Frustration über unsinnige Ablehnungen bei Bildagenturen

Egal, ob im Stockfotografie-Foren, in Bildagentur-Foren oder bei mir im Email-Postfach, stän­dig schrei­ben dort frus­trier­te Fotografen, wel­che die Ablehnungen ihrer Bilder nicht ver­ste­hen kön­nen.

Meist zurecht. Aber: Jetzt kommt ein ganz gro­ßes Aber, so groß, dass es für einen eige­nen Artikel reicht.

Die Frustration über abge­lehn­te Bilder kann von meh­re­ren Seiten betrach­tet wer­den, die sich teil­wei­se ergän­zen.

Der Zufall-Effekt

Wie ich schon zwei Mal hier und hier mit einer hoch­wis­sen­schaft­li­chen Analyse her­aus­ge­fun­den habe, wer­den die Bilder eher zufäl­lig abge­lehnt. Das heißt, wer zehn Mal die glei­chen Bilder bei zehn ver­schie­de­nen Agenturen hoch­lädt, erhält von jeder Agentur sicher ca. fünf Ablehnungen, aber jeweils für ande­re Bilder. Das trägt nicht dazu bei, eine Konsistenz bei den Ablehnungen zu erken­nen.

Die Liebe zum Bild ver­hin­dert Einsicht

Vor allem am Anfang schmer­zen Ablehnungen sehr. Der Fotograf inves­tiert viel Zeit und Aufwand, um ein gelun­ge­nes Foto zu machen und noch mal viel Zeit und Mühen, um es am Computer zu ent­wi­ckeln und zu retu­schie­ren. Dann ver­bringt er Zeit mit dem Beschriften und Hochladen und – zack – wird das Bild abge­lehnt. Und das bei einem Motiv, bei dem der Fotografen viel Herzblut rein­ge­steckt hat. Leider sehen das nicht die Bildredakteure. Aber das ist auch gut so, denn die Bildkäufer inter­es­siert es eben­so­we­nig, ob sie sie­ben Tage oder zwei Minuten auf den per­fek­ten Moment war­ten muss­ten, um das Bild zu machen. Was zählt, ist ein­zig, ob das Motiv zum pas­sen­den Preis für die gewünsch­te Verwendung erhält­li­ch ist. Deshalb: Bau als Fotograf eine pro­fes­sio­nel­le Distanz zu dei­nen Werken auf. Das ist neben der Zeitersparnis auch einer der Gründe, war­um vie­le pro­fes­sio­nel­le Stockfotografen das Hochladen der Bilder aus­la­gern oder Assistenten über­las­sen. Ablehnungen sind nie per­sön­li­che Angriffe auf das Können der Fotografen, son­dern meist betriebs­wirt­schaft­li­che Entscheidungen.

Unzutreffene Textbausteine

Eine regel­mä­ßi­ge Quelle gro­ßen Frusts sind die Textbausteine, wel­che die Bildagenturen den Fotografen lie­fern, wenn sie über­haupt so gnä­dig sind, ihre Ablehnungsgründe mit­zu­tei­len. Das reicht von „Model-Release fehlt“ bei 3D-Bildern über „Zu star­ke Nutzung von Foto-Filtern“ bei Bildern, die direkt aus der Kamera kom­men und so wei­ter. Die Textbausteine pas­sen eben nicht immer gen­au auf die abge­lehn­ten Bilder oder obwohl Bilder unter den glei­chen (Studio-)Bedingungen auf­ge­nom­men wur­den, wer­den eini­ge davon wegen tech­ni­scher Mängel abge­lehnt und ande­re nicht.

Einige Agenturen wie Fotolia oder Dreamstime behel­fen sich, indem sie bei Ablehnungen aus tech­ni­schen Gründen ein­fach eine lan­ge Liste an mög­li­chen Ablehnunsgründen nen­nen, aus denen sich dann der Fotograf das pas­sen­de raus­su­chen kann. Das wie­der­um führt zu neu­en Problemen, weil vor allem uner­fah­re­ne­re Fotografen nicht gen­au wis­sen, was sie fal­sch gemacht haben könn­ten oder den­ken „Ich habe doch 19 der 20 auf­ge­führ­ten Punkte umge­setzt, das soll­te doch rei­chen?

Aber sehen wir uns die Sache mal von der ande­ren Seite an.

