Beim Fotoshooting neue Dinge ausprobieren und aus Fehlern lernen

Okay, lang­sam habt ihr von die­sem Model sicher genug gese­hen. Er befin­det sich auf dem Cover mei­nes Buchs, wirbt für das Stockfotografie-Forum und wird auch ger­ne in Zeitungen und Werbeanzeigen abge­druckt.

Hheute gibt es aber noch mal die Geschichte hin­ter dem Shooting. Das Model Daniel habe ich über die Model-Kartei.de ken­nen­ge­lernt und weil er nicht der ein­zi­ge ist, mit dem ich über die­se Plattform gewinn­brin­gend zusam­men­ar­bei­ten konn­te, ver­ste­he ich nicht, wie­so sich regel­mä­ßig Models und Fotografen über die Unzuverlässigkeit und Unprofessionalität der dor­ti­gen Mitglieder auf­re­gen. Für mich gibt es kaum eine gute Alternative.

Zum Einsatz kam Daniel das ers­te Mal eini­ge Monate vor­her bei die­sem Universität-Shooting von mir. Sein Aussehen und Lächeln hat mich über­zeugt, wes­halb ich ihn ein zwei­tes Mal gebucht habe, als der Verlag ein neu­es Cover für die drit­te Auflage mei­nes Stockfotografie-Buchs haben woll­te. Nach zwei Frauen auf dem Titel war mal ein Mann dran. Und weil ich Shootingzeit effek­tiv nut­zen möch­te, haben wir neben den Entwürfen für das Cover auch eini­ge ande­re Fotos umge­setzt.

Wie es oft so ist, sind die Bestseller des Shootings ganz ande­re Motive, unter ande­rem die­se eher klas­si­sche Motiv eines Geschäftsmanns.

Das Shooting war übri­gens auch eine ande­re Première. Erinnert ihr euch an den Gastartikel von Jörg Hempelmann, wie man eine Küche für 99 Euro als Requisite nut­zen kann? Das moti­vier­te mich dazu, end­li­ch selbst zu einem Einrichtungshaus zu fah­ren und eben­falls einen Tisch, eini­ge Schränke und Deko-Artikel als Hintergrund zu kau­fen. Witzigerweise kam ich trotz eini­ger ande­rer Artikel auch auf ca. 100 Euro Einkaufskosten. Was ihr oben in den Bildern hin­ten seht, sind die Regale und Aktenordner etc., die ich nicht nur für das Shooting ein­ge­kauft habe. Aber allein das Business-Bild hat die Kosten für den Einkauf um ein Mehrfaches wie­der ein­ge­spielt.

Einen Fehler habe ich jedoch auch gemacht. Obwohl schnell nach dem Shooting klar war, wel­ches Bild das Titelbild mei­nes Buches wer­den wür­de, habe ich in mei­ner Routine auch das Titelbild zum Verkauf bei Bildagenturen ange­bo­ten. Das führ­te dazu, dass kürz­li­ch ein win­di­ger Geschäftsmann das glei­che Bild für ein Ebook mit fast dem glei­chen Titel ver­wen­det hat­te. Das Ebook hat aber einen höhe­ren Preis, deut­li­ch weni­ger Seiten und – ich leh­ne mich da sicher nicht zu weit aus dem Fenster – ist auch inhalt­li­ch weni­ger gehalt­voll. Trotzdem könn­te es zu Verwechslungen füh­ren, die mei­nem Ruf sicher nicht nütz­li­ch sind. Deshalb: Wenn ich beim nächs­ten Buch schon ein extra Shooting für das Cover mache, wird das Siegerbild auch exklu­siv dafür ver­wen­det wer­den.

So lie­be ich mei­ne Shootings: Einige neue Dinge aus­pro­biert, lukra­ti­ve Motive fest­ge­hal­ten und aus Fehlern ler­nen kön­nen.

Was war euer größ­ter Fehler in der Stockfotografie?
Kommentiert, damit wir gegen­sei­tig davon ler­nen kön­nen.

13 Gedanken zu „Beim Fotoshooting neue Dinge ausprobieren und aus Fehlern lernen“

  1. Hallo Robert,der ers­te Gedanke von mir war :„Möbel und Deko aus Schweden“ 🙂 Habe ich auch bei mir ste­hen. Ich hät­te Bedenken,ob ich da nicht ein PR brauche,wenn ich die Sachen ablichte.Oder bin ich da wie­der zu vor­sich­tig?

    Gruß Kay

  2. Es gibt auch rega­le die denen ver­dammt ähn­li­ch sind in ande­ren möbel­häu­sern. Ich hab sol­che rega­le z.b. auch schon bei höff­ner und möbel kraft gese­hen, nur etwas teu­rer.

    was ich sagen will: man kann bei den möbeln nicht 100% sicher sagen ob es ikea ist und damit ist es ok – gen­au so soll­te es auch bei allen ande­ren gegen­stän­den sein die man im Foto benutzt. Die abge­bil­de­te 5D ist da schon ein­fa­cher zu erken­nen

  3. Mhm also bei den Möbel und Deko dach­te ich auch gleich „ach kuck mal… IK**, ob das Probleme gibt?“ Aber offen­sicht­li­ch hat du da kei­ne Bedenken und ich ver­mut­li­ch nur über­mä­ßi­ge Panik teu­re Briefe zu bekom­men 🙂

    Shooting in der Form wie du Sie für Stockfotos machst hat­te ich noch kei­nes aber ich erwi­sche mich immer­wie­der dass ich mir viel vor­neh­me und dann beim Shooting die Hälfte mei­ner Ideen ver­ges­se oder nicht aus­pro­bie­re.

