Stockfotografie-News 2014-03-14

Was schon seit über zwei Monaten keine News-Sammlung mehr? Eigentlich wollte ich die neuste Zusammenstellung der Nachrichten schon letzten Freitag bringen, aber dann kam die Aufregung um „Getty Embed“ dazwischen. Aber heute:

  • Shutterstock-CEO Jon Oringer blickt auf das erfolgreiche Jahr 2013 für Shutterstock zurück.
  • Auch Alamy veröffentlichte einige spannende Zahlen als Rückblick auf das Jahr 2013. Am spannendsten ist wohl, dass letztes Jahr 12,2 Millionen USD an Fotografen ausgezahlt wurden.
  • Die letzten Jahre schon hat Tyler Olson von der Microstockgroup.com eine Umfrage unter den Microstock-Fotografen gemacht. Die  Ergebnisse für das Jahr 2013 zeigt er hier als kurze Infografik oder hier etwas ausführlicher.
  • Fotolia startet den „Dollar Photo Club„, bei dem sich die Mitglieder aus dem gleichen Angebot wie bei Fotolia direkt bedienen können. Der Vorteil scheint daher eher der Preis von einem Dollar pro Foto zu sein.
  • Noch mal Shutterstock: Hier stellt die Agentur weltweite Design-Trends für 2014 vor. Auch im Hinblick auf Fotoproduktionen interessant.
  • Getty Images stellt die neue iPhone-App „Getty Moments“ vor, mit der registrierte Fotografen Kunden-Briefings direkt aufs Handy bekommen und umsetzen können. Damit macht die Agentur Firmen wie Scoopshot oder Imagebrief direkte Konkurrenz.
  • Fast gleichzeitig erklärt Getty Images die Partnerschaft mit Flickr für beendet. Die alten Verträge gelten (noch) weiterhin, neue Bilder sollen dann über Getty Moments und EyeEm (siehe unten) kommen.
  • iStock hat indirekt die Preise erhöht, indem die kleinste Bildgröße XS ersatzlos gestrichen wurde und Kunden nun die nächstgrößere (und teurere) Bildgröße kaufen müssen.
  • Noch mal iStock: Die Agentur führt ein neues Abo-Modell ein, welches auch viel exklusives Material enthalten soll (im Gegensatz zum Thinkstock-Abo). Den Fotografen werden für das Abo aber keine „Redeemed Credits“ (RC) angerechnet. Das ist wieder einer der Änderungen, die absichtlich an verschiedenen Stellschrauben gleichzeitig drehen, damit es sehr komplex und kompliziert wird, die Folgen zu erklären. Wer sich reinarbeiten will, kann hier anfangen.
  • Getty Images hat zusammen mit der Nichtregierungsorganisation LeanIn.org die „Lean In Collectiongestartet, welche Bilder von modernen Frauen abseits von Klischees darstellen soll. Die aktuell knapp 2.800 Bilder zeigen mir jedoch, dass das gar nicht so einfach ist. Über das Thema hatte ich ja schon im Dezember hier geschrieben.
  • In diesem Interview erklärt der Gründer Florian Meissner der Bilder-Community EyeEm, dass er jetzt auch Smartphone-Bilder verkaufen will.
