Frag den Fotograf: Wie fotografiere ich wie Yuri Arcurs?

Manchmal hinke ich etwas hinterher. Jan D. hatte mir schon im September folgende Mail mit einer Frage geschickt:

„Sehr geehrter Herr Kneschke/Lieber Robert,

zu allererst möchte ich Dir zu deinem absolut gelungenen Blog gratulieren.
Ich bin regelmäßig einer der stillen Besucher und Leser deiner vielen Artikel
und ebenso regelmäßig von den immer neuen Themen rund um das Thema
Fotografie/Stockfotografie begeistert. Ich selbst bin eher ambitionierter denn
professioneller Hobbyfotograf aber stetig auf der Suche nach Tips die
Optik der eigenen Werke zu verbessern.

Besonders angetan hat es mir der herrliche, helle Bildstil von Yuri Arcurs.
Ähnliches schwebt mir ebenfalls bei meinen Bildern (im Privaten, ich
verkaufe nicht) vor. Bisher bekomme ich, obwohl ich mich als sicher &
gut im Umgang mit Photoshop bezeichnen würde, nicht diesen besagten
hellen Stil mit den trotzdem schönen Hauttönen hin. Daher habe ich auch
mit Spannug deinen Bericht des fotolia Workshops mit Yuri A. verfolgt, bis
auf kleine  Andeutungen zum Verwirklichen des Stils gab es jedoch leider
keinerlei Hinweise.

Langer Rede kurzer Sinn. Da du ja vor Ort ein wenig über die Schulter gucken
konntest,  weißt du wie dieser Stil per Photoshop (entsprechendes
Ausgangsmaterial natürlich vorrausgesetzt) erreicht wurde?! Über ein
paar Tips und HInweise würde ich mich sehr freuen.“

Ich habe lange überlegt. Darf ich so einen Post schreiben? Kann ich mich erdreisten, zu behaupten, ich wüsste, wie Yuri Arcurs seine superprofessionellen Bilder hinbekommt? Nein, das nicht. Deswegen kurz die Klarstellung: Ich sage Euch jetzt, wie ihr Bilder im Yuri Arcurs-Stil hinbekommt. Aber das heißt nicht, dass Yuri genau so arbeiten muss.

Außerdem klammert euch lieber nicht an die Vorstellung, dass ihr nur gut mit Photoshop umgehen müsstest, um den Yuri-Look hinzubekommen oder dass es gar einen Filter oder einen Plugin gäbe, der das für Euch erledigt. Das Wichtigste ist die Arbeit vor der Retusche!

Vier Faktoren machen ein gutes Yuri Arcurs-Bild aus:

  1. Gute Schärfe
  2. Geringe Tiefenschärfe
  3. Glückliche Models
  4. Viel (weiches) Licht

Schauen wir uns die Punkte genauer an. Wie Yuri seine Fotos gut scharf bekommt, habe ich schon in meinem Artikel „Scharfe Fotos mit Yuri Arcurs“ erklärt. Teuer wird der zweite Punkt. Die meisten seiner Fotos fotografiert er mit geringen Blendenwerten, vor allem 2,8. Das setzt entsprechende lichtstarke Objektive voraus, idealerweise welche, deren Offenblende noch weiter geht ist, zum Beispiel bis 1,8 oder 1,2. Gut sind leichte, lichtstarke Tele-Objektive, da sie schneller eine schöne geringe Tiefenschärfe erzeugen.

Der Punkt Models sollte nicht vernachlässigt werden. Nur wessen Models so im Gesicht strahlen als würden sie eine Dauer-Hochzeit feiern und dabei gleichzeitig im Lotto gewinnen, sind für solche Fotos geeignet. In diesem Video zeigt Yuri, wie er seine Models aussucht und mit seiner Hand die Kopfbewegung einfach beeinflußen kann. Außerdem sehr ihr gleich seinen idealtypischen Lichtaufbau.

Im zweiten Teil des Videos zeigt er, wie er dieses natürliche Lachen auf die Model-Gesichter zaubert.


