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Der Fluch des Sean – Oder: Microstock-Hass und Häme

Von einigen Lesern wurde ich gefragt, warum ich bisher nichts über die Kündigung von Sean Locke geschrieben habe. Ganz ehrlich? Es ist schwer, meine Ansichten dazu in Worte zu fassen.

Sean Locke ist exklusiver Fotograf bei iStockphoto mit aktuell ca. 12.700 Bildern online und fast einer Million Verkäufen seit seiner Anmeldung Ende 2004. Das ergibt durchschnittlich ca. 10.000 Verkäufe pro Monat und damit gehörte er zu den Top-5-Fotografen bei der Bildagentur iStockphoto. Und das ohne ein großes Team, wie es einige andere Fotografen in diesen Sphären haben.

Screenshot des Profils von Sean Locke bei iStockphoto

Mitte Februar schrieb Sean Locke in seinem Blog, dass er von iStockphoto die Mitteilung erhalten habe, dass sein Benutzerkonto nach 30 Tagen geschlossen werde. Der konkrete Anlass ist unklar, aber die Vermutung liegt nahe, dass iStockphoto sowie deren Mutteragentur Getty Images einerseits unglücklich darüber waren, dass Sean Locke den “Google Drive”-Skandal öffentlich gemacht hatte und andererseits es mit seinem Greasemonkey-Skript erleichtert hatte, dass Leute ihre Bilder deaktivieren können. Als Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, half Sean im Hintergrund mit, eine neue Bildagentur zu testen, die jedoch noch nicht online ist. Es wird vermutet, dass diese Agentur, welche er auch in seinem Blogbeitrag andeutet, die Agentur “Stocksy” ist, welche der iStock-Gründer Bruce Livingstone in wenigen Wochen starten will.

Aber reicht das aus, um einen seiner Top-Fotografen zu feuern? Für iStock schon.

Was sagt uns das? Fotografen sind nichts mehr wert.

Selbst die großen Fotografen mit riesigen Portfolios und tollen Bildern werden in der Summe von den vielen restlichen Fotografen ersetzt werden können. Auch der Verlust der monatlichen Einnahmen (eine realistische Schätzung ist eine mittlere fünfstellige Summe für iStock monatlich) scheint die Agentur finanziell zu verkraften. Ein Gast hatte kürzlich im Blog kommentiert, dass die Bildagenturen ohne unsere Fotos “nichts” wären. Das mag logisch klingen, bringt den Fotografen aber konkret nichts, denn auch sie brauchen die Agenturen, um tausende Lizenzen im Monat verkaufen zu können.

Solche Reaktionen sind für mich der Grund, warum ich keinem Fotografen eine exklusive Bindung an eine Bildagentur empfehle, wenn er von seiner Arbeit leben will. Ich bin mir sicher, dass Sean mit seinem Können und seiner Erfahrung auch in anderen Bildagenturen erfolgreich sein wird und wer weiß, vielleicht verdient er dann unter dem Strich sogar mehr als bisher. Ich wünsche ihm dafür viel Erfolg.

Was mich aber fast noch mehr schockiert hat als der Rauswurf von Sean Locke, waren die Reaktionen auf die Meldung bei Webseiten, welche nicht unbedingt bekannt dafür sind, microstock-freundlich eingestellt zu sein. So schrieb der Blog PetaPixel eine neutral gehaltene Meldung, welche im Kommentarteil jedoch fast in einer virtuellen Geißelung endete.

So schrieb Felipe Carlos:

“no pity here for photographer he deserves for he gets, by choosing to work with microstock. Hopefully Getty cause him as much trouble as possible, every photographer who contributes to microstock should be punished. It they who ruined this market.”

Der Fotograf Adam Gasson schrieb:

“Have to say I agree with Mike – Microstock photographers have done more than anyone else over the last decade to commodify photography and now are realising that they are just commodities themselves. The stampede to the bottom has dropped prices and quality to such a level that it is almost impossible for professional photographers to survive, so we have an industry based upon amateurs and moonlighters. Then these people wonder why the agencies no longer see the need to treat them, or value them as professionals. You have created the beast – against the advice of many people who have worked in the industry for years – now you complain that it has bitten you and expect us all to sympathise?”

Ein anonymer Kommentator schrieb:

“As a professional photographer, it’s hard to think of anyone as another “pro” who has 12,000 photo’s on file and one million licenses; he’s a factory worker manning a photographic drill press, not the next Avedon. All those on here that say he’s part of the problem, not part of the solution is right on the beam. It’s going to be hard to raise any kind of sympathy for someone who’s been involved in wrecking the business and is now trying to motivate people to back his level of “wrecking” vs. the new level of “wrecking”.”

Beim Lesen der Kommentare scheint es, als wäre Sean Locke persönlich verantwortlich für den Untergang des Macrostock-Geschäftsmodells. Dabei ist die Geschichte doch etwas anders: Es waren keineswegs professionelle Fotografen, die beschlossen haben, ihre Fotos plötzlich für ein Hundertstel des ursprünglichen Preises zu verkaufen.

Im Gegenteil: Es waren doch Grafikdesigner wie Bruce Livingston, die es im Jahr 2000 satt hatten, die hohen Bildpreise zu bezahlen und beschlossen, lieber ihre eigenen – als Notlösung selbgemachten – Fotos untereinander auf iStockphoto zu tauschen statt bei den zu teuren Bildagenturen zu kaufen. In den ersten zwei Monaten gab es nach eigenen Angaben schon mehr als 3500 Nutzer und mehr als zwei Millionen Downloads. Je mehr Designer und irgendwann auch Hobbyfotografen mitmachten, desto stärker wurde die Konkurrenz zu Macrostock. Profi-Fotografen mussten zusehen, wie ihre Einnahmen sanken und konnten entweder im Internet lauthals jammern oder sich dem geänderten Markt anpassen, indem sie ihre Bilder ebenfalls billig verkauften.

Wer will, kann sogar noch vorher ansetzen und der Erfindung der Digitalkameras die Schuld geben, welche das Fotografieren stark vereinfachte oder der Erfindung des Internets, mit dem der digitale Datenaustausch auf einmal schnell und billig funktionierte. Ohne diese beiden Voraussetzungen hätte sich Microstock nie oder nicht so schnell entwickelt.

Eine ganz andere Vorgeschichte wird ebenfalls gerne übersehen: Anfang der 1990er Jahre wurden sowohl Getty Images als auch Corbis von reichen Unternehmern gegründet, welche im Gegensatz zu den traditionellen kleinen inhabergeführten Bildagenturen keinen Bezug zur Fotografie hatten, sondern Fotos nur als eine Ware sahen, mit der Geld verdient werden konnte. Diese beiden Agenturen kaufen in den nächsten zehn Jahren so viele kleine Bildagenturen auf, dass sich der Bildermarkt praktisch innerhalb von einem Jahrzehnt einem Duopol aus Getty und Corbis gegenüber sah, welches so übermächtig war, dass es Preise, Lizenz- und Nutzungsbedingungen diktieren konnte. Weil das eben auch Bildnutzern sauer aufstieg, suchten diese nach Alternativen und… siehe oben.

Worauf ich hinaus will:
Es ist nicht leicht, weder als Macrostock- noch als Microstock-Fotograf. Evolution gehört auf jeden Fall zu einem erfolgreichen Unternehmer. Auch Sean Locke weiß das und wird sicher bald zu neuen Ufern aufbrechen.