  • Kurz darauf kündigten EyeEm und Getty Images einen Vertriebsdeal an, bei dem ausgewählte Bilder von EyeEm über iStock und Getty verkauft werden sollen. Die Fotografen sollen 50% des Erlöses erhalten, aber nur von dem Betrag, den EyeEm von Getty erhält. Da Getty üblicherweise nur ca. 20% des Verkufspreises an Partner auszahlt, wären das dann 10%. Die genauen Zahlen sind aber leider nicht bekannt. Aber vielleicht will Getty nur auch mehr Bilder haben, die es – verziert mit Werbebotschaften – im Rahmen von Getty Embed verschenkt.
  • Auch der Flickr-Konkurrenz 500px will jetzt in den Bildermarkt einsteigen und Bilder lizenzieren. Ich bin mir nicht sicher, wo deren Alleinstellungsmerkmal liegen soll und vermute, dass sie eher „Print on Demand“-Plattformen als Vorbild haben denn die üblichen Microstock-Agenturen.
  • Ach ja, Alamy stellt ebenfalls eine App für den Bilderverkauf namens Stockimo vor. Die Wertschätzung der Fotografen liest sich am Umsatzanteil ab: Bisherige Alamy-Fotografen erhalten 50% Kommission, wer neu ist und sich bis zum 30. April anmeldet, erhält 40%, der Rest bekommt nur 20%.
  • Pond5 stellt ihr neues Plugin für Adobe Premiere Pro vor und verschenkt zu diesem Anlass Videos und Audio-Files im Wert von ca. 1.000 USD.
  • Panthermedia hat die Webseite neu gestaltet, bietet jetzt auch Vektoren an und hat eine „Social Media“-Lizenz in ihre Erweiterten Lizenzen integriert. Wer das nicht will, muss diese also deaktivieren.
  • Vor paar Wochen wurde in den Mainstream-Medien plakativ über das Urteil des Landesgerichts Köln berichtet, wonach – verkürzt wiedergegeben – bei jeder Bildnutzung im Internet ein Urheberrechtshinweis direkt am Bild stehen müsse. Konkret bezog sich der Fall auf den User PiJay bei der kostenlosen Bilderdatenbank Pixelio, die wiederum hier zum Fall Stellung genommen hat und die Nutzungsbedingungen überarbeiten will.
  • Shutterstock hat ein schönes neues Feature: „Undiscovered„. Das ist eine weitere Suchoption neben „Popular“ oder „Newest“, bei der nur Bilder angezeigt wurden, die noch keine Verkäufe hatten. Eine Win-Win-Situation: Käufer können unverbrauchte Bilder kaufen und die alten Bilder der Fotografen bekommen vielleicht einen Schub.
  • Kleckern, kosten, Krümmel: So könnte man den neuen Trend „Perfectly Imperfect“ beschreiben, welchen die Bildagentur Stockfood als neuen visuellen Trend in der Foodfotografie ausgemacht hat. Das Rezept kann auch mal misslingen, der Keks brechen oder die Sauce auf die Tischdecke tropfen. Sieht sympathisch aus, finde ich.
  • Diese Tage startet Fotolia die dritte Staffel der TEN Collection, bei der diesmal je ein Fotograf und ein Grafikdesigner zusammen an einem Werk arbeiten. Außerdem werden seit gestern bis 30. Mai 2014 die besten Werke der ersten beiden Staffeln im fotoliaLAB in der Lychener Straße 74, 10437 Berlin ausgestellt. Öffnungszeiten sind Mo-Fr 10-18 Uhr.
  • Noch mal Fotolia: Die Agentur führt eine Auflagenbeschränkung von 500.000 Stück bei der Standardlizenz ein und lässt gleichzeitig die Möglichkeit entfallen, die Erweiterte Lizenz deaktivieren zu können.

