Making Of einer Stockvideo-Produktion

Vor paar Wochen habe ich mei­ne Einnahmen aus zwei Jahren Footage-Verkäufen im Blog ver­öf­fent­licht. Die Umsätze waren erschre­ckend nied­rig, was auch dar­an lag, dass ich viel zu wenig Videos bei den Agenturen online habe. Deswegen habe ich mich auf­ge­rafft, paar Pillen in die Hand genom­men und eini­ge neue Videoclips gedreht. Damit ihr auch dar­an teil­ha­ben könnt, habe ich – ganz ama­teur­haft mit mei­ner Mini-Casio – den Aufbau gefilmt.


Aber schaut euch erst mal einen kur­zen Zusammenschnitt der fer­ti­gen Clips an:

Hier gibt es das Making-Of dazu zu sehen:

Diese Art der Clips wer­den „Turntable“ genannt, weil sie so pro­du­ziert wer­den. Mit einem Plattenspieler. In mei­nem Fall jedoch nur fast, denn ein Plattenspieler hät­te sich mit 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute viel zu schnell gedreht. Deshalb habe ich mir einen Spieluhr-Motor gekauft und auf die Spitze mit Alleskleber einee gro­ße Unterlegscheibe geklebt. Das ist lei­der etwas wack­lig, aber von der Geschwindigkeit mit 3 Umdrehungen/Minute opti­mal. Leider hat der Motor kei­nen An/Aus-Schalter, wes­halb ich ihn an eine Steckdosenleiste mit Schalter gesteckt habe.

Beleuchtet habe ich die Szene seit­li­ch mit einem Hedler DX15-Dauerlicht mit einem davor mon­tier­ten Durchlichtschirm. Von hin­ten leuch­tet ein LitePanels LED-Dauerlicht. Das ist jetzt kei­ne per­fek­te oder theo­re­ti­sch wohl­über­leg­te Ausleuchtung, son­dern ein­fach das, was ich an Geräten zur Verfügung habe.

Die Pillen und Tabletten hat mir eine befreun­de­te Apothekerin gesam­melt, mir mir auch schon ein Shooting ermög­licht hat. Ich habe sie gebe­ten, mög­lichst bun­te Pillen auf­zu­he­ben, da ein wei­ßer Haufen ja lang­wei­lig aus­sä­he. Dann mus­s­te ich die mit den Markennamen oder Logos aus­sor­tie­ren und übrig blieb eine far­ben­fro­he Mischung, die – wie ich fin­de – sehr tele­gen ist.

Die Kamera hat eine ungüns­ti­ge Position, um auf das Display zu schau­en. Deswegen habe ich mir nach einer Anleitung aus der d.r.f. Newsgroup einen Wireless-USB-Anschluss für mei­ne Kamera gebaut. Damit kann ich – mehr oder weni­ger – draht­los die Kamera direkt vom Laptop aus bedie­nen mit­tels der Canon EOS Utility Software. Das hat auch den Vorteil, dass der Fokus auf dem gro­ßen Bildschirm genau­er kon­trol­liert wer­den kann. Da ich am Laptop auch die Aufnahme star­ten und been­den kann, ver­mei­de ich Verwacklungen beim Druck auf den Kameraauslöser, die auch bei der Stativnutzung ent­ste­hen kön­nen. Erst spä­ter habe ich gemerkt, dass ich bei mei­nem Aufbau die Kamera auch mit einem nor­ma­len USB-Kabel vom PC aus hät­te star­ten kön­nen.

Ich hof­fe, die Wireless USb-Lösung bald wie­der bei Shootings ein­set­zen zu kön­nen, um die Bilder direkt nach der Auslösung zur Kontrolle von Details auf einem Monitor betrach­ten zu kön­nen.

Außerdem habe ich mir einen Movie-Slider bestellt, um end­li­ch auch etwas Kamerafahrten in mei­ne Bilder zu krie­gen und die Testgeräte für mei­ne ange­dach­te Outdoor-Akku-Dauerlicht-Lösung sind auch ange­kom­men. Aber dazu mehr, wenn ich Zeit hat­te, bei­des aus­zu­pro­bie­ren.