44 comments to Der Fluch des Sean – Oder: Microstock-Hass und Häme

  • Auch wenn jeder Fotograf ersetzbar ist, verstehe ich die Entscheidung von Getty/Istock nicht. So einen Mann wie Sean zu feuern, das grenzt schon an Größenwahn. Auf der einer Seite fallen hier der Agentur die Einnahmen weg. Auf der anderen Seite und das ist viel gravierender, Bilder (auch Bildstils) an die sich die Kunden (höchstwahrscheinlich viele Stammkunden) gewöhnt haben, stehen auf einmal nicht mehr zu Verfügung bzw. werden keine Neuen produziert. So ein Weggang ist ein Signal an die Kunden und andere Profiproduzenten, dass man mit dieser Agentur lieber nicht zusammenarbeiten sollte. Das wird von der Agentur sehr unterschätzt. In ein paar Jahren werden sie (wahrscheinlich) diesen Schritt bereuen. Den ich habe das Gefühl, es ist was in Bewegung gesetzt worden, was den Markt die nächsten Jahre (wiedermal) verändern wird.

    Zu den Kommentaren der anderen Fotografen sei angemerkt, es ist lediglich Schadensfreude, nicht mehr und nicht weniger. Internet hat die ganze Wirtschaft revolutioniert, ob die das wollen oder nicht. Überleben können diejenigen die sich anpassen können.

  • Peter

    Ich verfolge aufmerksam Deine Blog Artikel in den letzten Monaten und bin zwar entrüstet über die Entwicklungen am Markt, aber sehe dies auch mit Genugtuung für einen Schritt den ich zusammen mit anderen Fotografen gegangen bin: Wir gründeten unsere eigene Bildagentur mit eigener Software und eigener Vermarktung. Klar war und ist das ein steiniger Weg. Aber trotz Investitionen in Technik und Marketing rentiert sich dieser langsam. Abzüglich der organisatorischen Kosten bleibt für uns ein großes Stück vom Kuchen übrig.

    Vielleicht ein Gedanke für andere Fotografen einen ähnlichen Weg in die Selbstvermarktung einzuschlagen.

  • Daniel

    Ich sehe das immer noch eher als Drohgebärde von Istock/Getty, mehr, als das der Fotograf nichts mehr wert wäre. Es geht doch primär darum, Zähne zu zeigen und einzuschüchtern. Natürlich ist das ein Verlust für istock und sie werden sich das gut überlegt haben. Auf der anderen Seite, würden sie sich in das eigenen Fleisch schneiden, wenn sie ihn ungesühnt davon kommen gelassen hätten. Dann würde der Run gegen die Agentur in den, wie schon erwähnten, nächsten Schritten wohl noch viel größer. So ist es gut möglich das sich der ein oder andere das nochmal überlegt.

  • Til

    Alex hat das ganz richtig geschrieben: “Überleben können diejenigen, die sich anpassen können”.

    Und was Robert zu der Streuung der Bilder, sprich den Verkauf über mehrere Agenturen schrieb, trifft auf alle Branchen zu.
    Wenn ich von meinen Unterhalt selbständig verdiene, dann bin ich in erster Linie Unternehmer. Und als solcher bin ich immer gut beraten, mehrere Auftraggeber zu haben.

    Dass sich jetzt so viele spöttisch oder herablassend äußern, ist sicher tatsächlich Schadenfreude. Warum? Weil sie anderen nicht gönnen, Erfolg mit etwas zu haben, zu dem sie sich nicht durchgerungen haben. Aber jeder Selbständge, der dauerhaft von seiner Arbeit leben kann, macht irgendetwas richtig. Daher sollte man sich mit Kritik zurückhalten.

    Es wird schließlich genügend Agenturen geben, die dieses Portfolio gerne übernehmen. Sean Locke wird vermutlich nur kurzfristige Einnahmeausfälle hinnehmen müssen. Denn, wie gesagt, er macht irgend etwas richtig.

  • Jasmin

    So wie viele istock exklusives war ich vollkommen entsetzt über die sehr extreme Vorgehensweise von getty. Sean hat nicht nur eines der erfolgreichsten Portfolios überhaupt er war auch immer der ehrlichste Kritiker den istock hatte. Er hat oft auf Mißstände aufmerksam gemacht und sich immer mit aller Energie dem Erfolg von istock gewidmet. Seine Kritik am Getty/Google Deal ist ja vollkommen berechtigt, das traf ja auch jeden, auch die Macrostockfotografen.

    Parallel zu Sean wurde auch Rob Sylvan “gekündigt”. Er bekam seine Kündigung ohne Begründung. Als er nachgefragt hat, wurde ihm nur gesagt “Wir haben uns entschieden ohne eine Begründung zu kündigen so wie der Vertrag es erlaubt”. Jedenfalls hat er das so auf einer Facebookgruppe geschildert.

    Rob Sylvan war jahrelang der Sitemanager von istock ist aber seit über 4 Jahren indepdendent. Er vermutet seine unerwartete Kündigung habe damit zu tun das er die neue Agentur von Bruce Livingston beliefern möchte. Aber die Agentur ist noch nicht einmal online und als independent hat er ja Bilder bei Shutterstock, Dreamstime usw…er beliefert alle Agenturen.

    Wir wissen natürlich nicht ob noch mehr hinter dem ganzen steckt aber es fragen sich viele ob istock jetzt noch mehr unabhängige Fotografen hinauswerfen wird die Agenturen beliefern die Getty nicht gefallen.

    So ein Verhalten ist natürlich für exklusive Künstler extrem riskant. Sean hatte ja keine Bilder bei einer anderen Agentur angeboten, er hatte sich nur auf einer Betaseite von Freunden “umgeschaut”. Er hat niemanden dazu aufgefordert sich dort anzumelden oder Werbung dafür gemacht. Was auch gar nicht geht, da es die Agentur noch gar nicht am Markt gibt.

    Zwischen dem “Microsoft Deal” und dem Getty Google Deal bin ich wie viele so verunsichert worden, das ich meine Exklusivität gekündigt habe. Das war noch bevor ich das von Sean gehört habe. Als ich das dann las, war ich froh mich für die indepdence entschieden zu haben.

    Ich verstehe einfach nicht was die Getty erreichen will. Sean´s Portfolio zur Konkurrenz zu schicken ist ein Riesengewinn für die anderen Agenturen. Und es gehen sicher noch mehr gute Fotografen indepdent nach dieser Geschichte.

    Fotolia, Shutterstock, Dreamstime, das sind die wirklichen Gewinner von dem was Getty gemacht hat. Denn mit dem guten content wandern sicher auch viele Kunden weiter.

    Der Weg in die indepedence wird für mich nicht einfach aber ich werde niemals wieder eine Künstlerexklusivität eingehen. Die Lektion habe ich jetzt gelernt.

  • Florian

    Das Vorgehen von Getty macht (für Getty) sehr sehr viel Sinn! Sie mussten mMn sogar so reagieren:

    1. zeigt es, dass Getty eine unglaubliche Marktmacht hat. Sie zögern nicht diese auch einzusetzen, sobald ihnen jemand gefährlich werden könnte.
    2. hat Getty gar kein Interesse, dass es Fotografen gibt die solche Umsätze erzielen! Die werden nur vorlaut – SL wurde nun Mundtot gemacht und wie im Mittelalter sein Kopf auf einen Speer gespießt. Die anderen Fotografen werden nun zweimal überlegen ob sie so eine Bestrafung vom König riskieren wollen.
    Je kleiner die Fotografen sind, desto besser lassen sie sich melken!