    Daher ganz klar mein Tip: Schreibt Euch vor­her einen Plan was Ihr auf jed­ne­fall umset­zen wollt – son­st gehts ver­ges­sen.

  4. Gröbere Patzer sind mir bis­her zum Glück erspart geblie­ben. Allerdings ärge­re ich mich inzwi­schen bei dem ein oder ande­ren Foto, dass ich es in Microstock „ver­heizt“ habe und nicht als „Rights Managed“ an eine Macrostock-Agentur lizen­ziert habe. Wäre viel­leicht lukra­ti­ver gewe­sen, aber auch das muss man erst ler­nen, wel­che Fotos wo am bes­ten auf­ge­ho­ben sind.

    Ein paar Worte zu den recht­li­chen Fragen: Es gibt inzwi­schen ein paar gute Bücher zum Thema Fotorecht, deren Lektüre ich jedem, der Fotos ver­öf­fent­licht, wärms­tens ans Herz legen möch­te! Die vie­len unqua­li­fi­zier­ten Aussagen in diver­sen Foren ver­un­si­chern mehr, als dass sie wei­ter­hel­fen. Halbwissen kann wirk­li­ch teu­er wer­den! Bei kri­ti­schen Fragestellungen soll­te man auch den Gang zum Anwalt nicht scheu­en. Lieber ein paar Euro fünf­zig für eine Rechtsberatung inves­tie­ren, als Haus und Hof zu ris­kie­ren. Auch mei­ne fol­gen­den kur­zen Ausführungen erhe­ben kei­nen Anspruch auf Rechtsgültigkeit und ich kann nicht garan­tie­ren, dass das alles so stimmt. Es sind nur ein paar Dinge, die ich mir mit der Zeit (aus Büchern!) ange­le­sen habe.

    Bei den Regalen dürf­te es in der Tat kei­ner­lei Probleme mit der Veröffentlichung geben. Es gibt kein „Recht am Bild der eige­nen Sache“ (zumin­dest hier nicht) und ein Foto von einem Regal ist eben noch lan­ge kein Regal. Man erschafft mit dem Foto also kein Plagiat. Vorsicht ist aber z.B. bei Geldscheinen und Briefmarken gebo­ten! Hier könn­te es leicht zu einer Verwechslung kom­men und man steht am Ende als Fälscher da! Ebenso kri­ti­sch sind Aufnahmen von urhe­ber­recht­li­ch geschüt­zen Werken (ande­re Fotos, Gemälde, Skulpturen…).

    Ein „Property Release“ wird immer nur dann benö­tigt, wenn man auf einem frem­den Grundstück oder in einem Innenraum foto­gra­fie­ren will. Hier gilt das Hausrecht des Eigentümers (oder Mieters) und der kann frei dar­über ver­fü­gen, ob und in wel­chem Rahmen foto­gra­fiert wer­den darf. Folglich benö­tigt man die Freigabe dafür, nicht aber für die ein­zel­nen Gegenstände, die sich viel­leicht in dem Raum befin­den. Das wür­de wohl auch etwas zu weit füh­ren…

  5. @ Robert:
    Verständlich, dass Dich Dein „Fehler“ ärgert!
    Werbung für Stockfotografie ist die­se Feststellung sicher nicht.
    Schließlich kann ver­gleich­ba­res jeden tref­fen der bei Microstockagenturen Fotos kauft.

    Fazit: Der Käufer hat unter Umständen einen hohen Preis für unse­re „bil­li­gen“ Bilder zu zah­len.

  6. @Marco: Wer Bücher mit Microstock-Bildern beti­telt, ja. Es gibt aber genug Webseiten und ande­re Kunden, die es ger­ne in Kauf neh­men, dass sie das Motiv nicht exklu­siv haben, wenn sie dafür weni­ger zah­len müs­sen. Wer exklu­si­ve Bilder will, bekommt sie gegen Aufpreis ja bei ande­ren Agenturen.

  7. Mein größ­ter Fehler war, neu­tra­le Portraitbilder von mei­nem Sohn (16) ein­zu­stel­len, ohne ihn so rich­tig über die mög­li­chen Konsequenzen auf­zu­klä­ren. Mit ande­ren Models mache ich das ja. 

