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Tutorial: Drei einfache Licht-Setups mit 2-3 Blitzen im Studio

Wie schon erwähnt habe ich auf der ersten Microstock Expo 2011 in Berlin einige Artikel-Ideen bekommen.

Der Stockfotograf Luis Alvarez hatte bei der MEXPO auch ein Beauty-Shooting organisiert. Einige Blog-Leser kennen ihn vielleicht schon von seinem Gastbeitrag “Tutorial für Blitzaufbau bei Portraits im Hip Hop Look” oder von seinem Statistik-Service Stock Performer. Luis hat mir erlaubt, die drei Licht-Setups vom Shooting vorstellen zu dürfen.

Das erste Set mit der langhaarigen Aljona ist ziemlich einfach und der Aufbau wird so ähnlich gerne in den Hochglanz-Modemagazinen verwendet, weil er mit minimalen Mitteln einen coolen Look erzeugt. Hier seht ihr zuerst eins der fertigen Fotos. Mehr Fotos könnt ihr hier sehen und auch kaufen*.


Das Model steht auf einer dunkelgrauen Hintergrundrolle, die mit einem Normalreflektor angeblitzt wird. Dieser Blitz erzeugt den weißen Kreis im Hintergrund. Die Stärke des Blitzes regelt logischerweise die Helligkeit des weißen Kreises. Als Hauptlicht dient ein sehr hoch stehender Blitz mit Beauty Dish, der ganz leicht nach links versetzt ist. Die Höhe des Blitzes ist wichtig, damit die Haare oben auch etwas Licht abbekommen.

Den genauen Aufbau und die tatsächliche Höhe des Beauty Dish seht ihr auf dem Setup-Foto unten hinten.


Im Vordergrund seht ihr den Set-Aufbau für das zweite Model, die bezaubernde Yolanda. Hier wieder eins der fertigen Fotos, mehr davon sind hier erhältlich*.

Obwohl bei diesem Blitzaufbau drei Blitze benutzt werden, ist das Setup noch einfach als das erste, denn alle Blitze sind nur mit Normalreflektoren ausgestattet.  Der Hauptblitz steht direkt auf der Sichtachse des Models hinter und über dem Fotografen. Für die Lichtkanten (auch “rim light” genannt) an den Armen und im Gesicht des Models sorgen zwei weitere Blitze, die ca. im 30°-Winkel hinter dem Model stehen, aber tiefer montiert sind als das Hauptlicht. Das Setup-Foto oben sollte da keine Fragen offen lassen. Eine wichtige Rolle spielt auch der farblich auf das Model abgestimmte Hintergrundkarton, damit die Fotos stimmig wirken.

Das dritte und letzte Setup wurde für die blonde Valerie eingerichtet. Hier eins der fertigen Fotos, mehr davon gibt es wieder hier zu sehen*.


Der Aufbau ist fast identisch mit meinem normalen Lichtaufbau, den ich im Studio nutze. Im Unterschied zu meinem Aufbau setzt Luis jedoch auf einen grauen Hintergrund. Als Hauptlicht dient eine große Octobox von schräg rechts. Direkt auf der anderen Seite des Models sorgt ein Blitz mit einer vertikalen Softbox (ein sogenanntes “Strip-Light“) wieder für die Lichtkante am Arm und Haar des Models, wobei ich die Lichtstärke nachträglich gesehen etwas runtergeregelt hätte.

Unten im Bild seht ihr noch mal die genaue Aufstellung der Blitze und als Bonus den Profi-Microstocker Andres Rodriguez bei der Arbeit.


Wer noch mehr Material sehen will, findet im Blog von Gerhard Seybert weitere Fotos und ein “Behind The Scenes”-Video und auch bei den offiziellen Videos* ist etwas vom Shooting zu sehen.

Ich finde, dass diese drei Setup-Beispiele gut zeigen, wie mit relativ einfachen Mitteln und meist nur durch eine Änderung der Blitzposition und der Hintergrundfarbe ein ganz anderer Stil auf den Fotos erzeugt werden kann. Um alle Sets nachzubauen, braucht man nur drei Blitzköpfe, ein Hintergrundsystem mit drei Hintergrundkartons, ein Beauty Dish, eine Octobox und ein Strip-Light. Notfalls kann für den Anfang auch auf die Lichtformer und den dritten Blitz und die verschiedenen Hintergründe verzichtet werden.

