal im Studio, 1x im Schließfach. Werden alle 2–3 Jahre auf neue Platten umko­piert.

  3. Ich spie­ge­le hän­di­sch mei­ne 3TB HDD auf eine iden­ti­sche alle 4 Wochen, läuft über Nacht. Sobald ich eine HDD nach ca. 1–2 Jahren aus­mus­te­re ver­fah­re ich wie du, sprich lege die­se an einem ande­ren Ort ab. In einer Cloud sind mei­ne Daten nicht, Hintergrund ist ein­fach das ich irgend­wel­che Abo-Verpflichtungen etc. so gering wie mög­li­ch hal­ten will. Irgendwann blickt man nicht mehr durch. 

    Wie schauts aber mit der Online Sicherung bei den Bildagenturen aus? Ich mei­ne von einer Fotografin gele­sen zu haben die alle Daten ver­lo­ren hat­te und über FTL sämt­li­ch Bilder down­loa­den konn­te, nach­dem Sie sich beim Support gemel­det hat­te und glaub­haft ver­si­chern konn­te es han­delt sich um Ihren Account.

  4. es ist mir erst die­se Woche pas­siert, dass der Laptop beim star­ten ein­fach mel­de­te, das Dateisystem sei defekt und Windows kön­ne nicht gestar­tet wer­den. Da ich ver­siert bin, fand ich nach Stunden eine Lösung und alle Daten waren wie­der da.
    Trotzdem sind gera­de das Situationen, an die man nicht denkt. Ich hat­te nichts gemacht, der Rechner ging „ein­fach so“ nicht mehr, ver­mut­li­ch weil Windows Daten irgend­wo­hin geschrie­ben hat, wo es gera­de ein Problem beim wie­der ein­le­sen gab.
    Da war ich froh, für alle Fälle mein online Backup zu haben. Wäre alles schief gelau­fen, hät­te ich zumin­dest alles Wichtige wie­der gehabt. 

    In mei­ner Bekanntschaft war ein Fall, dass eine exter­ne Festplatte im lau­fen­den Betrieb her­un­ter fiel – selbst ver­schie­de­ne teu­e­re Daten-Rettungs-Institute konn­ten nichts machen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 800 Euro.

    @Stan – von iSto­ck weiß ich, dass man gegen eine Bezahlung von (müss­te lügen) ca 100$ sein Portfolio wie­der selbst her­un­ter laden kann wenn alle Bilder ver­lo­ren gin­gen.

  5. Gerade der letz­te Punkt in dei­nem Artikel, hat mich abge­schreckt die Daten online zu sichern. Die Erfahrungen der letz­ten Jahre zei­gen, dass so ziem­li­ch alles geknackt wer­den kann. Wenn sogar die Rechenzentren von Mastercard geknackt wur­den, dann ist so ein Onlinespeicher kein Problem für Hacker. Hier muss man denen ja wirk­li­ch ver­trau­en, ich tue es nicht. 

    Meine Daten wer­den auf ver­schie­de­nen Festplatten gespei­chert, die­se bewah­re ich jedoch im Bankschließfach auf. Für 30,-€ (inkl. MwST) im Jahr ist das abso­lut unschlag­bar.

  6. Mein online Backup habe ich übri­gens bei live­d­ri­ve (der deut­sche Ableger davon ist „cloud­ly“, ein wenig teu­rer, aber in deut­sch). Die Server von live­d­ri­ve ste­hen in England, falls jemand nicht möch­te, dass sie sich in den USA befin­den 😉
    Ich bin sehr zufrie­den. Der upload mei­ner ca 3-4TB hat mit einer 100.000er Leitung (ca 2–5 MB upload) 3 Monate gedau­ert. Im Durchschnitt 20 GB pro Tag.

  7. @Daniel klar hat ein Online-Backup heut­zu­ta­ge noch hand­fes­te Performance-Nachteile, aber ein loka­les Backup bie­tet nur beding­ten Schutz. Wenn Diebe ein­bre­chen und Rechner und NAS mit­neh­men, dann ist alles weg. Wenn die Bude abbrennt, ist auch alles weg. 

