15 kostenlose Keyword-Tools für Stockfotografen

Die Verschlagwortung ist für Stockfotografen meist eine lästige Sache. Dabei sind vor allem die Suchbegriffe ausschlaggebend, ob sich ein Foto oft oder gar nicht verkauft.

Gute Fotografen wissen deshalb den Wert einer genauen, gründlichen Verschlagwortung zu schätzen. Ich hatte vor einigen Jahren schon einige hilfreiche Programme und Webseiten für die Verschlagwortung zusammengetragen, aber da das im Internet Lichtjahre sind, gibt es heute eine aktualisierte Übersicht.

Welche kostenlosen Tools helfen bei der Suche nach den richtigen Keywords oder der besseren Verschlagwortung?

1. Tag Editor

Der Tag Editor ist ein ganz neues Programm der Designerin Jacqueline Böttcher, die es in erster Linie für sich selbst programmiert hat, um ihre eigenen Bilder schneller zu verschlagworten.

Der Grundgedanke beim „Tag Editor“ ist, dass der Nutzer sich Wortgruppen zu einem Oberbegriff anlegen kann, die dann alle als Suchbegriffe zum Foto hinzugefügt werden, wenn der Oberbegriff ausgewählt wird. Es können auch verschiedene „Tag-Listen“ angelegt werden, damit zum Beispiel bei verschiedenen Themen der gleiche Oberbegriff andere Unterbegriffe enthalten kann. Diese Listen können auch exportiert und importiert werden.

Das Programm ist noch in der Beta-Phase und kann Bugs enthalten, aber die Programmiererin stellt es trotzdem schon hier kostenlos zum Download zur Verfügung (nur für Win). Geplant sind im Programm noch ein Thesaurus und eine Übersetzung ins Englische.

2. Picniche

Die Picniche-Webseite von Rob Davis ist ein Tool, mit dem Stockfotografen analysieren können, wie groß Angebot und Nachfrage von Bildern mit bestimmten Suchbegriffen sind. Das ganze funktioniert in mehreren Sprachen, auch deutsch und der Clou: Es wird angezeigt, welche anderen Suchbegriffe die Fotos mit den eingegebenen Begriffen zusätzlich am meisten enthalten. Picniche gibt es auch für den Browser Firefox als „Picniche Contributor Toolbar„, bei der – unter anderem diese Begriffe auch gleich angeklickt und in die Zwischenablage exportiert werden können.

3. Keyword Compare

Tyler Olson von der Microstockgroup hat ein ganz praktisches Tool entwickelt, mit dem sich die Suchbegriffe von zwei Bildern vergleichen lassen: Welche Wörter sind identisch, welche nur in dem einen oder anderen Bild enthalten und wie sähe die kombinierte Liste aus? Außerdem zählt es auch gleich die Suchbegriffe. Das funktioniert in jeder Sprache und ich benutze es manchmal, wenn ich ein Bild mit einem Motiv habe, welches sich aus zwei Elementen zusammensetzt, die ich schon in anderen Fotos beschrieben habe.

4. Microstock Keyword Tool

Ebenfalls von der Microstockgroup bereitgestellt wurde ein Keyword-Tool, welches basierend auf ähnlichen Bildern die relevantesten Suchbegriffe für das eigene Bild raussucht. Dafür werden in ein Suchfeld einige Begriffe eingegeben, die Sprache definiert (neun Sprachen stehen zur Auswahl) und angeben, ob man in Fotos, Illustrationen oder Vektoren suchen will. Dann wird einem angezeigt, welche Agenturfotos die genannten Begriffe enthalten. Daraus wählt man die Motive aus, die dem eigenen Foto am ähnlichsten sehen und bekommt dann eine Liste mit häufigsten verwendeten Suchbegriffen. Gesucht wird in der Datenbank der Bildagentur Shutterstock.

5. Arcurs‘ Keywording Tool

Das kostenlose Tool des Fotografen Yuri Arcurs funktioniert genauso wie das „Microstock Keyword Tool“ und war genaugenommen sogar eher online. Der größte Unterschied ist, dass hier nicht nur bei Shutterstock, sondern auch in den Bildern der Agentur Crestock gesucht werden kann. Dafür kann nicht nach Foto, Illustration oder Vektor gefiltert werden.