Und das Wichtigste: Der Lichtaufbau. Es wird viel Licht benötigt, nicht unbedingt aus vielen Lichtquellen, aber hell muss es schon sein. In diesen eins, zwei, drei YouTube-Videos vom Fotolia-Workshop beschreibt Yuri einige seiner typischen Lichtaufbauten ganz gut, von einfach bis komplex. In meinem Artikel „Ein Tag mit Microstock-Fotograf Yuri Arcurs“ ist auf den Fotos noch eine andere Beleuchtungssituation zu sehen: Die indirekte Beleuchtung. Wer mal einen Blick in sein umwerfendes Studio geworfen hat (übrigens ein umgebautes Industrie-Gewächshaus), kann sehen, dass er das sehr clever mit Tageslicht löst, indem die Studiodecken aus leicht milchigem Glas sind, welche wie eine riesige Softbox von oben wirken. Ein unbezahlbarer Effekt. Bezahlbar ist die Variante mit Blitzen, indem einfach weiche Blitze (z.B. Softboxen) noch mal an Wände und vor allem Decken gerichtet werden.

Ich will nicht behaupten, dass ich wie Yuri fotografieren kann, aber dieses Foto kommt seinem Stil schon nah, meint ihr nicht auch?

Kiefer modellieren

Da ich das fotografiert habe, kann ich sagen, dass es ein verhältnismäßig simpler Aufbau ist. Fotografiert habe ich mit meiner 50mm-Festbrennweite* bei Blende 2.8 und 1/100 Sekunde Belichtungszeit (ISO 200). Als Licht diente mir ein Canon 580EX II Speedlite* auf einem Stativ mit einer Lastolite EzyBox-Softbox*, welches ich manuell mit Funkauslöser an die weiße Decke geschickt habe. Damit kann ich das Licht auf dem Gesicht bestimmen, während ich mit der Blende/Verschlusszeit-Kombination die Helligkeit des Hintergrunds beeinflußen kann. Als Kamera kam meine Canon 5D Mark II* zum Einsatz, aber es hätte genauso gut eine Canon EOS 450D* oder eine Nikon D3000* sein können. Als Alternative zum Fensterlicht zur Regulierung der Hintergrundhelligkeit kann auch ein zweiter Blitz genutzt werden, der auf eine hintere Wand o.ä. gerichtet wird.

In diesem Video zeigt Yuri, wie selbst Available Light-Bilder einen ähnlichen Look erreichen können. Etwas Überbelichtung und die Models an einem sonnigen Tag im Schatten oder unter dem Himmel bei bewölktem Wetter ergeben schattenfreie Aufnahmen.

Das letzte fertige Foto, was zum Schluß gezeigt wird, ist auch mit den kompletten EXIF-Daten in Yuri’s Flickr-Stream zu finden. Ohne Blitz werden dann Werte wie 1/40 Sekunde bei Blende 4 (ISO 400) mit einem 70mm-Objektiv erreicht.

Damit sind wir in der Lage, helle, freundliche Bilder zu machen. Trotzdem bleibt etwas Nachbearbeitung nicht aus. Dazu gehört neben dem korrekten Weißabgleich und einer leichten Überbelichtung auch das Anheben der Kontraste und der Sättigung. Zum Schluss werden die Bilder von störenden Elementen befreit. In diesem Artikel zeigt Yuri unter Punkt 2 ein Vorher/Nachher-Bild, was die Unterschiede gut sichtbar macht. Und das war es auch schon. Ist dich nicht so schwer, oder? Was meint ihr?

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29 Gedanken zu „Frag den Fotograf: Wie fotografiere ich wie Yuri Arcurs?“

  1. soooo schwer ist es tatsächlich nicht. Aber ich frage mich, warum man Yuri nacheifern sollte? Nur weil er erfolgreich ist? Heißt das man will durch Nachahmung ähnlich erfolgreich werden wie er? Das wird nicht funktionieren.

    Ihm zuzuschauen hilft sicherlich zu verstehen, wie Licht und Lichtführung funktioniert. Aber dennoch muss man die verschiedenen Techniken lernen und auch da seinen eigenen Stil finden. Und auch Yuri hat sicherlich ziemlich lange geübt bis er so erfolgreich wurde wie heute. Ich würde gerne seine frühen Werke mal sehen.

