Copycats: Die Parasiten der Microstock-Branche kopieren Bestseller

Microstock-Bildagenturen haben die Stockfotografie in den letzten zehn Jahren massiv umgekrempelt.

Das betrifft aber nicht nur die Preise, sondern auch die Bildsprache und die Arbeitsweise. Die Technikaffinität der Microstock-Agenturen brachten sie auch einige Errungenschaften ins Spiel: Noch nie zuvor war es Fotografen so einfach möglich, zu sehen, welche ihrer Bilder sich am besten verkauften, sie konnten Trends erkennen, darauf reagieren, diese wiederum analysieren und so weiter.

Leider gibt es eine sehr dunkle Schattenseite dieser Errungenschaft: Da die Downloadzahlen lange nicht nur dem jeweiligen Fotografen vorlagen, sondern öffentlich auf der Webseite von allen anderen Leuten, sowie Kunden als auch anderen Fotografen, eingesehen werden können, entwickelten sich die „Copycats“. So nenne ich die Leute, die schamlos die Bilder anderer Fotografen kopieren und damit Geld verdienen.

Gerahmtes Portrait
Ich rede hier nicht von der einen oder anderen Bildidee, die wahrscheinlich die meisten Fotografen im Portfolio haben, die sie irgendwo anders mal gesehen und nachgeahmt haben. Das liegt in der Natur der Sache, weil Microstock-Motive nun mal sehr generisch und austauschbar sind.

Nein, Copycats sind für mich Leute, die systematisch Portfolios fremder Fotografen durchstöbern, nach Downloads sortieren und versuchen, die fremden Bestseller so identisch wie möglich nachzumachen, bis hin zur Kleidung der Models oder der Anordnung im Bild. Copycats sind Leute, die nicht ein Bild eines Fotografen kopieren, sondern gleich das komplette Shooting. Copycats sind Leute, bei denen der Großteil des Portofolios aus geklauten Bildideen besteht. Eine besonders radikale Gruppe von Copycats kopiert bei einigen Fotografen nicht nur die Bestseller, sondern vorsorglich die meisten der neuen Bilder mit dem Wissen, dass der beklaute Fotograf ein sehr gutes Gespür für Trends, Motive und Bestseller hat.

Ich bin nicht frei von Schuld und es lassen sich bei mir einige Motive finden, die andere vor mir sehr ähnlich umgesetzt haben. Andersrum bin ich als öffentlich bekannte Person auch davon betroffen, dass Fotografen oder Fotografinnen meine erfolgreichsten Shootings als Blaupause für ihre eigenen Shootings nehmen, inklusive Keywords und allem. Die betreffenden Leute wissen meist sehr gut, dass sie gemeint sind. Ich hatte mich vor paar Jahren mal via Twitter beschwert, dass ein von mir nicht genannter Fotograf bei einem Motiv meine Keywords 1:1 übernommen habe. Von meinen über tausend Followern meldete sich ausgerechnet genau der betroffene Fotograf und fragte via Privatnachricht: „Du meinst nicht etwa mich, oder?“

Was bedeuten die Copycats nun für die Stockfotografie?

Die Sicht der beklauten Fotografen

Meist haben die beklauten Fotografen einen unschätzbaren Vorteil: Sie haben das Original und sie sind die ersten mit diesem Motiv. Wenn sich ein Bild erst mal zum Besteller entwickelt hat, ist es schwer, das Original „vom Thron zu stoßen“. Besonders ärgerlich sind die Kopien aber, wenn sich aus irgendwelchen Gründen die Kopien besser verkaufen als das Original und bei den Suchergebnissen vor dem Original angezeigt werden.Das passiert immer öfter, weil die Suchalgorithmen vieler Bildagenturen mittlerweile neue Werke bevorzugen und die späteren Kopien deshalb gegenüber dem Original bevorzugt angezeigt werden. Noch ärgerlicher ist es, dass die Copycats einen Bestseller mit einem originellen Konzept nicht nur 1x kopieren, sondern gleich 10-20 ähnliche Varianten auf den Markt schmeißen (auch hier war ich kurz versucht, Beispiele zu zeigen…). Das führt dann dazu, dass das Original in dem Meer der ähnlichen Kopien visuell untergeht.

Einige Fotografen, die regelmäßig von den gleichen Leuten beklaut werden, haben es sich „aus Rache“ angewöhnt, neue Motive von den Copycats, welche noch nicht im eigenen Portfolio sind, zu kopieren. Das biblische Prinzip von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ verfehlt jedoch öfters das Ziel, weil die neu kopierten Bilder dann meist auf Kopien anderer Fotografen beruhen.

Zu kompliziert? Ein anonymisiertes Beispiel aus der Praxis: Fotograf A macht Bild 1. Fotograf C(opycat) kopiert das Bild. Fotograf A kopiert aus Rache das Bild 2 aus dem Portfolio des Fotografen C. Fotograf B beschwert sich, dass Fotograf A sein Motiv kopiert habe. Daraufhin stellt sich heraus, dass auch Bild 2 eine Kopie war aus dem Portfolio von Fotograf B.