6. Findphotokeywords

Die Webseite mit dem klaren Namen Findphotokeywords.com des slowakischen Fotografen Maros Markovic nutze ich am häufigsten. Vom Prinzip her funktioniert sie wie das Microstock Keyword Tool oder das von Yuri Arcurs. Man kann Suchbegriffe in neun Sprachen eingeben, aussuchen, ob in Fotos, Illustrationen oder Vektoren gesucht werden soll und angeben, wie viele Treffer angezeigt werden sollen Der kleine, aber wichtige Unterschied ist, dass nicht nur eine oder zwei Agenturen durchsucht werden, sondern fünf! Fotolia, Shutterstock, Dreamstime, istockphoto und Getty Images. Damit sind sehr viele wichtige Webseiten abgedeckt und selbst wer nicht in englisch, sondern in deutsch verschlagwortet, bekommt bei drei Agenturen (Fotolia, istockphoto und Getty) immer noch viele relevante Treffer.

7. StockPhoto Keyworder

Beim Stockphoto Keyworder muss der Nutzer erst fünf englische Begriffe in der linken Spalte eingeben, dann erscheinen auf Knopfdruck in der rechten Spalte häufig dazu passende Begriffe, die durch einen Klick in die linke Liste übernommen werden können. Wenn die Auswahl nicht ausreicht, kann der mittlere Knopf erneut gedrückt werden und so weiter. Anschließend kann die fertige Liste in die Zwischenablage kopiert werden.

8. MyKeyworder

Die Webseite Mykeyworder.com funktioniert ebenfalls ähnlich wie die Tools 4-6, jedoch wieder mit einigen Unterschieden. Hier können zum einen endlich auch Begriffe ausgeschlossen werden und außerdem kann Flickr mit in die Suche einbezogen werden, was meist jedoch nicht so hilfreich ist. Nachteilig ist wieder, dass nur Shutterstock untersucht wird. Dafür gibt es als nettes Gimmick den „Shutterstock Keyword Optimizer„, bei dem ein Nutzer seine Mitgliedsnummer bei Shutterstock angeben kann und sich dann anzeigen lassen kann, welche seiner Fotos weniger als eine vom Nutzer definierte Anzahl an Suchbegriffen aufweisen. Wer will, kann sich auch eine Tagwolke ausgeben lassen.

9. Stocktagger

Der Stocktagger wurde vom Österreicher Marcus Irsigler entwickelt, hauptsächlich für die Nutzung bei istockphoto, aber es funktioniert genausogut für andere Agenturen. Nach einer – leider notwendigen – Registrierung kann man ein Wort eingeben, zu dem Synonyme und andere ähnliche Wörter angezeigt werden. Diese können durch einen Klick auf ein Plus-Symbol in die eigene Liste übernommen werden oder durch einen Klick auf das Wort selbst werden zu dem neuen Wort wiederum Synonyme und ähnliche Wörter gesucht.

10. Photo Keywording Tool

Der Vollständigkeit halber gilt es noch das schwedische Photo/Image Keywording Tool zu erwähnen. Das Prinzip ist identisch mit dem von Tool 4, es unterscheidet sich nur in der Anzeige der Keywords. Ist demnach Geschmackssache, was bequemer zu nutzen ist.

11. Semanger Keywords

Semanger ist eine semantische Suchmachine, welche nicht explizit für das Verschlagworten von Fotos gedacht ist, aber aus verschiedenen Gründen trotzdem gut dafür funktioniert. Es wird in ein Suchfeld ein deutscher Begriff eingegeben und man erhält eine Liste verwandter Wörter, Synonyme und passende Assoziationen. Die Daten kommen von der Suchmachine Yahoo/Bing und einem eigenen Index mit vielen .de- und .org-Domains. Da das Tool nicht für die Bildbranche gedacht ist, gibt es auch viele unpassende Treffer. Der Vorteil ist jedoch im Gegensatz zu den Tools, welche auf eine oder mehrere Bildagenturen als Datenbasis zurückgreifen, dass man keinen „Keyword-Inzest“ betreibt, also immer die ewig gleichen Begriffe benutzt werden, während Bildkäufer vielleicht ganz andere Suchbegriffe verwenden.