    Mein Tipp: leiht euch mal irgendwo nen schönen Studioblitz aus. Es ist eine Offenbarung was man mit viel Licht für Bilder erreichen kann 🙂

  2. @Boris: Du hast recht, das ist mir bewußt, aber ich nehme diese Variante, weil es kürzer ist und sich reimt. Du weißt doch, Absolute Beginner: „Ähm…, ja, aber der Rhyme, der Rhyme is‘ fett!“

  3. „Ohne Blitz werden dann Werte wie 1/40 Sekunde bei Blende 40 (ISO 400) mit einem 70mm-Objektiv erreicht.“

    Wusste gar nicht das Yuri mit einer Fachkamera fotografiert? 😉 Nicht das sich noch jemand wundert…denn lt. Exif Daten ist es eigentlich Blende f/4.0. Just for info.

    Gibt es eigentlich auch einen „Anti-helles-Bild“ Stockfotomarkt? Ich denke da z.B. an die nicht alltäglichen Anzeigen, die sich mal von der breiten Masse abheben möchten. Oder ist das verschwendete Zeit?

    Gruß,
    Daniel

  4. diese austauschbare massenware mit ihren stetig grinsenden , um zwei blenden überbelichteten gesichtvermieter haben nix, aber auch gar nix mit fotografie zu tun.

    hier kupfert der eine vom anderen ab, selbst die posen dieser sterilen dauergrinsenden menschen sind immer gleich.

    dies ist eine zutiefst amerikanische art zu fotografieren, nur schade das sie den weg in heimische blätter gefunden hat.

    die art der fotografie erinnert mich immer an eine intensivstation im krankenhaus.
    man sieht sich unweigerlich satt an diesen bildern

    horst

  5. @Robert: ich wusste ja gar nicht dass er so früh schon mit fotolia angefangen hat. Kein Wunder dass er der einzige in den hohen Rängen da ist. Aber wenn ich mir seine ersten Bilder so anschaue erinnert mich das an meine eigenen Bilder von heute …. jaja, man wächst an den Aufgaben

  6. @ Horst

    Wow! Und das von einem, der ausschließlich Massenware für die Schmutzblätter des Boulevards abliefert. Wenn etwas nichts mit Fotografie zu tun hat, dann sind es diese immer gleichen Schnappschüsse der Promihetzer mit den immer gleichen Posen der Poser.
    Du sagst es sogar selbst: „Spezialisiert auf Abschüsse, Bildbeschaffung, Blaulicht Themen…“
    Genau das ist es, Bildbeschaffung. Nicht Fotografie.
    Laaaaangweilig.
    (Übrigens solltest Du mal an Deiner Rechtschreibung arbeiten. Wirkt professioneller.)

    Da ist Stockphotography dann doch noch mal anspruchsvoller, weil man als Fotograf den Modellen Anweisungen geben muss, während die Promischießer nur auf den Knopp zu drücken brauchen, wenn Paris und Co. die dauergrinsende Birne ins Objektiv halten oder irgendwo ein Auto brennt.

    Ich habe mir ein paar Deiner anderen Bilder angeschaut, Horst. Du magst gut sein in Deinem Job, den Redakteuren des deutschsprachigen Raums blut- und tränenreiche Fotos zu liefern, aber der Rest ist Schrott. Man sieht deutlich, dass Du nicht mit dem Herzen bei der Sache bist, dass Fotografieren für Dich keine Leidenschaft ist, sondern eben nur ein Handwerk, das halt sein muss, damit die Butter aufs Brot kommt. Dein Werkzeug ist die Kamera, die Du schwingst wie einen Vorschlaghammer, nicht wie ein fein justierbares Instrument.
    Als Paparazzo muss man nichts von Fotografie verstehen, denn Kamera und Blitz kann einem der Redaktionsleiter an einem Nachmittag erklären. Man muss nur skrupellos und rücksichtslos genug sein, die Privatsphäre anderer Menschen zu missachten und sich an ihrem Unglück (oder auch mal Glück) ungefragt zu erfreuen. Das ist wie der nicht eingeladene Gast auf einer Party, der zwar auch Stimmungskanone sein kann und daher doch irgendwie ins Wohnzimmer passt, der aber Dreckspuren auf dem Teppich hinterlässt, weil er sich nicht die Schuhe auszieht und außerdem das Buffet leerfrisst, obwohl er selbst nichts mitgebracht hat. Wenn er nicht mal unterhaltsam wäre, würde man ihn rausschmeißen, aber so ringt man sich ein künstliches Lächeln ab. Der merkt auch nicht, dass das Lächeln und die Freundlichkeit des Gastgebers ihm gegenüber nur aufgesetzt ist.
    Rücksichtslosigkeit und Arroganz sind die Qualitäten, die einen (finanziell) erfolgreichen Paparazzo mitunter auszeichnen. (Es gibt freilich auch noch die andere Sorte Paparazzi, die Gentlemen, die zuvorkommend und höflich, nie herablassend und gleichgültig sind. Die werden von den Damen und Herren der Begierde dann auch mal ins Hinterzimmer oder die Garderobe gelassen, wo die exklusiven Fotos entstehen, während die brüllende Meute — „Hierher! Hierher! Einmal in die Kamera!!!“ — vor dem roten Teppich bleibt. Aber das ist eine aussterbende Rasse.) Ein guter Fotograf braucht man nicht zu sein.

