Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 21

Die neus­te Folge von „Pimp My Stock!“ war­tet wie­der mit einer Besonderheit auf. Diesmal ist Jürgen an der Reihe und er schick­te mir nicht nur fünf Fotos, son­dern auch sei­ne Verschlagwortung dazu und kri­ti­sier­te sei­ne Bilder gleich selbst.

Aber las­sen wir Jürgen sich erst mal vor­stel­len. Er schrieb:

Ich bin 59 Jahre alt und gehe zum bald in die Altersteilzeit. Dadurch muss ich als ange­stell­ter Heilpädagoge – in einer Werkstatt für behin­der­te Menschen – natür­li­ch „immen­se“ finan­zi­el­le Verluste in Kauf neh­men. Weil ich auch ande­re Menschen noch finan­zi­ell unter­stüt­zen möch­te, habe ich mir gedacht, mit der Stockfotografie even­tu­ell ein monat­li­ches „Zubrot“ von etwa ca. 400,00 € ver­die­nen zu wollen/müssen.

Ich foto­gra­fie­re seit etwa 30 Jahren – Spiegelreflex, ana­log, vor eini­gen Monaten alles ver­kauft. Meine Schwerpunkte lagen in der Natur- und Macrofotografie – M1:1.

Digitale Umstellung:

Vor eini­gen Monaten habe ich mir eine EOS 60 D von Canon zuge­legt.

· Ein Weitwinkelzoom von Tamron SP AF 17-50mm F/2,8 XR Di II VC LD Aspherical[IF] folg­ten.
· Und ein in Ringblitz von Metz – 15 MS – 1.
· Ein Telezoom von Tamron AF 70-300mm 4–5.6 Di SP VC USD kam dazu.
· Und kürz­li­ch ein Canon Speedlite 580EX II.

Hinzukommen wer­den spä­ter noch:
· Das Objektiv Canon EF 100mm 2,8 L IS USM Macro.
· Ein licht­star­kes, fest­ste­hen­des „Superweitwinkel“wäre auch noch eine Option wert.
· Und wenn es gut läuft, spä­ter eine zwei­te Kamera – Canon EOS 5D Mark

Ihr anre­gen­des Buch über die Stockfotografie habe ich schon gele­sen! Ich habe gemerkt, dass ich das Meiste an „alter Fotokunst über Bord schmei­ßen muss“, wenn ich pro­fes­sio­nell arbei­ten möch­te. Ich hat­te bis­lang noch kei­nen „Schimmer“ über die Photoshop – Bildbearbeitung von Adobe. Aber ich ler­ne dazu! Ich hat­te vor­her kaum einen Austausch mit ande­ren, und von daher auch noch kei­ne eige­ne Webseite. Die käme erst hin­zu, wenn ich mich ent­schei­den soll­te, in Richtung Stockfotografie zu gehen. Ich bit­te um eine ehr­li­che und har­te Beurteilung mei­ner Bilder, bezüg­li­ch der Stocktauglichkeit. Bitte ver­wen­den Sie bei der öffent­li­chen Beurteilung mei­nem Vornamen – Jürgen!

Muss natür­li­ch sagen, dass ich die Fotos, die ich Ihnen heu­te sen­de, schon eini­ge Monate alt sind. Hatte von der Stockfotografie gele­sen, die „Bilder geschos­sen“, dann ihr letz­tes Buch gekauft – nun weiß ich erst, was ich fal­sch gemacht habe – und hin­ter­her die Bilder über­ar­bei­tet. Dank ihrer Tipps habe ich mir auch ein Konvertierungsprogramm geholt, und kann RAW Dateien in TIF und in JEPG umwan­deln. Das habe ich auch bei den Fotos gemacht, die ich Ihnen zusen­de – RAW in JEPG und die Auflösung stark run­ter­ge­fah­ren, habe in der Dokumentengröße die Auflösung auf ca.118 Pixel/cm gestellt, ist das rich­tig?