Unerfahrende und gestres­s­te Bildredakteure

Bei den Bildagenturen sit­zen je nach Größe der Agentur ein bis zig Bildredakteure, die tag­e­in, tag­aus nichts anders machen als die neu ein­ge­trof­fe­nen Fotos zu kon­trol­lie­ren. Früher waren das Leute, die jah­re­lan­ge Erfahrungen in der Bilderbranche hat­ten und oft auch selbst foto­gra­fiert haben. Durch die Flut der Digitalfotos und die schier unend­li­ch schei­nen­de Menge an neu­en Fotos gibt es nicht genü­gend kom­pe­ten­te Leute. Deshalb wird die­se Aufgabe – vor allem bei den Microstockagenturen – ent­we­der von unter­be­zahl­ten Leuten erle­digt, die mal kurz in die Materie ein­ge­ar­bei­tet wer­den oder die Bildkontrolle wird gleich nach Asien aus­ge­la­gert, wo die Bedingungen garan­tiert nicht bes­ser sind.

Meine Vermutung ist, dass vor allem bei den Microstock-Agenturen die Redakteure eine gewis­se Zahl an Bildern pro Tag kon­trol­lie­ren müs­sen, um von ihren Chefs nichts auf den Deckel zu krie­gen. Bei die­sem Zeitdruck ent­ste­hen ers­tens leicht Fehler, weil etwas über­se­hen wird und zwei­tens führt die Ablehnung eines Bildes schnell zur Ablehnungsorgie: Wenn ein Bildredakteur Fehler erkennt, wird bei den fol­gen­den Bildern noch genau­er hin­ge­schaut, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Fehler gefun­den wer­den und so wei­ter und plötz­li­ch ist die gesam­te Serie abge­lehnt wor­den.

Durch den Stress ver­kli­cken sich die Bildredakteure auch mal, wes­halb die genann­ten Ablehnungen nicht immer pas­sen. Außerdem sind sie meist kei­ne pro­fes­sio­nel­len Fotografen und wis­sen des­halb nicht, dass es fast unmög­li­ch ist, unter bestimm­ten Bedingungen zum Beispiel bei Gegenlicht mit star­ken Kontrasten und Weitwinkelobjektiv Bildfehler wie chro­ma­ti­sche Abberationen zu ver­mei­den.

Die Früchte im Garten der ande­ren

Viele Fotografen machen sich über die Ablehnungen bei Bildagenturen lus­tig, wenn das abge­lehn­te Bild von einer ande­ren Agentur ange­nom­men wur­de und sich dort zu einem lukra­ti­ven Bestseller ent­wi­ckelt. Im Nachhinein ist das ein­fach, aber auch unfair. Denn selbst Stockfotoprofis kön­nen meist nicht gen­au sagen, wel­ches Bild aus einer Serie ein Topseller wer­den wird. Die Bildredakteure sehen die Downloadzahlen ande­rer Agenturen nicht und vie­le der abge­lehn­ten Bilder, die woan­ders genom­men wur­den, lie­gen dort viel­leicht auch wie Blei in den Regalen.

Die Tücken der Automatisierung

Durch den erwähn­ten Zeitdruck las­sen sich die Agenturen Mittel und Wege ein­fal­len, die Bearbeitung schnel­ler vor­neh­men zu kön­nen. So bekom­men Bildredakteure oft das Foto in einer klei­nen Ansicht zu sehen und vier 100%-Ausschnitte. Wer das Pech hat, dass ein Bildfehler gen­au in die­sem 100%-Ausschnitt liegt, wird eine Ablehnung bekom­men, wenn der Bildfehler dane­ben liegt, kann es pas­sie­ren, dass das Bild trotz­dem ange­nom­men wird, weil der Bildredakteur kei­ne Zeit hat, ins Bild rein­zu­zoo­men. Manchmal sind Ablehnungen des­halb auch kein Pech, son­dern Annahmen nur Glück.

Bei Dreamstime wer­den auch die Bildtitel und Suchbegriffe im Hintergrund ana­ly­siert. das heißt, wenn ein neu hoch­ge­la­de­nes Bild den glei­chen Bildtitel und die glei­chen Suchbegriffe wie ein schon vor­han­de­nes Foto des glei­chen Fotografen hat, wird es sehr wahr­schein­li­ch (viel­leicht sogar auto­ma­ti­siert?) wegen „zu vie­ler ähn­li­cher Motive“ abge­lehnt, auch wenn das Bildmotiv ein ganz ande­res sein kann.

Es ist auch sehr wahr­schein­li­ch, dass die Bildredakteure die bis­he­ri­ge Ablehnungsquote eines Fotografen sehen. Wenn dort 55% Ablehnungen steht, wer­den die Kontrolleure deut­li­ch genau­er schau­en als bei jeman­den, der sich über die Jahre eine 2–3% Ablehnungsquote erar­bei­tet hat.

