Stockfotografie-News 2009-11-20

Guten Morgen, ab geht’s in die nächs­te News-Runde. Was ist pas­siert im Bildermarkt?

  • Die Bildagentur Alaska Stock Images macht vor, wie die neu­en Medien genutzt wer­den kön­nen. Damit ist nicht mehr das Internet gemeint, son­dern Applications für das iPho­ne. Sie koope­rie­ren mit Alaska HDTV und bie­ten Fotos als Wallpaper für das Handy an.
  • Der Fotograf Joe McNally schreibt einen inspi­rie­ren­den Brief an einen jun­gen Fotografen, der für vie­le jun­ge Fotografen ste­hen könn­te.
  • Und wie­der etwas für die Bildkäufer unter Euch: Der iStock-Fotograf Sean Locke hat ein klei­nes Script geschrie­ben, mit dem Bildkäufer bequem die Suchbegriffe eines bei iStock­pho­to gekauf­ten Fotos abspei­chern kön­nen – abge­se­hen davon, dass jede Bildagentur die­se Informationen in den Metadaten las­sen soll­te.
  • Dreamstime beschränkt den Upload von neu­en Bildern auf 30 Bilder pro Tag. Auch wenn zu ver­mu­ten ist, dass dies nur vor­über­ge­hend ist, zeigt es doch, dass die Bildagenturen nicht mehr auf ein­zel­ne Fotografen ange­wie­sen sind.

Vergessene Neuigkeiten bit­te wie immer ein­fach in den Kommentaren erwäh­nen.

13 Gedanken zu „Stockfotografie-News 2009-11-20“

  1. Ich habe mich schon oft gefragt, war­um die Agenturen die Keywords aus den Bildern ent­fernt, wenn man sie kauft. Gerade Käufer, die vie­le Bilder her­un­ter­la­den, wol­len die­se doch auch wie­der fin­den. Ich hal­te den Agenturen zugu­te, das sie es viel­leicht des­we­gen machen, damit poten­ti­el­le Bilderdiebe es nicht sooo ein­fach um das Bild bei einer ande­ren Agentur ein­rei­chen zu kön­nen. Aber ich glau­be wer das machen will, der hat auch genü­gend kri­mi­nel­le Energie um die Schlagwörter nach­träg­li­ch mit einem Skript wie­der ein­zu­fü­gen …

  2. ich glau­be das ist nur tech­ni­sches Unvermögen: Die Agenturen berech­nen ja Bildversionen aus den Originalen. Diese Bildversionen wer­den als neue Dateien von der Serversoftware gene­riert und es wer­den dabei wahr­schein­li­ch nur Bildinformationen berück­sich­tigt. Ich glau­be, Infos wie Tags etc. müss­ten sie dann sepa­rat wie­der in die neu­en Bilder ein­tra­gen und gen­au das haben sie schlicht und ein­fach ver­ges­sen bzw. für nicht not­wen­dig erach­tet.

  3. Das hat mei­ner Meinung nach ganz ande­re Hintergruende:
    1. In den IPTC Feldern gibt es auch eini­ge Felder, die beim Bildimport nicht beru­eck­sich­tigt wer­den, egal ob was drin steht oder nicht. Wenn ich nun in Creator oder byline mei­nen Namen und Kontaktinformationen ein­tra­gen wuer­de und die Agentur die­se nicht ent­fernt, koenn­te der Bildkunde ach Kauf der Datei ja theo­re­ti­sch mich direkt kon­tak­tie­ren und so die Agentur umge­hen.
    2. Es kommt auch drauf an wie die Bildinformationen im System abge­legt wer­den. Die Microstock Agenturen bie­ten ja eine Verschlagwortung online an, wenn die Bilder hoch­ge­la­den sind. Da stellt sich die Frage ob die­se Informationen direkt in die Bilder geschrie­ben wer­den oder sepa­rat in der Datenbank abge­legt wer­den. Ich ver­mu­te mal zwei­te­res. Die Bilddaten wer­den extra­hiert und sepa­rat in der DB abge­legt.

  4. Michael hat da recht: die IPTC-Daten wer­den zwar (teil­wei­se) aus­ge­le­sen, aber in das – neu gene­rier­te – Bild nicht rein­ge­schrie­ben. Es wird auch aus den von ihm genann­ten Gründen nicht das Originalbild gespei­chert, son­dern eine Kopie (des­we­gen wol­len die auch immer höchs­te Qualität!). Denn wür­de das Original genom­men wären Byline, Author und alles ande­re wei­ter in der Bilddatei drin. Um das zu ver­mei­den müss­ten die ansons­ten einen Job über die Datei lau­fen las­sen, wo der gewitz­te Fotograf denn nun sei­ne Kontaktdaten ver­steckt hat … 😉

  5. Ich hat­te test­wei­se mal eins mei­ner Fotos von iStock­pho­to run­ter­la­den las­sen, um zu sehen, wie die Datei beim Kunden aus­sieht. Ich glau­be, da waren alle mei­ne Daten drin. Aber da iStock­pho­to eh die­ses kom­pli­zier­te Verschlagworten mit dem Kontrollierten Vokabular hat, nut­zen viel­leicht z.B. vie­le exklu­si­ve iStock-Fotografen kein IPTC und geben die Daten direkt auf der Agentur-Webseite ein, wo sie natür­li­ch nicht in die IPTC-Daten über­nom­men wer­den. Und bei vie­len Microstock-Agenturen kann der Fotograf doch sowie­so direkt gefun­den oder gar kon­tak­tiert wer­den, des­we­gen fin­de ich sol­che „Versteckspielchen“ kin­di­sch. 🙂

  6. Hi, Robert, mit dem „ver­ste­cken“ mein­te ich ledig­li­ch, daß irgend­wie jeder ein ande­res IPTC-Feld dazu nutzt. Der eine schreibt’s in ecki­gen Klammern in die Caption (Angaben in ecki­gen Klammern wer­den von eini­gen Systemen, wie Fotofinder, nicht für die Suche genutzt!), der ande­re schreibt’s in „Anweisungen“ (wo es auch eigent­li­ch hin­ge­hört). Hat also mit „kin­di­sch“ aber auch rein gar­nix zu tun.