    Das musste mal gesagt werden, weil ich schon oft genug auf Plattformen, Foren und Webseiten über Deine vernichtenden Kommentare über die Arbeit anderer bei gleichzeitiger Hervorhebung der eigenen Qualitäten gestolpert bin und diese ehrlich gesagt nicht sehe. Paparazzi braucht es auch, aber es gibt solche und solche. Die einen lesen dieselben Zeitungen, für die sie Bilder liefern, die anderen lesen dicke Bücher in Fremdsprachen und Zeitungen mit wenigen Fotos und nur in schwarz-weiß.

    Guten Abend,

    Boris

  7. wow boris…..mir scheint du magst mich nicht…das freut mich.
    aber eins lassen ich mir von nicht unterstellen….das ich nicht mit herzen dabei bin….da hast du aber einiges von mir weder gesehen noch begriffen !

    so typen wie du verfolgen einen erfogreichen menschen auf schritt und tritt…damit müssen wir leben !

    aber bei einem seit ihr alle gleich in eurer überheblichen arroganz….ihr seid kleine würstchen die einfach nur neidisch sind. diesen neid versucht ihr geschickt zu tarnen…gelingt aber meistens nicht.

    wie sagte general blücher immer….viel feind viel ehr !

    habe die ehre

  8. Ich kenne Dich nicht persönlich, deshalb kann es gar nicht ums Mögen oder Nichtmögen gehen, auch wenn Du das gerne hättest. (Du bist mir reichlich egal, ich erkenne in dem was Du sagst aber Deinen Typ.)
    Deine Fotos sind einfach nicht gut genug, um sich so abfällig über die Arbeit anderer auszulassen. (Ich habe Deinen Blog und das Flickr-Konto gesehen.) Das lässt mich vermuten, dass DU den anderen ihren Erfolg und die Qualität ihrer Bilder neidest. Denn wer erfolgreich ist, macht sich eigentlich nicht über andere lustig, sondern gibt allenfalls Tips.
    Du hingegen versuchst, die Arbeit von anderen abzuwerten. Das ist unsympathisch. Klar macht man sich da Feinde, bzw. keine Freunde.

    Und bitte: ich bin, du bist, er/sie/es ist, ihr seid. Mit ddddddddd!
    Das sollte man als Journalist schon können.

  9. @ boris….Was stört es die Eiche, wenn sich das Schwein an ihr scheuert !

    ps…auch der hinweis auf rechtschreibfehler ist typisch für gestalten wie dich.

    damit möchte ich diese sache beneden

  10. boris….nachtrag

    wenn du was gegen mich hast schreibe es mir persönlich und nicht in roberts blog…oder hast du keine eier in der hose

  11. Wenn ich hier lese:
    Gute Schärfe
    Geringe Tiefenschärfe
    Glückliche Models
    Viel (weiches) Licht
    dann möchte ich doch einmal nachfolgendes anmerken:

    es gibt keine gute oder schlechte Schärfe – ein Bild ist scharf oder unscharf.
    sicherlich gibt es glückliche Modelle auf dieser Welt, aber sorry, die machen ihren Job und die Mimiken sind gespielt und wenn das glücklich aussieht, dann ist es gut gespielt.
    wenn man von „viel“ weichem Licht spricht, meint der Fotograf heykey. >Und da gibt es noch einmal etliche Varianten