Könnte mir vor­stel­len, mich in Zukunft auf „Texturen und Hintergründe“ zu spe­zia­li­sie­ren, oder auch abs­trak­te Fotografie – dann mus­s­te ich mir natür­li­ch ein licht­star­kes Weitwinkel und das oben beschrie­be­ne Macro zule­gen.

Vorweg mei­ne „dazu gewon­ne­ne Eigenkritik“:
Ich sen­de Ihnen 5 Bilder zu, sogar mit einer kur­zen Verschlagwortung, die Sie bit­te auch kri­ti­sch betrach­ten dür­fen. Ich wäre Ihnen sehr dank­bar!
Bild A6630 „Rote Klinkerwand…“: Kletterhilfe in weiß, Rost noch ent­fer­nen, für Text schlech­te Aufteilung des Bildes.
Bild A6176 „Ein gefüll­tes Glas…“: Hintergrund zu dun­kel, Bildaufteilung ungüns­tig, Glasinhalt müss­te spru­deln­der sein.
Bild A6140 „Ein gefüll­tes Glas…“: Hintergrund zu dun­kel, Glasinhalt müss­te spru­deln­der sein.
Bild A6164 „Fantasiereise .…“: Finde das Bild gut gelun­gen, auch in der Aufteilung.
Bild A6312 „Gurke…“: Aufteilung und Bildausschnitt ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig.

Bin gespannt auf Ihre Beurteilung, Anregungen und Tipps!

Danke im Voraus!
Mit freund­li­chen Grüßen
Jürgen“

Schauen wir uns sei­ne Bilder an:

Das ers­te Foto zeigt eine Hauswand mit Kletterhilfe und einem Briefkasten. Jürgens eige­ne Kritik ist schon rich­tig, aber auch nich­tig. Denn auch wenn die ange­spro­che­nen Punkte wie der Rost oder der Textfreiraum kor­ri­giert wür­den, wür­de dem Foto etwas Elementares feh­len: Die Bildaussage. War soll­te so ein Foto aus wel­chem Grund kau­fen? Wegen des Briefkastens? Dafür ist er zu ver­deckt? Wegen der Kletterhilfe? Dazu illus­triert sie ihe Funktion zu wenig, weil nichts dar­an hoch­rankt. Wegen des Busches? „Busch“ steht nicht mal in den Suchbegriffen, geschwei­ge denn der kor­rek­te bio­lo­gi­sche Name.

Das nächs­te Foto zeigt ein Glas Wasser. Grundsätzlich ein Motiv, was ger­ne gekauft wird. Weil jeder Fotograf die not­wen­di­gen Requisiten (Glas und Wasser) fast immer zur Verfügung hat, ist die Konkurrenz bei die­sem Motiv jedoch sehr groß und hier gibt es eini­ge gro­be Schnitzer, wes­halb sich das Foto nicht ver­kau­fen wird. Die drei Bereiche sind Technik, Farbe und Verschlagwortung.

Zur Technik: Zwar ist die lin­ke Seite des Glases par­al­lel zum Bildrand aus­ge­rich­tet, dadurch kippt aber das Wasser und der rech­te Glasrand stark nach rechts. Das erzeugt eine unna­tür­li­che Anmutung und damit meist gen­au das Gegenteil des­sen, was Käufer von Wasserbildern wol­len: Natürlichkeit und Frische.

Die Unnatürlichkeit wird duch die Farbe unter­stützt. Fragen sie mal eini­ge Leute, wel­che Farbe ihrer Meinung nach Wasser habe und die Antwort wird in den meis­ten Fällen „blau“ oder „durch­sich­tig“ lau­ten. Hier ist das Wasser jedoch unge­sund gelblich/bräunlich und die psy­che­de­li­schen Orange-Lila-Töne im Glas tra­gen eben­falls zur Entfremdung bei.