    Ein Berg an Stockfotos ist nicht so extrem sen­si­bel und schutz­be­dürf­tig. Da rei­chen die Schutzmaßnahmen der Cloud-Storage-Anbieter nor­mal aus. Sensiblere Daten kann man vor der Übertragung an Cloud-Storage-Anbieter lokal ver­schlüs­seln. Das ist durch­aus in einer Form mög­li­ch, die auch die NSA nicht geknackt bekommt – sofern man ein hin­rei­chend siche­res und lan­ges Passwort vwer­wen­det.

  8. @Alex: Ich ver­kau­fe mei­ne Bilder ja auch über Microstock. Da mache ich mir über „gehack­te“ Online-Datensicherungen kei­ne Gedanken. ;-). Zumindest nicht bei den Bildern. Sie sind ohne­hin in über­all im Web zu fin­den. Habe sie ledig­li­ch wegen der Datenmenge nicht im Web son­dern im Schließfach eine Platte lie­gen. 50.000 Bilder im RAW sind ein biß­chen viel.

    Und es kann ja auch jeder­zeit eine Agentur gehackt wer­den. Hatten wir das nicht schon mal? Meine mich zu erin­nern.

    Und son­st habe ich kei­ne Daten, auch nicht im Schriftverkehr, der SOOO geheim wäre. Meine Preise fin­den sich auch auf mei­ner Webseite.

  9. @Walter: Ich pro­du­zie­re Grafiken (3d + Vektoren) und da ist es schon wich­tig, dass die Dateien nicht in die fal­sche Hände gera­ten. Die Jpg-Datei die man bei der Agentur hoch­lädt ist nur ein Endprodukt. Wer die Grunddateien der ein­zel­nen Programme hat, könn­te leicht nach­voll­zie­hen wie ich arbei­te und wel­che Tricks ich anwen­de. Und theo­re­ti­sch sind sol­che Dateien für mich das letz­te Beweismittel (evtl. vom Gericht), dass ich der Urheber bin.

  10. Für gros­se Datenmengen ver­traue ich nur auf mein NAS mit gespie­gel­ten Platten, aber wie @Guido bereits erwähnt, wenns brennt oder bei einem Wasserschaden dann ist alles weg. Für klei­ne­re Datenmengen nut­ze ich die Cloudlösung „Ubuntu One“ – 5GB gra­tis.

  11. Ich hat­te frü­her ein NAS mit gespie­gel­ten Platten. Dann brauch­te ich die Daten und die Firma die mich IT-mäßig betreut, und damals auch das NAS instal­liert hat­te, brauch­te eine Woche um an die daten zu kom­men. Fehler im Gerät. Lakonische Auskunft bei der Firma. Ja das hat­ten wir schon ein­mal…

    Seither ver­wen­de ich exter­ne Festplatten. Da kann man auch leich­ter mit 2 Platten oder mehr arbei­ten und eine Version aus­ser Haus auf­he­ben. Und wenns nur im Auto ist. Oder eben im Schließfach.

  12. In mei­nem Rechner wird die Festplatte für Bilder und wich­ti­ge Dokumente (2TB) auto­ma­ti­sch gespie­gelt (Raid 1). Systemplatte ist eine SSD. Diese wird ein­mal täg­li­ch mit der Windows-Sicherung auf ein aus 3 wei­te­ren Platten bestehen­des Raid5 gesi­chert. Denn auch eine Neuinstalltion des Betriebssystems und aller Programme wäre im Fehlerfall sehr läs­tig. Die bei­den Raid – Systeme wer­den mit dem Boardeigenen Controllern rea­li­siert.
    Einmal die Woche siche­re ich den kom­plet­ten Bilder- und Dokumentenordner auf eine exter­ne Festplatte. Um die Datenbestände sychron zu hal­ten, ver­wen­de ich den Totalcommander. Dessen Funktion „Verzeichnisse syn­chro­ni­sie­ren“ lässt sich wun­der­bar kon­fi­gu­rie­ren und ist ein­fach nur geni­al.

  13. aber ein loka­les Backup bie­tet nur beding­ten Schutz. Wenn Diebe ein­bre­chen und Rechner und NAS mit­neh­men, dann ist alles weg. Wenn die Bude abbrennt, ist auch alles weg. “

    Deshalb macht man natür­li­ch Backups auf exter­ne Festplatten, die man dann außer Haus auf­be­wahrt.