Bei recht­li­chen Problem wird im Zweifel abge­lehnt

Auch die recht­li­che Seite führt zu viel Ablehnungsfrust. Wenn es auch nur den Hauch eines Zweifels geben soll­te, leh­nen Bildredakteure ein Bild lie­ber ab, weil immer mehr Agenturen eine Rechte-Garantie für deren Kunden über­neh­men, die sie bei Fehlern teu­er zu ste­hen kom­men wür­de. Manche Fotografen ver­ken­nen aber auch die Rechtslage. Nur weil ein Foto in Deutschland auf­ge­nom­men wur­de, wo bestimm­te Gesetze gel­ten, setzt die Bildagentur oft aber deut­li­ch stren­ge­re Regeln an, weil die Fotos eben welt­weit ver­kauft wer­den und in ande­ren Ländern manch­mal eben här­te­re Gesetze gel­ten. Zum Beispiel braucht man für das Fotografieren eines Tieres in Deutschland kei­ne Genehmigung, weil es als „Sache“, nicht als „Person“ gilt, aber die Bildagenturen ver­lan­gen trotz­dem einen Eigentumsfreigabe vom Tierbesitzer. Wer pro­fe­sio­nell Stockfografie betrei­ben will, muss das akzep­tie­ren.

Außerdem steht in den meis­ten Agenturverträgen mit den Fotografen, dass die­se für recht­li­che Konsequenzen selbst haf­ten müs­sen. Eine Bildablehnung wegen mög­li­cher recht­li­cher Probleme kann dem Fotografen des­halb manch­mal sogar den Hals und das Bankkonto ret­ten.

Manchmal haben Bildredakteure sogar recht

Jeder Fotograf kann eini­ge Geschichten von abstru­sen Ablehnungsgründen erzäh­len. Darüber wird oft über­se­hen, dass die Bildredakteure manch­mal auch recht haben. Einige Bilder sind ent­we­der unscharf, schon zu oft ver­han­den, blau­sti­chig oder ein­fach nicht ver­käuf­li­ch. Da hilft dann auch kein Jammern und Meckern, son­dern nur eine kri­ti­sche Selbstbetrachtung und die Frage an sich selbst: „Wie kann ich bes­ser wer­den und die­se Fehler in Zukunft ver­mei­den?“

Alles bud­dhis­ti­sch sehen

Viele haben ver­sucht, die uner­gründ­li­chen Wege der Bildredakteure zu ver­ste­hen, kaum jemand hat es geschafft. Wer lang­fris­tig erfolg­reich im Stockfotomarkt mit­spie­len will und sein Herz schon möch­te, soll­te alles etwas bud­dhis­ti­sch sehen. Nicht ärgern las­sen, abha­ken und wei­ter­ma­chen. Bei offen­sicht­li­chen Fehlern und poten­ti­el­len Bestseller-Motiven lohnt sich manch­mal eine Korrektur und ein erneu­tes Einreiches, aber meist ist die Zeit bes­ser ange­legt, gleich neue Fotos zu machen.

Was für Erfahrungen habt ihr mit Ablehnungen gemacht? Wie geht ihr damit um?

28 Gedanken zu „Frustration über unsinnige Ablehnungen bei Bildagenturen“

  1. Man weiß es ja sel­ber – aber trotz­dem dan­ke für die trös­ten­den Worte. Gerade bei mei­ner letz­ten Serie stand ich wirk­li­ch mit Kopfschütteln vor den Ablehnungen. Da hat­te ich mir so vie­le Gedanken gemacht, drei Zielgruppen ein­deu­tig defi­nie­ren kön­nen, vie­le Motive mit dem Modell foto­gra­fiert, tech­ni­sch gute Aufnahmen gemacht, recher­chiert, dass es das Angebot mit mei­nen erdach­ten Stichworten noch gar nicht gab, ich war mir 100% sicher, dass die genom­men wer­den … es hat alles nichts gehol­fen. Wie gehe ich damit um? Ich mecker erst­mal die Mail an, dann den­ke ich, dass die alle kei­ne Ahnung haben 😉 und rege mich schnell wie­der ab – denn es nützt ja nichts. Dafür neh­men sie Fotos, denen ich höchs­tens eine 50/50-Annahme zuge­ste­he, also gleicht es sich irgend­wie auch aus. Zudem gibt es meh­re­re Agenturen, also neu­es Spiel, neu­es Glück.

    Interessant wäre noch die Frage, ob es evtl. sinn­voll wäre, bei Serien die Bilder in Päckchen zeit­li­ch ver­setzt (min­des­tens eine Woche) zu schi­cken, um dann an ver­schie­de­ne Kontrolleure zu gera­ten. Ich habe mir auf jeden Fall ange­wöhnt, die Schlagworte immer noch zu ergän­zen, wenn ein Motiv was Bestimmtes her­gibt.