    Der Gewinner von dieser Aktion heisst eindeutig Getty!

    Lang lebe der Köni… eehhh Getty!

  • Bildermacher

    @Jasmin: Willkommen in der Freiheit
    ;-)
    Ich habe den Schritt nicht bereut – am Anfang etwas mühsam, ich musste mich erst orientieren. Mittlerweile habe ich meine “Mischung” gefunden…
    Bzgl. Exklusivität würde ich sogar noch weiter gehen – “nicht alle Eier ins Microstock-Körbchen legen”

  • röde-orm

    “Lang lebe der Köni… eehhh Getty!” Naja, als sich “einst” lLeute daran machten, einen eigenen Internetbrowser als Konkurrenz zum IE zu entwickeln, hat man auch nur den Kopf geschüttelt. Und heute rüttelt Firefox an den Grundfesten der MS-Dominanz. Wollen wir mal sehen. Ich glaube, dass die jüngsten Ereignisse eine Entwicklung angestoßen haben, die mittelfristig zur Aufbrechung des Quasimonopols von Getty und Corbis führen wird.

  • Fotolui

    Eigentlich sollte man sagen, selbst schuld, warum Postet man nicht Anonym.

    Aber ich verstehe auch Getty. Microstock war schon ein Schock für die bisherigen
    Bildverkäufer, jetzt ist auch im microstock ein Preiskampf entstanden, Getty hat hier
    sicher nur die erste Runde eingeleitet, klar ist das schlimm für die einzelnen Bildlieferanten,
    aber es war ja auch schlimm für den Macrostock als Microstock kam.

    Das ist einfach der ganz normale Wandel, besser man passt sich an, vielleicht orientieren
    sich einige Microstocken wieder in Richtung Macro + RM.

  • Algefoto

    Ich muss Roede beipflichten. Wenn man als Agentur höhere Preise durchsetzen will geht das ausschließlich über Qualität und Exklusivität.
    Zu beidem braucht man Top Leute, die so etwas liefern. Wenn man diese jedoch verprellt oder schlecht bezahlt gibt es keinen Grund für diese, dort exklusiv anzubieten. So verliert Getty auf Dauer seine Vormachtstellung.
    Die Aktion von Getty zeigt eben nicht Stärke, sondern Angst und Unsicherheit. Die meisten Tyranneien entstehen aus Angst.

  • Kerstin

    Sean hat mein vollstes Mitgefühl. Dennoch ist die Reaktion von Getty verständlich, was nicht bedeutet, dass ich dem zustimme. Einen engagierten Mitarbeiter wie ihn “erträgt” eine Firma nur dann, wenn sie auch ethisch hochentwickelt ist. Wenn sie weiß, wieviel Kraft und Möglichkeiten in Kritik stecken. Die großen Konzerne sind jedoch im Feudalismus hängen geblieben. Ich stimme Florian zu, es geht darum irgendwen zu kreuzigen als Abschreckung.
    Dumm nur, dass ein Märtyrer schlimmer ist – das hätte man überall in der Weltgeschichte vorher nachlesen können ;)

    Es zeigt auch, dass Sean eine Wunde getroffen hat. Und sie wird wieder getroffen werden von irgendwem anderen. Das Ende ist eingeleitet, auch wenn Getty das sicher nicht registriert hat.

    Die Reaktionen im Internet – ja da zeigt sich mal wieder der Neid der “ewig gestrigen”, die unfähig sind sich anzupassen und jemanden brauchen, auf den sie ihren eigenen Mißerfolg schieben können. Microstock ist ein Discounter. Mit den dort geltenden Gesetzmäßigkeiten. Das begreifen die nicht und wollen die “Tante-Emma-Laden-Zeit” zurück. Dumm nur, dass die in allen Branchen aufgehört hat zu existieren, nicht nur in der Fotografie. Aufwachen!

  • Heiko

    Was Peter schreibt, schoss mir bei den Artikeln hier auch neulich durch den Kopf:
    warum tun sich nicht deutsche Fotografen in einer Agentur, einem Verein, einer Vereinigung zusammen und vermarkten Ihre Bilder selbst in einer Unternehmensform, die jedem die besten Konditionen garantiert?
    Ich denke da z.B. an ein Unternehmen, das anteilseignerähnlich geführt wird, deren Mitglieder gleichermaßen stimmberechtigt sind über Gebührenstrukturen usw.
    Klingt vielleicht erstmal wie rosarote Brille und ich bin auch kein Unternehmer, aber wenn man sich das mal durchspinnt, sollte so etwas doch möglich sein?

    Wenn man die immer wiederkehrenden Diskussionen hier verfolgt, frage ich mich immer wieder:
    warum steht Ihr nicht endlich auf und macht was dagegen?
    Deutschland ist ein Land der Vereinsmeierei und das Internet macht es möglich, mit vielen unterschiedlichen Leuten in Kontakt zu treten. Da sollten doch auch Leute dabei sein, die das Know-how haben und gewillt sind, etwas eigenes und neues an den Start zu bringen…

    So, nun könnt Ihr mich für diesen Denkanstoss verprügeln! ;-)

  • Tom

    Ehrlich gesagt, den Namen Sean Locke habe ich vor dem Lesen des Artikels noch nie wahrgenommen. Wenn ich die Zeilen richtig verstehe, hat er aus dem Nähkästchen geplaudert und damit seinen Geldgebern ans Bein gepinkelt. Sowas kann man als illoyal betrachten. Dann das Experiment mit der neuen Fotoagentur: “For while I have been successful as an exclusive iStockphoto contributor, I am not blind to the opportunities that can be provided by others. Since I joined, I uploaded files to test and experiment with the system. Keep in mind, at this stage in the game, the other site is not licensing content and does not violate any exclusivity agreement.” Wie mag das für iStockphoto aussehen? Ein exklusiver Topp-Bildlieferant tummelt sich auf einer anderen Spielwiese. Das ist so, als ob ich in einem Unternehmen einen netten und gut bezahlten Job hätte und mein Arbeitgeber bekäme mit, dass ich zwischendurch mal bei der angehenden Konkurrenz ein paar Probetage arbeite. Leute sind schon aus ganz anderen Gründen rausgekanntet worden. Sean Locke hätte das tun sollen, was für andere längst Normalität ist, nämlich unter einem Alias an kritischen Diskussionen teilgenommen und Neues ausprobiert. Trotz eines gewissen Verständnisses für die Entwicklungs ist die Entscheidung der Bildagentur ziemlich uncool. Aber schon die Tatsache, dass der Sachverhalt in Foto-Kanälen diskutiert wird, macht die Sache für die Agentur interessant. So bekommt jeder mit, was einem blühen kann, wenn man nicht nach den Spielregeln spielt.

  • Walter

    @Heiko: “..Deutschland ist ein Land der Vereinsmeierei..”

    Leider ist es aber mit Deutschland nicht getan. Stockfotografie ist international. Und wenn sich die Deutschen zusammenschliessen – für Fotografe in Russland, oder der Ukraine ist das noch immer viel Geld, was hier zu verdienen ist.

    Und viele Fotografen in einer Agentur zusammenbringen. Zum einen git es das ja schon lange, zum anderen braucht man Kunden. Und dann soll sich auch niemand bevorteilt fühlen, usw. Einer macht bessere Bilder, der andere mehr, einer hat bessere Keywords, usw.