12. ProStockMaster

Die kostenlose Software ProStockMaster (für Win und Mac) bietet eine Art Rumdum-Sorglos-Paket für Stockfotografen, mit der diese ihre Fotos verwalten, sortieren, hochladen und vorher eben auch verschlagworten können. Nach Eingabe einiger Begriffe werden ähnliche Wörter vorgeschlagen. Die Besonderheit: Die fertigen Suchbegriffe können auf Knopfdruck in viele verschiedene Sprachen übersetzt werden.

13. Google Adwords Keyword Tool

Das kostenlose Keyword-Tool von Google Adwords kann man – ähnlich wie bei Semanger – ähnlich gut als Stockfotograf zweckentfremden. Gedacht ist das Tool für Werbetreibende, welche wissen wollen, welche Suchbegriffe sie buchen sollten, damit ihre Online-Werbung am meisten geklickt wird. Dafür stellt Google sehr wertvolle Daten zur Verfügung: Die tatsächlichen Suchbegriffe, welche Leute wie Du und ich täglich bei Google eingeben. nach Eingabe eines oder mehrerer Begriffe schlägt das Tool weitere Wörter vor, die dazu passen könnten. Das beste: Diese lassen sich danach sortieren, wie häufig sie bei Google eingegeben werden. das heißt, dass ich wirklich die Begriffe nutzen kann, welche meine potentiellen Kunden ebenfalls in der Realität verwenden. Das ist auch der Grund, weshalb ich dieses Tool sehr gerne nutze.

Ich bin mir nicht sicher, aber es kann sein, dass man mehr Informationen erhält, wenn man sich vorher mit seinem kostenlosen „Google Adwords“-Konto einloggt.

14. Shutterstock Keyword Trends

Über das Keyword Trends Tool der Bildagentur Shutterstock hatte ich schon hier im Blog ausführlicher berichtet. Damit lässt sich vergleichen, welche Suchbegriffe wann von Bildkäufern am meisten genutzt werden und welche Suchbegriffe häufiger eingetippt werden. Das Tool ist deshalb sehr wertvoll, weil wieder Daten von echten Bildkäufern genutzt werden.

15. Suchbegriffe, die zu Verkäufen führen

Das ist der Traum eines jeden Stockfotografen: Schon vorher zu wissen, welche Suchbegriffe wie oft tatsächlich zu Verkäufen führen. Mittlerweile bieten einige Bildagenturen diese Daten ihren Fotografen an, auf verschiedene Weisen. Die erste Agentur war Dreamstime, welche schon lange in der Verkaufsauflistung zeigt, welche Begriffe der Käufer verwendet hat. Wird dann auf das Bild geklickt, erscheinen alle Begriffe untereinander.

Shutterstock bietet in deren Beta-Testraum neue „Image Gallery Stats“ an, in denen prozentual angezeigt wird, welche Suchbegriffe bei einem Foto am häufigsten zu einem Verkauf führten.

Still und leise hat auch die Bildmaschine umfangreiche neue Statistikfunktionen eingeführt. Eine sehr nützliche ist die Funktion, bei der angezeigt wird, wie häufig die Suchbegriffe eines Fotos zu einer Anzeige des Fotos führten.

Diese Daten der Bildagenturen helfen vor allem dann, wenn man schon viele Fotos online hat und ähnliche Motive verschlagworten will.

Hilfe, so viele Tools! Wie nutze ich die richtig?

Die Vielzahl dieser Tools kann einen verwirren. Deswegen gibt es nächstes Mal einen Artikel darüber, wie man diese Tools am besten kombiniert und optimal nutzt.

Doch vorher würde ich gerne wissen:
Welche (kostenlosen) Keyword-Tools nutzt ihr am meisten und warum? Oder kennt ihr gar welche, die ich vergessen habe?

Update: 16. FlemishTagger

Der FlemishTagger erlaubt das Sortieren von fertigen Keyword-Listen, sowie eine Längenbegrenzung auf eine bestimmte Wortzahl sowie eine Rechtschreibprüfung. Außerdem werden Template-Listen für besonders häufig vorkommende Wortgruppen unterstützt.