Die 30 Suchbegriffe zum Bild lau­ten: „Glas, glän­zend, durch­sich­tig, über­schau­bar, ein­ge­schenkt, unwi­der­steh­li­ch, erfri­schend, per­lend, fri­sch, kühl, pri­ckelnd, aro­ma­ti­sch, Genuss, Gaumen, Aroma, köst­li­ch, ver­lo­ckend, Augenweide, kühl, Geschmack, geschmack­voll, ein­ge­schenkt, Quellfrisch, erl­a­bend, ein­la­dend, Tisch, rund, Rand, bunt, Glastisch“.

Zum einen wird deut­li­ch, dass die Sprache zu „alt­mo­di­sch“ und lite­ra­ri­sch ist. Kaum ein Käufer sucht nach Begriffen wie „Augenweide“, „erl­a­bend“ oder „quell­fri­sch“. Und wer nach „Gaumen“ sucht, erwar­tet kein Wasserglas.

Auch beim nächs­ten Foto eines Wasserglases tref­fen alle die­se kri­ti­sier­ten Punkte zu. Zwar ist die Bildaufteilung etwas bes­ser und das Glas ist etwas gera­der aus­ge­rich­tet (auch wenn das Wasser noch leicht nach rechts kippt), aber die Negativpunkte über­wie­gen wei­ter­hin. Außerdem wirkt das Foto nicht scharf genug.

Das nächs­te Bild soll ver­mut­li­ch ein Glas von oben oder unten sein. Das kann ich aber auch nur erah­nen, weil ich vor­her die ande­ren Glasfotos gese­hen hat­te, was bei den Bildkäufern nicht vor­aus­ge­setzt wer­den kann.

Positiv immer­hin, dass Wasser und Glas gar nicht erst in den Suchbegriffen auf­tau­chen: „Zentrum, peri­pher, zen­trie­rend, Mitte, mit­tig, Rand, Fantasie, Märchenhaft,anregend, erre­gend, anspre­chend, anzie­hend, schön, Universum, Planeten, Milchstraße, Ewigkeit, ewig, ver­schwom­men, berau­schend, Drehung, dre­hend, unwi­der­steh­li­ch, Wirbel, ver­wo­ben, Miteinander, wir­belnd, Farben, Farbenspiel, Gold, Goldrausch, blau, lila, grün“. Dafür ist die Sprache wie­der alt und die Begriffe wie­der unpas­send. Wer nach „Planeten“ oder „Milchstraße“ sucht, möch­te sicher eher ande­re Motive ange­zeigt bekom­men.

Mich erin­nert das Foto jedoch sehr stark an Aufnahmen von Eizellen im Labor und so wür­de ich hier viel­leicht ver­su­chen, an den Rändern die Sättigung zu ver­rin­gern und das Foto mit pas­sen­den „Eizellen“-Suchbegriffen zu ver­se­hen. Zwar wird jede Fachpublikation den Unterschied sehen, aber für eini­ge Verwendungen könn­te es rei­chen.

Auf dem letz­ten Foto sehen wir eine Gurke, eine Zucchini und vier Tomaten. Leider fin­de ich hier­für kaum loben­de Worte. Das Licht kommt unan­ge­nehm direkt von oben, die Tischdecke oder das Muster auf dem Tisch ist scheuß­li­ch, die Gurke ange­schnit­ten und die Tomaten – nein eigent­li­ch alles – lieb­los arran­giert. Foodfotos soll­ten immer Appetit wecken auf die gezeig­ten Lebensmittel. Das ist hier nicht der Fall. Wie es rich­tig geht, zeigt zum Beispiel die­se* oder die­se* Zusammenstellung.

Okay, das war heu­te lei­der eine sehr bru­ta­le Kritik, aber ich den­ke, dass ich sie bes­ser jetzt äuße­re als wenn sie Bildredakteure die Fotos spä­ter sowie­so ableh­nen wer­den. Oder was meint ihr?