  • Jasmin

    @Heiko

    es gibt bereits eine Menge Fotografen die sich in kleineren oder grösseren Verbünden zusammengeschlossen haben. Blendimages ist wohl eine der bekanntesten. Viele Fotografen haben auch eigene webshops wo sie direkt verkaufen, zusätzlich zu den Agenturen. Der Kunde ist ja immer nur einen Mausklick entfernt. “Die Leute” machen es also längst. Warum nicht auch Du? ;)

    Die andere Alternative ist einfach konsequent da hochzuladen wo man gut behandelt wird. Und letzten Endes wird genau das ja passieren. Wer sieht was Sean und Rob passiert ist, muß sich doch wirklich gut überlegen ob man an eine Agentur Bilder sendet die es tatsächlich für toll hält hochwertigstens Bildmaterial für 12 Dollar (!) an 425 MILLIONEN user zu verschenken. Das war ja das was Sean und vielen anderen passiert ist. Im Prinzip hat Getty einfach seine Dateien ohne seine Zustimmung an ein Viertel der internet Bevölkerung verteilt. Und wenn der Fotograf sich dann dagegen wehrt wird er rausgeworfen?

    Aus der Flickrgruppe ist das wohl auch mehreren Leuten passiert:
    http://www.fredmiranda.com/forum/topic/1181785/1

    Und wer weiß schon wie viele andere es noch gibt.

    Sean ist halt nur der bekannteste Fall.

    Nach “Stärke” oder “Dominanz” sieht das einfach nicht aus. Auf mich wirkt es panisch, emotional und total verängstigt. Vor allem was die noch unbekannte Agentur von Bruce Livingstone angeht die noch nicht mal Kunden hat. Sollte Getty nicht lieber Angst haben vor Shutterstock???

    Robert und viele anderen Independents zeigen ja das man offensichtlich ausgezeichnet und mit sehr hohem Einkommen stock betreiben kann ohne istock oder Getty zu beliefern.

    Mir ist der Schritt in die independence sehr schwer gefallen aber da die anderen Agenturen so gutes Wachstum verkünden (bei Shutterstock kann man die Zahlen der Aktienfirma ja im Internet nachlesen) und bei istock die Monatsthreads ein Trauerspiel sind ist es vielleicht einfach notwendig. Bei Video war ich zuerst auch unglücklich als ich wegen der langen Inspektionszeiten die exklusivität gekündigt habe, heute bin ich dafür dankbar weil ich so eindeutig mehr verdiene und auch gelernt habe wie modern die anderen Agenturen sind.

    Naja, wir werden sehen. Vielleicht kehre ich ja in einem Jahr reumütig zurück und bettele darum wieder aufgenommen zu werden, wer weiß das schon…

  • max II

    In der Wirtschaft läuft es meist so. Daher verwundert mich das Vorgehen von Getty nicht. So etwas passiert in jedem Konzern, der umstrukturiert wird. Man tauscht die Mannschaft aus. Das ist Großteils bei istock passiert. Vom Gründungsteam gibt es da nicht mehr viele. Da sitzen jetzt eine menge neue Häuptlinge, mit einem hohen Adrenalin Spiegel. Bei gröberen Problemen mit Mitarbeitern, oder Zulieferern gibt es da meist eine Kündigung. Sean hat da agiert, wie er es zu “alten” Zeiten gewohnt war. Aber er hat es da nicht mehr mit einem Bruce Livingstone zu tun gehabt. Sondern mit einer neuen Konzernführung. Wo ein Rudel neuer Häuptlinge mit hohem Adrenalin Spiegel nur darauf warten, einen solchen vor die “Flinte” zu bekommen.
    Das wird in jedem anderen Konzern genau so gehandhabt. Habe ich schon öfter erlebt, da da so “Urgesteine” plötzlich gegangen worden sind. Wenn das “Großwild” erlegt wurde, geht die “Selektion” meist bei den “Kleintieren” weiter. Nicht das jetzt noch weitere Kündigungen an kleinere Contributoren raus gehen. Aber die haben bei so Umstrukturierungen meist eine Strategie, wie der Konzern in ein paar Jahren aussehen soll. Da wird noch auf die eine , oder andere art noch ausgesiebt werden. Kann durchaus sein, dass man eine breite Basis über dem Mittelmaß etwas fördert. Und die anderen über BM, RCs usw ein paar Knüppel vor die Beine wirft.

  • reka

    gibt es eigentlich noch positive news ?

  • stanley

    @robert “denn auch sie (die Fotografen)brauchen die Agenturen, um tausende Lizenzen im Monat
    verkaufen zu können.”

    Und das scheint mir der zentrale Irrtum zu sein der es den Agenturen überhaupt ermöglicht
    sich derart zu gerieren wie sie es im Moment und schon längere Zeit tun.

    Es ist die Frage erlaubt was eine Agentur eigentlich leistet bzw. leisten muss und ob dies nicht
    von den Autoren ebenfalls geleistet werden kann.

    Ein paar Scripte auf einem schnellen Server als technische Basis können von einer fähigen
    Studententruppe unter guter Projektleitung in wenigen Wochen zusammengebaut und getestet werden (ja, ich weiss wovon ich da schreibe), das ist kein Wunderwerk.

    Nicht nur Agenturen resp. deren Mitarbeiter kennen den Königsweg einer
    korrekten Bildbewertung und Einstufung der Marktfähigkeit einzelner Aufnahmen.

    Kontakte sind schnell aufgebaut oder existieren schon, zumindest bei professionellen Fotografen. Juristische und kaufmännische Kenntnisse lassen sich erwerben oder auslagern.

    Ich habe zunehmend den Eindruck dass sich Agenturen bzw. deren intelligentere Vertreter (gibt ja
    auch ein paar andere die hier schon geschrieben haben) ihrer schwachen Position
    durchaus bewusst sind sonst würden sie nicht mit einer derartigen Schärfe reagieren.

    cheers

  • randy

    @Til: Aber jeder Selbständge, der dauerhaft von seiner Arbeit leben kann, macht irgendetwas richtig. Daher sollte man sich mit Kritik zurückhalten.

    da gebe ich Til Recht. Es ist ja auch eine Riesenleistung so viele Bilder erst einmal online zu stellen – perfekt fotografiert, bearbeitet und verschlagwortet. Das ist ein Monate bzw. Jahre langer Aufwand. Da ist Schadenfreude wirklich nicht angesagt.

    Ansonsten zeigt sich wieder einmal der Konflikt zwischen Wachstum und Willkür. Aber profitieren tut wieder einmal nur die Bildagentur. Sie bekommt das Wachstum durch immer neue Bilder und der Fotograf erhält als Ausgleich die Willkür der Bildagenturen. Ein “Fairer” Deal – wie immer halt :-)

  • Sean’s Einsatz für iStock in allen Ehren, aber JEDE Agentur würde früher oder später genau so handeln. Auch wenn so manche Aktion von getty, möglichst viel Umsatz für den Konzern rauszuholen, nicht immer ganz astrein und sofort durchsichtig für alle waren/sind – manche von Seans Vorgehensweisen, wie das erwähnte “Lösch-Script” oder das promoten einer anderen Agentur (mit dem Hinweis “falls jemand aussteigen will”) – wären auch für Fotolia und co. wie ein Dorn im Auge empfunden worden. Sean hat, wie du geschrieben hast, 10.000 Bilder im Monat verkauft. Bei einem Portfolio von 12.000 Bildern. Wenn seine Bilder noch so gut und einzigartig wären- ohne Sonderbehandlung hätte er das nicht erreicht. Jeder der anderes behauptet lebt in einer Traumwelt. Und genau diese Sonderbehandlung sah getty aufgrund seines Verhaltens gegen den Konzern nicht mehr gerechtfertigt. DIES AUS REIN WIRTSCHAFTLICHER SICHT. Genauso gut hatte man sein BestMatch zerstören können – wäre genauso wirklungsvoll gewesen. Aber er hatte einen gewissen Repräsentantenstatus von iStock-Contributoren. Und den wollte man ihm mit seiner Kündigung nehmen. Menschlich nicht ok, firmenpolitisch aber gang und gebe.