12 Gedanken zu „15 kostenlose Keyword-Tools für Stockfotografen“

  1. Hallo,

    ich verschlagworte meist mit diesem Programm http://dusegard.se/PhotoKeywording.aspx. Ich finde es praktisch und einfach.
    Allerdings suche ich seit längerer Zeit vergebens nach einem deutschen Tool zur Verschlagwortung.
    Meist mache ich das alles aus dem Kopf aber ab und an vergisst man doch etwas.
    Habe zwar schonmal mit Excel versucht mir eine kleine Tabelle anzulegen, aber um das wirklich dauerhaft fortzusetzen fehlt mir einfach die Zeit.

    LG Corinna

  2. ich hatte immer findphotokeywords verwendet, aber seit einiger Zeit funktionieren dort (bei mir zumindest) nicht mehr die deutschen Keywords daher bin ich Händeringend auf der Suche nach einem vergleichbar guten Tool für deutsche Keywords.

  3. Hej, tolle Übersicht, umso gespannter bin ich auf deinen zweiten Teil 🙂
    findphotokeywords dunktioniert bei mir auch nicht auf deutsch.

  4. Hallo Robert,
    ich nutzte den Stocktagger, da hat man dann gleich die Suchwörter in deutsch und englisch.
    Meist füge ich allerdings noch einige Keywords per Hand dazu.
    Gruß
    Christine

  5. Hallo Robert,

    also die meisten der vorgestellten Programme kenne ich nicht, bis auf Picniche, ProStockMaster und das Arcurs Tool. Von ProStockMaster war ich am Anfang begeistert. Je mehr ich das Programm aber nutzte, umso weniger gefiel es mir. Man könnte da noch einiges verbessern, aber natürlich ist bei einem kostenlosen Programm die Motivation sicher gering, auch noch kleine Fehler auszumerzen, die aber im Dauerbetrieb ungemein nerven.

    Allerdings muss ich auch sagen, daß selbst kostenpflichtige Programme nicht unbedingt perfekt sind. Ich habe hier Fotostation und KIM Keywording getestet. Aber auch diese beiden Programme fand ich nicht wirklich gut für Stockfotografen geeignet.

    Was im Moment benutze ist Deepmeta für Istockphoto und für die anderen Agenturen benutze ich Adobe Bridge in Kombination mit einem selbst entwickelten Excel Sheet, das mir zumindest die Übersetzung in das Englische etwas vereinfacht.

    Gruß
    Roger

  6. Hallo Robert,
    ich habe nicht alle von Dir genannten Tools getestet, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass jedes Programm nur so gut sein kann, wie der Nutzer damit umgeht. Gibt ein Nutzer schon unpassende Begriffe ein um mehr Begriffe in gleicher Richtung zu finden, kommen die wildesten Keywords dabei heraus. Viele unserer Fotografen versuchen möglichst viele Begriffe zu finden, damit die Fotos möglichst häufig angezeigt werden…werden dann auch oft angezeigt, passt dann aber nicht zur Suche des Bildkäufers.
    Weil ich immer häufiger von Bildkäufern zu hören bekomme, dass die Suche in einigen Agenturen zu unzufriedenen Ergebnissen führt, nehmen wir immer gerne Anfragen per E-Mail entgegen und stellen dann für Kunden einen Link zusammen, der dann auch wirklich nur Fotos zeigt, die für ihn in Frage kommen könnten.
    Ausserdem korrigieren wir die Verschlagwortung der Fotografen, um möglichst alle unpassenden Begriffe auszusortieren.
    Wir hatten neulich zum Beispiel eine Anfrage eines Kunden. Er suchte: „Wertschätzung in der Zusammenarbeit“. Er hatte dies in mehreren Agenturen als Suche eingegeben, aber keine Fotos gefunden. Ich will damit sagen, dass ich auch immer wieder überrascht bin, mit welchen Begriffen manche Bildkäufer suchen.
    Viele Grüße,
    Olaf

  7. Hallo Robert

    kan es sein das Findphotokeywords nicht mehr funktioniert?

  8. Hab mal eine Frage in die Runde – kennt sich jemand mit Steuerformular USA für AGE aus?

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