Wer sich jetzt noch traut, eben­falls Bilder für die „Pimp My Stock!“-Serie ein­zu­sen­den, fin­det hier die Regeln für die kos­ten­lo­se Teilnahme.

* Affiliate

18 Gedanken zu „Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 21“

  1. Hallo,

    eine sehr har­te, aber gute Kritik. Ich fin­de es eine sehr gute Idee von Jürgen, die Schlagworte mit­zu­sen­den. Mich wür­de sehr inter­es­sie­ren, ob unzu­tref­fen­de, unge­naue oder ein­fach zu vie­le Schlagworte ein son­st gutes Bild dis­qua­li­fi­zie­ren kön­nen. Ich ver­mu­te bei mir, dass ich zu vie­le unge­naue Schlagworte ver­wen­de.

    Daniel

  2. Hallo,

    ich sehe das auch so. Das letz­te Bild zeigt, dass Jürgen noch einen Weg vor sich hat, um erfolg­reich zu sein.
    Ich glau­be ein guter Weg ist, sich die erfolg­reichs­ten Bilder zu den jewei­li­gen Themen selbst her­aus­zu­su­chen und gen­au anzu­se­hen.
    An die­sen Bildern soll­te man sei­ne eige­nen mes­sen.

    Ansonsten fehlt noch im letz­ten Abschnitt zu dem Foodfoto
    „Wie es rich­tig geht, zeigt zum Beispiel die­se Zusammenstellung“ ein Link oder ein Bild in Deiner Kritik.

    Gruß,

    Ralf

  3. Hallo,
    ich möch­te dazu etwas sagen, da ich selbst vor 1,5 Jahren (hob­by­mä­ßig) in die Stockfotografie ein­ge­stie­gen bin und zuvor kei­ne erwäh­nens­wer­ten Fotografiekenntisse hat­te. Ich habe die ers­ten Monate nur frem­de Bilder ange­se­hen, meist bei Stockagenturen, aber auch in Internet-Foren. Erst nach die­sen Monaten ent­wi­ckelt sich ein Blick dafür, was ein stockt­aug­li­ches Bild ist. Dann habe ich ver­sucht, es nach­zu­ma­chen und mus­s­te fest­stel­len, dass mei­ne Ergebnisse dem Vergleich nicht stand­hiel­ten. Ich hat­te dann das Glück, in mei­nem per­sön­li­chen Umfeld zwei Leute zu tref­fen, die schon lan­ge erfolg­reich foto­gra­fier­ten. Da bekam ich vie­le Tipps. Anfangs habe ich nur 5 Bilder ein­ge­reicht, eines davon wur­de akzep­tiert (aber nicht ver­kauft). Aber ich lern­te schnell, wor­auf es ankommt und bin auch mit der pro­fes­sio­nel­len Bildbearbeitung ver­traut. Meinen Bildbestand konn­te ich inzwi­schen auf ca. 60 erwei­tern, wovon eini­ge auch kon­ti­nu­ier­li­ch ver­kauft wer­den, aber hal­lo, das biss­chen Geld ist nur ein Taschengeld! Mir macht es Spaß und ich habe im Vergleich zu pro­fes­sio­nel­len Stockfotografen kei­nen Druck, Fotos zu pro­du­zie­ren. Und – was man auch haben soll­te und wor­an es mir eigent­li­ch nie man­gelt: Ideen, Ideen, Ideen. Es gibt so vie­les, was schon exis­tiert, also muss man immer krea­tiv sein. Das ist auch für Jürgen ein Aspekt, den er bei sich unbe­dingt hin­ter­fra­gen soll­te. Kontinuierlich 400 € im Monat mit der Stockfotografie zu ver­die­nen klingt für mich uto­pi­sch. Ich hof­fe, ich konn­te ein wenig wei­ter­hel­fen.
    Gruß Nina

  4. Hi,

    ich den­ke die Kritik ist hart, aber zutref­fend. Natürlich könn­te man das gan­ze etwas weni­ger ver­nich­tend aus­drü­cken und mehr durch die Blume spre­chen. Aber der Inhalt wäre der sel­be. Und Jürgen woll­te es ja ziem­li­ch direkt. 