Rechtlich gesehen ist es leider schwer, gegen solche Kopien anzugehen, weil „nachgestellte Fotos“ im Gegensatz zu „identischen Fotos“ nicht automatisch einen Urheberrechtsverstoß bedeuten. Da kommt es darauf an, wie ähnlich sich Kopie und Original sehen und ist meist eine Auslegungssache des Gerichts. Wenn die Copycats dann noch in einem anderen Land sitzen oder die Kontaktdaten nicht mal bekannt sind, weil die Bildagentur diese nicht preisgeben will, sieht der juristische Weg noch viel steiniger aus.

Manchmal sind die Copycats auch so schnell, dass sie dem Original-Urheber die Chance auf eigene Varianten verbauen. Wenn ein Original-Konzept zum Bestseller wird und es schnell von 4-5 Copycats nicht nur einmal, sondern in zig Varianten kopiert wird, kann es passieren, dass eine Variante des Original-Fotografs wegen „zuviel Ähnlichkeit“ oder „davon haben wir schon genug Motive“ abgelehnt wird.

Die Sicht der Copycats

Trendrecherche ist anstrengend. Außerdem ist Microstock nur lukrativ, wenn genügend Bilder verkauft werden. Warum also das Risiko eingehen, selbst Nische zu suchen, zu finden und zu besetzen? Copycats können das andere Fotografen machen lassen kann und dann bequem jeden Monat deren aktuelle Bestseller kopieren. Ist ja egal, wenn die Kopie nur ein Zehntel Umsatz macht. Wenn der Bestseller sich 1000x verkauft hat, wären das immer noch 100 Verkäufe, welche die Arbeit an einem Bild lohnend machen.

Es ist außerdem enorm zeitsparend: Copycats sparen nicht nur die Zeit, herauszufinden, welche Motive sich gut verkaufen lassen, auch bei der Erstellung der Kopie wird Zeit gespart, weil der Original-Urheber sich schon die Gedanken um effektvolle Farbkombinationen, wirksame Komposition etc. gemacht hat. Die richtig frechen Copycats laden sich – vor allem bei Vektoren – die Originale auf illegalen Warez-Seiten runter und kopieren dann die Farbverläufe oder andere aufwändig erstelle Muster 1:1 in die Kopie rein, um noch mehr Zeit zu sparen. Außerdem ist es bei Vektorgrafiken viel leichter als bei Fotos, herauszufinden, wie das Original „gebaut“ wurde, weil die Elemente in der originalen Vektordatei ja einzeln auseinandergenommen werden können.

Andere Copycats schleimen sich vorher sogar bei den zu kopierenden Fotografen ein, fragen nach dessen Ausrüstung, Technik und Arbeitsweise, bis sie nicht nur die Motive, sondern auch die Art der Umsetzung fast identisch kopieren können. Ja, auch diese Fälle hatte ich schon.

Die Sicht der Kunden

Einige Kunden legen Wert darauf, dass sie Bilder kaufen, die noch nicht zu sehr „verbraucht“ wurden und orientieren sich beim Kauf an niedrigen Downloadzahlen. Wenn sie eine Kopie mit wenigen Downloads kaufen, ärgern sie sich vermutlich, wenn sie das Original entdecken, was schon die hundertfachen Downloads hat. Außerdem verstopfen fast identische Kopien die Suchergebnisse bei den Bildagenturen und führen zur Frust bei der Bildersuche, wenn man sich durch sehr viele, sehr ähnliche Bilder wühlen muss, die vielleicht auch noch unterschiedliche Preise habe, weil einige Leute exklusiv sind und andere nicht – egal, ob jetzt Original-Urheber oder die Copycats.

Rechtlich gesehen ist die Lage auch heikel: Sollte ein Gericht feststellen, dass die Copycat mit einer Kopie das Urheberrecht eines anderen Fotografen verletzt hat, hätte der Bildkunde das Foto unrechtmäßig erworben und dürfte es nicht mehr benutzen.

Die Sicht der Agenturen

Ich habe den Eindruck, dass Agenturen relativ wenig gegen Copycats unternehmen. Das mag an der rechtlichen Problematik liegen, weil die Abgrenzung zwischen „Kopie“ und „Imitation“ schwierig ist, aber liegt vielleicht auch daran, dass ein größeres Gesamtportfolio der Agentur zugute kommt. Welcher Fotograf genau den Download eines Kunden bekommt, ist der Agentur ja meist egal. Außerdem werden es eh immer mehr, auch immer mehr ähnliche Bilder, warum also ein großes Fass aufmachen?

Wichtige Fragen: Findet der Käufer das Original? Wo fängt die Schöpfungshöhe an?
Wichtige Fragen: Findet der Käufer das Original? Wo fängt die Schöpfungshöhe an?

Wenn sich ein Fotograf beschwert, erhält er – wenn überhaupt – eine Antwort wie diese, welche Fotolia zum Beispiel noch im Oktober 2013 standardmäßig rausschickte:

„Sehr geehrtes […],

natürlich haben wir Verständnis für Ihre Reaktion auf das „Kopieren“ einiger Ihrer Dateien. Dass sich daraus jedoch nicht zwingend ein Urheberrechtsverstoß ableiten lässt, möchten wir Ihnen durch nähere Betrachtung des zentralen „Werk“-Begriffs im Urheberrecht verständlich machen. Maßgebend ist insoweit, ob das von Ihnen erstellte Original überhaupt diesen weitgehenden Schutz genießt.