  2. Ich kann das alles nach­voll­zie­hen, da hat mir der Artikel nichts neu­es gebracht. Dennoch ist es trau­rig das man bei den meis­ten Agenturen wie z.B. Fotolia kei­nen kla­re­ren Grund für die Ablehnung erhält. So hat man kei­ne Chance ein Motiv zu ver­bes­sern. Ich den­ke ein paar Sekunden mehr Zeit um aus einer Liste von Gründen den pas­sen­den anzu­kli­cken, soviel soll­ten die Bildredakteure noch leis­ten kön­nen.

  3. Hallo,
    beson­ders spa­ßig ist es bei dream­sti­me, da bleibt mei­ne
    Annahmequote seit Jahren! bis auf das Zehntel hin­term Komma gleich.Faierweise muß man aber auch ein­ge­ste­hen, daß bei den strengs­ten Agenturen auch der Umsatz am höchs­ten ist.

  4. Meistens sehe ich Ablehnungen auch eher sport­li­ch. Ausnahmen gibt es den­no­ch. Vor kur­zem wur­de mir eine kom­plet­te Serie mit ca. 30 Bilder von einer deut­schen Agentur wegen angeb­li­chen Farbstich abge­lehnt. Komisch kei­ner ande­ren natio­na­len noch inter­na­tio­na­len Bildagentur ist die­ser Farbstich auf­ge­fal­len, über­all wur­den die Bilder anstands­los durch­ge­wun­ken!
    Das sind dann doch sehr „spe­zi­el­le“ Ablehnungsgründe, die ich nicht ern­st neh­men kann!

  5. Hallo Robert,
    Ein Punkt kann­te ich bis­her noch nicht:

    Bei Dreamstime wer­den auch die Bildtitel und Suchbegriffe im Hintergrund ana­ly­siert. das heißt, wenn ein neu hoch­ge­la­de­nes Bild den glei­chen Bildtitel und die glei­chen Suchbegriffe wie ein schon vor­han­de­nes Foto des glei­chen Fotografen hat, wird es sehr wahr­schein­li­ch (viel­leicht sogar auto­ma­ti­siert?) wegen “zu vie­ler ähn­li­cher Motive” abge­lehnt, auch wenn das Bildmotiv ein ganz ande­res sein kann.

    Gibt es noch ande­re bekann­te Agenturen die ent­spre­chen­de Bilder Autom. Aussortieren?

  6. Wieder mal gut von Dir auf den aktu­el­len Punkt gebracht, ins­be­son­de­re der Absatz mit der Gelassenheit. Andererseits auch gut gesagt, für einen „alten“ Hasen. Deshalb fin­de ich aber auch Deine Serie mit den Bildbewertungen ande­rer Leute port­fo­li­os gut, hier zeigt sich eine gute grund­sätz­li­che Sicht von „kal­ter“ anony­mer Seite, aber so muss man sei­ne Bilder halt auch sehen – aus der Sicht der ande­ren, die abwä­gen müs­sen, Verkaufspotential vs. Ladenhüter, wobei letz­te­rer Speicher belegt und das Angebot für die Kunden ver­wäs­sert. In jedem Fall ist man einen Schritt wei­ter, wenn man die Selbstverliebtheit in eige­ne Bilder über­wun­den hat, wenn man sie ver­kau­fen will (auch eige­ne Erfahrung vor lan­ger Zeit). Gelassenheit und stän­dig­te Arbeit an der eige­nen Professionalität (gilt eigent­li­ch für fast alle Berufe, hier ist es aber manch­mal beson­ders stran­ge) ist sehr hilf­reich für den Erfolg in sol­cher Art Geschäft.

  7. Niemals zuviel Bilder auf ein­mal hoch­la­den, falls dann der fal­sche Selektor dort sitzt, klappts auch nicht mehr mit dem Buddhismus.

  8. Bilder, wel­che bei einer Agentur nicht ange­nom­men wur­den, lade ich bei einer ande­ren hoch und dort wer­den wie­der ca. die Hälfte davon ange­nom­men. Unterschiedliche Agenturen suchen auch anders­ar­ti­ge Themen. Diese noch­mals hoch­ge­la­de­nen Bilder sind aber tech­ni­sch in Ordnung. Absagen erhal­te ich meist wegen Motivgründen (schon zu viel vorhanden…Ähnlichkeit, wünscht der Kunde nicht… Man(n) oder Frau soll es wirk­li­ch gelas­sen sehen und den Spaß an der Sache nicht ver­lie­ren. Ich betrei­be die Fotografie als Hobby.

  9. Ablehnungen wer­den nicht gele­sen, bzw. gehen in den Spamordner. Lade alles bei allen hoch – wer‚s nimmt ist okay – wer nicht auch. Habe aber ehr­li­ch gesagt kei­nen Überblick dar­über. Derzeit spie­le ich mtl. rund 300 Bilder auf, da neh­me ich mir nicht die Zeit, war­um eine Agentur die­ses Bild nicht will, bzw. die ande­re Agentur das ande­re Bild nicht.