    Die Fehler auf den Bildern ken­ne ich selbst nur zu gut. Mir (selbst ja noch in den abso­lu­ten anfän­gen der Stock Fotografie) pas­siert es sehr oft dass ich „schö­ne Motive“ foto­gra­fie­re oder aber bei spe­zi­el­len Aufbauten ein­fach nicht an die Details den­ke. Da ist dann ein Glas schief, der Fokus sitzt fal­sch oder ande­re Kleinigkeiten. Und wenn ich dann fer­tig bin mit foto­gra­fie­ren und alles abge­baut habe schau ich mir das gan­ze auf dem PC und stel­le fest was ich alles über­sehn hab. Dann isses aber zu spät udn ich ärge­re mich. 

    Ich den­ke hier macht nur die Übung den Meister und man soll­te in der Stockfotografie wirk­li­ch BEWUSST foto­gra­fie­ren und alles direkt hin­ter­fra­gen. Und ganz wich­tig, das „oh das sieht aber schön aus“ abschal­ten. Denn Stock Fotos benö­ti­gen einen Zweck und Aussage, kei­ne roman­tik oder sons­ti­ge schön­heit (Mal abge­sehn davon ein Kunden sucht Postkartenmotive).

    Meine 5 Cent… 😉

    Acja… den Link zum „wie man es rich­tig macht“ Gemüsebild ver­mis­se ich auch.

  5. Um als „Hobbyknipser“ zu ca 400 Eu im Monat zu kom­men, braucht man 2–3 Jahre. Das ist mei­ne eige­ne Erfahrung. Inzwischen habe ich die­se „Schallmauer“ schon lan­ge durch­bro­chen. Richtig ist, dass das stu­die­ren frem­der Fotos sehr hilft einen Blick zu bekom­men, was Stockfotografie ist. Das geht nicht von heu­te auf Morgen. Ich habe mir inzwi­schen einen Regelkatalog ange­wöhnt wenn ich foto­gra­fie­re. Ich fra­ge mich – inw­zi­schen auto­ma­ti­sch – „wofür soll man das ver­wen­den?“ Wenn mir auf Anhieb min­des­tens 5 Verwendungen ein­fal­len, foto­gra­fie­re ich es. Die zwei­te Frage ist „kann die Konkurrenz das bes­ser?“. Es gibt Motive die schwer zu foto­gra­fie­ren sind und daher sel­te­ner. Ein Glas auf einem Tisch, Tomaten… das ist lei­der abge­sät­tigt das Thema. Ich wür­de Jürgen auch abra­ten sich auf Hintergründe spe­zia­li­sie­ren zu wol­len. Hintergründe wer­den heu­te in konsten­lo­sen DVDs ange­bo­ten, die gro­ße Zeit, wo die gekauft wur­den, ist vor­bei. Trotzdem – den Spaß am Fotografieren muss man behal­ten 🙂

  6. Sehr tref­fen­de Kritik, aber viel­leicht etwas zu streng. In der Stockbranche muß das Bild in der Regel, für den Kunden einen Nutzen haben.
    Trotzdem ver­kau­fe ich ab und zu Bilder, wo ich den Nutzen nicht direkt, erken­nen kann und mich fra­ge war­um kauft der Kunde aus­ge­rech­net die­ses Bild.
    Deshalb nur Mut und ruhig mal etwas Neues pro­bie­ren!

  7. Es ist s e h r g u t wenn man jeman­den hat er einen mit off­nen Worten sagt,
    was gut und gar nicht gut ist.
    Dies sind fuer mich unbe­zahl­ba­re Hilfestellungen!

