Exklusivität – Eine aussterbende Praxis im Microstock-Bereich

Ich gebe zu, die Überschrift ist gewagt. Gibt es doch eini­ge Fotografen, die zum Beispiel exklu­siv bei iSto­ck oder Fotolia sind, aber trotz­dem gutes Geld ver­die­nen.

Trotzdem glau­be ich, dass die­se Art der Geschäftsbeziehung zwi­schen Fotografen und Microstock-Bildagenturen auf dem abstei­gen­den Ast ist. Vor ca. zwei Jahren hat­te ich hier im Blog die Vorteile und die Nachteile von Exklusivität auf­ge­lis­tet. Mittlerweile hat sich der Markt geän­dert und ich wür­de die Gewichtung anders ver­tei­len. Zugunsten der Nachteile. Warum?

Machen wir einen Schritt zurück: Wir reden hier von „Fotografenexklusivität“, nicht von „Bildexklusivität“. Bei der Fotografenexklusivität ver­pflich­tet sich der Fotograf in der Regel, sein gesam­tes RF-Bildmaterial nur der einen Bildagentur zukom­men zu las­sen. Bei der Bildexklusivität kann der Fotograf die­se Entscheidung pro Bild tref­fen.

Logischerweise lohnt sich eine Exklusivität nur bei Agenturen, die genug Umsätze erzie­len. In der Praxis sind das haupt­säch­li­ch iSto­ck und Fotolia, unter Umständen viel­leicht noch Dreamstime.

Aber sowohl iSto­ck als auch Fotolia haben im letz­ten Jahr eini­ge Änderungen auf der Webseite gemacht, die sich nega­tiv für deren exklu­si­ve Fotografen aus­ge­wirkt haben. Was haben die Agenturen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – getan? iSto­ck hat zum Beispiel einer­seits die klei­nen Icons an den Bildern ent­fernt, mit denen Käufer auf den ers­ten Blick erken­nen konn­ten, dass ein Foto exklu­siv war. Jetzt steht nur noch auf der Detailseite, dass ein Foto dort exklu­siv erhält­li­ch ist, was de fac­to jedoch nicht immer stimmt, wie das Beispiel Yuri Arcurs auch nach über sechs Monaten „Exklusivität“ zeigt. Sein Bild „Geschäftsleute mit Fragezeichen“, was bei iSto­ck als „Only from iSto­ck“ mar­kiert ist, wird wei­ter hier oder hier oder hier güns­ti­ger ange­bo­ten.

Darüber hin­aus schwäch­te iSto­ck ihre Definition von Exklusivität, indem sie von „Fotografen“ auf „Bilder“ umstell­ten: Früher bedeu­te­te die Krone bei iSto­ck: „Images from this pho­to­gra­pher are only avail­able on iStock­pho­to“, heu­te heißt es nur „These icons high­light files crea­ted by iSto­ck exclu­si­ve artists. This means they can only be found on iSto­ck and select Getty Images part­ner sites.“

Außerdem hob iSto­ck das Upload-Limit für nicht-exklusive Fotografen auf, was einen der bis­he­ri­gen Vorteile für Exklusivität – die Möglichkeit, deut­li­ch mehr Bilder pro Woche hoch­la­den zu dür­fen – nich­tig macht. Diese und ande­re Faktoren schei­nen dazu zu füh­ren, dass exklu­si­ve iStock-Fotografen teil­wei­se star­ke Umsatzeinbußen haben. Michael Zwahlen hat nach dem Ende sei­ner iStock-Exklusivität vor zehn Monaten im Oktober erst­mals sogar mehr ver­dient als in einem Monat der letz­ten zwei Jahre.

Doch las­sen wir mal iSto­ck in Ruhe und schau­en uns Fotolia an.