  10. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Reviewer nicht nur eine bestimm­te Anzahl an Fotos pro Tag bewer­ten müs­sen, son­dern dass sie auch eine bestimm­te Ablehnungsquote vor­ge­schrie­ben bekom­men. Deshalb flie­gen auch manch­mal Fotos raus, die tat­säch­li­ch kei­nen der genann­ten Ablehnungsgründe auf­wei­sen. Ich habe bei einer Agentur mal zwei Serien mit meh­re­ren iden­ti­schen Fotos ein­mal im Hoch- und ein­mal im Querformat hoch­ge­la­den. Von einer Serie sind alle Fotos ange­nom­men wor­den, von der ande­ren ist über die Hälfte wegen ähn­li­cher Motive abge­schos­sen wor­den, mit dem Hinweis, beim nächs­ten Mal doch bit­te eine Vorauswahl zu tref­fen. Darüber habe ich mich dann auch nicht geär­gert, weil ich die zwei­te Serie ja nur des­halb so ange­bo­ten habe, weil die ers­te ohne Beanstandungen durch­ging. Ich fand es eher amü­sant…

    Den Hinweis habe ich mir aber trotz­dem zu Herzen genom­men und bie­te seit­dem nur noch jeweils ein Format an, auch wenn mal das ent­spre­chen­de ande­re auch funk­tio­nie­ren wür­de. Ein geüb­ter Designer soll­te das auch erken­nen kön­nen.

    Ein kri­ti­scher Blick auf abge­lehn­te Fotos kann sicher nie scha­den. Gerade am Anfang einer Stockfoto-Karriere, wenn man noch nicht so den Überblick über gefrag­te Motive und die Möglichkeiten der Bildbearbeitung hat, soll­te man sicher dop­pelt hin­schau­en, ob die Kritik nicht viel­leicht doch berech­tigt ist. Später, mit wach­sen­der Routine und Erfahrung kann man die Ablehnungsgründe meist bes­ser ein­schät­zen und ent­spre­chend damit umge­hen.

  11. Die Gelassenheit hat man manch­mal, manch­mal eben auch nicht. Die Annahmequoten lie­gen bei mir als nicht Studio- oder Peoplefotograf bei allen Agenturen so etwa bei 50 %. Das wird ins­ge­samt lang­sam bes­ser. Manchmal haben die Revisoren recht, kei­ne Frage. Manchmal ist der Geschmack ein ande­rer. Ärgerlich wird es, wenn bei Shutterstock jetzt zwei­mal in Folge 10 Batches abge­lehnt wer­den, weil weni­ger als 7 Keywords ein­ge­tra­gen waren. Stimmte natür­li­ch nicht. Ärgerlich auch, wenn recht­li­ch ein­wand­freie Bilder wegen feh­len­dem PR abge­lehnt wer­den. Das ist zumeist bei Architekturfassaden der Fall. Aber die­ser Fakt ist nicht neu und viel­fach dis­ku­tiert.

  12. Hallo Robert,

    ein aktu­el­les Beispiel:

    Fotos für Weihnachten in allen sechs Agenturen 

    zu denen ich mei­ne Bilder hoch lade. 

    Eine ein­zi­ge Agentur lehnt die Bilder bis auf fünf 

    mit der Begründung ab: „Das Motiv ist unbrauch­bar“.

    Alle ande­ren Agenturen haben sie genom­men und 

    es sind sehr vie­le Views drauf. Noch kein Verkauf, da eben erst online gestellt.

    Eine sol­che Aussage fin­de ich abso­lut unpro­fes­sio­nell. Zumal die­sel­be Agentur 

    mei­ne ers­ten drei Keywords ver­än­dert hat und beim letz­ten Foto (Fotos des­sel­ben

    Motivs ver­schie­den auf­ge­nom­men) es kei­ne Beanstandung gab. 

    Ich gebe mir unend­li­ch Mühe, die rich­ti­ge Reihenfolge zu „erwi­schen“ und muss 

    dann fest­stel­len, dass es doch eigent­li­ch unbe­deu­tend scheint.

    Und was ist mit den vie­len Agenturen, die die Keywords nach Alphabet ord­nen?

    Mittlerweile neh­me ich es gelas­sen, denn der Eindruck, dass „bei Fotoprüfungen 

    und auf Hoher See, die Entscheidungen für oder gegen das Bild in Gottes Hand lie­gen“.

    In die­sem Sinne vie­le Grüße und fro­hes Schaffen

    Carmen

    P.S.: Die Kommentafunktion war noch nicht aktiv, des­halb zuer­st direkt an Deine e-Mail-adresse.