  8. Die Bilder schei­nen tech­ni­sch mal in ord­nung zu sein. Belichtung, Schärfe, Weisabgleich schei­nen auf den ers­ten Blick halb­wegs zu pas­sen.
    Aber um 400 Euro im Monat zu machen, ist es ein wei­ter Weg. Da hast du mal Nebenkosten, Steuer, usw., mehr als ein drit­tel vom Umsatz wird nicht über­blei­ben. Es gibt wohl sogar eine Menge Fotografen, die mit Stock effek­tiv nie Gewinn machen. Auf jeden Fall soll­te man mit einer Vorlaufzeit von 2–3 Jahren rech­nen, bis wirk­li­ch ein wenig überbleibt.Einen Vorteil sehe ich aber, in der rela­tiv vie­len Freizeit für die Stockfotografie, als Pensionist.

  9. Ich oute mich mal: Selber besaß ich auch sehr vie­le sol­cher Bilder. Mir hat es gehol­fen, vie­le Bücher zu lesen und mich viel inten­si­ver mit der Materie Foto zu beschäf­ti­gen. Im Laufe der Zeit ergab sich ein eige­ner Qualitätsanspruch und ich drü­cke heu­te nicht mehr unbe­dacht ab. Die let­zen 4 Bilder wür­den heu­te kei­nes­falls mehr auf mei­ner Festplatte schlum­mern, ich lösche radi­kal. Bild 1 fin­de ich akzep­ta­bel, als Amateur kann ich das Verkaufspotenzial aber nicht abschät­zen. Vielleicht ein Gartenmagazin.

    Mit den Bücher ist das aber auch so eine Sache, es gibt nur weni­ge wirk­li­ch gute, die einen rich­tig vor­an­brin­gen. Hilfreich kön­nen die Kommentare bei dem Onlinebücherladen sein. Aber die Menge an Büchern soll­te einem auch inso­fern zu den­ken geben, dass sich Fotografen damit (und mit Lehrgängen) heu­te wohl ein Zubrot ver­die­nen müs­sen, weil es mit rei­ner Fotografie nur gera­de eben klappt.
    Meine eige­ne Einschätzung ist, das Überangebot an Fotografen wird noch wei­ter zuneh­men, aber nicht der zu ver­tei­len­de Kuchen. Wenn gesund­heit­li­ch mög­li­ch, bes­ser Vollzeit bis zur Rente und Fotos als Hobby.

    Sag ich mal so.

  10. @maxx… wie­so soll­te 1/3 übrig­blei­ben? Wieso Steuer wenn man am Anfang sowie­so nichts ver­dient? ^^ Das Equipment hat man als Hobbyfotograf, soo­vie­le Ausgaben sehe ich nicht, es sei denn, man will sofort Studio oder Models bezah­len, was wohl kaum pas­siert.
    Auch den Hinweis lie­ber bei Hobby zu blei­ben und Vollzeit wei­ter zu machen kann ich so nicht unter­schrei­ben.
    Was man vor allem braucht ist Geduld, Geduld und noch­mal Geduld. Wie ich schon schrieb, 2–3 Jahre muss man min­des­tens rech­nen. Was man auch braucht sind Ideen (die eben nicht sovie­le Nebenkosten erfor­dern). Augen auf und Stockfotos anschau­en – in Agenturen, Zeitungen, Werbung… her­aus­fin­den, was gekauft wird und war­um. Im Laufe der Zeit geht einem das dann in Fleisch und Blut über.
    Natürlich gibt es genug Fotografen, die das „Sitzfleisch“ nicht haben, weil man die Millionen doch nicht so ein­fach ver­dient wie vll gedacht 😀 Aber wer den Biss ent­wi­ckelt, der schafft es auf jeden Fall, gera­de Stock ist see­ehr gut dafür geeig­net. Eigene Erfahrung 🙂

  11. @Kerstin
    Du sagst ja selbst, dass man Ausdauer und Ideen braucht; die ers­te Mio nicht schnell ver­dient ist.
    Mein Eindruck aus der Mail war aller­dings, dass Jürgen rela­tiv über­gangs­los Geld benö­tigt. Und da wäre eben die Fortführung des Berufs sinn­vol­ler, viel­leicht auch, um sich auf einen aktu­el­len Wissensstand im Fotobereich zu brin­gen und kon­kret Stockfotografie zu üben. Mir lang dar­an, nicht zu vie­le Erwartungen zu streu­en.
    Natürlich glau­be ich dir, dass du und eini­ge ande­re Stockfotografie mit Gewinn betrei­ben. Aber ich bin weit ent­fernt zu glau­ben, das dies die Regel dar­stellt.