Denn ein urheberrechtlich geschütztes Werk muss eine gewisse Gestaltungshöhe aufweisen. Das Merkmal der Gestaltungshöhe bezieht sich auf den Grad der Individualität, den ein geistiges Erzeugnis besitzen muss, um eine persönliche geistige Schöpfung im Sinne des Urhebergesetzes zu sein. Hierdurch sollen einfache Alltagserzeugnisse ausgesondert werden. Die Rechtsprechung bestimmt den Grad der Individualität durch einen Vergleich zwischen dem zu beurteilenden Original mitsamt seiner prägenden Gestaltungsmerkmale und der Gesamtheit der vorbekannten Gestaltungen.

Grds. können auch Werbegrafiken Urheberrechtsschutz genießen. Künstlerisch individuell gestaltete Werbung in Prospekten oder Anzeigen kann als Werk geschützt sein. Schlichte Alltagswerbegrafik ist allerdings nicht umfasst. Die Schutzfähigkeit fehlt auch dann, wenn es sich lediglich um eine gelungene, originelle Darstellung handelt, die aber den Bereich der Durchschnittsgestaltung nicht übersteigt.

Ohne dabei eine Wertung hinsichtlich Qualität oder künstlerischem Gehalt der betroffenen Bildinhalte vornehmen zu wollen, müssen wir unsere ernstlichen Zweifel zum Ausdruck bringen, ob Ihre Originale tatsächlich den beschriebenen urheberrechtlichen Schutz genießen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Fotolia in derartigen Zweifelsfällen nicht tätig werden kann. Der Nutzen und die Kurzlebigkeit insbesondere von Werbegrafiken steht außer Verhältnis zu dem erforderlichen Arbeitsaufwand, den eine Prüfung und Verfolgung solcher Entlehnungen erfordern würde.

Wir möchten Ihnen abschließend raten, das „Kopieren“ ihrer Bilder als Kompliment aufzufassen und als Ansporn zu gebrauchen, handwerklich bessere und thematisch vorausschauendere Bildinhalte als die Konkurrenz zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Fotolia Team“ (Quelle: Fotolia-Forum)

Besonders der letzte Absatz verdient hier Beachtung.

Langsam scheinen die Microstock-Agenturen aber zu merken, dass das öffentliche Anzeigen von Downloadzahlen kontraproduktiv sein kann. Das Hauptärgernis werden hier sehr wahrscheinlich die Konkurrenten sein, welche fleißig und regelmäßig die Downloadzahlen bestimmter Dateien oder Portfolios notieren, um diese Daten extrapolieren zu lassen und damit Rückschlüsse auf die Umsätze einer Agentur schließen können.

Jedenfalls sind einige Microstock-Agenturen dazu übergegangen, die Downloadzahlen nicht mehr anzuzeigen. iStock hatte die Zahlen vor paar Jahren erst sehr grob gerundet und jetzt im Zuge des Design-Relaunchs komplett von der Suchergebnis-Seite getilgt. Auch Fotolia hatte vor paar Wochen komplett die öffentliche Anzeige der Downloads beendet, worüber sich bei mir ironischerweise mehr Fotografen als Kunden beschwert haben.

Mostphotos hat nach Beschwerde einiger Fotografen im November 2013 ebenfalls die Download-Anzeige abgeschafft und 123rf hatte das schon im Juni 2007 beendet. Andere Agenturen wie Shutterstock hatten diese Informationen noch nie angezeigt.

Was sagt ihr?

Wie geht ihr mit Copycats um? Ignorieren, rächen, melden?

41 Gedanken zu „Copycats: Die Parasiten der Microstock-Branche kopieren Bestseller“

  1. als nicht microstocker würde ich gegen plagiate grundsätzlich innerhalb DE gerichtlich vorgehen. als microstocker bei einer amerikanischen agentur dürfte es allerdings wohl unmöglich sein.

  2. Ich weiß nicht, ob wir dann nicht nur noch vor Gericht stehen und sich gegenseitig nur noch verklagen.
    Gibt es eigentlich nicht alles schon irgendwie .
    Ich selber hatte eine Modestrecke fotografiert mit einem gewiesen Hintergrund für Stock. 5 Monate später waren die selben Klamotten mit dem selben Hintergrund nur mit anderen Models mit dem selben Posen in fast jeder Modezeitschrift. Sogar die Frisuren der Models haben Sie kopiert.

  3. da hast du mal wieder einen treffenden Artikel verfasst. Ich war schockiert, als ich zum ersten mal eine exakte Kopie meines Bildes bei Fotolia fand. Sein ganzes Portfolia besteht aus Kopien. Fotolia reagierte wie immer plump. Was geht sie der Verlust der Verkäufer an, sie bekommen ja ihr Geld.
    Ob die jetzt fehlende Download/View Statistik da so viel bewirkt bezweifel ich. Und der Kunde, der ein Bild mit wenigen käufen sucht, steht auch im Regen.

  4. Sehr treffender Artikel. Das schlimmste ist halt, wenn sich Leute wie SP-Pic (oder jetzt Coloures-Pic) und Drubig-Photo bis in den Saphir-Rang bei Fotolia hochkopieren … Marco2811 folgt da auch mit immerhin schon Smaragd Rang.