Dort gab es mei­nes Wissens noch nie ein Abzeichen, Symbol oder gar einen Suchfilter, mit dem exklu­si­ve Dateien vom Käufer erkannt wer­den konn­ten. Eine der Legitimationen für höhe­re Preise, die exklu­si­ve Fotografen dort ver­lan­gen dür­fen, wird dem Käufer dem­nach nicht ver­mit­telt. Zudem wur­den im Juli die Möglichkeiten der auto­ma­ti­schen Preisreduzierung erhöht, was bedeu­tet, dass exklu­si­ve Fotografen pro­zen­tual stär­ker von nied­ri­ge­ren Preisen betrof­fen sind als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen. Auch wur­de im September den Fotografen die Möglichkeit genom­men, exklu­si­ve Fotos aus dem Abo-Programm aus­zu­schlie­ßen. Auch schei­nen exklu­si­ve Fotografen bei Fotolia von der Suchumstellung im April 2013 stär­ker betrof­fen zu sein als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wenn man den Kommentaren hier im Blog Glauben schenkt.

Da sich die Agenturen bei sol­chen Entscheidungen nur ungern in die Karten schau­en las­sen, kann nur ver­mu­tet wer­den, aus wel­chen Gründen die oben genann­ten Änderungen umge­setzt wur­den.

Wenn wir uns aber die Nachteile der Exklusivität aus Sicht der Bildagenturen und Käufer anschau­en, wird klar, war­um Exklusivität nicht mehr so stark pro­pa­giert wird wie noch vor fünf, sechs Jahren.

Auf der Hand liegt, dass Agenturen exklu­si­ven Fotografen mehr Prozente zah­len müs­sen als nicht­ex­klu­si­ven Fotografen. Da exklu­si­ve Fotografen nicht nach Qualität aus­ge­sucht wer­den, bedeu­tet das auch, dass die exklu­si­ven Fotos nicht auto­ma­ti­sch bes­ser sind. Und selbst wenn exklu­si­ve Fotos super sind, gibt es genü­gend nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wel­che die glei­chen oder sehr ähn­li­chen Motive woan­ders anbie­ten. Einem grü­nen Apfel vor wei­ßem Hintergrund sieht man nicht an, ob er exklu­siv ist oder nicht. Dafür dann je nach Agentur als Kunde dop­pelt so viel bezah­len zu müs­sen, sehen weni­ge Käufer ein.

Agenturen wie Shutterstock, die aus­schließ­li­ch nicht­ex­klu­siv arbei­ten, schei­nen trotz­dem – oder gera­de des­we­gen – stei­gen­de Umsätze zu erzie­len. In die­sem Blogpost erklärt der Shutterstock-CEO Jon Oringer auch, war­um aus sei­ner Sicht Exklusivität für RF-Fotos nichts bringt: „Exklusivität bedeu­tet nicht, dass ein Bild weni­ger genutzt wur­de, es bringt dem Käufer also kei­nen Vorteil.“

Die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Fotografen, also die, wel­che regel­mä­ßig vie­le gute, ver­käuf­li­che Bilder lie­fern, sind in der Regel nicht­ex­klu­siv, weil sie nicht von einer Agentur mit stark schwan­ken­den Algorithmen abhän­gig sein wol­len. Eine Ausnahme bil­det da iSto­ck, wobei sie in der Vergangenheit auch eini­ge ihrer Top-Exklusiven ver­lo­ren oder gefeu­ert haben (sie­he Sean Locke). Notfalls bedie­nen sich exklu­si­ve Fotografen ger­ne eines – eigent­li­ch nicht erlaub­ten – Tricks: Wer exklu­siv bei einer Agentur ist, lässt ein­fach sei­ne Frau, sein Kind, sei­ne Oma oder ein ande­res Familienmitglied unter des­sen Namen Konten bei ande­ren Bildagenturen eröff­nen und kommt so in den Genuss der Vorteile bei­der Welten.

