Stockfotografie-News 2009-12-11

Nein, die News sind nicht tot. Hier ist der Beweis. Nach zwei Wochen Nachrichtenabstinenz geht es heu­te wei­ter mit Meldungen aus der Bilderbranche. Anschnallen, es wird eine rasan­te Fahrt:

  • Fangen wir mit iStock­pho­to an. Da geht eini­ges. Deren Chef Kelly Thompson hat im istock-Forum einen Brief mit einem Rückblick und Ausblick ver­öf­fent­licht. Das Wichtigste: Die Preise wer­den stark durch­ge­schüt­telt. Zum einen wer­den die Preise für die XL bis XXXL-Größen gesenkt (10, 15 oder 20 Credits statt wie bis­her 12, 18 oder 22 Credits). Exklusive Bilder hin­ge­gen wer­den teu­rer und fan­gen jetzt nicht mehr bei einem Dollar, son­dern bei zwei an. Außerdem wird eine neue Preisstufe zwi­schen „nor­mal“ und der hoch­prei­si­gen „Vetta“-Kollektion gestar­tet, bei der die exklu­si­ve Fotografen selbst bis zu 20% ihres Portfolios teu­rer anbie­ten kön­nen. Außerdem wer­den die Preise pro Credit leicht ange­ho­ben. 50 Credits kos­ten bei­spiels­wei­se bald nicht mehr wie bis­her 70 USD, son­dern 73 USD. Es ist schwer abzu­schät­zen, wie sich das für die Fotografen aus­wir­ken wird. Zuerst dach­te ich als nicht-exklusiver Fotograf „Mist, Preise sin­ken, ich ver­die­ne weni­ger“. Aber die Preissenkung scheint anzu­deu­ten, dass ein Teil der Microstock-Kunden die bis­her kon­ti­nu­ier­li­chen Preissteigerungen nicht mehr mit­macht. Das könn­te auch hei­ßen, dass nicht-exklusive Fotografen zukünf­tig mehr Downloads ver­bu­chen kön­nen, da vor allem deren Druckgrößen immer­hin fünf Credits güns­ti­ger sein wer­den als von exklu­si­ven Fotografen.
  • Außerdem kün­digt Thompson an, ab dem 24.02.2010 die Canister-Level stark anzu­he­ben. Canister-Level sind ein inter­nes Ranking-System, was den Fotografen erlaubt, mehr Bilder mit jedem höhe­ren Rang hoch­zu­la­den bzw. bei exklu­si­ven Fotografen auch mehr Prozente pro Verkauf aus­ge­zahlt zu bekom­men. Jetzt muss ich stark hof­fen, dass ich es noch vor­her vom Bronze- zum Silber-Level schaf­fe. Es wird schwer, aber es wäre mach­bar.
  • Die Microstock-Bildagentur Digitalstock mel­det die Einstellung ihres inter­na­tio­na­len Partner-Portals Agodia.com ab dem 01.12.2009.
  • Die Microstock-Agentur Dreamstime been­det ihren „Druck-Service“ zum 15.12.2009, bei dem Kunden sich Abzüge der Archivfotos bestel­len konn­ten. Grund waren logis­ti­sche Probleme mit den exter­nen Dienstleistern.
  • Die Bildagentur Panthermedia kün­dig­te in ihrem Dezember-Newsletter an, die Preise für deren Merchandising- und Konzern-Lizenzen noch im Dezember zu erhö­hen. Ich höre ein Aufatmen der Konkurrenz, wel­che in den letz­ten Monaten gespannt das Experiment beob­ach­tet hat. Wäre es geglückt, wären die ohne­hin nied­ri­gen Microstock-Preise noch mal gesun­ken. So zeigt PantherMedia Einsicht und lässt den Markt etwas sta­bi­ler.
  • Ich bin mir nicht sicher, ob es als Nachricht gilt, denn über­rascht hat mich die fol­gen­de Meldung nicht. Aber der Vollständigkeit hal­ber: Getty Images ist die offi­zi­el­le Bildagentur der Olympischen Winterspiele 2010.
  • Der Konkurrent Corbis kon­tert mit hand­ge­mal­ten Weihnachtsbildern von Andy Warhol.
  • Die Bildagentur Pitopia hat ihr Upload-System für Fotografen etwas ver­ein­facht. Das eher nutz­lo­se Feld „Dateityp“ wur­de gestri­chen, die 100%-Vorschau muss nicht mehr vom Fotografen defi­niert wer­den und die Anzahl der bis­her ein­ge­tra­ge­nen Keywords wird live ange­zeigt. Sind alles Kleinigkeiten, die zusam­men genom­men mei­nen Upload aber erheb­li­ch beschleu­ni­gen. Danke.

Habe ich etwas ver­ges­sen? Dann wie immer in den Kommentaren ergän­zen.