    Aber warum wollt ihr denn in Gottes Namen alle so fotografieren??? Die Bilder gibt es wie Sand am Meer. Und es wird wohl den wenigsten „Neuen Fotografen“ gelingen da noch Fuß zu fassen. Da besinne ich mich doch lieber auf das was ich richtig gut kann und hole da alles raus, als einen Top Stock Fotografen zu imitieren.
    Stefan Gesell ist auch so ein gutes Beispiel. Wie viele belegen seine Seminare, geben jede Menge Geld dafür aus und werden es doch (fast) nie schaffen, solche Bilder wie er zu machen.

    Lasst uns unseren eigene Stil finden, dass ist auf Dauer nicht so frustierend..
    In diesem Sinne

    Reinhard

  12. @ Boris:

    Joh mei, das ist überzeugend, was Du Horst da um die Ohren schlägst! *lol*

    Die Kamera als fein justierbares Werkzeug? Die Leidenschaft für die Fotografie? Die anspruchsvolle Stock-Photography? Klar, 36 Cent pro Sale verlangen hohe Ansprüche!

    Ich bitte um Entschuldigung, aber ich bin auch so ein „Nichtskönner“, der für’s schnöde Geld fotografiert:

    http://www.franz-roth-presse.de/konzept/A_2009/BELEGE_2009.html

    Je mehr, desto lieber …

    (aber nicht für 36 Cent)

  13. wenn wir schon bei belegen sind…
    hier auch mal ein paar belege von mir

    und jetzt zeig mal deine boris

    übrigens ich hasse rote teppich fotografie, fotos die richtiges geld bringen die hat man alleine aber bestimmt nicht in einem hinterzimmer wo dir der promi in die kamera grinst…dafür gibts nämlich nix

    zitat boris…..Die werden von den Damen und Herren der Begierde dann auch mal ins Hinterzimmer oder die Garderobe gelassen, wo die exklusiven Fotos entstehen, während die brüllende Meute — “Hierher! Hierher! Einmal in die Kamera!!!” — vor dem roten Teppich bleibt….

    wo hast du den diese weisheit her, was sollen den da für fotos entstehen ?

  14. Auch @ alle, aber auch nochmal speziell @ Boris:

    Der Job „Fotograf“ hat viele Facetten. Es gibt die Kamera-Künstler, die Foto-Lyriker, die Reporter, die Chronisten, die „Glas-Augenzeugen“, die Paparazzi und was weiß ich.

    Was Du bist, das ist letztendlich eine Frage, wo Dich der Beruf durch irgendwelche blöden Zufälle hingestellt hat.

    Ich bin den hochgestochenen Ausführungen über Fotografie etwas abhold, weil meine Kameras (und meine Augen!) schon Dinge gesehen haben, die ich lieber nie in meinem Leben gesehen und erlebt hätte:

    http://www.franz-roth-presse.de/HISTORY/FR-2009-C-10569.JPG

    Und dann habe ich damit auch noch viel Geld verdient! Ich weiß nicht, ob ich nicht zuweilen auch den Wohnzimmerteppich dreckig gemacht habe.

    Aber heute ist ja der 9. November. Da war ja mal was, vor punktgenau 20 Jahren, über das wir uns freuen sollten. Und ich bin verdammt stolz darauf, auch dabei dabeigewesen zu sein:

    http://www.franz-roth-pics.de/konzept/divers/liberte_toujours.jpg

    Ich oute mich auch gerne mit allen Höhen und Tiefen dieses Berufs, mit fast 25 Jahren Bildjournalismus.

    http://www.franz-roth-presse.de/HISTORY/HISTORY1.html

    Sage mir aber bloß keiner, meine Fotos seien „nicht gut genug“ oder der Chefredakteur hätte mir beigebracht, wie man einen Fotoapparat und ein Blitzgerät bedient!

    Und daß es den Boulevard und die Yellows gibt, darüber bin ich heilfroh!

    Grüße in die Welt professioneller Fotografen!
    Franz Roth

  15. @ boris…ich sehe jetzt erst das du da ganz gehörig was durcheinander bringst, das möchte ich doch mal klarstellen.

