Stockfotografie-Interview mit James March (Sales Manager bei Getty Images)

In meiner Interview-Reihe wollte ich schon lange einen Verkäufer fragen, oder einen Sales Manager“ wie es auf neudeutsch heißt, jemanden, der unsere Stockfotos aktiv bewirbt und sie den Kunden schmackhaft macht.
Dazu fragte ich James March von der Bildagentur Getty Images.

James March Getty Images

Bitte stellen sie sich kurz vor.

Ich heiße James March und arbeite als Sales Manager bei Getty Images.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Ich bin seit zehn Jahren Sales Manager bei Getty Images. In dieser Funktion leite ich die Verkaufsteams für Unternehmens- und Agenturkunden in Großbritannien und in Irland. Seit Beginn meiner Tätigkeit bei Getty Images beobachte ich einen Wandel von der traditionellen kreativen „Stockfototografie“ hin zu einer Weiterentwicklung unserer Kollektion, die es jetzt ermöglicht, dass Fotoenthusiasten über die Flickr-Kollektion mit uns zusammenarbeiten. Bei Getty Images gleicht kein Tag dem anderen!

Was sind die häufigsten Verwendungszwecke der Bildkäufer?

Wir konnten eine Verlagerung von traditionellen Print-Kampagnen hin zu vermehrter Online-Nutzung beobachten. Dadurch ist die Nachfrage beträchtlich gestiegen, da unsere Kunden ihre Inhalte nun öfter aktualisieren. Unsere Kunden möchten heute mehr Bilder und eine größere Auswahl– zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Wir haben Produkte wie Web & Mobile entwickelt, die dieser veränderten Nachfrage gezielt Rechnung tragen. Die Flickr-Kollektion verleiht unserer ohnehin schon überaus umfangreichen Sammlung eine weitere Dimension und eröffnet unseren Kunden zusätzliche Auswahl, während sie in die Welt der digitalisierten Medien expandieren.

Foto: Getty Images/Flickr/Jeannine Tan
Foto: Getty Images/Flickr/Jeannine Tan

Welche Fragen stellen die Bildkäufer am häufigsten?

Unsere Kunden wenden sich mit den unterschiedlichsten Fragen an uns. Ein Teil sind Neukunden, die sich bei der Bildauswahl beraten lassen möchten und Fragen zu den Nutzungs- und Copyright-Bedingungen haben. Am anderen Ende der Skala haben wir langjährige Kunden mit einem bestimmten Budget, die nach dem perfekten Bild suchen. Unsere Verkaufsmitarbeiter haben große Erfahrung in der Beantwortung der vielfältigen Fragen, die tagtäglich gestellt werden. Unsere Kunden danken es uns mit ihrer Loyalität, weil sie wissen, dass wir ihnen die benötigten Inhalte und Kompetenzen bieten und gleichzeitig ihren oft engen Fristen gerecht werden können.

Was für Motive suchen Bildkäufer aktuell, von denen es wenig Angebot gibt?

Der aktuelle Konjunkturrückgang hat Veränderungen hinsichtlich der Bildthemen mit sich gebracht, die unsere Kunden kaufen, wobei sich in letzter Zeit ein Trend hin zu Bildern rund ums Zuhause abzeichnet. Ein weiterer wichtiger Trend ist der zur „Einfachheit“. Die Medien schwenkten von Titelstorys über die Probleme unseres Planeten auf Titelthemen über die weltweite Finanzkrise um, die sich dann zunehmend Einzelschicksalen zuwandten – Zwangsenteignungen, verlorene Ersparnisse und Arbeitslosigkeit. Man sieht eine Parallele zwischen Werbebildern rund um das Thema „Einfachheit“ und Zeitschriften- und Zeitungsartikeln, in denen es darum geht, sein Leben zu verbessern, sparsam zu sein, Eigeninitiative zu ergreifen und das zu genießen, was man hat. Die Flickr Kollektion ist eine gute Quelle für derlei Motive.

Foto: Getty Images/Flickr/Jon Paciaroni
Foto: Getty Images/Flickr/Jon Paciaroni

Was sind die am häufigsten genutzten Suchbegriffe der Käufer?

Auf viele häufig genutzte Suchbegriffe, die wir derzeit beobachten, habe ich schon bei der vorigen Frage hingewiesen. Natürlich verwenden die Kunden die unterschiedlichsten Suchbegriffe, wenn sie unsere Website nach Inhalten durchsuchen. Wenn jemand nach Bildern aus dem häuslichen Umfeld sucht, gibt er vielleicht verwandte Begriffe wie etwa Familie, Zusammengehörigkeit oder Relaxen ein.

Warum kauft jemand bei Getty Images, wenn er auch woanders billiger Fotos kaufen könnte?

Ich denke, unsere Kunden wissen drei wesentliche Elemente zu schätzen, die wir ihnen bieten können: die beruhigenden Gewissheit, dass unsere Inhalte wirklich zur Nutzung freigegeben wurden, einen ausgezeichneten Kundendienst und sichere und einfach zu beziehende Inhalte in Top-Qualität in allen unseren Kollektionen.

Verweisen Getty-Mitarbeiter Kunden auch manchmal an istockphoto?

Die Marken iStockphoto und Getty Images haben ihre jeweilige Markenidentität und jeweils eigenen Webseiten. Wo es sich anbietet, arbeiten beide Unternehmen zusammen und tauschen Erfahrungen aus.

Welches Creative RF-Bild hat sich dieses Jahr am meisten verkauft? Woran könnte das liegen?

Zu den beliebtesten Bildern gehören etwa Bilder aus den Themenbereichen Natur und Beruf. Unsere Kunden wünschen sich schlichte, gut komponierte und klar konzeptionierte Bilder zu diesen Themenbereichen. Mehr Zeit mit der Familie verbringen, die freie Natur genießen, Dinge selbst gestalten, zu einem harmonischen Leben finden – all dies sind Trends, die wir am Bildverkauf momentan ablesen können.

Foto: Getty Images/Flickr/Fursov Aleksey
Foto: Getty Images/Flickr/Fursov Aleksey

Welche Fehler bei der Bildnutzung machen Bildkäufer am häufigsten?

Wenn man zum ersten Mal Bilder kauft, weiß man oft nicht, wohin man sich wenden soll und die Suche nach einem seriösen Anbieter birgt Gefahren. Im Rahmen des Einkaufsprozesses auf unserer Website klären wir unseren Kunden über die Nutzungs- und Lizenzbedingungen auf. Zudem haben sie die Gewissheit, dass ihnen unsere Teams weltweit zur Verfügung stehen, um sie bei Fragen zur Lizenzierung, zum Copyright und zu den Freigaben zu beraten.

Wie hat sich das Kaufverhalten in den letzten drei Jahren gewandelt?

Wir wissen, dass unsere Kunden immer mehr Inhalte für ihre Projekte beschaffen müssen. Sie unterliegen größeren zeitlichen und finanziellen Beschränkungen als je zuvor, weshalb sie die umfangreichsten und vielfältigsten Bildkollektionen für ihren gesamten Kommunikationsbedarf schneller, auf einfachere Weise und zu angemessenen Preisen finden müssen. Das gilt insbesondere für die Nutzung im Online-Bereich, wo die Volumen enorm und die Zeitrahmen außerordentlich eng sind.

Vielen Dank für das Interview!