Jetzt seid ihr dran: Welcher der drei Looks gefällt euch am besten? Warum?

* Affiliate

17 comments to Tutorial: Drei einfache Licht-Setups mit 2-3 Blitzen im Studio

  • Hi,

    3 sehr schöne Setups, die ich auch nur zu gerne benutze. Dabei könnte ich gar nicht mal sagen, welches Lichtsetup mein Favorit ist, da alle Ihr Vorzüge haben ….

    Viele Grüße
    Alex

  • Thomas

    guck mal hier, für die Skizzen: http://www.lightingdiagram.com/
    Lighting Diagram.com is a web app allowing photographers to create and share high quality Lighting Diagrams easily using just a web browser. (Lighting Diagram doesn’t currently support Internet Explorer although there are future plans to support it. Browsers tested and supported include:- Google Chrome, Safari, Firefox, and Opera.)

  • @Thomas: Ja, kenne ich, aber die kommerzielle Nutzung kostet da etwas…

  • Hinz

    vielleicht bin ich ja zu kritisch, aber ich finde alle 3 set-ups eher schlechte beispiele…

    set-up 1: das hauptlicht steht viel zu nah am model, daher ist die ausgestreckte hand überbelichtet. und trotz beautydish werfen kinn und nase hässliche schlagschatten.

    set-up 2: die rimlights sind viel zu stark ausgefallen, wirken überlichtet.

    set-up 3: hier ist das rimlight/haarlicht sogar deutlich heller als das hauptlicht!

  • tomtomtom

    Ich schließe mich Hinz an. Die Lichtaufbauten sind nicht exakt, nicht wirklich abgestimmt auf die Models und teilweise einfach gewollt, aber nicht gekonnt.

    Das erste Setup soll wohl ein Hollywood-Light darstellen – nun ja. Erstens steht das Hauptlicht falsch (es muß für diesen Aufbau mittig vor dem Model stehen), zweitens ist die Kopfhaltung des Models falsch, weil dieser Aufbau praktisch nur funktioniert, wenn sich die Nasenspitze des Models an dem Hauptlicht orientiert. Aljona nimmt die Nase runter und dreht den Kopf vom Licht weg – fatal. Sieht man wunderbar an den ausgeprägten Falten im Gesicht. Das geht so einfach nicht. Weiterhin ist der ausgestreckte Daumen näher am Licht als der Kopf, demnach überbelichtet. Ihr könnt selbst rätseln, wie man dieses Problem ohne weitere Hilfsmittel nur durch reine Physik lösen könnte…

    Beim zweiten Setup sind die Reflexe an den Ellenbogen – dabei müßten diese praktisch über die gesamte fotografierte Körperlänge laufen. Wir lernen: Normalreflektoren eignen sich für Halbkörper-Rims nicht. Man braucht Striplights. Der blaue BH will nicvht zum wahrscheinlich goldenen, aber farblich falsch dargestelltem Top passen und der Schatten auf dem Hintergrund ist auch in dieser Form überflüssig.

    Setup drei ist unlogisch – das Mädchen zeigt in eine Richtung, die vom Licht in keinster Weise betont wird. Was soll da sein? Die dunkle Ecke des Studios? Mal von der eigenwilligen Pose abgesehen, liegt es am Fotografen, das Licht der Bildidee unterzuordnen. Hier paßt das nicht. Der Lichtreflex am Körper sollte auf der Gesichtsseite des Models liegen, dann würde es wenigstens ein wenig mehr Sinn machen. Hinzu kommt auch hier der unkontrollierte Schatten auf dem Hintergrund. Grau ist deshalb immer eine Herausforderung, weil man Schatten nicht wegblitzen kann und man jede Ungleichmäßigkeit in der Beleuchtung sofort sieht – wie auch in diesem Bild. Das Styling des Mädchens ist in meinen Augen grauenvoll – Kleid und Leder(imitat)-Jacke, dazu rote Fingernägel?! Hilfe!