    1. Abschüsse…haben nix aber auch gar nix mit rotem teppich zu tun, auch müssen es nicht promis sein die ich abschieße.

    2. Bildbeschaffung…hat nix mit fotografieren zu tun ( wäre zu lange das hier jetzt zu erklären )

    3. Langeweile kommt bei mir nie auf

    ich sehe dir diese groben fehler nach, da du wie erwartet von der materie null ahnung hast !

    wenn du jetzt ein paar rechtschreibfehler findest, kannst du sie selbstverständlich behalten, da bin ich großzügig

    gute nacht

  16. Nachdem die privaten Nettigkeiten nun ausgetauscht wurden, und auch mal wieder festgestellt wurde, wie weit kommerzielle und künstlerische Fotografie auseinanderliegen können…wiederhole ich meine durchaus ernstgemeinte Frage nochmal:

    „Gibt es eigentlich auch einen “Anti-helles-Bild” Stockfotomarkt? Ich denke da z.B. an die nicht alltäglichen Anzeigen, die sich mal von der breiten Masse abheben möchten. Oder ist das verschwendete Zeit?“

    Hintergrund: Ich suche momentan noch nach meiner „Nische“. Da ich eben nicht so auf diese „hellen“ Bilder stehe, frage ich mich ernsthaft, ob ich überhaupt eine Zukunft im Stockfotomarkt haben kann? Da ich auch die Einstellung habe das-wenn ich selber schon die Bilder nicht mag, die ich produzieren soll-es auch der potenzielle Bildkäufer nicht mögen/honorieren wird. Wenn mir meine Bilder gut gefallen, ich aber keinen müden Euro damit verdiene, kann ich als Bilderproduzent auch nicht existieren.

    Ob ein Bild „gut“ ist, liegt ja immer am Geschmack des Betrachters. Es gibt da eigentlich kein „gut“ oder „schlecht“, jeder nach seinem Gusto denke ich?

  17. @Daniel: Bei den momentan niedrigen Preisen kannst Du von der Stockfotografie nur leben, wenn Du gefragte Motive machst, was eben aller Unkenrufe zum Trotz weiterhin freundliche, helle Bilder sind. Es gibt auch Agenturen wie Sodapix oder die Flickr Collection von Getty, die versuchen, „authentischeres Bildmaterial“ anzubieten. Dann solltest Du es eher da probieren.

  18. „Als Paparazzo muss man nichts von Fotografie verstehen, denn Kamera und Blitz kann einem der Redaktionsleiter an einem Nachmittag erklären“

    Was ein großer Irrtum ist…

  19. „Aber warum wollt ihr denn in Gottes Namen alle so fotografieren??? (…)

    Lasst uns unseren eigene Stil finden, dass ist auf Dauer nicht so frustierend“

    Ich bin heute noch Anette Cordes (Schapowalow) dankbar, die mir (ganz unbeabsichtigt) genau zum richtigen Zeitpunkt mal auf einem kleinen Seminar eine Erkenntnis wieder in Erinnerung gerufen hat: „Fragen Sie sich nicht beim fotografieren ‚Ist das auch verkäuflich?‘ Machen Sie einfach gute Bilder. Die guten Bilder, die SIE können. Dafür dann Käufer finden, ist UNSER Job als Agentur. Und für gute Bilder finden wir Käufer.“

  20. “Als Paparazzo muss man nichts von Fotografie verstehen, denn Kamera und Blitz kann einem der Redaktionsleiter an einem Nachmittag erklären”……

    das hat er mal bei rtl gesehen, seit dem glaubt er das auch noch !

    ich kenne kollegen die auch nach zig jahren einen heiden respekt vorm blitzen haben.
    wenn du nämlich nur eine chance hast ( zb.vor gericht ) und dein blitz ist nicht richtig eingestellt hast du pech.

    horst

  21. @ Daniel:

    Es gibt einen Markt für „anti-helle“ Bilder. Nur nicht im Markt über eine Agentur. Ich weiß jetzt nicht, ob Du Profi bist und wirklich Deinen Lebensunterhalt mit der Knipsmaschine verdienen mußt. Deshalb dazu gleich mehr.