  13. macht macro ich sage es euch . Dann habt ihr mit der Verschlagwortung nix zu tuen und ihr müsst euch nicht quä­len . Ja, auch da wird abge­lehnt aber erst nach einer Einsendung von low res daten ( kei­ne Schlagworte , kei­ne Bearbeitung ) . Auswahl wird getrof­fen und fer­tig + kla­ro die Endretusche wenn nötig .

  14. @reka: Mein letz­ter Stand war, dass die Macrostock-Agenturen zumin­dest eine Bildbeschreibung haben wol­len und die Low-Res-Daten sind ein zusätz­li­cher Arbeitsschritt, den Microstock-Agenturen nicht erfor­dern. Aber das soll jetzt kein Pro/Contra wer­den, nur der Hinweis, dass es halt „anders“ ist, aber nicht immer schnel­ler.

  15. @reka: Habe mir mal dei­ne Hp ange­se­hen – sieht ganz gut aus, ver­mis­se nur die Veröffentlichungen…

  16. @reka: Mit wel­cher Kamera / Objektiv hast Du die Fotos unter young peop­le life­sty­le / People gemacht, wer ist das Model mit den brau­nen Haaren, 9te Bild? Würde die ger­ne einem Kunden vor­schla­gen für ein Werbeshooting.

  17. @max : Veröffentlichungen kenn­st es selbst , auf den sales steht wofür aber Belegexemplare sind meist rar . Referenzliste ist ja ange­ge­ben .

    Noch mit der 5d Mark2 , Festbrennweiten 100 mm Macro , 50 er , 24–70 und dem 70–200 il 2 usm .
    Steige aber auf nikon d800 um dazu auch wie­der nur die bes­ten Nikon Optiken . 

    Model : ich schau mal …

  18. @ Robert : ja has­te recht .…..du kann­st aber bei den low res auch nur w und m schrei­ben das reicht . Bei high res Endauswahl muss wie­der alles pas­sen . Kannst dich da ja noch­mals erkun­di­gen .

  19. @robert : die low res daten sind kei­ne Zusatzarbeit .…es ist ein Zusatzordner und dort rein ent­wi­ckel­st du die low res daten 1500 px breit 72 dpi und das macht für mich light­room .

  20. Hallo,
    als Anfänger in der Welt der Stockfotografie, kann ich davon bereits ein Lied sin­gen.
    Vor eini­ger Zeit habe ich mich bei Shutterstock mit den vor­ge­schrie­be­nen zehn Bildern bewor­ben.
    Alles Fotos die Fotolia bereits ange­nom­men hat. Guter din­ge war­te­te ich also das Screening der Bilder ab. Gestern dann kam die Mail von Shutterstock, sie­ben von zehn Bildern abge­lehnt. *Schock*, dass darf doch wohl nicht deren ern­st sein, dach­te ich mir und war total frus­triert.

    Nach eini­gen Stunden, mein Frust hat­te sei­nen Höhepunkt schon erreicht, beschäf­tig­te sich mei­ne Intelligenz noch ein­mal mit dem Thema. Falscher Bildausschnitt, schlech­te Qualität, fal­sche Belichtung? Ich schau­te mir die Bilder nun noch ein­mal selbst gen­au an und sie­he da, auch wenn es mein Ego nicht so recht zuge­ben moch­te, sie hat­ten recht. Zumindest bei fünf Bildern erkann­te ich die Fehler.

    Was aber war nun mit den ande­ren bei­den Bildern pas­siert? Da war weit und breit kein Fehler zu fin­den. Meine Überlegung ging also wei­ter, Schutterstock, als eine der größ­ten Agenturen bekommt täg­li­ch aber­tau­sen­de an Fotos, die wer­den schon wis­sen, dass sol­che Motive nun ein­mal nicht gefragt sind, dach­te ich mir. Der nächs­te Gedanke kam prompt was nützt mir ein ange­nom­me­nes Foto, wenn es sich nicht Verkauft? Schön aus­se­hen tuen die meis­ten Bilder, aber Marketing tech­ni­sch ver­wend­bar sind die wenigs­ten.

    Immer noch frus­triert schnapp­te ich mir also mei­ne Kamera und lies den Frust an mei­nem Auslöser aus. Fazit ein neu­er Schwung Bilder, die ich nun im nächs­ten schritt wie­der anbie­te bis mein Ego und der Bildredakteur von Shutterstock end­li­ch zufrie­den sein kön­nen.

    In Kurzform könn­te der gan­ze Text auch hei­ßen: Microstock Fotografie heißt in ers­ter Linie Geduld und Kritik ertra­gen kön­nen. Der Erfolg kommt mit Sicherheit, aller­dings meist spä­ter als frü­her. 🙂

    Es grüßt, ein neu­ling der sich nicht unter­krie­gen lässt.