  • ebaer

    Hallo,
    nein, dass scheint keine überleget Aktion zu sein – keine, die die Konsequenzen überlegt hat. Wie hier schon angesprochen: was hält den Fotografen auf, sich seine eigenen Shop zu basteln und jemand anzustellen, der die Verkäufe erledigt? Kommen dann noch ein paar andere Fotografen dazu und schwupp dich werden bei iStock und Co nur noch B-Ware angeboten werden.
    Nein, der Schuss geht nach hinten los.
    Ich sehe den Verlgeich zur Musikindustrie, die sich mit allen Mitteln gegen die Verbereitung von Musik über das Netz versucht hat zu wehren. Sie haben die Chancen nicht erkannt (z.B. wie iTunes) und nur wild umsich gebissen. Genauso macht es jetzt iStock, sie beissen und zerfleischen sich am Ende selbst. Die guten Fotografen gehen und machen einen eigenen Laden auf.

  • Algefoto

    @ Stanley
    Es geht doch bei einer Agentur nicht um die Software. Das wichtigste ist die Marke (Branding) und das Vertrauen der Kunden /Anbieter sowie weltweites Marketing. Diese Dinge sind am teuersten.
    Mal eben eine Agentur basteln ist nicht.

    Andreas

  • Walter

    @stanley: Das es technisch kein Meisterwerk mehr ist, eine Agentur aus der Taufe zu heben ist klar. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe: Um die Kunden geht es!

    Auch wenn Fotografen schon direkte Kontakte haben: Der Preis des Bildes zählt, auch bei guten Kontakten. Kein Kunde (von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen) zahlt heutzutage mehr als er muss. Der Kleinkunde, der das Bild für seinen Blog braucht kann nicht mehr zahlen. Der kleine Handwerker kann/will nicht mehr zahlen. Die Vileverbraucher haben Abos bei Micros. Und den meisten Grafikern/Werbeagenturen sieht auch der Kunde auf die Finger. Oder sie machen ab einen bestimmten Level ohnehin Auftragsfotografie.

    Wenn man also Bilder macht, die sonst keiner hat/machen kann, dann kann ich die selber gut vermakten. Ich würde das aber über Makroagenturen machen. Selber vermakten ist (zumindest am Anfang) viel Arbeit, die einen dann zum Produzieren fehlt.

    Wenn man diese exklusiven Bilder nicht hat, braucht man sehr viele Kunden. Und viele Kunden zu bekommen ist nicht ganz so einfach. Nicht einmal bei Microstock-Preisen, wie uns ja schon etliche Agenturen, die wieder vom Markt verschwunden sind, zeigen.

    Allgemein zur Sache mit Sean: Ob es wirklich klug war, das Löschtool öffentlich online zu stellen? Ich hätte das nicht gemacht. Das hat jetzt nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit wirtschaftlichem Hausverstand. Wenn ich nur einen einzigen Kunden habe, muss ich auch daran denken, dass sich der dann ärgert und hierauf reagieren kann/muss. An seiner Stelle hätte ich es intern anderen Fotografen zur Verfügung gestellt, aber nicht so öffentlich. Kann man natürlich sehen wie man will.

    Natürlich hätten sie auch wie @martinwimmer schon geschrieben hat, sein bestmatch-Ranking zerbomben können. Aber das wäre dann kaum jemanden aufgefallen. So war es eine klare Ansage der Agentur. Mit 20 Millionen Bilder, kann man auch einen Top5 Fotografen rauswerfen. Sean macht sehr schöne Fotos, aber so weit wie ich weiß keine “unwiederbringlichen”. Und vermutlich wird den Kunden auch nicht wirklich auffallen, die diese Hintergrundgeschichte nicht kennen, dass er nicht mehr da ist. Diese Bilder sind mittlerweile zu ähnlich.

    Das Schadenfreude nicht angesagt ist – das hat mit Anstand zu tun.

    @Til:” Aber jeder Selbständge, der dauerhaft von seiner Arbeit leben kann, macht irgendetwas richtig.”
    Treffender kann man es nicht sagen! :-)

  • Stanley

    @algefoto
    “Das wichtigste ist die Marke (Branding) und das Vertrauen der Kunden /Anbieter sowie weltweites Marketing. Diese Dinge sind am teuersten.

    Ich denke nicht dass ein Kunde besonderen Wert darauf legt seine
    “businesspeople in light blue” bei Agentur HappyFewMedia (c)
    zu kaufen weil ihm dies einen Imagegewinn bringen könnte.

    Und worauf sollen Kunden/Anbieter zur Zeit noch vertrauen?

    @walter

    Der Preis des Bildes zählt, auch bei guten Kontakten. Kein Kunde (von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen) zahlt heutzutage mehr als er muss.

    Sofern er seine Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kaufen.
    Was aber wenn das Regal leer ist?

    Grosskunden werden nicht insolvent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zahlen.

    Und dass dies den Produzenten (=Fotografen) bewusst wird bereitet
    einigen Agenturen schlaflose Nächte – sonst käme es nicht
    zu derart heftigen Reaktionen wie von Getty.

    Es wundert mich immer wieder wie Agenturen es geschafft haben sich bei derart marginaler Leistungsbereitschaft (und Fähgigkeit?) gepaart mit einem dreisten Auftreten als
    unersetzlich darzustellen.
    Aber das ist wahrscheinlich eine andere Geschichte.

    cheers

  • Algefoto

    “Ich denke nicht dass ein Kunde besonderen Wert darauf legt seine
    “businesspeople in light blue” bei Agentur HappyFewMedia (c)
    zu kaufen weil ihm dies einen Imagegewinn bringen könnte.”

    Einen Imagegewinn sicherlich nicht aber Produktionssicherheit. Es kommt nämlich nachher keiner an und sagt, das es Urheberrechtliche Probleme gibt!
    Ich würde auch niemandem meine Bilder anvertrauen, den ich nicht kenne oder der kein positives markenimage besitzt.

    Grosskunden werden nicht insolvent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zahlen.”

    Kannste vergessen, das zahlt keiner im Abo

    Wenn du sehen willst wie man erfolgreich man einen eigenen Vertriebskanal aufbaut dann guck dir Yuri Arcurs an: http://peopleimages.com
    Da arbeiten aber etliche Leute.
    Das verstehe ich unter Branding und Vertrauen:)
    über die Top Qualität brauchen wir keine Worte zu verlieren.

    Andreas

  • ebaer

    @ Stanley: sehr schön formuliert: “Was aber wenn das Regal leer ist?”
    “bereitet
    einigen Agenturen schlaflose Nächte” dies ist auch meine Meinung; die beissen jetzt einfach umsich.
    “Es wundert mich immer wieder wie Agenturen es geschafft haben sich bei derart marginaler Leistungsbereitschaft (und Fähgigkeit?) gepaart mit einem dreisten Auftreten als unersetzlich darzustellen.”
    Und ich frage mich seit Beginn des Microstock Wahns, wie Fotografen, die ihr Arbeit lieben, diese für Centbeträge zu verschebeln. Oder verstehen sie sich als Maschine, die eine große Stückzahl von Fotos stoßen.