  14. Online-Backups für Bilddaten hal­te ich der­zeit auf Grund der Datenmenge in der Regel für völ­lig unprak­ti­ka­bel. Ich pro­du­zie­re in der Woche meist mehr MB an Daten, als ich per DSL auf ein Online-Backup sichern könn­te. Mit VDSL oder Glasfaser mag das anders aus­se­hen, jeden­falls so lan­ge es noch ech­te Flatrates gibt. (Wahrscheinlich nicht mehr lan­ge.)

  15. @Daniel: Jedoch hast du damit noch immer kein exter­nes Backup, denn schließ­li­ch kann mit dei­nem Haus / dei­ner Wohnung noch viel schlim­me­re Sachen pas­sie­ren, so dass auch dei­ne Backup-Festplatten zer­stört wer­den wür­den.

    Klar, Online-Backups dau­ern, aber wenn man eine etwas lang­sa­me­re Leitung hat, kann man den Online-Backup-Dienst auch kurz­zei­tig pau­sie­ren. Meiner Meinung nach sind sol­che Online-Dienste auch nur bedingt für „kurz­fris­ti­ge Backups“ geeig­net, son­dern stel­len in mei­nen Augen eher eine Datenversicherung da, als ein Backup. Und die ein­zi­ge Alternative in mei­nen Augen zu einem sol­chen Dienst ist, regel­mä­ßig (!) eine Festplatte mit all sei­nen Daten bei z.B. den Eltern zu depo­nie­ren. Aber wer macht das schon regel­mä­ßig …

    Ich benut­ze seit Jahren auch schon Backblaze und bin mit denen auch sehr zufrie­den. Derzeit las­se ich alle Rechner zusätz­li­ch damit sichern, was aber mit der Zeit doch recht „teu­er“ wird. Daher siche­re ich seit eini­ger Zeit par­al­lel mit CrashPlan, da es dort einen Family-Plan gibt (10 Euro für meh­re­re Rechner) und auch einen Client für Linux.

  16. @Christian,

    unser Haus ist rela­tiv groß und 3 Stöckig. Der NAS steht im Keller im letz­ten Eck vom Haus. Während der Rechner im oberen Geschoss gen­au auf der gegen­über­lie­gen­den Seite vom Haus steht.
    Also wenn es da alles erwi­schen soll­te, wäre das kom­plet­te Haus abge­brannt. Und dann hab ich ver­mut­li­ch ande­re Sorgen als die Bilder. Davon abge­se­hen, weis ich nicht wie es da Versicherungstechnisch aus­se­hen wür­de. Eventuell wür­de ja sogar die etwas bezah­len.
    Wobei ja immer noch die Möglichkeit besteht, eine Festplatte in ein Schließfach in einer Bank zu hin­ter­le­gen. Oder z.b. im Auto oder bei den Eltern…
    Online Dienste kom­men für mich jeden­falls nicht in Frage 😉

  17. «Deshalb macht man natür­li­ch Backups auf exter­ne Festplatten, die man dann außer Haus auf­be­wahrt.»

    Kann man machen. Das ist in vie­len Fällen aber eben­falls unprak­ti­ka­bel. Weil das Backup dann eben nicht unmit­tel­bar ver­füg­bar ist, wenn Bedarf an den Backupdaten besteht. Ist man irgend­wo unter­wegs, dann braucht man ggf. Tage, um an das Backup zu kom­men.

    « Ich pro­du­zie­re in der Woche meist mehr MB an Daten, als ich per DSL auf ein Online-Backup sichern könn­te. »

    Selbst mit einem Lahmen 2 MBit-DSL-Anschluss und nur 0,64 MBit im Upstream kann­st Du pro Woche fast 50 GB oder umge­rech­net ca. 1.600 RAW-dateien hoch­la­den. Pro Jahr macht das über 80.000 RAW-Dateien. Ich glau­be es gibt nur weni­ge Stockfotografen, für die das in der Praxis ein rele­van­tes Limit wäre. Mit etwas schnel­le­rem Internet, was auch an Deinem Ort nur eine Frage der Zeit sein dürf­te, erhö­hen sich die Zahlen dann dra­ma­ti­sch.