    Es sind ekelhafte Charaktere, die eine Idee nehmen und zig mal kopieren und damit die Suche so verstopfen, dass das Original keine Chance mehr bekommt. Die einzige Möglichkeit ist das zurückkopieren, aber damit trifft man echt auch wieder andere und am Ende weiß keiner mehr, wer eigentlich angefangen hat …

  5. Ganz schlimme Sache, besonders bei den Vektoren wird kopiert bis zum Erbrechen. Es ist übrigens nicht so, dass die Agenturen gar nichts machen, die Copycats können auch raus fliegen. Eine Sache ist Inspiration oder Idee, die andere das exakte Umsetzen eines Bildes oder Illustration.
    Bei deinem Beispiel würde ich bei Bild 1 oder 4 auf das Original tippen, der Rest sind mehr oder weniger schlechte Versuche.

  6. Erinnert mich irgendwie an die FlappyBird Aktion wo auch tausende Klone raus kamen und dann abgelehnt wurden.
    Ich denke das gehört wohl leider dazu und es ist schwer sich dagegen zu wehren.

    Aber auch wenn die Downloadzahlen nicht angezeigt werden kann man nicht oft die Suchergebnisse nach Downloads sortieren und so zuverlässig sich gut verkaufende Bilder finden?

  7. Naja, warum sollte es in der Fotografie als einzigen Ort anders laufen als anderswo? Was hat Microsoft nicht alles abgeschauz, nachgebaut und sich dann patentieren lassen? Und alle finden es gut. Das ist überall so, nicht schön und lobenswert aber es ist halt so. Bei den Kameras ist das übrigens auch nicht anders. Also nicht ärgern sonder weiter fotografieren und immer besser werden.
    Gruß
    Oli

  8. Nur die besten werden kopiert! Was einem nicht geklaut werden kann ist die eigene Kreativität
    Gruß
    Jochen

  9. Ja super, das soll mich dann aufheitern, wenn die Kopierer eine Idee bis zum Erbrechen wiederholen und ich nichts anderes machen kann, als meine Idee selber noch mal in zig Varianten noch mal aufzulegen, damit die Idee nicht in der Masse der Suchergebnisse, vor allem die der Kopierer, untergeht?

    Dieses Argument: die besten werden kopiert ist echt ein Schlag in die Fresse. Denn mittlerweile ist es so, dass Kopierer meistens tageweise bei ihren Opfern nachgucken und nur wenige Tage später jede Idee kopiert ist. Und dabei spielt es keine Rolle, ob die Idee bereits erfolgreich war oder nicht. Es wird einfach angenommen, dass der jeweilige Fotograf gute Ideen hat und einfach alles übernommen.

    Das heißt Sachen über die ich mir den Kopf zerbrochen habe, übernehmen die einfach. Und das schlimmste an der Sache: es entscheidet nicht allein die Qualität der Arbeit, welches Bild ein Erfolg wird. Gerade bei Fotolia spielen andere Faktoren eine entscheidene Rolle, ob aus dem Werk ein Bestseller werden kann. Es fängt beim Selektorranking an und geht weiter mit eventuellen frühen Bildverkäufen.

    Beide Faktoren führen zu einer guten Platzierung des Bildes und beide Faktoren sind gleichermaßen vom Zufall abhängig.

    Wenn dann noch große Saphiranbieter das kopieren gewerbsmäßig betreiben und dann bei jedem Thema das sie kopieren vor den Originalen landen, kann man sich vorstellen, dass die Luft für die kleineren Ideenlieferanten irgendwann zu dünn wird und diese aufgeben müssen. Soviel dann zur Kreativität, denn die allein rettet einen nicht.

  10. Robert, du hast es wieder schön auf den Punkt getroffen.

    In diesem Zusammenhang finde ich es immerhin nützlich, dass die Downloadzahlen verschwunden sind, denn das macht es zumindest ein klein wenig schwieriger für die Kopierer. Dass sogar komplette neue Shootings kopiert werden, hat mich dann doch überrascht. Aber leider scheint tatsächlich zu gelten: Es gibt nichts, was es nicht gibt…
    Das mit der Passivität der Agenturen ist ebenfalls ärgerlich. Darüber habe ich mich auch schon gewundert. Scheinbar wird es für wichtiger gehalten, dass die Kunden von den gutverkaufenden Bildern mehrere Varianten zur Auswahl haben.

    Zu dem Beispiel im Artikel:
    Siehe z.B. http://de.fotolia.com/id/45987151 oder http://de.fotolia.com/id/46740860
    Das lässt sich bestimmt noch weiter zurückverfolgen. Und selbst die ursprüngliche Idee wird evtl von einem anderen Bild inspiriert sein. Evtl. sind tatsächlich einige dieser Bilder ohne „Fremdinspiration“ entstanden. Das macht es auch nicht ganz so einfach, die Kopierer zu identifizieren. Wobei es natürlich etwas anderes ist, wenn das ganze Portfolio aus Kopien fremder Arbeiten besteht.

  11. Es ist mir schon vor Jahren aufgefallen, das einige größere Stockproduzenten, ziemlich viele Ideen klauen. Bei denen habe ich sogar den Verdacht, dass die sogar eigene „Ideen Scouts“ haben. Die nichts anderes machen, als die Micros und Makrostock Agenturen, nach Ideen zu durchforsten. Alleine schafft man das ja gar nicht, so viele Ideen zu klauen und gleichzeitig zu fotografieren.