Wie passt aber mei­ne pes­si­mis­ti­sche Analyse zur Exklusivität mit der Entscheidung des Top-Fotografen Yuri Arcurs zusam­men, exklu­siv zu iSto­ck zu gehen? Auch vom kaum min­der guten Fotografen Andres Rodriguez wur­de erst kürz­li­ch ein neu­es exklu­si­ves Portfolio bei iSto­ck gesich­tet. Spricht das nicht für Exklusivität? Im Gegenteil. Yuri Arcurs hat sich mit sei­nem eige­nen Bildershop peopleimages.com die Möglichkeit offen behal­ten, sei­ne Fotos auch „woan­ders“ zu ver­kau­fen (oder zumin­dest iSto­ck dazu gebracht, die Definition von „Partnerseiten“ sehr stark zu deh­nen).

Auch Andres Rodriguez scheint einen Deal zu haben, der es ihm erlaubt, par­al­lel auch nicht-exklusiv sei­ne Bilder hier und bei ande­ren Bildagenturen zu ver­kau­fen. Solche „Deals“ benach­tei­li­gen logi­scher­wei­se die exklu­si­ven Fotografen, wel­che nicht die Verhandlungsmacht haben, sich sol­che Vorteile zu sichern. Ein Grund mehr gegen die Exklusivität.

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

21 Gedanken zu „Exklusivität – Eine aussterbende Praxis im Microstock-Bereich“

  1. Habe vor 2 Monaten mei­ne Exklusivität auf­ge­ge­ben und konn­te einen gro­ßen Teil mei­ner bei Fotolia abge­lehn­ten Fotos in ande­ren Agenturen unter­brin­gen und auch zum Teil gut verkaufen.Ich den­ke das ist auch ein wich­ti­ger Punkt und Vorteil für den Anbieter.

  2. Es ist nicht rich­tig, dass Istock die Position des exclu­si­ven Materials „schwächt“, weil sie sie „files“ statt „pho­to­gra­pher“ nen­nen.
    Der Grund ist, dass auch Videos und Illustrationen exclu­siv sein kön­nen (bzw Videographen und Illustratoren). Daher ist die Bezeichnung „pho­to­gra­pher“ fal­sch und wur­de kor­ri­giert.

    Nach wie vor haben die Exclusiven bei isto­ck bes­se­re Rankings im Best Match.

  3. @Kerstin: Okay, das könn­te eine Erklärung sein. Eine ande­re wäre, dass sie aus­ge­wähl­ten exklu­si­ven Fotografen erlau­ben will, unter einem ande­ren Account wei­ter­hin auch woan­ders nicht-exklusiv anbie­ten zu dür­fen…

  4. Exklusivität mag nicht für jeden pas­sen. Für jeman­den der so viel­fäl­tig arbei­tet wie du, könn­te ich mir die­se Form auch nicht unbe­dingt vor­stel­len. Man darf aber nicht ver­ges­sen, dass die Mehrzahl der Stockfotografen nicht haupt­be­ruf­li­ch in die­sem Markt tätig sind. Die einen arbei­ten als Designer, die ande­ren als Hochzeitsfotografen, wie­der ein ande­rer als Reiseführer. Den nicht zu ver­ges­sen­den Mehraufwand vie­le Agenturen zu bedie­nen und das Material zu ver­wal­ten kön­nen nicht alle auf­neh­men. In mei­nem beschei­de­nen Fall fah­re ich mit Exklusivität deut­li­ch bes­ser. Tendenz seit Anbeginn stei­gend. Dass die vie­len Umstellungen bei Istock eine Delle in die Kurve macht ist aller­dings rich­tig. Das Rohr zu get­ty (des­sen Umsätze einen gro­ßen Anteil aus­ma­chen) ist vor­er­st so gut wie geschlos­sen.

  5. Ich bin nun seit über drei Jahren exklu­siv bei Fotolia es ging immer nur berg­auf. Im letz­ten Jahr zwar etwas lang­sa­mer aber ich hat­te den­no­ch im Oktober 2013 mei­nen bis­her bes­ten Monat was die Downloads betrifft. Seit über einem Jahr hal­te ich mich im Wochenranking unter den Top 25 der Fotografen und bin auf einem guten Weg zum Saphir-Status. 🙂

    Bisher kann ich mei­ner Exklusivität also nur posi­ti­ves abge­win­nen. Dennoch mache ich mir auf Grund der Entwicklungen in der Branche mei­ne Gedanken und den­ke oft über die Nichtexklusivität nach.