    Letztlich sind die Arbeits- und Lebenssituationen und die resul­tie­ren­den Anforderungen an eine Backuplösung unter­schied­li­ch. Die eine per­fek­te Lösung, die jeg­li­chen Anforderungen gerecht wird, gibt es nicht und jeder muss sich die für ihn pas­sen­de Lösung suchen. Einige hier genann­te Strategien sind aber gene­rell kon­zep­tio­nell frag­wür­dig, z.B. ist Synchronisierung nicht das Selbe wie Backup. Mit Open-Source-Software wie Areca kann jeder sehr viel­fäl­ti­ge, pro­fes­sio­nel­le Backuplösungen bau­en, die Dinge wie inkre­men­tel­les Backup, Komprimierung, Verschlüsselung, Versionierung beinhal­ten.

  18. Ich mach gar kein Backup, weil sogar ein kom­ple­ter Datenverlust egal ist. Die „guten“ Stockfotos sind online. Die alten nicht so guten ver­gam­meln auf exter­nen Festplatten irgend­wo in einem Karton, irgend­wo im Haus. Wobei ich am Rechner direkt kei­ne Bilder habe. Die sind alle auf exter­nen USB Festplatten. Wenn die voll sind, wan­dern die in einen Karton.
    Bei pri­va­ten Bildern sind die bese­ren im Fotoalbum. Der Rest ver­ga­melt auf einer exter­nen Festplatte irgend­wo in einem Karton im Haus.
    Ich bin wahr­schein­li­ch der Alptraum eines jeden „Datensicherung“ Freaks. Aber mei­ne Stockfotos sind nach 3 Jahren so ver­al­tet, dass sie für mich wert­los sind.

  19. Der Beitrag kommt mir sehr gele­gen, weil ich mich selbst gera­de mit der Thematik rum­schla­ge. Bislang habe ich ein­fach alle Daten zwei­mal gesi­chert: ein­mal auf dem Rechner im Studio, und eine wöchent­li­ch auf­ge­frisch­te Platte die ich zu Hause auf­be­wah­re.

    Ein Onlinebackup fän­de ich für mei­ne Zwecke sehr prak­ti­sch. Ich mache aber seit einer Weile auch Video, und da fal­len noch viel mehr Daten an als bei Fotos.
    Ich habe mir mal einen Testaccount von Backblaze zuge­legt. Das Tool meint aber, es dau­ert 1541 Tage für das erst-Backup. Das sind über 4 Jahre.

    Langer Rede kur­zer Sinn: kennt jemand einen ver­gleich­ba­ren Service wo man für das erst-Backup eine (oder meh­re­re) Festplatte ein­schi­cken kann?

    Freue mich auf Hinweise,

    Axel

  20. @Guido:
    „Weil das Backup dann eben nicht unmit­tel­bar ver­füg­bar ist, wenn Bedarf an den Backupdaten besteht.“
    Also wenn eine Situation ein­tritt, auf Grund derer ich die exter­nen Backupdaten benö­ti­ge (Brand usw.), dann habe ich erst­mal drin­gen­de­re Sorgen, als sofort an die Daten zu kom­men.
    Und unter­wegs habe ich auf mei­ne Bilddaten sowie­so kei­nen Zugriff, war­um auch? (Bzw. im Notfall habe ich „fer­ti­ge“ JPEGs sowie­so auf mei­nem Server lie­gen.)

    Selbst mit einem Lahmen 2 MBit-DSL-Anschluss und nur 0,64 MBit im Upstream kann­st Du pro Woche fast 50 GB oder umge­rech­net ca. 1.600 RAW-dateien hoch­la­den. “
    Abgesehen davon, dass man selbst mit DSL3000 nur ca. 0,3 MBit Upstream hat:
    50 GB sind bei mir nur gut 250 TIFF Dateien. Was nutzt mir ein Backup der RAW Files, wenn dann im Notfall die gan­ze auf­wän­di­ge Bildbearbeitung beim Teufel ist?

    Aber gut, kann und muss jeder für sich ent­schei­den, was sinn­voll ist. – ICH sehe im Online-Backup nur Nachteile.