  12. Microstock ist eine schnell-lebige Branche. Du must schneller und besser als die Anderen sein. Nachahmer wird es immer geben, das ist in jeder Branche so. Da helfen auch nicht immer Patente (s. Autodesign oder Kopien aus China.)
    Echte Copycats habe ich noch nicht gesehen, aber ähnliche Motive, wie in dem Beispiel mit dem Jahreswechsel. Während Copycats einen schwachen, unkreativen und nur geldgeilen Charakter offenbaren, sehe ich ähnliche Motive viel gelassener.
    Als ich selbst mit Mikrostock anfing, schaute ich mir die Downloadzahlen diverser Fotos unterschiedlicher Agenturen an, um zu verstehen, was gebraucht wird und was nicht. Kopiert und nachgeahmt habe ich diese nicht, aber ich habe dann relativ schnell meine Nische gefunden. Die läuft noch heute gut, obwohl ich seit über 18 Monaten nichts mehr beitrage. Heute, nachdem die Downloadzahlen nicht mehr angezeigt werden, finde ich es viel schwieriger, mit Microstock zu starten. Evt. ist das nicht nur Protektionismus der Agenturen gegen andere, sondern auch eine weitere Barriere gegen Hobbyfotografen.
    Vielleicht sind ja auch die Tage der Copycats gezählt. Es gibt Software, die Gesichter aus unterschiedlichen Perspektiven erkennt. Vielleicht gibt es in Kürze eine Software, die zu ähnliche Fotos erkennt, und dann ablehnt (wer jetzt eine Software schreibt und den Agenturen anbietet, ich möchte als Ideengeber beteiligt werden 😉 )!

  13. Microstock ist ein Hamsterrad, das sich immer schneller dreht. Irgendwann fliegt jeder mal raus.

    Diesen Satz aus dem Brief finde ich klasse: „… Der Nutzen und die Kurzlebigkeit insbesondere von Werbegrafiken steht außer Verhältnis zu dem erforderlichen Arbeitsaufwand, den eine Prüfung und Verfolgung solcher Entlehnungen erfordern würde. …“
    Hier steht übersetzt: „Was Ihr produziert ist Wegwerfware. Und woher sollen wir denn wissen, wer den Billigkram als erster gemacht hat.“

    Und hier
    „Wir möchten Ihnen abschließend raten, das “Kopieren” ihrer Bilder als Kompliment aufzufassen und als Ansporn zu gebrauchen, handwerklich bessere und thematisch vorausschauendere Bildinhalte als die Konkurrenz zu gestalten.“ steht eigentlich:
    „So, jetzt reg Dich nicht auf, halt uns nicht vom Geldverdienen ab, sondern klemm dich hinter deine Kamera uns produzier weiter für uns, damit unser Gewinn wächst.“

  14. Ich muss sagen: Ich schaue mir auch oft von anderen Fotografen, gerade wenn mir deren Arbeit imponiert, zumindest deren Bildranking an. Klar orientiere ich mich für meine Arbeiten auch an Themen, die sich vermeintlich gut verkaufen, versuche dann aber Neuinterpretationen zu finden, was natürlich bei der Masse an Bildern immer schwieriger wird.
    Ich denke, wenn man so eine Copycat (hab‘ den Ausdruck vorher noch nie gehört) entdeckt und dingfest machen kann, sollte man dies schlicht und ergreifend publik machen, an den Pranger stellen, wie das ja jetzt hier bereits geschehen ist. Die Frage ist dabei natürlich, inwieweit das mit geltendem Recht zu vereinbaren ist.
    Für mich gilt daher dasselbe wie für eccolo: Besser werden, eigene Ideen vorantreiben, und die fantasielosen Kollegen ignorieren… die gehen irgendwann von selbst unter, denn wer so sein Geld verdienen muss…

  15. Aber was ist mit den Micro-Klassikern? Meeting(220.000 Bilder) oder Daumen hoch (55.000 Bilder)? Wer kopiert hier wen? Bei 33 Millionen Bildern wird es zunehmend schwerer, nicht zu kopieren. Oder man hat so eine Nische, dass die noch niemanden aufgefallen ist. Dann hat man aber auch keine wirklich großen DL-Zahlen drauf.

    Ich habe es ohnehin nie verstanden warum (viele) Micros die DL Daten veröffentlicht haben. Das ist ja jetzt vorbei! 🙂

    Gehen wir einige Jahre zurück. In einer Fotozeitschrift lese ich von Yuri und sehe mir seine Webseite an. Jede Menge Tipps wie man mit Fotos Geld verdienen kann. Das jeder, der sich über seine Seite anmeldet für Yuri Geld verdient – wie viele haben das bemerkt? Für Yuri eine traumhafte Geldquelle und vermutlich hat er nur deshalb bei FT nur seine Bilder gelöscht, aber nicht seinen Account, weil hier noch immer Geld rinnt. Wie auch bei einigen anderen Agenturen.

    Auf ins Fotolia Land. Welche Bilder brauchen die? Mann da ist ein Bild von 3 Leuten mit einem Computer, das hat sich schon x-tausendfach verkauft! Her mit meinen Geschwistern. Das kann ich auch. Hey und ein paar alte Tabletten habe ich doch auch im Schrank. Und dann lege ich noch einen Apfel auf einen weißen Tisch. Oh mein Gott – und ich Idiot ging bis jetzt arbeiten!

    Und so haben zigtausend Personen angefangen für Micro zu fotografieren. Personen die das sonst nie gemacht hätten. Die einen aus Spaß, die anderen aus Stolz und die dritten wegen Geld. Das hat den damaligen hauptberuflichen Fotografen keine Freude bereitet. Aber es war der Lauf der Geschichte.