Mit wel­cher Ausrüstung dreht ihr Eure Videos? Habt ihr noch Tipps für mich zum Selberbasteln?

10 Gedanken zu „Making Of einer Stockvideo-Produktion“

  1. Mein ers­ter Gedanke: “ Hat der jetzt né Apotheke über­fal­len “ ??
    Naja, im Text ist ja dann erklärt wie du an die Pillen gelangt bist.
    Schön dass du uns wie­der an dei­ner Arbeit teil­ha­ben lässt. Ich habe zwar eben­falls die Canon EOS 5d Mark II aber habe mit der Videofunktion noch nicht wirk­li­ch viel gemacht. Ich glau­be du hast mich soeben moti­viert mich am Wochenende mal in mein Studio zu ver­drü­cken und ein bischen in die Welt der beweg­ten Bilder ein­zu­stei­gen.

    Liebe Gruesse
    Karsten

  2. Das ist echt gut! Habe frü­her Videofilme gedreht und geschnit­ten, ken­ne mich da etwas aus. Die ein­zel­nen Passagen könn­ten zum Teil ein biss­chen län­ger sein. 2 Sekunden mehr wären gut, es wirkt manch­mal etwas „hek­ti­sch“ wenn das Motiv wech­selt.
    Wie Karsten fin­de ich es wahn­sin­nig klas­se, wie offen Sie Ihr Wissen tei­len und wei­ter­ge­ben!
    Viele Grüße
    Ute Jansing/Pitopia

  3. Hallo Robert,

    bei dei­nen Clips ist mir auf­ge­fal­len das es bei den Bewegungen seit­wärts etwas ruckelt.
    Eventuell liegt das an den ver­schie­de­nen fps Einstellungen der Kamera bzw. vom ren­dern dana­ch.

    Schöne Grüße
    Daniel

  4. @Daniel: Ja, die Schwenks sind noch nicht per­fekt. Die fps-Raten sind in der Kamera und dem Schnittprogramm gleich (29,97 fps), es liegt ver­mut­li­ch mehr am Videokopf, den ich des­we­gen nach dem Dreh auch mal geölt habe.

  5. Hallo Robert,
    Ich habe eine Canon EOS 500 D. Mit wel­cher unge­fäh­ren Investition an Zubehör für die DSLR Video Produktion rech­nen. Gibt es da evt. etwas im Set?
    Viele Grüße – Thomas

  6. Moin,

    ich habe in die­sem Segement gar kei­ne Erfahrung. Lieferst Du den Agenturen das Rohmaterial, damit die Kunden sich das sel­ber zu Recht bas­teln kön­nen oder bekom­men die einen fer­ti­gen Film mit Musik? Was ist, wenn einem Kunden was nicht gefällt, eine Szene oder die Musik, wird die dann umge­schnit­ten?

    LG, Karsten

  7. @Karsten: Das Rohmaterial lie­fe­re ich nicht, die Ausgangsdatei wird ähn­li­ch wie ein Foto bear­bei­tet (also Farbton, Sättigung, Kontrast, etc…) und in ein uni­ver­sel­les Videoformat kon­ver­tiert. Musik ist in der Regel nicht dabei, meist auch kein Ton, das machen die Kunden selbst.

  8. Hallo Robert,

    vie­len Dank für den Einblick in Deine Stockvideo Produktion. Ich muss mich immer wie­der wun­dern wie Du alle Deine Aktivitäten unter einen Hut bekommst und Deinen Blog regel­mä­ßig mit inter­es­san­ten Themen füt­ter­st.

    Ich selbst habe mich jetzt auch mit dem Thema Video etwas aus­ein­an­der­set­zen müs­sen in Form eines
    Imagevideos. Meine Erfahrungen hier­zu könnt Ihr in mei­nem Blog nach­le­sen.

    Es war auf alle Fälle inter­es­sant und lehr­reich und sobald Zeit ist wer­de ich mich wohl auch an die ers­ten Stockvideos machen. 

    Alles Gute.

    Roger

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