  21. ich kom­me haupt­be­ruf­li­ch aus der IT-Branche und bin eher Backup-versessen. Lieber einen Backup mehr als einen weni­ger. Vielleicht über­trei­be ich es ein­fach: Ich habe 2 Macbooks und einen Mac Server, die wer­den stünd­li­ch via Time Machine ge-backup-t. Das scheint noch ok, oder?

    Ein Macbook dient zum Tethering direkt bei den Fotoaufnahmen. Der Mac-Server zum Nachbearbeiten mit Lightroom, Photoshop,… Daneben hat der Server natür­li­ch noch eine Reihe wei­te­rer Aufgaben im Netz und ist des­we­gen 24Std/Tag ver­füg­bar. Nach den letz­ten Experimenten mei­ner Mutter mit einem wohl nicht-sicheren Bügeleisen und promp­tem Ausfall des kom­plet­ten Stromnetzes im Haus, sind Server und wesent­li­che Peripherie per UPS gesi­chert. BTW: Kabel hat­te sich gelöst, mei­ne Mutter (83) ist unver­letzt und das Bügeleisen wur­de sofort ent­sorgt.

    Dieselben plus ca. wei­te­re 10 Windows-Rechner und vir­tu­el­le Maschinen mit Linix und Windows (zum Teil auch dem Rest der Familie gehö­rend) wer­den zusätz­li­ch ein­mal täg­li­ch mit Bacula gesi­chert.

    Alle Rechner tei­len sich ein NAS (3TB), wo sofort die Originale der Bilder als Kopie abge­legt wer­den. Nebenbei pfle­ge ich noch die Video-Aufnahmen der Familie und eine iTu­nes Bibliothek mit ca. 2000 geripp­ten LPs/CDs unkom­pri­miert u.v.m.

    D.h ich betrei­be ein zwei­tes NAS zur Backup Funktionalität. Jede Nacht ab 01:00 Uhr wer­den alle wich­ti­gen Daten vom Server und vom NAS gedop­pelt. Beide NAS zusam­men haben ca. 20 TB.

    Aber damit nicht Schluss. Was ist, wenn das Haus abbrennt, gelöscht wird,…
    Somit habe ich zwei Plattensätze mit jeweils 5TB. Einer ist bei mir zu Hause, damit die Platten mit­tels scrip­ten, die rsync ver­wen­den effi­zi­ent bespielt wer­den kön­nen. Der ande­re befin­det sich in mei­ner Firma. Wenn ich zu Hause einen Satz bespielt habe neh­me ich ihn mit in die Firma und brin­ge den alten Satz von dort wie­der zurück, um die­sen wie­der zu aktua­li­sie­ren. Selbstverständlich sind die Sätze, die ich in die Firma tra­ge ver­schlüs­selt.

    Also ins­ge­samt habe ich ca. 3–4 Backups von allen wich­ti­gen Daten. Ich habe ja schon ange­deu­tet, dass es viel­leicht etwas über­trie­ben ist, aber wie heißt es so schön „Gebranntes Kind scheut das Feuer“

  22. @dstrehmel – dann wäre ja nur noch ein Sonnenwind oder elek­tro­ma­gne­ti­scher Impuls dein Feind 😉

  23. Wir haben uns gera­de mal den von dir vor­ge­schla­ge­nen Dienst (Backblaze) ange­se­hen und ihn für uns als untaug­li­ch ein­ge­stuft.
    Aus einem ganz simp­len Grund:
    Es han­delt sich bei BB um einen !! Synchronisationsdienst!! der wohl für vie­le Fotografen die gros­se Mengen an Daten pro­du­zie­ren ein­fach untaug­li­ch ist.
    Man MUSS alle Daten die an BB über­tra­gen wer­den regel­näs­sig auf sei­nem ange­mel­de­ten Rechner vor­hal­ten was aber ziem­li­cher Unfug ist.

    Folgendes KO-Szenario:
    1: Du sicher­st die Ergebnisse eines gros­sen Auftrags (sagen wir mal 1 TB) auf einer exter­nen Platte
    2: Du sicher­st die­se Inhalte bei BB
    3: Du stell­st die exter­ne Platte in dei­nen Schrank
    Fazit: Nach eini­gen Wochen ist das Backup auf BB fut­sch.