  6. Du hast sooo recht. Ich muss geste­hen mich hält nur die man­gel­te Zeit und der anfäng­li­che Umsatzeinbruch davon ab mei­ne Exklusivität auf­zu­ge­ben. Die Unsicherheit and­ren Agenturen gegen­über, vor allem die Frage wel­che loh­nen sich wirk­li­ch, hat dar­an auch noch einen klei­nen Anteil. Auch bei mir hat sich eini­ges zum schlech­ten ver­än­dert und ich wer­den mir gleich noch ein paar dei­ner alten Artikel anschau­en und dann mal kräf­tig nach­den­ken.
    Lg Steffi

  7. Also ich war wirk­li­ch vie­le Jahre ger­ne exklu­siv bei isto­ck.

    Aber nach dem Microsoft Deal wo ich mit 1,3 Millionen kos­ten­lo­ser „Werbedownloads“ mas­siv betrof­fen war, dann kurz dar­auf der Google Drive Deal und nicht zuletzt die man­geln­de Kommunikation haben mich dann bewo­gen die Exklusivität auf­zu­ge­ben. Es war kein leich­ter Schritt aber es gab dann irgend­wie für mich kei­ne Alternative mehr. Ich habe ein­fach gewis­se Grundanforderungen an einen exklu­si­ven Geschäftspartner und ich kann ein­fach nicht vom Prinzip Hoffnung leben. Und wenn ich sehe was dana­ch so alles kam – Sean und ande­re raus­wer­fen, die E+ Kollektion qua­si auf­ge­ben und für die isto­ck exklu­si­ves den Zugang zu Getty kap­pen, die Herabsenkung der Qualitätsansprüche so daß man fast ertrinkt in einer Flut von min­der­wer­ti­gem Material und nicht zuletzt die vie­len „neu­en“ exklu­si­ves“ wie Yuri Arcurs und ande­re, die im Prinzip gar nicht wirk­li­ch exklu­siv sind und von denen ein­fach alles genom­men wird….also ich bereue mei­ne Entscheidung nicht.

    Für mich geht es ein­fach um die Zukunft. Ich den­ke es wird jetzt eine „mul­ti pola­re“ Welt sein, wo meh­re­re Stockagenturen ähn­li­cher Größenordnung auf dem Markt sein wer­den, dazu kom­men klei­ne­re Spezialagenturen wie stock­sy, die exklu­si­ven con­tent möch­ten.

    SS sagt ganz klar sie wol­len den Umsatz mehr als ver­drei­fa­chen und sie schei­nen sehr gut dar­in zu sein ange­kün­dig­te Ziele zu errei­chen. Ich sehe nicht das isto­ck oder Getty etwas ähn­li­ches ankün­di­gen. SS hat gera­de ein neu­es Büro mit Mitarbeitern in Berlin eröff­net, isto­ck hat seins geschlos­sen. usw…

    Und da es Zeit braucht woan­ders neue Portfolios auf­zu­bau­en, ist es am Ende für mich eine gute Entscheidung gewe­sen.

    Aber grund­sätz­li­ch ist es sehr bequem bei einer Agentur exklu­siv zu sein, inso­fern kann ich Martin und ande­re ver­ste­hen, wenn sie es neben­be­ruf­li­ch machen und mit dem Ergebnis das ihre Agentur ihnen bie­tet zufrie­den sind.