Mein Angebot: Von der News zur Story!

Ich hatte kürzlich eine Idee, von der ich schauen will, ob sie bei euch gut ankommt: Ich möchte euch anbieten, dass ihr in jeder Folge meiner „Stockfotografie-News“ bis – sagen wir mal – fünf Tage nach Veröffentlichung (also diesmal bis einschließlich dem 19.3.2014) eine der News in den Kommentaren nennen könnt, über die ihr euch eine ausführliche Story wünscht. Diese würde ich dann in den folgenden Tagen recherchieren, analysieren, zusammenfassen und darüber berichten. Gerne könnt ihr in eurem Kommentar auch schreiben, warum Euch die Nachricht interessiert oder welche weiterführenden Aspekte genau.

Wenn das interessant für euch klingt:
Welcher Nachricht sollte ich tiefer auf den Grund gehen?

18 Gedanken zu „Stockfotografie-News 2014-03-14“

  1. 500px hat mich auch angeschrieben weil sie eines meiner dort vorhandenen Bilder in den Verkauf mit rein nehmen wollten. Hab die Formulare mal ausgefüllt und einen Model Release eingereicht und mir wurde mitgeteilt, dass es angenommen wurde. Aber auch ich habe bisher keine weiteren Informationen wie genau sie die Verkaufen wollen was es kostet und was für mich dabei übrig bleibt. Hab mich aber mal aus reiner Neugierde drauf eingelassen.
    Wenn Du da mehr Informationen zu hast würde es mich freuen hier darüber zu lesen
    Gruß
    Siggi

  2. Ich hab bei 500px auch ein paar Bilder im Shop drin. Nur mal zu Test Zwecken.
    Z.b. dieses hier: http://500px.com/photo/6267461
    Man kann dann direkt unter dem Bild auf „Buy Print“ klicken.
    Früher konnte man das Bild auch downloaden. Hatte da insgesamt 4 Verkäufe mit jeweils 2 Dollar. Der Download scheint jetzt nicht mehr angeboten zu werden.

    Schöne Grüße
    Daniel

  3. @Robert und Walter,
    hab grad nochmal nachgesehen. Ich sehe bei meinem keinen Download Button mehr. Auch bei den anderen Bildern finde ich diesen nicht…. aber egal… kaufe meine eigenen Bilder sowieso nicht 😉

  4. Wenn ich mich nicht irre gab es diesen „Buy Print“ Button früher immer dann wenn man selber seine Bilder dafür anbieten wollte. Bei mir hat nie jemand eins nachgefragt. Das neue Model scheint etwas anderes zu sein wo halt anderweitige Lizenzen verkauft werden. Mal sehen. Ich bin ja der Meinung, dass die durchaus Potentiell haben einen etwas anderen Markt anzusprechen als es die klassischen Agenturen tuen. Bei 500px findet man z.B. nicht Zoo viele Freisteller oder Buissnessherren mit dem Daumen hoch.

  5. Hallo Robert
    vielen Dank für die Infos,

    bei 500 px muß man in mein Profil rechts unten am Bild den „enable store“ button anklicken dann werden die Bilder zum Kauf angeboten

    Gruß Jochen

  6. Hallo Robert,
    vielen herzlichen Dank für deine interessanten Newsletter. Gerne lese ich diese jedemal gepsannt.
    Vielleicht kannst du mal speziell zu deutschsprachigen empfehlenswerten Microstockagenturen Tipps geben, da ich der deutschen Sprache mächtiger bin als der englischen. Ich schreibe zwar bei einzelnen Agenturen auch englische Keywords dazu, aber mir fallen wesentlich aussagekräftigere und bessere im Deutschen ein, weshalb ich mich z.B. bei Fotolia entschieden habe, die Keywords in Deutsch anzubieten. Ich wäre dankbar um Hilfestellungen, was deutsche Bildagenturen betrifft.
    Liebe Grüße,
    Alfred

  7. Hallo Herr Kneschke,

    bin heute auch über den ‚Dollar Photo Club‘ gestolpert und habe mal in die Lizenzbedingungen reingeschaut. Der große Haken (für mich als potentieller Kunde) scheint dort der Hinweis

    “Copyright Notice”: A notice which is placed adjacent to the Work indicating the copyright of such Work, in the following format: „© [Photographer’s name] / Dollar Photo Club”

    zu sein. Das besagt meiner Meinung nach, dass der Copyright-Hinweis in der Nähe des Bildes angebracht werden muss. Ein Hinweis am Seitenende, bei Verwendung auf einer Website, geht da vielleicht noch durch, selbiger im Impressum wird nicht ausreichen.

    Bei fotolia hingegen reicht der Hinweis im Impressum oder einem Bildnachweis.

    Damit ist die Sache doch eigentlich nicht brauchbar oder sehe ich das falsch?