    Nun jetzt, einige Jahre später hat sich die Geschichte weitergedreht. Es sind neue Anbieter (Bilderfabriken) aus dem Osten aufgetaucht, die mehr verdienen wie wir weil sie andere Kosten haben und die die Bilderflut unheimlich anheizen. Für viele von uns wird es daher langsam eng.

    Oder man verkauft seine wirklichen kreativen Ideen an Makroagenturen. Ist ja auch ein Weg. Mußte jetzt aber gerade lachen. Vor ca. 15 Jahren gab es einen Gerichtsprozeß bis zum Höchstgericht, weil eine Makro ein Bild von einem Manager in der Startrampe einer 100 Meter Strecke hatte, und eine andere Makro ein ähnliches Bild. Das Gericht hat keine Kopierung anerkannt, weil der Manager erkenntlich einen anderen Anzug trug. Das sind aber Situaionen, die nicht wirklich dem Alltag entsprechen und daher doch eher als kreative Leistung betrachtet werden können. Was finde ich gerade in der ewigen FT-Bestseller Liste? Ratet mal…

    Ich denke dass man vor dem Kopieren am besten geschützt ist wenn man technische Dinge dazu verwendet. Spezielle Objektive, die nicht jeder hat (Fischauge, ExtremTele) um den Dingen eine neue Ansicht zu geben. Oder man macht so aufwendige Photoshop-Sachen, dass die andere nicht so leicht nachmachen können, oder die viel Zeit benötigen. Aber das geht dann wieder am Sinn von Micro vorbei.

  16. Stockfotografie ist halt Massenmarkt, was gerade in ist wird dem Kunden geliefert. Wo ist die Grenze zwischen Nachmachen und so ähnlich? Wie oft hat man das Bild von der Gabel auf dem Spiegel schon gesehen oder das aufgeschlagene Buch mit dem Ring in der Mitte dessen Schatten dann wie ein Herz aussieht. Das ist Stockfotografie, Massenware, ein Bild soll so oft wie möglich verkauft werden, an wen ist dabei absolut egal, Hauptsache das Bilder verkauft sich so of wie möglicht. Individueller Kundengeschmack ist dabei sowieso nicht gefragt, die Masse machts. Ob ein DL-Zähler hilft den allgemeinen Kundengeschmack zu beeinflussen glaube ich nicht. Also worüber regt Ihr Euch da eigentlich auf?
    Gruß
    Oli

  17. Vielleicht sollten die Bilder so kompliziert sein, dass ein Fake nur mit erheblichem Aufwand möglich ist. Microstock ist ja eine eher schlichte Bildsprache, oft vor weißen Hintergrund, leicht zu kopieren, fotografisch weiter entwickeln hilft.

  18. It is not a bug, it is a feature!

    Die Gesetzgebung zum geistigen Eigentum sieht solche Copycats nicht nur vor, sie sind sogar erwünscht. Der Gedanke dahinter ist, dass es eine schöne Konkurrenz zwischen Fotograf_innen gibt und ähnliche Motive in verschiedenen Abwandlungen und besserer Qualität gibt. Letzteres scheint ja auch ein wenig in deinem Artikel durch. Die Funktion des geistigen Eigentums ist es nicht, jede_n Schöpfer_in zu schützen, sondern sicherzustellen, dass Schöpfer_innen genügend motiviert sind geistige Konzepte für die Allgemeinheit zu entwerfen und zu veröffentlichen.
    Es hat ja gute Gründe, dass es keinen Diebstahl an Ideen, sondern nur an der konkreten materiellen Ausgestaltung einer Idee gibt.
    Eins muss halt bloß das beste Bild machen und einigermaßen wettbewerbsfähig einpreisen. Und das versuchen halt alle.

  19. @Nicolai: Gegen Deine Argumentation spricht das vorgehen der Behörden gegen Plagiate – kann man immer wieder gut auf Messen gegen Chinesische Aussteller sehen.

  20. @Nicolai: Wir reden hier auch nicht über Ideen, die anders umgesetzt wurden, sondern über Ideen, die 1:1 inklusive „konkreter materieller Ausgestaltung“ massenhaft umgesetzt werden.

  21. Also um das noch mal zu verdeutlichen:
    – Da gibt es jemand, der hat eine Idee und viel Erfolg damit: http://de.fotolia.com/id/44339178
    – dann kommt der erste: http://de.fotolia.com/id/50208925
    – und der zweite: http://de.fotolia.com/id/51510199

    Aber damit nicht genug. Der erste Kopierer ist ja schon ein bisschen spät dran, also machen wir gleich mal ein paar Bilder mehr:
    http://de.fotolia.com/search?p=201180683&k=coffee&order=nb_downloads

    Und auch der zweite denkt sich: ein oder zwei reichen nicht, ich brauch hunderte an Varianten:
    http://de.fotolia.com/search?p=75848&k=coffee&order=nb_downloads

    Und genau so machen die das. Und zwar nur so. Diese beiden haben nicht eigenes in ihren Portfolios. Lustig ist, wenn manche Bilder zeitgleich in den Bestsellern auftauchen. Ist schon krass wenn 2 völlig gleich aussehende Bilder auf einmal da drin sind …

  22. @Photog – Gutes Beispiel.