  8. Ich den­ke, es macht immer noch einen gro­ßen Unterschied, ob man neben- oder haupt­be­ruf­li­ch Bildproduzent ist. Bei der neben­be­ruf­li­chen Tätigkeit spielt die Zeit eine gra­vie­ren­de Rolle. Man hat nicht viel davon und die Verteilung an die Bildagenturen ist sehr zeit­in­ten­siv. obwohl es anfangs nicht so ersicht­li­ch ist. Man hat dem­entspre­chend weni­ger Zeit zum Shooten und zur Bearbeitung. Außerdem ist man nicht abhän­gig von den Einkünften, da man noch den Beruf als Haupteinnahmequelle hat. Entweder man bleibt hier auf der siche­ren Seite (Exklusivität) oder man orga­ni­siert sich ent­spre­chend.
    Bei den ganz gro­ßen Bildlieferanten wie Yuri kom­men aber noch ande­re Faktoren zum Tragen: Personalkosten. Das was pro­du­ziert wird, muss auch hoch­ge­la­den wer­den. Hier sind gan­ze Teams nur damit beschäf­tigt, die Bilder hoch­zu­la­den und ein­zu­stel­len. Mit einem exklu­si­ven Deal redu­ziert sich das natür­li­ch erheb­li­ch.

    Hauptberuflich wür­de ich den­no­ch nicht soweit gehen und mich 100%ig abhän­gig von einer Agentur machen, es sei denn, der Deal ist zu gut um wahr zu sein.
    Wie Robert schon beschrie­ben hat, gibt es schnell Änderungen, die zum Nachteil der Bildlieferanten füh­ren, nicht nur von Agenturseite, son­dern auch von drit­ter Stelle aus. Als Beispiel ist hier Google zu nen­nen, die Anfang des Jahres ihre Suche geän­dert haben, so dass klei­ne Bildagenturen wie GraphicLeftovers dar­un­ter gelit­ten haben. (Mein Umsatz ist dort um ca. 90% zurück­ge­gan­gen, gleich­zei­tig gin­gen mei­ne Verkäufe bei den gro­ßen Agenturen dau­er­haft um ca. 20% in die Höhe)

    Ich bin davon über­zeugt, dass die Nicht-Exklusivität auf lan­ge Sicht gese­hen ein erheb­li­cher Vorteil ist. Schwankungen in den Einkünften kön­nen bes­ser aus­ge­gli­chen wer­den. Man ist nicht nur von einer Quelle, wie Istock oder Fotolia abhän­gig.
    Darüber hin­aus sind die Contributoren gewohnt, die Bilder/Illustrationen/Videos bei meh­re­ren Agenturen gleich­zei­tig anzu­bie­ten, dem­entspre­chend ist die Arbeitsweise wesent­li­ch orga­ni­sier­ter. Michael Zwahlen hat es in sei­nem Blog sehr gut beschrie­ben, was es für eine Umstellung war, die Bilder ordent­li­ch zu ver­schlag­wor­ten und die Verteilung der Bilder zu über­prü­fen.
    Microstock hat sich defi­ni­tiv geän­dert. War es noch vor ein paar Jahren ein Markt für Semi-Profis und Quereinsteiger, ist es jetzt erheb­li­ch schwie­ri­ger gewor­den, Fuß zu fas­sen. In Zukunft wird es eine gro­ße Rolle spie­len, wie gut man orga­ni­siert ist und wie schnell man sich an die neu­en Gegebenheiten anpas­sen kann.

  9. Ein Hauptargument für Exklusivität ist für mich, dass dem Bilderklau ein Riegel vor­ge­scho­ben wird. Wenn man vor­al­lem aus­ge­fal­le­ne spe­zi­el­le Sachen anbie­tet, die ande­re auch nicht so leicht kopie­ren kön­nen, ist das beson­ders wich­tig. Gerade sol­che spe­zi­el­len Motive, bei denen die Nachfrage nicht so hoch ist, über ver­schie­de­ne Agenturen zu streu­en ist mei­ner Meinung nach kon­tra­pro­duk­tiv. Bei Istock sind vor allem auch exklu­si­ve Grafiker bes­ser­ge­stellt, da hier auch wirk­li­ch fai­re Honorare gezahlt wer­den.

  10. Als Hobbyfotograf möch­te ich mich nicht fest­le­gen müs­sen, wel­che Agentur ich neh­men soll bzw. muss. Da eini­ge Agenturen sehr gros­sen Wert dar­auf legen Ihre „bes­ten“ Fotografen via Knebelvertrag „exklu­siv“ zu bin­den, muss ich mich schon fra­gen, wie seriös man­che Agenturen arbei­ten.