    Zu den Bildnutzern, denen der Preis am wichtigsten ist, gibt es auch eine vielzahl von Kunden, denen es wichtig ist, dass nur sie das Bild nutzen können (daher ist es durchaus lukrativ für einen Fotografen Bilder über eine Agentur anzubieten) und es gibt welche, wo es sehr wichtig, ist genau zu wissen, wer und was da abgebildet ist – und dass dies auch so ist. Und bei den beiden letzgenannten ist der Preis nicht allein ausschalggebend. Für die ersten arbeite ich nicht.

  • Walter

    @stanley: “Sofern er seine Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kaufen.
    Was aber wenn das Regal leer ist? ”

    Sorry – aber dieser Satz ist für mich Sozialromantik. Also das man WELTWEIT ca. 200.000 Stockanbieter (ich sage bewusst nicht Fotografen) dazu bringt, einerseits nichts mehr zu liefern, andererseits ihre Bilder bei den Agenturen abzuziehen. Das wird einfach nicht passieren. Das sollte uns realistischerweise schon klar sein. Für einen in der Ukraine ist das immer noch viel Geld. Und viele detr Anbieter machen es ja nicht einmal des Geldes wegen.

    @stanley: “Grosskunden werden nicht insolvent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zahlen.”
    Also ich denke, dass es eine nicht unbedeutende Zahl von Zeitungen/Zeitschriften dann nicht mehr geben würde, wenn die das MFM-Honorar zahlen müssten. Meine Meinung.

    Das “klassische” Fotolia-Abo kostet für 750 BIlder im Monat 199.- Euro. Nehmen wir einen durchschnittliches Honorar für den Fotografen von 0,3 Euro an. Wenn der Fotograf 10.- Euro bekommt: Was soll dieses Abo dann kosten? 7500.- Euro wären ja schon Honorarausschüttung. Wenn jemand sein Abo auch wirklich nutzt.

    Das es ein kollektiver Zusammenhalt einer Anbietergruppe nicht wirklich leicht hat sehen wir ja z.B. bei den Milchbauern. Die machen zwar immer wieder irgendwelche Aktionen – aber wirklich nützen tut es nichts. Sonst würde die Milch im Supermarkt 5 Euro und mehr kosten. Tut sie aber nicht.

    @stanley:”Ich denke nicht dass ein Kunde besonderen Wert darauf legt seine
    “businesspeople in light blue” bei Agentur HappyFewMedia (c)
    zu kaufen weil ihm dies einen Imagegewinn bringen könnte.”

    Ich sehe das so dass es keinen Imagegewinn für den Kunden bringt. Aber er kauft lieber bei einer bekannten großen Agentur ein als bei einer kleinen unbekannten. Wäre es nicht so, würde es nicht diese großen Unterschieden zwischen rund 20 Agenturen geben, bei denen ja vielfach die gleichen Bilder auf allen Agenturen sind. Die Preise sind ziemlich gleich, viele der Bilder auch. Warum gibt es dann nur 3-4 große? Und sei es auchnur deshalb weil die einen mehr Geld für Werbung haben.

  • Walter

    @ebaer: “Und ich frage mich seit Beginn des Microstock Wahns, wie Fotografen, die ihr Arbeit lieben, diese für Centbeträge zu verschebeln.”

    Wir starten jetzt aber nicht die 100. Wiederholung der Micro-versus-Makrofotografen-Geschichte. Oder? Das die Agenturen wegen leerer Reagle um sich beissen ist für mich Wunschdenken.

    @ebaer: “Zu den Bildnutzern, denen der Preis am wichtigsten ist, gibt es auch eine vielzahl von Kunden, denen es wichtig ist, dass nur sie das Bild nutzen können Und bei den beiden letzgenannten ist der Preis nicht allein ausschalggebend. Für die ersten arbeite ich nicht.”

    Passt. Die belieferst Du, ich die Anderen. Damit sind alle Probleme aus der Welt.

  • Stanley

    @Walter

    >>
    @stanley:”Sofern er seine Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kaufen.
    Was aber wenn das Regal leer ist?”

    Sorry – aber dieser Satz ist für mich Sozialromantik.
    <<

    Zugegeben, Begriffe wie Genossenschaft scheinen für die Generation
    facebook (zu der ich Dich nicht zähle) wie aus der alten, staubigen
    Welt als die Sozialdemokratie am 1. Mai die Internationale sang.

    Aber ich stelle mal eine Gegenfrage:
    Wie weit geht die Kompromissbereitschaft? Sind 27 Cent noch ok,
    20 aber nicht mehr? Glaubt jemand noch daran dass sich angesichts
    eines ständigen Konzentrationsprozesses in der Branche Begriffe wie
    Fairness wieder durchsetzen werden, dass es sich eines Tages wieder
    lohnen könnte als Fotograf zu arbeiten, finanziell und ideell?

    Mal ganz abgesehen vom zunehmend dreister werdenden Verhalten einiger
    Agenturen, Namen sind bekannt.

    Oder ist es egal? Halbiert sich der Erlös produziere ich eben
    doppelt so viel dann passts wieder oder ich nehme einen Zweitjob an?

    @algefoto
    "Wenn du sehen willst wie man erfolgreich man einen eigenen
    Vertriebskanal aufbaut dann guck dir Yuri Arcurs an:"

    Nichts für ungut aber ist der Herr Arcurs als Erfolgsmodell der Stockfotografie nicht
    langsam ein wenig überstrapaziert?

  • reka

    Sean ist mehrfacher Millionär bzw. von den Umsätzen …daher der wird so oder so seinen Weg gehen .

  • Carsten

    Zum Thema eigene Agentur: wir verkaufen hauptsächlich Videoclips, alle Clips und Varianten in einer eigenen Agentur haben auch von allen Varianten bei den “großen” Agenturen eingestellt. Der Umsatz unserer eigenen Agentur ist nicht mal 5% von dem, was alle anderen Agenturen an Umsatz für uns bringen (und damit meine ich die anteiligen Tantiemen, die noch ausgezahlt werden). Auch wenn unsere Agentur verlinkt ist, nur einen Klick entfernt und die Preise niedriger sind als bei den Anbietern wie zB istock, geben die Käufer lieber einen dreistelligen Betrag bei istock aus, als direkt zu kaufen. Die eigene Agentur ist also nicht die alleinige Lösung.

    Ich denke, dass viele Firmen auch Rahmenverträge (auch, aber nicht nur, Abos) haben bei bestimmten Agenturen oder aus firmenpolitischen Gründen und/oder Bequemlichkeit dort eingekauft wird, weil man sich nicht schon wieder bei einer anderen/neuen Agentur registrieren möchte. Und wenn man von einer eigenen Agentur spricht, muss man diesen Kreislauf erst mal durchbrechen.