    Jedenfalls lan­de­te er dann in der Bravo, Dr. Sommer, mit einem inti­men Problem. Super. Peinlicher ging es nicht. Die set­zen da immer noch Portraits zur Auflockerung dazwi­schen und schrei­ben ganz am Ende, dass die Person nichts mit dem zu tun hat. Ihr könnt euch vor­stel­len, wie schnell die Geschichte durch die kom­plet­te Schule von mei­nem Sohn ging. Erst hat er sich dar­über auf­ge­regt, kurz dana­ch dach­te er, Angriff sei die bes­te Verteidigung und pos­te­te das in face­book mit der Ansage: Hey, ich habe es in die Bravo geschafft. 🙂 Aber dana­ch mus­s­te ich alle Fotos raus­neh­men, die neu­tral aus­sa­hen und mit denen man alles Mögliche bewer­ben könn­te. Schade, das waren eini­ge, zumal er auch recht foto­gen ist. Tja, das habe ich mir dadurch ver­saut.

    Bei model-kartei bin ich jetzt auch seit kur­zem gemel­det. Das ist eine pri­ma Sache, komi­sch, dass ich da nicht schon frü­her drauf gekom­men bin.

  8. Hallo Robert,

    ich ver­fol­ge dei­nen Blog auch schon etwas län­ger. Es ist wirk­li­ch erstaun­li­ch, was du in den letz­ten Jahren erreicht hast und es ist sehr inspi­rie­rend und vor­al­lem moti­vie­rend!

    Würde es dir ger­ne nach­ma­chen 😉 , aller­dings habe ich mich auf Vektordateien spe­zia­li­siert. Hier ist die „Ausbeute“ pro Tag natür­li­ch nicht so hoch wie bei dir, wenn du 6 Stunden auf einem Shooting bist und an die 200+ Bilder machst.

    Wieviele neue Bilder kom­men bei dir spe­zi­ell bei foto­lia im Durchschnitt pro Tag oder Woche (oder auch Monat) online?

    Ich bin jetzt etwas über einem Jahr dabei und habe es bis­her auf einen durch­schnitt­li­chen Mini-Umsatz zwi­schen 30–80€ pro Monat (je nach Monat) gebracht mit ca. 230 Dateien. Ich habe vor das Ganze natür­li­ch noch aus­zu­bau­en und mit mei­nen Vektoren viel­leicht auch mal ver­gleich­bar erfolg­reich zu sein. 

    Ich bin übri­gens exlu­si­ver Anbieter und belie­fe­re bis­her auch aus­schließ­li­ch foto­lia – den­ke aber über eine Erweiterung zu ande­ren Anbietern nach.

    Danke für dei­nen Blog!

    Gruß, Gabi

  9. Was war euer größ­ter Fehler in der Stockfotografie?
    Mein gröss­ter Fehler war als ich 2010 Fotos von einem Strand-Pferderennen machen woll­te. Aufwand ins­ge­samt an zwei Tagen 700 km Autofahrt. Ertrag bis jetzt 68$
    Das Problem ich hat­te mich nicht aus­rei­chend auf die Location vor­be­rei­tet und hat­te ein­fach nicht das pas­sen­de Equipment. Ich hat­te nur das Set Telezoom. Optische Qualität unzu­rei­chend. Lichtstärke nicht vor­han­den. Dazu kam, dass ich ein­fach zu weni­ge gene­ri­sche Fotos gemacht habe und zuwe­nig expe­ri­men­tiert und neu­es her­vor­ge­bracht habe. Kurz gesagt nicht kon­zen­triert gear­bei­tet.
    Daraus folg­te der Kauf eines Lichtstarken Telezooms mit Topqualität. Konzentriertes, har­tes Arbeiten wäh­rend des gan­zen Tages und bei event­pau­sen alles Mögliche foto­gra­fie­ren.
    Diese mik­ri­ge Ertrag von 68$ für die ver­lo­re­ne Zeit hat einen blei­ben­den Eindruck hin­ter­las­sen.
    Ist auch nie wie­der vor­ge­kom­men, dass Aufwand und Ertrag in so einem schlech­ten Verhältnis stan­den.
    Ich den­ke, es ist wich­tig auch mal Niederlagen und Tiefschläge ein­ste­cken zu müs­sen um dar­aus posit­ve Energien zu ent­wi­ckeln. Wenn man an etwas schei­tert soll­te man gen­au die Gründe ana­ly­sie­ren war­um es so gesche­hen ist und die­se Dinge beim nächs­ten mal abstel­len.

  10. Also Robert,mit dem Model (Daniel) hast Du auf jeden Fall kei­nen Fehler gemacht.Der grin­st mich heu­te in der neu­es­ten Ausgabe vom ACV an.Ist das­sel­be Foto wie auf der Seite vom Stockfotografie Forum 🙂

  11. @ Es gibt auch rega­le die denen ver­dammt ähn­li­ch sind in ande­ren möbel­häu­sern. Ich hab sol­che rega­le z.b. auch schon bei höff­ner und möbel kraft gese­hen, nur etwas teu­rer.

    Ja, logi­sch.
    Einem Bekannten nach, wel­cher Kontakt zu die­ser Branche hat, gibt es einen bekann­ten schwe­di­schen Möbelhersteller ohne eige­ne Entwicklungsabteilung (!), wel­che mit seriö­sen Möbelherstellern im inni­gen Gerichtsstreit steht.

Kommentare sind geschlossen.