    Natürlich kann ich es ver­ste­hen, dass man sehr gute Fotografen „bin­den“ möch­te. Andererseits möch­te ich als Fotograf nicht bevor­mun­det wer­den. Und ich möch­te die freie Auswahl haben, bei wel­cher Agentur ich wel­che Bilder anbie­te.

    Für mich per­sön­li­ch kommt die­se „exklu­si­ve Fotografenbindung“ nicht in Frage. Ich lie­be mei­ne Freiheiten und möch­te die­se auch behal­ten. Etwas anders sieht das aller­dings bei „exklu­si­ven Bildmaterial“ aus. 

    Es gibt Agenturen, z.B. „exclu­pics Bildagentur“ – die bie­ten NUR exklu­si­ves Bildmaterial an. Diese Agentur „kne­belt“ kei­ne Fotografen. Zwar sind die Jungs schein­bar neu auf dem Markt, doch das Konzept klingt sehr inter­es­sant, zumal ich als Fotograf dort mei­nen Preis sel­ber pro Bild fest­le­gen kann. 

    D.h. für mich: exklu­si­ves Bildmaterial ver­kau­fe ich dort und Mainstream Material auf ande­ren Agenturen wie i-stock und Co. Und bin trotz­dem frei wie ein Vogel. 

    Gleichzeitig erken­ne ich auch den Vorteil die­ser Exklusivität aus der Sicht der Kunden. Die meis­ten Kunden kau­fen bei den Bildagenturen ein, um damit die Werbung Ihrer Kunden rea­li­sie­ren zu kön­nen. Gerade die­se Kunden könn­ten sehr viel Wert dar­auf legen, dass ihr Bildmaterial exklu­siv nur für sie ver­wen­det wer­den.

    Ansonsten pas­siert so ein Fauxpas wie bei der Bundestagswahl 2013, wo das glei­che Bild für die FDP, NPD als auch einem fin­ni­schen Quark Hersteller her­ge­nom­men wur­de. Darüber wur­de in den Medien auch gut berich­tet.

  11. Prinzipiell muss ich dir (leider9 in den meis­ten Punkten recht geben. Es macht schlicht und ergrei­fend für die Agenturen kei­nen Sinn mehr anteil für Verkäufe zu zah­len als not­wen­dig. Aber ein Punkt kam mir zu kurz am Beispiel von Fotolia: Alle Ränge unter Smaragt kön­nen die Preise nicht hoch­set­zen. Ich lass mei­ne Dateien größ­ten­teils bei 2CR star­ten. Bei über 50% Kommission bringt mir am Beispiel der kleins­ten Lizens den 3-fachen Ertrag gegen­über Nichexklusivität.
    Sicher, ich kann die Datei woan­ders ver­kau­fen und den Anteil damit rein­ho­len oder sogar mehr ver­kau­fen. Das Fotolia mit Exklusiven Fotografen (die bei höhe­ren Preisen star­ten) aber mehr ver­dient soll­te nicht ver­ges­sen wer­den. Dem gegen­über steht der besag­te Mehraufwand für den Anbieter. Ich den­ke jeder wird für sei­ne Situation immer noch genü­gend Gründe fin­den, Exklusiv zu sein oder zu streu­en. Vorstellbar ist, dass Fotolia der Exklusivität aber einen Riegel vor­schiebt und man kei­ne Wahl mehr hat.

  12. @Uwe

    Dafür kann man super Bilder exklu­siv bei spe­zi­el­len Agenturen einstellen,z.B. stock­sy oder eben die Bilder exklu­siv nur bei Getty selbst, Fotolia oder Dreamstime anbie­ten. Um den Bilderklau für spe­zi­el­le Bilder einen Riegel vor­zu­schie­ben hal­te ich die Bilderexklusivität für extrem sinn­voll.

    Aber dafür muß man nicht voll­kom­men Künstlerexklusiv sein. 