    Ein Service der mich zwingt alls 2 Wochen alle Platten aus dem Tresor zu holen und sie ein­mal anzu­stöp­seln ist für uns (wir haben auch so schon genug zu tun) nicht inter­es­sant.
    Auch die Tatsache das man nur dann Festplatten per Post / Kurier ein­rei­chen kann wenn man in den USA wohnt ist nicht son­der­li­ch attrak­tiv
    Gruss axel

  24. Hallo Robert,
    dan­ke für den auf­ge­frisch­ten Artikel.
    Bisher nut­ze ich auch eine Raid System was ich aller­dings manu­ell wöchent­li­ch aktua­li­sie­re.
    Als Programm nut­ze ich Allway Sync. Hier kann ich gut Aufgaben / Ordner die zu syn­cen sind kon­fi­gu­rie­ren.
    Die Nutzung von Blackblaze wer­de ich mal tes­ten, kann­te ich bis­her noch nicht.

    Bei dei­nem Satz: Im Grunde sowas wie eine Art “Ersatz-NAS“
    habe ich gele­sen: “Ersatz-NSA“

    Und es war für mich voll­kom­men ver­ständ­li­ch wenn du es so geschrie­ben hät­test. 🙂

    Gruß
    Alex

  25. Die „lie­be“ Datensicherung ist wirk­li­ch ein umfang­rei­ches Thema. Ist ja toll, was man hier alles liest. Ich siche­re jetzt seit einem Jahr auf 2 x 2TB Platten par­al­lel nach jedem Shoot und 1 x in der Woche dann auch die Nachbearbeitungen. Die fer­ti­gen Bilder lie­gen ja in mei­nem Shop.
    Früher war ich trotz umfang­rei­cher – natür­li­ch auch nega­ti­ver – Erfahrungen im Beruf (Schriftsetzer/Mediengestalter/Werbetechniker) da lei­der etwas sorg­lo­ser, was mir einen mas­si­ven Datenverlust bei unse­rem letz­ten Umzug beschert hat. Ich schloß an mei­ne ein­zi­ge Sicherungsplatte mit älte­ren Daten aus Versehen das fal­sche Netzgerät an (!). 3 Jahre Bilder unwie­der­bring­li­ch fut­sch. Das ist mit einer der Gründe, war­um ich die Sicherungen manu­ell durch­füh­re und dann auch die Ordnergrößen ver­glei­che.
    Also lie­gen aktu­ell jetzt alle Daten auf mei­nem Rechner und den 2 exter­nen Platten (übri­gens recht güns­ti­ge, wenn eine aus­fällt, ist mir das jetzt auch nicht mehr sooo tra­gi­sch wich­tig, die wird dann eben gleich ersetzt).

  26. Zwei Aspekte, die mir wich­tig genug erschei­nen, erwähnt zu wer­den:
    Der Rechner unterm Dach und der Server im Keller nüt­zen im Brandfall wahr­schein­li­ch nichts. Die meis­ten „Feuer“-Schäden ent­ste­hen nicht durch den Brand, son­dern durch das Löschen. Man muss also davon aus­ge­hen, dass das gan­ze Haus betrof­fen ist (es sei denn, der Brand ist im Keller 🙂 ). Wenn „nur“ die Bilder weg sind, ist das zwar ärger­li­ch. Wenn aber auch die Buchhaltung weg ist, dann kann es durch­aus rich­tig Stress mit dem Finanzamt geben.
    Und ein Aspekt wur­de noch gar nicht erwähnt: Viren. Die meis­ten nut­zen ja offen­bar Windows, da ist das durch­aus ein Thema. Was nützt ein Backup, wenn auch die­ses viren­ver­seucht ist? Da hel­fen nur dau­er­haft abge­leg­te Zwischenstände auf sepa­ra­ten Datenträgern. Denn auch ein Virenschutz vor dem Backup könn­te zum die­sem Zeitpunkt noch nicht bekann­te Viren durch­las­sen.
    Soviel mei­ne fünf Pfennige dazu.

Kommentare sind geschlossen.