    Im Markt der Symbolbilder gibt es ja durchaus auch „dunkle Themen“. Man denke nur mal daran, daß in Deutschland mittlerweile die Zahl der psychischen Erkrankungen, Burnout, Depressionen auf Platz 1 liegt. So was illustriert man klarerweise nicht mit „hellen freundlichen“ Bildern. Wäre ja die reinste Schizophrenie (der Patient ist soooo glücklich, daß er Psychopharmaka fressen darf, da strahlt er doch gleich übers ganze Gesicht).

    Und solche Themen, genauso wie „Menschen & Schicksale“, sind gängig in allen Presseprodukten, von der Tageszeitung über die Wochen-Illustrierten und „bunten Blätter“ bis hin zu den Nachrichtenmagazinen.

    Wenn Du Profi bist, empfehle ich Dir, Dir einen eigenen Markt und eigene Vertriebswege aufzubauen und die Stock-Agenturen Stock-Agenturen sein zu lassen.

    Vielleicht kannst Du ja etwas von meinem „Aus dem Nähkästchen geplaudert“ profitieren:

    http://borderline-press.blogspot.com/2009/11/mal-wieder-aus-dem-nahkastchen.html

    Du kannst bei mir auch gerne Deine Fragen posten. Du wirst eine faire und sachliche Antwort erhalten.

    Ich habe bald 25 Jahre Profi-Dasein „auf dem Buckel“ und denke ich bin ein „alter Hund“ im Business. Und ich habe null Problem damit, Kollegen (auch semi-professionellen, sprich Amateuren) mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben. Auch die Fallstricke und Fußangeln. Auch das, was man besser nicht machen sollte.

    Okay?

    Einladung steht!

  22. Zitat R. Kneschke:
    „@Daniel: Bei den momentan niedrigen Preisen kannst Du von der Stockfotografie nur leben, wenn Du gefragte Motive machst, was eben aller Unkenrufe zum Trotz weiterhin freundliche, helle Bilder sind. Es gibt auch Agenturen wie Sodapix oder die Flickr Collection von Getty, die versuchen, “authentischeres Bildmaterial” anzubieten. Dann solltest Du es eher da probieren.“

    Ähm, mal was zu den „niedrigen Preisen“:
    Das ist die Frage, wo und über wen man Stock-Material verkauft.

    Ich muß hier mal wieder ein Bild zur Verdeutlichung verlinken (und dann was zum Honorar sagen):

    http://www.franz-roth-presse.de/HAUS/PRESSE/FR-2008-C-8632.JPG

    Das war einer der „grandiosen“ Zufälle, daß der „Blick.ch“ zwei Fotos von mir verwendet hat. Den Titel als APIS-Download bei der Bildmaschine.de und den Aufmacher des Artikels dazu direkt bei mir aus meinem Mecom-Pool (auch per APIS bzw. i-picturemaxx).

    Ich nenne jetzt mal ganz unverblümt die Honorare: der Titel brachte 600,– Euro brutto über die Agentur; 60% für mich; der Aufmacher brachte mir alleine 300,– Euro.

    Und meine „Schmuddelbilder“ sind ziemlich regelmäßig im „Blick“ oder dem „Berliner Kurier“, der „B.Z,“ usw. (Boulevard halt). Oder als Einblendungen bei „Frau-TV“ des WDR. Und, und, und.

    Auch so eine Story (komplett mit Text) …
    http://www.franz-roth-presse.de/archiv_newsletter/wilfried_echo_der_frau.pdf
    … bringt runde 600 Emmchen.

    Das sind Nischen, die man besetzen kann (ohne „helle und freundliche“ Bilder, oft geradezu im Gegenteil).

  23. Danke für Deine Einschätzung Robert,
    ich werde mir die Agentur Soadapix mal anschauen…

  24. Ach Gott, der Horst und sein Vasalle tauchen mal wieder auf. Leute, den müsst ihr einfach ignorieren, denn er versucht immer auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erhaschen, besonders wenn ein Beitrag interessant ist und viele Kommentare erwarten lässt.

    Außer dem Horst hat nämlich niemand Ahnung von Fotografie und man munkelt sogar, er hätte sie erfunden. Außerdem dürfte man Menschen ohne APIS Anbindung überhaupt keine Kamera verkaufen!

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