    Wenn man con­tent in unter­schied­li­cher Qualität oder Aufwand pro­du­ziert kann man gezielt ent­schei­de was man wohin schickt. Und man­che Bilder oder Serien lau­fen auf ande­ren Agenturen bes­ser als bei sto­ck damals. Oder haben über­haupt zum ers­ten Mal down­loads.

  13. @Frank: Dass drei ver­schie­de­ne Parteien das glei­che Foto benut­zen, kann aber auch pas­sie­ren, wenn die Bilder exklu­siv bei einer Agentur ange­bo­ten wer­den – wenn alle drei Partei gen­au dort ein­kau­fen…

  14. @Robert:

    soweit ich weiss ist das bei exclu­pics nicht mög­li­ch. Dort wer­den die Bilder mit Exklusivrechten ver­kauft. Dabei gibt es zwei Lizenzmodelle, für die sich der Fotograf jeweils pro Bild ent­schei­den kann. Einmal zeit­li­ch begrenzt, sowie ein­mal zeit­li­ch unbe­grenz­te Exklusivität. 

    Somit hat der Kunde die Garantie, dass wenn er das Bild kauft, nur er die Rechte besitzt und kein ande­rer.

  15. Ich bin fast über­zeugt, dass die Fotografenexklusivität bei isto­ck bald Geschichte sein wird. Stattdessen wird man auf Bilderexklusivität gehen. Rein aus Gründen des Marketings macht Fotografenexklusivität für Microstock Agenturen kei­nen Sin mehr. Von exklu­si­ven Fotografen wür­de ich mir als Agentur außer­ge­wöhn­li­che Bilder wün­schen. Diese Bilder wür­de ich dann auch bei Getty als E+ spie­geln. Aus E+ also Exclusive plus ist Signature + gewor­den. Gleichzeitig hat man für exklu­si­ve Fotografen die „E+/Signature +“ Pipeline zu Getty gekappt, indem der Fotograf nicht mehr sei­ne S+ Bilder selbst selek­tie­ren kann. Der Grund war wohl, dass sehr viel B-Ware zu Getty gespült wur­de. Mit dem Ergebnis, dass sich B-Ware auch gut ver­kauft. Aber A-Ware noch viel mehr brin­gen wür­de.
    Wie kommt man nun zu viel A-Ware, die man viel­leicht sogar noch zu gerin­ge­ren Provisionen ver­kau­fen kann, als bei den der­zei­ti­gen S+ Bildern. Am ein­fachs­ten über eine Bilderexklusivität.
    Wie man sieht, tes­tet isto­ck bereits eine Bildexlusivität mit Yuri und Andres Rodriguez. Wobei es bei Yuri der­zeit noch nicht ein­mal eine Bildexklusivität ist.
    Bilderexklusivität bringt viel mehr als Fotografen Exklusivität. Für bei­de Seiten, nicht­ex­klu­si­ve Fotografen und isto­ck. Man lädt ein­fach die Top 1000 der Stockfotografen ein, ein Signature + Portfolio auf­zu­bau­en. Und schon sam­melt man von den Topfotografen aller Microstock Agenturen Top Fotos ein. Das wäre für die Konkurrenz eini­ges an Schaden.
    Ich habe etwa vor einem Jahr geschrie­ben, dass isto­ck mei­ner Meinung die E+ Pipeline zu Getty kap­pen wird. Ich glau­be es wird auch kein Jahr dau­ern, dass man auf Bilderexklusiviät umstellt.