5 Gedanken zu „Stockfotografie-News 2009-12-11“

  1. Und an die­ser Stelle nichts Neues von foto­lia?
    Liebesgrüße aus Moskau, oder wie sol­len die treu­en fotolia-Autoren die zwei Ohrfeigen zum Neujahrsgruss ver­ste­hen?
    1) wird die XXXL-Grösse nicht mehr ver­gü­tet,
    son­dern schmilzt zur XXL-Grösse in nied­ri­ge­re Honorare,
    die ( zudem ohne Vorwarnung )
    2) mal eben still und lei­se im Exklusiv-Vertrag von bis­her
    51% auf 48% ver­gü­tet wer­den

    wer kann mir eine seriö­se Deutsche Alternative zu foto­lia benen­nen, dafür wäre ich sehr dank­bar

  2. Der Newsletter mit den Preisanpassungen wur­de erst am 17.12. ver­sen­det.
    Ich finds zwar auch scheis­se.

    Die haben es aber cle­ver gemacht: vie­le Fotografen mur­ren in den Foren des­we­gen nicht, weil die Bildpreise ange­ho­ben wur­den und sie dann theo­re­ti­sch bei gleich blei­ben­den Verkäufen mehr ver­die­nen. Der XXXL Bereich war unter den Fotografen ohne­hin unter­re­prä­sen­tiert. Und selbst die XXL Lizenzen wer­den sel­ten ver­kauft. Zumindest ist das bei mir so. 

    Tja, wenn du dei­ne Alternative auf Deutsche Alternative ein­schränkst (evtl. sogar nur Stock), wirst du wohl kaum einen so guten Marktplatz fin­den wie Fotolia. Die mög­li­che Konkurrenz wie Polylooks oder Zoonar ist ja mei­nes Erachtens nicht nen­nens­wert. Aber bei den genann­ten Kommisionszahlen bist du ja sowie­so in höhe­ren Rängen unter­wegs, also weißt du das sicher auch schon. Mir fällt lei­der auch nichts ein, wo man ähn­li­ch schnell Verkäufe erzie­len kann.

  3. Grüss Dich FoG,
    foto­lia gibt sich als pro­fes­sio­nel­ler Bildvermarkter und hat
    unter die­sem Anschein hun­der­te Profis aus Deutschland exklu­siv an sich gebun­den, um die­se jetzt mit einem Tritt in den Hintern für ihr Engagement ins Neue jahr zu schi­cken. Die Neujahrsbotschaft lau­tet: gib alles oder stirb.
    Zu mir, mei­ne meiss­ten Verkäufe sind nun mal XXL, bei einer Honorarminderung um 3% sind es bei mir 15 XXL-Verkäufe monat­li­ch, die letzt­end­li­ch nicht ver­gü­tet sind, rech­ne das mal auf alle Autoren hoch …
    Das angeb­li­che news­let­ter von foto­lia habe ich weder erhal­ten, noch ist es auf der Website von foto­lia ein­seh­bar oder abruf­bar, bei­des riecht nach Methode Ausquetschen, so gut es eben mög­li­ch ist, immer an der Grenze des Erträglichen. Thanx foto­lia.
    Gestern hat­te ich die­se aktu­ell­te Provisionsverkürzung
    und die man­geln­de Seriosität bei der Konvertierung ( bei mir seit dem 14.12.2009 unbe­ar­bei­tet) auf der Website:
    http://www.Bilder-Verkaufen.de in deren Bewertungsforum ange­merkt,
    vor Schreck ist heu­te ( 04.01,2010 ) die­se Website nicht mehr online.
    Die Website http://www.Bilderverkaufen.de scheint auch nicht gera­de
    das geeig­ne­te Forum für Kritik zu sein, steht doch ein US-Betreiber dahin­ter.
    Also hier mei­nen Respekt an Robert, ohne den sol­che unsau­be­ren Vertragsauslegungen zu Ungunsten der Autoren (Honorarverschleppung/Honorarsenkung)
    nicht öffent­li­ch wer­den wür­den.
    Fast wöchent­li­ch fei­ert irgend eine Printpublikation foto­lia, lei­der sehr unkri­ti­sch und unre­flek­tiert, eben Bildzeitungsjournalismus. Sind wir wie­der in dem Stadium eines Goldrausches, wo die Verkäufer der Schaufeln noch immer gol­de­ne Geschäfte machen, jedoch kein Gold mehr im Boden ist?

  4. es ist komi­sch, du redest von nicht ver­gü­te­ten XXL Verkäufen. Aber die Lizenz für XXL wur­de ja nicht abge­schafft son­dern die XXXL Lizenz für Bilder ab 30 Megapixel.

    3/4 mei­nes Portfolios sind im XXL Format und den­no­ch sind 95% mei­ner Verkäufe im Bereich S – XL. Aber es stimmt schon: XXXL war bei Fotolia schon ein beson­de­rer Maßstab, alle Fotografen die die­se Auflösungen und Qualität lie­fern konn­ten haben nun das Problem. 

    Das mit der Verschleppung der Auszahlung find ich auch immer krass. Zu Weihnachten war es viel­leicht noch mal extra schwie­rig für Fotolia, aber auch son­st brau­chen die mehr als eine Woche zum Auszahlen. 

    Wie kann man da als Fotograf pas­send drauf reagie­ren? Dummerweise ist man ja auch ein wenig auf die Plattform ange­wie­sen …

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