  12. Ohne jetzt Jürgen pers. angrei­fen zu wol­len. Bei die­sen Fotos wur­de so ziem­li­ch alles fal­sch gemacht, was man fal­sch machen kann. Was nützt einem das Speedlite, wenn man das Gemüse fron­tal anblitzt. Mit die­ser Ausrüstung wäre mit einem klei­nen Lichtzelt schon eini­ges mög­li­ch… aber so wie die­ses Foto tech­ni­sch umge­setzt wur­de traue ich mich zu wet­ten : jeder Amateur schafft bes­se­re Bilder mit einer Handyknipse. Sorry.

    Wenn man im Bereich Stockfotografie Erfolg haben will, soll­te man zumin­dest nicht nur Roberts Buch lesen, son­dern auch Agenturen mal nach deren vor­han­de­nen Bildbestand durch­fors­ten und sich dann die Frage stel­len, ob man durch kri­ti­schen Umgang mit sich selbst, das fotografisch/künstlerische Niveau der erfolg­rei­che­ren Anbieter jemals errei­chen wird kön­nen. Dazu gehört nun mal auch der gekonn­te Einsatz von Bildbearbeitung.

    Ich betrei­be Stockfotografie seit knapp 2,5 Jahren neben­be­ruf­li­ch. 400 Euro die Woche ist mitt­ler­wei­le an Umsatz drin. Und das ohne jedes Monat dut­zen­de Bilder hoch­zu­la­den.

    Freundliche Grüße

    Marco

  13. im Allgemeinen hat die Bildqualität sehr nach­ge­las­sen was den micro bzw. macro Bereich ( vor allem ) betrifft . Es ist sehr erschre­ckend was mitt­ler­wei­le ange­nom­men wird durch auto­ma­ti­sche inputs von Daten durch Partner . 

    Allgemeine Tips : es gibt heut­zu­ta­ge nix ein­fa­che­res ein gutes Foto zu machen , ihr habt heut­zu­ta­ge tech. alle Voraussetzungen direkt ein Bild zu betrach­ten .
    Grundschärfe von Blende 8 wenn mög­li­ch . Wenn Blitz : indi­rekt . soviel Tageslicht wie mög­li­ch mit­neh­men …
    Raum für Texte las­sen …quer­for­mat gol­de­nen Schnitt – ruhi­ge Hintergrundflächen als Textraum …
    mit Schärfe spie­len …mal Vorder mal Hintergrund scharf unscharf …

  14. offe­ne und ehr­li­che kri­tik ist wich­tig und hilf­reich. in einem punkt würd ich robert aber wider­spre­chen: die kri­tik bzgl. der far­be des „was­sers“ –> wo steht, dass es sich um was­ser han­delt, ich hät­te hier eher apfel­saft oder ähn­li­ches gese­hen.

    bzgl. der glä­ser auf den fotos: ungüns­tig fin­de ich hier auch, dass die bei­den glä­ser „gemus­tert“ sind und kei­ne glat­te wand haben. bzw. das ers­te glas scheint schon irgend­wel­che abnut­zungs­spu­ren zu haben, meist von der spül­ma­schine. fle­cken und mus­ter im glas soll­te man wohl ver­mei­den.