  7. Wer mal wis­sen will, wie das mit den IPTC-Daten wirk­li­ch sich so ver­hält, der schaue ein­fach mal bei iptc.org vor­bei. Denn, um in der Juristensprache zu blei­ben: Ein Blick ins Gesetzbuch erleich­tert die Rechtsfindung.

  8. Und, wenn Ihr möch­tet, erzäh­le ich Euch auch noch ger­ne etwas über ein­ge­bet­te­te Farbprofile, ob Adobe RGB 1998 oder ECI-RGB. Von mir aus auch über Druckraster und dpi und lpi …

  9. @Franz: Das „Versteckspielen“ bezog sich eher auf die Bildagenturen, die aus Angst vor einer Kontaktaufnahme zwi­schen Fotograf und Bildkäufer die IPTC-Infos löschen.

  10. @ Robert: Okay, dann neh­me ich alles zurück und behaup­te das Gegenteil. 🙂

    Aber eines muß wirk­li­ch in dem Zusammenhang gel­ten: auf die Weise kann kein Fotograf einen halb­wegs ratio­na­len Workflow auf­bau­en. Denn, wäh­rend ich in mei­nen eige­nen Mecom-Pool über den Mecom-Transfer-Client ein­fach mei­ne Bilder nach Hamburg kabe­le und sie sind sofort ver­füg­bar oder über den Bildkanal direkt in die Redaktionssysteme, habe ich bei Agenturen zusätz­li­che Arbeit in einem Web-Interface, war­te auf Freigaben, auf „dum­me“ Anmerkungen einer sog. „Bildredaktion“, und und und …

    Ehrlich, dafür hat ein Profi nicht die Zeit.

    Wenn ich die näm­li­ch hät­te, dann wären mei­ne rund 50.000 digi­ta­len Fotos längst bei jeder Microstock-Agentur die­ser Welt. Und ich wür­de wie­der Nachtschichten am Filmscanner ein­le­gen, um mei­ne „lum­pi­gen“ ca. 500.000 Dias und Negative in null­kom­ma­nix digi­tal zu haben.

    Dann wür­de ich ja 10% von Fotolia hal­ten. 😉

  11. ist es nicht unab­hän­gig von Fotolia sinn­voll, altes Material zu digi­ta­li­sie­ren? Da sind doch sicher eini­ge Perlen dabei. Ein paar Nächte müss­ten einem dass doch Wert sein 🙂

  12. Lieber Jörg, ich habe bis Ende 2005 mit der Nikon F4 auf Film foto­gra­fiert. Aktuell auf Negativ, Archiv auf Dia. Was glaub­st Du, wie­vie­le Tage und Nächte ich am Scanner geses­sen habe. 

    Und, was Perlen sind, die wer­den auch digi­ta­li­siert. Zum Beispiel, wenn ein Jahrestag kommt, wie 20 Jahre Mauerfall, 20 Jahre Operation Lindwurm oder 20 Jahre Desert Shield und Desert Storm.

    Da wäre ich ja mit dem Klammersack gepu­dert, wenn ich’s nicht machen wür­de.

  13. @Franz
    was die Kontaktinformationen in der Caption in Klammern [] angeht, so mach ich das genauso. Und zwar aus fol­gen­dem Grund.
    1.wie Du schon sagst, Fotofinder schliesst die­se Angaben aus den Suchergebnissen aus, aber nicht nur. Stehen Die Infos in [] ver­schiebt Fotofinder die­se Infos direkt in das Feld Urheberinfos. Zudem schrei­be ich mei­ne Kontaktinfos so: M I C H A E L A N H A E U S E R …also mit leer­zei­chen. Dadurch wer­den die­se Infos auch nicht auf Datenbanken durch­sucht, wel­che die [] nicht lesen koen­nen. Das erspart mir, das ich fuer ver­schie­de­ne Systeme jeweils eine eige­ne Caption anle­gen muss, son­dern ich betex­te nur ein­mal und es passt uebe­r­all.
    Nun noch die Gretchenfrage: Warum schrei­be ich die­se Infos ueber­haupt in die Caption, wo sie doch gar nix zu Suchen haben?
    Ganz ein­fach:
    1. Manche Kunden/Redaktionen machen nach wie vor Screenshots, aus den unter­schied­lichs­ten Gruenden, weil es schnel­ler geht, weil sie kei­ne Downloadgebuehr zah­len wol­len, weil sie das Passwort ver­ges­sen oder ver­legt haben, u.s.w. Die Caption erscheint meis­tens unter dem Vorschaubild, ist also dann auf dem Screenshot mit drauf. Stehen da mei­ne Kontaktdaten erleich­te­re ich dem Kunden die Kontaktaufnahme.
    Auch ist es fuer die Buchhaltung oft­mals ein­fa­cher, wenn sie ein Ausdruck mit dem Bild und den Kontaktinfos haben, z.bsp. wenn es das ers­te mal ist, dass ich der betref­fen­den Redaktion Bilder lie­fe­re. Nach dem ers­ten Mal ist man ja sowie­so erfasst.

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