  21. Werden die Bilder ein­fach nur abge­lehnt, ist es mir schon immer egal gewe­sen. Dann inter­es­sie­ren mich eigent­li­ch auch die Gründe nicht. Was mich aber ver­är­gert, wenn man vor der Ablehnung noch mit dümm­li­chen Nachbearbeitungen beschäf­tigt wird. Ist mir bei Shotshop pas­siert. Einmal ging es um eine nie­der­schle­si­sche Kirche, wo man den genau­en Namen wis­sen woll­te. Das Bild stand also nicht unter abge­lehnt, son­dern unter Nachbearbeitung. Ich kann­te den Namen nicht und habe viel Zeit dar­auf ver­wandt, die­sen her­aus­zu­fin­den. Mit Erfolg. Jetzt konn­te ich die Angaben ver­voll­stän­di­gen und ein bis zwei Tage spä­ter wur­de das Bild mit der Begründung abge­lehnt, dass es für die Vermarktung nicht geeig­net ist. Das wuss­te man natür­li­ch nicht vor­her. Vielleicht woll­te man aber auch nur wis­sen, wel­che Kirche man ablehnt. Das glei­che Spiel erst vor kur­zem. Vier Architekturfotos lan­den im Ordner für Nachbearbeitung, weil man noch nähe­re Angaben zu den Gebäuden braucht. Ich ergän­ze die Angaben und auch die­se Fotos sind plötz­li­ch nicht für die Vermarktung geeig­net. Da mus­s­te ich ein­fach (zum ers­ten Mal) nach­fra­gen, was das denn soll. Die kön­nen von mir aus alle Bilder ableh­nen, aber war­um soll ich die­se vor­her kor­ri­gie­ren. Man hat sich bei mir ent­schul­digt, gab mir abso­lut recht, woll­te mit den Bildredakteuren reden und seit­dem habe ich dort eine Ablehnungsquote von 100 Prozent. Was mich dort noch stört, ist der stän­di­ge Eingriff in die Verschlagwortung. Ich glau­be, die Redakteure wol­len dabei nicht hel­fen, son­dern unbe­dingt das letz­te Wort haben. Jetzt muss ich noch ein­mal die Verschlagwortung kon­trol­lie­ren, weil die Redaktion Fehler gemacht hat. So wur­de zum Beispiel aus einer Feuerwanze ein Feuerkäfer, obwohl ein Käfer kei­ne Wanze ist. Eigentlich könn­te ich jedes Bild mit „Bratkartoffel“ ver­schlag­wor­ten, da es ja sowie­so geän­dert wird.
    Gruss Lutz

  22. Noch etwas zu Hoch- Querformat und auto­ma­ti­scher Bildkontrolle.
    Gleiches Motiv (also glei­cher Bildinhalt) zwei­er Fotos bei Fotolia. Natürlich ist damit auch die Bildbeschreibung gleich. Querformat wird ange­nom­men und beim Hochformat soll­te ich noch ein­mal nach­be­ar­bei­ten. Also nicht abge­lehnt! Bemängelt wur­de die Verschlagwortung. Was bit­te soll ich jetzt ändern? Auf Anfrage kam eine Mail die aber auch rein gar nichts mit mei­nem Anliegen zu tun hat­te.
    Ich habe das Foto ein­fach gelöscht.
    Auch bei PantherMedia hat­te ich schon das Anliegen zur Nachbesserung. Eine deut­sche Agentur schreibt einem deut­schen Bildlieferanten die Nachbesserungswünsche auf eng­li­sch (waren das tat­säch­li­ch Leute die­ser Agentur?). Auch hier habe ich das betref­fen­de Foto ein­fach gelöscht.Ich habe weder Zeit noch Lust mich mit die­sen Spielereien abzu­ge­ben.

  23. DAS wuss­te ich nicht – also das es inzwi­schen auto­ma­tis­men gibt, die ein­ge­sand­te bil­der kon­trol­lie­ren. seit jah­ren ver­kau­fe ich fotos über die „gro­ßen“ agen­tu­ren und habe nur ein­mal einen ver­su­ch unter­nom­men fotos zu shut­ter­sto­ck zu über­mit­teln – ergeb­nis ( den screen­s­hot habe ich heu­te noch:-) ALLE abge­lehnt – moti­ve aus seri­en die ich bei get­ty und co über jah­re für gutes geld ver­kau­fe. ich habe dar­auf­hin mei­nen shut­ter­sto­ck account gelöscht und gedacht „die spin­nen“.