    Ich gehe zwar davon aus, dass der Verkaufsanteil unserer eigenen Website im Laufe der Jahre größer werden wird, aber umsatztechnisch (aus wirtschaftlicher Sicht) ist die eigene Agentur doch nur eine weitere Agentur wie die anderen, die wir beliefern und keine alleinige Alternative. Auch Yuri (um das Beispiel von oben aufzugreifen) hat sicherlich nicht vor, seine Bilder trotz eigener Agentur von den anderen abzuziehen, ganz im Gegenteil, er beliefert seit einiger Zeit wieder ordentlich Material nach. Das zeigt, dass auch er die wirtschaftliche Notwendigkeit einer breiten Umsatzbasis erkannt hat, trotz eigener Agentur. Diese kann wohl letztendlich nur dafür sorgen, dass der Durchschnittspreis nicht ins Bodenlose fällt…

  • Walter

    @stanley: Für die Generation Facebook bin doch wohl schon ein wenig zu alt ;-)

    Immer wieder wird von den berühmten 27 Cent ausgegangen. selbst bei Shutter habe ich mehr als das doppelte. Nun, wie weit geht die Kompromissbereitschaft bei mir? Für mich gibt es den Gesamtumsatz bei einer Agentur. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn die Honoraranteile gekürzt werden, und die Agentur hat für mich nicht die passenden Gesamtumsätze, dann bin ich dort weg. Wie z.B. bei Alamy oder bei iStock, Ich habe am D-Day dort alle meine Bilder über 5 Verkäufe gelöscht. Das beste Bild hatte 1334 Downloads. Es ist also nicht so, das ich alles mitmache. Und zugegeben – ich bin bei den meisten Agenturen in einem Level, wo man eher sehr vorsichtig mit Honorarkürzungen ist. Bei den letzten Aktionen von Fotolia habe ich davon kaum etwas mitbekommen.

    Das sich Begriffe wie Fairness durchsetzen: Das glaube ich nicht. Aber ich bin seit 30 Jahren selbständig, hatte früher auch einen Porträtladen bevor ich mit Stock angefangen habe. Und Fairness gab es auch unter den Porträtfotografen im Ort nicht wirklich. Wir sind alle KONKURRENTEN! Im Porträt-Business versteht man sich mit Leute aus 100 Kilometer Entfernung, weil die Hochzeit an dem Tag keine Zeit hat so weit zu fahren. Daher ist dieser Kollege ein “genossenschaftlicher Mitbewerber”. Der ums Eck bei mir nicht. Das ist ein Konkurrent. Im Stockbusiness war es früher in Makrozeiten leichter, aber davon habe ich sowohl hier als auch im Forum schon viel geschrieben. Und im Stockbusiness ist jeder andere Anbieter ein Konkurrent ums Eck. Da kann ich mir keine Fairness erwarten. Von den Agenturen ohnehin nicht. Aber es zwingt mich ja niemand das zu akzeptieren. Ich könnte ja jederzeit wieder Hochzeiten fotografieren. Ich mag halt nicht!!

    Und es lohnt sich auch heute noch als Fotograf zu zarbeiten. Für mich finanziell sogar sehr.Ich habe vor über einem Jahr einmal meine Umsatztabelle (hier oder in Roberts Forum veröffentlicht. Mußt Du nachsehen. Ideell? Ich habe noch nie Kunstfotografie gemacht, sondern immer nur Gebrauchsfotografie. Und zwar immer mit dem Blick auf Gewinn. Auch im Porträt. Wenn ich weiß, dass sich das Brautpaar vor dem Sonnenuntergang gefällt und diese Bilder wie verrückt gekauft hat, dann habe ich das gemacht. Egal ob es mir gefallen hat. Die Kasse hat geklingelt. Mag vielleicht ein Art Prostituion sein, aber wenns meiner Geldbörse gut getan hat ;-). Und wenn ich noch hundert Bilder “Frau mit Headset” machen muss, um meine Agenturumsätze zu halten – andere Leute stehen am Fliesband. Da gehts mir doch blendend dagegen.

    Und ich werde jedes Jahr in der Organisation und bei meinen Kosten besser. Micro mache ich jetzt seit 2007, da bekommt man dann schon eine gewisse Erfahrung.

  • ebaer

    @Walter: nein, dass hatte ich nicht vor. Da würde man ja Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Zum Wunschdenken, es hat schon einige sehr erfolgreiche Aktionen gegeben, wo sich Betroffene zusammengeschlossen haben und Firmen boykottiert haben. Oder einfach nur um im direkten Umfeld eine Verbesserung zu erreichen.
    Wie wir nun alle durch das Netz quasi um die Ecke wohnen, so können wir uns auch auf die schnelle Verabreden. Es würde ja schon mal ein Zeichen sein an einem bestimmten Tag keine Bilder mehr hochzuladen. Das würde durchaus Eindruck machen.

  • Walter

    @ebear: Nun das hat es ja jetzt eiegntlich mit dem “D-Day” bei iStock gegeben, bei dem ich auch mitgemacht habe. Fürchte nur, dass diese Aktion im wesentlichen nichts gebracht hat. Aber mir war das persönlich wichtig.

  • Carsten

    Was soll das bringen, an einem Tag keine Bilder hochzuladen? Die meisten Agenturen haben einen Vorlauf von mehreren Tagen, denen geht so schnell nicht die Arbeit aus. Und die Bilder werden dann später hochgeladen.

    Ich bin auch nicht mit allem zufrieden, was viele Agenturen machen oder anbieten, aber das System, so wie es etabliert hat, ist zu global zu weit verästelt als dann man mit solchen Aktionen was ausrichten könnte. Sicher werden einige Agenturen mittelfristig, wenn sie es übertreiben, den Markt spüren, das tun sie vermutlich auch schon. Aber auch diese Veränderungen werden schleichend gehen, alleine schon deswegen weil teilweise eine nennenswerte Kapitaldecke vorhanden ist. Als erstes werden in den nächsten Monaten/Jahren die kleineren Agenturen kippen, fair gegenüber Fotografen ist das eine, aber dennoch müssen sie wirtschaftlich arbeiten. Und wenn ich sehe, was von den ganzen kleineren Agenturen kommt, obwohl 40/50% ausgeschüttet werden, dann sind diese Zahlungen in Summe nicht nennenswert für uns. Wenn das einen repräsentativen Rückschluss zulässt (im Portfoliovergleich zu anderen Agenturen die wir beliefern) dann ist es leider nur eine Frage der Zeit, bis die ersten offline gehen…

  • Bildermacher

    @Carsten: An dem Istock – D-Day wurden Bilder/Accounts deaktiviert oder gelöscht.

    Als ich mich dazu entschloß nicht mehr Istock/Getty-Exclusiv sein zu wollen, war das für mich ein pers. Entschluß diese in meinen Augen unseriös agierende Firma mit meinen Bildern nicht weiter zu unterstützen.
    Natürlich hat Istock das so gut wie nicht gemerkt. Natürlich hat das die Stockwelt kein bisschen besser gemacht – für mich war es aber einfach eine Frage des Selbstwertgefühls nicht alles mit mir machen zu lassen.
    Heute weiß ich, dass dieser Schritt für mich auch gesch. ein goldrichtiger war. Ich war gezwungen mich aktiv um die Vermarktung meiner Bilder zu kümmern – das zahlt sich wirklich aus.

    Neben der Stockfotografie bin ich auch im Bereich der Auftragsfotografie für kleine und große Firmen aktiv. In den Gesprächen vergesse ich bspw. nie meine Kunden für die Lage im Stockbereich zu sensibilisieren.
    Die wenigsten sind sich der abenteuerlichen Geschäftspraktiken gew. Agenturen bewusst – die Reaktionen waren bisher immer sehr positiv.