  16. Teilexklusivität, Vollexklusivität, Bildexklusivität, Fotografenexklusivität – da platzt einem schon mal der Kopf. Ich fra­ge mich immer, wer da noch den Überblick behält? Da mus­s­te ja einen Extra-Ordner für dei­ne Bilder anle­gen – so nach dem Motto: Dieses Bild habe ich in Teilexklusivität der Bildagentur XY von 2008 bis 2013 zur Verfügung gestellt, aber in Special-Exklusivität eben auch der Bildagentur ZX zwi­schen Januar 2011 und März 2011 und so wei­ter und so fort. Es stellt sich tat­säch­li­ch die Frage, ob es nicht auch Sinn macht, nur eine Agentur zu belie­fern, um den Überblick nicht zu ver­lie­ren. Wie macht das Robert eigent­li­ch? Der ist sicher­li­ch auch neben dem Fotografieren und Verschlagworten sicher­li­ch auch damit beschäf­tigt, die Bilder alle nach Bildagenturen und Exklusivitäten zu ord­nen. SIcherlich ver­bringt er damit oft mehr Zeit als ihm liebt ist 😉

    Gruß ran­dy

  17. @Randy: Nein, ich habe eine ein­fa­che Excel-Tabelle, wo ich die Bilder nach Agenturen ein­ord­ne und exklu­siv lie­fe­re ich nur weni­ge Bilder. Insofern ist die­ser Zeitaufwand für mich zu ver­nach­läs­si­gen.

  18. Hallo Robert, ich habe mal dei­ne Zahlen aus dei­nem Blog-Beitrag vom 2. Juli 2012 genom­men. In der Summe hast du da 7369 Euro ver­dient. Die US-Dollarangaben habe ich dabei mit 0,75 mul­ti­pli­ziert bei der Umrechnung nach Euro. Hättest du exklu­siv bei Fotolia ver­kauft, hät­te dein Anteil als Smaragder statt 37 % bei 54% gele­gen was einem Mulitplikationsfaktor von 1,46 bedeu­tet. Nur dei­ne Fotoliaverkäufe in Höhe von 4800 Euro wären somit 7008 Euro Wert gewe­sen. Ein Unterschied von gera­de mal minus 361 Euro. In dei­ner Goldphase wäre der Mulitplikationsfaktor 1,64 gewe­sen, als Silberling bekommt man gar den Faktor 1,8! Dazu noch ein höhe­rer Bildpreis von 2 oder 3 Credits bei den Bestsellern und ich den­ke du hät­test eini­ges mehr ver­dient. Ich hof­fe mei­ne Rechnung stimmt. Ich habe das für mich, als Nebenbei-Fotograf, übri­gens als bes­tes Modell gewählt: weni­ger Arbeit und mehr Einkünfte als Exklusivzulieferer bei Fotolia. Hast du dir die­se Rechnung auch schon gemacht?

  19. @PP: Ich habe das mal mit mei­nen aktu­el­len Zahlen durch­ge­rech­net: Aktuell wür­de ich ca. 16% weni­ger ver­die­nen, wenn ich bei Fotolia exklu­siv wäre. Höhere Bildpreise könn­te ich jetzt als Saphir-Fotograf auch schon ein­stel­len. Wenn ich aber den gerin­ge­ren Aufwand berück­sich­ti­ge, wäre es fast eine denk­ba­re Option. Jedoch nur fast, weil ich mich damit kom­plett von einer Agentur abhän­gig machen wür­de, was mir als Vollzeit-Stockfotograf wirt­schaft­li­ch viel zu ris­kant wäre.

  20. Auf den ers­ten Blick schei­nen 16% weni­ger nicht viel. Noch dazu ver­bun­den mit weni­ger Aufwand. Auf 6 Jahre gese­hen, ist das aber fast ein gesam­ter Jahresumsatz. Meist sogar mehr, wenn es ungüns­tig läuft. Denn ers­tens war­ten vie­le recht lan­ge, bis sie die Exklusivität kün­di­gen. Dann dau­ert es recht lan­ge, bis man bei den ande­ren Agenturen ein gro­ßes Protfolio und eine ent­spre­chen­de­des Ranking hat. Um in der Suche weit vor­ne zu sein, um höhe­re Prozente zu bekom­men, etc,..Eigentlich ein Teufelskreis, wenn es für Exklusive schlecht läuft, blei­ben sie vor­er­st Exklusiv. Da die Umsätze,bei Kündigung der Exklusivität, dann ja anfangs noch schelch­ter wären.

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