  24. hal­lo,

    bin neu hier und sehr beein­druckt, habe mir die gan­ze Webseite durch­ge­le­sen (ups, schon 4h früh) und auch ganz spon­tan das Buch bei Amazon bestellt. 

    ich bin seit 13 Jahren pro­fi­fo­to­graf (People/Presse) und kann wirk­li­ch (sehr) gut davon leben.
    wirk­li­ch erfül­lend ist es aber nicht, wes­we­gen ich auf eige­ne kos­ten und qua­si ‚hob­by­mä­ßig‘ noch vie­le Sachen neben­bei foto­gra­fie­re, just for Fun.

    im Zuge mei­ner Recherchen, ob ich mir nicht wenigs­ten den Aufwand auch mit sol­chen Bildern wie­der rein­ver­die­nen könn­te, bin ich über div. mikros­to­ck Fotoagenturen gestol­pert und auch hier gelan­det. mein ers­ter Gedanke war (Sorry für mei­ne Direktheit): was sind das für Dummköpfe die ihre Foto für ein paar Cent oder Euros ver­schleu­dern, die machen sich doch den gan­zen Markt kaputt! in mei­ner Branche (wo es auch immer schlim­mer wird) sind nach wie vor Abdruck Honorare zwi­schen 25,- und 200,- Euro pro Bild und Abdruck übli­ch.

    um dann aber recht schnell zu sehen, dass die­se stock­fo­to­gra­fie gänz­li­ch anders funk­tio­niert: ein gutes Bild wird bei foto­lia offen­bar über die Monate und Jahre schon gern mal 200 mal run­ter­ge­la­den. und jeder Download zahlt.
    sicher, wenn nur 20% der Downloads dann auch wirk­li­ch ver­wen­det (sprich: gedruckt) wer­den, ist der Preis wie­der ein Witz. aber letzt­li­ch hat man EIN Foto irre oft ver­kauft. ich ver­kau­fe (dru­cke) ein Bild in mei­ner Branche im Schnitt 2 bis 3 mal, nicht öfter.

    ich hab mir also spass­hal­ber einen Account bei foto­lia ange­legt (bin schon gespannt wie­vielt mei­ner Bilder die ableh­nen), um mei­ne Makro- und Featureaufnahmen mal auf ver­kaufstaug­lich­keit aus­zu­tes­ten.

    und jetzt hätt ih da mal eine fra­ge zum Workflow:
    bei mir wird grund­sätz­li­ch JEDES ( selbst jedes Privatfoto) ordent­li­ch iptc beschrif­tet ( mit foto­sta­ti­on). war­um um alles in der Welt liest foto­lia nicht die iptc Keywords (son­dern nur den Titel) aus? es ist echt müh­sam das dann alles noch­mal zu ver­schlag­wor­ten. hat da jemand einen Tipp für mich?

    ich schau jetzt sicher öfter mal hier rein, fin­de das wirk­li­ch Super wie enga­giert und mit wie­viel Ehrgeiz hier offen­bar alle am Werk sind mit dem einen Ziel: ein­fach nur gute Bilder zu machen. in mei­ner fu***ing Branche zählt Qualität lei­der über­haupt nichts mehr. Hauptsache schnell und letzt­li­ch auch immer bil­li­ger.

    vie­le Grüße.

  25. Hallo,

    dan­ke für Deine Antwort und den Link: da sieht man wie­der wie klein die Welt ist: also ich vor eini­ger Zeit mal das Problem mit den Umlauten bei den iptc-Daten im pho­to­shop lösen woll­te, bin ich durch goo­gle auch gen­au auf den thre­ad gesto­ßen, den Du oben noch­mal ver­linkt hast.
    btw: das exif­tool funk­tio­niert aus­ge­zeich­net und ist seit­her im Dauerstress bei mir 🙂

    Was die iptc-Daten und foto­lia anbe­langt schät­ze ich, daß ich sie – für foto­lia – wohl ein­fach im fal­schen Feld ste­hen hab, das werd ich bestimmt raus­krie­gen – hät­te mich ja gewun­dert, wenn das nicht geht.

    Wie wich­tig schätzt Du eigent­li­ch die Zuordnung zu den bei­den Kategorien ein? Das ist ja mit­un­ter auch ziem­li­ch zeit­rau­bend, bis man da mal ein Foto von einer Wespe auf einer Sommerblume zuge­ord­net hat (Tiere? Blume? Natur? Garten? …)
    Wenn das nicht so wich­tig ist, würd ich da nicht so ewig suchen und mir eini­ges an Zeit erspa­ren.

    Freu mich schon auf das Buch, hab ich guten Lesestoff als Ausgleich zur bevor­ste­hen­den und in mei­ner Branche sehr stres­si­gen Ballsaison 🙂

    lg

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