    Viele Grüße

    Christoph Henke

  8. @Christoph: Ich sehe nicht, wieso das Angebot durch die zwingende Verwendung eines Urheberrechtshinweises unbrauchbar sein sollte. Das schaffen ja viele Medien, ihre Bilder korrekt auszuzeichnen. Bei weiterführenden Fragen zum Verständnis der Lizenzbedingungen wende Dich doch bitte direkt an den Kundendienst vom Dollar Photo Club.

  9. Hallo Robert,

    vielen Dank für die Infos. Fotolia und Dollar Photo Club haben alle Fotografen reingelegt. Ohne Option zur Wahl für diese freche Partnerprogramm werden unsere Bilder einfach entwertet. Und es passiert ohne unsere Zustimmung und Kenntnisnahme. Für 1$ verkaufen Bilder mit alle Größen und Lizenzen dass ruiniert unser Einkommen und die ganze Branche. Vielleicht steigt unsere Verkäufe bei Fotolia (auch fraglich), aber allgemein wird weniger bei anderen Microstock verdient. Erweiterte Lizenzen, on demand, Single Verkäufe gehen auch kaputt. Ich habe meine Umsätze bei Fotolia und Shutterstock für die letzter vier Monate analisiert und folgendes festgestellt: Single und Demand Verkäufe schrumpfen, Erweiterte Lizenzen verschwunden.

    Warum reagieren wir gar nicht? Sie haben auch darüber noch kein Post geschrieben. Herr Tscheltzoff (Fotolia Gründer) hat gut und kalt gerechnet. Er hat natürlich schon sehr gut verdient und ihm es ist egal was nachher kommt. Es gibt kaum Wiederstand, weil Autoren einzeln können nicht viel erreichen und werden nicht ihre Arbeiten löschen lassen. Das ist die Psychologie. Lieber jetzt ein bisschen Geld, das fliesst, als irgendwann ohne Fotolia mit anderen Microstocken. Wir sollten auch unsere Meinung sagen. Z.B. russischsprechende Autoren haben schon mehrere Fotos und Portfolio entfernt. Es wird auch hier (auf russisch) http://www.microstock.ru/forum/showthread.php?t=14001 über weitere Vorgehensweise diskutiert. Zum Protest werden am 1. Mai mehrere Fotos, Vektors und manche ganze Portfolios entfernen. Wenn es möglich ist bitte informieren Sie auch andere Autoren. Schweigen ist schädlich. Ich hoffe wir haben gemeinsame Ziel – Geld mit Fotos zu verdienen.

    Mit freundlichen Güßen,

    Nikolaj Guskow

  10. Hallo Robert

    ich schliesse mich dem Nikolaj an. Deine Meinung zum Vorgehen von Fotolia und Dollar Photo Club interessiert mich sehr!

    mit freundlichen Grüssen
    Natalia

  11. Hallo Robert,
    einen Artikel zu Fotolia und dem Dollar Photo Club fänd ich auch wichtig.
    Schließlich kann keiner mehr gutes Material produzieren, wenn man pro Bild nur 0,29€ erhält.

    Ich habe auch schon Bilder aus meinem Fotolia-Datenbestand gelöscht.
    Und wie ich sehe, tun das einige.
    Der Bilderzähler auf der Fotolia-Seite ist stetig rückläufig.
    Ob das Fotolia interessiert, bleibt abzuwarten.

  12. Hallo Robert,

    Es gibt einen kleinen Erfolg. Fotolia hat eine Option zur Teilnahme and Partnerprogramm dollarphotoclub.com (DPC) eingeführt. Jetzt kann jeder Autor seine Werke von DPC entfernen lassen. Blöd natürlich ist, dass die automatisch beim jeden „Ein“ ist und ganz gut versteckt. Hier könntet ihr dieses Partnerprogrammm deaktivieren. Mein Konto > Profil > Anbieterparameter > Meine Dateien nicht im DPC verkaufen > Ändern <

    Robert ich warte sehr auf deine Reaktion mit DPC. Ich wünsche allen schöne Maifeiertage und viel Erfolg!

    LG,
    Nikolaj

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