  15. Marcos Meinung kann ich nur zustim­men, obwohl ich Lichtzelte nicht als gute Lösung anse­he. Ebensowenig wie Makroblitzringe übri­gens. Nehmen zu vie­le Schattendetails und Kontrast.
    Im Kern trifft er den Punkt: Selbstreflexion über das eige­ne Portfolio und das eigen krea­ti­ve Leistungspotenzial sowie mögl. objek­ti­ven Abgleich mit vor­han­de­nen Portfolios ande­rer Fotografen.

    Weil ich grad Lust habe, ein Brainstorming zum 3. Bild (Glas auf Tisch im Garten):
    – Wieso grü­ner Hintergrund?
    – Wieso unru­hi­ges Bukett?
    – Wieso grü­ne Reflexe vom Hintergrund im Wasser?
    – Wieso den roten Reflex rechts?
    – Wieso den wei­ßen Reflex links?
    – Wieso die roten Säume?
    – Wieso die­se ver­chrom­te Tischplatte?
    – Wieso die grü­nen Reflexe auf der Tischplatte?
    – Wieso Glas am Tischrand?
    – Wieso die­se Anordung des Tischs im Rahmen?
    – Wieso die­se Aufnahmeposition des Glases (Elipse am oberen Rand vs. gera­de Linie)?
    – Wieso die Gasperlen als Detail?
    – Wieso die­ses Glas?

    Der (unvoll­stän­di­ge) Fragenkatalog ist nicht böse gemeint, son­dern soll als Anregung die­nen, das Motiv und die Szenerie für sich selbst bes­ser ein­zu­schät­zen und zu hin­ter­fra­gen.

    Sag ich mal so.

  16. Die 400 Euro / Monat sind ein sehr sport­li­ches Ziel. Das meis­te zu den Bildern ist ja schon gesagt wor­den.
    Was mir hier fehlt ist eine Auseinandersetzung mit der Fotografie. Was will ich dem Betrachter mit­tei­len, wel­che foto­gra­fi­schen Mittel set­ze ich war­um ein?
    Warum gestal­te ich ein Bild so und nicht anders?
    Es gibt ja meh­re­re Möglichkeiten an ein Thema her­an­zu­ge­hen. Dokumentarisch, jour­na­lis­ti­sch, künst­le­ri­sch, avan­g­ar­dis­ti­sch, expe­ri­men­tel. Egal wie, ein Bild muss eine Geschichte erzäh­len oder dazu tau­gen einen Text span­nend zu illus­trie­ren und den Betrachter dazu anhal­ten den Text zu lesen oder die Anzeige zu beach­ten.
    Fotografie ist eine sehr per­sön­li­che Sache und die eige­ne Persönlichkeit soll­te in die Bilder ein­flies­sen.
    Bevor du mit Stock anfängst soll­test du dir über die­se Dinge Gedanken machen.
    Nehmen wir mal die Bilder aus Roberts Beipiel. Die Gurken:
    Erste Überlegung, Aufschneiden oder nicht, wenn auf­ge­schnit­ten aus wel­cher Perspektive?
    Lichtführung, damit es ape­tit­li­ch wirkt, Komposition, damit es sinn­voll ins Format passt und dyna­mi­sch wirkt.
    Die roten Peperoni als farb­li­cher Kontrast zum Grün der Gurken.
    Hier wur­de sich für einen weis­sen Hintergrund ent­schie­den, was für ein Stockfoto nicht die schlech­tes­te Wahl ist, weil es uni­ver­sell ein­setz­bar ist.Das Motiv ist nir­gend­wo ange­schnitt­ten, das kann der Kunde bei Bedarf machen.
    Das soll jetzt natür­li­ch nicht heis­sen, das man nur auf weiss foto­gra­fie­ren und nicht anschnei­den soll.
    Nur muss man eine Idee haben von dem was man machen will und die­se Idee umset­zen.
    Ganz wich­tig, wenn du eine Idee hast set­ze sie um, ohne zu über­le­gen ob es sich ver­kauft oder nicht. Lass sie nicht auf dem Ideenfriedhof enden.

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