    Es scheint, als bleibt uns nichts anderes übrig, als selbst zu Copycats zu werden.

    Hier noch ein Copycat-Portfolio, der Typ hat auch meine Motive 1:1 umgesetzt.
    Offensichtliche Copycat Profile sollten die Agenturen sperren. Was sie natürlich niemals machen werden.

    Auch ohne konkrete Download oder View Zahlen lassen sich doch Bilder und Portfolios nach Datum oder Download sortieren. Da müssen die doch nur die Werke der ersten Seiten kopieren.

  23. Arghh, endlich kommt das mal zur Sprache. [gelöscht]

    Der grast seine Opfer im Wochen Rhythmus ab. Und ist Saphir!!!!!!

  24. Gebt mal folgende Suchbegriffe bei FT ein:
    zukunft vision idee erfolg ziel tafel
    Immer das selbe Motiv mit den untereinander stehenden Wörtern, jeweils von einem anderen Anbieter. 🙂

  25. Also ehrlich – ich versteh die Aufregung nicht! Gerade die Tranzparenz macht doch FL und den microstock aus, sicher habt ihr genauso davon profitiert. Schon vor einiger Zeit hat YA dieses problem erkannt und seine Konsequenzen daraus gezogen. Warum macht ihr es nicht genauso, lamentieren bringt nichts – für FL seit ihr genauso überflüssig wie YA!

  26. Wo genau soll man die Grenze ziehen zwischen „Inspiration“, „Marktrecherche“ und „Kopieren“ denn ziehen? Hast du dort einen sinnvollen Vorschlag?

    Von dem genannten Beispiel ist zwar an Hand der Bildnummer zu ersehen, wer das Motiv als Erster hochgeladen hat. Aber war das derjenige, der es auch zuerst für 2013 gemacht hatte? Oder 2012?

    Aus meine exklusiven Zeit weiss ich, dass iStock lange versucht hat, Copycats zu „bestrafen“, Bilder wurden gelöscht, Konten wurden gesperrt. Nun, dann kam das nächste Problem: Ein Bild war bei iStock erfolgreich, schon tauchten von anderen Leuten „ähnliche“ Bilder bei Fotolia und Shutterstock auf. Jetzt fragt sich, welches Motiv hätten Fotolia oder Shutterstock gegen diese bei ihnen ja neuen Motive vorzugehen, nur weil bei einer anderen Agentur jemand schon etwas in der Art gemacht hat?

    Und es geht sicher noch weiter zurück: Viele der anfänglichen Bestseller bei iStock – ob Business Handshake oder Goldfische – waren ja schon zu Analog/Makrozeiten erfolgreiche Motive.

    Es mag blöd sein, aber „Kopieren“ in der einen oder anderen Form gehört scheinbar zu unserer Branche dazu. Niemand kann 2.000 originelle eigene Ideen pro Jahr entwickeln und umsetzen. Und wie gesagt, die Grenzen sind sehr fliessend, die Grauzone ist riesig, und ich würde mich (auch als Agentur) nur sehr ungerne an eine klare Definition wagen.

  27. Als „laie“ würde ich mal sagen, dass im Zeitalter des Internets und der Globalisierung Ideen schneller geklaut werden, als einem lieb ist. Diese tauchen dann irgendwo auf der anderen Seite der Welt als Plakat oder sonst irgendetwas wieder auf und ein anderer hat sich eine goldene Nase verdient. Aus meiner Sicht finde ich es auch rechtlich schwierig zu sagen, ab wann ist etwas kopiert und wann kann man es als Eigeneidee ansehen. Bsw. ein Apfel wurde bestimmt schon aus jeder erdenklichen Position fotografiert… da kann man doch nur kopieren? Korrigiert mich falls ich hier falsch liege.

  28. Das Problem gab es schon in der Antike. Viele Skulpturen, die wir bewundern, sind Kopien nach Vorbildern, die es häufig gar nicht mehr gibt. Die römische Plastik hat häufig griechische (konrete) Vorbilder, und manche Motive kennen wir überhaupt nur, weil sich Kopien erhalten haben.
    BTW: Ich finde ja, die Kartographen kupfern auch alle voneinander ab:-)

  29. Moin zusammen,

    Habe gerade mal die von Walter genannten Suchbergriffe eingegeben und siehe da:
    http://de.fotolia.com/id/54820330 und http://de.fotolia.com/id/53411279

    So scheint es auch zu gehen mit wenig eigener Arbeit Geld zu verdienen. Offensichtlicher geht es ja nun fast schon nicht mehr.

    Ich denke allerdings schon das das lange überfällige entfernen der Views und Downloads bei Fotolia den „besonders Kreativen“ auf längere Sicht das Leben schwer machen wird, weil Sie anfangen müssen ins Blaue hinein zu kopieren und später immer öfters daneben liegen werden, verbunden mit Umsatzeinbußen. Sie können zwar Suchthemen und Portfolios nach Downloads und Upload Zeitraum sortieren, aber eben bei neuen Werken nicht mehr sehen ob das Bild nun ein Renner mit 150 DL in 2 Monaten, oder eine Leiche mit 2 DL in 2 Monaten ist. Einzig die Erfahrung der Renner der letzten Jahre bleibt Ihnen als Hilfsmittel übrig. Aber nichts ist so Beständig wie der Wandel und wenn sich die benötigten Bilder irgendwann ändern……

    Gruß
    Alex

  30. Wer kopiert wird ist ein guter bzw. erfolgreicher Fotograf!
    Bei Erfolglosen lohnt sich ja der Aufwand, der ja auch beim nachstellen da ist, nicht.