    Wenn meine Studenten mit sowas ankommen und ich einen schlechten Tag habe, jage ich sie wieder in’s Studio. Hab’ ich einen guten Tag, schick ich sie trotzdem zurück.

    Es sind alles Kritikpunkte, die durch einfache Korrekturen behoben werden könnten – deshalb sind es auch an sich äußerst simple Lichtaufbauten. Leider ist es heutzutage oftmals so, daß Photoshop als Rettungsanker angesehen wird. Dadurch geht eine Menge Wissen bzgl. Beleuchtung an den meisten Leuchten vorbei. Dabei ist es deutlich effizienter, einmal den Aufbau zu korrigieren als nach dem Shooting 15 Bilder in Photoshop zu bearbeiten, weil der graue Hintergrund grottig aussieht.

    Zugegebenermaßen ist es schwierig, sich ohne fachkundige Anleitung dieses Wissen selbst anzueignen – es sei denn, man hat Physik studiert und ist sich der physikalischen Eigenschaften des Lichts bewußt. Es gibt auch nicht wirklich viel gute Literatur Licht und Lichtsetups betreffend. Eigentlich gibt es nur ein einziges Buch, das brauchbar ist. Der Vorteil ist: darin steht dann aber auch alles, was man wissen muß, um gutes Licht zu bauen. Workshops bei Herrn Alvarez scheinen auch keine Lösung zu sein… ;-)

  • @Tomtomtom: Dann nenne doch bitte mal das brauchbare Buch für Lichtsetups, damit die anderen Leser auch etwas davon haben…

  • Hi Robert, Interessanter Artikel mal wieder (wenn auch nicht perfekt, wie oben schon gesagt ;))

    Schade das manche der Links mal wieder nicht funktionieren, das macht es ein wenig umständlich die Serie weiter anzugucken.

  • @Nils: Danke für den Hinweis, die Links sollten jetzt alle funktionieren.

  • reka

    also set 1 braucht definitiv eine Aufhellung von vorne unten für das Model , einfache styro würde reichen .

    set 2 : definitiv strip light anstatt der Reflektoren . Zudem zu harter Schatten des Hauptlichtes Model Hintergrund .

    set 3 ist einfach unspektakulär …

  • Max

    Hallo! Danke für den Artikel. Wie hast du die Skizzen gemacht? lg

  • @Max: Die Skizzen wurden freundlicherweise vom Grafiker meines Verlags zur Verfügung gestellt.

  • Max

    Danke. Vielleicht könntest du den Grafiker zu einem Gastbeitrag zum Thema Skizzen erstellen überreden. Mir gefallen die Grafiken im handgezeichneten Stil sehr gut.

  • Thomas

    @tomtomtom: Mich würde auch der Name des Buch interessieren….

  • @Robert: Meinen besten Dank für deine Mühe – grundsätzlich mit deinem Blog. Ich “verfolge” ihn regelmäßig – und auch wenn tomtomtom diesen Beitrag ziemlich kritisiert hat, so ist seine Kritik zwar hart, aber auch konstruktiv und für mich (als Laie) gut nachvollziehbar bzw. lehrreich…
    @tomtomtom: Ich bitte ebenfalls, uns deine Buchempfehlung zu Licht und Lichtsetups noch zu verraten!
    Angenehme Ostertage
    Regina

  • Vielen Dank für deine Mühe mit diesen Skizzen, ist sehr hilfreich auch wenn leise Kritik zu hören ist. Diese Darstellungen hellen aber sicherlich einigen Fotografen beim Einstieg. Und mit den Erfahrungen kommt ja dann auch das Wissen.
    schöne Ostertag, Thee

  • Nele

    Ja, der Buchtipp wär wirklich mal ne nette Sache. Ich finds ein wenig kurios, ewig lang zu kritisieren, aber dafür reichts dann nicht mehr …

  • ute

    Auch dieser Beitrag ist mal wieder super! Vielen Dank! Ich selbst fange gerade erst an mich mit dem Blitzen näher zu beschäftigen…