    Auch dies sind nur winzigkleine Tröpfchen – es sind aber welche und sie arbeiten mit…

  • ebaer

    @ Bildermacher
    Bravo!!

  • Nicht das erste mal, dass genau dieser Laden so überzogen unsympatsch auffällt. Robert hat ja die letzte Honorarkürzung hier auch besprochen. Habe seither bei iStock ohnehin nichts mehr eingereicht. Dabei bleibt es bis auf weiteres, auch ohne solche Ruppigkeiten (die es natürlich nicht gerade besserm machen).

  • max II

    Ich verstehe es voll, wenn man bei stock nichts mehr einreicht. Obwohl das auch ein Vorteil für istock sein kann. Wegen der ständigen Preiserhöhungen laufen ja istock schon die Kunden weg. Durch die Preiserhöhungen wird der Umsatz zwar noch wachsen. Aber bei weniger Kunden wird es einfach mehr Schwankungen bei den Downloads geben. Das hat ja eine gewisse Rückkopplung. Gehen die Downloads zurück, produzieren die Fotografen mehr Bilder um den Rückgang auszugleichen. Wobei bei einem gesättigten
    Markt das Gegenteil passiert. Das Überangebot wird vergrößert.
    Ziehen sich nun aber eine ausreichend große Anzahl Fotografen zurück, oder deaktivieren die Bilder. So wird sich die Situation ein wenig stabilisieren.

  • ebaer

    sorry max II, aber Deine Schlussvolgerungen kann ich nicht nachvollziehen. iStock bekommt weniger Bilder von den Fotografen, und das soll gut sein, weil der Markt gesettigt ist? iStock bietet Massenware an, da zählt – wie der Name schon sagt: Masse. Wenn die nicht mehr da ist suchen sich die Kunden eben anderer Anbieter. Hat Aldi nur noch die Hälfte im Regal, dann gehen die Kunden zu Lidl.

  • max II

    Ich versuche es mal zu erklären.
    Ob stock jetzt 11 Millionen Bilder hat, oder 15 Millionen, wirkt sich nicht auf den gesamt Umsatz aus. Solange die Kunden die Bilder finden, die sie suchen. Wie du schon erwähnt hast, ist Microstock ein Massengeschäft. Aber wenn in Folge von Preiserhöhungen, die Kunden weg gehen. Dann verlieren die Fotografen erst mal DLs und meist auch Umsätze.
    Als Ausweg wird versucht, mehr zu produzieren. Da gibt es bei istock Fotografen, die ihr Portfolio letztes Jahr stark erweitert haben. Aber trotzdem Verluste hinnehmen mussten. Ich glaube der Sean hat in einem Forumsbeitrag auch erwähnt, massive Rückgänge bei DLs und Umsatz gehabt zu haben.
    Bei so einer Situation eskaliert eine Sache, wie die mit Google stärker, als wenn alle happy sind.
    Der Systemfehler ist eigentlich, dass zu viele zu viel produzieren. Dadurch kann sich eine erhöhte Produktion nicht positiv auswirken.
    Wenn nun aber genügend Fotografen Bilder deaktivieren, oder weniger bis gar nichts hoch laden. Stabilisiert sich die Situation wieder ein wenig.
    Wenn man das mit Aldi vergleicht wäre das ungefähr so. Aldi hat ein Produktsortiment von geschätzt 1500 Produkten. Von jedem Produkt sind 100 Stück auf Lager. Dieses Lager wird einmal in der Woche verbraucht. Da sind die Zulieferer happy. Wandern nun Kunden ab , wird das Lager wird nun nur mehr alle 2 Wochen verbraucht. Dann sind die Zulieferer nicht mehr so happy. Wenn nun die Zulieferer die Produktion verdoppelt, wird der Lagerstand nur mehr alle 4 Wochen verkauft. Wenn nun aber bei gleichem Sortiment weniger produziert wird, stabilisiert sich die Situation wieder.
    Das Sortiment bei istock wird ja durch einen Boykott nicht kleiner. Erdbeere auf weiss gibt es ja weiterhin. Ebenso wie die 100.000 anderen Themen. Aber die Erdbeere auf weiss und Co , wird dann eben nicht 10 mal pro Woche hoch geladen, sondern nur noch 7 mal. Gleichzeitig werden von den Erdbeeren auf weiss vielleicht 100 Stück vom Stock entfernt. Da haben dann die Erdbeeren auf weiss Spezialisten plötzlich wieder Licht am Horizont. Noch dazu setzen jetzt vielleicht mehr auf Qualität, statt Quantität. Da Quantität ja nichts gebracht hat. Die Fotografen, welche auf Qualität gesetzt haben, sind ja von den Rückgängen eher verschont geblieben.

  • @max II: Ich glaube, das Kernproblem bei Deiner Argumentation ist, dass iStock die Kunden weglaufen würden. Das ist weder für die Agentur noch für die Fotografen, welche die Agentur beliefern, langfristig sinnvoll. Wenn Bilder deaktiviert werden, beliben die restlichen Fotografen vielleicht etwas länger zufrieden, weil der Kuchen in weniger Stücke geteilt wird, aber kleiner wird er ja dann trotzdem.

  • ebaer

    @max II: mein Aldi Vergleich ging in eine andere Richtung – und er hinkt auch zugegebener maßen. Die Fotos sind ja digital und lassen sich beliebig herunterladen, die Produkte im Supermarkt können nur einmal verkauft werden.
    Wie Robert schon sagt, der Kuchen wird kleiner und – wie ich vermute – wird der Kuchen auch dadurch unatraktiver für die Kunden, da es ja noch Bäcker gibt mit größeren und wohl mittelfristig auch frischeren Kuchen.

  • max II

    Da habt ihr schon recht. Die Problem sind aber vielfältiger, als nur der kleiner werdende Kuchen.
    Vor etwa einem Jahr wurden über Getty scheinbar recht viele Bilder eingespielt. Was auch zu einem Rückgang der Einnahmen geführt hat. Zudem ist die Suchfunktion BM nach dieser Aktion, für etliche zum Nachteil gewesen. Was eben einige durch mehr Uploads kompensieren wollten. Das hat bei vielen trotzdem zu rückgängigen Einnahmen geführt. Was die Stimmung allgemein verschlechtert hat.
    Nach der Getty Aktion haben einige ohnedies resigniert und weniger hochgeladen. Der D-Day war noch eine weitere Aktion, die das überlastete System “möglicherweise” etwas bereinigt hat.
    Zudem sollte man die Istock Bilder bei Getty nicht als zusätzliche Einnahmequelle sehen. Sondern als Ausgleich, für den Rückgang von Getty Bildern bei Istock. Das hat ja letztes Jahr auch nicht funktioniert. Man ist von Getty mit Bildern geflutet worden. Umgekehrt hat aber die Schnittstelle von Istock zu Getty nicht so wirklich funktioniert.
    Insgesamt dürfte die Suchfunktion BM nach dem Google Desaster mit all seinen Folgen wieder etwas besser funktionieren. Möglicherweise weil das System weniger überlastet ist, oder weil die Bilderflut von Getty im System endlich ausbalanciert ist.
    Anderseits dürfte die Getty Schnittstelle nun scheinbar funktionieren.
    Der Kuchen wird zwar kleiner, aber das System funktioniert wieder. Vorher wurde der Kuchen auch kleiner, zudem hat das System für viele gar nicht mehr funktioniert. Das sehe ich zumindest mal als Verbesserung.

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