    Aber auch ich habe mich schon über solche Nachahmer geärgert.
    In meinen Stockfotografie-Anfängen, habe ich voller Stolz meine drei erfolgreichsten Fotos in meinem Blog präsentiert.

    Nach einigen Monaten sind die Umsätze auf nahezu null eingebrochen, da es plötzlich jede Menge anderer Bilder von diesen Motiven gab.

    Seitdem behalte ich meine Renner-Fotos für mich und erfreue mich an den Bildhonoraren.

    Schönen Gruß
    Bernd

    P.S. Ich weiß nicht ob die Links auf Portfolios mutmassliche Nachahmer rechtlich sauber sind. Bin kein Rechtsexperte. Im schlimmsten Fall könnte so ewas auch eine Klage wegen übler Nachrede nach sich ziehen?

  31. Coloures-Pic ist ja die ärgste Copycat! Der hat nicht ein Bild aus eigener Kreativität umgesetzt. Eine Frechheit sondergleichen!

  32. Na der Marco2811 ist aber auch nicht besser.

    Also ich werde auch gelegentlich kopiert. Hab ich mich Anfangs auch drüber geärgert.
    Inzwischen guck mir aber gerne auch mal was von anderen ab.

    Die Sache mit dem Kaffee ist ja witzig! Die scheinen sich gegenseitig zu kopieren und
    Auch noch Erfolg damit zu haben. Ist doch eigentlich gut für beide. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft.

  33. @Klaus: Egal ob die Leute sich nun Rabendoktor, Marco oder Marcel, Nerlich Images oder Coloures-Pic nennen, alle haben sie auffällig viele sehr ähnliche Bilder im Portfolio.

  34. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Microstock ist nicht gerade eine Branche, bei der die Beteiligten fair miteinander umgehen. Es gibt Kunden, die Fotos lizenzwidrig nutzen oder weitergeben, andere klauen Bilder, und es gibt Agenturen, die keine Möglichkeit auslassen, Fotografenhonorare zu senken oder zu umgehen. Und jetzt kommen noch die Copycats, die sich etwas mehr als normal durch die Arbeiten anderer inspirieren lassen. Da es kein einheitliches internationales Urheberrecht gibt und auch nach deutschem Urheberrecht die Beweisführung für Verstöße nur schwer möglich sein dürfte, wird wohl keiner wegen eines Stockfotos das Prozessrisiko tragen wollen. Copycats sind somit nur eine weitere negative Randerscheinung von Microstock, die man reaktionslos zur Kenntnis nehmen sollte. Interessanter finde ich die Frage, ob man selbst aus dieser Situation einen Vorteil erzielen kann.

  35. Wer sich auf das Microstock Business einlässt muss auch damit rechnen dass Bilder in ähnlicher Form von anderen imitiert werden. Und bei jedem der ein paar Tausen Motive online hat finden sich Dinge, die schon mal in irgendeiner Form da gewesen sind.

    @ Robert: in der Microstock Szene gab es mal einen ganz großen Namen – Yuri A. – und wenn ich mir die Machart und Motive Deiner Bilder so ansehe, dann kann sich hier jeder seine eigene Meinung bilden wie groß die Ähnlichkeit ist. Du wärst ja auch schlecht beraten gewesen Dir Deine Mitbewerber nicht genau anzusehen. Man sollte nicht mit Steinen werfen wenn man selbst im Glashaus sitzt.

    Ich selbst habe mich jedenfalls damit abgefunden, dass meine gut laufenden Motive von anderen in diverser Art und Weise imitiert werden. Und ich sehe es als positiven Ansporn – Konkurrenz belebt das Geschäft – so ist das nun mal.

  36. Wie schon erwähnt: Klar finden sich bei tausenden Motiven mal welche, die anderen sehr ähnlich sind. Ich rede aber von Leuten, die nichts anderes machen, als Ideen zu kopieren.

    Zu Yuri Arcurs: Schön wäre es, wenn meine Bilder seinen zum Verwechseln ähnlich sehen würden. Davon bin ich aber noch weit entfernt.

  37. Wow, das entwickelt sich hier ja zu einer richtigen kleinen verbalen „Prügelei“, lach.
    Ich denke bei alledem, dass ein Fotograf, der eine eigene Bildsprache (ein wundervoll blumiges Wort) entwickelt hat, seinem Bild, auch wenn es einem anderen ähnlich sieht, etwas einzigartiges mitgibt.
    Einer wie Yuri Arcurs hat so eine Bildsprache entwickelt, die offentichtlich sehr gefällig ist, und sein Erfolg gibt ihm recht. Neue Perspektiven, neue Beleuchtung, Einsatz uralter Objektive, originelle Modelle, jeder hat die Chance, und die Besten werden es schaffen.
    Wenn man sich beispielsweise mal die Musikszene (Schlager, Volksmusik wie auch immer) als Vergleich heranzieht: Wo gibt es da etwas wirklich Neues? Es sind immer wieder dieselben Riffs, nur mit anderen Sounds in immer wieder neuen Kombinationen. Wenn die Sängerin schön ist, wie wichtig ist dann der Gesang? Parallelen? Vielleicht …

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